Soziale Differenzierung und Individualisierung in der Moderne

Anhand eines Vergleichs zwischen den Theorien von Durkheim und Simmel


Hausarbeit, 2010

19 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung

2. Modernisierung und ihre Folgen
2.1 Definition Modernisierung
2.2 Definition soziale Differenzierung
2.3 Definition Individualisierung

3. Durkheim Über soziale Arbeitsteilung
3.1 Arbeitsteilung als Phänomen der Moderne
3.2 mechanische Solidarität
3.3 organische Solidarität

4. Simmel soziale Differenzierung
4.1 Soziale Differenzierung als Phänomen der Moderne
4.2 Individualisierung durch soziale Differenzierung
4.3 Prinzip Kraftersparnis
4.4 Weitere Folgen der sozialen Differenzierung

5. Vergleich von Simmel und Durkheim

6. Bezug auf die aktuelle Bedeutung des Themas

7. Eigene Stellungnahme

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Soziale Differenzierung leitete einen sozialen Wandel in der Moderne ein. Sie veränderte somit das gesellschaftliche Leben in vielerlei Hinsicht.

Aufgrund der bis heute andauernden Relevanz des Themas habe ich mich dazu entschlossen die soziale Differenzierung und ihre Folgen anhand eines Vergleichs der Ausführungen der soziologischen Klassiker Emile Durkheim und Georg Simmel zu bearbeiten.

Um den Leser einen klaren Einstieg in den Kontext der Hausarbeit zu ermöglichen, sollen zunächst die für das Thema ausschlaggebenden Begriffe Modernisierung, Soziale Differenzierung und Individualisierung definiert werden.

Folgend soll auf Durkheims Theorie über soziale Differenzierung/Arbeitsteilung anhand seines Buches “Über soziale Arbeitsteilung“ im Gliederungspunkt 3 eingegangen werden. Hierbei soll zwischen nicht differenzierten Gesellschaften im Gliederungspunkt 3.2(mechanische Solidarität) und differenzierten Gesellschaften in 3.3(organische Solidarität) unterscheiden werden.

Im Gliederungspunkt 4 soll auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse von Georg Simmel eingegangen werden. In Punkt 4.1 soll auf die Soziale Differenzierung nach Simmel näher beschreiben werden. In Punkt 4.2 soll auf die durch die s. Differenzierung hervorgerufene Individualisierung eingegangen werden. Der Gliederungspunkt 4.3 beschäftigt sich mit dem sozialen Phänomen Kraftersparnis währenddessen im Auflistungspunkt 4.4 die Simmels Ausführungen über weiteren Folgen der s. Differenzierung abgeschlossen werden soll.

Anschließend sollen im Gliederungspunkt 5 die Ergebnisse der beiden Soziologen miteinander verglichen werden.

Im Gliederungspunkt 6 soll ein Bezug der beiden Klassiker zur aktuellen soziologischen Bedeutung gezogen werden.

Abschließend möchte ich im Gliederungspunkt 7 selbst zum Thema Stellung nehmen.

2. Modernisierung und ihre Folgen

Bevor ich die für das Thema ausschlaggebenden Begriffe Soziale Differenzierung und Individualisierung definieren werde, möchte ich auf den Begriff Modernisierung eingehen, da beide soziologischen Phänomene im zeitlichen Kontext mit diesem stehen.

2.1 Definition Modernisierung

„Modernisierung verweist auf einen Komplex miteinander zusammenhängender struktureller, kultureller, psychischer und physischer Veränderungen, der sich in den vergangenen Jahrhunderten herauskristallisiert und damit die Welt, in der wir augenblicklich leben, geformt hat und noch immer in eine bestimmte Richtung lenkt.“(van der Loo/Van Reijen 1997: 11)

Der Anfang der Modernisierung lässt sich in den zeitlichen Kontext des Spätmittelalters (1250 bist 1500 nach Christi Geburt) bringen. Die mit der Modernisierung eintretenden gesellschaftlichen Veränderungen wie die Auflösung der Ständegesellschaft, Urbanisierung, Rationalisierungen, Entstehung von kapitalistischen Märkten und der Abnabelung von religiösen Dogmen durch die Wissenschaft sind Prozesse der Modernisierung, die bis zum heutigen Tage andauern. (vgl. van der Loo/Van Reijen 1997: 12)

2.2 Definition Soziale Differenzierung

„Soziale Differenzierung ist der Prozess gesellschaftlichen Teilung und daraus resultierenden Entwicklung von komplexen Strukturen wie z.B. von spezifischen sozialen Rollen und Verhaltenserwartungen, in denen Arbeitsteilung und Spezialisierung wirksam und als Verhaltenserwartungen institutionalisiert werden.“ (Reihnold 1992: 108)

Soziale Differenzierung bewirkt somit eine Aufspaltung von einheitlichen Rollenerwartungen/Normen und Werten der Mitglieder einer Gesellschaft. Die entstehenden soz. Differenzierungen gehen einher mit einem zweiten sozialen Phänomen der Modernisierung; die Individualisierung.

2.3 Definition Individualisierung

„Individualisierung, Bezeichnung für den neuzeitl.-abendländischen Veränderungsprozess, in dessen Verlauf sich bei einer wachsenden Zahl von Menschen institutionelle Bindungen aufgelockert haben und sich zugleich eine verstärkte Ausrichtung des Denkens und Handelns an der eigenen Person und Lebensgestaltung ergeben hat…“ (Hillmann 2007: 363)

Individualisierung beinhaltet somit die Fähigkeit jedes Einzelnen die Werte und Normen der Gesellschaft subjektiv zu überdenken und sich so aus einem Norm/wertekomplex seine eigenen, individuellen Normen/werte herauszusuchen. Durch diesen Vorgang lockert sich schließlich das Band von Individuum zur kollektiven Gesellschaft als Institution.

Folgend werde ich nun die Theorien der soziologischen Klassiker E. Durkheim und G. Simmel, welche sich beide mit dem Thema Soziale Differenzierung und Individualisierung beschäftigten näher beschreiben.

3. Durkheim Über soziale Arbeitsteilung

3.1 Arbeitsteilung als Phänomen der Moderne

Emile Durkheim (1858- 1917) war ein in französischer Soziologe/ Ethnologe. Er beschäftigte sich in seinem Hauptwerk “In De la division du travail social “ (Über Soziale Arbeitsteilung) mit der moralischen/industriellen Krise seines Heimatlandes. Als Grund für diese moralische/industrielle Krise führte Durkheim den Begriff der Anomie als Zustand der damaligen Gesellschaft an. Anomie beschreibt einen Ausnahmezustand in dem keine bzw. nur wenige soziale Normen für die Gesellschaft geltend sind. (vgl. Hillmann 2007:29) Anomisch wird eine Gesellschaft nach Durkheim dann, wenn die einzelnen sozialen Organe im Sinne der sozialen Differenzierung/Arbeitsteilung nicht aufeinander abgestimmt sind und so kein Austausch zwischen ihnen möglich ist. (Durkheim, 1992: 437)

Dieses Postulat veranlasste Durkheim eine nähere Untersuchung über die Arbeitsteilung durchzuführen, um sich so mit der Thematik der Anomie auseinandersetzen zu können.

Hierzu unterschied er zwischen zwei Gesellschaftstypen und deren Solidaritäten, welche die Gesellschaft, so Durkheim zusammenhalten würden.

3.2 Die mechanische Solidarität

Vorab möchte ich den Begriff der Arbeitsteilung definieren, um möglichen Missverständnissen vorzubeugen:

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Soziale Differenzierung und Individualisierung in der Moderne
Untertitel
Anhand eines Vergleichs zwischen den Theorien von Durkheim und Simmel
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V201584
ISBN (eBook)
9783656275091
ISBN (Buch)
9783656276579
Dateigröße
400 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Modul 4, Soziale Differenzierung, Moderne, Individualisierung, Klassiker, Soziologie
Arbeit zitieren
Jan Block (Autor), 2010, Soziale Differenzierung und Individualisierung in der Moderne , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201584

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Soziale Differenzierung und Individualisierung in der Moderne



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden