Öffentlichkeitsarbeit - Ein Berufsfeld mit Zukunft?


Ausarbeitung, 2011
11 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was bedeutet Öffentlichkeitsarbeit?

3. Die Rolle der Öffentlichkeitsarbeit in der Gesellschaft

4. Zugangsvoraussetzungen und Einstiegsmöglichkeiten

5. Typische Aufgabenfelder und Einsatzbereiche

6. Entwicklungsmöglichkeiten

7. Durchschnittslöhne

8. Schlussbetrachtung

9. Literatur

1. Einleitung

Wenn von Berufsfeldem für Absolventen des politik- oder sozialwissenschaftlichen Stu­diums die Rede ist, spricht man auch oft von der sogenannten Öffentlichkeitsarbeit, die in Stellenausschreibungen großer Unternehmen gerne als Public Relations (kurz PR) oder Kommunikationsmanagement umschrieben wird.

Doch was ist eigentlich diese Öffentlichkeitsarbeit? Dieser Frage soll in der vorliegen­den Ausarbeitung nachgegangen werden. Des Weiteren soll dargelegt werden, welche Zugangsvoraussetzungen und Einstiegsmöglichkeiten es im Bereich der Öffentlichkeits­arbeit gibt, in welchen Branchen man schließlich nach dem Studium tätig sein kann und wie der typische Alltag sogenannter Kommunikationsfachleuten aussieht. Entscheidend ist dafür ebenfalls eine nähere Begutachtung der gegebenen Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb dieses Berufsfeldes. Dazu zählt nicht nur das durchschnittliche Einkommen, sondern auch der mögliche Werdegang oder die planbaren Aufstiegschancen im Falle ei­ner Karriere mit Bezug zur Öffentlichkeitsarbeit.

Auf Letzterem soll das Hauptaugenmerk dieser Ausarbeitung, bei der realistischen Ein­schätzung dieses Berufsfeldes, liegen. Somit soll die Frage beantwortet werden, ob Öf­fentlichkeitsarbeit ein Berufsfeld ist, für das spezielle Kenntnisse erforderlich sind, also wirklich ein entsprechendes Studium benötigt wird, oder Öffentlichkeitsarbeit im Zeital­ter der sogenannten Neuen Medien mittlerweile Jedermanns Alltag geworden ist.

Der Forschungsstand gestaltet sich in Bezug auf das Berufsfeld Öffentlichkeitsarbeit schwierig. Ein Großteil der erhältlichen Literatur setzt sich vor allem mit der prakti­schen Seite der Öffentlichkeitsarbeit auseinander. Hilfestellungen und Vorgehensweisen für selbstständige Unternehmer beim Agieren mit der Öffentlichkeit sind zum Beispiel darin die inhaltlichen Schwerpunkte. Nur an vereinzelten Stellen lassen sich Informatio­nen dazu finden, die diesen Bereich auch als Berufsfeld in Gänze beleuchten. Erwäh­nenswert sind in diesem Zusammenhang die durchaus als Standardwerke einzustufen­den Publikationen „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Ein Handbuch“ von Gernot Brau­er (2005) oder „Grundwissen Öffentlichkeitsarbeit“ von Werner Faulstich (2000), in welchem vor allem die wissenschaftlichen Aspekte der Öffentlichkeitsarbeit beleuchtet werden.

2. Was bedeutet Öffentlichkeitsarbeit?

Bekannte Synonyme für Öffentlichkeitsarbeit sind in der Regel Begriffe, wie Kommuni­kation, Marketing oder das aus dem Englischen stammende Public Relations (kurz PR). 1882 wurde letzterer Begriff erstmals in den USA verwendet (vgl. Merten 1999, 279). Seit dem hat man versucht, sich mit dieser Thematik vor allem auch wissenschaftlich auseinander zu setzen.

Der in Deutschland gängigste Begriff Öffentlichkeitsarbeit kam erstmals 1917 auf (vgl. ebd., 279). Grob gesagt ist Öffentlichkeitsarbeit laut enzyklopädischer Definition ein­fach der Kontakt zwischen einer Organisation und ihrer Zielgruppe. Sie darf daher kei­nesfalls mit der Werbung verwechselt werden.

Öffentlichkeitsarbeit stellt also die „Kommunikationsbeziehungen zwischen einer Orga­nisation und der Öffentlichkeit bzw. alle Maßnahmen, die im Zuge dieser Aktivitäten zur kontinuierlichen Information über Einstellungen, Meinungen und Verhalten einge­setzt werden, um das Ansehen des Unternehmens in der Öffentlichkeit zu stärken und zu pflegen.“ (Duden s. a.)

Aus einem erarbeiteten Image sollen sich schließlich mittel- und langfristig möglichst positive Auswirkungen auf den Absatz von Produkten oder auf die Gewinnung qualifi­zierter Arbeitskräfte oder Unterstützer entwickeln.

Mögliche Maßnahmen sind dabei in der Regel Betriebsbesichtigungen, Informations­veranstaltungen oder die Förderung von Sportvereinen und sozialen Einrichtungen. Im Unterschied dazu preist die Werbung konkrete Produkte nur an. Damit soll vor allem der Absatz dieser gesteigert werden (vgl. ebd.).

Die fünf wichtigsten Ziele der Öffentlichkeitsarbeit lauten folglich:

1. Schaffung einer öffentlichen Meinungsbildung
2. Erreichen einer öffentlichen Wahrnehmung
3. Aufbau einer Anhängerschaft und Beziehung zur Öffentlichkeit
4. Manipulation der Öffentlichkeit nach eigenen Bedürfnissen und
5. intern die Aufrechterhaltung eines entsprechenden Arbeitsklimas.

