Lösungsorientierte Beratung in der Pflegeberatung


Hausarbeit, 2012
20 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklungsgeschichte der Lösungsorientierten Kurztherapie
2.1 Systemische Therapie
2.2 Lösungsorientierte Kurztherapie
2.3 Konstruktivismus und die sieben Grundannahmen
2.4 Prinzipien der Lösungsorientierten Kurztherapie

3. Ablauf Lösungsorientierter Beratung
3.1 Synchronisation/Problemanalyse
3.2 Lösungsvision und Ressourcenfokussierung Wunderfragen, Skalafragen, Ausnahmefragen, Lebensfragen, Refraiming
3.3 Lösungsverschreibung
3.3.1 Lösungsorientiertes Zuhören und Schweigen
3.3.2 Komplimentieren
3.4 Lösungsevaluation

4. Anwendungsgebiete Lösungsorientierter Beratung

5. Diskussion

6. Fazit für die Pflege

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Angebot an Beratung im Gesundheitswesen expandiert seit etlichen Jahren in vielen Ländern. Die Beratungsdynamik bergründet sich mit der sozialen Individualisierung der Menschen. Das Individuum Mensch hat an Gestaltungs- und Entscheidungsspielräumen gewonnen, unterliegt aber auch einem Anstieg an Handlungs- und Entscheidungsdruck. Diese Prozesse beinhalten stets die Gefahr der Überbelastung und begründen somit einen Unterstützungsbedarf (Schaeffer, D., Schmidt-Kaehler, S., 2008). Die demoskopische Bevölkerungsentwicklung und die gravierenden Veränderungen im Gesundheitswesen haben seit einigen Jahren auch Einfluss auf die traditionell rein pflegerisch orientierten Berufe. Die hier angesprochenen Berufe sind die Alten- und die Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpflege. Der Expertenkreis „Runder Tisch Pflege[1] “ präsentierte im Herbst 2005 die Ergebnisse einer Fachtagung, deren Mitglieder damit beauftragt waren, praxisnahe Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Situation pflegebedürftiger Menschen zu entwickeln. Gefordert wurde letztendlich eine zunehmende Beratungstätigkeit in der pflegerischen Versorgung, für die KlientInnen und ihre Angehörigen, aber auch für Organisationen der ambulanten und stationären Versorgung. Betrachtet man zusätzlich die Entwicklung im Gesundheitswesen, wird die Pflegeberatung nach einer Delphi-Studie von 84% der Befragten als größter Markt für die Pflege gesehen. Daneben die Gesundheitsför-derung/Prävention/Rehabilitation, insbesondere die Prävention von Pflegebedürftigkeit mit 63% (vgl. Hüper, C., Hellige, B., 2009). Zudem hat sich auch die Situation der Patienten, im Rahmen der herkömmlichen Patientenrolle, verändert. Man spricht vom „mündigen Patienten“, die auf einer „partnerschaftlichen Interaktionsvorstellung“ beruht. Die Patienten werden nicht mehr als passive Leistungsempfänger gesehen, sondern als Ko-Produzenten der Leistungserbringung (vgl. Schaeffer, D., Schmidt-Kaehler, S., 2008).

Die Pflege verfügt derzeit noch über keine eigenen Beratungskonzepte im engeren Sinn. Es wird noch auf Beratungstraditionen anderer Bezugswissenschaften verwiesen (vgl.Warmbrunn, A., 2007).

Im Rahmen dieser Arbeit wird die Methode der „Lösungsorientierten Beratung“ beschrieben und hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit für die Pflege betrachtet. Dazu wird die derzeitige Anwendung der Methode in den Bezugswissenschaften, auf ihr Pro und Contra, untersucht.

2. Entwicklunggeschichte der Lösungsorientierten Kurztherapie

2.1 Systemische Therapie

Der Ursprung der systemischen Therapie liegt in der Systemtheorie begründet. Wichtige Vertreter sind im Konstruktivismus[2], Heinz von Förster und in der Kybernetik, Norbert Wiener (Pölz, Th., 2009). Das ursprüngliche Modell der Kybernetik beschreibt die Dynamik von Systemen, z. B. einer Familie, durch einen außen stehenden Beobachter. Dieser beobachtet, analysiert und entwickelt Strategien zur Veränderung dieser Systeme. Das Modell der Kybernetik zweiter Ordnung wurde von Heint von Förster entwickelt, der annimmt, dass der Beobachter Teil des Systems ist und somit damit interagiert. Dies würde einen zweiten Beobachter auf höherer Ebene erfordern, der die Interaktionsprozeße beobachtet. In der Konsequenz wird angenommen, dass es keine absolute Wahrheit geben kann (Zeyringer, W., 2006). Die allgemeine Systemtheorie wurde von Ludwig von Bertalanffy begründet und von Humberto Maturana und Niklas Luhmann weiterentwickelt. Darauf aufbauend entstand die systemische Familientherapie, wobei der problemlösende Ansatz in den 50-ziger Jahren entwickelt wurde (Pölz, Th., 2009). Als ein Pionier gilt Don Jackson, der anfing mit ganzen Familien zu arbeiten, anstatt mit Einzelpersonen... Eine Wende in der Familientherapie wurde durch die Mailänder Arbeitsgruppe um Palazzoli ausgelöst. Diese Gruppe versuchte den kybernetischen Konstruktivismus zu verwirklichen. Dort entwickelte Leitlinien sind bis heute Instrumente jeder systemischen Arbeit. In den 80-ziger Jahren entwickelte sich eine Reihe systemtherapeutischer Ansätze. Einer dieser Ansätze, bzw. Strömungen war der kurzzeittherapeutische lösungsorientierte Ansatz um Steve de Shazer (Michalski, M.).

2.2 Lösungsorientierte Kurztherapie

Milton Erickson wird als geistiger Vater der Kurztherapie genannt. Er war durch unkonventionelle Vorgehensweisen im Rahmen seiner Therapiesitzungen bekannt geworden (Zeyringer, W., 2006). Die Begründer des lösungsorientierten Modells, Steve de Shazer und seine Frau Insoo Kim Berg, gründeten 1978 das Brief Family Therapy[3] Center in Milwaukee. Während ihrer Beobachtungen bezüglich des Verhaltens ihrer Klienten, bemerkten sie, dass die Theorien, die sie vertraten und die Wirklichkeit nicht mehr kongruent waren. Durch die Beobachtung ihrer Klienten kamen sie zu dem Entschluss, dass sich jeder Mensch, hier der Klient, seine eigene Wirklichkeit konstruiert, seine Schlüsse zieht und danach lebt. Ein Schlüsselerlebnis war für die Beiden eine Familie, die zu Beginn der Therapieeinheit mit einer Fülle von Problemstellungen kam. De Shazer sah sich gezwungen die Familie zu motivieren, ihre eigenen Beobachtungen zu protokollieren. Am Folgetermin zeigte sich, dass die Familie durch diese Art der Reflektion einen neuen Zusammenhalt gefunden hatte (Bamberger, G.G., 2010). Dies Beispiel zeigt auf, dass Lösungen auch vom betroffenen Menschen selbst entwickelt werden können und nicht nur durch den Berater. Die Aufgabenstellung für den Berater besteht somit darin diese „Ressourcen zu finden und jeweils diejenigen systemischen Kontextfaktoren zu betrachten, die ihre Entfaltung der Ressourcen verhindern.“ Eine einseitige Problemfokussierung soll vermieden werden (Hänsel, M., 2004).

Als zentrale Aussage des lösungsorientierten Ansatzes läßt sich diese dahingehend zusammen fassen, dass das Problemgespräch vom Lösungsgespräch abgelöst wird (Pirschel, F.-O., Dr., 2010).

Der lösungsorientierte Ansatz ist keine grundlegende Theorie, er entwickelte sich aus konkreten Erfahrungswerten in der Arbeit mit den KlientInnen. De Shazer selbst verwehrte sich gegen eine Theoriebildung und hob die Vielfalt der therapeutischen Situationen und der daran beteiligten Personen, hervor (Zeyringer, W., 2006). Die Begrifflichkeiten wechseln je nach Zusammenhang von lösungsorientierter „Therapie“, „Gesprächsführung“ oder auch „Beratung“. „In Anknüpfung an die Löungsorientierte Kurztherapie von Steve de Shazer hat der deutsche Diplompsychologe Günter G. Bamberger die Lösungsorientierte Beratung entwickelt.“ (Poser, M., Schneider, K., 2005).

