Die Fiskalpolitik nach John Maynard Keynes - Ein Konzept zwischen Theorie und Praxis


Hausarbeit, 2011
29 Seiten, Note: 8,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Vorwort

1. Einleitung

2. Konjunktur und Beschäftigung
2.1 Definition der Konjunktur
2.2 Definition und Arten von Arbeitslosigkeit
2.3 Interdependenzen von Konjunktur und Beschäftigung

3.Die Konzeption des Fiskalismus (Keynesianismus)
3.1 Die klassische Arbeitslosigkeit als Ausgangspunkt
3.2 Die Theorie der keynesianischen Arbeitslosigkeit
3.3 Der keynesianische Grundgedanke
3.3.1 Die Instabilitätshypothese
3.3.2 Der private Konsum und die absolute Einkommenshypothese
3.3.3 Investitionen

4. Das Konzept der antizyklischen Fiskalpolitik
4.1 Die antizyklische Fiskalpolitik
4.2 Expansive Instrumente der antizyklischen Fiskalpolitik
4.2.1 Steuersenkungen
4.2.2 Investitionsanreize
4.2.3 Senkung der Sparanreize
4.3 Antizyklische Fiskalpolitik in Deutschland
4.3.1 Das Konjunkturpaket I
4.3.2 Das Konjunkturpaket II
4.4.3 Die Abwrackprämie als Teil des Konjunkturpakets II
4.4 Die Wirkung der antizyklischen Fiskalpolitik in der Praxis
4.4.1 Die wirtschaftliche Entwicklung nach Durchführung der Konjunkturprogramme
4.4.2 Die Wirkung der Abwrackprämie als Beispiel

5. Ergebnisse und Schlussfolgerungen

6. Kritische Würdigung und Ausblick

Glossar

Verzeichnis der Quellen

Zusammenfassung

Die vorliegende Studienarbeit „Die Fiskalpolitik nach John Maynard Keynes - Ein Konzept zwischen Theorie und Praxis“ behandelt die Konzeption des Fiskalismus, welche 1936 durch den im Titel genannten englischen Wirtschaftswissenschaftler bekannt wurde.

Der Fiskalismus, auch Keynesianismus genannt stellte zur damaligen Zeit ein ganz neuartiges Konzept ökonomischen Handelns dar. Mit dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise von 1929-1933 entwickelte Keynes dieses Konzept. Es besitzt den Kerngedanken, dass sich Marktunvollkommenheiten nicht von selbst regulieren, so wie es bis zum damaligen Zeitpunkt laut klassischer Theorie angenommen wurde. Laut Keynes bedarf es vielmehr staatlicher Hilfe, um die Nachfrage der Gesamtwirtschaft zu steigern und somit Krisenzeiten zu überwinden.

In der Praxis ist es oft der Fall, dass theoretische Annahmen schwer umzusetzen sind oder eine andere Wirkung erzielen, als in der Theorie angenommen. Diese Problemfrage stellt sich auch bei Keynes Konzeption. Ziel dieser Arbeit ist es somit herauszufinden ob Keynes Annahmen und Theorien auch in der Praxis zutreffend und wirksam sind.

Um dies herauszufinden wird dem Leser zunächst mit literarischer Unterstützung der Inhalt des keynesianischen Konzeptes nähergebracht. Anschließend wird an den von der Bundesregierung verabschiedeten Konjunkturpaketen in 2008 und 2009 untersucht, wie sich diese fiskalpolitischen Maßnahmen auf die deutsche Wirtschaft ausgewirkt haben. Dabei werden statistische Daten und Grafiken ausgewertet, um daraus im Anschluss Ergebnisse und Schlussfolgerungen herleiten zu können.

Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass eine Fiskalpolitik nach Keynes in der Praxis wirksam ist. Besonders 2010 ist eine Wirkung der Maßnahmen spürbar. Jedoch ist nach Abschluss der Fiskalpolitk eine geringere wirtschaftliche Entwicklung zu beobachten. Entgegenwirkende Einflüsse machen sich vor allem danach, aber auch während der Gültigkeit der Maßnahmen bemerkbar. So sind beispielsweise die steigenden Energiepreise der letzten Jahre ein Gegenspieler der Fiskalpolitik. Der Staat möchte die privaten Haushalte entlasten, gleichzeitig führen Preissteigerungen im Energiemarkt aber zu einer erhöhten Belastung.

Es bleibt also festzuhalten, dass Keynes Konzept in der Praxis Wirksamkeit zeigt, diese jedoch gleichzeitig aufgrund externer Faktoren beeinflusst wird. Das System einer Volkswirtschaft ist zu komplex und beeinflusst, als dass die Maßnahmen uneingeschränkt wirken können. Alleine die Abhängigkeit von den Konsumenten ist hoch, da sie den größten Anteil der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage bilden. Hinzu kommt außerdem, dass eine Beurteilung der Wirtschaft ohne staatliche Fiskalpolitik nicht möglich ist. Es ist somit kein Vergleich zwischen Anwendung der klassischen oder keynesianischen Theorie möglich. Dass eine Wirkung entsteht, zeigt die wirtschaftliche Entwicklung nach Verabschiedung der Konjunkturpakete, jedoch lässt sich nicht genau sagen, wie hoch die Wirkung der fiskalpolitischen Instrumente wirklich ist. Der Keynesianismus bleibt also ein Konzept zwischen Theorie und Praxis.

Vorwort

Die vorliegende Studienarbeit behandelt das nach John Maynard Keynes entwickelte Konzept des Fiskalimus. Es soll dabei deutlich werden, auf welchen Grundgedanken diese Konzeption basiert, und wie diese in der Praxis wirksam ist.

Die Arbeit wurde unter dem Titel „Die Fiskalpolitik nach John Maynard Keynes - Ein Konzept zwischen Theorie und Praxis“ verfasst. Die Wahl des Titels habe ich getroffen, da ich der Meinung bin, dass dieser den Inhalt und das Ergebnis dieser Arbeit gut wiedergibt.

Die Studienarbeit wurde im Rahmen des Learning Arrangements HLA 7, welches des Namen „Reporting“ trägt, erstellt. Dieses ist Bestandteil im Hauptstudium des Studiengangs „International Business Economics“ an der „Fontys Internationale Hogeschool Economie“ in Venlo.

Primär ist die vorliegende Arbeit an meine Dozentin Frau Ute Redeker gerichtet, deren Aufgabe es ist, diese zu bewerten.

Für das Verständnis der Studienarbeit ist es zudem notwendig, über wirtschaftswissenschaftliche Grundkenntnisse zu verfügen.

Abschließend möchte ich mich bei meiner Dozentin Frau Ute Redeker bedanken, die mir Empfehlungen für die Verfassung gab, und stets bereit war relevante Fragen zu beantworten. Ein weiterer Dank gilt meinem Bruder Herrn Michael Johanns, der sich bereit erklärte die Arbeit vor endgültiger Abschließung Probe zu lesen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die vorliegende Studienarbeit „Die Fiskalpolitik nach John Maynard Keynes - Ein Konzept zwischen Theorie und Praxis“ thematisiert die Theorie des Keynesianismus, eine Konzeption des im Titel genannten englischen Wirtschaftswissenschaftlers Keynes.

Zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise 1929-1933 häuften sich zunehmend die Zweifel an der klassischen Theorie der Selbstheilungskräfte der Märkte. Ein besonders großer Kritiker dieser Theorie war John Maynard Keynes, der 1936 in seinem Werk „Allgemeine Theorie der Beschäftigung des Zinses und des Geldes“ seine Konzeption des Fiskalismus vorstellte. Die damals völlig neuartige Betrachtung gesamtwirtschaftlicher Zusammenhänge stellte ein komplettes Gegenstück zu den Auffassungen der klassischen Theorie dar, und veranlasste eine komplett neue Orientierung ökonomischen Denkens.

Als Kritiker der klassischen Theorie ging Keynes davon aus, dass sich Marktunvollkommenheiten nicht von alleine regulieren. Vielmehr bedarf es staatlicher Instrumente, die eine Volkswirtschaft in Krisenzeiten stützen, und ein Überwinden der Krise veranlassen. Die vorliegende Studienarbeit setzt sich intensiv mit dem keynesianischen Grundgedanken auseinander und verdeutlicht dafür relevante Zusammenhänge konjunktureller Einflussgrößen. Darüber hinaus erfährt der Leser in welcher Art und Weise der Staat in das Marktgeschehen eingreifen soll, um entsprechende Unvollkommenheiten zu beseitigen. Ob diese Maßnahmen auch in der Praxis funktionieren wie in Keynes Theorie angenommen soll am Beispiel der in 2008 und 2009 verabschiedeten Konjunkturpakete der deutschen Bundesregierung untersucht werden. Oftmals stellt sich nämlich die Frage in wie weit theoretische Konzepte in der Praxis umsetzbar sind. Aus diesem Grund soll sich diese Studienarbeit mit der Fragestellung „Wie funktioniert das Konzept des Keynesianismus am Beispiel Deutschland“ auseinandersetzen.

Um diese Fragestellung beantworten zu können basiert die vorliegende Ausarbeitung auf einer umfangreichen Studie von Literatur und anderen Quellen, die insgesamt zur Verfassung dieser Studienarbeit einen großen Teil beigetragen haben.

Die vorliegende Arbeit besteht aus insgesamt fünf Kapiteln. Das nachfolgende Kapitel soll dem Leser zunächst die Bedeutung und den Zusammenhange von Konjunktur und Beschäftigung erklären. Nachfolgend wird die Konzeption des Fiskalismus detailliert dargestellt und in Kontrast zur klassischen Theorie gesetzt. Das Kapitel der antizyklischen Fiskalpolitik beschreibt nun umfassend die Umsetzung des keynesianischen Grundgedankens. Der Leser erfährt hier relevante Informationen zur in Deutschland angewandten Fiskalpolitik und deren Wirkung bis zum heutigen Zeitpunkt. Abschließend werden im letzten Kapitel die Ergebnisse der Studienarbeit zusammengefasst. Daraus werden nachfolgend Schlussfolgerungen abgeleitet, die eine Antwort auf die oben genannte Fragestellung liefern.

2. Konjunktur und Beschäftigung

In diesem Kapitel wird zunächst die Bedeutung von Konjunktur und Beschäftigung erklärt. Darauf aufbauend lassen sich einige Interdependenzen aufzeigen, die im Folgenden erläutert werden.

2.1 Definition der Konjunktur

Die Entwicklung einer Volkswirtschaft wird stets von verschiedenen Faktoren beeinflusst. So nehmen Konsumbereitschaft, Zinsen, Preise, Investitionen, Beschäftigung und andere Größen Einfluss auf die wirtschaftliche Aktivität. Bereits ein getätigter Einkauf oder die tägliche Arbeit im Beruf eines einzelnen Individuums ist bedeutsam für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft. Dabei ist der Konsum mal steigend, mal sinkend, mal ist die Quote der arbeitenden Gesellschaft hoch, mal niedrig. Aufgrund dieser ständigen wirtschaftlichen Bewegungen entstehen Schwankungen, die durch wiederholende Auf-und Abwärtsbewegungen gekennzeichnet sind. Dies wird wissenschaftlich als Konjunktur bezeichnet. (Quelle: kvportal.de, o.A, Konjunktur, 17.02.2010)

Wie bereits angedeutet umfasst die Konjunktur sämtliche volkswirtschaftliche Einflussgrößen und lässt sich deswegen hauptsächlich auf Basis des realen Bruttoinlandsproduktes und dessen Veränderungen bestimmen. Diese Veränderungen sind gekennzeichnet durch tendenzielle Steigungen und Senkungen, die amplitudenähnlich in einem Zeitraum von circa fünf bis zehn Jahren auftreten. Dieses Phänomen wird in der Volkswirtschaft als Konjunkturzyklus betrachtet, dem aufgrund der wirtschaftlichen Lage unterschiedliche Phasen zugeordnet werden. Somit kann die Konjunktur stets als Spiegelbild der wirtschaftlichen Lage gesehen werden, da alle wichtigen Einflussgrößen berücksichtigt und zusammengefasst werden. Deshalb stellt das Bruttoinlandsprodukt auch gleichzeitig das Wirtschaftswachstum dar. (Quelle: bmwi.de, o.A, Konjunktur und Wachstum,)

Im Folgenden ist ein Konjunkturverlauf mit den auftretenden vier Phasen dargestellt. Diese Darstellung basiert auf einer theoretischen Annahme des Verlaufes. In der Realität verläuft die Kurve annähernd wie dargestellt, aber unterliegt zusätzlichen, kurzweiligen Schwankungen. Das Schaubild stellt somit den theoretischen Verlauf dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle:ddschule.dnsalias.org, o.A, Konjunkturverlauf und Konjunkturphasen)

