Bildungswissenschaftler/in im Bereich der Drogenhilfe

4C/ID Modell in Theorie und Praxis


Hausarbeit, 2012

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Entwurf des Lernplans
2.1 Komptetenzanalyse und Fertigkeitenhierarchie
2.2 Sequentialisierung der Aufgabenklassen
2.3 Lernaufgaben
2.4 Der Entwurf von Lernaufgaben
2.5 Unterstützende Informationen

3 Das 4C/ID – Modell in der Theorie
3.1 Lerntheoretische Überlegungen
3.2 Situiertes Lernen
3.3 Die Integration Didaktischer Szenarien in das 4C/ID – Modell
3.4 Medien zur Unterstützung des Blueprints

4 Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

Erklärung

1 Einleitung

Für einen Bildungswissenschaftler stehen viele berufliche Perspektiven zur Verfügung. Ebenso vielfältig und komplex sind die Fähigkeiten, die man sich für die jeweilige berufliche Tätigkeit aneignen muss.

In dieser Hausarbeit soll dargestellt werden, wie mit Hilfe des Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modells (4C/ID Modell), von Jeroen van Merriënboer die Aneignung komplexer Fähigkeiten erreicht werden kann.

Die gewählten komplexen Aufgaben dieser Hausarbeit stammen aus dem Bereich der Drogenprävention. Drogenprävention ist einerseits ein relevantes Arbeitsgebiet für den Bildungswissenschaftler, andererseits in der heutigen Gesellschaft eine notwendige Maßnahme.

Gemäß der Drogenaffinitätsstudie 2011 von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist ein Rückgang in Bereichen von Tabak- und Alkoholkonsum sowie Cannabiskonsum zu erkennen. Aus präventiver Sicht besteht jedoch weiterhin ein großer Handlungsbedarf (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2012,S.58).

Die Hausarbeit besteht aus einem praktischen und einem theoretischen Teil.

Im praktischen Teil wird ein Lehrplanentwurf (Blueprint) für das Training des Bildungswissenschaftlers entworfen. Der Bildungswissenschaftler übernimmt die Rolle des Lernenden, welcher Fertigkeiten für einen Informationsabend zum Thema Drogen für Eltern erwerben soll.

Informationsveranstaltungen zum Thema Drogen sind in den Bereichen der Primärprävention angesiedelt, welche zur großen Gruppe der Drogenpräventionen gehört. Der Lernende wird hierbei für die Organisation, Durchführung und Evaluation des Informationsabends befähigt. Im theoretischen Teil werden lerntheoretische Überlegungen und Aspekte des situativen Lernens mit dem 4CID Modell in Beziehung gesetzt. Danach werden beispielhafte didaktische Szenarien und geeignete Medien für den Blueprint betrachtet.

Zum Schluss erfolgt eine kurze Zusammenfassung und eine Reflektion darüber, ob sich das Vier – Komponenten – Modell für den Lernenden bewährt hat.

Obwohl sich diese Arbeit auf beide Geschlechter bezieht, wird zur Gewährleistung einer angenehmeren Lesbarkeit auf eine zweigeschlechtliche Formulierung verzichtet.

2 Entwurf des Lernplans

In den 1990er Jahren entwickelte van Merriënboer das Vier-Komponenten –Instruktionsdesignmodell, welches für das Training komplexer kognitiver Fähigkeiten in lebensnahen oder simulierten Lernumgebungen, die den Alltag wiedergeben, dient. Dieses Modell besteht aus vier, miteinander in Wechselbeziehung stehenden, Komponenten: Lernaufgaben (Learning tasks), Unterstützende Informationen (Supportive information), Just-in-time Informationen (JIT information) und Part-task Practice (Bastiaens, Deimann, Schrader & Orth, 2011, S.92)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Graphische Darstellung der vier Komponenten (van Merriënboer, Clark, de Croock , 2002, S.44)

Damit aus der allgemeinen Beschreibung der vier Entwurfskomponenten konkrete Lernmaterialien werden, sind weitere Analysen notwendig. Hierfür hat van Merriënboer folgende zehn Schritte definiert, (Bastiaens et al., 2011, S.94)

Analyse der Kompetenz(1), Sequentialisierung der Aufgabenklassen(2), der Entwurf von Lernaufgaben(3), Analyse mentaler Modelle(4), Analyse kognitiver Strategien(5), Entwurf von unterstützenden Informationen(6), Analyse von Regeln und Prozeduren(7), Analyse von konditionalen Kenntnissen(8), Entwurf von Just-in-time Informationen(9), Entwurf von Part-task Practice(10): Üben von Teilaufgaben.

Für den beispielbezogenen Lernentwurf (Blueprint) werden die Analyse der Kompetenz(1), die Sequentialisierung der Aufgabenklassen(2), der Entwurf von Lernaufgaben(3), Entwurf von unterstützenden Informationen(6) und der Entwurf von Just-in-time Informationen(6) betrachtet.

2.1 Komptetenzanalyse und Fertigkeitenhierarchie

Im ersten Schritt für die Erstellung des Blueprint betrachtet man die Kompetenz näher, welche der Bildungswissenschaftler am Ende erlernt haben soll, und zerlegt sie in einzelne Fertigkeiten.

Die Zusammenhänge der einzelnen Fertigkeiten werden in einer hierarchischen Struktur dargestellt, genannt Fertigkeitenhierarchie (Bastiaens et al., 2011, S.95).

Diese Fertigkeitshierarchie ist eine zusammenhängende Struktur aus vertikalen und horizontalen Relationen.

Horizontale Relationen (temporäre Relationen) beziehen sich auf den Moment, in dem Fertigkeiten ausgeübt werden. Das Ausüben kann dabei sequentiell oder auch gleichzeitig geschehen, zu lesen sind diese Relationen von links nach rechts. Im Beispiel der Fertigkeitenhierarchie in Abbildung 3 muss der Lernende also zunächst die Aufgabe analysieren, bevor er den Informationsabend planen, durchführen und später evaluieren kann.

Vertikale Relationen, beziehungsweise konditionale Relationen, sind so aufgebaut, dass die in der Hierarchieübersicht unterhalb angeordneten Fähigkeiten die Voraussetzungen für die jeweils darüber liegende, beziehungsweise höhere Fähigkeiten, sind. Die vertikalen Relationen werden von unten nach oben lesen, wobei die Komplexität von unten nach oben zunimmt. Für das Beherrschen einer Fertigkeit ist es daher notwendig, sich alle Fertigkeiten unterhalb dieser anzueignen. Beispielweise gehört es zur Aufgabenanalyse, sich mit Fachliteratur und aktuellen statistischen Ergebnissen auseinanderzusetzen, um sich hiermit ein Fachwissen aufzubauen. Das damit aufgebaute Fundament an Fachwissen stellt eine gute Basis für den Austausch mit Kollegen beziehungsweise des Experten bezüglich der Aufgabe dar. Nach Zerlegung der Fertigkeiten kann man für alle konstituierten Fähigkeiten Leistungsziele formulieren, welche sich in wiederkehrende und nicht - wiederkehrende Leistungsziele aufteilen.

Wiederkehrende Fertigkeiten müssen automatisiert werden, weil sie häufig genutzt werden. Das grundsätzliche Anwenden von einer Software für die Präsentationserstellung ist eine Fertigkeit, die man beim Vorbereiten anderer Präsentationen in gleicher Form durchführt. Man kann die wiederkehrenden Aufgaben mit systematischen Übungen trainieren (Part-task-practice), und sie damit festigen.

Nichtwiederkehrende Fertigkeiten werden bei der Bearbeitung von Aufgaben, die nicht routiniert und durch einen Problemlösungsprozess gelöst werden, erlangt. (Bastiaens et al., 2011, S.90)

Ein Beispiel für nicht – wiederkehrende Fertigkeiten ist die Präsentationsgestaltung. Variationen des Präsentationsthemas, der Zielgruppe, der verfügbaren Räumlichkeiten und viele andere Möglichkeiten erfordern den Aufbau von kognitiven Schemata, welche Abstraktionen vom konkreten Fall auf neue Zusammenhänge erlauben (van Merriënboer, Clark & de Crook, 2002).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Bildungswissenschaftler/in im Bereich der Drogenhilfe
Untertitel
4C/ID Modell in Theorie und Praxis
Hochschule
FernUniversität Hagen
Veranstaltung
Modul 2B
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V201764
ISBN (eBook)
9783656282792
ISBN (Buch)
9783656284024
Dateigröße
852 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Korrekturen des Gutachtens wurden eingearbeitet.
Schlagworte
Drogenhilfe, Drogenberatung
Arbeit zitieren
Daniel Lajn (Autor), 2012, Bildungswissenschaftler/in im Bereich der Drogenhilfe , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/201764

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