Basel III und die Risikoreduktion aus Finanztransaktionen

Eine kritische Analyse


Hausarbeit, 2011

21 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

2. Entstehung von Basel
2.1 Basel I
2.2 Basel II

3. Basel III
3.1 Einführung
3.2 Änderung von Basel III zur Risikoreduktion aus Finanztransaktionen
3.2.1 Verbesserung der Qualität des Eigenkapitals
3.2.2 Einführung eines Kapitalpuffers und eines Antizyklischen Puffers
3.2.3 Verbesserung der Quantität des Eigenkapitals
3.2.4 Erhöhung der Eigenmittelunterlegung für das Kontrahentenrisiko
3.2.5 Einführung eines globalen Liquiditätsstandart

4. Risikomanagement

5. Fazit

6. Glosar:

7. Literaturverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

Um dem Leser ein besseres Verständnis für das Thema „Basel III und die Risikoreduktion aus Finanztransaktionen – eine kritische Analyse“ zu geben möchte ich zunächst mit der Entstehung von Basel beginnen. Dies soll aufzeigen das es sich bei Basel I-III um eine Entwicklung handelt, die im Laufe der Zeit immer komplexer wurde und die bis Dato nur Regelungen enthält die der Risikoreduktion dienen.

Mit dem Begriff „Finanztransaktion“ sind jegliche mit Geldmitteln getätigte Geschäfte gemeint. Dazu gehört die Vergabe von Krediten, der Kauf von Wertpapieren wie Aktien oder Derivaten. Banken haben im Laufe der Jahre unterschiedliche Wege gefunden um mit unterschiedlichsten Finanztiteln zu handeln. Die in dieser Arbeit beschriebenen Finanztransaktionen sind nur ein Bruchteil von denen, die es bei Banken gibt.

Viele Finanzprodukte wurden von Banken so kompliziert gestaltet, dass sie von einem Ottonormalverbraucher kaum noch verstanden werden können. Bei den Recherchen ließ sich erkennen, dass die Banken oft sehr abstrakte Wetten eingehen um Geld zu verdienen. Dabei wird versucht durch den von Kauf von Rohstoffen, wie z.B. Weizen oder Kakao, die Preise in die Höhe zu treiben. Dies wiederum erhöht wegen der Nachfrage die Preise für den Endverbraucher.

Die klassische Sicht der Bank als Kapitalgeber ist heutzutage überholt. Basel III beschäftigt sich zudem nicht mit solchen Themen, wie den Auswirkungen von Finanztransaktionen der Banken auf die Lebensqualität oder Teuerungsraten von Grundnahrungsmitteln.

Durch die Regelung, sollen Banken die getätigten Transaktionen besser absichern.

Obwohl Banken und Finanzsysteme einen großen Einfluss auf die gesamte Realwirtschaft haben, sind alle vom Baseler-Ausschuss (BIS) bestimmten Bedingungen, die im Baseler Regelwerk festgehalten werden, für keinen Staat bindend oder haben eine rechtliche Relevanz. Es steht bis dato jedem Staat (ob Mitglied oder nicht) frei das Regelwerk auf das bestehende Bankensystem anzuwenden und die Banken rechtlich zu verpflichten.[1]

2. Entstehung von Basel

2.1 Basel I

Im Jahre 1974 wurde der Basel Ausschuss von den G-10 Staaten gegründet. Es handelte sich dabei um die Staaten Belgien, Frankreich, Kanada, Großbritannien, Niederlande, Deutschland, Italien, USA, Japan und Schweden.[2]

Ursache für die damalige Entscheidung den Ausschuss zu gründen war, der Zusammenbruch des Kölner Bankhauses Herstatt. Dieses private Bankhaus hatte mit ca. 30 Milliarden DM bei Devisenspekulation einen Verlust von ca. 500 Millionen DM erwirtschaftet. Diesem Verlust stand ein Eigenkapital von ca. 77 Millionen DM entgegen. Die Herstatter Bank hatte nicht als einziges privates Bankhaus im Devisenhandel Verluste erwirtschaftet, andere deutsche und internationale Banken waren auch betroffen. Diese Banken konnten jedoch aufgrund des vorhandenen Eigenkapitals, die Verluste ausgleichen.2

Im Jahre 1988 wurde Basel I vom Baseler Ausschuss offiziell vorgestellt und in allen Staaten des Basler Ausschusses übernommen. Zusätzlich haben weltweit viele Länder, die nicht im Ausschuss waren, die Basel I Regelegung übernommen.

Mit Basel I wurden die Banken dazu verpflichtet, 8 % als Eigenkapital zur Absicherung der Kredite zu halten. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Banken das 12,5x fache an Eigenkapital den Kreditnehmern zur Verfügung stellen dürfen. Dieses Gesamtkapital steht der Bank aus dem Fremdkapital ( Spareinlagen der Kunden, Refinanzierung am Kapitalmarkt bzw. der Zentralbank ) zur Verfügung.

Ein Kernproblem von Basel I war, dass hoch riskante Investitionen mit risikolosen Investitionen gleichstellt wurden. Als Schlussfolgerung ergab sich, dass Banken hoch spekulative Finanztransaktionen durchführt haben, die eine wesentlich höhere Rendite versprachen.

Um dies Problem zu lösen, wurde später Basel II beschlossen und eingeführt.

2.2 Basel II

Im Jahre 2006 wurde durch die EU Richtlinie 2006/48 /EG und 2006/49 /EG die Umsetzung für Basel II gesetzlich bestimmt. Basel II wurde mit den beiden Richtlinien und kleinen Abweichungen zum 01.01.2007 in allen EU-Staaten umgesetzt.[4]

Basel II wurde als ein Drei-Säulen-Konstrukt aufgebaut um neben finanziellen Aspekten auch Marktrisiken abzuschätzen. Desweitern sollte das gesamte Bankensystem transparenter gestaltet werden.4

Säule I: Mindestkapitalanforderung

Bei den Eigenkapitalforderungen werden unterschiedliche Messverfahren angewendet, die aus unterschiedlichen Quellen, die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls eines Kreditnehmers

berechnen sollen. Zu den Messverfahren werden neben den schon bekannten Bestandsdaten der Bank auch aktuelle Daten von Ratingagenturen, die aktuelle Marktsituation und die wirtschaftliche Lage des Kreditnehmers herbei gezogen. Wo durch ein gesamtheitliches Bild des Kreditnehmers entstehen soll. Hierdurch können die geforderten 8 % des Eigenkapitals verringert bzw. erhöht werden, um einen Zahlungsausfall besser auszugleichen. Zugleich sollte hierdurch den Banken die Möglichkeit gegeben werden, in viele sichere Anlagen zu investieren.[5]

Neben diesen Änderungen wurden in Basel II die Eigenkapitalanforderungen definiert. Diese werden aufgrund der Komplexität nicht weiter erläutert.

Säule II: Das bankaufsichtliche Überprüfungsverfahren

Bei diesem Verfahren sollen Banken ein Risikomanagementsystem etablieren, welches ständig prüft, ob genügend Eigenkapital zur Verfügung steht um alle wesentlichen Risiken, die eingegangen wurden, abzudecken. Zusätzlich müssen Steuerungs-, Leistungs- und Kontrollverfahren eingeführt werden, die das Risikomanagementsystem überwachen und den aktuellen Situationen anpasst.

Um die Einhaltung dieses Verfahrens zu gewährleisten muss vom Staat eine Aufsichtsbehörde eingeführt werden, die diese Schritte bei den Banken überwacht und beurteilt.

Zur Umsetzung des Verfahrens wurde den Banken von der Bankenaufsicht ein Rundschreiben gesendet, welches die Mindestanforderungen an das Risikomanagement beschreibt.

Säule III: Marktdisziplin

Bei der Marktdisziplin können die Banken verpflichtet werden, gewisse Information an die Marktteilnehmer preiszugeben. Diese Kerninformationen geben dem Marktteilnehmer Auskunft über das Eigenkapital, den Anwendungsbereich und das Risikomessverfahren. Anhand dieser und weiterer Werte können die Marktteilnehmer beurteilen, ob und inwieweit sie sich an der Bank beteiligen wollen.[6]

[...]


[1] Banking for International Seattlements, About the Basel Committee, http://www.bis.org/bcbs/about.htm, Stand 19.09.2011 ² Spiegel Online, Bankenkrach: Die Bilder sind bedrückend,

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41696643.html, Stand 19.09.2011

[3] Bank for International Settlements, History of the Basel Committee and its Membership, http://www.bis.org/bcbs/history.htm , Stand 19.09.2011

[4] Europäische Union , http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2006:177:0001:0001:DE:PDF Stand: 19.09.2011, S.56 f.

[5] Basler Ausschuss für Banken Auffischt, Internationale Konvergenz der Kapitalmessung und Eigenkapitalanforderungen, http://www.bafin.de/cln_179/SharedDocs/Downloads/DE/Unternehmen/BankenFinanzdienstleister/Basel__II/ueb__040626__rahmenv__basel2,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/ueb_040626_rahmenv_basel2.pdf , Stand 19.09.2011, S.3 ff.

[6] Basler Ausschuss für Banken Auffischt, Internationale Konvergenz der Kapitalmessung und Eigenkapitalanforderungen http://www.bafin.de/cln_179/SharedDocs/Downloads/DE/Unternehmen/BankenFinanzdienstleister/Basel__I I/ueb__040626__rahmenv__basel2,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/ueb_040626_rahmenv_ba sel2.pdf , Stand 19.09.2011, S.3 ff

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Basel III und die Risikoreduktion aus Finanztransaktionen
Untertitel
Eine kritische Analyse
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
21
Katalognummer
V188675
ISBN (eBook)
9783656125303
ISBN (Buch)
9783656124948
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Basel III, Basel 3, Basel II, Basel I
Arbeit zitieren
Krzysztof Kordek (Autor), 2011, Basel III und die Risikoreduktion aus Finanztransaktionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188675

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Basel III und die Risikoreduktion aus Finanztransaktionen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden