Eine Analyse der Dramentektonik, der Essensmotivik und der Auto-Intertextualität in George Taboris Holocaust-Drama „Die Ballade vom Wiener Schnitzel“

Liebe geht durch den Magen - Trauer muss durchs Gedärm


Seminararbeit, 2009

23 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Dramentektonik der „ Ballade vom Wiener Schnitzel “
2.1 Schaubild 1: Dramentektonik der Ballade im Ü berblick
2.2 1. Akt: Exposition und erregendes Moment- ostentativer Antisemitismus
2.3 2. Akt: Doppelte Exposition und II. erregendes Moment - hebräische Paranoia
2.4 3. Akt: Steigerung - jüdisches Selbstbewusstsein
2.5 4. Akt: Doppelspitze aus Anagnorisis und Peripetie - Identität vs. Assimilation
2.6 5. Akt: Auflösung und Katharsis - Erinnerung und „ echte “ Trauer - Fokussierung auf den 1. Akt ( „ Hermanns Herberge “ ) und den 5. Akt ( „ Ein Friedhof “ ) der „ Ballade vom Wiener Schnitzel “ -

3. Essensmotivik
3.1 Der dyspeptische „Saujud“ und die Schnitzel-Nostalgie
3.2 Der weinende Greis und das kalte „Schnitzel-Sandwich“ als Leichenschmaus
3.3 Schaubild 2: Essensmotivik als dramatisches Leitmotiv der Ballade

4. Auto-Intertextualität
4.1 Definition der Kritikergestalt aus essayistischen Prätexten und Aufgreifen des Settings aus „ Die Kannibalen “ im 1. Akt der Ballade
4.2 Montage und Variation von Versatzstücken aus „ Jubiläum “ , „ Mutters Courage “ und „ Mein Kampf “ im 5. Akt der Ballade
4.3 Schaubild 3: Textrelationen im 1. und 5. Akt

5. Schlussbetrachtung

6. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Much before, much after and much surrounding the mass exterminations may be open to dramatic rendering. But the exterminations, in which thousands of dazed and broken people were sent up each day in smoke, hardly knowing and often barely able to respond to their fate, have little of drama in them. Terribleness, yes; drama: no.1

Laut Peter Szondi entzieht sich die Darstellung der Massenvernichtung der Juden, des organisierten Genozids, auf dem Theater jeglicher dramatischer Konventionen im Sinne von klassischer Figurenkonzeption, Handlungsaufbau, Rhetorik oder proxemi- scher Umsetzung. Die Ausgestaltung des jüdischen Leids würde sich also einer artifizi- ellen Erhabenheit verbieten und damit die Aufarbeitung dieser „historisch singulären Menscheitskatastrophe“2 in den kategorisierten Normsystemen der Tragödie und Ko- mödie vehement in Frage stellen. Das von dem Theoretiker und Kulturphilosophen Theodor W. Adorno formulierte Diktum, „nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“3, kann als Reflexion darüber verstanden werden, „ob Auschwitz Kunstob- jekt sein darf oder überhaupt sein kann.“4 Nach dessen Rückkehr aus dem Exil im Jahr 1949 wollte Adorno jedoch kein konsequentes Darstellungsverbot von sich mit der Shoah beschäftigenden Arbeiten postulieren, sondern vor „der Vereinnahmung von Auschwitz durch die Kulturindustrie und einer damit einhergehenden Sinnüberschrei- bung des Sinnlosen“ warnen und das „kritiklose Anknüpfen an die zwanziger Jahre, ganz so als habe es die NS-Diktatur und das millionenfache Morden nicht gegeben“5, anprangern. Zur Zeit der Wiederbelebung des deutschen Kulturbetriebs und der Klassi- kerpflege auf dem Theater in den Besatzungszonen, sollte sich die Kunst, im Sinne Adornos, „der Herausforderung, dem Leiden der Opfer Ausdruck zu verleihen, es in ihren Werken nachzittern zu lassen, ohne es zum Gegenstand ästhetischen Genusses zu machen“, stellen, da mit dem „Ende der Kunst, das Schweigen der Barbarei Vorschub“6 leisten würde.

Im Rahmen der europäischen Erstaufführung von „ Die Kannibalen “ (1969) äußerte sich der jüdische Theaterregisseur und Dramatiker George Tabori zu diesem - auch in das Feld Theater eingezogenen - adorno’schen Verdikt: „Was nach Auschwitz unmög- lich geworden ist, das ist weniger das Gedicht als vielmehr Sentimentalität oder auch Pietät.“7 Taboris ästhetische Beschäftigung mit Auschwitz und den psychopathologi- schen Folgen der Shoah beginnt in den ersten Nachkriegsjahren nach seiner Rückkehr aus dem amerikanischen Exil. Die einschneidende Verlust-Erfahrung seiner Familien- mitglieder, die in Folge des Holocaust ums Leben gekommen sind (insbesondere der Tod seines Vaters 1944 in Auschwitz; seine Mutter entkam der Deportation), durch- zieht leitmotivisch sein episches und dramatisches Œuvre. Der Autor Tabori versucht in seinen Theaterstücken „Vorstellungen vom Unvorstellbaren“8 des Holocaust theatral zu vergegenwärtigen, wobei er „über die Epochengrenzen hinweg einen ‚chaotisch- direkten Dialog mit der Vergangenheit’ [aufnimmt], um jenseits der offiziellen Erinne- rungskultur alternative Gedächtnisräume zu erschließen.“9 Seine Werke präsentieren eine Form der lückenhaften, fragmentarischen und düsteren Erinnerung, die darauf ab- zielt, die „unverdauten“ Traumata der zweiten (Nachkriegs-)Generation zu verarbeiten:

Nur wenigen von uns ist es gelungen, das zu erinnern, was wir vergessen wollen, und wir können nur das vergessen, was wir wirklich erinnert haben. Bis das soweit ist, werden die peinigenden Erinnerungen uns wieder und wieder hochkommen. Wie muß die Erinnerung beschaffen sein, damit wir uns endlich frei fühlen können?10

In diesem Zitat artikuliert der 2007 verstorbene Tabori bereits Ende der siebziger Jahre seine Suche nach einer kathartischen Befreiung von der Vergangenheit, indem er in seinem „Theater als Ort der Schmerzerfahrung“11 „weder versucht, Geschichte rea- listisch-mimetisch abzubilden, noch sie detailversessen recherchiert. Vielmehr zeigt er Geschichte stets als Entwurf, führt eine Spielanordnung als Spielordnung vor.“12 Er verfolgt dabei nicht die dezidierte Absicht, als jüdischer Autor vor einem deutschen Publikum eine Art der pädagogischen Verständigungsarbeit zu leisten. Stattdessen setzt Tabori bei der Re-Präsentation von Geschehnissen als Bewältigungstaktik auf die „Ver- bindung von Disparatem, von Profanem und Erhabenem, von Schrecklichem und Ko- mischem, [um] die Rhetorik der Ergriffenheit in das Messer des schwarzen Humors“13 laufen zu lassen; zum anderen auf eine Emotionalisierung und Versinnlichung:

Unmöglich ist es, die Vergangenheit zu bewältigen, ohne daß man sie mit Haut, Nase, Zunge, Hintern, Füßen und Bauch wiedererlebt hat. […] Nicht-sinnliche Erinnerung verbleibt im GeschichteErzählen, wobei die Vergangenheit nichts als Vergangenheit bleibt, und zwar in großer Entfernung. Sie erklärt die Vergangenheit, ‚bewältigt‘ sie aber nicht.14

