Die Diskussion um die neuen KMU-IFRS – Chancen und Risiken für den deutschen Mittelstand aus bilanzpolitischer Sicht


Hausarbeit, 2012

15 Seiten, Note: 1,7

Frank Bart (Autor)


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen

3 Übersicht einzelner Inhalte der IFRS für

4 Chancen und Risiken für den deutschen Mittelstand
4.1 Chancen der IFRS für
4.2 Risiken der IFRS für

5 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die wachsende Internationalisierung der Güter- und Kapitalmärkte sowie das grenzüberschreitende Agieren vieler Wirtschaftsakteure verlangt immer mehr nach einheitlichen internationalen Bilanzierungsregeln, die die unterschiedlichen Unternehmen weltweit miteinander vergleichbar machen. Dies betrifft insbesondere große Konzerne, wie beispielsweise die Daimler AG, die bereits seit 1996 nach den US-GAAP Standards[1] bilanziert, jedoch auch für kleine und mittelständige Unternehmen (KMU) gewinnt diese Prämisse zunehmend an Bedeutung. Die beachtliche Relevanz der KMU für die Wirtschaft wird deutlich, wenn man die Angaben der Europäischen Kommission aus dem Jahre 2006 betrachtet. Demzufolge gab es in den 25 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ca. 23 Millionen KMU, die damit 99% des Unternehmensbestands stellten und rund 75 Millionen Arbeitnehmer beschäftigten.[2] Am 09.07.2009 veröffentlichte das International Accounting Standards Board nach einem mehrjährigen Entwicklungsprozess internationale Bilanzierungsregeln speziell für mittelständische Unternehmen[3], die zugleich Mittelpunkt der Schwerpunktbetrachtung dieses Assignments sind.

Zu Beginn dieser Arbeit werden die grundlegenden Begrifflichkeiten, die für den Inhalt des Assignments von Bedeutung sind, näher erläutert und wichtige Regelungen der IFRS für KMU aufgeführt. In den sich anschließenden Kapiteln erfolgt die Darstellung der Chancen und Risiken der neuen IFRS für den deutschen Mittelstand, die in der Schlussbetrachtung kritisch reflektiert werden.

Ziel dieser Arbeit ist es, Aussagen über mögliche Chancen und Risiken der IFRS für kleine und mittelständische deutsche Unternehmen aus bilanzpolitischer Sicht zu treffen.

2 Theoretische Grundlagen

- KMU

Die Abkürzung KMU steht für kleine und mittlere Unternehmen, die keiner öffentlichen Rechenschaftspflicht unterliegen.[4] Im internationalen Sprachgebrauch findet man dafür häufig auch die englische Bezeichnung SME für small and medium-sized enterprises. [5]

Die Einstufung als KMU bedingt zunächst einer Einordnung als Unternehmen: „Als Unternehmen gilt jede Einheit, unabhängig von ihrer Rechtsform, […] die regelmäßig einer wirtschaftlichen Tätigkeit [nachgeht].“[6] Mit Erhöhung der KMU-Schwellenwerte sowie der Einführung einer Kategorie Kleinstunternehmen, wurde der Begriff KMU mit Wirkung zum 1. Januar 2005 neu definiert.[7] Die genaue Zuordnung als Kleinst-unternehmen, kleines oder mittleres Unternehmen richtet sich nach den drei Kriterien Mitarbeiterzahl, Jahresumsatz und Jahresbilanzsumme. Die neuen Schwellenwerte zur Klassifizierung der einzelnen Unternehmenskategorien sind in Abbildung 1 dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1:

Übersicht über die neuen Schwellenwerte zur Bestimmung der Unternehmenskategorie[8]

Die nachfolgenden Zahlen verdeutlichen die Relevanz der KMU für die deutsche Wirtschaft. Gemäß Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn gab es 2009 insgesamt rund 3,6 Mio. Unternehmen in Deutschland. Der KMU-Anteil daran betrug 99,7% (ca. 3,58 Mio. Unternehmen). Der deutsche Mittelstand erwirtschaftete 2009 einen Umsatz von ca. 1.947,97 Mrd. und war Arbeitgeber für 15,29 Mio. Beschäftigte.[9]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Verteilung der KMU-Anteile 2009 in Deutschland[10]

