Die Fassadengestaltung des Gutshauses Basedow nach der Umgestaltung durch Karl Albrecht Haupt

Zum „Johann-Albrecht-Stil“ im Mecklenburg des 19. Jahrhunderts


Bachelorarbeit, 2012
72 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Gutshaus Basedow
2.1. Zur Baugeschichte
2.2. Baubeschreibung des Außenbaus mit Fokus auf den Bau Ende des 19 Jahrhunderts
2.2.1. Basedow unter Karl Albrecht Haupt
2.2.2. Das Portal
2.2.3. Die Terrakotten
2.2.4. Der alte Giebel auf der Gartenseite

3. Gutshaus Basedow im stilistischen Vergleich mit den Schlössern des „Johann- Albrecht-Stils“
3.1. Der „Johann-Albrecht-Stil“ in Mecklenburg
3.2. Zur Form und Gestaltung der Giebelfelder
3.3. Die Herkunft und Ausführung der Terrakotten
3.4. Zur Farbfassung
3.5. Stilistische Bezüge der Hofseite in Basedow

4. Resümee

5. Bibliographie

6. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

„Ein Juwel der Landeskrone, so hießes einmal von Basedow.“ 1

-Stefan Pulkenat

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Versuch einer stilistischen Einordnung des unweit von Malchin gelegenen Gutshauses Basedow in Mecklenburg-Vorpommern, welches rund 600 Jahre lang der Stammsitz der Adelsfamilie von Hahn war. Die Familie Hahn war seit ihrer frühen Geschichte im Land einflussreich und angesehen2 - so waren Vertreter der Familie Landräte und Marschälle, in enger Zusammenarbeit mit den mecklenburgischen Herzögen in der frühen Reformationsbewegung engagiert und hatten auch das Patronat ihrer Kirche inne und somit das Recht die Pfarrstelle zu besetzen.3 Auch in der Gunst der Herzöge standen die Hahns oft hoch und nicht nur einer von ihnen war ein enger herzoglicher Vertrauter. Auch materiell war die Familie begünstigt - und zwar in solch einem Umfang bedeutend oder zumindest beeindruckend, dass im Volksmund der Mythos entstand, sie besäßen ganze 99 Güter.4 Im Zentrum der Untersuchung zum Hahn’schen Gutshaus steht der Südflügel der Anlage, welcher am Ende des 19. Jahrhunderts von dem Architekten Karl Albrecht Haupt nach einem Brand neu erbaut wurde. Aufgrund der auffälligen Gestaltung des Gebäudes mit Terrakotten und Stufengiebeln bietet sich ein Vergleich mit den Schlossbauten der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge an, die zum Teil sehr ähnliche Charakteristika aufweisen und unter dem Begriff des „Johann-Albrecht-Stils“ zusammengefasst werden. Wenn auch dieser Stil vor allem Bauten des 16. Jahrhunderts beschreibt, so lässt sich doch im 19. Jahrhundert ein Neuaufleben dieser speziellen Ausprägung der norddeutschen Renaissance verzeichnen. Auch in Basedow selbst kann Bautätigkeit sowohl im 16. als auch im 19. Jahrhundert verzeichnet werden - eine detaillierte stilistische Untersuchung und Einordnung beider Epochen kann aber in dem Umfang dieser Arbeit nicht geleistet werden. Deshalb wird hier der Fokus auf Karl Albrecht Haupts Umbauten in den 1890er Jahren liegen, welche es beschreibend zu erfassen gilt und anhand von Vergleichen mit den Schlössern der mecklenburgischen Herzöge einer stilistischen Einordnung näher gebracht werden sollen. Da der basedow‘sche Bau in der Literatur oft dem „Johann-Albrecht-Stil“ zugeschrieben wird, stellt sich hier die Frage, in wie fern diese Einordnung für den im 19. Jahrhundert entstanden Bau zutreffen kann und was für Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich mit den andere Gebäude dieses Stils ergeben. Dabei muss auch beachtet werden, in welchem Kontext die Renaissance des „Johann-Albrecht-Stils“ im 19. Jahrhundert steht, welche Rolle Karl Albrecht Haupt dabei einnimmt und welche anderen architektonischen Vorbilder eventuell in Betracht kommen könnten. Die Forschungsliteratur gestaltet sich in dem Sinne schwierig, da es zwar einige dem Bau sehr zeitnahe und auch informative Publikationen gibt, die sich zudem noch auf das damals in Basedow vorhandene Archiv stützen konnten5, aber es ist zu beachten, dass diese sich nur am Rande oder abschnittsweise dem Gutshaus in Basedow widmen und abgesehen von einigen kleinen Heftchen bis in die 1990er Jahre wenig zum Thema geforscht und publiziert wurde.6 Auch das erwähnte Archiv besteht heute leider nicht mehr und Clemens Graf Hahn von Burgsdorff resümiert: „Die [ … ] mittelalterlichen Urkunden [der Familie Hahn in Basedow] , die im vorigen Jahrhundert vielfach noch im Original in der mit seltenen Dokumenten und B ü chern ausgestatteten Bibliothek im SchloßBasedow vorhanden waren, sind heute entweder verloren oder befinden sich in unbekannten Archiven.“7 Daher ist wohl die Baugeschichte, welche Schlie 1902 auf Basis von Lischs vierbändiger „Geschichte und Urkunden des Geschlechts Hahn“8 liefert, bis heute am verlässlichsten. Zudem scheint es der Fall zu sein, dass Basedow eher oberflächlich in die neuen Diskussionen zum „Johann-Albrecht-Stil“9 mit aufgenommen wurde, und trotz seiner Größe und architektonischen Ausstrahlung bis heute nicht Gegenstand einer einzigen eigenständigen Publikation wurde.

2. Das Gutshaus Basedow

2.1. Zur Baugeschichte

Die Baugeschichte des Gutshauses Basedow wird im Folgenden einerseits zugunsten der Fokussierung auf die Stilistik des Baus im Umfang eher beschränkt bleiben und andererseits muss angemerkt werden, dass auch die Informationen zur jener in der Literatur eher lückenhaft und wenig ausführlich sind.

Bekannt ist, dass die Familie Hahn im Jahre 1337 mit den „basedowschen Gütern“ belehnt wurde10 und diese auch bis 1945, also über ein halbes Jahrtausend lang, besaß. Lisch schreibt einen ersten Bau in Basedow bereits

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Abb. 1: Ausgegrabene Überreste eines Vorgängerbaus im Park, um 1900

Nikolaus III. Hahn (1330- 1363) zu.11 Ob die heute im Park hinter dem Gutshaus erhaltenen Ruinen [Abb. 1] diesem schon zugeordnet werden können, ist aber nicht belegbar.12

Schwerin], Bd. 5, Schwerin ²1902 und Lisch, Georg Christian Friedrich (Hrsg.), Geschichte und Urkunden des Geschlechts Hahn, 4 Bde., 1833-1849. Nächste und scheinbar umfangreichere Bautätigkeiten verbindet Lisch dann mit Ludolf III. Hahn (1443-1480), denn er schreibt: „Unter ihm bildet sich das „Schloss Basedow“ zu der Gr ö sse und dem Ansehen aus, welches es Jahrhunderte lang behauptet hat [ … ]“13 Namentlich berichtet Ludolf III. selbst in einem Brief am 4. September 1467 (und Ergänzungen 1473) über den Bau eines Turmes, von Mauern und einer Vorburg.14 Danach wurde wahrscheinlich erst wieder unter Joachim I. Hahn (1507-1552) am „Schloss“ gebaut. Joachim I. war „Landrath“15 und für einige Zeit auch Hofmarschall16 unter den Herzögen Heinrich V. dem Friedfertigen von Mecklenburg und dessen Bruder Albrecht VII. dem Schönen. Aus Lischs Aufzeichnungen geht an mehreren Stellen deutlich hervor, dass Joachim I. eine bedeutende Stellung unter jenen einnahm und sehr in der Gunst der Fürsten stand.17 Dies wird noch deutlicher, als der Herzog Heinrich V. ihm „[ … ] am 15. Juni 1513 zwei gemalte Fenster zu seinem neuen Hause in Basedow schenkte, nach alter Sitte ( „Schenkfenster“ ) [ … ].“18 Dieses damals „neue Haus“ auf dem Gelände der ehemaligen Vorburg ist Lischs Vermutung nach der heute älteste und mittig stehende Bau, welcher rechtwinklig an den neusten Bau von Karl Albrecht Haupt (zu Lischs Zeiten noch Stülers) anschließt und aus zwei parallelen Satteldächern besteht [Abb. 2]. Auch der Turm im Hof, welcher die Jahreszahl „1552“ und die Abkürzungen eines bisher ungeklärten Sinnspruches trägt [Abb. 3], ist wohl noch unter Joachim I. entstanden.19 Der Hinweis, Joachim I. wäre Vertrauter des Herzogs Johann Albrecht I. (1525-1576)20 gewesen und der Versuch, Basedow über diesen Weg mit dem „Johann-Albrecht-Stil“ des 16. Jahrhunderts in Verbindung zu bringen21, ist zumindest anhand der Quellenlage Lischs nicht vollkommen schlüssig, da dieser den Hinweis auf Johann Albrecht I. nur an der Stelle zu Joachims Sohn Werner I.

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Abb. 2: Satellitenaufnahme des Gutshauses. Das Ensemble und seine Lage im Dorf

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Abb. 3: Der alte Turm mit Jahreszahl und abgekürztem Sinnspruch auf der Hofseite

Hahn (1515-1593) gibt.22 Im Folgenden nennt er ihn „eine[n] der herzlichsten

Vertrauten“ 23 des Herzogs Johann Albrecht I. und auch Michael Bischoff weist 2011 die alten Lünettengiebel auf der Parkseite Werner I. zu, welche er als „Loyalit ä t gegen ü ber Johann Albrecht I.“ 24 interpretiert. Ob Werner I. allerdings nur die Lünettengiebel ergänzt hat oder das 1513 gebaute Haus noch nicht mit dem jetzt ältesten Haus übereinstimmt, wie an anderer Stelle überlegt25, muss hier offen gelassen werden. Schlie nennt zwar zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert keine weiteren Neubauten mehr, Andreas Kitschke berichtet an dieser Stelle aber noch den Bau des zweigeschossigen Nordwestflügels am Ende des 17. Jahrhunderts, welcher nach seinen Angaben im 18. Jahrhundert auch mit reichem Stuckdekor versehen wurde.26 Außerdem wurden wohl um 1700 auch die damals fünf einzeln stehenden Gebäude langsam zu einem Komplex verbunden.27