Die Strategie der lösungsorientierten Gesprächsführung beschrieb de Shazer mit: Finde heraus (und/oder hilf dem Klienten zu erkennen):

- Was will der Klient? (Dynamik, Ziel)
- Was kann der Klient? (Ressourcen)
- Was ist der nächste Schritt? (Handeln)

(Baeschlin, M. und K., 2008)

Der Begriff der „Kurztherapie“ kann zum einen bedeuten, dass auf die Probleme, Konflikte etc. nicht intensiv eingegangen, sondern der Fokus auf die Kompetenzen gesetzt wird. Zum anderen kann die Begrifflichkeit dahingehend begründet werden, dass innerhalb der Beratung nur Anstöße und Anregungen gegeben werden (Bamberger, G.G., 2010).

2.3 Der Konstruktivismus und die sieben Grundannahmen

Dem lösungsorientierten Ansatz liegt ein konstruktivistisches Menschenbild zu Grunde, indem man davon ausgeht, dass es keine absolute Wahrheit gibt (Baeschlin, M. und K., 2008).[4]

Die Perspektive „Konstruktivismus“ betrachtet die Interaktion zwischen Person(en) und der Welt. Grundsätzlich geht es dann darum, wie das Weltbild im Gehirn entsteht. Wobei die Konstruktivisten[5] davon ausgehen, dass jeder Mensch seine eigene Wahrheit und Wirklichkeit konstruiert. Wenn die Sinnesreize im Gehirn angekommen sind, wird unter Nutzung früherer, individueller Lernerfahrungen, dieser Input mit Bedeutung versehen. Somit ist die Kernaussage, dass die Wirklichkeit für jeden Menschen eine Konstruktion von Sinnesreizen und Gedächtnisleistung darstellt. Bamberger verdeutlicht dies an einem Bild indem er beschreibt, dass man einen Cocktail aus chemischen Stoffen riecht, tatsächlich jedoch den Duft von Jasmin wahrnimmt und dadurch mit Erinnerungsbildern des vergangenen Urlaubs überflutet wird (Bamberger, G.G., 2010). Watzlawik unterscheidet sogar zwischen zwei Wirklichkeiten. Die Wirklichkeit erster Ordnung und die Wirklichkeit zweiter Ordnung. In der Wirklichkeit erster Ordnung sind Objekte mit physikalischen Eigenschaften, wie Form, Farbe und Beschaffenheit. Der Wirklichkeit zweiter Ordnung sind Bedeutung, Sinn, sowie der Wert dieser Objekte zuzuschreiben. Im Rahmen der Interaktion mit anderen Menschen wird uns Gewissheit gegeben, dass diese Dinge überhaupt existieren. Die eigentlichen Probleme entstehen, so Wazlawik, wenn die konstruierte Wirklichkeit zweiter Ordnung nicht passt, wenn unsere Weltanschauung, unsere Gefühle, Entscheidungen und Handlungen unvereinbar sind mit anderen Wirklichkeitsauffassungen innerhalb des sozialen Systems (Watzlawik, P., zitiert in: Michalski, M.). Das Menschenbild, dass dem lösungsorientierten Denken zu Grunde gelegt wird, begründet sich auf Annahmen. Daraus wurden eine Grundannahme und sieben Annahmen formuliert:

Die Grundannahme besteht in der Aussage, dass kein Mensch aus Bosheit destruktiv handelt. Jeder macht von sich aus gesehen das Bestmögliche, er handelt so, weil er im Moment nicht anders handeln kann, weil ihm nichts Besseres einfällt. Jedes Verhalten ist immer ein Lösungsversuch, manchmal mit negativen Auswirkungen.

Daraus leiten sich die folgenden Annahmen ab:

1. Probleme sind Herausforderungen, die jeder Mensch auf seine Art zu bewältigen sucht.
2. Wir gehen davon aus, dass alle Menschen ihrem Leben einen positiven Sinn geben wollen und dass die nötigen Ressourcen dazu vorhanden sind. In eigener Sache sind wir alle kundig und kompetent.
3. Es ist hilfreich und nützlich, dem Gegenüber sorgfältig zuzuhören und ernst zu nehmen, was er/sie sagt.
4. Wenn du dich am Gelingen und an den nächsten kleineren Schritten orientierst, findest du eher einen Weg.
5. Nichts ist immer gleich, Ausnahmen deuten auf Lösungen hin.
6. Menschen beeinflussen sich gegenseitig: Sie kooperieren und entwickeln sich eher und leichter in einem Umfeld, das ihre Stärken und Fähigkeiten unterstützt.
7. Jede Reaktion ist eine Form von Kooperation, Widerspruch auch.

(Baeschlin, M. und K., 2008).

