Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft – Beschreibung, Umsetzung und Reflexion einer eigenen Weblogidee


Hausarbeit, 2012
25 Seiten, Note: 3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis (Beispiel!)

1 Einleitung

2 Das Weblog
2.1 Funktion und Motive des Weblogs in den Bildungswissenschaften
2.2 Die Gestaltung eines Weblogs auf bildungswissenschaftlicher Grundlage

3 Das Weblog “Flexible Vertretung“
3.1 Das Konzept des Weblogs
3.2 Das Design des Weblogs
3.3 Der Einsatz der Software WordPress

4 Das Instructional Design
4.1 Verfahrensschritte im Instructional Design
4.2 Die Umsetzung des IDs im eigenen Weblog

5 Elemente des Weblogs

6 Umsetzung im Weblog unter Nutzung des Instructional Designs

7 Reflektion des Weblogs
7.1 Erwartungen an den Weblog
7.2 Erfahrungen mit dem Weblog
7.3 Weiterführung des Weblogs

8 Zusammenfassende Bewertung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Erklärung

Anhang
I Konzept des Weblogs „Flexible Vertretung“
II Feedback zum Konzept

1 Einleitung

Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich die Technisierung von Informationen immens beschleunigt; die Medienvielfalt ist erheblich gewachsen. Der Einsatz von Computern, Hightech sowie Datennetzen ist verbunden mit unserer modernen Gesellschaft. Kommu- nikation wird mehr und mehr auf Ebenen des Web 2.0. verlegt, so dass u.a. die Nutzung von Weblogs zur Kommunikation und zum Wissensmanagement konstruktiv eingesetzt wird. Diese Herausforderung ist eine persönliche und auch gesellschaftliche Aufgabe, die mit einer neuen Form der Wissensaneignung verbunden werden kann. Durch die Verän- derung der Nutzung des Internet von der Einseitigkeit als Suchmaschine zu einer Kom- munikationsebene eröffnen sich neue Lernfelder, die unterstützt durch bildungswissen- schaftliche Konstrukte, als ein Raum des Lernens dienen. So ist z.B. das Instructional Design für die theoretische, empirische und praktische Auseinandersetzung in einem Lernprozess anwendbar (Reinmann, 2011, S. 37). Die unermessliche Verfügbarkeit von Wissen und das daraus erwachsende entdeckende Lernen stellt die Lehre vor andere Voraussetzungen als ein situiertes gesteuertes Lernen (Bastiaens, Schrader & Deimann, 2011, S. 15ff). Geeignete Lernplattformen wie der Einsatz von Weblogs sind für die Schü- ler ein Werkzeug, mit dem auch Lernwege und Lernerfolge dokumentierbar werden. Der Vorzug des Weblogs als Lerninstrument wird in dieser Hausarbeit dargestellt und anhand des Beispiels des im Modul 1 des Studium „Bildung und Medien“ erstellten Weblogs „Fle- xible Vertretung“ werden die Vorzüge aus bildungswissenschaftlicher Sicht untersucht. Der Einsatz zur Informationsvermittlung soll die Frage beantworten, ob ein Weblog als Lernwerkzeug einsetzbar ist und eventuell optimierbar wird.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird nur die männliche Ausdrucksform angewendet, die jedoch selbstverständlich auch für die weibliche Aussage besteht.