Die vier Phasen der Konjunktur sind besonders durch folgende Einflussgrößen gekennzeichnet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung, in Anlehnung an Bode, Olaf H. u.a: Volkswirtschaftslehre- Eine Einführung in ein oft verkanntes Fachgebiet, 3. Auflage 2011)

Wie in der Tabelle zu sehen ist, spiegelt sich die jeweilige konjunkturelle Lage in einigen Einflussfaktoren wieder. So sind beispielsweise die Investitionen unter anderem davon abhängig, wie hoch die Kapazitätsauslastung der Unternehmen ist, und wie die Produktionsauslastung in nächster Zeit zu erwarten ist. Dies ist wiederrum abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage, welche sich auf das Preisniveau auswirkt. Wird nämlich viel nachgefragt, steigen folglich die Preise an, und es gerät vermehrt Geld in Umlauf. Dies versucht die EZB mit der Steuerung des Leitzinses zu beeinflussen, um durch hohe- oder niedrige Zinsen den Konsum zu steigern, beziehungsweise zu senken. Insgesamt bestehen also zwischen allen Einflussgrößen enge Verknüpfungen, die den konjunkturellen Verlauf einer Volkswirtschaft beeinflussen. (Quelle: Bode, Olaf H. u.a: Volkswirtschaftslehre- Eine Einführung in ein oft verkanntes Fachgebiet, 3. Auflage 2011)

2.2 Definition und Arten von Arbeitslosigkeit

Als Arbeitslos werden zum einen Personen bezeichnet, die arbeitswillig und arbeitsfähig sind, aber aufgrund bestimmter Ursachen keine Beschäftigung finden. Diese Art der Arbeitslosigkeit wird als unfreiwillige Arbeitslosigkeit bezeichnet. Des Weiteren gelten aber auch jene Personen als arbeitslos, die nicht bereit sind, ihre Arbeit zu dem auf dem Markt bestehenden Reallohn anzubieten. Diese Form der Arbeitslosigkeit nennt sich freiwillige Arbeitslosigkeit. Um innerhalb einer Volkswirtschaft eine Arbeitslosenquote festzulegen wird zum einen die Zahl der registrierten Arbeitslosen und zum anderen die Zahl der zivilen Erwerbspersonen zugrunde gelegt. Dadurch ergibt sich folgende Gleichung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: Lüpertz, Viktor: Problemorientierte Einführung in die Volkswirtschaftslehre, 5. Auflage 2007)

Bei unfreiwilliger Arbeitslosigkeit ist eine weitere ursachengerechte Einteilung möglich:

- Saisonale Arbeitslosigkeit: Oft ist die Beschäftigung in verschiedenen Branchen (z.B Bauindustrie) abhängig von der Jahreszeit. Die Beschäftigungszahl ist dann jährlich im Winter oder Sommer steigend oder sinkend.
- Technologische Arbeitslosigkeit: Aufgrund des technischen Fortschrittes kann menschliche Arbeit durch maschinelle Arbeit ersetzt werden. Dies war vor allem zu Zeiten der Industrialisierung eine primäre Ursache unfreiwilliger Arbeitslosigkeit
- Strukturelle Arbeitslosigkeit: Sie ist gekennzeichnet durch strukturelle Wandlungen in der Volkswirtschaft. So kann durch eine wirtschaftliche Neuorientierung in bestimmten Märkten (z.B der Ausstieg aus Atomenergie) die Zahl der Arbeitslosen steigen.
- Friktionelle-/Fluktuationsarbeitslosigkeit: Wechselt eine Person zur Zeit der amtlichen Erhebung der Arbeitslosenquote den Arbeitsplatz, tritt diese Ursache von Arbeitslosigkeit auf. Sie ist nur kurzweilig, da damit nur die Übergangszeit des Arbeitsplatzwechsels gemeint ist.
- Konjunkturelle Arbeitslosigkeit: Beschäftigungsänderungen sind gekennzeichnet durch die konjunkturelle Veränderung. In einer Depression bestehen beispielsweise unterdurchschnittliche Kapazitätsauslastungen wodurch folglich wenige Arbeitskräfte benötigt werden.

(Quelle: Schmacht, Ralf: VWL-Arten der Arbeitslosigkeit)

2.3 Interdependenzen von Konjunktur und Beschäftigung

Wie bereits angedeutet bestehen Wechselwirkungen zwischen Konjunktur und Beschäftigung. So ist ein konjunktureller Aufschwung immer mit einer sinkenden Arbeitslosenquote verbunden. Das Selbe gilt für den umgekehrten Fall, denn eine Rezession ist immer durch eine steigende Tendenz der Arbeitslosenquote gekennzeichnet. Die Begründung dafür liegt darin, dass die Konjunktur auf der Entwicklung des realen Bruttoinlandsproduktes basiert. Ist dessen Wachstum im Vergleich zur vorherigen Periode positiv, so wurde mehr produziert, wodurch eine höhere Beschäftigung notwendig war. Demzufolge lässt sich also sagen, dass die Beschäftigung einer Volkswirtschaft stets mit der konjunkturellen Entwicklung steigt, beziehungsweise sinkt. Andersrum nimmt auch die Beschäftigung Einfluss auf die Konjunktur, da mit einer steigenden Beschäftigung auch immer ein steigendes Einkommen verbunden ist. Somit steht den Arbeitnehmern mehr Geld für Konsumzwecke zur Verfügung, wodurch folglich deren Nachfrage steigt. Dies wirkt sich in den Unternehmen mit steigenden Gewinnen aus und es werden Investitionen, unter anderem zur Kapazitätserweiterung getätigt, wodurch neues Produktionspotenzial entsteht. Demzufolge kristallisiert sich der Arbeitsmarkt als Faktormarkt heraus, wodurch die Verbundenheit zu den anderen Märkten charakterisiert wird.

(Quelle: Bode, Olaf H. u.a: Volkswirtschaftslehre- Eine Einführung in ein oft verkanntes Fachgebiet, 3. Auflage 2011)

3. Die Konzeption des Fiskalismus (Keynesianismus)

In diesem Kapitel wird der Gedanke des Fiskalismus nach John Maynard Keynes (1883- 1946) verdeutlicht. Dies geschieht, indem zunächst die klassische Theorie als Ausgangspunkt, und anschließend das keynesiansische Konzept als Gegensatz erklärt wird.

3.1 Die klassische Arbeitslosigkeit als Ausgangspunkt

Die klassische Theorie der Arbeitslosigkeit setzt voraus, dass das Arbeitsangebot stets abhängig vom Reallohn ist. Besteht also ein zu hoher Reallohn, so ist demzufolge das Arbeitsangebot hoch, da viele Arbeitnehmer bereit sind, zu diesem Lohn ihre Arbeit anzubieten. Gleichzeitig stehen die Arbeitgeber dem gegenüber, denn je höher die Reallöhne der Arbeitnehmer sind, desto geringer ist die Bereitschaft viele Arbeitnehmer einzustellen. Die Nachfrage nach Arbeit ist dann gering, und auf dem Arbeitsmarkt entsteht ein Angebotsüberschuss. Dies soll durch folgende Abbildung verdeutlicht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Koch, Walter A.S. u.a.: Grundlagen der Wirtschaftspolitik, 3. Auflage 2008

Zum Verlauf im Bereich a) der Angebotsfunktion ist zunächst zu sagen, dass die angebotene Menge trotz eines sehr geringen Reallohns steigen kann, da ab einem zu geringen Reallohn die Notwendigkeit mehr arbeiten zu müssen besteht, um die eigene Existenz weiterhin zu sichern. Der Lohn ist in diesem Bereich also so niedrig, dass ein Arbeitnehmer mehr arbeiten muss, um seine individuellen Grundbedürfnisse zu befriedigen. Anders ist dies im Bereich b). Dort ist der Reallohn so hoch, dass ein Arbeitnehmer ab einem bestimmten Einkommen die Arbeitszeit verringert, da der Lohn individuell ausreichend ist. (Quelle: Koch, Walter A.S. u.a.: Grundlagen der Wirtschaftspolitik, 3. Auflage 2008)

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Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Die Fiskalpolitik nach John Maynard Keynes - Ein Konzept zwischen Theorie und Praxis
Hochschule
Fontys University of Applied Sciences
Note
8,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
29
Katalognummer
V196556
ISBN (eBook)
9783656225188
ISBN (Buch)
9783656225683
Dateigröße
1131 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fiskalpolitik, john, maynard, keynes, konzept, theorie, praxis
Arbeit zitieren
Angelina Johanns (Autor), 2011, Die Fiskalpolitik nach John Maynard Keynes - Ein Konzept zwischen Theorie und Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/196556

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