Der Anfang des 19. Jahrhunderts markiert für das Gutshaus und Dorf Basedow den Beginn umfangreicherer

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Abb. 4: Tiedemann’sche Hofsteindruckerei - Blick auf das Gutshaus nach den Umbauten von Stüler, wahrscheinlich um 1842-45, kolorierte Lithographie Bauarbeiten. Erste Maßnahmen wurden wohl noch unter dem ersten Grafen Friedrich II. Hahn (1742-1803) in Angriff genommen28 (darunter der Abriss und Neuaufbau des Südflügels mit dem Turm zum Dorf hin)29 und wurden dann von Graf Friedrich Adolph Hahn (1804-1859) weitergeführt.30 In diesen Zeiten durchlief das gesamte Dorf unter den Händen Friedrich August Stülers und Peter Joseph Lennés große Veränderungen: zwischen dem Torhaus und dem Südflügel des Gutshauses entstand eine Terrasse und dieser vorgelagert ein Gewächshaus. Weitere Terrassen wurden später auch an der Traufseite des Südflügels angebaut, welcher durch Stülers Schüler, Hermann Waesemann, 1839/40 im Stil der englischen „Castle Gothic“ umgestaltet wurde. Auch das Torhaus (Entstehungszeit unbekannt31, seit 1945 nur noch Reste der Grundmauer erhalten) wurde von Stüler zu Beginn der 1840er Jahre nach dem Vorbild „englischer Gateways“ baulich neu formuliert [Abb. 4].32 In diesem Rahmen entstanden auch der Marstall (1835), das Rentamt und das Haus des Sekretarius (1840), eine Schule (vor 1845), der „Rote Strumpf“ (Landhaus, 1842), Wirtschaftsgebäude und Ställe (1844), die Oberförsterei (1845), die Brauerei (1845), eine Bibliothek und Wirtschafts- und Wohngebäude (1846), ein Hundezwinger (um 1865) und das „Haus für verarmte Adelige“ sowie Wohnhäuser im Dorf.33 Lenné übernahm derweil die Parkgestaltung und

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Abb. 5: Parkplan mit verzeichneten Gebäuden und Sichtachsen legte Sichtachsen [Abb. 5]

an, die Bezüge zwischen Dorf und Gutshaus schafften. Außerdem legte er vor dem Gewächshaus einen Blumengarten an34 und konzipierte eine weitläufige Parkanlage hinter dem Schloss, welche unter anderem in romantischer Weise die auch heute noch zu sehenden Reste einer Ruine vom Vorgängerbau einschließt.

Zumindest die stüler‘sche Umgestaltung des Südflügels sollte nicht lange überdauern, denn am „[…] 12. Januar 1891 brannte der ganze Bau gr ü ndlich nieder, nur die Umfassungsmauern blieben stehen. Dagegen konnte das grosse Thorgeb ä ude gerettet werden. Es ist der einzige Theil jener am Ende der dreissiger Jahre des XIX. Jahrhunderts ausgef ü hrten Bauten, in denen sich der klassicierende und nach englischer Art zugleich gothisierende Geschmack der St ü ler ’ schen Periode offenbart.“35 Das Projekt eines Neubaus an gleicher Stelle wurde dem Architekten Karl Albrecht Haupt übertragen. Der Niedersachse36 setzte sich mit der deutschen Renaissance intensiv als Architekt aber auch als Kunsthistoriker auseinander. Unter ihm entstand etwa 1891 bis 1895 der neue Südflügel des Basedower Gutshauses im „Geschmack nordischer Renaissance“37 wieder [Abb. 6], der durch die weiß verputzten Mauern mit den kontrastierenden roten Gliederungselementen und Terrakotten sehr charakteristisch wirkt. Außerdem wurde unter Haupt die unregelmäßige Dreiflügelanlage vereinhetlicht und auch die Orangerie entstand in diesem Zuge.38 Aus einer von Schlie überlieferten Inschrift am Bau geht hervor, dass dieser unter Friedrich Franz Hahn (1859-1916) und dessen Frau Therese von Henckel-Donnersmarck (1859-1928) entstanden ist.39

Im Jahr 1945 wurde die Familie Hahn enteignet und das Gutshaus zu zivilen Wohnzwecken als Mehrparteienhaus umgenutzt. Im Jahr 1972 wurden die, soweit nachvollziehbar, bis dato noch erhaltenen Renaissancegiebel auf der Hofseite zu Dreiecksgiebeln abgebrochen40 [siehe später Abb. 10] und auch die stüler’sche Südterrasse wurde erst zu diesem Zeitpunkt abgetragen [Abb. 7]. 41 Laut dem Amt für Denkmalpflege in Mecklenburg-Vorpommern kam es im Jahr 1997 zu etwas umfassenderen Sanierungsarbeiten. So wurde der Dachstuhl in Stand gesetzt, das Dach mit Biberschwänzen neu gedeckt, es fand eine Schwammsanierung statt, die Kamine und Gesimse wurden aufgearbeitet und auch eine neue Heizungsanalage wurde eingebaut. Es erfolgte eine Putzfestigung und Aufbringen einer Farbfassung nach restauratorischem Befund. Nach diesem war durchgehend nur ein Putz erhalten, der aus dem 19. Jahrhundert stammte und mit einem nicht abgetönten Weiß gestrichen war. Bei diesen Maßnahmen investierte das Unternehmen TLG über drei Millionen Deutsche Mark in den Bau.

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Abb. 6: Blick auf das Gutshaus von Süden mit dem neuen Flügel von Haupt, dem erhaltenen Turm und der Orangerie

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Abb. 7: Sicht von Südwest auf das Gutshaus im August 1962, noch erkennbar sind die Terrassen am Südflügel

Im Mai 2000 wurden das Gutshaus und der Marstall privatisiert und 2004 bei einer Immobilienauktion in Berlin versteigert. Neue Sanierungsarbeiten laufen seit 2005 aber eher stockend.42

2.2. Baubeschreibung des Außenbaus mit Fokus auf den Bau Ende des 19. Jahrhunderts

2.2.1. Basedow unter Karl Albrecht Haupt

Im heutigen Zustand stellt der Bau eine unregelmäßige Dreiflügelanlage dar, welche nach Westen hin einen Hof umschließt [Abb. 2]. Dabei ist noch zu erkennen, dass es sich hierbei einmal um fünf Einzelgebäude gehandelt hat43, die zwar zusammengefasst wurden, aber sich doch einen Teil ihrer Eigenständigkeit erhalten haben. Aufgrund des Fehlens des Torhauses wirkt der Hof sehr offen und ist von der Zufahrt aus vollständig einsehbar. Die Erschließung der Anlage erfolgt von Westen über eine noch erhaltene Brücke, die den Weg einst durch das Torhaus leitete und dann mittig auf den Hof führt. Unter Karl Albrecht Haupt wurde in den Jahren 1891 bis 1895 der abgebrannte stüler’sche Südflügel neu errichtet. Außerdem entstand die Orangerie in ihrer heutigen Form und Haupt nahm auch eine stilistische Vereinheitlichung44 des Baukomplexes vor, die die Durchbildung der Anlage mit roten Backsteinelementen auf weißem Putzgrund beinhaltet. Zwar ist der heute mit Stufengiebel und Zwerchhäusern versehene Nordwestflügel [Abb. 8] auf den älteren Darstellungen meist völlig von dem damals noch vorhandenen Torhaus verdeckt [beispielhaft Abb. 4], seine vermutliche Bauzeit zum Ende des 17. Jahrhunderts und den danach von Stüler vertretene Stil der „Castle Gothic“ am ehemaligen Südflügel und Torhaus, machen denkbar, dass die jetzt zu sehende Gestaltung in den Rahmen von Haupts Arbeiten am Gutshaus gehört. Ein weiteres Indiz dafür wäre, dass Haupt alle Fenster der Altbauten nach dem Vorbild des neuen Südflügels umgestaltete.45 Deutlich ist zu sehen, dass die am Bau angleichend mit aus Backstein bestehenden Faschen versehenen Fenster nur am neuen Südflügel „echte“ Rundbogenfenster sind. Wie am alten mittleren Haus, so sieht man auch am Nordwestflügel deutlich den waagerechten „echten“ Fenstersturz unterhalb des Bogens.

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Abb. 8: Blick auf den Hof mit Nordwestflügel vom Standpunkt nördlich der Zufahrt

Von der Hofseite aus betrachtet, nimmt der Giebel des Nordwestflügels die Gliederungselemente des Südflügels auf. Ebenso wie letzterer weist er den mit Lünetten46 und Halblünetten bekrönten Stufengiebel auf, dessen Giebelfeld mit Backsteinlisenen axial und Backsteingesimsen horizontal gegliedert wird. Die Lisenen erhalten in beiden Fällen Verlängerungen über den Giebel hinaus und sind je mit einem runden Backsteinelement beschlossen. Deutlich wird allerdings, dass bei der Gestaltung des Nordwestgiebels wesentlich weniger Gewicht auf Dekor gelegt wurde. Als mögliche Begründung kann hier angeführt werden, dass der Nordwestflügel den Wirtschaftsgebäuden zugewandt ist und zudem aus Sicht der Straße und des Dorfes „hinter“ der von Lenné angelegten Allee zum Tor liegt und dadurch nicht dem Dorf zugewandt ist. Der Südflügel hingegen fällt schon auf den älteren Darstellungen durch seine repräsentative und dem Dorf zugewandte Lage auf. Durch den vorgelagerten Teich ergibt sich vom Dorf aus ein immer freies und weites Sichtfeld auf diesen Teil des Gebäudes.

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Abb. 9: Die komplette Gartenfront des Komplexes, links zu sehen die noch vorhandenen in den Park integrierten Ruinen-Reste

Der nördliche Teil der Gartenseite des Ensembles [Abb. 9] ist einheitlich weiß geputzt und weist ein eher spärliches Spektrum an Dekor auf. Lediglich das abschließende Haus ist an der nördlichen Außenseite mit zwei geschmückten Zwerchhäusern versehen. Zugunsten der eingehenden Betrachtung des Südflügels wird dieser Teil des Gebäudes hier auch nicht weiter Gegenstand sein.

