Die Empfehlungsbriefe von Plinius dem Jüngeren in politischen Angelegenheiten


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012

16 Seiten, Note: 3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung: Empfehlungsbrief

3. Die Adressaten
3.1. Domitius Apollinaris (Brief 2,9)
3.2. Iavolenus Priscus (Brief 2,13)
3.3. Vibius Maximus (Brief 3,2)
3.4. Suetonius Tranquillus (Brief 3,8)
3.5. Sosius Senecio (Brief 4,4)
3.6. Minicius Fundanus (Brief 4,15 und 6,6)
3.7. Pompeius Falco (Brief 7,22)
3.8. Kurzes Fazit

4. Inhaltliche Übersicht
4.1. Die empfohlenen Persönlichkeiten
4.2. Die Empfehlungen

5. Sprachlich- stilistische Analyse
5.1. Aufbau der Briefe
5.2. Methoden und Merkmale
5.3. Stilmittel

6. Motivation, Zweck und Absicht

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Gaius Plinius Caecilius Secundus[1] (geb. 61 oder 62 n. Chr., gest. um 112 n. Chr.) behandelt in seiner selbst veröffentlichten Briefsammlung, die aus neun Büchern mit 247 Briefen besteht, viele verschiedene Themen, die an 105 verschiedene Adressaten gerichtet sind. Das zehnte Buch wurde postum veröffentlicht und hat den Briefwechsel zwischen ihm als Statthalter von Bithynien und Kaiser Trajan zum Inhalt. Es unterscheidet sich daher von den anderen neun Büchern.

Diese Arbeit soll sich nun der Thematik und der stilistischen und inhaltlichen Analyse seiner Empfehlungsbriefe in politischen Angelegenheiten widmen[2].

In den hier ausgewählten Briefen des Plinius werden verschiedene Personen für politische Ämter, Auszeichnungen und Ehrenstellungen empfohlen. Die Adressaten sind selbst höchst angesehene und politisch aktive Personen, die in Freundschaft zu Plinius stehen. Obwohl sich der Inhalt und die Aufmerksamkeit auf die empfohlenen Persönlichkeiten konzentrieren sollten, bezieht Plinius sich selbst, zu seinen Gunsten, nicht selten mit ein.

Diese Arbeit soll nun der Frage nachgehen, welche Gründe Plinius für diese Briefe hatte. Welche Motivation und welchen Zweck hatten diese Empfehlungsbriefe? Darüber hinaus stellt sich die Frage, welche Absichten hinter Plinius‘ Schriftstücken standen, mit denen er sich so sehr für jene Menschen einzusetzen und zu bemühen zu pflegte. Im Vornherein soll aufgegriffen werden, auf welche Art und Weise Plinius in seinen Briefen vorging und welche Mittel er verwendete, damit seine Bitten erfüllt wurden.

Diese Arbeit beginnt mit einer Begriffsbestimmung des Wortes „Empfehlungsbrief“, fährt mit einer kurzen Beschreibung der Adressaten fort und geht über zum Inhalt der Briefe. Nachfolgend liegt eine sprachlich- stilistische Analyse vor, darauf aufbauend werden Plinius‘ Gründe für die Empfehlungsbriefe genannt. Zum Abschluss folgt das Fazit.

2. Begriffsbestimmung: Empfehlungsbrief

Um von vornherein zu klären, was diese Arbeit thematisieren wird, soll eine klare Begriffsbestimmung vorgenommen werden.

Eine Empfehlung ist im allgemeinen Verständnis eine wörtliche Unterstützung. Dies kann sich auf einen guten Rat oder eine „günstige Auskunft“[3] über eine Person oder einen Gegenstand ausweiten. Im ausführlicheren Sinne kann diese sogar einen „Befähigungsnachweis“[4] darstellen. Ein Brief ist eine schriftliche, kurze Mitteilung[5]. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen, von dem Wort brevis, ab[6]. Ein Empfehlungsbrief, oder auch Empfehlungsschreiben genannt, ist somit die „schriftliche Bitte um die Förderung eines Dritten“[7], in der der Verfasser des Briefes eine Person und ihre Eigenschaften positiv wertet, um diese zu fördern.

3. Die Adressaten

Die Adressaten, an die Plinius sich wendete, bekleideten alle ein politisches Amt und genossen ein hohes Ansehen in der Bevölkerung. Im Folgenden wird in einer Kurzbeschreibung auf jeden Adressaten einzeln eingegangen.

3.1. Domitius Apollinaris (Brief 2,9)

Apollinaris war Senator[8] und ein guter Freund von Plinius[9]. Die in dem Brief vorkommende Aussage „diligeris, coleris, frequentaris“ [10] zeigt deutlich, dass Apollinaris ein hohes Ansehen in der Gesellschaft zu Teil wurde.

3.2. Iavolenus Priscus (Brief 2,13)

Aus dem Brief lässt sich entnehmen, dass sich Priscus großer Anerkennung durch Plinius erfreute, was sehr leicht an dessen Äußerungen zu erkennen ist[11]. Politisch war Priscus ebenfalls sehr aktiv: Er befehligte Legionen in Dalmatien und Afrika, war Statthalter in Germanien, Syrien und Afrika, außerdem war er Konsul und gehörte zum kaiserlichen Konsilium[12]. Sein Amt bot ihm viele Möglichkeiten, um Gefälligkeiten zu erweisen, was möglicher Weise der Grund Plinius‘ war, Priscus auszuwählen, um seine Bitten auszuführen[13].

3.3. Vibius Maximus (Brief 3,2)

Maximus war unter Anderem Praefectus von Ägypten[14]. Die Aussage „ amat me […] ut tu“[15] legt dar, wie nah Plinius und Maximus einander waren, zumal auch Maximus, wie Plinius, eine literarische Vorliebe aufwies[16].

3.4. Suetonius Tranquillus (Brief 3,8)

Tranquillus war ein Biograf und ein Anwalt[17], für den Plinius das Tribunat erwarb, welches er allerdings an seinen Verwandten weitergeben wollte[18]. Durch diese Tat lässt sich auch hier von einer engen Freundschaft zwischen Absender und Empfänger sprechen, da Plinius volles Verständnis für Tranquillus‘ Vorhaben zeigte.

3.5. Sosius Senecio (Brief 4,4)

Senecio war ein „einflussreicher Vertrauter Trajans“[19], sowie „Statthalter einer kaiserlichen Provinz“[20]. Er wird als „vielseitig gebildeter und philosophisch interessierter Freund von Plinius“[21] beschrieben.

3.6. Minicius Fundanus (Brief 4,15 und 6,6)

Fundanus galt als einer von Plinius‘ engeren Freunden, die die gleichen philosophischen Interessen teilten[22]. Er bekleidete das Amt eines Prokonsuls in Asien[23], welches er zum Zeitpunkt des Briefes allerdings noch nicht innehatte[24]. Der Senat legte großen Wert auf sein Urteil, weswegen er viel bewirken konnte[25]. Desweiteren galt er als „hochgebildet“[26].

3.7. Pompeius Falco (Brief 7,21)

Falco war ein erfolgreicher Senator[27], später wurde er Tribun und kommandierte unter Trajan zwei Armeen[28]. Ferner ist es erwähnenswert, dass er der Schwiegersohn von Sosius Senecio war[29].

3.8. Kurzes Fazit

Betrachtet man nun die kurzen Beschreibungen der Adressaten, so ist es einleuchtend, dass Plinius sich an die richtigen Personen wandte, wenn es darum ging, Persönlichkeiten für politische Ämter, Auszeichnungen oder Ehrenstellungen[30] zu empfehlen. Die Freundschaften, die Plinius mit den Adressaten pflegte und die netten Worte, die er an diese richtete, bieten den Grund zur Annahme, dass seine Bitten erfüllt wurden.

[...]


[1] Im Folgenden stets „Plinius“ genannt.

[2] Hierbei handelt es sich um folgende Briefe: 2,9; 2,13; 3,2; 3,8; 4,4; 4,15; 6,6; 7,22.

[3] WAHRIG 1994, S.494.

[4] Ebd.

[5] Vgl. WAHRIG, 1994, S. 354.

[6] Vgl. Ebd.

[7] WAHRIG, 1994, S.494.

[8] Vgl. SHERWIN- WHITE, 1966, S.156.

[9] Vgl. 5,6,1-3.

[10] 2,9,6.

[11] Vgl. 2,13,2 und 2,13,10.

[12] Vgl. BARTELS, K./ HUBER, L., 1965, S. 1359.

[13] Vgl. 2,13,2: „regis exercitum amplissimum“.

[14] Vgl. BARTELS, K./ HUBER, L., 1965, S. 3225.

[15] Vgl. 3,2,4.

[16] Vgl. SHERWIN- WHITE, 1966, S. 210.

[17] Vgl. SHERWIN- WHITE, 1966, S. 229.

[18] Vgl. 3,8,1.

[19] BARTELS, K./ HUBER, L., 1965, S. 2841.

[20] Ebd.

[21] Ebd.

[22] Vgl. SHERWIN- WHITE, 1966, S. 291.

[23] BARTELS, K./ HUBER, L., 1965, S. 1968.

[24] Vgl. 4,15,5.

[25] Vgl. 4,5,13.

[26] BARTELS, K./ HUBER, L., 1965, S.1968.

[27] Vgl. SHERWIN- WHITE, 1966, S. 429.

[28] Vgl. ebd.

[29] Vgl. ebd.

[30] Auf diese Punkte wird in den folgenden Anmerkungen eingegangen.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Empfehlungsbriefe von Plinius dem Jüngeren in politischen Angelegenheiten
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
3
Autor
Jahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V204933
ISBN (eBook)
9783656315322
ISBN (Buch)
9783656316442
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
empfehlungsbriefe, plinius, jüngeren, angelegenheiten
Arbeit zitieren
Karina Kolarczyk (Autor:in), 2012, Die Empfehlungsbriefe von Plinius dem Jüngeren in politischen Angelegenheiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/204933

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Empfehlungsbriefe von Plinius dem Jüngeren in politischen Angelegenheiten



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden