Hochschulmarketing - Das Internet zur Rekrutierung und Imagegestaltung


Diplomarbeit, 2000

99 Seiten, Note: 0


Leseprobe

1. Einleitung

Diese Arbeit versucht, den modernen, virtuellen Rekrutierungsformen Rechnung zu tragen. Der Erfolg oder Mißerfolg eines Unternehmens ist maßgeblich von der Qualität der Mitarbeiter abhängig. Die Suche nach hochqualifizierten Arbeitnehmern erfordert aber einen sehr großen verwaltungstechnischen Aufwand. Dazu kommt, daß dies in den meisten Fällen, sehr kostenintensiv ist.

Das Internet gewinnt von Tag zu Tag an Bedeutung. Es ist ein Medium, welches nicht nur Jugendliche, die durch ihre Schule oder Universität das Internet nutzen können, sondern alle Altersklassen erreicht.

Durch die Schnelligkeit des Internet und die Begebenheit, daß es keine relevanten geografischen Entfernungen im Internet gibt, ist es nicht verwunderlich, daß das Internet sich immer mehr in unser alltägliches Leben implementiert und daß im Internet eine stetig ansteigende Anzahl von Dienstleistungen angeboten werden. So kann der Internet Nutzer, neben schon zur Routine gewordenen Aufgaben wie zum Beispiel Informationen suchen oder E-Mails verschicken, auch Bankgeschäfte tätigen oder Online einkaufen.

Diese Entwicklung ist auch den Unternehmen nicht unerkannt geblieben und somit versuchen sie seit einigen Jahren, durch zum Beispiel eigene Homepages und Werbungen auf viel besuchten Seiten, das Internet für sich zu nutzen. Durch die immer größer werdende Konkurrenz ist es nötig geworden, das eigene Unternehmen und seine Teilbereiche für den Besucher dieser Seiten so interessant und informativ wie nur möglich zu gestalten, da der Besucher dadurch einen positiven Eindruck des Unternehmens erhält.

Aber nicht nur aus Werbe- und Imagegründen ist das Internet für die Unternehmen so wichtig geworden. Viel wichtiger ist, daß ein großer Teil der Arbeitsprozesse der Unternehmen, mittels aktiver Nutzung des Internet, verschnellert und vereinfacht werden können. Deswegen müssen die Unternehmen versuchen die, durch das Internet gegebenen Möglichkeiten so gut wie nur möglich auszuschöpfen. Dadurch können sie, gegenüber ihren Konkurrenten, einen nicht bedeutungslosen Wettbewerbsvorteil erlangen.

Das auch der Personalbereich von dem noch relativ neuen Medium Internet profitieren kann, und aus diesem Grund darauf abgestimmt werden muß, steht außer Frage. Dazu müßen neue externe Personal- bzw. Hochschulmarketing Maßnahmen entwickelt werden.

Aber auch die Dienstleistungsunternehmen haben das Internet als erstklassige Rekrutierungsmöglichkeit erkannt. Aus diesem Grund gibt es immer mehr kommerzielle Job- bzw. Stellenbörsen, die den Unternehmen gegen ein bestimmtes Entgelt, bei der Rekrutierung über das Internet (in der Form der Stellenausschreibungen und zum Teil auch –verwaltung) behilflich sind. Aber hiermit, wie diese Arbeit zeigen wird, sind die Möglichkeiten der kommerziellen Stellenbörsen noch lange nicht beendet.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Möglichkeiten die das Internet zur Rekrutierung und Imagegestaltung mit sich bringt, zu analysieren und deren Anwendungen auf das Hochschulmarketing der Unternehmen zu prüfen.

Kapitel zwei stellt das für viele noch neue Medium Internet vor. Neben einem kurzen historischen Überblick werden die Dienste im Internet erläutert. Auch die Nutzer des Internet werden kurz beschrieben. Erläuterungen über die Risiken, Sicherheit und die Zukunft im Internet runden diesen Überblick ab.

Kapitel drei beschäftigt sich mit dem Personal- und Hochschulmarketing. Die Begriffe, Ziele und Aufgaben des Personal- und Hochschulmarketing werden beschrieben, und ihre Bedeutung für diese Arbeit dargestellt.

Das vierte Kapitel beschreibt die Einsatzmöglichkeiten, die das Internet zur Lösung der spezifischen Aufgaben des Personalmarketing bietet. Tiefgehender werden diese Einsatzmöglichkeiten jedoch für das Hochschulmarketing analysiert.

