Bildung in der Jugendarbeit: Träger - Didaktik - Gesellschaft - Ganztagsschule


Masterarbeit, 2011

91 Seiten, Note: 2,2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

0. Einleitung

1. Jugendbildung die Herleitung des Begriffes
1.1. Bildung eine Definition
1.2. Die unterschiedlichen Formen der Prozesse: formal, nonformal, informell
1.3. Jugendbildung Eine Begriffsbestimmung

2. Träger der Jugendbildung
2.1. Jugendamt
2.2. Freie Träger der Jugendhilfe mit öffentlichen Auftrag
2.3. Jugendverbände/Jugendringe
2.4. Jugendbildungsstätten
2.5. Massenmedien

3. Didaktik/Methodik der Jugendbildung
3.1. Didaktik
3.2. Die Methode und ihr Verhältnis zur Didaktik
3.3. Methoden der Jugendbildung
3.3.1. Seminar/Kurs
3.3.2. Gruppenarbeit
3.3.3. Projektarbeit
3.3.4. Animation
3.4. Beispiel Das Demokratiecamp des Humanistischen Regionalverbandes Ostbrandenburg e.V
3.4.1. Rahmenbedingungen und Spielidee
3.4.2. Didaktik/Methodik

4. Jugendbildung und Gesellschaft
4.1. Die funktional differenzierte Gesellschaft
4.2. Jugendbildung in einer funktional differenzierten Gesellschaft

5. Die Ganztagsschule und ihre Auswirkungen auf die Jugendbildung
5.1. Die Idee der Ganztagsschule
5.2. Die Bedeutung für die Jugendbildung

6. Resümee und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang
1. Partnerschaften bilden - Unterstützung sichern (Ein Fortbildungsangebot des Landesjugendring Brandenburg)
2. Demokratiecamp des Humanistischen Regionalverband Ostbrandenburg e.V.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

0. Einleitung

Die hohe Bedeutung von Bildung in Deutschland kann schon dem Grundgesetz entnommen werden. So ist bereits in Artikel 7 Absatz 1 GG festgehalten, dass Bildung unter die staatliche Aufsicht fällt. Der Staat behält sich demnach vor, die Bildung zu steuern. Doch was genau meint Bildung? Im Allgemeinen wird sie mit der Institution Schule gleichgesetzt. Ist dem so? Oder ist Bildung mehr als Schule? So sieht es zumindest Karin Böllert und meint weiter:

„Schätzungen zu Folge finden Bildungsprozesse zu 30% in formalen Bildungsinstitutionen statt, den weitaus größten Anteil an Bildung leisten aber informelle Bildungsbereiche und nicht-formelle Bildungsinstitutionen."[1]

Diese Aussage beinhaltet die Kernthese, die dieser Arbeit zugrunde liegt. Es geht um die Annahme, dass formale Bildungseinrichtungen zweifelsohne einen wichtigen Bestandteil des deutschen Bildungssystems darstellen. Jedoch wurde und wird der Bereich der außerschulischen Jugendbildung[2] weithin unterschätzt und erhält bis heute nicht die Anerkennung, die seiner Bedeutung in der Gesellschaft[3] gerecht wird. So wurde er bislang oft als die Ursache für ein Scheitern in der Schule, also vielmehr als Fundament schulischer Bildung betrachtet, womit eine klare Hierarchisierung einhergeht.[4] Das Themenfeld dieser Arbeit ist auf ein Praxis- und Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit gerichtet, nämlich der Kinder- und Jugendhilfe, welche sich auch heute noch in der nachgeordneten Rolle in der Bildung wiederfindet. Sicher ist eine Rollenzuweisung immer durch zwei Seiten bedingt. Der Einen, die diese Rolle zuweist und der Anderen, die die Rolle annimmt und sich in diesem Konstrukt konform bewegt. Treten nun die im Feld der Kinder- und Jugendhilfe Tätigen dieser Zuweisung entgegen, verursacht dies einen Rollenkonflikt.[5] In diesem Stadium befindet sich derzeit die öffentliche Debatte, erkennbar durch Schlagworte in der Fachliteratur wie die „Bildungsmisere“ und die „neue Bildungsdebatte“.[6] Ihren Ausgangspunkt nahm diese Diskussion wohl unwidersprochen in der Veröffentlichung der Ergebnisse von Bildungsstudien[7] um die Jahrtausendwende und danach.

Dabei ist es als grundsätzlich positiv zu betrachten, dass durch die Ergebnisse dieser Bildungsstudien der gesamte Bildungsprozess und die derzeitigen Bildungssysteme in Deutschland in Frage gestellt werden. Bock und Otto stellen noch immer folgende Probleme des Bildungssystems fest:

- Das System steigert die Leistungsunterschiede zwischen den Schülern, so zum Beispiel durch die Mehrgliedrigkeit,
- die soziale Herkunft hat einen großen Einfluss auf den erlangten Bildungsabschluss,
- die kulturelle Herkunft ist ein wesentlicher Faktor zum Nichterreichen eines Bildungsabschlusses.[8]

Das soeben erwähnte grundsätzlich Positive an einer kritischen Auseinandersetzung mit dem deutschen Bildungssystem ist die Einigkeit darüber, dass es Änderungen geben muss, da das bisherige Bildungssystem sowie die Gewichtungen in der Umsetzung von Bildung Defizite aufweisen. Weiterhin ist der Zusammenhang zwischen der Zukunft der Heranwachsenden und ihrer Bildung im Kinder- und Jugendalter unumstritten. Zudem wird davon gesprochen, dass wir uns von einer Industriegesellschaft hin zu einer Bildungsgesellschaft entwickelt haben, wobei eine Ausrichtung einer Gesellschaft in Richtung Bildung grundsätzlich als förderlich für Bildung bezeichnet werden kann.[9]

Nun kann diese Arbeit kein neues und umfassendes Bildungsmodell kreieren. Sie wird sich mit einem Teil der Bildung beschäftigen, nämlich jenem der (außerschulischen) Jugendbildung. Allerdings liegt dieser Betrachtung die Annahme eines funktionierenden Modells des gesamtdeutschen Bildungssystems zugrunde. Denn kein Teilbereich der Bildung kann die Schwächen eines anderen Bereiches in Gänze kompensieren.[10] Vielmehr behindern diese Schwächen die anderen Bereiche - kann ein Kind nicht lesen, kann es nur schwer einen selbstbestimmten Lernprozess anstoßen; fehlt einem Kind die Fähigkeit der sozialen Interaktion, wird es im schulischen Klassengefüge Schwierigkeiten beim gemeinschaftlichen Lernen haben. Und doch stellt sich die Frage nach der Funktionalität und Effektivität der einzelnen Bereiche, um eine Grundlage für die Entwicklung eines nahezu allumfassenden Bildungsbegriffes zu erarbeiten.

Für die Erarbeitung dieses Themenfeldes werden folgende Thesen in dieser Arbeit geprüft:

- Der Begriff außerschulische Jugendbildung ist nicht treffend und suggeriert somit eine falsche Vorstellung der in diesem Bereich stattfindenden Prozesse und deren Ziele.
- Die Jugendbildung stellt einen herausragenden Bereich der Bildung dar, insbesondere in einem gesellschaftlichen Kontext.
- Durch die neueren gesellschaftlichen Entwicklungen muss Jugendbildung weiterentwickelt und profiliert werden.

Dazu wird die Arbeit den Bereich der Jugendbildung erklären, derzeitige Strukturen darstellen, versuchen das Wirken gesellschaftlich einzuordnen und exemplarisch eine aktuelle Herausforderung in der Umsetzung aufzeigen. Sie stellt nicht die Lebenswelt junger Menschen vor, bezieht sich jedoch auf einen lebensweltorientierten Ansatz Sozialer Arbeit.

Im ersten Teil der Arbeit soll der Prozess „Bildung“ definiert und dem Leser im Sinne der Intersubjektivität[11] die Möglichkeit gegeben werden, die theoretischen Grundannahmen dieser Arbeit nachzuvollziehen. Anschließend findet eine Überleitung zur Thematik, durch eine Begriffsbestimmung der „Jugendbildung“, statt.

Weiterhin wird dargestellt, wer die Protagonisten in der Jugendbildung sind. Es werden die verschiedenen Institutionen vorgestellt und deren Bezug zur Jugendbildung erklärt.

Im dritten Abschnitt werden die didaktischen und methodischen Grundsätze der Jugendbildung erläutert. An einem Beispiel soll dem Leser die Möglichkeit gegeben werden, die praktische Umsetzung von Jugendbildung nachzuvollziehen. Dabei werden Didaktik und Methodik reflektiert.

Der vierte Teil betrachtet Jugendbildung im Kontext einer funktional differenzierten Gesellschaft nach Niklas Luhmann. Es soll versucht werden, die Jugendbildung in dieses Gesellschaftsmodell einzuordnen. Von der Metaebene sollen dann im fünften Abschnitt, mit der Vorstellung der Ganztagsschule und ihrer Bedeutung für das Feld der Jugendbildung, eine Perspektive skizziert werden. Welche Rolle sollte die Jugendbildung im Zuge der Bildungsdebatte haben, was kann sie leisten und was nicht?

1. Jugendbildung - die Herleitung des Begriffes

1.1. Bildung - eine Definition

Ist eine allumfassende Definition von Bildung möglich? Das ist die Kernfrage, die es zunächst zu beantworten gilt. Nach der Ableitung des Wortstammes meint Bildung, wie alle substantivierten Verben in der deutschen Sprache mit dem Suffix -ung, einen Vorgang[12], also einen Prozess.

Als ein erziehungswissenschaftlicher Begriff ist das, was heute darunter verstanden wird, keinesfalls eine eindeutige Definition. Vielmehr sind mehrere unterschiedliche Erklärungen zu finden. Der Grund dafür findet sich wohl in der stetigen Diskussion des Begriffes und der ständigen Verknüpfung mit gesellschaftlichen Belangen und Anforderungen. Weiterhin wird der Begriff inflationär genutzt und besitzt eine Heterogenität. Ob im Alltagsgebrauch oder im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Disziplinen, wie zum Beispiel der Philosophie oder der Erziehungswissenschaft.[13] Weiter ist aus einer semantischen Perspektive davon auszugehen, dass diese Unbestimmtheit aus der Eigenschaft von Bildung herzuleiten ist, „als paradox angelegtes Symbol differenter Identität jede Kommunikation über Präsentes in der Differenz von Vergangenheit und Zukunft, jede Bestimmtheit im Lichte des Möglichen aufzulösen. Als theoretische Figur beschreibt sie einen weder reflexiv noch praktisch abzuschließenden Prozess“.[14] Eine konsensuale Definition ist demnach nicht möglich. Vielmehr kann der Bildungsbegriff mit neuen Bedeutungen belegt werden und doch gibt er einen klaren Rahmen, der dafür Sorge trägt, dass die wissenschaftliche Bedeutung weiterhin einen hohen Stellenwert besitzt. Luhmann und Schorr gingen dabei noch einen Schritt weiter und sehen in dieser Eigenschaft sogar die Garantie für die Weiterverwendung des Begriffes.[15] Wenn dieser Begriff schon nicht genau zu bestimmen ist, so ist es doch möglich, eine Differenzierung vorzunehmen. So kann die Universalität eingegrenzt und fassbarer werden. Lenzen[16] hat dazu folgende Unterteilung vorgenommen:

- Bildung als individueller Bestand
- Bildung als individuelles Vermögen
- Bildung als individueller Prozess
- Bildung als individuelle Selbstüberschreitung und als Höherbildung der Gattung
- Bildung als Aktivität bildender Institutionen oder Personen[17]

Die Unterteilung intendiert, dass Bildung mehr ist, als institutionell oder personell weitergegebenes Wissen und auch nicht hinter den Türen von Bildungseinrichtungen einhält. Bildung beeinflusst demzufolge den Menschen und anders herum sind die Menschen für Bildung unabdingbar. Demnach ist festzuhalten, dass der Mensch das Zentrum jedes Bildungsprozesses ist. Setzt dies voraus, dass er als vernunftbegabtes Wesen im Sinne Immanuel Kants[18] diesem Prozess offen gegenübersteht? Vielleicht in einzelnen Formen von Bildung, jedoch nicht in Gänze. Die daraus resultierende und demnach für diese Arbeit geltende Definition von Bildung ist also Folgende:

Letztlich meint Bildung den Erfahrungsgewinn in der Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt. Jene Umwelt ist in diesem Sinne das objektive Konstrukt von Kultur und Werten, so zum Beispiel die Vernunft, Rationalität und Humanität. Die Bildung passiert also immer dann, wenn das Individuum Neues oder Anderes erfährt und infolge die eigenen Vorstellungen reflektiert, ändert, unbewusst angleicht oder bewusst beibehält.

Die Vernunftbegabung ist also irrelevant, da der Begriff Vernunft immer aus einer individuellen Perspektive zu betrachten ist und somit jeder Mensch eine andere Auffassung von Vernunft hat. Danach wäre jeder Mensch aus einer Individualperspektive gesehen grundsätzlich vernünftig, auch wenn dies durch die Umwelt anders bewertet wird.

Auch wenn Marotzki/Nohl/Ortlepp[19] eine differenzierte und dem teilweise widersprechende Betrachtung der Bildung vorschlagen[20], betrachtet diese Arbeit den Menschen als einzigartiges Individuum, welches sich ständig in einem Bildungsprozess befindet.

1.2. Die unterschiedlichen Formen der Prozesse: formal, non-formal, informell

Seit einiger Zeit ist eine Unterscheidung von Bildung in den Vordergrund getreten, die sich auf die Orte und Funktionen von Bildungsprozessen bezieht. In den letzten Jahren ist dazu eine Vielzahl an Veröffentlichungen[21] entstanden, die sich besonders dieser Unterteilung widmen und sie genauer untersuchen. Nicht zuletzt bezieht sich der Zwölfte Kinder und Jugendbericht[22] auf diese Thematik, indem er insbesondere die Bereiche der Bildung beschreibt, die außerhalb der Schule existieren. Es wird unterschieden zwischen formaler, non-formaler und informeller Bildung.[23]

Formale Bildung findet in Institutionen statt, die ordinär für die Umsetzung von Lernprozessen zuständig sind. Gemeint sind Schulen, Hochschulen und Ausbildungseinrichtungen. Sie richten sich nach Rahmenlehrplänen und beinhalten festgeschriebene Regeln und können von den Bildungsempfängern nur schwer beeinflusst werden.[24] Vielmehr bedingen solche Bildungsorte eine Selektion zwischen gut und schlecht, geeignet und nicht geeignet. Auf individuelle Bedingungen der Bildungsempfänger kann kaum Rücksicht genommen werden, da die Institutionen eine vergleichbare Zertifizierung zum Ziel haben, wodurch die Bildungsempfänger an standardisierten Kriterien gemessen werden. Diese gesellschaftlich anerkannten Verfahren können unter dem Begriff der „Allgemeinbildung“ zusammengefasst werden.[25] Auch im Rahmen einer Ausbildung geht es letztlich um die Vermittlung allgemein gültiger Grundlagen für die Ausübung des Berufes.[26] Eine Besonderheit von formalen Bildungsprozessen liegt in ihrem verpflichtenden Charakter. Existiert im Rahmen der Primarstufe und der Sekundarstufe eins eine Schulpflicht, bedingen auch das Abitur, die Ausbildung und die Hochschule eine Verpflichtung, indem nach der Wahl für eine solche Form, die regelmäßige Teilnahme und das Bestehen von Prüfungen notwendig ist, um eine Zertifizierung zu erhalten.

Non-formale Angebote hingegen verstehen sich als freiwillig. Zwar benötigen sie auch grundsätzliche Strukturen, doch sind sie in der Umsetzung wesentlich flexibler, da das jeweilige Bildungsziel losgelöst von Rahmenlehrplänen auf die Bildungsempfänger angepasst werden kann.[27] Dies ist insbesondere möglich, da am Ende des Prozesses keine universell vergleichbare Zertifizierung steht. Die Schaffung non-formaler Angebote wird vorwiegend der Kinder- und Jugendhilfe und somit dem Feld der Sozialen Arbeit zugeschrieben.[28] Es werden ergänzende Inhalte zur Allgemeinbildung[29], sowie soziale und personale Kompetenzen vermittelt. Zudem finden Aktivierungen zur Beteiligung an politischen und gesellschaftlichen Prozessen statt.

