Differentielle Betrachtung von Wirksamkeitsstudien des Elterngruppentrainings Triple P

A differential appraisal of efficacy studies of the Triple P- group training


Bachelorarbeit, 2012
55 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Differentielle Betrachtung von Wirksamkeitsstudien des Elterngruppentrainings Triple P

Problemstellung

Teil I
1. Zur Bedeutung von Elterntraining
2. Theoretische Grundlagen des Triple P-Elterngruppentrainings
2.1 Die Entwicklung von Triple P
2.2 Lernen am Modell
2.3 Ziele von Triple P und inhaltliche Schwerpunkte
3. Prävention von Entwicklungsproblemen
3.1 Drei Formen der Präventionsmaßnahmen
3.2 Mehrebenen-Modell des Triple P-Elterntrainings
3.2.1. Ebene 1: Universelles Triple P
3.2.2. Ebene 2: Triple P-Elterngespräch und Triple P-Vortragsreihe
3.2.3. Ebene 3: Triple P-Kurzberatung
3.2.4. Ebene 4: Triple P-Elterntraining
3.2.5. Ebene 5: Triple P Plus
4. Zwischenfazit

Teil II
1. Wirkungsmessung durch Evidenzbasierung
2. Wirksamkeit von Triple P
2.1 Studie von Heinrichs et al. 2006
2.1.1 Untersuchungsziel
2.1.1.1 Darstellung der zu reduzierenden Störungen
2.1.1.1.1 Internalisierende Störungen
2.1.1.1.2 Externalisierende Störungen
2.1.2 Forschungsdesign
2.1.2.1 Rekrutierung der Studienteilnehmer
2.1.2.2 Gesamtstichproben
2.1.2.3 Studienstichproben
2.1.2.4 Instrumente
2.1.2.5 Intervention
2.1.3 Untersuchungsergebnisse
2.1.3.1 Interventionswirksamkeit aus Sicht der Mütter
2.1.3.2 Interventionswirksamkeit aus Sicht der Väter
2.2 Zusammenfassende Darstellung der Studie von Heinrichs et al. 2006
2.3 Studie von Eisner et al. 2007
2.3.1 Methodische Kritik an der Studie von Heinrichs et al. 2006
2.3.2 Reanalyse der Studienergebnisse des ESSKI-Projekts 2007
2.3.3 Fazit der Reanalyse der Studienergebnisse des ESSKI-Projekts 2007

Teil III: Fazit der Verfasserin

Erklärung der Verfasserin

Literatur- und Abbildungsverzeichnis

"Alle Erziehung, ja alle geistige Beeinflussung beruht vornehmlich auf Bestärken und Schwächen. Man kann niemanden zu etwas bringen, der nicht schon dunkel auf dem Wege dahin ist, und niemanden von etwas abbringen, der nicht schon geneigt ist, sich ihm zu entfremden."

Christian Morgenstern

Problemstellung

Das Angebot an Elterntrainings wird national und international stark von den Arbeiten von Prof. M. Sanders dominiert. Triple P genießt einen hohen Bekanntheitsgrad und wird sowohl von erwerbswirtschaftlichen Anbietern, als auch von staatlich finanzierten Trägern angeboten. Eines der schlagenden Argumente für die Inanspruchnahme dieses Programms ist die umfangreiche Evidenzbasierung, auf die die Anbieter verweisen können. Zahlreiche Studien haben sich seit Anfang der 1980er Jahren mit der Wirksamkeit dieses präventiven Elterntrainings befasst. Zudem haben verschiedene Forschungsgruppen ihre Ergebnisse in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht, in denen statistisch relevante und klinisch bedeutsame Ergebnisse präsentiert werden. Zweifelsohne steigt die Akzeptanz des Programms durch eine wissenschaftlich fundierte Evaluation.

Im Folgenden werden zwei umfangreiche Wirksamkeitsstudien zum Elterntraining Triple P betrachtet: Einerseits eine Entwicklungs- und Präventionsstudie, die an der Technischen Universität Braunschweig im Jahre 2006 durchgeführt wurde und bei der es sich durch die Federführung von Frau Prof. Dr. Heinrichs um eine Selbstevaluation des Programms handelt. Durch die Teilnahme von zufällig ausgewählten Eltern von Kindergartenkindern wurde der Einfluss von Triple P auf das selbstberichtete Erziehungsverhalten, die kindlichen Verhaltensstörungen, die Zufriedenheit in der Partnerschaft und die Verhaltenseinschätzung der Erzieherinnen untersucht.

