Kreativität und Persönlichkeit: Mit Impulsivität und Gewissenhaftigkeit zur kreativen Leistung


Diplomarbeit, 2012
86 Seiten, Note: 1
Isabell Brankstein (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Kapitel I
1.1 Einführung
1.2 Kreativität
1.2.1 Ein systemischer Ansatz
1.3 Kreativität und Persönlichkeit
1.3.1 Bisher gemeinsam mit den BigV-Dimensionen untersuchte Aspek- te der Kreativität
1.3.2 Puccio’s Arbeit über kognitive und affektive Fähigkeiten beim kreativen Problemlösen
1.3.3 Ergebnisse bisheriger Arbeiten über die BigV-Dimensionen und Kreativität

2 Kapitel II
2.1 Die Studie
2.1.1 Zwei gute Gründe für eine weitere Studie über die Rolle der BigV -Dimensionen bei der Kreativität
2.1.2 Die Hypothesen
2.2 Die Methoden
2.2.1 Messinstrumente und Versuchssituation
2.2.2 Vier Dimensionen des FourSight - Inventars
2.2.3 Fünf Dimensionen des NEO-FFI - Persönlichkeitsprofils
2.2.4 Versuchsablauf
2.2.5 Die Stichprobe
2.3 Die Ergebnisse
2.3.1 Ergebnisse aus der deskriptiven Statistik
2.3.2 Ergebnisse aus der Inferenzstatistik
2.3.3 Vertiefende inferenzstatistische Analyse
2.3.4 Clarifierdimension - Ergebnisse
2.3.5 Ideatordimension - Ergebnisse
2.3.6 Developerdimension- Ergebnisse
2.3.7 Implementerdimension- Ergebnisse
2.3.8 Zusatzergebnisse
2.4 Diskussion
2.4.1 Die Persönlichkeit der Clarifier
2.4.2 Die Persönlichkeit der Ideatoren
2.4.3 Die Persönlichkeit der Developer
2.4.4 Die Persönlichkeit der Implementer

3 Kapitel III
3.1 Weiterführende Gedanken
3.2 Bedeutung der Ergebnisse für die Praxis

4 Literatur

II Anhang

1 Kapitel I

1.1 Einführung

Kreativität und Innovationsfähigkeit sind Schlüsselqualifikationen, die im Personalmanagement zunehmend an Bedeutung gewinnen. Anstoß und Hintergrund ist ein Wandel von Arbeit, bedingt durch die Sättigung der Märkte oder auch der Globalisierung, mit der Auslagerung von Dienstleistungen. Die neue Form der Betriebs- und Arbeitsorganisation beinhaltet den Abbau von Hierarchien, die Integration von Planung und Ausführung, ständig wechselnde Arbeitsaufgaben, die kontinuierliche Weiterentwicklung und den Transfer des eigenen Wissens. Es entstehen neue Arbeitsaufgaben, deren erfolgreiche Bewältigung die Persönlichkeit und Kreativität des/der ArbeiterIn in den Vordergrund stellt (Schuler, 1995; Sevsay-Tegethoff, 2004).

Dass Kreativität ein großer wirtschaftlicher Faktor ist, zeigen Messwerte von Florida (2005), die beim Vergleich einzelner Länder stark positive Korrelationen der Kreativität heimischer Unternehmen mit dem Bruttoinlandsprodukt des jeweiligen Landes zeigten.

Die Kreativität des/der ArbeiterIn wird zunehmend ausschlaggebend für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Wobei es sich bei der Kreativität um die Fähigkeit handelt, kreative Produkte entstehen zu lassen, Produkte, die sowohl neu, als auch nützlich sind. Sternberg und Lubart ( 1999) definieren Kreativität als “...the ability to produce work that is both novel (i.e., original, unexpected) and appropriate (i.e., useful, adaptive concerning task constraints)”.

Die Entstehung von kreativen Produkten wird im Creativity Change Model von Puccio (2011) behandelt. Zentral ist hierbei ein Prozessmodell der Kreativität mit einem Schwerpunkt auf kreativen Phasen, die von der Problemerfassung über die Ideenfindung bis hin zur Ideenumsetzung reichen.

Kernfrage dieser Arbeit ist, ob es Persönlichkeitsprofile gibt, die gemeinsam mit Prä- ferenzen auf den kreativen Phasen auftreten. Ihre Beantwortung wäre möglicherweise wichtig, wenn es darum geht, die optimale Teamzusammenstellung einer Arbeitsgruppe oder die optimale Zuteilung der Arbeitsaufgaben auf einzelne MitarbeiterInnen in Unternehmen zu ermöglichen.

