Die Geschichte Afghanistans - mit Schwerpunkt auf den Jahren 1964 - 2012


Facharbeit (Schule), 2012

38 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Generelle Fakten

Die Entwicklung Afghanistans von der Antike bis in die Neuzeit

Die konstitutionelle Monarchie (1964-1973)

Die Republik Afghanistan (1973-1978)

Demokratische Republik Afghanistan (1978-1992)

Islamischer Staat Afghanistan (1992-1997)

Das Islamische Emirat Afghanistan (1997-2001)

Al-Qaida

Islamische Republik Afghanistan (seit 2001)

Fazit

Mögliche Lösungsvorschläge

Anhang

Glossar

Personenregister

Literaturverzeichnis/Quellen

Generelle Fakten

Afghanistan ist ein Binnenstaat, dessen Fläche größtenteils durch die Gebirgsketten des Hindukusch bedeckt wird. Die Nachbarstaaten, die Afghanistan umschließen, heißen Pakistan, Tadschikistan, Usbekistan, Turkmenistan und der Iran. In Afghanistan herrscht ein Kontinentalklima. Der größte Teil des Landes besteht aus den trockenen Gebirgslandschaften, teilweise gibt es Steppen und selten finden sich in der afghanischen Landschaft Wälder.

In Afghanistan gibt es keine große Industrie. In den Gebieten, in denen genug Menschen leben, gibt es einen Industriealisierungsansatz, der Großteil der Afghanen arbeitet jedoch in der Agrarindustrie. Das liegt daran, dass in Afghanistan bis 2010 fast keine Rohstoffe gefunden wurden.

In Afghanistan sind 99,9% der Bevölkerung Muslime. Weitere religiöse Gruppen, wie zum Beispiel Hindus oder Christen, gibt es nur vereinzelt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Ethnische Gruppen in Afghanistan

In Afghanistan gibt es eine Vielzahl von ethnischen Gruppen. Das führte in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart immer wieder zu Spannungen. Die beiden größten Gruppen sind die Paschtunen und Tadschiken. Neben diesen beiden Gruppen, die zusammen ca. 70% der Bevölkerung ausmachen, gibt es noch die Hazara und Usbeken. Diese Gruppen und zahlreiche weitere Gruppen mit weniger als 5% der Gesamtbevölkerung sorgen für eine ethnische Vielfalt in Afghanistan.

Durch diese Vielfalt gibt es auch eine große Anzahl von Sprachen in Afghanistan. Hinzu kommen viele Dialekte. Insgesamt gibt es in Afghanistan 49 verschiedene Sprachen und über 200 Dialekte.

Die Bildung ist im internationalen Vergleich, in dem teilweise nur schwach besiedelten Land, sehr schlecht. Die Analphabetenrate liegt bei Männern bei 70%. Bei Frauen sind es sogar 90%, was zeigt, dass die Frauen in Afghanistan auch heute noch nur selten eine Schulbildung genießen können. (vgl. [1])

Die Entwicklung Afghanistans von der Antike bis in die Neuzeit

In der Antike war das Reich, welches wir heute als Afghanistan bezeichnen, ein Spielball ausländischer Mächte. Das Land lag abseits der Herrschaftspole Europas und Asiens. Afghanistan konnte in der Antike seine Macht- bzw. Kulturgrenzen nur kurz und selten auf subkontinentale Größe ausweiten.

Afghanistan wurde erstmals in der zweiten Hälfte des dritten Jahrtausends vor Chr. erwähnt. Ein blauer Stein namens „Lapislazuli“ verschaffte dem Land Reichtum. Reiche Frauen aus Unterägypten schmückten sich mit dem Stein, welcher verarbeitet als Amulett sehr beliebt und geschätzt war. Später wurden dann auch Gold und Bronze zu Exportgütern des Binnenlandes. Zur Zeit des babylonischen Reiches verband Afghanistan das Riesenreich mit dem Osten. Viele Händler und Nomaden durchquerten auf den Handelsstraßen das Land, einige siedelten sich auch in der Nähe dieser Handelswege an. Aber auch verschiedene Eroberer durchquerten Afghanistan.

Afghanistan wurde um ca. 500 vor. Chr. ein Teil des persischen Reiches. 330-327 vor Chr. wurde das Land, in welchem mittlerweile der Handel durch die günstige Lage florierte, von Alexander dem Großen erobert. Sein Versuch, die Menschen in Afghanistan zu unterdrücken, scheiterte. In dem darauf folgenden Jahrhundert wurde das Reich von den Nachkommen Alexanders regiert. Dieses Griechisch-Baktrische Königreich zerfiel in mehrere Teile. Das Gebiet Afghanistans gehörte von nun an zum Kuschana-Reich. Unter der Kuschana-Dynastie festigte sich der buddhistische Glaube in der Region. Nach dem Fall dieser Dynastie wurde Afghanistan bis zum Mittelalter von Persern regiert.

Die persischen Dynastien verbreiteten den Islam in Afghanistan. Der Islam setzte sich, vergleichsweise langsam, über die Jahre in Afghanistan zur dominierenden Religion durch. Erst im 10. Jahrhundert sollen die meisten Einwohner zwischen Herat und Kabul Moslems gewesen sein. Trotzdem brachte der Islam eine Blütezeit für die folgenden Herrscher mit sich.

Zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert n. Chr. kam es immer wieder zu Kämpfen in der Region. Türken, Araber und Sassaniden, ein persisches Volk, kämpften um die Vormacht. Schon die Zeit der Spätantike war eine von Gewalt geprägte Epoche im mittleren Osten.

Um 800 n. Chr. wurden die letzten wichtigen Städte durch die Araber erobert. Unter der 3 Jahrhunderte (7.-10. Jahrhundert) dauernden Herrschaft entwickelte sich in der Region eine neue, einheitliche persisch-mittelasiatisch-islamische Kultur. Die Islamisierung wurde weiter vorangetrieben und schließlich von den türkischstämmigen Ghaznaviden nahezu vollendet. Diese machten sich als Statthalter bald selbstständig und vereinigten Afghanistan zu einem Reich. Unter der Führung von Mahmud von Ghazni eroberten die Afghanen ein Reich, welches sich vom Iran bis nach Nordindien erstreckte (von 977-1186). Die Hauptstadt des Großreiches, welche den Namen des Eroberers trug, wurde für ca. 150 Jahre Zentrum des Reiches und auch Zentrum der persischer Dichtkunst und Gelehrsamkeit.

Unter Ghazni wurde Afghanistan erstmals als eigener Staat gegründet. Ruinen zeugen noch heute von der Macht und Größe des Reiches.

Um 1150 n. Chr. eroberte Alaudin auf seinem Feldzug in Richtung Indien mehrere Länder. Sein Volk, die Ghoriden, stammten aus dem westlichen Teil Afghanistans und errichteten ein weiteres Reich. Dieses ging aber schon 1219 unter, als die Mongolen unter ihrem Führer Dschingis Khan die wichtigsten Städte einnahmen. Die Mongolen besetzten das Land noch bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts. In dieser Zeit entwickelte sich das Stadtleben zurück und es kam zu einer Beduinisierung, welche durch die ausbeuterische Herrschaft der Mongolen vorangetrieben wurde. Ein Nachfahre Dschingis Khans, Timur Leng, zerstörte auf seinen Kriegszügen große Teile Afghanistans. Seine von Tyrannei und Gewalt geprägte Herrschaft brachte aber auch etwas Gutes: Leng förderte die Kunst und so glänzte bald die damalige Hauptstadt Samarkand durch Kunstwerke und große Bauwerke. Ab 1525 eroberte Babur Schah den Osten Afghanistans und gliederte diesen in sein indisches Reich ein. Der Westen gehörte persisch-schiitischen Safawiden. Der Osten war zerteilt in viele kleine usbekische Fürstentümer. Der Rest wurde von Paschtunen regiert. Diese durch Fremdbestimmung gekennzeichnete Zeit deutet auf politische Zerrissenheit hin.

Ab dem 16. Jahrhundert gab es Widerstand gegen die Besatzung der Großmoguln und die Herrschaft der persisch-schiitischen Fürsten im Westen. Obwohl diese Proteste eigentlich nicht von nationalen Bestrebungen geprägt waren, leiteten sie die Gründung des afghanischen Staates ein. Ahmed Schah Durrani lässt sich 1747 zum König ausrufen. Dieser neue König schaffte es, mit seinem vereinten Volk die Usbeken und Moguln zu besiegen. Dieses Reich hatte aber keine lange Dauer: Schon nach dem Tod des Königs 1772 zerfiel es wieder. Der Staat und dessen Organisation blieben Vorbild für das spätere Afghanistan.

Im 19. Jahrhundert versuchten England und Russland die Vorherrschaft in Asien zu übernehmen. Da es keine stabile Zentralgewalt gab, entwickelten sich vielerorts unabhängige Gebiete. Drei Britisch-Afghanische Kriege führten zu dieser Zersplitterung. 1879 wurde Afghanistan, das mittlerweile die Rolle eines Pufferstaates eingenommen hatte, zu einer britischen Halbkolonie. Abdur Rahman Khan wurde von den Briten auf den Thron gesetzt.

Mit dem Vertrag von Kairo wurde Afghanistan 1921 seine volle Souveränität gegeben. Afghanistan wurde zu einer konstitutionellen Monarchie.

Wichtige außenpolitische Partner waren die Türkei, die Sowjetunion und das Deutsche Reich. Amanullah Khan versuchte Afghanistan zu modernisieren und führte dazu bedeutende Gesetze ein, zum Beispiel die Gleichheit aller Religionen oder die Unantastbarkeit des Besitzes. Auch verabschiedete er ein Zivil- und Strafgesetzbuch. Er versuchte die Geistlichkeit abzuschaffen, jedoch scheiterte er an einem Aufstand der traditionalistischen Kräfte. König Amanullah Khan wurde 1929 des Landes verwiesen.

Mit britischer Hilfe kam Mohammad Nadir Schah an die Macht. Er und sein Sohn verfolgten das Ziel einer Modernisierung Afghanistans. Afghanistan schloss sich 1937 mit dem Iran, Irak und der Türkei zu einem Nichtangriffsbund zusammen, der gegen die Sowjetunion gerichtet war. Unter Mohammed Sahir Schah, der nach der Ermordung seines Vaters Mohammad Nadir Schah an die Macht gekommen war, gab es erstmals nach jahrhundertelanger Stagnation wieder neue Impulse für die Städteentwicklung. Frauen durften sich erstmals an Universitäten einschreiben. Die wirkliche Macht hatten jedoch bis 1963 die Ministerpräsidenten, die allesamt aus der Königsfamilie kamen. (Gesamtes Kapitel: vgl. [2] und [3])

Während des zweiten Weltkrieges verhielt sich Afghanistan weitestgehend neutral. Afghanistan unterhielt freundschaftliche Beziehungen mit Indien. Die Wirtschaft und Innenpolitik wurde durch den Premierminister Daoud Khan bestimmt. Dieser verfolgte eine sozialistische Politik. Er bekam von der USA und von der Sowjetunion finanzielle Unterstützung.

Die konstitutionelle Monarchie (1964-1973)

Abbildung 2: König Mohammed Sahir Shah (1914-2007)

Nachdem Sahir Schah 1933 den Thron von seinem Vater geerbt hatte, blieb die Regierungsgewalt jedoch bis 1963 bei den Ministerpräsidenten.

Am 1.10.1964 wird durch die Loya Dschirga eine neue, relativ moderne Verfassung verabschiedet. Afghanistan ist von nun an eine konstitutionelle Monarchie. Geleitet wird diese Monarchie durch den König Mohammed Sahir Shah (1914-2007). Sahir Schah war nach der Ermordung seines Vaters Nadir Shah 1933 an die Macht gekommen. Dieser war durch seine Modernisierungspolitik für die orthodoxen Ulema zum Feind geworden. Sahir Shah setzte diese Politik fort. Durch seine Reformen konnten sich Frauen an Universitäten einschreiben. Auch hob der König die Verschleierungspflicht für Frauen auf. Die Umsetzung scheiterte jedoch an den zahlreichen Geistlichen in Afghanistan.

Alle Versuche des jetzt abgesetzten Königs, die mittelalterlichen Zustände durch bescheidene Reformen zu verändern -- etwa den Schleier für die Frauen abzuschaffen und Parteien zuzulassen -, scheiterten am passiven Widerstand der Frommen und Großgrundbesitzer. [4]

Nach den ersten freien, demokratischen Wahlen 1965 wurde sogar ein Ministerium (Gesundheitsministerium) einer Frau unterstellt. Die Infrastruktur, die teilweise noch mittelalterliche Verhältnisse hatte, wurde verbessert oder ersetzt. Das Land begann sich nach außen zu öffnen. König Sahir Shah machte jedoch einen verhängnisvollen Fehler: Er verhinderte die Einführung eines Gesetzes, welches die Gründung von politischen Parteien erlaubte. Die Parteigründungen verlagerten sich so in den Untergrund, was zu innenpolitischen Spannungen führte.

Die afghanische Demokratie aus diesen Tagen wird als Scheindemokratie eingestuft, da die Macht immer noch beim König oder den Ministerpräsidenten lag. Diese kamen entweder aus der Königsfamilie oder waren königstreue Anhänger.

Diese innenpolitischen Spannungen führten dazu, dass der Cousin des Königs, Mohammed Daoud Khan, am 17. Juli 1973 einen Militärputsch gegen den König durchführte. Der König weilte zu diesem Zeitpunkt in Italien. Daoud Khan war unter Sahir Shah Ministerpräsident gewesen.

Über die Zeit der afghanischen Monarchie gehen die Meinungen auseinander. Einige Quellen sprechen von einer starken Rückentwicklung in dieser Zeit. (Quelle [5]) Auch die Errungenschaften der Frauen aus dieser Zeit sind unterschiedlich wiedergegeben. Andere preisen die Modernisierungspolitik in diesen Jahren. Auf jeden Fall war die Monarchie ein stabiles System. Während der Regierungszeit des Königs herrschte im Land Frieden. Gewaltsamen Widerstand gab es nicht. Der König regierte das Land ca. 40 Jahre lang, eine Zeitspanne, die den nachfolgenden Regierungen nicht zugestanden wurde.

[...]

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Die Geschichte Afghanistans - mit Schwerpunkt auf den Jahren 1964 - 2012
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
38
Katalognummer
V189962
ISBN (eBook)
9783656144854
ISBN (Buch)
9783656144878
Dateigröße
1211 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Geschichte, Facharbeit, Afghanistan, Krieg, Deutschland, Sowjetunion, USA, Mudschaheddin, Massoud, Drogen, Taliban, 9/11, 11.September 2001, Invasion, KGB, Teror, Terorristen, Rabbani, Frieden, Tot, Afghanen, Pakisten, Irak, Saudi-Arabien, Osama, bin, Laden, Iran, Waffen, MIG, Putsch, Monarchie, Diktator, Regierung, Korruption, Soldaten
Arbeit zitieren
Felix Hoppe (Autor:in), 2012, Die Geschichte Afghanistans - mit Schwerpunkt auf den Jahren 1964 - 2012, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189962

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