Andererseits wird die Studie von Prof. Dr. Manuel Eisner und Dr. Denis Ribeaud in die Betrachtung einbezogen, die im Jahre 2007 im Rahmen des Zürcher Projekt zur sozialen Entwicklung von Kindern die Wirksamkeit von Triple P untersucht haben. Die Analyse von Eisner et al. ist eine Fremdevaluation des Elterntrainings, da die Autoren weder an der wissenschaftlichen Fortschreibung, noch an der kommerziellen Verbreitung des Programms beteiligt sind.

Die vorliegende Ausarbeitung beantwortet somit folgende Fragen:

- Was kann die evidenzbasierte Präventionsforschung leisten?
- Hat das Triple P-Elterntraining positive Auswirkungen auf das Erziehungsverhalten der Eltern und die Verhaltensauffälligkeiten der Kinder?
- Zeigt die Selbstevaluation des Programms die gleichen Effekte wie eine
Fr-mdevaluation?
- Welche Schlüsse können aus den Studien von Heinrichs et al und Eisner et al. für die Weiterentwicklung des Elterntrainings Triple P gezogen werden?

Um die aufgeworfenen Fragen zu beantworten wird zunächst die Notwendigkeit der Evidenzbasierung in der Präventionsforschung betrachtet. Hierzu werden Empfehlungen des Ärztlichen Zentrums für Qualität ausgewertet und die Anwendbarkeit in den Sozialwissenschaften überprüft.

Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die Untersuchungsziele beider Studien dargestellt. Die verwendeten Forschungsdesigns werden verglichen und die Untersuchungsergebnisse resümiert.

Dieser Bachelor-Arbeit geht eine Seminararbeit (Niermann 2011) voraus, in der die theoretischen Grundlagen des Elterngruppentrainings Triple P betrachtet und die Rahmenbedingungen des Trainings in der Praxis dargelegt wurden. Bei der folgenden Darstellung der theoretischen Grundlagen des Triple P-Programms handelt es sich somit um eine Vertiefung der Inhalte der Seminararbeit.

Zur Veranschaulichung der theoretischen Inhalte des Elterngruppentrainings sind der Darstellung der Ziele und inhaltlichen Schwerpunkte von Triple P (Teil I, 2.3) Beobachtungen aus der Praxis beigefügt, die die Verfasserin während eines Praxissemesters in der Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Köln machen konnte. Die in diesen Praxisbeispielen genannten Namen, Altersangaben, Krankheitsbilder und Angaben zum Geschlecht wurden von der Verfasserin geändert, um die Anonymität der in der Tagesklinik behandelten Kinder und der an dem Gruppentraining teilnehmenden Eltern zu wahren.

Die Praxisbeispiele sind optisch durch einen grauen Hintergrund hervorgehoben.

Teil I

1. Zur Bedeutung von Elterntraining

Die zusehends ausdifferenzierten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen fordern die moderne Familie stark heraus. In einer Werteordnung, in der die Individualisierung von Lebensläufen einen hohen Stellenwert hat, sind wachsende Scheidungsraten zu beobachten, die immer mehr Kinder bei nur einem Elternteil aufwachsen lassen (Petzold 2006: 55). Zudem steht ein stetiger Rückgang der Geburtenrate einer wachsenden Anzahl älterer Menschen gegenüber. Die Großfamilie, die mit drei Generationen unter einem Dach lebt, verschwindet zusehends aus der deutschen Sozialstruktur. So sehen sich Elternpaare und alleinerziehende Eltern heute mit Fragen der Kindererziehung weitestgehend alleingelassen.

Eine positive kindliche Entwicklung ist offenbar nicht selbstverständlich. Das zeigt auch der Blick auf internationale epidemiologische Studien, die die Häufigkeit psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen untersuchen. Demnach leiden ca. 18% der Kinder und Jugendlichen für einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten unter klinisch bedeutsamen psychischen Störungen (Ihle et al. 2002: 162, Verhulst 1995: 149). Ängste, Depressionen und aggressives Verhalten zählen zu den am häufigsten auftretenden Verhaltensauffälligkeiten.

Ist die elterliche Erziehung von bestimmten Schutzfaktoren getragen, können diese den zu beobachtenden Anstieg von Verhaltensauffälligkeiten und emotionalen Problemen in der Adoleszenz vorbeugen (Heinrichs et al. 2006: 83). Die elterliche Wärme in der Beziehung zum Kind kann etwa einen solchen Schutzfaktoren darstellen. Dagegen können familiäre Risikofaktoren, die sich in inkonsistentem und bestrafenden Verhalten der Eltern, sowie negativem familiären Kommunikationsmustern, Ehekonflikten und psychischen Störungen der Eltern zeigen (Perrez 2005: 202), kindliches Problemverhalten bedingen.

Hier scheinen präventiven Maßnahmen geeignet, die familiären Schutzfaktoren zur Vorbeugung von kindlichen Verhaltensstörungen zu nutzen und auf die Risikofaktoren Bezug zu nehmen.

Es besteht somit ein Bedarf an Elternbildung, mit dem Ziel, Eltern in der Gestaltung des familiären Alltags und in ihren Sozialisationsaufgaben durch Stärkung der personalen, familiären und sozialen Ressourcen zu unterstützen und so die Familie in ihrem Selbsthilfepotenzial zu stärken (Frank 2010: 96).

2. Theoretische Grundlagen des Triple P-Elterngruppentrainings

2.1 Die Entwicklung von Triple P

Triple P (Positive Parenting Program) ist ein präventives Erziehungsprogramm, welches Elternschaft erleichtern und Wege aufzeigen möchte, Kinder auf konstruktive, nicht verletzende gewaltfreie Weise zu erziehen, ihre gesunde Entwicklung zu fördern sowie sie dabei zu unterstützen, die altersspezifischen Anforderungen zu meistern (Dirscherl et al. 2006: 51).

Häufig wird das Erziehungsprogramm im Rahmen der Elternarbeit von Jugendhilfeträgern angeboten und ist damit flankierendes Angebot von Einrichtungen, die primär für Kinder da sind.

Das Triple P-Elterntraining, wurde von Prof. M. Sanders und seinen Mitarbeitern am Parenting and Family Support Center der Universität Queensland, Australien entwickelt und wird seit 1999 auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz angewendet. Prof. Dr. Kurt Hahlweg, der an der Technischen Universität Braunschweig forscht und lehrt, passte das Programm deutschen Verhältnissen an und begleitet es wissenschaftlich.

2.2 Lernen am Modell

Das Triple P-Programm beruht auf den Prinzipien der sozial-kognitiven Lerntheorie. Die Auswahl verhaltenstherapeutischer Techniken geschah im Hinblick auf die altersspezifischen Bedürfnisse der Kinder: In der Arbeit mit Kindern sind einfach strukturierte operante Systeme mit möglichst konkreten Verstärkern besonders geeignet (Mattejat 2008: 447).

Die sozial-kognitive Lerntheorie geht davon aus, dass der Mensch nicht auf eine reale, sondern auf eine wahrgenommene Umwelt reagiert (Mahoney 1077: 16). Die Bedingungen, auf die sich das Individuum mit seinem Verhalten bezieht sind daher wahrgenommene Vorstellungen, die ebenso einflussreich sind, wie reale Bedingungen. Im menschlichen Verhalten realisiert sich somit die Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt, unabhängig davon, dass die Ursache des Verhaltens eine wahrgenommene Umwelt ist.

Hier setzt die kognitiv-behaviorale Verhaltensmodifikation an und stützt sich auf einen psychotherapeutischen Ansatz, der seinen Fokus auf die systematische Veränderung dysfunktionaler Muster der Wahrnehmung, des Denkens und der Einstellung legt.

Wichtiger Gesichtspunkt des behavioristischen Konzepts ist, dass das Verhalten primär beschrieben wird. Erst in einem nächsten Schritt wird das beschriebene Verhalten als von einer der psychischen Gesundheit zuträglichen Norm abweichend interpretiert. Auf der Grundlage dieser Interpretation eines beobachteten Verhaltens wird nun eine therapeutische Intervention zur Verhaltensmodifikation ausgewählt. Die Modifikation des Verhaltens beschränkt sich somit auf das als unangemessen identifizierte Verhalten des Kindes (Karberg 1988: 151).

Das menschliche Lernverhalten im Sinne der sozialen Lerntheorie ist mithin die theoretische Grundlage, auf der das Triple P-Programm basiert. Dementsprechend wird positives Verhalten durch Lob und Belohnung verstärkt, negatives Verhalten wird durch Aufmerksamkeitsentzug bestraft. Diesen Methoden liegt die Annahme zugrunde, dass Verstärkung die Auftrittswahrscheinlichkeit erhöht, während eine Bestrafung sie verringert (Tschöpe-Scheffler 2003: 122).

Bei dem präventiven Erziehungsprogramm Triple P handelt es sich folglich um einen gesundheitswissenschaftlichen Ansatz, der Erkenntnisse aus Psychologie, Medizin und Soziologie berücksichtigt und die Intensität der unterschiedlichen Interventionen an die Bedürfnisse der Eltern anpasst (Halhweg 1999: 394).

2.3 Ziele von Triple P und inhaltliche Schwerpunkte

Langfristiges Ziel des Triple P-Programms ist die Prävention und Reduktion von Verhaltensauffälligkeiten und Störungen bei Kindern (Cina et al. 2006: 70). Die Intervention setzt jedoch nicht bei den Kindern, sondern bei den Eltern an. Das elterliche Erziehungsverhalten soll durch das Erlernen neuer Erziehungsstrategien positiv bestärkt werden. Wichtige Zielsetzungen des Programms sind daher die Wissensvermittlung über den Ursprung von kindlichen Verhaltensauffälligkeiten, das Erlernen neuer Erziehungsfertigkeiten, die Stärkung des Selbstvertrauens in die eigenen Kompetenzen sowie die Förderung einer liebevollen, sicheren, gewaltfreien und konfliktarmen Umgebung für Kinder. Die inhaltlichen Schwerpunkte des Erziehungsprogramms bestehen darin, für eine sichere und interessante Umwelt des Kindes zu sorgen und eine positive und anregende Lernatmosphäre zu schaffen, in der die Problemlösefähigkeit der Kinder gefördert werden kann. Die Förderung der kindlichen Entwicklung ist die Grundlage für eine starke und tragfähige Beziehung zwischen Eltern und Kindern. So etwa die gemeinsame „wertvolle Zeit“ (Markie-Dadds et al. 1999: 26), die ein kurzer Intervall von ein bis zwei Minuten ist, in welchem dem Kind die volle Aufmerksamkeit der Eltern geschenkt wird.

Eine weitere Möglichkeit der Beziehungsarbeit ist das explizite Loben und Unterstützen von erwünschtem Verhalten des Kindes. In Phasen, die vor allem von negativer Interaktion zwischen Eltern und Kind geprägt sind, wird dem Kind häufig nur dann Aufmerksamkeit geschenkt, wenn es sich unerwünscht verhalten hat. Dem Kind ist so die Zuwendung der Eltern besonders bei negativem Verhalten sicher, dementsprechend oft verhält es sich unerwünscht. Um diese Routine zu unterbrechen, empfiehlt das Triple P-Training wünschenswerte Verhaltensweisen des Kindes ausdrücklich anzuerkennen und sich lobend zu äußern.

Die Förderung einer positiven kindlichen Entwicklung bildet das Fundament der Erziehungsempfehlungen nach Triple P. Dennoch wird auch der Umgang mit Problemverhalten des Kindes thematisiert. Hier ist das konsequente Verhalten der Eltern ein wichtiges Instrument, welches eine wirksame, positive Alternative zu kraftraubenden und nicht kindgerechten Disziplinierungsmaßnahmen darstellt. Durch klare Anweisungen, logische Konsequenzen und spezielle „Auszeitstrategien“ entsteht ein sehr gleichmäßiger, für das Kind berechenbarer und routinemäßiger Umgang mit Problemverhalten.

Erstrebenswertes Ziel dieser Interventionen ist die Selbstkontrolle des Kindes. Auf der Basis der Selbstkontrolle kann dem Kind, so das Konzept von Sanders et al., mehr und mehr Freiheit in der Gestaltung seiner Freizeit gewährt werden. Diese Freiheit steht in wechselseitigem Verhältnis zur Verantwortung: Je mehr Freiheit das Kind genießt, desto mehr Verantwortung trägt es (Niermann 2011: 16).

Die Eltern werden durch die Teilnahme am Triple P-Programm darin unterstützt, realistische Erwartungen an sich und ihre Kinder zu entwickeln und die eigenen Bedürfnisse im Blick zu behalten. Die teilnehmenden Eltern formulieren sowohl Veränderungsziele für das Verhalten ihres Kindes, als auch für ihr eigenes Verhalten. Dieser erste Perspektivwechsel, der die eigene Reaktion auf unerwünschtes Verhalten in den Blick nimmt, ist für viele Eltern eine irritierender, oft sehr anregender Einstieg in den Veränderungsprozess.

3. Prävention von Entwicklungsproblemen

Die Elternbildung sollte möglichst früh ansetzen, um Eltern, Erzieher und Lehrer zu entlasten und langfristig beträchtliche Folgekosten jugendlicher Verhaltens- auffälligkeiten zu vermeiden (Dirscherl et al. OZ 1: 1). Daher scheinen präventive Bildungsangebote besonders geeignet.

3.1 Drei Formen von Prävantionsmaßnahmen

Die Vorbeugung von Entwicklungsproblemen kann abhängig von dem Risikostatus der Zielgruppe in drei Formen unterteilt werden (Gordon 1983: 107). Zu unterscheiden sind demnach universelle, selektive und indizierte Präventionsmaßnahmen. Dieses Präventionskonzept bezieht die jeweilige Zielgruppen mit ein und fokussiert weniger einen möglichen Krankheitsverlauf.

So richten sich universelle Präventionsmaßnahmen an alle Elternpaare, Alleinerziehende und an der Erziehung beteiligte Großeltern und Verwandte im Einzugsgebiet des Anbieters der Elternbildung. Die überwiegende Mehrzahl der Teilnehmer sind daher Erziehende, die keinen erhöhten Risikofaktor aufweisen (Pinquart et al. 2010: 327).

Selektive Präventionsmaßnahmen richten sich an Erziehende mit erhöhtem Risiko für das Entstehen von Erziehungsproblemen. Risikofaktoren können das Aufwachsen eines Kindes bei einem alleinerziehendem Elternteil sein. Auch eine psychische Erkrankung der Eltern erhöht das Risiko, dass das Kind Verhaltensauffälligkeiten entwickelt. Maßnahmen der selektiven Prävention sind somit risikospezifisch, zielen also auf eine bestimmte Risikozielgruppe ab.

Indizierte Präventionsmaßnahmen setzen bei einer Zielgruppe mit manifesten Erziehungsschwierigkeiten ein. Bei dieser Zielgruppe ist es bereits zu Verhaltensauffälligkeiten gekommen. Ziel der Präventionsmaßnahme ist es, die Symptome zu verringern und eine Verschärfung der Problemsituation zu vermeiden. Das im folgenden auf seine Wirksamkeit untersuchte Elterntraining Triple P versteht sich als mehrstufiges familien- und erziehungsunterstützendes Präventivprogramm (Cina et al. 2006: 66).

Die Betrachtung des Mehrebenen-Modells, das dem Triple P-Elterntraining zugrunde liegt, verdeutlicht, dass das Elterntraining alle drei Formen der Prävention nutzbar macht, um Eltern ihrer individuellen Erziehungssituation entsprechend und ihre konkreten Problemsituationen berücksichtigend Hilfe zu bieten.

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Details

Titel
Differentielle Betrachtung von Wirksamkeitsstudien des Elterngruppentrainings Triple P
Untertitel
A differential appraisal of efficacy studies of the Triple P- group training
Hochschule
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen  (Sozialwesen)
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
55
Katalognummer
V195892
ISBN (eBook)
9783656217480
ISBN (Buch)
9783656218401
Dateigröße
3546 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
differentielle, betrachtung, wirksamkeitsstudien, elterngruppentrainings, triple
Arbeit zitieren
Klara Maria Niermann (Autor), 2012, Differentielle Betrachtung von Wirksamkeitsstudien des Elterngruppentrainings Triple P, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195892

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