1.2 Kreativität

1.2.1 Ein systemischer Ansatz

Bei der Entstehung kreativer Produkte stehen Personen-, Prozess-, Produkt- und Umgebungsfaktoren in wechselseitiger Abhängigkeit voneinander. Der Personen-Faktor beinhaltet Merkmale, wie Persönlichkeit, Wissen, Erfahrung, individuelle Fähigkeiten und Motivation. Sie beeinflussen die Art und Menge der von einer Person produzierten krea- tiven Produkte. Der Begriff “kreatives Produkt” wird hierbei verwendet für materielle Gegenstände, als auch für immaterielle Gegenstände, wie Tätigkeiten, Ideen oder Theo- rien, die sowohl neu als auch als nützlich sind. Bei ihrer Entstehung können eine Anzahl von Prozessphasen durchlaufen werden, was im “Creative Change Model” von Puccio (2005) auch als Problemlöseprozess behandelt wird, da Kreativität eng im Zusammen- hang steht mit der Überbrückung der Lücke zwischen dem was ist und dem was sein soll. Johnson (1972) verweist auf die Kreativität, die dazu dienen muss, um :”... ein Pro- blem zu lösen, einen Zustand zu verbessern oder ein vorhandenes Ziel zu vollenden”. Im Rahmen des kreativen Prozesses oder somit des Problemlöseprozesses werden, so Puccio (2005), Phasen durchlaufen, die von der Situationsanalyse und Problemerfassung, über das Entwickeln von Visionen und Ideen bis hin zur Umsetzung der Ideen und der Suche nach gesellschaftlicher Akzeptanz für das neue Produkt oder die Problemlösung reichen.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der im systemischen Ansatz berücksichtigt wird, ist die Umgebung, in der kreative Produkte entstehen. Gemeint ist der Einfluss des psychischen und physischen Klimas, der Kultur in der wir leben, die den Ausdruck unseres kreativen Verhaltens mitbestimmen.

Die Qualität, aber auch die Quantität der entstandenen kreativen Produkte hängt von Personen ab, die mehrere Prozessphasen in einer spezifischen Umgebung durchlaufen. Mit bestimmten Fähigkeiten, Wissen und bestimmten Charaktereigenschaften, in einer kreativitätsfördernden Umgebung einen effektiven Prozess zu durchlaufen, fördert die Erzeugung kreativer Produkte, die Erzeugung neuer und nützlicher, materiell oder immaterieller Ergebnisse.

In der folgenden Arbeit wird versucht mit Hilfe der BigV -Persönlichkeitsdimensionen jene Personen- oder Charaktereigenschaften zu finden, die gleichzeitig mit individuellen Stärken auf den einzelnen Kreativphasen auftreten. Der Umgebungs- und im engen Sinne auch der Produktfaktor kann nicht berücksichtigt werden, da dies den Rahmen der Untersuchung sprengen würde.

1.3 Kreativität und Persönlichkeit

1.3.1 Bisher gemeinsam mit den BigV-Dimensionen untersuchte Aspekte der Kreativität

Es folgt ein kurzer Überblick über die Rolle der BigV-Persönlichkeitsdimensionen in der Kreativitätsforschung. Zahlreiche Studien messen häufig unterschiedliche Aspekte der Kreativität. So wurden bei Griffin und McDermott (1998), Furnham und Bachtiar (2008), Silvia, Nusbaum, Berg, Martin und O’Connor (2009), Stumm, Chung und Furnham (2011), Wolfradt und Pretz (2001) oder Götz und Götz (1979) die BigV-Ausprägungen gemeinsam mit alltäglichen, kreativen Aktivitäten und Interessen und kreativen Biogra- phien untersucht. Bei Batey,Chamorro-Premuzic und Furnham (2010), Furnham, Crump, Batey und Chamorro-Premuzic (2009), Furnham und Bachtiar (2008), Stumm, Chung, et al. (2011), Eysenck und Furnham, (1993) wurden sie gemeinsam mit der Qualität und Quantität von neuen und originellen Ideen untersucht. Furnham und Bachtiar (2008), Furnham,Batey,Anand und Manfield (2008) oder Silvia, Nusbaum, et al. (2009) unter- suchten sie gemeinsam mit dem divergenten Denken. Bei Silvia, Nusbaum, et al. (2009), Wolfradt und Pretz (2001) wurde ein eher globaler Kreativitätsbegriff verwendet, bei Wolfradt und Pretz (2001) oder Averill (1999) ein mehr spezifischer Begriff wie der ver- balen Kreativität oder der emotionalen Kreativität.

1.3.2 Puccio’s Arbeit über kognitive und affektive Fähigkeiten beim kreati ven Problemlösen

Mit Blick auf Puccio’s Konzept des kreativen Prozesses, treten die im Kapitel 1.2.1 genannten Aspekte der Kreativität, wie beispielsweise das divergente Denken, die Produk- tion neuer und origineller Ideen oder die kreative Alltagsaktivität in allen Prozessphasen, bei der Problementdeckung, der Ideenentwicklung, der Lösungsplanung- und umsetzung auf. Puccio (2005) geht sogar soweit, die Balance von divergentem und konvergentem Denken als das Herzstück effektiven kreativen Problemlösens zu bezeichnen. Erst wenn sich die effektive Suche nach vielen und neuen Lösungsalternativen, das divergente Den- ken, mit dem konvergentem Denken, der fokussierten und bejahenden Beurteilung von Lösungsalternativen verbindet, kann ein optimales Prozessergebnis, ein optimales, krea- tives Produkt entstehen.

Einen weiteren wichtigen Aspekt der Kreativität sieht Puccio (2005) bei den affekti- ven Fähigkeiten einer Person. Einstellungen und Emotionen interagieren und beeinflussen das Denken und somit die Herangehensweise an ein Problem. Ohne die emotionale In- telligenz, die Fähigkeit, eigene Emotionen und Emotionen anderer zu erfassen und zu bewältigen, ist kein erfolgreiches kreatives Problemlösen möglich. “To create creative products, you must marry clear thinking with emotional states, such as courage, risk taking and tolerance for ambiguity”, so Puccio (2005). Wo in einzelnen Kreativpha- sen spezifisch affektive Fähigkeiten für den Erfolg von unterschiedlicher Wichtigkeit sein könnten, konnte Puccio (2005) einige Fähigkeiten entdecken, die für das effektive Funk- tionieren über den ganzen Problemlöseprozess hinweg von Bedeutung sind. Ohne die Offenheit für Neues (die Fähigkeit, Informationen und Ideen zu betrachten, die auf den ersten Blick ungewohnt und riskant erscheinen), ohne die Toleranz für Ambiguität (die Fähigkeit mit Unsicherheit umzugehen und vermeiden zu können, zu schnell ein Ende des Lösungsweges anzustreben) und ohne Toleranz für Komplexität ( der Fähigkeit weiterhin offen und ausdauernd zu bleiben, ohne von der großen Informationsflut, der Komplexität von Problemen und den konkurrierenden Perspektiven entmutigt zu werden) wird kein optimales kreatives Problemlösen möglich sein.

In “Examining the Relationship between Personality Traits and Creativity Styles” haben Puccio und Grivas (2009) die affektiven Fähigkeiten in den Kreativphasen un- tersucht, indem sie Persönlichkeitsfaktoren des DiSC Personal Profile System auf den Phasen “Problementdeckung”, “Ideenentwicklung “, “Lösungsplanung” und “Lösungsum- setzung” beleuchteten. Hohe Fähigkeiten bei der Problementdeckung wurden bei den hoch Gewissenhaften beobachtet. Bei der Ideenentwicklung hatten energische und ziel- strebige Personen, mit hohen “Dominance”-ausprägungen gute Fähigkeiten. Anders bei den sicherheitsliebenden, ruhig und berechenbaren Personen, mit hohen Ausprägungen auf der “Steadiness”-dimension, die bei der Ideenentwicklung weniger gut abschnitten. Bei der Lösungsplanung wurden hohe Fähigkeiten bei den hoch Gewissenhaften beob- achtet. Zielstrebige, energische Personen mit hohen “Dominance”-ausprägungen hatten hohe Fähigkeiten bei der Lösungsumsetzung, anders bei den sicherheitsliebenden, ruhigen Personen mit hohen “Steadiness”-ausprägungen, die hier weniger gut abschnitten.

In der folgenden empirischen Untersuchung wird nun versucht, an die Arbeit von Puccio und Grivas (2009) anzuschließen und die Bedeutung der BigV-Dimensionen auf den Kreativphasen zu untersuchen. Zuvor wird jedoch noch ein kurzer Überblick über die bisherigen Ergebnisse der Arbeiten gegeben, die Kreativität gemeinsam mit den BigVDimensionen untersucht haben.

1.3.3 Ergebnisse bisheriger Arbeiten über die BigV-Dimensionen und Kreativität

In Arbeiten von Griffin und McDermott (1998), Batey, Chamorro-Premuzic, et al. (2010), Furnham und Bachtiar (2008), Furnham, Batey, et al. (2008), Furnham, Crump, et al. (2009), Silvia, Nusbaum, et al. (2009), Stumm,Chung, et al. (2011), Wolfradt und Pretz (2001) war Offenheit für neue Erfahrungen das stärkste Konstrukt. Die Effektgröße bei Offenheit übertraf auch in der Meta-Analyse von Ma (2009) die anderen Dimensionen Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus. Widersprüchliche Ergebnisse wurden besonders bei Neurotizismus gefunden. Götz und Götz (1979) konnten einen negativen Zusammenhang im wissenschaftlichen Kontext be- obachten, einen positiven im künstlerischen Kontext und andere Autoren wie Eysenck und Furnham (1993) weisen auf keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Neuroti- zismus und Kreativität hin. Averill (1999) schlägt vor, dass Neurotizismus die Tendenz zu ungewöhnlichen Antworten impliziert, jedoch neurotisches Verhalten für die gesamte kreative Leistung ineffektiv ist. Silvia, Nusbaum et. al, (2009) fanden einen signifikan- ten negativen Zusammenhang zwischen Neurotizismus und empathie-interpersonellen Faktoren und mit dem “Math-Science”-Faktor von Kreativität. Bei Zusammenfassung mehrere kreativer Messungen fanden Furnham und Bachtiar (2008), Furnham,Crump, et al. (2009) bei Neurotizismus eine Tendenz zu geringen kreativen Fähigkeiten. Ergebnisse von Silvia und Nusbaum (2009) und Batey, Chamorro-Premuzic, et al. (2010) zeigten positive Zusammenhänge zwischen Gewissenhaftigkeit und empathisch- interpersonellen Faktoren der Kreativität und stark negative Zusammenhänge zwischen Gewissenhaftigkeit und der Ideenentwicklung. Auch bei der Messung der verbalen Krea- tivität wurden bei Gewissenhaften eher geringe Fähigkeiten beobachtet. Über die Verträglichkeit wurden wenig signifikante Ergebnisse berichtet. Nur Furnham und Bachtiar (2008) konnten bei hoch Verträglichen gute Fähigkeiten beim divergenten Denken feststellen, diese Ergebnisse bei einer späteren Messung allerdings nicht bestä- tigen (Furnham, Crump et al. 2009). Auch Silvia, Nusbaum et al. (2009) konnten keine speziellen Fähigkeiten hoch Verträglicher beim divergenten Denken feststellen. Viele signifikante Werte wurden bei der Extraversion gemessen, wie etwa eine hohe Kreativität der Extravertierten bei Alltagstätigkeiten oder ihre eher tiefenpsychologisch diagnostizierten Gesamtkreativität auf der Barron-Welsh Art Scale in der Arbeit von Furnham und Bachtiar (2008). Eine hohe Gesamtkreativität von Extravertierten haben Wolfradt und Pretz (2001) mit der “Creative Personality Scale” gemessen. Eine hohe Alltagskreativität bei Extravertierten haben auch Stumm, Chung, et al. (2011) festgestellt. Furnham und Crump (2009) berichten von hohen Fähigkeiten der Extravertierten beim divergenten Denken, von ihren Stärken bei der Produktion neuer und origineller Ideen.

2 Kapitel II

2.1 Die Studie

2.1.1 Zwei gute Gründe für eine weitere Studie über die Rolle der BigV Dimensionen bei der Kreativität

Das Modell der Kreativität als Problemlöseprozess und daraus resultierende Messme- thoden, ermöglichen es, Aspekte der Kreativität zu erfassen, die in bisherigen Studien getrennt mit verschiedenen Methoden untersucht wurden. So wird von Messmethoden, die sich auf den gesamten kreativen Prozess beziehen, neben der Problementdeckung auch die Umsetzung der Problemlösung berücksichtigt und der Kreativitätsaspekt wird nicht auf beispielsweise die Erstellung neuer und origineller Ideen beschränkt.

Ein weiterer guter Grund liegt in der praktischen Anwendbarkeit der Arbeits- und Trainingskonzepte, die in Anlehnung an den kreativen Problemlöseprozess entwickelt wurden. So sind beispielsweise die Konzepte rund um Puccio’s Prozessmodell “Four- Sight” in kreativen und innovativen Unternehmen beliebt: “ include IBM, Disney, Google, Kraft, DuPont, HP, Coca-Cola, 3M, Intel, Nike, Mott’s, Kimberly-Clark, Ge- neral Motors, Duncan Hines, Pfizer, Prudential, State Farm Insurance, CBC, BBC, Manulife Financial, Vodafone, Pfizer, the American Cancer Society, Fisher-Price, the Center for Creative Leadership, Royal Bank, Johnson & Johnson, USBank, Connecticut Children’s Medical Center and the State University of New York ” verfügbar unter URL:http//www.foursightonline.com(24.03.2012).

Arbeits- und Trainingskonzepte rund um das Prozessmodell “FourSight” könnten möglicherweise durch eine Verbindung mit den BigV-Dimensionen noch differenzierter eingesetzt werden.

2.1.2 Die Hypothesen

Sie verbringen gerne die Zeit damit, Probleme klar zu verstehen, bevor sie gezielt eine Lösung anstreben. Sie bewegen sich sorgfältig auf die Problemlösung zu. Bevor sie eine Herausforderung annehmen, betrachten sie sie gründlich. Sie gehen gerne auf Details ein, forschen und hinterfragen und wollen das Problem so genau wie möglich erfassen. Diese Personen, mit hohen Fähigkeiten bei der Problementdeckung werden im Folgenden als Clarifier bezeichnet (Puccio, 2011).

Was sind nun kognitive Merkmale der Clarifier ? Puccio, Murdock und Mance (2005) weisen auf ihre diagnostischen Fähigkeiten hin, die es ermöglichen, Situationen sorgfältig zu betrachten, die Natur von Problemen zu erfassen und effiziente Entscheidungen über das weitere Vorgehen zu treffen. Auch werden strategische Fähigkeiten angenommen, die es ermöglichen Handlungswege, die zum gewünschten Ziel führen, zu antizipieren. Hinsichtlich der affektiven Merkmale der Clarifier spielen bei Puccio, Murdock und Mance (2005) die Neugierde, ein erhöhtes Streben nach Wissen und Erfahrungen und ein Sinn für Diskrepanz, eine Bewusstheit über die Diskrepanz von Sein und Sollen, eine wichtige Rolle.

Die der “Theory of mental self-government” beschreibt Sternberg (1988) 13 Denksti- le, deren Verhältnis zu den BigV-Dimensionen von Zhang und Huang (2001) untersucht wurden und die Hinweise über die Rolle der BigV-Dimensionen in den Kreativphasen geben könnten.

Zhang und Huang (2001) haben bei emotional labilen Personen eine Präferenz für Situationen beobachtet, die genaue Instruktionen und Richtlinien bereitstellen (hoch aus- geprägter exekutiver und konservativer Denkstil). Auch konnte beobachtet werde, dass emotional Labile mit Aufgaben, die sie nicht kennen, weniger gut zurechtkommen (ge- ring ausgeprägter liberaler Denkstil) und es ihnen schwer fällt, neue Ideen zu entwickeln (gering ausgeprägter legislativer Denkstil). Ein exekutiver und konservativer Denkstil, sowie ein gering ausgeprägter liberaler Denkstil könnten mit geringen Erfolgen bei der Problementdeckung verbunden sein.

Emotional Labile tendieren zur Sensitization und haben ein besonderes Bedürfnis, in bedrohlichen, mehrdeutig und unklaren Situationen nach genauen Informationen zu suchen, so Byrne et al. (1963) im Rahmen des Sensitization/Repressions-Modells. Das würde nun aber auch bedeuten, dass emotional Labile gerade in der Phase der Proble- mentdeckung nicht all zu niedrige Fähigkeiten haben müssten. Rohrmann (1998) verweist allerdings auch auf die geringe physiologische Erregbarkeit unter Stress bei Sensitizern, die bei Überlegungen dieser Art zu beachten ist. So ist eine erhöhte physiologische Reak- tion ein Zeichen für eine angemessene Stressreaktion, die eine optimale Situationsanpas- sung ermöglicht, es also auch ermöglicht, einen Zustand einzunehmen, der die optimale Situationserfassung und Informationssuche bei der Problementdeckung möglich macht (Lazarus und Folkman,1987) und die bei emotional Labilen durch den Mangel optimaler Aktivierung häufig nicht eintreten könnte. Aus diesen Überlegungen lässt sich nun die erste Hypothese ableiten:

H1a: Emotionale labile Personen haben geringere Clarifierausprägungen als emotional stabile Personen.

Hinsichtlich der Offenheitsdimension weisen Zhang und Huang (2001) auf die Tendenz der Offenen, mit Aufgaben, die sie nicht kennen, im Allgemeinen gut zurechtzukommen hin. Puccio, Murdock und Mance (2005) verbinden die Neugierde, Lernfreudigkeit und Wissbegierigkeit der Offenen mit hohen Fähigkeiten bei der Problementdeckung. Es ergibt sich eine weitere Hypothese:

H1b: Offene Personen zeigen hohe Clarifier-Ausprägungen.

Sie entwickeln gerne ausführliche Konzepte und Ideen, sind fähig, Situationen und Probleme als Ganzes zu erfassen, beschäftigen sich gerne mit Abstraktionen und globalen Problemen und halten sich nicht zu lange mit Details auf. Sie sind gedanklich flexibel und können für eine Problemstellung eine Vielzahl an möglichen Lösungen erstellen. Sie springen häufig von einer Idee zur nächsten, ohne eine in die Tat umzusetzen. Diese Personen, mit guten Fähigkeiten bei der Ideenentwicklung, werden im Folgenden als Ideatoren bezeichnet (Puccio, 2011).

Was sind die kognitiven Merkmale der Ideatoren ? Sie sind visionäre Denker, sie sind sich ihrer Ziele bewusst und können schnell und mit geringer Anstrengung originelle, mentale Bilder entwickeln, die auf das Problem und dessen Lösung bezogen sind, so Puccio, Murdock und Mance (2005).

Zu ihren affektiven Merkmalen zählen ihre “Wunschkraft” und “Hoffnungsfähigkeit” , eine zuversichtliche innere Ausrichtung mit einer positiven Erwartungshaltung, dass etwas Wünschenswertes in der Zukunft geschieht. Charakteristisch ist ihre “Verspieltheit” und “Ungehemmtheit”. Sie besitzen Fähigkeiten, die es zulassen, frei mit Ideen zu spielen.

Mit Blick auf die Denkstile der “Theory of mental self-government” (Sternberg, 1988) könnte sowohl der globale Denkstil ( mit Blick auf das Ganze und der Tendenz zu abstrakten Ideen), als auch der liberale Denkstil (Fähigkeit mit Neuem und Ungewohnten zu arbeiten) mit guten Fähigkeiten bei der Ideenentwicklung verbunden sein.

Bei Extravertierten wurde bei Zhang und Huang (2001) eine starke Tendenz zum globalen Denkstil beobachtet, zum liberalen Denkstil allerdings nicht. Haben nun Extravertierte gute Ideatorfähigkeiten und sind sie bei der Ideenentwick- lung erfolgreicher als Introvertierte ? Einen Hinweis könnte Cloninger’s Novelty Seeking- Theory (1987) geben, die auf die interindividuelle Tendenz, bei neuen Reizen für eine potentielle Belohnung durch eine freudige Erregung zu reagieren, hinweist. Davon ab- hängig ist auch die, auf die Belohnung ausgerichtete Aktivität, aber auch die aktive Vermeidung von Monotonie und potentieller Bestrafung. Personen mit hoher Novelty Seeking-Ausprägung sind impulsiv, erregbar und jederzeit bereit, sich neuen Interessen oder Aktivitäten zuzuwenden. Sie vernachlässigen gerne Details und werden leicht ab- gelenkt oder gelangweilt. Personen mit geringer Novelty Seeking-Ausprägung entwickeln nur langsam neue Interessen, sorgen sich um winzige Details und müssen Dinge ausgie- big durchdenken, bevor sie eine Entscheidung treffen. Diese Personen werden in Hennig und Netter (2005) als durchdacht, beherrscht und ausdauernd beschrieben. Es könnte angenommen werden, dass Personen mit hohen Novelty Seeking-Ausprägungen auch ho- he Ideatorausprägungen besitzen und gute Fähigkeiten bei der Ideenentwicklung zeigen. Cloninger (1987) nimmt einen stark positiven Zusammenhang zwischen Novelty Seeking- Ausprägungen und Extraversion an. Daraus folgt eine weiter Hypothese:

H2a: Extravertierte haben hohe Ausprägungen auf der Ideatordimension.

Bei offenen Personen beobachteten Zhang und Hunag (2001) eine Tendenz zum liberalen Denkstil, die Fähigkeit, sich in widersprüchlichen, unklaren Situationen gut zu- rechtzufinden, was bei der Ideenentwicklung eine wichtige Rolle spielen könnte. Auch bringen Offene durch ihre Neugierde und Wissbegierde einen großen Erfahrungsschatz mit, was die Entwicklung vieler verschiedener Ideen begünstigen könnte. Offene haben ein hohes Maß an Phantasie und Verspieltheit, Merkmale die häufig bei Personen mit guten Ideatorfähigkeiten beobachtet werden können. Es ergibt sich eine weitere Hypo- these:

H2b: Offene Personen haben eine hohe Ausprägung auf der Ideatordimension.

Sie besitzen eine hohe Fähigkeit bei der Analyse von Problemlösungen, wiegen Vor- und Nachteile genau ab, können aus unausgereiften Ideen konkrete Handlungspläne er- stellen, bleiben allerdings auf der Suche nach der perfekten Lösung häufig zu lange in der Planungsphase. Sie sind häufig reflektiert, pragmatisch, organisiert, strukturiert und zurückhaltend. Personen mit diesen Merkmalen haben gute Fähigkeiten in der Phase der Lösungsplanung und werden im Folgenden als Developer bezeichnet (Puccio, 2011). Was sind nun kognitive und affektive Merkmale der Developer ? Puccio, Murdock und Mance (2005) weisen auf eine Tendenz zum taktischen Denken hin, auf gute Fähig-keiten beim Ausarbeiten von Plänen mit spezifischen, messbaren Handlungsschritten und Methoden zur Messung der Effektivität eines Lösungsschritts. Developer zeigen Stärken im Bewertungsdenken, das sich auf die Begründbarkeit der Qualität von Ideen bezieht. Sie vermeiden häufig überstürzte Entscheidungen und besitzen häufig eine geringe Risi-kotoleranz .

Mit einem Blick auf die Self-government-Theory können ein ausgeprägter exekutiver Denkstil (Präferenz für das Arbeiten mit genauen Instruktionen und Strukturen) und ein ausgeprägter Judical-Denkstil (Präferenz für Aufgaben, die eine klare Bewertung und ein klares Urteil ermöglichen) mit guten Fähigkeiten bei der Lösungsplanung verbunden sein.

Zhang und Huang (2001) nehmen bei Gewissenhaften eine starke Tendenz zum Judical-und exekutiven Denkstil an, bei Extravertierten zwar eine starke Tendenz zum Judical-Denkstil, allerdings nur eine durchschnittliche Tendenz zum exekutiven Denkstil.

Gewissenhaftigkeit hat, so Stemmler, Hagemann, Amelang und Bartussek (2011), eine negative Ladung auf dem Zuckerman-Faktor Impulsivität, auch wird eine Nähe zum Konstrukt Kontrolliertheit angenommen, was auf ausgeprägte Developerfähigkeiten von Gewissenhaften hinweisen könnte. Es ergibt sich eine weitere Hypothese:

H3a: Gewissenhafte Personen haben hohe Developerausprägungen.

Ein gewisses Maß an Zurückhaltung, eine geringe Impulsivität könnten in der Phase der Lösungsplanung eine bedeutende Rolle spielen, da eine hohe Impulsivität dazu führen könnte, bestehende Ideen sofort in die Tat umzusetzen, noch bevor sie in einer gründlichen Bewertungs- und Planungsphase geprüft wurden. Gray (1970) beschreibt extraver- tierte, emotional labile Personen als impulsive Personen. In der Responsive-Sensitivity- Theorie wird auf den starken Zusammenhang zwischen der Impulsitivität und den Unter- schieden in der Sensitivität der Verhaltenshemm- und aktivierungssysteme (BIS/BAS) für jeweilige Belohnungs- und Bestrafungsreize verwiesen. Extravertierte, emotional labile Personen haben eine hohe Sensitivität für Belohnungsreize und ein hoch reagibles Ver- haltensaktivierungssystem (BAS), bei dessen Aktivierung ein Annäherungsverhalten dem Belohnungsreiz gegenüber ausgelöst wird. Weiters ist emotionale Labilität und gleichzei- tige Introversion mit Ängstlichkeit verbunden. Die Ängstlichkeit ist, wie die Impulsivität, durch Unterschiede der Sensitivität der BIS/BAS für Belohnungs- und Bestrafungsreize bedingt. Introvertierte, emotional Labile haben eine hohe Sensitivität für Bestrafungs- reize und ein hoch reagibles Verhaltenshemmsystem (BIS), bei dessen Aktivierung ein Vermeidungsverhalten dem Bestrafungsreiz gegenüber ausgelöst wird (Gray, 1970). Es ergibt sich eine weitere Hypothese:

H3b: Extravertierte, emotional labile Personen zeigen niedrigere Developerausprägungen, als introvertierte, emotional stabile Personen.

Sie sind stark motiviert, Ideen in die Tat umzusetzen, legen ihren Fokus gerne auf konkrete Ergebnisse, können ihre eigenen Ideen strukturieren und sind bemüht, ständig neue Ideen in die Tat umzusetzen. Sie sind ausdauernd, entscheidungsfreudig, ziel- und handlungsorientiert. Allerdings sind sie häufig auch ungeduldig und überstürzen Handlungen. Diese Personen, mit guten Fähigkeiten bei der Umsetzung von Problemlösungen, werden im Folgenden als Implementer bezeichnet (Puccio, 2011).

Welche kognitiven und affektiven Merkmale bei Implementern beobachtet werden, beschreibt Puccio (2011). Ihre Fokussierung der Handlungsausführung tritt häufig ge- paart mit der Akzeptanz-Suche für eigene Ideen und Handlungspläne auf. Sie besitzen hohe Fähigkeiten im kontextuellem Denken, d.h. sie sind gut darin, Umstände und Bedingungen, die Handlungserfolge unterstützen bzw. hemmen zu verknüpfen. Sie besitzen auch ein hohes Maß an Sensitivität der Umwelt gegenüber und sind sich ihrer physischen und psychischen Umgebung zu einem hohen Grad bewusst.

Ein nach außen gerichteter Denkstil, die Präferenz für die Zusammenarbeit mit ande- ren, ermöglicht es ihnen, in gemeinsamen Projekten mit anderen erfolgreich zu sein. Der gesellschaftliche oder zwischenmenschliche Aspekt hat in der Phase der Ideenumsetzung einen hohen Stellenwert, da eine umgesetzte Idee erst dann zu einem kreativen Produkt wird, wenn es von anderen als brauchbar oder befriedigend angesehen wird.

Bei Extravertierten wurde bei Zhang und Huang (2001) eine Präferenz für das gemeinsame Arbeiten mit anderen beobachtet. Extravertierte sind hoch gesellig, haben das Bedürfnis, sich sozial mitzuteilen und besitzen häufig die Fähigkeit, ihre Absichten und Gefühle zu kommunizieren, so Borkenau und Ostendorf (2008). Der gesellschaftliche und zwischenmenschliche Aspekt spielt in der Phase der Ideenumsetzung eine wichtige Rolle, da die Wahrnehmung der Neuheit und Nützlichkeit eines Produktes durch einen oder mehrere Personen für die Entscheidung über die Kreativität eines Produktes eine wichtige Rolle spielt, so Sternberg und Lubart (1999).

Gray (1970) beschreibt introvertierte, emotional labile Personen als ängstliche Perso- nen mit einer hohen Sensitivität für Bestrafungsreize und einem hoch reagiblen Verhal- tenshemmsystem (BIS), bei dessen Aktivierung ein Vermeidungsverhalten dem Bestra- fungsreiz gegenüber ausgelöst wird. Introvertierte, emotional labile Personen könnten daher bei der Umsetzung von Problemlösungen wenig erfolgreich sein. Anders als bei den extravertierten, emotional labilen Personen, die eine hohe Sensitivität für Beloh- nungsreize zeigen und ein hoch reagibles Verhaltensaktivierungssystem (BAS) haben, bei dessen Aktivierung ein Annäherungsverhalten dem Belohnungsreiz gegenüber aus- gelöst wird. Extravertierte, emotional labile Personen könnten hohe Fähigkeiten bei der Ideenumsetzung haben. Es ergeben sich die letzten Hypothesen dieser Studie:

H4a: Introvertierte, emotional labile Personen haben geringe Implementerausprägungen. H4b: Extravertierte, emotional labile Personen haben höhere Implementerausprägungen, als introvertierte, emotional labile Personen.

2.2 Die Methoden

2.2.1 Messinstrumente und Versuchssituation

Die Erhebung der kreativen Fähigkeiten erfolgte mittels FourSight-Inventar von Puccio (2011), das für diese Arbeit ins Deutsche übersetzt wurde. Die vier Kreativdimensionen “Clarification”, “Ideation”, “Development” und “Implementation” werden durch jeweils neun Items mit einer fünfstufigen Antwortskala,von “starke Ablehnung” bis “starke Zu- stimmung”, abgebildet. So ergeben sich insgesamt, gemeinsam mit einem Probeitem, siebenunddreißig Items. Puccio (2002) berichtet von einem Cronbach Alpha, der bei allen Dimensionen bei über 0.70 liegt. Bei der Reliabilitätsanalyse der deutschen Übersetzung des FourSight konnten ähnliche Werte berichtet werden (siehe Tabelle A-1 im Anhang). Das FourSight-Inventar wurde in seinem langjährigen Entstehungsprozess zahlreicher Validitätsstudien unterzogen, die seine angemessene Abbildung der Kreativität belegen konnten.

Um die Persönlichkeit zu erfassen, wurde das NEO-Fünf-Faktoren Inventar (NEO- FFI) von Costa und McCrae (2008) verwendet. Es umfasst fünf universelle Persönlich- keitsdimensionen, Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Soziale Ver- träglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Diese werden mit je zwölf Items abgebildet, die mit einer fünfstufigen Antwortskala, übereinstimmend mit der des FourSight-Inventars, zu beantworten sind. Auch beim NEO-FFI kann eine hohe Reliabilität angenommen werden (siehe Tabelle A-2 im Anhang). Studien zur Konstrukt- und Kriterienvalidität berichten eine zufriedenstellende Abbildung der Persönlichkeit durch den NEO-FFI, so Borkenau und Ostendorf (2008).

Um Kosten und Zeit zu sparen, wurde die Datengewinnung in Form einer Online- Erhebung durchgeführt. Ein weiterer Vorteil ist, dass bestimmte Fehlerquellen vermieden werden können, da beispielsweise die manuelle Datenerfassung von Papierfragebögen häufig fehleranfällig ist. Auch kann bei der Online-Erhebung der oft störende soziale Einfluss einer Face-to-Face-Befragung durch den Interviewer vermieden werden, so die Deutsche Gesellschaft für Online-Forschung (2007).

Es wurde die Befragungssoftware Unipark (URL:http://www.unipark.de[12.03.2012]) verwendet, entwickelt von den Gründern der Deutschen Gesellschaft für Online-Forschung (D.G.O.F.e.V.).

Der Link mit der Onlinebefragung wurde an eine Vielzahl an Personen weitergeleitet, zum einen direkt via E-Mail, zum anderen mittels Veröffentlichungen auf Institutionshomepages und Newslettern (siehe Anhang). Eine Pretestung mit 40 Personen fand im Zeitraum 19.10-31.10 statt, die Hauptestung zwischen 1.11.011 und 30.1. 012. Die Daten der Pretestung wurden zur Haupterhebung hinzugefügt.

2.2.2 Vier Dimensionen des FourSight - Inventars

Clarification: Hierbei steht die Entdeckung der Aufgaben- und Problemstellung im Vordergrund. Personen mit hohen Ausprägungen auf dieser Dimension verbringen gerne die Zeit damit, ein Problem klar zu verstehen, bevor sie eine Lösungen anstreben. Sie betrachten eine Herausforderung gründlich, bevor sie sie annehmen und bewegen sich behutsam auf die Problemlösung zu. Clarifier gehen gerne auf Details ein, beforschen und untersuchen ihre Umgebung und sammeln viele Informationen, um ein Problem besser verstehen zu können. Clarifier sind fokussiert, methodisch, ordentlich, reflektiert, ernst und organisiert.

Ideation: Hierbei steht die Ideenfindung im Vordergrund. Personen mit hohen Ausprägungen auf der Ideatordimension entwickeln gerne ausführliche Konzepte und Ideen. Sie sind fähig Situationen und Probleme als Ganzes zu überblicken und beschäftigen sich gerne mit Abstraktionen und globalen Problemen. Ideatoren zeichnen sich durch ihre gedankliche Flexibilität aus und sind fähig eine Vielzahl an möglichen Lösungen für dieselbe Problemsituation zu erzeugen. Sie springen häufig von einer Idee zur nächsten, ohne eine in die Tat umzusetzen und übersehen häufig Details. Ideatoren sind verspielt, imaginativ, sozial, anpassungsfähig, flexibel, abenteuerlustig und unabhängig.

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Ende der Leseprobe aus 86 Seiten

Details

Titel
Kreativität und Persönlichkeit: Mit Impulsivität und Gewissenhaftigkeit zur kreativen Leistung
Hochschule
Universität Salzburg  (Psychologie)
Note
1
Autor
Jahr
2012
Seiten
86
Katalognummer
V194000
ISBN (eBook)
9783656194743
ISBN (Buch)
9783656195740
Dateigröße
2609 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kreativer Prozess, Big V, Kreativität, psychological diversity
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Isabell Brankstein (Autor), 2012, Kreativität und Persönlichkeit: Mit Impulsivität und Gewissenhaftigkeit zur kreativen Leistung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194000

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