- IFRS für KMU

IFRS für KMU sind spezielle IFRS (International Financial Reporting Standards), also internationale Bilanzierungsgrundsätze für Unternehmen des Mittelstands, die vom IASB (International Accounting Standards Board), einer privatrechtlichen Organisation mit Sitz in London, als Nachfolger des 1973 gegründeten IASC (International Accounting Standards Committee)[11], aufgestellt und herausgegeben werden. Nach einem mehrjährigen Entstehungsprozess wurde am 15.02.2007 ein Entwurf und am 09.07.2009 der finale Standard der IFRS für KMU bzw. IFRS for SME veröffentlicht. Dieser Standard wurde vom IASB speziell für mittelständische Unternehmen entwickelt und auch wenn er auf den IFRS basiert, ist er doch ein eigenständiges Regelwerk.[12] Sämtliche Querverweise auf die IFRS-Bilanzierungsrichtlinien wurden im finalen Standard entfernt. In Anlehnung an die IFRS erfüllen auch die IFRS für KMU Informationsfunktionen und dienen dazu, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens basierend auf den tatsächlichen Verhältnissen möglichst wirklichkeitsgetreu darzustellen.

[...]


[1] Vgl. http://boersenlexikon.FAZ.net/usgaap.htm, Abrufdatum 14.05.2012 GAAP steht für United States Generally Accepted Accounting Principles und regelt die US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften für den Jahresabschluss der Unternehmen in den USA.

[2] Vgl. http://ec.europa.eu/enterprise/policies/sme/files/sme_definition/sme_user_guide_de.pdf, Abrufdatum 28.03.2012

[3] Vgl. http://ifrs.org/IFRS+for+SMEs/histroy/History.htm, Abrufdatum 24.06.2012

[4] Vgl. Henkel, Knut, Eine unternehmenstypenspezifische Synopse der Rechungslegungsunterschiede von Finanzinstrumenten nach IFRS und HGB, Seite 18

[5] Vgl. Henkel, Knut, Eine unternehmenstypenspezifische Synopse der Rechungslegungsunterschiede von Finanzinstrumenten nach IFRS und HGB, Seite 18

[6] Vgl. http://www.forschungsrahmenprogramm.de/kmu-definition.htm, Abrufdatum 27.04.2012

[7] Vgl. http://www.forschungsrahmenprogramm.de/kmu-definition.htm, Abrufdatum 27.04.2012

[8] Vgl. http://www.forschungsrahmenprogramm.de/kmu-definition.htm, Abrufdatum 27.04.2012

[9] Vgl. http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=99, Abrufdatum 26.06.2012

[10] Vgl. http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=1012, Abrufdatum 26.06.2012

[11] Vgl. Wolf, Jacob, Schnellkurs HGB-Jahresabschluss - Das neue Bilanzrecht: Richtig vorgehen - erfolgreich umstellen, 2. aktualisierte Auflage, Regensburg, 2009, S. 15

[12] Vgl. http://www2.nwb.de/portal/content/ir/beitraege/beitrag_752682.aspx, Abrufdatum 30.04.2012

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Diskussion um die neuen KMU-IFRS – Chancen und Risiken für den deutschen Mittelstand aus bilanzpolitischer Sicht
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Veranstaltung
Controlling / Bilanzmanagement
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V197138
ISBN (eBook)
9783656233985
ISBN (Buch)
9783656234470
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
KMU, IFRS, KMU für IFRS, IFRS-KMU, Mittelstand, IFRS for SME, Bilanzierung, BiLMOG, Eigenkapitaldarstellung, Bruttoausweis, Nettoausweis, Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, Standards
Arbeit zitieren
Frank Bart (Autor), 2012, Die Diskussion um die neuen KMU-IFRS – Chancen und Risiken für den deutschen Mittelstand aus bilanzpolitischer Sicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/197138

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