Journalismus im Nationalsozialismus


Hausarbeit, 2012
22 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Von der Weimarer Republik zum NS- Staat

3 Strategisches Vorgehen
3.1 Medienübernahme
3.2 Festigung und Kontrolle
3.3 Joseph Goebbels

4 Methodik
4.1 Medienpolitik
4.2 Sprache und Darstellung
4.3 Rituale

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Bei der Staatsform einer Diktatur liegt die Staatsgewalt bei einer Person, bei welcher die Opposition unterdrückt wird. Es herrscht keine Gewaltenteilung und die Rechte der Menschen, sowie der Presse und der Medien sind eingeschränkt.[1] In Deutschland bestand diese Staatsform von 1933 bis 1945 unter Adolf Hitler.

Die Propaganda stand zur Zeit des Dritten Reiches in einem ganz besonderen Fokus. Für die ausgedehnte Massenwirkung bediente sich die Herrschaft des Nationalsozialismus an den Massenmedien Rundfunk, Film und an den Printmedien. Egal über welches Medium die Propaganda des Regimes verbreitet wurde, jedes diente auf seine spezifische Wirkungsweise der Absicht, das deutsche Volk für die Partei, die NSDAP, und den Nationalsozialismus zu gewinnen. Außerdem sollten die Gegner beschwichtigt, von den friedlichen Absichten des Führers überzeugt und bestimmte Menschengruppen bei der Bevölkerung verleumdet werden.

Besonders die Einschränkung und Überwachung der Pressefreiheit spielte eine wichtige Rolle zur gesamten Zeit des Hitlerregimes. Nicht Originalität, sondern penetrante Konsequenz führte zum starken Erfolg der Partei durch die Presse.

Zu Beginn der Arbeit wird es darum gehen, die Thematik in ihren historischen Kontext einzuordnen. Dafür werden relevante Geschehnisse von der Weimarer Republik bis hin zur Machtergreifung Hitlers dargestellt. Ein besonderer Fokus wird dabei auf die Entwicklung der nationalsozialistischen Presse gerichtet und aus welchen Gründen der Nationalsozialismus auf solch eine Nachfrage stieß.

Weiter werden die Rechtsgrundlagen, welche eine Kontrolle und Manipulation der Presse ermöglichten, erläutert und die Vorgänge kritisch analysiert.

Daraufhin findet die Vorstellung einer, für die Entwicklung der Presse im Nationalsozialismus wichtige Person, Joseph Goebbels, statt. Durch ihn sollte sich eine neue Art der Meinungssteuerung entwickeln. Ohne Rücksicht auf den eigentlichen Sinn des Journalismus, legte er seinen Fokus darauf, den Nationalsozialismus und Hitler auch durch Falschaussagen anzupreisen.

Schließlich soll die Strategie der Medienpolitik unter der Propagandakontrolle und Besonderheiten in Sprache und Darstellung geklärt werden, woraufhin in einem Fazit die Ergebnisse zusammengefasst werden.

2 Von der Weimarer Republik zum NS- Staat

Im Januar 1919, nach dem ersten Weltkrieg, entstand die „Deutsche Arbeiterpartei“ (DAP) unter Anton Drexler (1884- 1942). Im September des Gründungsjahres trat Adolf Hitler der Partei bei und erlebte 1920 eine Neuordnung des Parteiprogramms und eine Umbenennung zur „Nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei“ (NSDAP).

Hitler wurde 1921 Vorsitzender und wegen eines Putschversuchs 1923, orientiert an Mussolini, für acht Monate ins Gefängnis gesperrt. Zu dieser Zeit begann sich der Führerkult bereits zu entwickeln, da zum Beispiel Postkarten mit Hitlers Portrait verkauft wurden. Nach seiner Freilassung gründete sich die Partei 1924 neu.[2] Die NSDAP verstand sich als Partei mit einer Ideologie gegen parlamentarische und demokratische Systeme. Sie sah die deutsche Bevölkerung als das Herrenvolk, welches sein Blut und seinen Boden verteidigen müsse.[3] Damit ist gemeint, dass die deutsche, arische Bevölkerung nicht mit bestimmten Menschengruppen, wie Juden oder nach Hitlers Auffassung generell minderwertigen Personen, wie beispielsweise Polen, verkehren durften. Damit sollte das Blut „rein“ gehalten werden. Deutschland und prinzipiell die ganze Welt sollte folglich nur dem deutschen Volk zur Verfügung stehen und niemandem sonst. Die Propaganda wurde darauf ausgelegt die deutsche Bevölkerung davon zu überzeugen.

Faschistisches Gedankengut war nach dem ersten Weltkrieg in fast allen Ländern vertreten.[4] Nach 1919 wurde die Republik und die Demokratie den europäischen Ländern regelrecht aufgezwängt, was besonders der gesellschaftlichen Elite aufgrund ihrer Gewohnheiten und der verbleibenden Kaisersehnsucht missfiel.[5] Gerade diese Gesellschaftsschicht profitierte vom Kaisertum dadurch, dass das Proletariat in seinen Rechten eingeschränkt war. Diese Bevölkerungsgruppe hatte Hitler später mit seinen Versprechungen über die erneuerte Anerkennung, besondere Behandlung und gesicherte Stellung dieser Elite als Wähler gefestigt. Hitlers Machtergreifung konnte folglich nur funktionieren, da die Weimarer Republik gescheitert ist.

Ein weiterer Nährboden für die Beliebtheit der NSDAP war die Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929. Nach ein paar Jahren des Luxus war die Zeit geprägt durch Verarmung resultierend aus Inflation und Arbeitslosigkeit und somit einer stetigen Existenzbedrohung. Folglich musste Hitler der arbeitenden Schicht, die explizit davon in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt wurde, die Versprechungen einer funktionierenden Wirtschaft unter seiner Regierung machen. Dazu zählten eine niedrige Arbeitslosenquote und hohe Mindestlöhne. Die breite Schicht der Arbeiter ließ sich dadurch vom Wählen überzeugen.

Auch die gemeinsame Unzufriedenheit der deutschen Bevölkerung über die Reperationsfrage nach dem verlorenen ersten Weltkrieg schürte die aufkommenden „Großmachtgelüste“ und machte die Menschen offen für die totalitäre Verführung.[6] Das deutsche Volk zeigte nämlich nur wenig Verständnis darüber anderen Ländern den Wiederaufbau zu finanzieren.

Außerdem stellte sich Hitler mit der NSDAP einer bestehenden psychischen Unruhe entgegen. Die deutsche Bevölkerung warf Identitätsfragen auf und sehnte sich nach bleibenden moralischen Werten. Diese Suche nach „Heimat“ resultierte aus der vorhergehenden Umbruchszeit. Auch die Unterschiede und Abgrenzungen zu Menschengruppen wurden gesucht, um eine soziale Gemeinsamkeit und Identität herzustellen. Der völkische Nationalismus bot den Menschen genau das.[7] Die Verschmelzung zu einer Einheit und dass das Wohl aller vor dem des einzelnen steht. Diese Einheit wurde durch die Abgrenzung zu anderen Bevölkerungsgruppen und Ausländern, welche zu Feindbildern degradiert wurden, verstärkt. Die Medien spielten dabei die wichtigste Rolle.

Bereits vor der Machtergreifung 1933 gab es eine nationalsozialistische Medienpolitik und eine Reichspropagandaleitung. Denn mehr als jede andere Partei kämpfte die NSDAP in der Weimarer Republik um Medienpräsenz und legte dabei viel Wert auf nachhaltige Selbstdarstellungen und Symbole.[8] Dadurch hatten öffentliche Kundgebungen oder Parteiversammlungen bis 1933 absolute Priorität, auch wenn mittlerweile über 300 nationalsozialistische Zeitungen zu dieser Zeit nachgewiesen werden konnten. Außerdem gab es vor der Machtergreifung die nationalsozialistische Medienpolitik auch im Rundfunk, womit sich die Partei auch dieses noch relativ junge Medium zur Verbreitung ihrer Ziele und Interessen zunutze machte.

Mithilfe der besonderen manipulativ schon vor 1933 einzigartigen Mediennutzung, erreichte Hitler schließlich durch reichlich Propaganda die absolute Mehrheit bei den Wahlen 1933.[9]

Es erscheint erschreckend einfach auf was für eine primitive Art sich die Menschen manipulieren ließen. Mit dem Blickwinkel aus der heutigen Zeit kann festgestellt werden, dass die NSDAP die Wünsche, Sehnsüchte und Probleme der Menschen schamlos ausnutzte und dadurch genau das darstellte und vorgab, was die Bevölkerung überzeugen konnte.