2 Das Weblog

Das Internet diente lange als Medium zum Verbreiten von Informationen. Mit der Weiter- entwicklung zur Beteiligung der Nutzer am Web hat es sich zu einer Kommunikati- onsebene gewandelt. Das sogenannte Web 2.0 beinhaltet u.a. interaktive und kollaborative Möglichkeiten (http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/80667/web-2-0- v7.html) und Plattformen wie Facebook und Weblogs. Das Wort „Weblog“ ist eine Wort- schöpfung aus zwei Begriffen: World Wide Web und Logbuch. Oft wird es abgekürzt nur als Blog bezeichnet. Allumfassend kann man es als eine Art Tagebuch oder Journal be- zeichnen, das von anderen einsehbar ist. Der Blog kann öffentlich im Internet geführt werden und stellt sich aus einer strukturierten chronologischen Reihenfolge von kurzen Beiträgen(Blogposts) wie in einem Tagebuch (Bastiaens et al, 2011, S. 46) dar. Weblogs werden von einer Person oder einer Gruppe von Personen (Blogger) herausgegeben. „…Dabei hat jeder Blogpost eine eigene, permanente Internetadresse (Permalink). Blog- posts werden auch durch Schlagworte (Tags) kategorisiert. Inhaltsverwandte Blogposts werden mit gleichen Tags versehen und können damit leicht gefunden werden. Alle in einem Blog verwendeten Tags können als eine sogenannte „Wortwolke“ (Tagcloud) dar- gestellt werden …“ (Buchem, Appelt, Kaiser, Schön, Ebner, 2010, IN Ebner & Schön S. 3). Diese Begriffe sind bereits im deutschen Duden etabliert: bloggen = an einem Blog (mit)schreiben (http://www.duden.de/suchen/dudenonline/bloggen). Auch in einem Web- log muss die Kommunikation auf die Urheberrechte achten, so sind Zitate ausweisungs- notwendig (Bastiaens et al, 2011, S. 49). Jedoch Blogs nur zur Selbstdarstellung zu er- stellen, kann noch nicht zu einem konstruktiven Austausch und Wissensaufbau fungieren. So fordert ein Weblog den interessierten Leser und Blogger zur Kommunikation heraus. Kritisch ergänzt werden muss, dass ein Blog durch seine persönlichen Beiträge auch meinungsbildend fungieren kann und so sollte ein Blog zur wissenschaftlichen Nutzung konstruktiv überprüft werden. Auch die Instrumentalisierung z.B. für Marketingzwecke sollte der Nutzer in Betracht ziehen (Bastiaens et al, 2011, S. 51).

Die Erstellung eines Blogs basiert, technisch gesehen, auf einer bestimmten Software, die oftmals kostenlos erhältlich ist und die man auf dem eigenen Internet-Account installieren kann. Ebenso gibt es auch kostenfreie Dienste im Internet wie Wordpress, die das Erarbeiten eines Blogs im Bausteinprinzip dem Anwender erleichtern

(http://wordpress.org/download/). Blogs sind inhaltlich sehr unterschiedlich. Sie enthalten nach Bastiaens u.a. persönliche Schilderungen (Bastiaens et al, 2011, S. 46) oder hilfrei- che Information, die einen spezialisierten Interessensbereich betrifft. Sie haben hierbei keinen inhaltlichen Anspruch. Auch Unternehmen betreiben Weblogs, die z.B. für Marke- tingfunktionen auftragsbezogen erstellt sind, um der Unternehmensentwicklung zu dienen. Sie werden als „corporate blogs“ in der Organisationskommunikation eingesetzt und übernehmen u.a. Projektfunktionen (Pullich, 2007, S. 8). Des Weiteren gibt es noch the- matische Weblogs, wobei hier der Blogger besondere Fachkenntnisse besitzt. Es entsteht eine Sammlung von Fachinhalten, die zu einer bestimmten Fragestellung zur Verfügung stehen. Durch Verlinken von Weblogs untereinander, kann eine Gemeinschaft zum inte- ressenorientierten Informationsaustausch (Bastiaens et al, 2011, S. 46) entstehen. Als

Link bezeichnet man die Verknüpfung mit einer anderen Datei oder Textstelle (http://www.duden.de /suchen/dudenonline/Link).

