Aufgabenspektrum der internen Revision


Seminararbeit, 2012
17 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufgabenspektrum – Systematischer Überblick /Einteilung
2.1 Tätigkeits- bzw. Leistungsarten
2.1.1 Prüfungsleistungen
2.1.2 Beratungsleistungen
2.1.3 Sonstige Tätigkeitsfelder
2.2 Einteilungsmöglichkeiten der Aufgaben
2.2.1 Traditionelle Einteilung
2.2.2. Allgemeine Einteilung

3. Möglichkeit der Aufgabenerfüllung
3.1 Generelle Grundsätze
3.2 Prüfungsablauf

4. Zusammenhang zu Compliance
4.1. Begriffsdefinition Compliance
4.2. Bedeutung von Compliance
4.3. Auswirkungen von Compliance auf die Interne Revision

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Interne Revision hat eine lange Tradition und ist auf die Anfänge der Vor­ratswirtschaft zurückzuführen. Das Überwachungsbedürfnis stieg erstmals mit der Entwicklung des Handels und der Buchhaltung im Übergang vom Altertum zum Mittelalter.[1] Der Stellenwert der Internen Revision wuchs mit fortschreitender Industrialisierung und Gründung von Kapitalgesellschaften.[2] Heute stellt die Interne Revision eine prozeßunabhängige Überwachungsfunktion dar, die im Auftrag der Geschäftsführung Prüfungen in allen Bereichen und Aktivitäten des Unternehmens durchführt.[3]

Als ein Element des Internen Überwachungssystems übernimmt die Interne Revision die Funktion eines kritischen Gewissens im Unternehmen.[4] Im Folgenden wird erläutert, wie sich dieses kritische Gewissen im Unternehmen darstellt. Welche Aufgaben es übernimmt und wie sie erfüllt werden können. Der Begriff Compli­ance wird in diesem Zusammenhang ebenfalls geklärt.

2. Aufgabenspektrum – Systematischer Überblick /Einteilung

Zu den übergeordneten Tätigkeitsfeldern der Internen Revision gehören Prüfleistungen, Beratungsleistungen und sonstige Tätigkeiten. Darüber hinaus wird zwischen der traditionellen und der allgemeinen Einteilung der Aufgaben differenziert.[5]

2.1 Tätigkeits- bzw. Leistungsarten

2.1.1 Prüfungsleistungen

Die vier Hauptprüffelder der Internen Revision sind:

1. Die Interne Revision muss alle Anweisungen, Verfahren und Methoden einer kritischen Analyse und Beurteilung unterziehen
2. Die Interne Revision muss insbesondere das Interne Kontrollsystem überprü­fen und beurteilen und falls erforderlich, Verbesserungsvorschläge unterbreiten
3. Die Interne Revision muss das betriebliche Kommunikationssystem analysie­ren und beurteilen. Das gilt insbesondere für die Berichte und Informationen, die an die Betriebsführung gehen
4. Die Interne Revision hat die Zweckmäßigkeit von Maßnahmen (Buchführung und sonstige) zu beurteilen, die zur Sicherung von Vermögensverlusten aller Art dienen.[6]

Diese Hauptprüffelder lassen sich aus den Zielen des COSC-I-Modells ableiten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: COSO-Internal Control-Framework[7]

Eine besondere Aufgabe bei den Prüfungsleistungen ist dabei das Risikomanagement. Der Gesetzgeber forderte mit dem KonTraG vom 1. April 1998 die Verabschiedung eines angemessenen Risikomanagements inklusive Interner Revision. Diese Forderung wurde mit dem BilMoG am 29. Mai 2009 betont. Die Interne Revision ist damit gesetzlich geforderter Bestandteil des Internen Kontrollsystems eines Unternehmens.[8]

Im Jahr 2004 erfolgte eine Erweiterung des COSO I zum COSO-ERM-Frame­work (COSO II) zur Stärkung des Risikomanagements.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: COSO-ERM-Modell (COSO II)[9]

Der Internen Revision kommt bei der Überwachung und der Verbesserung des ERM (Enterprise Risk Management) eine Schlüsselrolle zu. Als Bestandteil des Internen Kontrollsystems des Unternehmens hat die Interne Revision u.a. die Aufgabe Mängel festzu­stellen und geeignete Verbesserungsmaßnahmen zu empfehlen sowie deren Umsetzung zu überwachen.[10]

2.1.2 Beratungsleistungen

Durch ihre umfassende Tätigkeit hat die Interne Revision Einblick in unterschied­lichste Bereiche des gesamten Unternehmens. Diese beschränkt sich nicht nur auf das betriebswirtschaftliche Gebiet, sondern umfasst beispielsweise auch auf­bau- und ablauforganisatorische Zusammenhänge. Aus diesem Grund kann dieses Wissen für Beratungsleistungen der Unternehmensleitung genutzt wer­den.[11] Beratungsleistungen werden als Zusatz angeboten, der risikoorientierte Prüfplan hat oberste Priorität.[12] Beratungsleistungen beinhalten aber auch die dargestellten Risiken für die Interne Revision. (Abbildung 3)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Risiken aus Beratungsleistungen[13]

2.1.3 Sonstige Tätigkeitsfelder

Neben den Prüfungs- und Beratungsleistungen ergeben sich weitere folgende Tätigkeitsfelder für die interne Revision.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Sonstige Tätigkeitsfelder der Internen Revision[14]

Zwingende Tätigkeitsfelder sind davon: Bestandteil des internen Umfelds nach COSO, eigenes Qualitätsmanagement, Informationsleistungen für den Auf­sichtsrat und das Risikomanagement der Internen Revision. Die anderen Tätigkeitsfelder sind wie die Beratungsleistungen freiwillig.[15] Nachfolgend werden einige Tätigkeitsfelder näher beschrieben.