Insoo Kim Berg entwickelte zu den Annahmen noch drei Leitsätze:

1. Repariere nicht, was kaputt ist!
2. Wenn etwas funktioniert, mache mehr davon!
3. Wenn etwas nicht funktioniert, wiederhole es nicht. Mache etwas anderes!

(Zeyringer, W., 2006).

2.4 Prinzipien der Lösungsorientierten Kurztherapie

Lösungsorientierung, Nützlichkeit, Konstruktivität, Veränderung, Minimalintervention

Vorrangiges Ziel der „ Lösungsorientierung “ ist, das Problem, wenn überhaupt, nur kurz anzureißen und sich dann dem Lösungsprozeß völlig zu widmen. D.h., von Anfang an Lösungen zu entwickeln, anstatt sich in Problemen zu verlieren. Dabei wird im Rahmen der „ Nützlichkeit “ auf Konzepte und Ansätze der ressourcenorientierten Beratung zurückge-griffen mit dem Hintegrund, dass der Klient der eigentliche Experte seines Lebens ist. Es soll auf Ressourcen zurückgegriffen werden, die der Ratsuchende mit in die Beratung bringt. Und es soll genügend Raum für „ Konstruktivität “ gelassen werden, d.h. dem Ratsuchenden Zeit zu lassen, dass er seine Sicht der Problematik darstellen kann. Lösungsorientierung findet jedoch da ihre Grenzen, indem viele Probleme nicht bearbeitbar sind und derart, dass sie die Lebensgestaltung einschränken. Jede Lösung bedeutet auch wiederum eine „ Veränderung “ im Bereich der Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühle etc..

Die Lösungsorientierung bedeutet aber auch eine „ Minimalintervention “, d.h., dass so wenig wie nötig eingegriffen wird, und nur auf das Lösen von Problemen reduzierte Perspektiven eingenommen werden. Es ist ein zielgerichteter Prozess, der nur wenig Abweichungen zuläßt und auf die klare Zielperspektive ausgerichtet ist (Schaeffer, D., Schmidt-Kaehler).

3. Ablauf lösungsorientierter Gespräche

Die vier wesentlichen Phasen eines lösungsorientierten Beratungsprozesses.

3.1 Synchronisation/Problemanalyse

In der Phase der Sychronisation wird der Klient, dort abgholt, wo er gerade steht. In diesem Erstgespräch geht es um das gegenseitige Kennenlernen und das respektvolle Aufeinanderzugehen. Es sollen „Brücken gebaut werden“, wobei es hier um Vertrauen und Wertschätzung geht.

Im Rahmen der Problemanalyse, geht es weniger darum, das Problem zu lösen, sondern dem Klienten zu signalisieren, dass man das Problem erkannt hat und die daraus resultierenden Verletzungen und Beeinträchtigungen erkennt.

3.2 Lösungsvision und Ressourcenfokussierung

Eine zentrale Frage für die Lösungsvision ist: „Was ist, wenn das Problem nicht, bzw. wenn das Problem nicht mehr wäre?“ Diese lösungsorientierten Fragen zielen darauf hin, dass der Klient über die erfolgreiche Beratung nachdenken kann, aber auch in welche Richtung er sein Leben ändern möchte. Voraussetzung für die Zieldefinition sind eindeutig definierte und realistische Ziele. Als Wegbereiter für die Lösungsvision gelten die lösungsorientierten Fragen. „Der Dreh des lösungsorientierten Ansatzes liegt in dieser Phase darin, dass jene Verhaltensweisen, die nicht Problem sind,..., fokussiert werden und nicht jene, die das Problem aufrechterhalten (Zeyringer, W., 2006).

Hierzu bieten sich Schlüsselfragen an:

Die „ Wunderfragen “ haben zum Inhalt eine neue Wirklichkeit zu konstruieren, da oft Visionen und Vorstellungen entstehen, die durch die Summe der Probleme nicht mehr zu erkennen sind (Baeschelin, M. und K., 2008). Barthelmess weist auf die Gefahr hin und formuliert, dass, wenn der Fokus jedoch zu stark auf die Vergangenheit gelegt wird, eine „problemorientierte Selbsthypnose“ entstehen kann, die dann zu wenig Potenzial für lösungsorientierte Lösungsschritte freimacht (vgl. Barthelmess, M., 2005).

Die Probleme wirken oft lähmend. Aussagen wie: „Es hat ja doch alles keinen Sinn ...!“, wirken autosuggestiv. Als Beispiel für eine Wunderfrage wird formuliert: „Stellen Sie sich vor, eines Nachts, während sie schlafen, geschieht ein Wunder, durch das alles wieder gut ist in ihrem Leben- einfach so...Am Morgen, wenn sie aufwachen, wissen Sie natürlich nichts von diesem Wunder, Sie haben ja geschlafen. Dann aber, während des Tages, fällt Ihnen immer wieder auf, dass Sie sich anders verhalten. An welchen veränderten Verhaltensweisen wird Ihnen klar, dass ein Wunder geschehen sein muss?“ (Bamberger, G.G., 2010).

Im Rahmen der „ Skalafragen “ wird der Problemlösungsgrad anhand einer Skala von 0 bis 10 dargestellt. Wobei die Zahl 10 für ein gelöstes Problem steht. Die Erfolge werden gewürdigt, durch Aussagen, mit denen kundtgetan wird, dass man überrrascht ist, das der Klient z. Bsp. schon die Zahl 4 auf der Skala erreicht hat. Wobei der Grad der Zufriedenheit jedoch nicht aus den Augen verloren werden darf und der Klient die Zahl auf der Skala benennen soll, bei der sich am Ziel der Bemühungen sieht (Baeschelin, M. und K., 2008).

Die Fragen nach Ausnahmen „ Ausnahmefragen “ sind Fragen, die nach Lösungen suchen. Schon minimale Ausnahmen werden schon als Veränderungsschritte gesehen. Die Aussage ist, dass hinter Ausnahmesituationen, bei denen das eigentliche Problem nicht wahrgenommen wird, sich die Lösungsmöglichkeiten verbergen (Degischer, Th., 2007).

Beispiele hierfür sind:

„Wie oft (wie lange, wann, wo) ist das Problem nicht aufgetreten?“

„Was haben Sie und andere in diesen Zeiten anders gemacht?“

„Wie könnten Sie mehr von dem machen, was Sie in Nicht-Problem-Zeiten gemacht haben?“ (Uni-Köln).

Viele Lebenssituationen provozieren ein Schwarzsehen, man kann sich keine Wunder mehr vorstellen. Mit Hilfe der „ Lebensfragen “ sollen Ressourcen wieder entdeckt werden und Stärken herausgearbeitet werden. Die Frage: „Wie hast du es geschafft hierher zu kommen und mit mir über das Problem zu reden?“ soll dem Klienten Zuversicht in die Zukunft erwachsen lassen (Baeschelin, M. und K., 2008).

Um im Problem die Ressource zu suchen, wurde die Technik des Refraiming (Umdeuten) entwickelt (Baeschlin, M. und K., 2008). Refraiming, oder dem Problem einen neuen Bezugs- und Bedeutungsrahmen geben. Dies soll enge und starre Wahrnehmungsrahmen, die eine Problemlösung für den Klienten erschweren, öffnen. Dem Klienten soll die Möglichkeit eröffnet werden seine Situation anders zu sehen, damit er sich ggf. auch anders verhalten kann. Alternative Wirklichkeiten werden generiert.

An folgendem Beispiel kann dies verdeutlicht werden:

Ritas Zimmer ist immer unordentlich. Die Aufforderung: „Räum endlich dein Zimmer auf, sonst...“ provoziert eher, dies eben nicht zu tun. Im Sinne des Refraimimg wirkt die Aussage: „Du musst ein richtiger Sherlock Holmes sein...“, deutlich positiver, „wenn du in der Unordnung noch die Schulbücher findest.“ (Bamberger, G.G., 2010).

[...]


[1] Einberufen Herbst 2003, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Bundesministerium für Gesundheit, http:://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aeltere-menschen,did=16378.html [Stand: 19.09.2011]

[2] Erklärung an anderer Stelle

[3] Kurzzeit-Familien-Therapie-Zentrum

[4] Andere Autoren definieren bis zu 12 Grundannahmen

[5] Als Begründer des Radikalen Konstruktivismus gilt Ernst von Glasersfeld (*08.03.1917-+12.11.2010).

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Lösungsorientierte Beratung in der Pflegeberatung
Hochschule
Ernst-Abbe-Hochschule Jena, ehem. Fachhochschule Jena  (Pflegemanagement/Pflegewissenschaft)
Veranstaltung
Beratung, Schulung in der Pflege
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V192551
ISBN (eBook)
9783656178194
ISBN (Buch)
9783656178965
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lösungsorientierte, beratung, pflegeberatung
Arbeit zitieren
Wolfgang M. Marx (Autor), 2012, Lösungsorientierte Beratung in der Pflegeberatung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/192551

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