Durch seine bereits genannte dominante Lage und auch charakteristische Gestaltung beherrscht der Südflügel den Eindruck des Gutshauses. Der Grundriss ist der eines Rechtecks, wobei diesem zum Dorf hin noch ein Turm angeschlossen ist, welcher den Brand 1891 überstanden hatte und nun von Haupt umgeformt neu mit einbezogen wurde. Das Gebäude ist zweigeschossig und bis zum Dachfuß hin sehr schlicht gehalten. Lediglich die rot gerahmten Rundbogenfester heben sich vom weißen Putzgrund ab. Gegen diesen wirkt die Sockelzone aus Feldsteinen massiv und trutzig, andererseits aber auch fest mit dem Erdboden verankert, da sie wie aus dem Erdreich gewachsen zu sein scheint. Das natürliche Material des Feldsteins schafft eine Überleitung zwischen Erdreich und menschengeschaffenem Bauwerk,

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Abb. 12: Detailaufnahme von Terrakotten und „Säulchen“ am dorfseitigen Giebel

welche dem Bau einen guten optischen Halt in der Landschaft verschafft. An den Giebelseiten erheben sich mächtige Stufengiebel mit reicher Verzierung [Abb. 10 und 11]. Der untere Beginn des Giebelfeldes wird auf beiden Seiten mit einem Fries markiert, der durch eine Reihung von Terrakotten gebildet wird und horizontal begrenzend durch Gesimse gefasst ist. Noch je zwei weitere Friese dieser Art geben den Giebelfeldern eine etagenartige Gliederung. Die erste Etage ist dabei fünfachsig, wobei jede Achse ein Fenster enthält, abgesehen von der Achse,

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Abb. 13: Detailaufnahme einer Konsole auf der Dorfseite

welche an der Ecke zur Traufseite liegt. Jene Achse ist auf der Dorfseite mit einem, auf der Gartenseite mit zwei kleineren Blendfenstern gefüllt.47 Getrennt werden die Achsen durch tauartig gedrehte Zwillingssäulchen [Abb. 12], die ihren Anfang innerhalb des ersten Terrakotta-Frieses und auf der Dorfseite dann noch einmal innerhalb des dritten

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Abb. 10: Die Giebelgestaltung der Dorfseite

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Abb. 11: Links „alter“ und rechts „neuer“ Giebel auf der Gartenseite

Terrakotta-Frieses auf verzierten grauen Konsolen haben [Abb. 13]. Auf der Gartenseite werden die Zwillingssäulchen im zweiten Stockwerk noch links und rechts von einer jeweils flach gemauerten Lisene flankiert, welche nicht auf Konsolen fußen, sondern lediglich flach im Terrakotta-Fries beginnt. Zur Überwindung der Friese erhalten die Säulchen einen Übergang, einer Brücke ähnlich, indem sie dort in ein rechteckiges Element transformiert werden [Abb. 12]. Die Säulenpaare und auch die beiden Lisenen werden nach oben hin über den Giebelabschluss in schlanken Aufsätzen fortgeführt und mit runden Backsteinelementen

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Abb. 14: Relief am dorfseitigen Giebel

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Abb. 15: Relief am Giebel auf der Gartenseite

beschlossen, aus denen nochmals verlängernd Metallspitzen hervorstoßen. Diese Art der „Hauptgliederung“ wird durch eine feinere „Subgliederung“, einem Spinnennetz nicht unähnlich, erweitert. So findet man sowohl auf der Dorf- als auch auf der Gartenseite noch eine Vielzahl filigraner Gesimse, welche einzeln oder als Paar, die horizontale Gliederung der Giebelfelder verfeinern.

Garten- und Dorfseite unterscheiden sich dabei darin, dass auf der Gartenseite die Säulchen achsensymmetrisch zur Mitte liegen, diese selbst aber nicht mit einem Säulenpaar belegt wird. In der Mitte liegt hier entweder ein Fenster bzw. im oberen Feld das Steinrelief. Auf der Dorfseite hingegen verläuft auch ein Säulenpaar in der Mittelachse, wobei die Symmetrie durch die Fensteranordnung im zweiten Stockwerk unterbrochen wird, da auf der rechten Seite ein Fenster fehlt. Dieses Fenster wird dabei durch ein abgeflachtes Blendfenster ersetzt, wodurch es zu einer optischen Gewichtsverlagerung zur linken Seite hin kommt. Die Säulen in der Mittelachse führen ihren Lauf nur bis zu dem Feld mit dem Steinrelief fort und enden dort, sodass das Relief die gleiche mittige Position wie auf der Gartenseite einnehmen kann.