Eigenes Qualitätsmanagement:

Hierbei sind geeignete Maßnahmen zur Steuerung der eigenen Risiken zu er­greifen. Die Risikokategorien Prüferversagen, falsche Bestätigungen und Imagerisiken sind besonders zu beachten.[16]

Ausbildungsfunktion:

Durch die Revisionsarbeit eröffnet sich nicht nur der Blick aufs Ganze. Man be­schäftigt sich gleichzeitig mit allen wesentlichen Bereichen im Unternehmen und lernt die Zusammenhänge, sowie die Probleme verschiedener Abteilungen ken­nen.[17]

Koordination mit anderen Überwachungsträgern:

Besonders wichtig ist die Koordination von Abschlussprüfer und Interner Revi­sion. Deshalb sollte der Abschlussprüfer regelmäßig die Prüfungsergebnisse der Internen Revision im Rahmen seiner Prüfungsplanung berücksichtigen. Dies darf aber niemals eigene Prüfungshandlungen des Abschlussprüfers ersetzen. Um­gekehrt, schon im Interesse der Wirtschaftlichkeit, sollte die Interne Revision sich bei ihrer Prüfungsplanung auch auf die Ergebnisse der Abschlussprüfer stüt­zen[18] .

Präventivfunktion

Die Präventivfunktion wird nicht aktiv von der Internen Revision erfüllt. Die In­terne Revision wirkt allein durch ihr Vorhandensein, nicht erst durch ihr Tätigwerden. Die Ankündigung einer Revision sorgt bereits für die Beseitigung von Mängeln.[19]

Operative Aufgaben – Compliance

Die Interne Revision sollte operative Aufgaben ausschließlich vorübergehend übernehmen. Bei der dauerhaften Übernahme von operativen Aufgaben (wie z.B. Compliance oder Datenschutz) besteht die Gefahr der Verschmelzung mit der operativen Komponente.[20]

Innovations- und Initiativfunktion

Zu den Aufgaben der Internen Revision gehören: die Funktionsfähigkeit und Ak­tualität der Organisation des Unternehmens zu überwachen, Mängel aufzuzeigen und Verbesserungsvorschläge zu deren Beseitigung zu unterbreiten. Das kann sowohl im Rahmen der laufenden Prüfungstätigkeit als auch durch Sonderauf­träge stattfinden. Ansatzpunkte sind neben Vereinfachungen, die Vermeidung von redundanten Arbeitsabläufen, das Formular- und Listenwesen des Unter­nehmens sowie die Erhöhung der Transparenz.[21]

Informationsleistung für den Aufsichtsrat

Die Interne Revision ist Bestandteil der Führungsfunktion eines Unternehmens und fungiert als Sicherheitsnetz für Unternehmensleitung und Aufsichtsrat. Die­ses Sicherheitsnetz wird unter anderem über Berichte erreicht, die die Interne Revision grundsätzlich über die Ergebnisse ihrer Tätigkeit an den Auftraggeber erstellt.[22]

[...]


[1] Vgl. Hofmann, I. (1998), S. 50 f.

[2] Vgl. Hofmann (1998), S. 93.

[3] Vgl. Hofmann (1998), S. 93 f.

[4] Vgl. Lück (2000), S. 1.

[5] Vgl. Amling/Bantleon (2012), S. 25 ff.

[6] Vgl. Wöhe (1996), S. 202.

[7] Amling/Bantleon (2012), S. 26.

[8] Vgl. Bungartz (2011), S. 470 ff.

[9] Amling (2012), S. 19.

[10] Vgl. Bungartz (2011), S. 465 ff.

[11] Vgl. Knapp (2009), S. 51.

[12] vgl. (Amling/Bantleon (2012), S. 29.

[13] Amling/Bantleon (2012), S. 29.

[14] Amling/Bantleon (2012), S. 30.

[15] Vgl. Amling/Bantleon (2012), S. 30.

[16] Vgl. Amling/Bantleon (2012), S. 30.

[17] Vgl. Amling/Bantleon (2012), S. 31.; Knapp (2009), S. 54.

[18] Vgl. Amling/Bantleon (2012) S. 31 f.

[19] Vgl. Amling/Bantleon (2012) S. 32.

[20] Vgl. Amling/Bantleon (2012) S. 32.

[21] Vgl. Knapp (2009), S. 51.

[22] Vgl. Bungartz (2011), S. 466.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Aufgabenspektrum der internen Revision
Hochschule
VWA-Studienakademie  (Stuttgart)
Note
2,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V201126
ISBN (eBook)
9783656272052
ISBN (Buch)
9783656272304
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aufgabenspektrum, revision
Arbeit zitieren
Monika Ege (Autor), 2012, Aufgabenspektrum der internen Revision, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201126

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