Demografischer Wandel und Wissensmanagement

Potenziale der „silver economy” erschließen und nutzen


Hausarbeit, 2008
19 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Demografische Entwicklung in Deutschland
2.1 Fertilität (Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer)
2.2 Mortalität (Sterblichkeit)
2.3 Migration (Ein- und Auswanderung)
2.4 Folgen der demografischen Entwicklung

3. Wissensmanagement
3.1 Einführung
3.2 Bausteine des Wissensmanagements

4. Aufgaben des Wissensmanagements unter Berücksichtigung des demografischen Wandels
4.1 Bestmögliche Wissensnutzung aller Altersschichten
4.2 Eigenschaften jüngerer und älterer Arbeitnehmer
4.3 Wissenstransfer über Mitarbeitergenerationen
4.3.1 Permanente Wissensweitergabe
4.3.2 Temporäre Wissensweitergabe

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhänge
Anhang I: Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Die demografische Entwicklung in den westlichen Ländern ist gekennzeichnet durch eine stark erhöhte durchschnittliche Lebenserwartung, wobei sich die Geburtenraten immer weiter verringern. Die Zahl der jungen Menschen nimmt folglich ab, die Zahl der Älteren dagegen zu – und das bei insgesamt sinkenden Bevölkerungszahlen. Die Zukunft Deutschlands und Europas wird demnach von einer im Durchschnitt älteren Bevölkerung gestaltet werden. Das Mannheimer Forschungsinstitut „Ökonomie und demografischer Wandel” prognostiziert für Deutschland eine Minderung der Gesamtbevölkerung bis 2020 um 10% und bis 2050 sogar um 35%, trotz der Einbeziehung einer Immigration von 100.000 Menschen pro Jahr.[1] Auf dem Arbeitsmarkt ist dieser Wandel bereits Gegenwart. Experten[2] gehen davon aus, dass zwar erst in 20 Jahren ein problematischer Fachkräftemangel eintreten wird, aber schon jetzt umfasst bei vielen Unternehmen die Altersgruppe der 40- bis 50-Jährigen den größten Anteil der Arbeitnehmer.

Auf der anderen Seite steht die immer kürzer werdende Halbwertzeit von Wissen. Unternehmen stehen vor dem Problem, trotz älterer Belegschaften innovativ und produktiv zu bleiben. Um auf den Märkten der Zukunft bestehen zu können, ist es unumgänglich, auch in Aus- und Weiterbildung der Älteren zu investieren bzw. vom vorhandenen Know-how der Älteren als Unternehmung zu profitieren. Der bis vor kurzem – gerade in Deutschland – vorherrschende Jugendwahn ist rückläufig. Personalpolitisch wurde erkannt, dass gerade die Gruppe der Älteren durch ihre Erfahrung über unterneh- menswichtige Ressourcen verfügt, die es zu erschließen gilt. Wissensmanage-ment kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Die vorliegende Arbeit soll zunächst den demografischen Hintergrund in Deutschland beleuchten. Danach wird in prägnanter Form das Thema Wissensmanagement abgehandelt. Schließlich wird im Hauptteil eine bestmögliche Nutzung der Potenziale aller Altersschichten im Unternehmen herausgearbeitet.

2. Demografische Entwicklung in Deutschland

Demografie ist die Wissenschaft der Beschreibung menschlicher Be-völkerungen. Sie untersucht Strukturen, Bewegungen und Entwicklungen

aufgrund von Statistiken.[3] Die Bevölkerungsentwicklung eines Landes
wird von folgenden drei Faktoren beeinflusst.

2.1 Fertilität (Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer)

Anzahl der Kinder, die eine Frau in ihrem Leben gebiert, wenn die durch-schnittliche altersspezifische Geburtenziffer (Kinder pro Frau im Alter x) sich in Zukunft nicht verändert. In Deutschland beträgt die Fertilitätsrate 2007 ca. 1,4 (1.000 Frauen bringen in ihrem Leben 1.400 Kinder zur Welt).[4]

2.2 Mortalität (Sterblichkeit)

Zeigt auf, wie viele Lebensjahre ein Neugeborenes zu erwarten hat, wenn das Sterberisiko im gesamten Leben konstant wäre. Die heutige Lebenserwartung für Frauen liegt bei 81,6 und für Männer bei 75,7 Jahre. Bis zum Jahre 2050 wird sie bis auf 85 bzw. 80 Jahre ansteigen.

2.3 Migration (Ein- und Auswanderung)

Neben dem Verhältnis aus Geburten- und Sterberate bestimmt die Migration

die Entwicklung einer Bevölkerung. 2005 sind rund 160.000 Deutsche ins Ausland abgewandert, dieses entspricht einer Steigerung von 8 % gegenüber dem Vorjahr. [5] Die Zahl der Einwanderer übersteigt momentan noch die Zahl an Menschen, die Deutschland verlassen. Es ist aber schwierig, diese

Tatsache als positiv oder negativ für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu bewerten, da nicht nur die Anzahl der Ein- und Auswanderung berücksichtigt werden muss, sondern vor allem deren Qualifikation.

2.4 Folgen der demografischen Entwicklung

Die Folgen demografischer Veränderungen in Deutschland sind vielfältig (siehe Abb 1). Die Geburtenhäufigkeit liegt auf geringem Niveau, die Bevölkerungszahl wird sinken, Sterbefälle werden sich in Zukunft häufen (geburtenstarke Jahrgänge aus den 60ern). Es wird weniger jüngere und mehr ältere Menschen geben und – wesentlich für das Thema meiner Hausarbeit – das durchschnittliche Alter der erwerbstätigen Personen wird steigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2050 bei einer Geburtenrate

von 1,4 Kindern pro Frau[6]

Unternehmen stehen also vor der Herausforderung die Potenziale der zukünftigen Belegschaften bestmöglich zu nutzen. Ein demografisch abgestimmtes Wissensmanagement kann hier viele Vorteile bringen.

3. Wissensmanagement

3.1 Einführung

Die wesentliche Aufgabe des Wissensmanagements (im Folgenden: WM) ist es, Wissen in einer Organisation zu erfassen und zu verteilen, um damit einen Wissenszuwachs für die gesamte Unternehmung zu erzielen.

WM kann als pragmatische Weiterentwicklung des Organisationalen Lernens verstanden werden.[7] Der entscheidende Faktor ist das intellektuelle Kapital,[8]
das maßgeblich an der jeweiligen Innovationskraft eines Unternehmens beteiligt ist. Der Entstehungsprozess von Wissen soll die Grundlagen und Kategorien des Wissenserwerbs veranschaulichen (siehe Abb. 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Entstehungsprozess des Wissens[9]

3.2 Bausteine des Wissensmanagements

Reale Problemstellungen dienten als Grundlage für das Konzept des WM. Daraus wurden die sechs Kernprozesse Wissensidentifikation, Wissens-erwerb, Wissensentwicklung, Wissensverteilung, Wissensnutzung und Wissensbewahrung abgeleitet, die in enger Beziehung zueinander stehen. Durch Festlegung von Wissenszielen und einer im Anschluss stattfindenden Wissensbewertung ergibt sich ein Managementkreislauf (siehe Abb. 3).[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Bausteine des WM[11]

[...]


[1] http://www.mea.uni-mannheim.de/ (01.01.2008)

[2] IAB (2005)

[3] Bendel (2007), S. 32-35

[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Fertilit%C3%A4tsrate (18.12.2007)

[5] http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/ (14.12.2007)

[6] Abbildung: Eigene Darstellung/Gestaltung, Inhalt: vgl. Adrian (2003), S. 7-8

[7] Probst et al (1999)

[8] Summe des personengebundenen impliziten Wissens und des organisationalen expliziten Wissens

[9] Abbildung: Eigene Darstellung/Gestaltung, Inhalt: vgl.
www.wissensmanagement.net/online/archiv/2003/11_2003/nachhaltigkeit.shtml (03.01.2008)

[10] Probst et al (1999)

[11] Abbildung: Eigene Darstellung/Gestaltung,

Inhalt: vgl. http://www.wissensmanagement.net/online/archiv/2004/08_2004/wm-bausteine.shtml (03.01.2008)

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Demografischer Wandel und Wissensmanagement
Untertitel
Potenziale der „silver economy” erschließen und nutzen
Hochschule
Hochschule Hannover
Veranstaltung
Aktuelle Entwicklungen des Informationswesens“
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V194712
ISBN (eBook)
9783656200611
Dateigröße
1445 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demografischer Wandel, Wissensmanagement, silver economy, Struktur des Informationswesens, Informationsmanagement
Arbeit zitieren
Dipl. Informwirt (FH) Andree Meinecke (Autor), 2008, Demografischer Wandel und Wissensmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194712

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