3 Strategisches Vorgehen

Im Folgenden soll dargestellt werden wie die Medien zu einem manipulativen Mittel der nationalsozialistischen Regierung wurden. Daraufhin wird verdeutlicht, was weiter geschah, um diese Übernahme und Kontrolle zu festigen. Abschließend wird Joseph Goebbels vorgestellt, der als der Propagandachef agierte.

3.1 Medienübernahme

Bereits in der Weimarer Republik war es üblich die Presse durch Notverordnungen einzuschränken.[10] Hitler orientierte sich an dieser Vorgehensweise. Weil es zu seinen Intentionen gehörte den gesamten Staat gleichzuschalten, spielten Gesetzesänderungen eine wichtige Rolle. Nachdem die Nationalsozialisten im Januar 1933 an die Macht kamen, wurden Zeitungsverbote und Verordnungen zum „Schutz von Volk und Staat“ erlassen, was zur Folge hatte, dass das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit außer Kraft gesetzt wurde.[11] Es ermöglichte eine Zensur unerwünschter „staatsfeindlicher“ Presse und ebnete den Weg für die totale Gleichschaltung des Journalismus.

Die sozialdemokratische und kommunistische Presse wurde am 04.02.1933 verboten und auch die Versammlungsfreiheit der dazugehörigen Parteien eingeschränkt. Dadurch konnten sich keine regimekritischen Gruppierungen treffen und über Möglichkeiten der Gegenwehr beratschlagen. Das Ziel, Feinde der neuen Ordnung zu zensieren, war damit erreicht.

Durch die Auflösung der Länder im März 1933 fand schließlich auch eine zentralistische Übernahme des Rundfunks durch den Nationalsozialismus statt.[12] Dort gab es wenige Probleme bei der Übernahme. Durch die staatsnahe Organisation, basierend auf der Gleichschaltung des Mediums, waren Eingriffe recht einfach durchzuführen. Wegen der Übertragung der Programmkontrolle vom Innen- auf das Propagandaministerium war das ganze Rundfunksystem binnen kürzester Zeit in nationalsozialistischer Hand.[13] Daraufhin konnte eine hemmungslose Ausnutzung des Rundfunks für Propagandazwecke stattfinden. Damit war ein weiteres Medium ganz unter der Kontrolle der Faschisten.

[...]


[1] S. 38, „Nationalsozialismus“ Möller, Focke, Pfändtner; Buchners Verlag; Bamberg 2007

[2] S. 13, „Nationalsozialismus“, Möller, Focke, Pfändtner; Buchners Verlag; Bamberg 2007

[3] S. 13, „Nationalsozialismus“, Möller, Focke, Pfändtner; Buchners Verlag; Bamberg 2007

[4] S. 14, „Nationalsozialismus“, Möller, Focke, Pfändtner; Buchners Verlag; Bamberg 2007

[5] S. 9, „Nationalsozialismus“, Möller, Focke, Pfändtner; Buchners Verlag; Bamberg 2007

[6] S. 10, „Nationalsozialismus“, Möller, Focke, Pfändtner; Buchners Verlag; Bamberg 2007

[7] S. 29, „Nationalsozialismus“, Möller, Focke, Pfändtner; Buchners Verlag; Bamberg 2007

[8] S. 20, „Journalismus im Dritten Reich“, Frei, Schmitz; C. H. Beck Verlag; München 1989

[9] S. 26, „Nationalsozialismus“, Möller, Focke, Pfändtner; Buchners Verlag; Bamberg 2007

[10] S. 149, „Nationalsozialismus“, Möller, Focke, Pfändtner; Buchners Verlag; Bamberg 2007

[11] S. 22, „Journalismus im Dritten Reich“, Frei, Schmitz; C. H. Beck Verlag; München 1989

[12] S. 150, „Nationalsozialismus“, Möller, Focke, Pfändtner; Buchners Verlag; Bamberg 2007

[13] S. 35, „Journalismus im Dritten Reich“, Frei, Schmitz; C. H. Beck Verlag; München 1989

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Journalismus im Nationalsozialismus
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
22
Katalognummer
V206061
ISBN (eBook)
9783656329749
ISBN (Buch)
9783656329954
Dateigröße
615 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nationalsozialismus, Presse, Journalisten
Arbeit zitieren
Marieke Keunecke (Autor), 2012, Journalismus im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206061

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