Informelle Bildung findet entgegen der beiden vorhergehenden Bereiche in keinem strukturierten Rahmen statt. Sie passiert zumeist ungewollt und unbewusst. Der Bildungsempfänger lernt situativ von der Umwelt, indem dieser ständig wahrnimmt, agiert und Erfahrenes reflektiert. Wenngleich Harring/Rohlfs/Palentien diese Prozesse in der Familie, der Peergroup und der Medienwelt verorten[30], können sie an jedem Ort und in jedem Kontext stattfinden. Selbst in Schule interagiert der Bildungsempfänger neben den formalen Anforderungen und den Regularien der Institutionen mit seiner Umwelt. Es werden in diesem Bereich sowohl die Grundfertigkeiten für die anderen Bildungsbereiche erlernt, als auch das dort vermittelte Wissen ergänzt und verfeinert.[31]

1.3. Jugendbildung - Eine Begriffsbestimmung

Im gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Kontext meint die außerschulische Jugendbildung jene Bildungsprozesse, die im Rahmen der Jugendarbeit stattfinden. Besonders ist dies dem SGB VIII[32] zu entnehmen. Verantwortlich für die Umsetzung der Angebote in diesen Bereich sind Verbände, Träger der Jugendarbeit und Jugendhilfe sowie Initiativen und Gruppen von Jugendlichen.[33] Die Bildungsempfänger sind vorwiegend Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.[34] Die Ergänzung, dass auch Personen die Angebote wahrnehmen können, die auf Grund ihres Alters nicht mehr in die Zuständigkeit des Kinder- und Jugendhilferechts fallen, zeigt die Besonderheit, die der Gesetzgeber diesem Arbeitsfeld zuschreibt. Dem Begriff der außerschulischen Jugendbildung kommt besonders durch die Erwähnung im SGB VIII eine Sonderstellung zu. Sie entspringt dem Bildungsverständnis des 20. Jahrhunderts, in dem die Schule der zentrale Ort der Bildung war.[35] Als außerschulisch wurden alle Bildungsprozesse deklariert, die neben dem klassischen Bildungsmodell stattfanden. Heutzutage kommt diesen Prozessen eine wesentlich größere Bedeutung zu.[36]

In der Einordnung zwischen formal, non-formal und informell, werden die Letzteren zweifelsfrei den außerschulischen Bereich zugeschrieben. Doch ist das Kennzeichnende an der außerschulischen Jugendbildung wirklich die Lokalisierung abseits der Schule? Diese Unterteilung nur an dem Bildungsort festzumachen scheint zu einfach. Im Zuge alternativer Schulformen und innovativer, sich ändernder Lehrmethoden kann non-formale Bildung auch in Schule stattfinden, insbesondere wenn die Einbeziehung des Willens der Bildungsempfänger (Selbstbestimmung) und ein entsprechender Freiraum außerhalb des Rahmenlehrplanes für die Lehrenden gegeben ist. Besonders im Zuge des Ganztagsschulmodells wurde versucht, diese Verknüpfungen zu intensivieren, wobei dies oft an der Grundvoraussetzung der Freiwilligkeit scheiterte.[37] Und doch wird versucht, zum Beispiel Jugendverbände mit Ihren „außerschulischen“ Bildungsangeboten an der Schule in Form von Arbeitsgemeinschaften zu verorten, auch wenn dies teilweise eher in der Entlastung von Lehrenden und der Notwendigkeit des Füllens der Zeitkontingente begründet ist und weniger zur Ergänzung eines allumfassenden Bildungsmodells.[38] Denn letztlich werden damit die informellen Bildungsprozesse stärker an dem Standort Schule gebündelt, durch die Einbindung von weiteren Peergroups neben dem Klassenverband, zum Beispiel jene in Jugendverbänden. Im Zuge der aktuellen Diskussion um lokale Bildungslandschaften[39] wird die Problematik der Umsetzung wohl erneut in den Fokus treten, wenngleich in diesem Modell keinesfalls eine Ausweitung des Bildungsortes Schule vorgesehen ist. Es stellt sich die Frage, ob eine Bündelung von Bildungsbereichen an einem Ort überhaupt sinnvoll ist, besonders unter Einbeziehung lebensweltlicher Aspekte junger Menschen.[40]

Dazu kommt, dass im Feld der Sozialen Arbeit, durch die Zuweisung der nicht im formalen Bereich stattfinden Prozesse eine Unklarheit des eigenen Bildungsbegriffes zu Tage gefördert wurde.[41] Danach geht es besonders im Zusammenhang der Bewegung im formalen Bildungsbereich darum, den Anteil der Kinder- und Jugendhilfe an der Bildung neu zu definieren.[42] Zwar wäre es aus Sicht der Sozialen Arbeit einfach, sich im Feld der non-formalen und informellen Bildung zu verfestigen und demnach zu einem Bestandteil des Bildungsbegriffes zu werden. Doch letztlich widerspricht diese Unterteilung und die damit einhergehende Bindung von Bildungsprozessen an bestimmte Orte dem gemeinhin anerkannten Modell der Lebensweltorientierung und unterminiert somit den derzeitigen Tenor in der Sozialen Arbeit. Vielmehr muss anerkannt werden, dass Lern- und Bildungsprozesse nicht lokal separierbar ablaufen.[43] Bock und Otto bemerken an dieser Stelle, das es der Sozialen Arbeit bezüglich ihrer umgesetzten Bildung an einem Begriff fehlt, „der die gegenwärtigen Verhältnisse im Horizont der Kinder- und Jugendhilfe adäquat beschreiben oder erfassen könnte.“[44]

Bezogen auf diese Feststellung gilt es zu erfragen, ob eine Bildungsdefinition im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe vom Begriff der außerschulischen Jugendbildung geleistet werden kann. Im Kontext der Lebensweltorientierung finden diese außerschulischen, non-formalen Angebote längst nicht mehr nur außerhalb von Schule statt, weshalb diese Eingrenzung wohl eher als hinderlich zu betrachten ist. Bleibt also nur der Begriff der „Jugendbildung“. Kann dieser, nun verkürzte und damit geöffnete Begriff das Feld der Bildung im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe fassen? Wird die Zusammensetzung des Wortes näher betrachtet, so kann durch das Wort „Jugend“ eine klare Eingrenzung vorgenommen werden. Jene Bildung ist also für Menschen bis zum vollendeten 27. Lebensjahr vorbehalten. Dies entspricht weitestgehend den Vorgaben der Kinder- und Jugendhilfe.

