Webblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft


Hausarbeit, 2010

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Weblogs
2.1 Definition
2.2 Funktionen und Motive von Weblogs in der Bildungswissenschaft

3 Konzept und Instruktionsdesign des Weblogs „Papierland“
3.1 Analysis
3.2 Design
3.3 Development
3.4 Implementation
3.5 Evaluation

4 Darstellung und Reflexion des Weblogs „Papierland“
4.1 Funktion und Motiv
4.2 Thema des Weblogs
4.3 Funktionalitäten des Weblogs „Papierland“
Permalink
Archiv
Kommentarfunktion
RSS-Feeds
Verlinkungen
Abbildungen zu den Funktionalitäten
4.4 Erwartungen an den Weblog
4.5 Erfahrungen mit dem Weblog
4.6 Bewertung der Blogidee im bildungswissenschaftlichen Kontext

5 Zusammenfassende Bewertung und Ausblick

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Veränderungen des World Wide Web (www) von einem Ort des puren In- formationsabrufs zu einem Ort der Interaktivität, und die damit einhergehenden Entwicklungen neuer Technologien in diesem Bereich, haben die Parameter beim Vermitteln und Aneignen von Wissen/Lehrinhalten nachhaltig verändert. So ist Lernen z.B. nicht mehr nur ortsgebunden (im Sinne des Besuchs einer wissensvermittelnden Einrichtung), sondern ubiquitär möglich. Die Zeitpunkte des Lernens haben sich von starr (im Sinne eines festen Stundenplanes) zu flexibel (im Sinne von möglichem Wissenserwerb zu jeder Tageszeit) verän- dert, denn „Wissen ist und wird immer mehr ein international zur Verfügung stehender Artikel, der […] vielfältige Formen und Veränderungen annehmen kann. Die Anforderungen, die sich daraus für die Bildungswissenschaft erge- ben, sind die Förderung der Kompetenz von Methoden und Techniken bei den Studierenden.“ (Bastiaens, T. J., Schrader, C., Deimann, M., 2009, S. 13). In diesem Zusammenhang wurde im Modul 1 besonders auf die kritische Ausei- nandersetzung mit dem Medium „Weblog“ Wert gelegt, da es sich bei einem Weblog (oder kurz Blog) um ein klassisches Element des Web 2.0 handelt, an dem sehr gut die Kommunikationsmöglichkeiten und technischen Elemente sowie die veränderten Formen des Wissenserwerb bzw. der Wissensvermitt- lung im heutigen Internet aufgezeigt werden können. Die vorliegende Hausar- beit soll den im Semester erworbenen Wissenszuwachs und Lernprozess dar- stellen, der persönlich erstmalig über das Medium Blog im Selbsttest kanali- siert wurde.

2 Weblogs

2.1 Definition

„Als Weblog bezeichnet man Websites, die sich durch bestimmte Formen von Rezeptions-, Publikations- und Vernetzungspraktiken auszeichnen.“ (vgl. Schmidt, 2006, zitiert in Pullich, 2007, S. 7). Weblogs werden meistens mit einer speziellen Software betrieben und die Blogautoren (Einzelpersonen oder Autorenkollektive) schreiben anonym (also unter Pseudonym) oder unter dem eigenem Namen authentische Einträge zu Themen ihres Interesses oder Ar- beitsbereiches, die in chronologisch umgekehrter Form auf einer Internetseite dargestellt werden. Dabei steht der Austausch mit den Rezipienten des Blogs im Vordergrund, der über Links zu Webeinträgen und zu anderen Blogs aktiviert wird, die meistens in die eigenen Einträge eingebettet werden. Auf diese Weise entsteht ein „Verlinkungsnetz“, das in diesem Kontext als Blogosphäre bezeichnet wird. (vgl. Pullich, 2007). Hinzuzufügen ist, dass „Aus technischem Blickwinkel […] Weblogs häufig als regelmäßig aktualisierte Websites definiert […] werden“ (Bastiaens et al., 2009, S. 46). Darunter ist das Anwachsen des Blogs durch die (regelmäßigen) Einträge (Postings) zu verstehen. Des Weite- ren zeichnen sich Blogs durch ein sofortiges Erscheinen der Postings im Inter- net aus, das durch die spezielle Blogsoftware realisiert wird (vgl. Brahms, 2007; S.70). Zudem sind Weblogs von einer „One-to-many“ Kommunikation geprägt, das heißt, dass der Autor des Blogs mit einer ihm unbekannten An- zahl von Rezipienten im Internet kommuniziert (vgl. Kübler, 2009, S. 93).