Das Relief auf der Dorfseite [Abb. 14] zeigt einen Knaben und eine Dame. Beide sind, abgesehen von ihrer bedeckten Scham, unbekleidet und halten wallende Tücher in den Händen. Zwischen ihnen befindet sich das „Hahn’sche Wappen“ - ein Hahn in einem Schild. Darunter windet sich ein Spruchband: „Ich leb in Hoffnung“. Seitlich werden die Stufen des Giebels jeweils mit Halblünetten abgerundet, welche mit einem muschelartigen Terrakotta-Dekor gefüllt sind. Lediglich der Giebelabschluss wird mit einer Lünette bekrönt, die ebenfalls mit diesem Terrakotta-Motiv geschmückt ist. Das Relief auf der Gartenseite [Abb. 15] ist ungleich kleinteiliger aber auch verwitterter als jenes auf der Dorfseite. In diesem lässt sich wiederum das Wappen der Familie Hahn erkennen. Zwei Schildhalter, welche als gerüstete Knappen mit Schwertern auftreten, halten zwischen sich einen Helm mit einem stolz schreitenden Hahn. Darunter scheint sich noch ein Schild mit einem zweiten Hahn zu befinden. Zu ihren Füßen sieht man wiederum ein Spruchband: „Primus sum qui Deum laudat“.48 Die Stufen des Gartengiebels sind jeweils abwechselnd mit Lünetten und Halblünetten bekrönt, wobei die unteren Lünetten frei von Terrakotta-Dekor sind und in Weiß leuchten. Am Dachfuß befinden sich zusätzlich zu den bereits bekannten Formen rechts am Giebelfeld zwei gegeneinander gerichtete Halblünetten, welche in ihrer Form an Kerbzinnen erinnern und auch als „Schwalbenschwanzmotiv“49 bezeichnet werden.

Die Traufseite [Abb. 6] ist bis hin zur Trauflinie ebenso schlicht gehalten wie die ersten zwei Etagen der Giebelseiten. Nach oben hin treten drei Zwerchhäuser aus der Fassade und geben der langen Gebäudeseite eine fünfachsige Gliederung, wenn man die dazwischen liegenden Fensterpaare je als eine Achse versteht. In den Zwischenräumen der Zwerchhäuser stoßen immer zwei kleine Dachhäusschen aus dem Satteldach, zwischen denen nochmals mittig je der obere Abschluss eines geschweiften Giebels herausstößt.50

In der Mittelachse ist dem Gebäude ein eckig auskragender Anbau vorgelagert, dessen Fuß sich weiß verputzt vom restlichen Sockel abhebt. Der Anbau ist umlaufend mit Rundbogenfenstern durchbrochen, die die Etagenhöhe der übrigen Geschosse nicht aufnehmen, sondern zwischen diesen liegen. An den beiden schrägen Seiten liegt jeweils noch ein flaches eckiges Fenster unterhalb des Rundbogenfensters. Diese Kleinarchitektur nimmt die horizontale und vertikale Gliederung durch Gesimse und Lisenen auf, trägt sie aber in einer gröberen Ausführung und deutlich flacher und flächiger. An der Trauflinie des Anbaus entlang verläuft ein durchbrochenes Traufgesims bzw. ein Terrakotta-Fries, der an den Ecken durch die vertikal verlaufenden Ecklisenen unterbrochen wird. Diese setzen sich über das Dach hinaus fort und werden umlaufend durch kleine Bögen verbunden51, welche Miniatur- Zeltdächer tragen - beinahe wie eine burgartige weitere Kleinarchitektur innerhalb dieses kleinen auskragenden „Turmes“ an der Traufseite. Rechts und links neben dem Anbau befindet sich jeweils ein etwas niedriger als das erste Geschoss gelegenes Blendfenster und darüber eine runde Blendnische mit einem angedeuteten backsteinsichtigen Schild oder Wappen.52 Zwischen dem ersten und zweiten Geschoss der Traufseite verläuft eine Reihe von Schmuckankern, welche jeweils in den Zwischenräumen und an den Außenseiten der Fensterachse zu finden sind.

Bei den Zwerchhäusern der Traufseite fallen zwei verschiedene Gestaltungstypen auf: während die Zwerchhäuser an den Gebäudeecken sich augenscheinlich in ihrer Gliederung gleichen, ist das mittlere leicht variiert. Der Terrakotta-Fries der Trauflinie wird durch alle Zwerchhäuser weitergeführt und bildet somit einen umlaufenden Fries. Dieser bildet wiederum den Fuß der Zwerchhäuser und den Beginn ihres gestalteten Giebelfeldes.

[...]


1 Pulkenat, Stefan, Parklandschaft Basedow, Friedland 2009, S. 1.

2 Siehe Lisch, Georg Christian Friedrich (Hrsg.), Geschichte und Urkunden des Geschlechts Hahn, Bd. 1, Schwerin 1844, S. 76.

3 Siehe Graf Hahn von Burgsdorff, Clemens, Das Geschlecht der Hahn und ihr Stammsitz Basedow, in: Sobotka, Bruno J. (Hrsg.), Burgen, Schlösser, Gutshäuser in Mecklenburg-Vorpommern. Kat. Ausst. Ausstellung der Deutschen Burgenvereinigung e.V. Braubach, Stuttgart 1993, S. 92-94, hier S. 92.

4 Siehe Graf Hahn von Burgsdorff, Clemens, Das Geschlecht der Hahn und ihr Stammsitz Basedow, S. 92-94, hier S. 93. Graf Hahn von Burgsdorff stellt anschließend klar, dass es sich dabei natürlich um eine Mär handelt, ergänzt aber, dass die Familie Hahn im Besitz von 99 ¼ Hufen Land war. (Die Hufe ist ein altes Flächenmaß, welches innerregional recht einheitlich, überregional aber sehr verschiedenen ausfiel, sodass die Größen von unter 10 bis über 30 Hektar je Hufe reichen konnten, nach Geschichtswerkstatt Rostock e. V. (Hrsg.), Landeskundlich-historisches Lexikon Mecklenburg- Vorpommern, Rostock 2007, S. 283f.).

5 Schlie selbst beschreibt das Familien-Archiv in Basedow als „trefflich“ und es wäre für jenes „[…] von jeher in besonderer Weise Sorge getragen worden […]“, siehe Schlie, Friedrich, Die Amtsbezirke Teterow, Malchin, Stavenhagen, Penzlin, Waren, Malchow und Röbel [Die Kunst- und Geschichts- Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin], Bd. 5, Schwerin ²1902, S. 130.

6 Neuere Literatur zum Thema, aber Basedow wiederum nur am Rande: Landesarchiv (Hrsg.), Der Johann Albrecht Stil. Terrakotta-Architektur der Renaissance und des Historismus. Ausst. Kat. Ausstellung in der Hofdornitz im Schloß zu Schwerin 1995, Schwerin 1995.

7 Graf Hahn von Burgsdorff, Clemens, Das Geschlecht der Hahn und ihr Stammsitz Basedow, S. 92-94, hier S. 92.

8 Zur Quellenlage: Schlie, Friedrich, Die Amtsbezirke Teterow, Malchin, Stavenhagen, Penzlin, Waren, Malchow und Röbel [Die Kunst- und Geschichtsdenkmäler der Grossherzogthums Mecklenburg-

9 Dazu: Landesarchiv (Hrsg.), Der Johann Albrecht Stil. Terrakotta-Architektur der Renaissance und des Historismus. Ausst. Kat. Ausstellung in der Hofdornitz im Schloß zu Schwerin 1995, Schwerin 1995.

10 Siehe Lisch 1844, S. 83.

11 Lisch, Georg Christian Friedrich (Hrsg.), Geschichte und Urkunden des Geschlechts Hahn, Bd. 2, Schwerin 1849, S. 48.

12 Auch Schlie bezweifelt dies, siehe Schlie ²1902, S. 130.

13 Siehe Lisch 1849, S. 97.

14 „[…] allent wes ik vorbuuwet hebbe an Basedow vther grunt, myt alle an torne, an muren, de vorborch, an grauen, an buubaue […]“, siehe Lisch 1849, S. 137 (Teil B des Buches: „Urkunden“). Vgl. auch Schlie ²1902, S. 132.

15 Lisch, Georg Christian Friedrich (Hrsg.), Geschichte und Urkunden des Geschlechts Hahn, Bd. 3, Schwerin 1833, S. 127.

16 Siehe Lisch 1833, S. 138.

17 Vgl. Lisch 1833, S. 128, auch S. 130f.

18 Lisch 1833, S. 143.

19 Lisch 1833, S. 142f.

20 Johann Albrecht I. war der Sohn Albrechts VII. und regierte in Güstrow von 1547 bis 1555 und in Schwerin ab 1552 seit dem Tod seines Onkels Heinrich V.

21 Onnen, Elke, Der „Johann-Albrecht-Stil“ an den Landschlössern und Bürgerbauten des 16.

Jahrhunderts, in: Landesarchiv (Hrsg.), Der Johann Albrecht Stil. Terrakotta-Architektur der Renaissance und des Historismus. Ausst. Kat. Ausstellung in der Hofdornitz im Schloß zu Schwerin 1995, Schwerin 1995, S. 82-101, hier S. 89.

22 Lisch 1833, S. 159.

23 Lisch 1833, S. 212.

24 Siehe Bischoff, Michael, Architektur und baugebundene Kunst der Renaissance in Mecklenburg, in: Stiftung Mecklenburg (Hrsg.), Renaissance in Mecklenburg, Berlin 2011, S. 25-47, hier S. 41. Auch ist zu beachten, dass zumindest die auf der Gartenseite angewendete Giebelform des Stufengiebels mit Lünettenabschlüssen nicht von 1513 stammen kann, da diese Stilform nördlich der Alpen erst ab den 1520er Jahren in Sachsen-Thüringen anzutreffen ist, siehe Unnerbäck, Eyvind, Welsche Giebel. Ein italienisches Renaissancemotiv und seine Verbreitung in Mittel- und Nordeuropa, Stockholm 1971, S. 10.

25 Siehe Lenné-Komitee des Kreises Malchin (Hrsg.), Parklandschaft Basedow, Rostock 1989, S. 2.

26 Kitschke, Andreas, Basedow [Peda-Kunstführer], Heft 399, Passau 1997, S. 2.

27 Lenné-Komitee des Kreises Malchin 1989, S. 2.

28 Schlie ²1902, S. 134.

29 Ebd. und Börsch-Supan, Eva; Müller-Stüler, Dietrich, Friedrich August Stüler 1800-1865, München; Berlin 1997, S. 791.

30 Schlie nimmt keinen Bezug auf Friedrich Adolph Hahn. Eva Börsch-Supan nennt einen jenen aber im Zusammenhang mit Planungszeichnungen Stülers für den Umbau des Gebäudes, siehe Börsch-Supan; Müller-Stüler 1997, S. 790. Da der Sohn Friedrichs II., Friedrich Adolph, schon 1782 starb, siehe Lisch, Georg Christian Friedrich (Hrsg.), Geschichte und Urkunden des Geschlechts Hahn, Bd. 4, Schwerin 1836, S. 320, und die Umbauten unter Stüler in der Zeit von um 1835 bis 1863, siehe Börsch-Supan; Müller-Stüler 1997, S. 790, lagen, kann hier eigentlich nur Friedrich Wilhelm Adolph Graf von Hahn (1804-1859) gemeint sein, siehe Hueck, Walter von; Ehrenkrook, Hans Friedrich von (Hrsg.), Genealogisches Handbuch der gräflichen Häuser A, Bd. II , Limburg an der Lahn 1955, S. 159.

31 In der Literatur taucht auch auf, Stüler hätte das Torhaus 1837/8 gebaut, siehe Sobotka, Bruno J., Burgen, Schlösser, Gutshäuser in Mecklenburg-Vorpommern. Kat. Ausst. Ausstellung der Deutschen Burgenvereinigung e.V., Stuttgart 1993, S. 191, Eva Börsch-Supan schreibt dazu aber: „Vor das bereits 1802 mit einem Zinnenkranz versehene etwa würfelförmige Torhaus legte Stüler eine schlanke Blendarchitektur […].“,Börsch-Supan; Müller-Stüler 1997, S. 791.

32 Börsch-Supan; Müller-Stüler 1997, S. 791.

33 Börsch-Supan; Müller-Stüler 1997, S. 791-793.

34 Börsch-Supan; Müller-Stüler 1997, S. 790.

35 Schlie ²1902, S. 134f. Eine Aussage, die seit 1945 leider auch nur noch eine Halbwahrheit ist.

36 Geboren wurde er zwar 1852 in Hessen, war dann aber ab 1880 selbstständiger Architekt in

Hannover, siehe Steiniger, Gerhard, Baumeister in Mecklenburg aus acht Jahrhunderten. Unbekannte und bekannte Architekten in Städten und Dörfern des Landes, Schwerin 1998, S. 189.

37 Schlie ²1902, S. 135.

38 Kitschke 1997, S. 2.

39 „FRIDERICVS•FRANCISCVS•COMES•HAHN•ET•THERESA•COMITISSA•HENCKEL•

DONNERSMARCK•HANC•DOMVM•ET•TVRRES•IGNE•CONSVMPTAS•E•CINERE•IN•NOVVM• SPLENDOREM•MAIORVM• RITV•ERIGI•IVSSERVNT“, siehe Schlie ²1902, S. 135. Vgl. auch Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser, 89. Jahrgang, Gotha 1916, S. 380.

40 Lenné-Komitee des Kreises Malchin 1989, S. 4.

41 Dehio, Georg; Feldmann, Hans-Christian (u.a.), Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Mecklenburg-Vorpommern, München (u.a.) 2000, S. 52.

42 Informationen aus der Objektakte des Schlosses Basedow im Landesamt für Kultur- und

Denkmalpflege, Fachbereich Archäologie und Denkmalpflege. Ansprechpartnerin war Beatrix Dräger am 29. Mai 2012.

43 Lenné-Komitee des Kreises Malchin 1989, S. 2.

44 Dehio; Feldmann 2000, S. 51f.

45 Lenné-Komitee des Kreises Malchin 1989, S. 4.

46 Aus dem Französischen: „lunette“, bedeutet so viel wie „kleiner Mond“, siehe Koepf, Hans; Binding, Günther, Bildwörterbuch der Architektur, Stuttgart 42005, S. 314.

47 Grund hierfür ist, dass diese Achsen jeweils schon in die an der Traufseite befindlichen Zwerchhäuser hineinreichen.

48 „Ich bin der erste, der Gott lobt“, in das Wappen als Wahlspruch erst von Friedrich Wilhelm Adolf Graf von Hahn (1804-1859) aufgenommen, siehe Lisch 1844, S. 25 und Hueck; Ehrenkrook 1955, S. 159.

49 Siehe Unnerbäck 1971, S. 34 und 55. Unnerbäck setzt diese Schwalbenschwänze stilistisch auch mit den Zinnen an Mauerkronen und Schirmwänden an weitaus früheren Bauten Mitteleuropas in Verbindung, siehe Unnerbäck 1971, S. 34.

50 Ob es sich hierbei um Brandmauern oder Blendwerk handelt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Da aber der Vorgängerbau gerade durch ein Feuer zerrstört wurde, wären Brandmauern durchaus als eingebrachte Sicherheiten denkbar.

51 Diese Art der Gliederung sieht man am Gebäude noch häufiger als Abschluss für Türmchen, sowohl auf der Garten- als auch auf der Hofseite.

52 Auch dieses Element lässt sich noch häufiger feststellen, so zum Beispiel auf der Gartenseite des Nordwestflügels.

Ende der Leseprobe aus 72 Seiten

Details

Titel
Die Fassadengestaltung des Gutshauses Basedow nach der Umgestaltung durch Karl Albrecht Haupt
Untertitel
Zum „Johann-Albrecht-Stil“ im Mecklenburg des 19. Jahrhunderts
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Autor
Jahr
2012
Seiten
72
Katalognummer
V205782
ISBN (eBook)
9783656328421
ISBN (Buch)
9783656328957
Dateigröße
2945 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fassadengestaltung, gutshauses, basedow, umgestaltung, karl, albrecht, haupt, johann-albrecht-stil, mecklenburg, jahrhunderts
Arbeit zitieren
Marie Schabow (Autor), 2012, Die Fassadengestaltung des Gutshauses Basedow nach der Umgestaltung durch Karl Albrecht Haupt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/205782

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