Die Bildung wurde im Kapitel 1.1. schon näher beschrieben, insbesondere die Vielseitigkeit des Begriffes. Danach würden auch der Bereich der Schul- und Allgemeinbildung zu diesem Bereich gehören, da sie zweifelsohne Empfängern in jungen Jahren vermittelt werden. Allerdings sind diese Begriffe im gesellschaftlichen Konstrukt Deutschlands fest verortet und erfahren eine Sonderstellung, durch die staatliche Hoheit. Ebenso haben sie eine Definitionsklarheit inne, wodurch sie von anderen Bereichen der Jugendbildung abgegrenzt werden können. Sie stehen für sich allein mit festen und wiederkehrenden Strukturen. Demnach sind sie zwar Bestandteil der Bildung von Jugendlichen, jedoch nicht vom Begriff der Jugendbildung, wenn dieser künftig als Bildungsbegriff der Sozialen Arbeit verwendet werden würde. Sicherlich wäre es sinnvoll eine neue Ergänzung des Begriffes der Jugendbildung zu finden. Allerdings läuft dieser Versuch Gefahr, zu stark einzugrenzen, ebenso wie es der Begriff außerschulisch tat/tut.

Letztlich wird es wohl immer gelingen, einen Ansatz der Fehldeutung zu erzielen. Umso wichtiger wird es sein, sich auf einen klaren und starken Begriff zu einigen und diesen konsequent zu verbreiten und zu nutzen. Somit ergeben sich eigene, nicht dem Wortstamm entsprechende, Wortbedeutungen, die als allgemeingültig akzeptiert werden. Im Begriff der ‚Jugendbildung‘ ist bereits eine Deutungsmöglichkeit enthalten. Wie soeben festgestellt, beinhaltet der erste Teil des Begriffes die Kennzeichnung, für wen diese Bildung gedacht ist, nämlich für die Jugend. Es ist also eine Subjektorientierung zu deuten. Darin findet sich eine, wenn nicht sogar die wichtigste, Übereinstimmung mit dem Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe. Somit würde automatisch der Bereich der formalen Bildung außerhalb des Fokus der Jugendbildung zu betrachten sein, da dieser „universalistischen Gütemaßstäben folgt und verbindlich bzw. verpflichtend für alle Kinder und Jugendlichen ist.“[45] Doch ist weiterhin zu fragen, ob die Jugend tatsächlich die einzige zu erreichende Gruppe ist. Denn der neue Begriff sollte nicht schon im Voraus zu wenig Raum für Deutung parat halten. Abzuwägen ist also, ob nicht auch die Kinder im Begriff einen Platz erhalten sollten. Demnach wäre von der „Kinder- und Jugendbildung“ die Rede. Einen besonderen Vorteil hätte dies im Zuge einer Neudeutung des Begriffes, dass die synonym existierende Kinder- und Jugendhilfe schon jetzt eine hohe Bedeutung innehat. Andererseits würde es den Begriff auf diese Arbeitsfelder eingrenzen und dem im Vorfeld getroffenen Duktus, eines nicht klar zu verortenden Begriffes, widersprechen. In diesem Zusammenhang scheint es sinnvoll, von einer offenen und nicht in Gänze abgeschlossenen ‚Jugendbildung‘ zu sprechen, die durchaus auch Kinder und junge Erwachsene in ihre Bildungsprozesse einbindet. So könnte es der ‚Jugendbildung‘ auch gelingen, ähnlich wie dem funktionellen Vorbild des Begriffes - der Bildung, einen Rahmen für eine vielseitige Verwendung zu bieten und doch eine Eindeutigkeit zu implizieren. Halten wir uns an Luhmann und Schorr, sollte darin das Rezept für die Langlebigkeit des Begriffes liegen.[46]

2. Träger der Jugendbildung

In diesem Kapitel sollen einzelne Träger und Institutionen der Jugendbildung vorgestellt werden. Dabei ist zu beachten, dass diese Auswahl keinesfalls vollständig ist. Zwar ist eine solche Auswahl als grundsätzlich problematisch zu bewerten, weil dadurch tiefer gehende Differenzierungen nur bedingt oder nicht möglich sind. Allerdings kann durch diese exemplarische Vorstellung die Vielfältigkeit und der Facettenreichtum in der Jugendbildung dargestellt werden. Ebenso sind die Beschreibungen der Träger und Institutionen lediglich grob umrissen, um den Bezug und die Aufgabe im Hinblick auf die Umsetzung der Jugendbildung aufzuzeigen. Der Leser wird gebeten, diese Unvollständigkeit stets im Blick zu behalten und für weitere, tiefer gehende Informationen die aufgezeigte Sekundärliteratur[47] zu nutzen.

2.1. Jugendamt

Jugendämter sind die Träger der Kinder- und Jugendhilfe und somit verantwortlich für die Umsetzung der Angebote der Jugendbildung. Im SGB VIII wird sowohl vom überörtlichen als auch vom örtlichen Träger gesprochen. In der Umsetzung agiert der überörtliche Träger in Form des Landesjugendamtes, der örtliche als kommunaler Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Es handelt sich dabei um eine Institution, die einerseits eigene Leistungen anbietet, als auch Kontakte zu Drittanbietern herstellt und vorwiegend Fachkräfte im Bereich der Sozialpädagogik und der Verwaltung beschäftigt.[48] Dabei stellt der duale Aufbau eines (Landes)Jugendamtes eine Besonderheit dar. Es besteht auf der einen Seite aus einem (Landes)Jugendhilfeausschuss, der sich aus Vertretern von Verwaltungen und Akteuren aus lokaler Politik und Jugendarbeit zusammensetzt.[49] Daneben agiert die klassische Form einer monokratischen Verwaltung als ausführende Instanz.[50] Der Jugendhilfeausschuss ist demnach jenes Organ, welches die Lage der Jugend und damit in Verbindung jene der Kinder- und Jugendhilfe erörtert. Im weiteren Schritt werden die Beschlüsse zur Verwendung respektive zur Verteilung der vorhandenen Mittel gefasst. Demnach ist festzuhalten, dass das Jugendamt eine der wichtigsten Rollen im Bereich der Jugendbildung innehat. Besonders im Hinblick auf die Finanzierung wird, in nicht unerheblichen Maße, die Umsetzung der Jugendarbeit vom Jugendamt, als Träger des Bereichs der Jugendbildung, gesteuert. Letztlich bleibt beim Jugendamt die Gesamtverantwortung für die Umsetzung der Kinder- und Jugendhilfe und somit auch der Jugendbildung.[51]

2.2. Freie Träger der Jugendhilfe mit öffentlichen Auftrag

Als grundsätzlich gilt festzuhalten, dass freien Trägern als juristischen Personen die gleichen Rechte[52] nach dem Grundgesetz zukommen, wie auch den natürlichen Personen, also den Bürgern der Bundesrepublik Deutschland.[53] Wird dieser Gedanke unter Einbeziehung des Art. 2 Abs. 1 des Grundgesetzes weiterverfolgt, so besitzen freie Träger eine Handlungsfreiheit zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Genauer betrachtet impliziert dies bereits, dass der Staat nicht in trägereigene Prozesse eingreifen darf.[54] Daraus ergibt sich auch die Bezeichnung der ‚freien‘ Träger. Demnach ist in der Struktur den Trägern nicht vorzuschreiben, wie sie sich organisieren und ferner welche Rechtsform sie innehaben. Grundsätzlich kann jedoch unterschieden werden in gemeinnützige und privatgewerbliche Träger. Aus der Tradition der Wohlfahrtspflege ist der Hauptteil der in der Jugendbildung agierenden Träger im Sinne des Vereinsrechtes nach BGB[55] organisiert und als gemeinnützig[56] anerkannt. Spätestens seit den frühen 90er Jahren des 20. Jahrhunderts ist eine Ökonomisierung des sozialen Sektors zu beobachten,[57] sodass fortan auch privatgewerbliche Träger gleichberechtigt im ‚Markt‘ der Kinder- und Jugendhilfe agieren.

Im SGB VIII stellt der Gesetzgeber fest, dass eine Trägerpluralität existiere und dass sich diese Pluralität aus den unterschiedlichen Wertevorstellungen der Träger ergebe.[58] Grundsätzlich können folgende Organisationen als freie Träger bezeichnet werden:

- Eingetragene Vereine mit entsprechenden Satzungszweck (dazu gehören auch deren Zusammenschlüsse in Form von Wohlfahrtsverbänden),
- Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften des öffentlichen Rechts,
- Initiativgruppen, die eine organisierte Form nachweisen können.[59]

Freie Träger agieren, neben oder während der Erfüllung der übertragenen Aufgaben, grundsätzlich nach ihren eigenen Interessen. Beispielsweise betrachtet die Kirche ihre karitativ-diakonischen Einrichtungen, zum Beispiel Kindertagesstätten und Pflegeheime, als Arbeitsfelder zur Erfüllung Ihres eigenen öffentlichen Auftrages. Wie sie diesen gezielt weltanschaulichen Auftrag umsetzt obliegt ihr als freier Träger selbst. Darüber hinaus muss der Staat im besonderen Feld der Weltanschauung die Neutralität wahren.

Das wohl höchste Prinzip, welches dieser Trägervielfalt als Grundlage dient ist das Subsidiaritätsprinzip[60]. Dieses Sozialstaatsprinzip stellt sicher, dass wenn möglich immer eine gesellschaftliche Organisationsform (vor einer staatlichen) eine Aufgabe übernehmen sollte, wenn sie dazu in der Lage ist.[61] Demnach ist darin die Grundlage für den Markt und die Konkurrenz in der Jugendbildung geschaffen. Aus einer anderen Perspektive kann diese Struktur durchaus als ‚individualistisch passend‘ bezeichnet werden. So sind zum Beispiel sowohl das Diakonische Werk, als auch der Humanistische Verband, Träger von Jugend-einrichtungen. Es ist zu erwarten, dass in jenen des Diakonischen Werkes ein Kreuz als christliches Identifikationsmerkmal zu finden ist. In jenen Jugendeinrichtungen des Humanistischen Verbandes lässt sich eher ein Zitat des Aufklärers Johann Gottfried Herder vermuten. So kann der potenzielle Besucher entscheiden, welche Einrichtung besser zu der eigenen Gesinnung und Weltanschauung passt. In jedem Fall ist das Angebot individualisierter als jedes neutrale Angebot des Staates.