2.2 Funktionen und Motive von Weblogs in der Bildungswissenschaft

„Weblogs haben die Kennzeichen von selbstorganisiertem, problemlösenden und kooperativen Lernen.“ (Schmidt & Mayer, 2006, zitiert in Bastiaens et al., 2009, S. 52). Daraus folgt ein zunehmender Einsatz mit persönlichen und/oder unpersönlichen Motiven im Bereich der Bildungswissenschaft (vgl. Bastiaens et al., 2009, S. 52). Persönliche Funktionen sind „Informationsspeicher“ (Bastiaens et al, 2009, S. 48) sowie Selbstrepräsentation, Identitätsmanage- ment und Pflege sozialer Netzwerke (vgl. Schmidt, 2006, zitiert in Bastiaens et al., 2009, S. 48). Darunter sind die Nutzung der Weblogs als „persönliche Onli- ne-Journale oder auch Netztagebücher“ (Schmidt, 2006, zitiert in Pullich, 2007, S. 8) zu subsummieren. Zu den nicht persönlichen Funktionen gehört die berufliche Nutzung (vgl. Hienzsch & Pommer, 2004, zitiert in Bastiaens et al, 2009, S. 48). Dazu gehören „… „coporate blogs“, die in der Organisations- kommunikation sowohl als externes als auch als internes Kommunikations- und Koordinationmedium eingesetzt werden sowie in ihrer ergänzenden Funk- tion als Diskursmedium in journalistischen Bereichen.“ (vgl. Schmidt, 2006, Zerfaß, 2005, zitiert Bastiaens et al., 2009, S. 48).

Im Bereich der Bildungswissenschaften ist besonders die Nutzung von Web- logs als „…Instrument des persönlichen Wissensmanagements, als Lern- und Foschungsjournal…“ (Pullich, 2007, S.8) herauszuheben, das „…ebenfalls der Kommunikation in Weblognetzwerken.“ (Pullich, 2007, S.8) dienen kann. Dabei ist der Einsatz von Weblogs hauptsächlich von folgenden Funktionen geprägt: Informationsspeicher, Kommunikationsmedium und Reflexionsmedium (vgl. Röll, 2006, zitiert in Reinmann, G., Bianco, T., 2008, S. 6). Dahinter stehen die Motive der Sammlung von Wissen und Informationen (Informationspeicher),der Wunsch nach Austausch mit den Rezipienten des Blogs, der Wunsch nach Eingebundensein in ein soziales Netzwerk mit gleichem Hauptinhalt (Kommu- nikationsmedium) und die besonders gute Möglichkeit des Reflektierens und Interpretierens der eigenen Blogeinträge durch den antichronologischen Auf- bau von Blogs (Reflexionsmedium). Die Bedingung, alles Erlernte und ge- sammelte Wissen im Blog zu verschriftlichen, verstärkt zudem den Reflexions- charakter. Parallelen und Unklarheiten können dadurch besser erkannt und aufgearbeitet werden. Wissensfragmente verschiedener Einträge können ver- linkt werden und dadurch ein Wissenssnetz bilden, das den Lernprozess in seiner Breite dokumentiert (vgl. Brahm, 2007). Daneben gibt es weitere Nut- zungsmöglichkeiten und Funktionen (vgl. Bastiaens et al., 2009), die hier nur grob skizziert dargestellt werden:

1. Organisationsfunktion (Content-Management-System): Formell und um- fassend gesteuert, Abruf von relevanten Lehrinhalten und Aufgaben- stellungen, Lehrender ist Autor des Blogs und stellt darüber die ge- wünschten Inhalte zur Verfügung, Feedback über Kommentarfunktion für Lernende möglich

2. Funktion der aktiven Teilhabe und Unterstützung der Lehre: Informell mit verschiedenen Graden an Steuerung durch die Lehrenden bis hin zu Ungesteuertheit, neben dem Abruf von Lehrinhalten und Aufgaben haben die Lernenden die Möglichkeit ihre Präsentationen und Arbeits- ergebnisse einzustellen und Lerninhalte zu diskutieren, Unterscheidung in Gruppenblogs (direkte Kollaboration der Lernenden) und Einzelblogs (individueller Blog für jeden Lernenden), Feedback über Kommentar- funktion für Lernende untereinander und mit dem Lehrenden möglich

3 Konzept und Instruktionsdesign des Weblogs „Papierland“

Der Blog „Papierland“ wurde nach den Verfahrensschritten des Instructional Designs (ID) ADDIE konzipiert. Dabei handelt es sich um fünf konkrete Vorgaben, anhand derer alle nötigen Schritte von der Idee bis zum Praxiseinsatz des IDs abgearbeitet werden.

3.1 Analysis

Anhand der Analyse soll ermittelt werden, welche Intention mit der Gestaltung der Lernumgebung verbunden ist. Die Vorgabe des Lehrstuhls war die Befas- sung mit einem bildungswissenschaftlich relevanten Thema. In diesem Kontext fiel die Entscheidung sich mit der Sinnhaftigkeit der Einteilung von Menschen qua Geburtsjahr in Digital Natives und Digital Immigrants (vgl. Prensky, 2001) zu beschäftigen, weil in diesem Zusammenhang in der Literatur stark über das Nutzungs- und Lernverhaltung bezüglich des Web 2.0 diskutiert wird. Im Selbsttest (die Zuordnung zu den Digital Immigrants erfolgte über das eigene Geburtsjahr) sollte das eigene Nutzungs- und Lernverhalten im Web2.0 in einem Lernjournal festgehalten und dadurch überprüft werden, ob die Eintei- lung Prenskys zutrifft. Das Rezipienteninteresse wurde dabei als nebensäch- lich angesehen, da es sich in erster Linie um die Darstellung und Reflexion des eigenen Lernprozesses handeln sollte, der als Nachweis der eigenen Lernent- wicklung dient. Jedoch wurde nicht ausgeschlossen, dass das Thema des Blogs auf externes Interesse stößt, da es für das Lernen im Bereich der neuen Medien vom Blogautor als stark relevant erachtet wird. Da es sich um eine vollkommen selbstgestalteten Lernprozess handeln sollte, wurde die Theorie des konstruktivistischen Lernens zu Grunde gelegt.

3.2 Design

Mit Design ist die konkrete Planung/Konzeption gemeint. Das erfordert eine möglichst genaue Beschreibung der Lernziele und der damit verbundenen Ak- tivitäten. (vgl. Reinmann, 2009, S. 39). Das konkrete Ziel war das sichere und problemlose Bewegen und Lernen im Web 2.0 und die Feststellung darüber, ob die These Prenskys bezüglich seiner Zweiteilung der Menschen in „Natives“ und „Immigrants“ sinnvoll ist. Das Dokumentieren des Lernprozesses sollte mit allen zur Verfügung stehenden Blogtools erfolgen, um eine umfassende Be- fassung mit dem Medium Blog zu gewährleisten. Besonders fokussiert wurde die optische Aufbereitung der Einträge mittels Fotos und Videos, um den Um- gang mit der Einhaltung von Urheberrechten im Internet zu üben.

3.3 Development

Development meint die konkrete Entwicklung von Inhalten, die eingesetzt wer- den sollen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Webblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V203671
ISBN (eBook)
9783656298663
ISBN (Buch)
9783656434016
Dateigröße
845 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
RSS, Webblog, Blog, BIldungswissenschaften, Web 2.0, Mitmachweb
Arbeit zitieren
Grit Hradetzky (Autor), 2010, Webblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/203671

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