3. Die Rolle der Öffentlichkeitsarbeit in der Gesellschaft

Öffentlichkeitsarbeit spielt innerhalb der modernen Gesellschaft eine entscheidende Rolle und ist spätestens in den letzten sechzig Jahren fester Bestandteil der öffentlichen Wahrnehmung geworden (vgl. Faulstich 2000, 21ff.). So wird die öffentliche Meinung zu etwa 70 % von der aktiven Öffentlichkeitsarbeit geprägt und kann oft stark von der Meinungsbildung der etablierten Medien abweichen (vgl. Brauer 2005, 21). Ein Blick auf die Erklärung des deutschen Berufsverbandes für Öffentlichkeitsarbeit verdeutlicht dies. Denn darin heißt es, Öffentlichkeitsarbeit vermittele „Standpunkte und ermögliche Orientierung, um den politischen, den wirtschaftlichen und den sozialen Handlungs­raum von Personen oder Organisationen im Prozess öffentlicher Meinungsbildung zu schaffen und zu sichern.“ (ebd., 43) Dadurch wird klar, dass hier gezielt die Meinung der Massen geprägt werden soll. Problematisch wird dies, wenn der Journalismus mit der Öffentlichkeitsarbeit bewusst oder unbewusst verwechselt wird (vgl. Schnieder­mann 2006, 112ff.).

Der Einfluss der Öffentlichkeitsarbeit auf die Arbeit von Redakteuren und die Inhalte verschiedenster Online- und Printmedien wächst stetig (vgl. Brauer 2005, 383ff.). Vor allem kleinere und von Annoncen abhängige Wochenzeitungen im Bereich der lokalen Berichterstattung, wie der „Kölner Wochenspiegel“ oder das „Schaufenster Bonn“ nei­gen nachweislich oft dazu, Pressemitteilungen von Vereinen, kommunalen Parteiverbän­den oder Unternehmen direkt abzudrucken, ohne eine echte Kontrolle, eventuell not­wendige Änderungen und Ergänzungen vorzunehmen oder den Hinweis abzudrucken, dass es sich um eine subjektive Meinungsdarstellung handelt (Spiegel 1981).

4. Zugangsvoraussetzungen und Einstiegsmöglichkeiten

Die wichtigste Zugangsvoraussetzung für eine Tätigkeit im Bereich der Öffentlichkeits­arbeit ist zweifelsfrei die Fähigkeit, gleichzeitig kommunikativ, teamfähig und kreativ zu sein. Außerdem sollte man komplexe Vorgänge auf den Punkt bringen können, dem persönlichen und zeitlichen Druck der Tätigkeit standhalten können, guten Willen und hohen Einsatz beweisen und lückenloses Wissen im entsprechenden Handlungsbereich sowie handwerkliches Können besitzen (vgl. DPRG s. a.).

Einen festgelegten Ausbildungsweg gibt es für Berufe innerhalb der Öffentlichkeitsar­beit allerdings nicht. Ebenso fehlt es an bundesweit einheitlichen und staatlichen Prü­fungen. Eine große Anzahl von berufsbildenden Akademien und Hochschulen oder gar die Industrie- und Handelskammer bieten allerdings mittlerweile vielfältige Studiengän­ge und Fortbildungsmöglichkeiten an (vgl. DIHK 2005, 8ff). Gern gesehen ist zudem beim Einstieg in dieses Berufsfeld praktische Erfahrung in Form von Praktika, Hospita­tionen oder Volontariaten (vgl. Bildungsverein s. a.).

Im Prinzip kann allerdings jeder Öffentlichkeit als berufliche Tätigkeit ausüben. Da es keinen festgelegten Ausbildungsweg oder entsprechende Prüfungen gibt, ist auch die Berufsbezeichnung nicht geschützt (vgl. Zerfaß 2010, 26ff.). Die Öffentlichkeitsarbeit, bzw. Marketing ist längst Bestandteil aller kaufmännischen Ausbildungen und somit be­sitzt jeder mit einer derartigen Ausbildung bereits gewisses Grundlagenwissen in die­sem Bereich (vgl. Hahn/Bossek 1996, 20ff.).

Die wachsende Zahl der Fortbildungsangebote hat die Qualität der Öffentlichkeitsarbeit immerhin in den letzten Jahren deutlich steigern lassen. Es stellt sich trotzdem die Fra­ge, ob Öffentlichkeitsarbeit auch als alleinstehender, sozusagen „echter Beruf4 ausgeübt werden kann. Der Trend geht dahin, PR-Fachleute in verschiedenen Spezialbereichen zu fördern, die bereits eine spezifische Vorbildung vorweisen können (vgl. GPRA s. a.).

5. Typische Aufgabenfelder und Einsatzbereiche

Der typische PR-Fachmann sollte üblicherweise während eines Praktikums bei mittelständischen oder großen Unternehmen erste Erfahrungen mit Öffentlichkeitsarbeit gesammelt haben. Dabei unterscheiden sich die Einsatzbereiche teilweise stark. Während man in kleineren und mittelständischen Unternehmen oft vielfältige Aufgaben zu erfüllen hat, beschränkt sich die Tätigkeit in größeren Betrieben oft auf spezielle Themengebiete (vgl. GPRAs. a.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Öffentlichkeitsarbeit - Ein Berufsfeld mit Zukunft?
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie)
Veranstaltung
Optionalmodul Berufsfeldanalyse
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V183587
ISBN (eBook)
9783656080244
ISBN (Buch)
9783656080121
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beruf, Berufsfeldanalyse, Öffentlichkeitsarbeit, PR, Marketing, Kommunikation, Jobsuche, Zukunftsperspektiven
Arbeit zitieren
Christoph Kotowski (Autor), 2011, Öffentlichkeitsarbeit - Ein Berufsfeld mit Zukunft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183587

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