2.3. Jugendverbände/Jugendringe

Die mit diesem Punkt gefasste Unterscheidung zwischen freien Trägern und Jugendverbänden bzw. ihren Zusammenschlüssen (den Jugendringen) ist durchaus untypisch. Letztlich handelt es sich bei etablierten Jugendverbänden durchaus um eingetragene Vereine mit dem Status der Gemeinnützigkeit. Oftmals sind diese auch Träger von Einrichtungen der Jugendbildung.[62] Allerdings ist das kennzeichnende Element jener Verbände nicht die Trägerschaft solcher Einrichtungen. Der eigens für die Jugendverbände geschaffene § 12 SGB VIII, sieht die Abgrenzung zu anderen Trägern darin, dass dort „Jugendarbeit von jungen Menschen selbst organisiert, gemeinschaftlich gestaltet und mit verantwortet“[63] wird. Der Kern der Arbeit von Jugendverbänden ist also die Umsetzung mit und durch junge Menschen, die lediglich die Unterstützung der Erfahrenen (Fachkräfte) erhalten.[64] Demnach ist die Planung einer Veranstaltung zur Jugendbildung selbst ein Bestandteil der Jugendbildung. Jugendverbände verstehen sich also nicht nur als Dienstleister, sondern vielmehr als ein Ort des Prozesses der Jugendbildung.[65] Für den Außenstehenden ist ein Jugendverband demnach vielmehr ein interaktives Lernzentrum.

Die Vielfalt der Jugendverbände kann in folgende Arten unterschieden werden[66]:

- Die helfenden Verbände:
- z. B. Jugendfeuerwehr, Jugend des Technischen Hilfswerkes, Deutsches Jugendrotkreuz
- Die Freizeitverbände:
- z. B. Sportjugend, Deutsche Wanderjugend
- Die Arbeiterverbände:
- z. B. Gewerkschaftsjugend
- Die konfessionell-/weltanschaulichen Verbände:
- z. B. Junge Humanisten, Bund der katholischen Jugend
- Die ökologischen Verbände:
- z. B. BUND-jugend, Naturfreundejugend
- Die parteilichen Jugendorganisationen[67]:
- z. B. Jungsozialisten, Junge Union, Junge Liberale, Solid

Eine genaue Zahl von ehrenamtlichen Jugendlichen in Deutschland ist noch nicht erhoben worden. Schätzungen zufolge wird von 200.000 bis 1.000.000 ehrenamtlichen/Mitgliedern ausgegangen.[68] An dieser Spanne der Schätzungen ist bereits zu erkennen, dass diese Aussagen beziehungsweise ihre Tragweite höchst zweifelhaft sind. Zu erklären ist diese Varianz vermutlich durch die Differenz zwischen in wissenschaftlichen Herleitungen begründeten Aussagen und jener Aussagen einer lobbyistisch gefärbten Selbstdarstellung. Dem liegt eine besondere Unschärfe in der Definition der Mitgliedschaft zu Grunde, sodass die abschließende Mitgliedszahl eines Jugendverbandes oft einen nicht unerheblichen Spielraum offen lässt.[69] Weiterhin kann nur schwer erfasst werden, ob die Mitglieder der Jugendfeuerwehr nicht auch in einem Verband der evangelischen Jugend organisiert sind und demnach doppelt gezählt werden.

Eine belastbare Aussage vermag wohl nur die Anzahl der Jugendverbände in Deutschland treffen. Sie wird im Handbuch Jugendverbände von 1991 durch eine Aufführung der bundesweit vorhandenen Jugendverbände auf 255 festgelegt.[70]

In Jugendringen schließen sich Jugendverbände und Jugendinitiativen auf einer freiwilligen Basis zusammen. Somit bündeln sie ihre Kräfte, um eine starke gemeinsame Interessenvertretung zu gewährleisten. Dabei geht es um die Durchsetzung der gemeinsamen (auch finanziellen) Interessen, um die vorhandenen Ressourcen und die damit verbundenen Zuwendungen den gesellschaftlichen Aufgaben entsprechend anzupassen. Weiterhin fungieren die Jugendringe als Gestalter von verbandsübergreifenden Angeboten.[71]

[...]


[1] Böllert 2008, S. 10

[2] Im Weiteren wird synonym der Begriff der Jugendbildung verwendet. Nähere Begründungen dazu finden sich im 1. Kapitel.

[3] Die Arbeit bezieht sich lediglich auf Deutschland, da bereits das föderalistische Bildungssystem dieser vergleichsweise geografisch kleinen Einheit nur die Möglichkeit gibt, exemplarisch zu argumentieren.

[4] Böhnisch 2005, S. 284 ff.

[5] Vester 2009, S. 56 f.

[6] u. a. Franke 2008; Jakob 2007, S. 18 ff.; Rauschenbach/Otto 2008, S. 9 ff.

[7] z. B. IGLU, PISA, TIMSS sowie diverse OECD-Bildungsberichte

[8] Bock/Otto 2007, S. 203

[9] BMFSFJ 2005, S. 81

[10] Palentien 2007, S. 279

[11] Wytrzens/Schauppenlehner-Kloyber/Sieghardt/Gratzer 2010, S. 21 f.

[12] Hier: das Bildungsverfahren

[13] Tenorth 1997, S. 971 ff.

[14] Ehrenspeck/Rustemeyer 1996, S. 389

[15] Luhmann/Schorr 1988, S. 83

[16] Lenzen 1997, S. 125 ff.

[17] ebd.

[18] „vernunftbegabtes Wesen“: Der Begriff hat den Ursprung schon in der griechischen Antike und wurde durch Philosophen wie zum Beispiel Aristoteles beschrieben. Im Rahmen einer heute gesellschaftlich passenden Herleitung des Begriffs, wird der europäischen Aufklärung als durchgreifende und Struktur ändernde Epoche jedoch mehr Bedeutung für den heute existierenden Bildungsbegriff beigemessen.

[19] Marotzki/Nohl/Ortlepp 2005, S. 153

[20] Neben dem aus der Tradition Humboldts hergeleiteten Bildungsbegriffes sehen sie eine Definition des öffentlichen Diskurses, in dem Bildung mit Qualifikation gleichgesetzt wird.

[21] u.a. Otto/Rauschenbach 2004; Rauschenbach/Düx/Sass 2006; Tully 2006

[22] BMFSFJ 2005

[23] Synonym wird auch von formell und nicht-formell anstatt von formal und non-formal gesprochen.

[24] Harring/Rohlfs/Palentien 2007, S. 8

[25] BMFSFJ 2005, S. 82 f.

[26] analog zur Hochschule

[27] Rauschenbach et al. 2004, S. 32 f.

[28] Treprow 2004, S.118

[29] siehe oben

[30] Harring/Rohlfs/Palentien 2007, S. 9

[31] Rauschenbach/Düx/Sass 2006, S. 7

[32] SGB VIII § 11 Abs. 3 Pkt. 1

[33] SGB VIII § 11 Abs. 2

[34] SGB VIII § 11 Abs. 4

[35] Bock/Otto 2007, S. 209; BMFSFJ 2005, S. 83

[36] Böllert 2008, S. 10

[37] Palentien 2007, S. 279; ferner die Ausführungen im 5. Kapitel

[38] Reichmann 2005, 164

[39] hierzu u.a. Beckmann/Durdel 2009

[40] Näheres dazu im Kapitel 5 - Zu den Sozialisationskontexten junger Menschen

[41] Bock/Otto 2007, S. 204

[42] Otto/Oelckers 2006

[43] Thiersch 2002, S. 57 f.

[44] Bock/Otto 2007, S. 208

[45] Bock/Otto 2007, S. 208

[46] Luhmann/Schorr 1988, S. 83; Kapitel 1.1.

[47] u. a.: Jordan 2005, S. 250 ff.; Schröer/Struck/Wolff, S. 529 ff.; Rätz-Heinisch/Schröer/Wolff 2009, S. 198 ff.; Gries/Ringler 2005, S. 75 ff.

[48] Merkens 2006, S. 42

[49] näheres dazu im SGB VIII, § 71 Abs. 1

[50] u. a. Gries/Ringler 2005, S. 75 ff.

[51] ebd., S. 106

[52] sofern anwendbar

[53] Art. 19 Abs. 3 GG

[54] Falterbaum 2009, S. 139 f.

[55] in den §§ 21 ff. BGB

[56] Unter Gemeinnützigkeit ist sowohl die Eigenschaft eines Vereines gemeint, das allgemeine Wohl zu fördern, als auch die darauf basierende rechtliche Anerkennung der Steuerbehörde. Um die Förderung des Allgemeinwohls zu unterstützen, befreit der Staat als gemeinnützig anerkannte Organisationen ganz oder teilweise von der Pflicht, Steuern abzuführen.

[57] u. a. Schmidt-Grunert 1996, S. 30 ff.

[58] § 3 Abs. 1 f. SGB VIII; dazu auch Gries/Ringler 2005, S. 104

[59] Klatetzki/Wedel-Parlow 2001, S. 591

[60] Näheres dazu: Gries/Ringler 2005, S. 105

[61] ebd.

[62] Gängler 2002, S. 590

[63] § 12 Abs. 2 S. 1 SGB VIII

[64] Gries/Ringler 2005, S. 157

[65] Sauer-Schiffer 2004, S. 265; Damm 1994, S. 76

[66] eine ähnliche Unterteilung bei: Gries/Ringler 2005, S. 156

[67] Die Parteilichen Jugendorganisationen unterscheiden sich vor allem in der Organisationsform, als parteiinterne Arbeitsgemeinschaften und somit nicht eingetragene Vereine.

[68] Düx 2000, S. 115 ff.

[69] Gängler 2002, S. 590 f. - mit einer Aufschlüsselung verschiedener Gruppen/Typen von Mitgliedern

[70] Böhnisch/Gängler/Rauschenbach 1991

[71] IJAB 2003, S. 162 ff.; Böhnisch/Gängler/Rauschenbach 1991, S. 813 ff.

Ende der Leseprobe aus 91 Seiten

Details

Titel
Bildung in der Jugendarbeit: Träger - Didaktik - Gesellschaft - Ganztagsschule
Hochschule
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Note
2,2
Autor
Jahr
2011
Seiten
91
Katalognummer
V194609
ISBN (eBook)
9783656198253
ISBN (Buch)
9783656199878
Dateigröße
5590 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
David Driese Jg. 1984, M.A. Soziale Arbeit und Dipl. Sozialpädagoge (FH). Studienschwerpunkte: Gemeinwesenarbeit, Bildung und Beratung. 2008-2010 Streetworker beim Stadtjugendring Königs Wusterhausen. 2010-2012 Referent der Geschäftsführung beim HVD Berlin-Brandenburg. 2006-2012 Vorsitzender der Jungen Humanistinnen und Humanisten in Brandenburg. 2009-2012 Vorstandsmitglied des Landesjugendrings Brandenburg e.V. und Mitglied des Landesjugendhilfeausschuss Brandenburg. Seit 2011 stellv. Vorsitzender der Jusos Brandenburg. Seit 01.03.2012 Mitarbeiter des mobilen Beratungsteam Brandenburg.
Schlagworte
non-formal, informell, nicht formell, formal, Jugendbildung, Jugendarbeit, Didaktik, Luhmann, Systemtheorie, Ganztagsschule, Bildung
Arbeit zitieren
David Driese (Autor), 2011, Bildung in der Jugendarbeit: Träger - Didaktik - Gesellschaft - Ganztagsschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194609

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