In Kapitel fünf beginnt die Analyse der Möglichkeiten, die das Internet in Bezug auf die Rekrutierung innehält. Es werden die verschiedenen Möglichkeiten kurz umrissen und neue Trends vorgestellt. Ein Kostenvergleich der Stellenausschreibungen zwischen den Internet Stellenbörsen und den Printmedien wird erstellt. Abschließend werden die Personal Internetauftritte verschiedener Unternehmen analysiert.

Im sechsten Kapitel wird eine Unternehmensumfrage vorgestellt, deren Ziel es war, einen Überblick über den aktuellen Stand der Nutzung des Internet als Rekrutierungsinstrument zu vermitteln.

Das siebte Kapitel beinhaltet einen Leitfaden, den Unternehmen befolgen sollten wenn sie erfolgreich über das Internet Rekrutieren wollen. Dabei wird davon ausgegangen, daß die Entscheidung über das Internet zu rekrutieren schon gefallen ist.

Das achte und letzte Kapitel enthält die Entwicklungsperspektiven und Schlußbetrachtungen. Es wird versucht, die Zukunftsentwicklung der Internet Stellenbörsen und der Unternehmensauftritte im Internet und deren Angebote im Personalbereich zu bestimmen. Hierzu wird zuerst bestimmt, in welcher Entwicklungsphase sich die Unternehmen zur Zeit befinden. Dies kann geschehen, indem die erlangten Informationen des fünften und sechsten Kapitels analysiert werden.

Schwerpunkt der Arbeit ist die Rekrutierung über das Internet. Das Internet zur Imagegestaltung zu benutzen wird nicht in einem konkreten Kapitel erläutert. Es ist ein Thema, welches sich, wie ein roter Faden, durch die ganze Arbeit zieht.

2. Das Internet

„Das Internet gehört niemandem. Es gibt kein Chef, keinen Aufsichtsrat, keine Regierung, keine oberste Behörde. Das Internet ist ein loser Zusammenschluß von vielen privaten Computernetzen. Es gibt eine Handvoll Gremien[1], welche die Regeln und technischen Standards ausarbeiten. Und weil es keine Eigentümer gibt, ist das Internet unabhängig, offen, frei und manchmal auch etwas chaotisch."[2]

2.1 Entstehung des Internet

Die Geschichte des Internet[3] begann in den sechziger Jahren. Das erste Testnetz entstand 1968 in Großbritannien, obwohl schon Anfang der sechziger Jahre das Militär der USA die „RAND Corporation“ dazu beauftragte, eine Lösung für folgendes Problem zu finden:

Wie könnte die Kommunikation zwischen den verschiedenen und geografisch getrennten US-Machtinhabern nach einem Nuklearkrieg aufrechterhalten werden?

Es wurde ein Netz gebraucht, daß ganz Amerika miteinander verbinden könnte und trotz schwerer Verwüstungen noch kommunikationsfähig bleiben würde.

Es gibt aber auch eine zweite Version über die Entstehung des Internet, die es nicht mit der Unterstützung im Falle eines Nuklearkrieges in Verbindung bringt. Das Internet wurde in dieser Version zu folgendem Zweck erschaffen: Das Netz sollte Wissenschaftlern geografisch getrennter Institutionen die gemeinsame Ressourcennutzung ermöglichen.[4]

Es ist nicht ausschlaggebend, welche der beiden Versionen der Wahrheit entspricht, da der historische Verlauf des Internet seit der Erfindung in beiden Fällen gleich verläuft.

Lösungsvorschläge, die den Anforderungen an das Netz gerecht wurden, mußten Folgendes erfüllen:

Das Netzwerk sollte folgendermaßen gekennzeichnet sein:[5]

a) es sollte keine zentrale Steuerung erhalten
b) es sollte keine zentrale Autorität erhalten
c) schon kleinste Komponenten sollten unabhängig voneinander komplett funktionsfähig sein

Hiervon ausgehend sind die Forscher auf die Idee gekommen, ein System zu schaffen, das durch Knoten miteinander verbunden ist. Adressierungs- und Übertragungsstandards sind erarbeitet worden, über die Datenpakete von einem Knoten zum nächsten, bis zum Ziel hin geleitet wurden. Sollte der Fall eintreten, daß ein Konten nicht mehr voll funktionsfähig ist, würden sich die Datenpakete einen anderen Weg suchen.[6]

1969 wurden vier Computer miteinander vernetzt. Drei standen an der „University of California“ in Los Angeles (UCLA) und der vierte an der Universität von Utah[7] (dieses Netz nannte sich ARPA nach der Advanced Research Projects Agency). Die Vernetzung der Computer sollte die Nutzung der im Netz vorhandenen Informationen ermöglichen.[8] Die Wissenschaftler konnten nun Daten und Programme von den anderen Computern lesen und bearbeiten, dies bedeutet, daß die Möglichkeit die Computer fernzubedienen gegeben wurde.

Dieses Netz wuchs sehr schnell weiter und der eigentliche Zweck des Netzes geriet in den Hintergrund, denn die Wissenschaftler nutzten es vornehmlich zum „interpersonellen Nachrichtenaustausch“[9], was von den Erfindern gar nicht berücksichtigt wurde. Somit entstand 1971 das E-Mail.

Im Laufe der Jahre entstanden neue Netzwerke und immer mehr Personen wurde der Zugriff darauf ermöglicht. 1972 entwarf die INTER-Network Working Group das TCP/IP.

TCP steht für Transmission Contol Protocol und erläutert, wie die zu versendenden Nachrichten in Pakete zerlegt werden und an ihrem Ziel wieder zur Nachricht zusammengesetzt werden.

IP steht für Internet Protocol. Das IP wird benötigt, um die Nachrichtenpakete zu adressieren und ihren Weg zum Ziel zu bestimmen.

Dieses TCP/IP System ist das, was wir heute unter dem Begriff Internet verstehen.

2.2 Dienste im Internet

Die am meisten genutzten Internet – Dienste sind, an erster Stelle das E–Mail und an zweiter Stelle, das World Wide Web.[10] Es ist heutzutage möglich, viele berufliche und private Tätigkeiten im Internet zu vollziehen. So kann man jede Art von Gütern über das Internet ein- und verkaufen, von Flügen über Büchern bis hin zu Online Banking. Weitere Nutzungsmöglichkeiten des Internet werden in diesem Kapitel tiefgehender erläutert.

2.2.1 Kommunikation im Internet

Zur Kommunikation im Internet wird die elektronische Post (E–Mail) genutzt. Dieses ist ein Bereich, der bei der Entstehung des Internet gar nicht berücksichtigt wurde. Die Wissenschaftler wollten eigentlich nur Daten oder Programme austauschen, aber die Möglichkeit persönliche Nachrichten zu übermitteln, wurde gar nicht bedacht. Mittlerweile hat sich das E-Mail zum dem am häufigsten genutzten, und am schnellsten wachsenden Internet - Dienst entwickelt.[11]

Die Handhabung der elektronischen Post ist unkompliziert und sehr effektiv.[12]

Die elektronische Post unterscheidet sich in der Erstellung wenig von der traditionellen Briefpost. In beiden Fällen muß ein Text geschrieben werden und die Adressen des Versenders und des Empfängers müssen angegeben werden. Der grundlegende Unterschied zwischen den beiden liegt in der Zustelldauer, die bei der elektronischen Post elektronisch erfolgt und somit nur einige Sekunden oder Minuten beträgt, während sie bei der herkömmlichen „gelben“ Post zwischen einem Tag und mehreren Wochen, abhängig von der Entfehrnung zwischen dem Versendungs- und dem Zustellort, dauern kann.[13]

Im Zeitalter der Globalisierung in dem wir uns befinden, ist die Schnelligkeit der Kommunikation sowohl für Unternehmen als auch für Individuen von zunehmender Wichtigkeit.[14]

2.2.2 World Wide Web

Das World Wide Web, auch WWW oder einfach nur Web genannt, ist kein eigenes Netz sondern ein Teil des Internet.[15] Es wurde 1990 in Europa, um genauer zu sein in Genf bei der CERN (Conseil Europeen pour la Recherche Nucléaire), entwickelt.

Es vereinfacht die Benutzung des Internet in dem Sinne, daß es ein weltweit einheitliches Betriebssystem ist, in dem keine Übertragungsprotokolle von einem System ins andere erforderlich sind. Es ist ein auf dem Hypertext – System[16] basierendes Informationssystem, das Multimedia, Einkaufen, Information und Unterhaltung in ein System vereinigt.

Das WWW bietet vielseitige Nutzungsmöglichkeiten:[17]

a) Presse

Im WWW sind mittlerweile eine große Anzahl von Fernseh- und Radiosendern, Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen erhältlich. Die Fernsehsender bieten unter anderem Informationen über ihr Programm und Nachrichten an, die auf den Seiten der Zeitungen und Zeitschriften angebotenen Informationen sind meistens die größten Schlagzeilen und verkürzte Versionen der am Kiosk erhältlichen Ausgabe. Aber diese Seiten bieten noch sehr viele Zusatzleistungen an. So haben einige Zeitungen Datenbanken um Information zu

finden, andere, wie zum Beispiel die Wirtschaftswoche und Die Welt schalten Stellenanzeigen Online aus.[18]

b) Software

Mittlerweile ist fast jede Software im WWW erhältlich, so kann man sich zum Beispiel Antivirus – Programme oder Web – Browser herrunterladen. Es besteht auch die Möglichkeit sich Updates des Microsoft Office Programms im WWW zu besorgen und somit die eigene Software immer auf dem neusten Stand zu halten.

c) Einkaufen

Das Web bietet die Möglichkeit einzukaufen ohne aus dem Haus gehen zu müssen. Es können Reisen, Mietwagen und Hotelzimmer per Internet reserviert werden. Die Versandhäuser bieten Onlinebestellungen an, man kann sich Essen per Internet bestellen und auch Bücher kaufen (z. B. www.amazon.de). Eine stetig ansteigende Zahl von Geschäften wird über das Internet getätigt.[19]

d) Spaß und Unterhaltung

Im Web können auch sehr unterhaltsame Dinge gefunden werden, dazu gehören zum Besipiel Video – Clips und Sound – Dateien. Es sind auch Computerspiele zu finden, mit der Möglichkeit, gegen andere Personen, die im Netz sind, zu spielen.

e) Information

Im WWW gibt es das wohl umfangreichste Angebot an Informationen. Das ausschlaggebende ist, daß man Informationen zu jedem Thema sofort, zu jeder Tageszeit und ohne viel Aufwand erhalten kann.

Wie schon erläutert, bieten viele Zeitungen Online Datenbanken an, aber auch auf einigen unternehmenseigenen Homepages werden Online Datenbanken angeboten die neben den typischen Pressemitteilungen über das Unternehmen interessante Informationen zu bestimmten Themen bieten. Die dort angebotene Information steht aber meistens mit den Produkten des Unternehmens auf irgendeiner Weise in Verbindung.

Zu außerordentlich guten Datenbanken können die von Reuters[20] und Bloomberg[21] gezählt

werden. Allerdings sind diese Datenbanken nicht für jeden zugänglich, da für ihre Nutzung ein relativ hohes Entgelt bezahlt werden muß.

Um Informationen im WWW zu suchen und zu finden gibt es zahlreiche Suchmaschienen bei denen der Nutzer nur den gewünschten Suchbegriff angeben muß. Alle vorhandene Informationen zu diesem Thema werden dem Nutzer dann unverzüglich zur Verfügung gestellt.

2.2.3 Sonstige Dienste im Internet

Neben den zwei vorher skizzierten wichtigsten und meist genutzten Diensten im Internet gibt es noch zahlreiche andere Dienste, die nun kurz erläutert werden.

a) Mailing–Listen

Die Mailing–Listen[22] laufen über das E–Mail System. Sie dienen dem Zweck, interessierte Nutzter Informationen über ein bestimmtes Thema zukommen zu lassen. Der interessierte Nutzer muß sich nur einmal in eine solche Mailing–Liste eintragen und bekommt ab dann tagesaktuelle Information aus Datenbanken und aus der Presse zu seinem gewünschten Thema.

Diese Mailing–Listen gibt es zu allen möglichen Themen, wie zum Beispiel Fusionen von Unternehmen oder Astronomie, aber auch Stellenanzeigen können über Mailing–Listen angefordert werden.[23]

b) Usenet/Newsgroups

Newsgroups[24] sind Diskussionsforen im Internet. Sie sind für jeden, der die notwendige Software hat, zugänglich. Es gibt zahlreiche dieser „schwarzen Bretter“ und der interessierte Nutzer kann sich bei mehreren gleichzeitig abonnieren. Einmal abonniert besteht die Möglichkeit, als stiller Teilnehmer mitzulesen oder aktiv an den Diskussionen teilzunehmen.

c) FTP (File Transfer Protocol)

Das File Transfer Protokol[25] ist einer der ältesten Dienste des Internet. Es wird für die Übertragung der Dateien benötigt. Es gibt FTP – Server, zu denen jeder Zugang hat und auf denen man Zugriff auf Dateien und Programme hat.

d) TelNet

Das Telnet[26] dient zur Fernbedienung anderer Computer. Es ist einer der Dienste, für die das Internet eigentlich entwickelt wurde. Es setzt sich aus den Wörtern Telecommunication und Network zusammen. Heutzutage findet das TelNet zum Beispiel beim Telebanking Anwendung.[27]

e) Internet Relay Chat (IRC)

Dieser Dienst ermöglicht den Teilnehmern per Tastatur gleichzeitig mit mehreren Netzteilnehmern zu „sprechen“.[28]

Für diesen Dienst hat sich der Name Chat (engl. Plaudern) eingebürgert. Das Reizvolle am Chat ist, daß, im Unterschied zum E–Mail, Personen von überall auf der Erde ohne Zeitverzögerung miteinander kommunizieren können. Es ist also wie telefonieren nur das nicht gesprochen sondern geschrieben wird. Mit dem steigenden Angebot an Computer Zubehör ist es jetzt aber schon möglich sich mit Web-Kameras und Mikrofonen über das Internet zu unterhalten und zu sehen.

f) Gopher, Wais und Archie[29]

Diese drei Internet – Dienste werden nur selten benötigt.

Das Gopher ist der Vorläufer des World Wide Web.

Wais steht für Wide Area Information Service und ist ein System zur Volltextsuche in Dokumenten und Datenbanken. Dieser Dienst ist noch jung, hat aber eine sehr hohe Trefferquote, da die Kombination von Suchbegriffen möglich ist.

Archie hat zwei unterschiedliche Aufgabenbereiche. Einerseits ist es ein Suchdienst, der in den FTP – Servern nach Dateien sucht. Andererseits werden große Datenbanken der

FTP – Server auf Archie – Servern administriert.

g) Java

Java[30] ist eine unabhängige Programmiersprache, die zur Erweiterung des WWW dient. Mit dieser Sprache werden Grafiken animiert.

2.3 Nutzer des Internet

Wie zu Beginn dieses Kapitels schon gesagt, gehört das Internet niemandem. Es ist auch nicht auf eine Nation begrenzt.[31]

Daraus folgt das jeder, der einen Computer mit Modem und die nötige Software besitzt, am Internet teilhaben kann.

Nach einer Studie des Marktforschungsunternehmen Computer Industry Almanac (CIA) sind 1999 147 Millionen Menschen Internetnutzer.[32] Von diesen 147 Mio. leben fast die Hälfte, und zwar 76,5 Mio. Menschen in den USA. In Deutschland „surfen“ 7,1 Mio. Menschen durch das Internet.

Statistiken zeigen, daß die meisten Internetnutzer Männer mit einem hohen Bildungsniveau sind.[33] Das Durchschnittsalter der Internetnutzer in Deutschland liegt zwischen 20 und 29 Jahren.[34]

Das Durchschnittsalter steigt allerdings in dem Maße an, wie das Internet in den Unternehmen implementiert wird.[35] Denn dadurch geht der relative Anteil der Studenten als Interentnutzer zurück. Es wird erwartet, daß in einigen Jahren nicht mehr die Altersgruppe der 20 bis 29 Jährigen die meisten Internetnutzer stellt (Vgl. Abb. 1), sondern das die Altersgruppe der 30 bis 39 Jährigen Internet Nutzer die Mehrheit ausmachen werden.

Abb 1: Alter der Internetnutzer[36] (%)

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

Der berufliche Status der Internetnutzer teilt sich, laut einer Dino Internet-Umfrage[37], so auf, daß die Mehrheit der Nutzer Angestellte sind (32%). Danach folgen die Selbständigen mit 26% und die Studenten mit 16%. An letzter Stelle stehen die Schüler und Auszubildende mit einem Anteil von 10%. Dieser Anteil wird sich aber auch in den nächsten Jahren in dem Maße erhöhen, wie die Schulen und Ausbildungsstätten das Internet implementieren. Die restlichen 14% zählen zur “Sonstigen Kategorie”.

Die Internetnutzer gaben an, aus folgenden Gründen das Internet zu nutzen:

Abb 2: Interessen der Internetnutzer[38]

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

Nach einer Statistik des www.webexpert.de[39], eine Internetseite, die Unternehmen hilft ihre Präsenz im Internet zu gestalten, nutzen Unternehmen das Internet zum größten Teil für die Werbung. An zweiter Stelle steht der Kundenservice und den dritten Platz nimmt der Verkauf ein. Allerdings sind Unternehmen noch in der Umstrukturierungsphase, was eine Neuverteilung und eine Konzentration auf andere Unternehmensbereiche mit sich bringen wird.

Es wird erwartet, daß es europaweit im Jahr 2004 44,9 Mio Internetnutzer geben wird. 1997 waren es noch 9,9 Mio.[40]

2.4 Risiken des Internet

Die Nutzung des Internet bringt, genau wie das alltägliche Leben auch, Risiken mit sich. Durch die immens steigende Zahl der Internetnutzer und die an Bedeutung gewinnende wirtschaftliche Nutzung des Internet sind die Risiken in den letzten Jahren dramatisch angestiegen.[41]

Ein Risiko, welches das Internet birgt, ist die Gefahr Viren auf den Computer zu bekommen. Die Viren sind kleine Programme die sich selbständig reproduzieren und die Hard und Software des Computers angreifen und sogar vernichten können.[42] Sie können durch das Laden von Dateien aus dem Internet aber auch durch E–Mails auf den Computer gelangen. Diese E–Mail Viren können aber nur durch das Öffnen eines Attachements auf den eigenen Computer gelangen. E–Mails mit Warnungen über ein Virus, sollten nicht weitergeleitet werden, da in diesen E-Mails öfters selbst Viren enthalten sind.[43]

Einige Möglichkeiten die das Internet bietet werden nur selten oder mit einem mulmigen Gefühl genutzt, da das Internet als nicht sicher angesehen wird. Somit wollen einige Internetnutzer noch nicht einmal Telefonnummern oder Adressen in E–Mails versenden, andere streuben sich dagegen, Kreditkartennummern zu versenden oder Online - Banking zu betreiben. Dabei haben die meisten Banken ein sehr hohen Sicherheitsstandard bei dem ein Mißbrauch fast unmöglich ist.

Im Internet werden die Daten offen übertragen, dadurch sind diese Daten öffentlicher als eine Postkarte.[44] Es besteht also die Gefahr das die eigenen Daten, zum Beispiel E-Mails, von anderen Nutzern, mitgelesen werden. Es kann sogar passieren, daß die Daten von fremder Hand verändert werden.

Andere Risiken im Internet sind die sogenannten Trojanischen Pferde und Maskeradeangriffe.

Trojanische Pferde sind Programme, die andere Befehle ausführen als die, die der Nutzer angegeben hat. So kann zum Beispiel die eigene Passwortdatei an andere Nutzer weitergeleitet werden.

Bei den Maskeradeangriffen werden falsche Angaben vorgetäuscht.[45] So kann ein Nutzer unter Vortäuschung falscher Tatsachen an die persönlichen Daten anderer gelangen.

2.5 Sicherheit im Netz

Die Sicherheit im Netz geht jeden, der mit dem Internet in Berührung kommt, etwas an. Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie macht sich Gedanken über die Informationstechnologie-Sicherheit (IT-Sicherheit) und bewilligt Gelder für dessen Weiterentwicklung.[46] Dieses Thema ist von großer Wichtigkeit, da Nutzer erst dann Vertrauen zu den Internetanwendungen entwickeln werden, wenn die verwendete Technik ausreichende Sicherheit bietet.

Damit die Risiken, die das Netz mit sich bringt so klein wie möglich gehalten werden, sollten folgende 10 Hinweise zur Online-Sicherheit beachtet werden:[47]

- Persönlicher Sicherheitscheck

Bevor ein Internetanschluß aktiviert wird, sollte sich der zukünftige Nutzer über einige Begebenheiten im Klaren sein. So sollte zuerst überlegt werden wozu der Computer hauptsächlich genutzt wird und was für Daten auf dem Computer gespeichert sind. Handelt es sich hierbei um zum Beispiel sehr vertrauliche Unternehmensdaten, sollte von der Internetnutzung genau dieses Computers abgesehen werden.

Natürlich hängen die Sicherheitsmaßnahmen von der Nutzung des Internet ab. So wird sich der Nutzer, der Online - Banking betreiben will, über die Sicherheit der Kreditkartennummer und des persönlichen Passwortes im Netz Gedanken machen. Der Nutzer, der das Internet zur Informationssuche benutzt, überlegt sich warscheinlich eher wie er sich vor Viren schützen soll.

- Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Es sollte genau überlegt werden, welche Informationen an wen geschickt werden. Für Internet Profis ist es sehr einfach, eine E-Mail Adresse oder eine Webseite zu fälschen. Dies zu kontrollieren ist für einen Internet-Laien teilweise unmöglich. Was kontrolliert werden kann ist die Adresse, die der Nutzer angibt oder bei einem Link anklickt, mit der die in der Adressenleiste erscheint. Diese Angaben zu fälschen ist relativ schwer und dadurch eine gute Kontrollmöglichkeit.

- Passworte

Passworte sowie Kreditkartennummern sollten nicht auf der Festplatte des Computers gespeichert werden, da während der Computer an das Internet angeschlossen ist, Dritte zu den Daten des Computers Zugang haben können.

Um ganz sicher zu gehen, sollte die Internet-Verbindung komplett gelöst werden, also auch die Verbindung zwischen dem Computer und dem Telefonanschluß.

- Programme vom Internet

Wenn Programme aus dem Internet auf die Festplatte geladen werden, sollte der Nutzer sehr vorsichtig sein. Denn dadurch besteht die Gefahr, zum Biespiel Viren oder Trojanische Pferde auf die Festplatte zu bekommen. Diese Programme sollten, bevor sie benutzt werden, von den Sicherheitsprogrammen (z.B. Antivirus) des Computers auf Viren oder Trojanische Pferde überprüft werden.

- Internet-Software

Es ist wichtig, daß immer die aktuellste Internet-Zugangssoftware benutzt wird, um Sicherheitslücken so klein wie möglich zu halten. Fast jeden Tag werden neue Sicherheitslücken entdeckt. Mit der aktuellsten Software minimiert sich das Risiko schon entdeckte Sicherheitslücken weiter auf dem Computer zu haben. Jeweils eine ganz neue Version des Programms zu machen wäre zu zeitaufwendig. Deswegen werden kleine Programme entwickelt die konkrete Lücken schließen. Diese können von den Herstellern bezogen werden.

- Sicherheitsoptionen der Software

Jede Internet-Zugangssoftware hat spezielle Sicherheitsoptionen. Wenn diese aktiviert sind, kann die Sicherheit im Internet gesteigert werden. Dadurch wird zum Beispiel das Ausführen bestimmter Tätigkeiten nur nach Rückfrage gestattet.

- Viren

Es ist sehr wichtig, daß die Internet-Nutzer sich nicht nur auf die Sicherheitsoptionen der Internet-Zugangssoftware verlassen. Sie müssen zusätzliche Sicherheitssoftware benutzen. Ein unbedingtes Muß ist ein leistungsfähiger Virenscanner (Antivirusprogramm). Auch bei diesen Antivirusprogrammen ist es sehr wichtig, immer die aktuellste Version anzuwenden um möglichst viele Viren zu erkennen.

- Verschlüsselung von Daten (Kryptographie)

Als zusätzliche Sicherheit sollten Daten, die versendet werden, verschlüsselt werden. Dadurch ist das Risiko, daß diese Daten von einem Dritten gelesen oder verändert werden, kleiner als ohne Verschlüsselung. Die Art der Verschlüsselung ist nicht relevant, es ist jedoch wichtig auf die Schlüssellänge zu achten, denn ein langer Schlüssel ist schwerer zu entziffern als ein kurzer Schlüssel.

- Sicherheitskopien (Backups)

Es sollte in regelmäßigen Abständen Sicherheitskopien der Datenbestände gemacht werden, da das Wiederherstellen von verlorengegangenen Daten manchmal nicht möglich ist oder mit einem großen finanziellen Aufwand zusammenhängt. Um die Sicherheit noch zu erhöhen ist es wichtig, daß diese Sicherheitskopien getrennt von dem Computer aufbewahrt werden.

- Separater Internet-Computer

Das Sicherste ist es allerdings noch einen separaten Computer zur Internetnutzung zu benutzen. Dieser muß mit einem Betriebssystem, der Internet-Zugangssoftware und einem Antivirusprogramm bestückt sein.

Wenn diese Hinweise bezüglich der Sicherheit im Internet beachtet werden, kann so gut wie nichts mehr schiefgehen und der Nutzer kann beruhigt die unausschöpflichen Möglichkeiten der Internet kennenlernen und genießen.

2.6 Zukunft des Internet

Es kann gesagt werden, daß die Zukunft des Internet mittlerweile schon begonnen hat. Das Internet übernimmt einen immer größer werdenden Teil des täglichen Lebens und dieser Austauschprozeß ist noch lang nicht beendet.

Das Problem welches sich zur Zeit auftut ist, daß das benutzte TCP/IP Protokoll kurz vor seiner Wachstunsgrenze steht. Daher mußte ein neues Protokoll geschaffen werden, welches als Nachfolger fungieren kann. Dieses neue Protokoll heißt „Internet-Protokoll Next Generation“ (IPNG) und ist besser dazu imstande die Bedürfnisse eines riesigen, fast unendlichen Adressbereiches zu erfüllen (bei dem TCP/IP Protokoll ist dieser Adressbereich zu klein geworden, um den gewaltigen Ansturm der Nutzer gerecht zu werden).[48]

[...]


[1] Zum Beispiel: Internet Architecture Board (IAB), Internet Engineering Task Force (IETF) und Internet Research Task Force (IRTC).

[2] Klau, P., 1998, S. 22.

[3] Vgl. www.agri-club.ch/support/web/geschichte/htm Vgl. www.uni-magdeburg.de/hasenste/vorträge/geschichte_des_Internet/Geschichte.htm

[4] Vgl. www.suedschiene.de/geschi1.html

[5] Vgl. www.uni-magdeburg.de/hasenste/vorträge/geschichte_des_Internet/Geschichte.htm

[6] Vgl. www.webszene.com

[7] Vgl. Klau, P., 1998, S. 21.

[8] Vgl. Scheller, M, 1994, S. 6.

[9] Scheller, M, 1994, S. 8.

[10] Vgl. Klau, P., 1998, S. 25.

[11] Vgl. Klau, P., 1998, S. 25. Vgl. Scheller, M, 1994, S. 8.

[12] Vgl. www.webszene.com

[13] Vgl. Scheller, M, 1994, S. 71 f.

[14] Vgl. o. V., 1999, S. 52 ff.

[15] Vgl. www.webszene.com

[16] „Hypertext ist eine seit den 60er Jahren bekannte Methode, um zusammengehörende Dokumente miteinander zu verbinden. Der Autor einer Web-Seite benutzt sogenannte Hyperlinks um Sie zu Seiten mit ähnlichen Inhalt zu führen.“Klau, P., 1998, S. 172.

[17] Vgl. Klau, P., 1998 S. 175 ff.

[18] Vgl. www.wiwo.de Vgl. www.berufswelt.de

[19] Vgl. o. V., 1999, S. 53.

[20] Vgl. www.reuters.com

[21] Vgl. www.bloomberg.com

[22] Vgl. www.uni-magdeburg.de/hasenste/vorträge/geschichte_des_Internet/Geschichte.htm

[23] Vgl. www.stellenmarkt.de

[24] Vgl. www.webszene.com

[25] Vgl. www.uni-magdeburg.de/hasenste/vorträge/geschichte_des_Internet/Geschichte.htm

[26] Vgl. www.uni-magdeburg.de/hasenste/vorträge/geschichte_des_Internet/Geschichte.htm

[27] Vgl. www.webszene.com

[28] Vgl. www.webszene.com

[29] Vgl. www.webszene.com

[30] Vgl. www.uni-magdeburg.de/hasenste/vorträge/geschichte_des_Internet/Geschichte.htm

[31] Vgl. Klau, P., 1998, S. 24.

[32] Vgl. http://rp-online.de/multimedia/online/internet-nutzer.shtml

[33] Vgl. www.tsw.de/internet/nutzer.htm

[34] Vgl. www.bhf.co.at/trend/internet/nutzer.htm

[35] Vgl. www.tsw.de/internet/nutzer.htm

[36] Vgl. www.bhf.co.at/trend/internet/nutzer.htm

[37] Vgl. www.hackethal.de/aktuelle%20zahlen.htm

[38] Vgl. www.hackethal.de/aktuelle%20zahlen.htm

[39] Vgl. www.webexpert.de/net/redaktion/statistiken/statistiken.htm

[40] Vgl. www.media-call.de/index_background.html

[41] Vgl. www.sicherheit-im-internet.de/showdoc.php3?doc=bmwi_theme_doc_1999938283743&page=1

[42] Vgl. www.sicherheit-im-internet.de/showdoc.php3?doc=bmwi_theme_doc_1999938283743&page=1

[43] Vgl. www.webszene.com

[44] Vgl. Gronwald, S., 1997, S. 303.

[45] Vgl. www.sicherheit-im-internet.de/showdoc.php3?doc=bmwi_theme_doc_1999938283743&page=1

[46] Vgl. www.sicherheit-im-internet.de/showdoc.php3?doc=bmwi_min_doc_1999942923793&page=1

[47] Vgl. www.sicherheit-im-internet.de/showdoc.php3?doc=bmwi_theme_doc_1999938283743&page=1

[48] Vgl. www.uni-magdeburg.de/hasenste/vorträge/geschichte_des_Internet/Geschichte.htm

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Details

Titel
Hochschulmarketing - Das Internet zur Rekrutierung und Imagegestaltung
Hochschule
Hochschule Reutlingen
Note
0
Autor
Jahr
2000
Seiten
99
Katalognummer
V185395
ISBN (eBook)
9783656980315
ISBN (Buch)
9783867463232
Dateigröße
975 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hochschulmarketing, internet, rekrutierung, imagegestaltung
Arbeit zitieren
Maria Navas-Ramos (Autor), 2000, Hochschulmarketing - Das Internet zur Rekrutierung und Imagegestaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185395

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