2.1 Funktion und Motive des Weblogs in den Bildungswissenschaften

Durch das Lernen in der vernetzten Welt bieten sich dem Lernenden andere Möglichkei- ten der Wissensaneignung, -speicherung und der Kommunikation (Bastiaens et al, 2011, S. 18). Ein Weblog ist meist personenzentriert und wird vorrangig von Bloggern genutzt, um ihre persönliche Gedanken darzulegen. In Weblogs werden Informationen gespei- chert; sie dienen zur Reflexion und Diskussion (Pullich, 2007, S.17) u.a. werden Inhalts- sammlungen mit Lernmaterialien, Aufgaben, Literaturlisten zur Verfügung gestellt. Sie werden u.a. zur Führung von Lerntagebüchern eingesetzt, die der Öffentlichkeit zur Ver- fügung gestellt werden können und somit im Austausch ein Lernfortschritt erfolgt. Weiter- hin werden sie diskursorientiert durch geeignete Aufgabenstellungen für Gruppenarbeiten genutzt, indem sich über Fragen, Feedback ausgetauscht wird und wechselseitige Kommentierungen präsentiert werden (Pullich, 2007, S. 16f). Auch unterstützen Weblog Lehrveranstaltungen, Austausch für Aufgabenstellungen und Portfolios (Buchem, 2010, S. 6). Im bildungswissenschaftlichen Bereich kann aber auch auf der nichtpersönlichen Ebe- ne aktiv ein Thema erarbeitet werden, zu dem andere Leser dazu beitragen, indem durch ihre Kommentare und Erfahrungen ein Portfolio zum Wissensaustausch gefüllt wird (Bastiaens et al, 2011, S. 49). Weblogs mit bildungswissenschaftlichem Bezug beschäfti- gen sich mit Bildungsthemen aus Praxis und Theorie und werden u.a. in Bildungskontex- ten geführt. So können sie Lernszenarien enthalten, sich mit pädagogischen Problemstel- lungen in den verschiedensten Bereichen wie z.B. Ausbildung oder auf gesellschaftlichem Gebiet mit Sozialisationsprozessen beschäftigen und „ … in formellen und informellen Lehr- und Lernkontexten individuelle und gruppenbasierte Kommunikations-, Wissensma- nagement-, Reflexions- und Feedback-Prozesse unterstützen…“ (Buchem, 2010, S. 7). Blogs können auch in nicht pädagogischen Gebieten wie der Medienforschung bildungs- wissenschaftlich unterstützend agieren oder im Erziehungsbereich Bildungsprozesse un- terstützen. Auch die Bereiche Philosophie, Soziologie oder Psychologie können bildungs- wissenschaftlichen Blogs als Grundlage für Lernkonzeptionen dienen. Diese informieren- den Blogs haben vielfältige Nutzungsmöglichkeiten wie z.B. Lehrveranstaltungen oder weiterführende Materialien (Bastiaens et al, 2011, S. 52).

Auf Forschungsebene wird sich in dieser Art von Blogs mit der Beschreibung, Erklärung und Evaluation von Phänomenen der Bildung und Erziehung beschäftigt. Ein Weblog kann als ein E-Portfolio Objekte unterschiedlicher Art und Verwendung sammeln (Hornung-Prähauser, Hilzensauer, Schaffert, Wieden-Bischof, 2011, S. 10), die auch nach Fachgebieten geordnet sein können. In der pädagogischen Fachsprache wird ein E- Portfolio nicht nur als Sammlung betrachtet, sondern als pädagogisches Konzept zur Lernorganisation und Kompetenzentwicklung.

2.2 Die Gestaltung eines Weblogs auf bildungswissenschaftlicher Grundlage

Eine Internetseite zu einem wissenschaftlichen Thema eignet sich für den Leser als In- formationsquelle. Es wird ein aufbereitetes Sachgebiet vorgestellt und der Leser kann daraus die für ihn wichtigen Informationen komprimiert abrufen. Ein Weblog dagegen lebt von der ständigen Bewegung. Die Aktualisierung der Themen, Beiträge und Kommentare der Leserschaft verändert einen Weblog, lassen ihn wachsen und zu einer komplexen Informationsquelle entstehen. Natürlich gilt das nur, wenn die Thematik Leser anlockt, der Blog freigegeben ist und Kommentare sowie neue Beiträge eingestellt werden. Der Kom- mentar ist die Grundform der sozialen Interaktion im Weblog; er ermöglicht dem Leser auf einen Beitrag zu reagieren und dem Autor zu interagieren. Damit ist eine Art Forumsdis- kussion geschaffen (Horsch, 2008, S. 5). Der geringe technische Aufwand - ein Blogger braucht z.B. kaum administrative Freischaltungen vornehmen - ermöglicht somit einem größeren Teilnehmerpool an Forumsdiskussionen teilzunehmen.

Dies ist ebenso ein bildungswissenschaftliches Anliegen wie virtuelle Lerngemeinschaf- ten, da Blogger gemeinsam Themen erarbeiten und damit in einem konstruktiven Lern- prozess stehen. Durch Links und Trackbacks werden Themen und Kommentare verbun- den, die eine Erweiterung des Informationspools darstellen und dem Lernprozess neue Inputs geben (http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition /trackback.html). In den nächs- ten Kapiteln wird der Weblog unter Beachtung der Verfahrensschritte des Instructional

Design als Anleitung dargestellt und damit der Zusammenhang zu einem persönlichen Bildungsprozess dargelegt.

