Autismus - Skizzen einer Erkrankung


Hausarbeit, 2002

23 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Gliederung:

1. Vorwort

2. Autismus – Bild einer Störung
2.1. Krankheitsbild
2.2. Entstehungsursachen für Autismus
2.3. Erscheinungsbild
2.4. Verhaltensstörungen
2.4.1. Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen
2.4.2. Angststörungen
2.4.3. Zwangsstörungen
2.4.4. Tics
2.4.5. Schlafstörungen
2.4.6. Aggression und Autoaggression

3. Förderung autistischer Menschen
3.1. Personenzentriertes Arbeiten
3.2. TEACCH
3.2.1. Strukturierung
3.3. Gestützte Kommunikation

4. Autismus und Schule

5. Möglichkeiten der personalen und sozialen Integration

6. Der förderliche Umgang mit autistischen Kindern und Jugendlichen
6.1. Beziehungen
6.2. Kommunikation
6.3. Eltern
6.4. Strukturierung
6.5. Therapie

7. Quellenverzeichnis

autismus ist einn gefängnis schlimmer als im planmäßigen strafvollzug es gibt kinder die versuchen auszubrechen therapeuten stellen leitern an die mauern damit flucht aber fliehen mmüssen wir selbst und wir wissen niht was draßen ist habe angst schutzlos zu sein und in welt zu sein die fremd ist ich beobachte planmenschen und will sein wie sie aber unter uns die gefängnismauern lassen gute kinder nicht raus und zum überfliss gibt es auch keine begnadigung kinder haben träume und pläne und möchten traurig und fröhlich sein und ernst genommen werden und manchmal aus dem gefängnisfreigang haben und wenn ttausende sich entscheiden richtig zukunft zu inbibb zuzulassen kann hil

Corinna, 14 Jahre

1. Vorwort

Bis vor wenigen Jahren noch relativ unbekannt, verbinden heute mehr Menschen eine konkrete Vorstellung mit dem Begriff „Autismus“. Neben diversen Beiträgen in den Medien trug sicherlich auch der Film „Rain Man“ mit Dustin Hoffmann in der Hauptrolle wesentlich dazu bei. Meisterhaft wird hier e i n e Erscheinungsform des Autismus dargestellt. Ein einheitliches Bild, das alle Betroffenen gleichermaßen charakterisiert, gibt es aber nicht. Dazu ist einfach die Bandbreite der möglichen Symptome zu groß.

Im November 2000 wurde in der Ortschaft G. die erste Wohngruppe für autistische Kinder und Jugendliche in Niedersachsen eröffnet. In zwei Gruppen zu je sechs, werden hier Kinder im Alter zwischen 3 und 18 Jahren in familienähnlichen Strukturen ganzheitlich betreut und gefördert. Wie ihre Altersgenossen auch, gehen diese Kinder und Jugendlichen tagsüber aus dem Haus, um eine ihren individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen entsprechende Schule zu besuchen. Ein Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Berufsfelder wie Erzieher, Sozialpädagogen und Heilerziehungspflegern gestalten den Tagesablauf und halten Kontakt zum Elternhaus, zu Ärzten und den Schulen. Im Dachgeschoss des Hauses ist auch ein 5-Tage-Internat untergebracht.

Ich arbeite dort seit Eröffnung der Einrichtung, anfangs im Internat, nun in den Wohngruppen für autistische Kinder und Jugendliche.

Mit der vorliegenden Arbeit möchte ich, wie schon dem Titel zu entnehmen ist, die Erkrankung Autismus ansatzweise beschreiben. Bedingt durch Vorgaben des Umfanges einer Prüfungsleistung ist jedoch lediglich ein oberflächlicher Streifzug möglich. Versucht werden soll jedoch das Krankheitsbild ausführlich zu beschreiben und ein kleines Spektrum an Fördermöglichkeiten für Menschen mit einer autistischen Störung aufzuzeigen. Die vorliegende Arbeit erhebt dabei keineswegs den Anspruch der Vollständigkeit. Ergänzt und aufgelockert werden soll sie durch Gedanken von Kindern und Jugendlichen die Wohngruppen und Internat unserer Einrichtung besuchen und mit Hilfe der Gestützten Kommunikation mitgeteilt worden.

2. Autismus – Bild einer Störung

Das Wort Autismus entstammt dem Griechischem αύτός und bedeutet „selbst“. Selbstbezogenheit oder Ich-Zentriertheit im Sinne einer Abkapselung von der Umwelt sind hier jedoch unzureichende Beschreibungen dieser Erkrankung denn Autismus definiert sich als „tiefgreifende Entwicklungsstörung, die zu schwerer Mehrfachbehinderung führt“, so die International Classification of Diseases, ICD-10 Nr. F84.0. Diese Erkrankung wird auch als frühkindlicher Autismus oder infantiler Autismus bezeichnet. Sie gilt bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt als nicht heilbar, auch wenn immer wieder von einzelnen Heilerfolgen berichtet wird. Durch spezifische individuelle Förderung und angemessene Lebensbedingungen können die betroffenen Menschen jedoch bis in das dritte Lebensjahrzehnt in ihrer Persönlichkeitsentwicklung erhebliche positive Fortschritte erzielen.

Offenkundig ist hierbei, dass das Syndrom „in seinen verschiedenen Äußerungsformen kein abgrenzbares Krankheitsbild ist, sondern eine veränderte Lebens- und Entwicklungsform des Menschen darstellt, die auf verschiedene Ursachenkonstellationen begründet sein kann“. (Lempp, 95)

MICH FRAGEN QUÄLEN

SPRECHEN MICH FREUT
KETTEN SPRENGEN MEIN SINN
RASEN LIEBER MIT LICHT

Luzie, 7 Jahre

Schon die Erstbeschreiber autistischer Störungen, Asperger und Kanner haben erkannt, dass die Störungen als angeboren beziehungsweise in allerfrühester Kindheit entstanden angesehen werden müsse. Heute rechnet man autistische Störungen zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, die in der 10. Fassung der von der Weltgesundheitsorganisation herausgegebenen Klassifikation psychischer Störungen wie folgt definiert wird: „Eine Gruppe von Störungen, die durch qualitative Beeinträchtigungen in gegenseitigen Interaktionen und Kommunikationsmustern, sowie durch ein eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten charakterisiert sind. Diese qualitativen Abweichungen sind in allen Situationen ein grundlegendes Funktionsmerkmal der betreffenden Person, variieren jedoch im Ausprägungsgrad. In den meisten Fällen besteht von frühester Kindheit an eine auffällige Entwicklung. Mit nur wenigen Ausnahmen sind die Störungen seit den ersten fünf Lebensjahren manifestiert. Meist besteht eine gewisse allgemeine kognitive Beeinträchtigung, die Störungen sind jedoch durch das Verhalten definiert, das nicht dem Intelligenzniveau des Individuums entspricht, sei dieses nun altersentsprechend oder nicht“.(ICD-10 265)

Autismus offenbart sich in unterschiedlichen Schweregraden und Erscheinungsformen, es ist eine lebenslange Störung, die in der frühen Kindheit sichtbar wird und durch Defizite auf drei Gebieten gekennzeichnet ist, nämlich durch:

- soziale Defizite im Sinne qualitativer Auffälligkeit der gegenseitigen sozialen Interaktion;
- abnormale Kommunikation, nämlich qualitativer Auffälligkeiten in der Kommunikation und Sprache und
- stereotypes, repetitives Verhalten.(Prouska 136)

2.1. Krankheitsbild

Nach international festgelegten Kriterien ist die „Autistische Störung“ (Autistisches Syndrom, Asperger Syndrom, Kanner Syndrom, Frühkindlicher Autismus) eine schwere Form einer früh beginnenden „tiefgreifenden Entwicklungsstörung“, die kognitive, emotionale, interaktive, sprachliche und motorische Funktionsdefizite umfaßt.

Verursacht wird die autistische Mehrfachbehinderung innerhalb der ersten drei Lebensjahre eines Kindes durch Störungen in der frühen Entwicklung des zentralen Nervensystems.

2.2. Entstehungsursachen für Autismus

Nach wie vor ungeklärt sind die Ursachen die zur Entstehung von Autismus führen können. Als relativ gesicherte Erkenntnis gilt jedoch, dass es sich beim frühkindlichen Autismus um eine hirnorganisch bedingte Entwicklungsstörung handelt. Autismus wird auch im Zusammenhang mit bestimmten körperlichen Störungen und angeborenen Erkrankungen genannt. Auch sind bei Autisten eine höhere Rate an Komplikationen während der Schwangerschaft nachgewiesen. Es wird angenommen, dass Schwierigkeiten während der Schwangerschaft und Geburt als Folge einer schon bestehenden Abnormität des ungeborenen Kindes auftreten, dass Verwicklungen während der Geburt aber nicht die Auffälligkeiten der Kinder verursachen.

Es besteht die Vermutung, da der frühkindliche Autismus ein sehr unterschiedliches Erscheinungsbild bietet, dass es Menschen gibt, bei denen eine Veränderung des Erbgutes den Autismus hervorruft, dass aber auch andere Faktoren dafür verantwortlich sein können. (Schor/Schweigert 25ff)

Es ist bekannt das bestimmte körperliche Störungen mit dem Autismus in Zusammenhang stehen. Dazu gehören Röteln der Mutter, frühkindliche Spasmen und unbehandelte Phenylketonurie. Weiterhin ist der Autismus auch mit angeborenen Störungen wie der tuberösen Scelerose, der Neurofibromatse und dem fragilen X-Syndrom verbunden. Retts-Syndrom ist eine andere Erkenntnis zur möglichen Verursachung. Neuere Forschungen haben außerdem gezeigt, dass bestimmte Virusarten ebenso wie Röteln an der Verursachung von Autismus beteiligt sein könnten.

Alle heute verfügbaren Informationen weisen darauf hin, dass die Ursachen des Autismus biologischer Art sind. Autismus trifft Kinder aller gesellschaftlichen Schichten. Intellektuelle, sozio-ökonomische oder ethnische Herkunft spielen keine Rolle. Die Zahl autistischer Jungen übertrifft die der Mädchen etwa in einem Verhältnis von 3:1 bis 4:1. Eine Tatsache die darauf verweist das die Ursachen für Autismus nicht psychischer Art sind.

Die Ursachen des frühkindlichen Autismus sind nach dem neuesten Stand der Forschung multifunktionell zu sehen. Zahlreiche Untersuchungen autistischer Menschen haben allerdings ergeben, dass immer eine Störung in der Wahrnehmungsverarbeitung besteht. Dies bedeutet, dass das Kind zwar mit intakten Sinnesorganen die zahlreichen Reize aus der Umwelt aufnimmt, diese aber nicht richtig verarbeiten und koordinieren kann. Die ankommenden Reize werden nicht zu verständlichen Bedeutungsträgern und geben dem Kind somit keine Möglichkeit, sein Erleben und Verhalten entsprechend umzusetzen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Autismus - Skizzen einer Erkrankung
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen  (Soziale Arbeit und Gesundheit)
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
23
Katalognummer
V18591
ISBN (eBook)
9783638229081
Dateigröße
572 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Autismus, Skizzen, Erkrankung
Arbeit zitieren
René Brandt (Autor), 2002, Autismus - Skizzen einer Erkrankung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18591

Kommentare

  • Gast am 2.12.2015

    Hallo, das trifft es mal genau. Aber die Wenigsten, die es kennen sollten, wissen darüber Bescheid.
    Danke

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Titel: Autismus - Skizzen einer Erkrankung



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