Diese vorangestellte Kontextualisierung des Dramatikers George Tabori (Aspekte: Dramentext, autobiographische Leitmotivik, Versinnlichung der Vergangenheit und jüdischer Witz bzw. schwarzer Humor) ist motiviert im Hinblick auf den Inhalt der vorliegenden Arbeit: die Analyse des 1996 in der Zeitschrift Theater heute abgedruck- ten und am 29. März 1996 im Wiener Akademietheater uraufgeführten Stücktextes „ Die Ballade vom Wiener Schnitzel “ [im Folgenden nur noch Ballade ]. Im ersten Kapi- tel wird eine konzentrierte Beurteilung der dramentektonischen Komposition vorge- nommen, das in seiner fünfteiligen Aktstruktur „nicht nur das psychedelische Bewusst- seinsdrama und das moderne Stationenstück, sondern auch […] das klassizistische Tra- gödienmodell“15 zitiert. Ohne konkret auf den Inhalt einzugehen, soll vielmehr die tek- tonische Raffinesse erfasst werden, die sich ausdrücklich auf das Schema der Freytagschen Pyramide beruft, jedoch die markanten Punkte graduell verschiebt, um in einem optimistischen, kathartisch-erlösenden Finale zu kondensieren.

Daran schließt sich eine sich verdichtende Konkretisierung mit dem Fokus auf den ersten und den letzten Akt der Ballade an. Anhand von ausgewählten Textstellen sollen für das Verständnis der Handlung und für die Interpretation essentielle und prominent verankerte Motive und deren Bedeutung herausgearbeitet werden. Zunächst wird das Kulturthema Essen, das als Ringkomposition die Dramaturgie des Dramentextes rahmt und bereits unverkennbar im Stücktitel präsent ist, als Teil der physisch-sinnlichen und intellektuell-spirituellen „Strategie“ Taboris beleuchtet. Sein verschieden konnotiertes Spiel mit dem Körperlich-Kreatürlichem beim „Verinnerlichen“ von Nahrungsmitteln bietet ihm die Möglichkeit, die prinzipielle Undarstellbarkeit der Shoah durch Verkör- perungsmetaphern zu versinnbildlichen.16 Seine Theaterstücke kreisen nach eigener Angabe um die „unverdaute Trauer“17 nach der Shoah und sind zugleich „eine Diät und [ein] Einlauf und ein Purgatorium“18. Dies manifestiert sich bei den taborischen Dra- menfiguren in somatischen Leiden, die in ekelerregenden, boulevardesquen Szenen ausgestaltet werden. Dabei sticht markant das sprachliche Mittel der Groteske und eines subversiven und pointierten Witzes hervor, was zwar durchaus einen vom Autor inten- dierten therapeutischen Effekt auf den Rezipienten hat, doch ebenso „todernst“ wirken kann19 - das Lachen bleibt dem Leser sprichwörtlich „im Halse stecken.“

Darauf aufbauend soll im vierten Teil der von Tabori intratextuell konfigurierte Be- wusstseinsraum untersucht werden. Zahlreiche Verstrickungen zu eigenen dramati- schen und essayistischen Prätexten sind in der Ballade regelrecht omnipräsent. Dieses Stilmerkmal der Auto -Intertextualität, als eine besondere Spielart des postmodernen und global agierenden Theaters20, benutzt Tabori als Rückgriff auf bereits in sein Œuv- re eingeführte Motive, die er in der Ballade nach jahrzehntelanger Auseinandersetzung erstmals zu einem optimistischen und versöhnlichen Schlussbild geformt hat.

Das erkenntnisleitende Interesse dieser Arbeit besteht also darin, als erstes einen Überblick über die dramatische Bauform des ausgewählten Stückes zu geben, um da- nach die textuelle Montage der Leitmotivik Essen und die Variation von Versatzstü- cken aus Prätexten an paradigmatischen Stellen offen zu legen. Als integraler Bestand- teil werden diese Ergebnisse in Schaubildern visualisiert und abstrahiert. In der Kon- klusion soll, neben der Rekapitulation dieses Prozesses, der Kontext um die Rezeption der Uraufführung am Akademietheater und um die autobiographische Verknüpfung des Dramentextes mit der Person, der Ikone, George Tabori erweitert werden.

2. Dramentektonik der „ Ballade vom Wiener Schnitzel “

Balladen handeln meistens von schicksalhaften Vorgängen der abgeschlossenen Vergangenheit, und da das gemeine Wiener-Schnitzel, eine panierte Kalbsfleischscheibe von uneindeutigem Geschmack, bei seinem bodenlosen Sturz auf der nach unten offenen Siebeck-Skala längst das Wienerwald- Hähnchen hinter sich gelassen hat, kann der Titel von George Taboris neuestem Stück den Sachver- halt unter kulinarischen Gesichtspunkten eigentlich schon erschöpfend erklären: Das Wiener Schnit- zel ist eine (traurige) Ballade.21

Innerhalb des Titels spielt Tabori auf ein österreichisches Volksgericht und auf eine lyrische, musikalische Gattung an. Eine Ballade ist in seiner klassischen Zuordnung ursprünglich „ein Tanzlied mit Refrain, gesungen zum Reihen- und Kettentanz“23,22 was in der skurrilen Verbindung zu einem trivialen paniertem Kalbs- oder Schweinefleisch- stück noch vor Eintritt der Handlung den ersten grotesken Irritationsmoment evoziert. Das Verzeichnis der dramatis personae24, dem der Protagonist der Handlung Alfons Morgenstern als einzig „ dominante Figur “ vorangestellt ist, ordnet die Figuren chrono- logisch nach ihrem Auftreten an. Als „ Individuum “ konzipierte Figuren (wie der Gast- wirt Hermann oder Alfons und Angela Morgenstern) treffen dabei auf „ Neben- bzw. Episodenfiguren “ und mit einem geringen Satz an Informationen definierte „ Typen “ und metaphorischen „ Personifikationen25 (wie die 3 Teufel, die Gorillafamilie und Bildad). Fundamental für die Analyse und Interpretation der ersten vier Akte ist der danach folgende Nebentext: „Morgenstern hat einen Alptraum“26. Ein Alptraum ist ein

Traumerleben voller Angst oder Furcht, mit sehr detaillierter Erinnerung an den Trauminhalt. Dieses Traumerleben ist sehr lebhaft, Themen sind die Bedrohung des Lebens, der Sicherheit oder der Selbstachtung. […] Während einer typischen Episode besteht eine autonome Stimulation, aber kein wahrnehmbares Schreien oder Körperbewegungen.27

In Taboris Ballade wird die alptraumhafte Vergangenheit des jüdischen Restaurant- kritikers Morgenstern in einer dramatischen Fiktion wiederholt und szenisch physisch erneut durchlebt. Im letzten Akt bestätigt die Figur selbst diese offensichtliche Lesart: „Ich hatte in letzter Zeit ein paar Alpträume […].“28 Somit entblößt er die Wahnvorstel- lung der vorangegangen Handlung als aperspektivisches „Traumerlebnis“, das keinen konkreten historischen Ursprung im Jahr 1994 hat, auf welches die Ballade eindeutig datierbar ist.29 Diese dramaturgische Konstruktion drückt sich in einer sich locker zu- sammenfügenden, fast assoziativen Szenenabfolge aus (die in den clownesquen, voll- kommen alltagsunlogischen Akten 3 und 4 gipfelt) und symbolisiert die in den Einge- weiden verankerten Ängste vor erneuter Verfolgung. Tabori gab in seinen programma- tischen Texten schon zehn Jahre zuvor die Motivation für ein derartiges „Spiel“ preis:

Ein Schauspiel ist meistens ein inszenierter Traum mit den Wünschen und Ängsten des Träumers, die er in scheinbar solide Schatten projiziert - die Maskeraden eines zerstückelten Egos.30

2.1 Schaubild 1: Dramentektonik der Ballade im Überblick

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schaubild 1: Die Handlung ist in fünf Akte segmentiert. Die Akte 2-4 sind durch kausale Anknüpfungen miteinander verbunden (gestrichelte Linien); Akt 1 und 5 rahmen über die hervorstechende Essensmotivik das dramatische Geschehen und sind somit handlungsimmanent aneinander gekoppelt (Abtrennung markiert durch durchgezogene Linien). Die Spannungskurve (rot) steigt bis zur Peripetie (g) und geht dann, ohne weitere Retardierungen (im Sinne von Freytag: Fall oder Umkehr), in den kathartischen Schlussakt über.

2.2 1. Akt: Exposition und erregendes Moment - ostentativer Antisemitismus

Der erste Akt ist im Freytagschen Sinn eine klassische Exposition31: In einer gro- tesken Ouvertüre werden der übergeordnete Schauplatz Wien und der „ Held “ Alfons Morgenstern, „in dessen schönem Namen, sich das Mosaische mit dem Germanischen verbindet“,32 eingeführt. Dieser soll am Tag vor seiner Pensionierung, in seiner Profes- sion als Restaurantkritiker für den „Kronawitter-Guide“33, das für seine „gastronomi- sche Gediegenheit“ berüchtigte Etablissement „Hermanns Herberge“ mit den heiß be- gehrten Gourmetpunkten auszeichnen. Der Gastwirt Hermann wartet inmitten einer „fülligen, widerlich fetten“ Tischgesellschaft, die rhythmisch zum eingestimmten Wal- zer „Wien Wien, nur du allein!“ im Chor schmatzt und rülpst, auf einen Anruf aus der Geschmackszentrale. Das zweimalige Telefonklingeln und der euphorisierte Dialog Hermanns mit seinen Anhängern sind der scharf bezeichnende erste Akkord der Exposi- tion, die mit dem physischen Erscheinen Morgensterns gebrochen wird:

Die Eingangstüröffnet sich mit einem unangenehmen Geräusch, und eine schwarzgekleidete, bleichgesichtige Gestalt tritt ein: Morgenstern. Die Erscheinung des Fremden mit seinem bedeu tungsvollen Kontrast zur Fettheit der Speisenden hat eine seltsame Wirkung.

Die Opposition zwischen den uniformen Speisenden und dem getarnten „Inspek- tors“ wird in einem verbalen Duell mit dem „ Gegenspieler “ Hermann noch prekärer. Anstatt sich auf die deftige Küche, insbesondere auf das gehuldigte Wiener Schnitzel, einzulassen, fordert der elitäre und süffisante Testesser in aggressiver Wortwahl nach leichtverdaulicher Diätkost. Der magenkranke Morgenstern ist empört und gibt sich zu erkennen, da ihm anstatt einem „slop-basin“ sogar nur Beuteltee angeboten wird. Das erregende Moment34 schließt sich schnörkellos an und leitet in seiner Intensität am Akt- schluss die Spannung in die weitere Handlung über: Nach einem historischen Exkurs über das mittlerweile unmodische Schnitzel, teilt Morgenstern Hermann mit, das sein Lokal von der Liste der Speiseelite gestrichen ist. Ohne jeglichen Anlass beschimpft Hermann den Kritiker nicht wegen seiner Berufsausübung, sondern wegen seiner Reli- gion - „Gebt ihm ein Schnitzel! Stopft es dem Saujud in den Schlund.“ Die anwesenden Wiener offenbaren ihr Ressentiment und machen darauf in einer Geste des ostentativen Antisemitismus Morgenstern, durch eine Schnitzel-Attacke, „mundtot“.

[...]


1 Szondi, Peter (1963): Theorie des modernen Dramas (1880-1950). Frankfurt am Main. 15.

2 Strümpel, Jan (2000): Vorstellungen vom Holocaust. George Taboris Erinnerungs-Spiele. Göttingen. 9.

3 Adorno, Theodor W.: In: Roth, Markus (2003): Theater nach Auschwitz. Frankfurt am Main. 13.

4 Roth, Markus (2003): Theater nach Auschwitz. Frankfurt am Main. 12.

5 Ebd., 13-14.

6 Ebd., 70.

7 Tabori, George (1981): Unterammergau oder Die guten Deutschen. Frankfurt am Main. 38.

8 Strümpel 2000, 181

9 Huth, Alice (2008): „ In meiner Geisterstunde “ . Intertextualität und Gedächtnis in Werken von George Tabori. Marburg. 6.

10 Tabori 1981, 201.

11 Eke, Norbert Otto (2007): Das Schreckliche und das Komische. George Tabori und die Shoah. In: Ders.: Wort/Spiele: Drama - Film - Literatur. Berlin. 127.

12 Höyng, Peter (1998): „The word made into flesh.“ George Taboris Theater-Spielen. In: Ders: Verkörperte Geschichtsentwürfe: George Taboris Theaterarbeit. Tübingen, Basel. 9.

13 Eke 2007, 125.

14 Tabori 1981, 202.

15 Bolterauer, Alice (2004): Paraphrase und Pallawatsch. Intertextualität und Internationalität in George Taboris „postmodernem” Theater. In: Studia Caroliensia. 107.

16 Vgl. Bourger, Désirée (2002): Unverdaute Trauer. Das Kulturthema Essen in George Taboris Holocaust-Dramen. Göttingen. 9, 33, 43.

17 Tabori 1981, 34.

18 Tabori, George (1991 ): Betrachtungenüber das Feigenblatt. Ein Handbuch für Verliebte und Verrückte. München. 36.

19 Vgl. Strümpel 2000, 141-143.

20 Vgl. Bolterauer 2004, 106-107.

21 Tabori, George (1996): Die Ballade vom Wiener Schnitzel. In: Theater heute (Stückabdruck). 5/1996. S. 46-52.

22 Wille, Franz (1996): Morgensterns Abendbrot. In: Theater heute. 5/1996. 5.

23 Kühnel, Jürgen (1990): Ballade. In: Schweikle, Günther: Metzler Literatur Lexikon. Begriffe und Definitionen. Stuttgart. Ursprung: [it. ballata, prov. balada, engl. ballad: ursprüngl. = Tanzlied, zu mlat. ballare = tanzen]. 37.

24 Siehe: Tabori 1996, 46.

25 Bezeichnungen der Figurenkonzeptionen, siehe: Pfister, Manfred (1977): Das Drama. München. 227, 244-245.

26 Tabori 1996, 46.

27 DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information): F51.5 Alpträume [Angstträume].

28 Tabori 1996, 52.

29 Vgl. Bourger 2002, 185.

30 Tabori, George: Bruder Kipphardt. In: Theater heute. 5/19983. 70. Aber ähnlich auch in: Tabori 1981, 199-205.

31 Freytag, , Gustav (2003): Die Technik des Dramas. Berlin. 96-99.

32 Wille 1996, 5.

33 Tabori 1996, 47-48. Auch alle folgenden Zitate aus dem Dramentext in 2.2.

34 Freytag 2003, 100-102.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Eine Analyse der Dramentektonik, der Essensmotivik und der Auto-Intertextualität in George Taboris Holocaust-Drama „Die Ballade vom Wiener Schnitzel“
Untertitel
Liebe geht durch den Magen - Trauer muss durchs Gedärm
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Theaterwissenschaft)
Veranstaltung
„Gegen das Vergessen“: George Tabori als Regisseur und Dramatiker
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
23
Katalognummer
V187594
ISBN (eBook)
9783656110040
ISBN (Buch)
9783656109839
Dateigröße
956 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommentar der Dozentin: "Eine ganz ausgezeichnete Arbeit (formal, inhaltlich, strukturell)! Uneingeschränkt!"
Schlagworte
George Tabori, Gegenwartsdramatik, Kulturthema, Wien, Burgtheater, Alfons Morgenstern, Die Ballade Vom Wiener Schnitzel, Ballade, Shoah, Holocaust, Trauer, Intertextualität, Kannibalen, Jubiläum, KuK Monarchie, Holocaust-Dramatik, Essensmotiv, Dramenanalyse
Arbeit zitieren
Michael Becker (Autor), 2009, Eine Analyse der Dramentektonik, der Essensmotivik und der Auto-Intertextualität in George Taboris Holocaust-Drama „Die Ballade vom Wiener Schnitzel“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187594

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