3 Das Weblog „Flexible Vertretung“

Für die thematische Erstellung eines Weblogs wurde die praktische Tätigkeit neben dem Studium als Lehrerin im Vertretungsdienst in einer Grundschule zu Grunde gelegt. Auf Abruf wird hier der Unterricht von Kollegen übernommen: So werden Unterrichtsstunden aufgrund der Kurzfristigkeit oft nur als vertiefende Lerneinheit ausgerichtet. Die Grund- schule ist mit über 750 Schülern eine der größten im Land Brandenburg. Zur Bewältigung von Problemen, die durch die zeitlich begrenzte Arbeit mit den Schülern entstehen, wer- den Themen in diesem Blog aufgegriffen, die konstruktive Hinweise erzielen und „ … um für die Schüler als Vertretungslehrkraft einen fundierten und weiterbringenden Unterricht unter optimierten Voraussetzungen für meine Vorbereitung …“ (Sander, 2011, S. 3) ge- stalten zu können.

3.1 Das Konzept des Weblogs

Der Weblog „Flexible Vertretung“ wurde unter Fragestellungen konzipiert, die den eigenen Arbeitsbereich - Unterrichtsvertretung - optimieren sollen, wie z.B.

- Kommunikation über Abstimmungen auf der Jahrgangsebene für einen flexible Ein- stieg in den entsprechenden Stoff zur Weiterverfolgung des Lernziels mit den bereits bekannten Mitteln
- Erschließung von nonverbalen Zeichen und internen Regeln zur Unterstützung bei Übernahme einer Klasse
- Pool von Arbeitsunterlagen Struktur und Austausch sollten durch freie Reflexion und Dokumentation gegeben sowie Beziehungen aufgebaut werden.
Folgende Punkte sollten u.a. Grundlagen des Blogs sein (Sander, 2011, S. 4):
- Zugänglichkeit zu Arbeitsmaterialien
- Abstimmung mit Lehrkräften bezüglich des vergangenen und nun vorzubereitenden Unterrichts
- Informationen über die einzelnen Klassen
- Bereitstellung von organisatorischen Informationen aus dem Schulbetrieb

Nach Rückmeldung durch die Modul-Betreuung, die zur Problemlösung gemäß dem Tutormodell Hilfestellung gibt (Reinmann, 2011, S. 90) wurde das Konzept nicht in dieser Form in den Weblog übertragen, da ein wesentlicher rechtlicher Aspekt außer Acht gelas- sen wurde. Unter dem Augenmerk „… Informationen zu den einzelnen Klassen, sowie organisatorische Informationen aus dem Schulbetrieb unterliegen dem Datenschutz und dürfen nicht öffentlich zugänglich im Netz publiziert werden. Arbeitsmaterialien unterliegen oftmals dem Urheberrecht …“ (Sauerbach, 2011, S. 1) wurde das Konzept überdacht: so zeigt der Blog u.a. nur einige selbsterstellte Unterrichtsunterlagen in der Materialien- sammlung auf. Des Weiteren wurden klasseninterne Informationen außer Acht gelassen, da diese unter Beachtung des Datenschutzes nicht veröffentlicht werden können.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft – Beschreibung, Umsetzung und Reflexion einer eigenen Weblogidee
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Kulturwissenschaften)
Note
3
Autor
Jahr
2012
Seiten
25
Katalognummer
V202933
ISBN (eBook)
9783656288473
ISBN (Buch)
9783656289395
Dateigröße
565 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Gestaltung und Entwicklung von neuen Medien Im Anhang befinden sich ein Konzept des Weblogs „Flexible Vertretung“ mit Feedback.
Schlagworte
e-learning, Weblog, Kommunikation, Bildung und Medien, flexibler Unterricht, Grundschule
Arbeit zitieren
Christiane Sander (Autor), 2012, Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft – Beschreibung, Umsetzung und Reflexion einer eigenen Weblogidee, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/202933

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft – Beschreibung, Umsetzung und Reflexion einer eigenen Weblogidee


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden