Informelles Lernen als neuer Aspekt der Ganztagsschule


Hausarbeit, 2012

17 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

1 Einleitung

Als vier Säulen der Pädagogik werden „Sozialisation“, „Erziehung“, „Bildung“ und „Lernen“ verstanden.

Mit „Sozialisation“ ist ein lebenslanger Prozess gemeint, der durch die Auseinandersetzung eines Individuums mit seiner Umwelt entsteht. Ziel ist die Identität dieses Individuums vollständig zu entwickeln. Eine Entwicklung vollzieht sich ausschließlich dann, wenn ein Zusammenspiel zwischen der Umwelt und der Person stattfindet.[1]

„Erziehung“ kann indirekt oder direkt Erziehungsbedürftige beeinflussen. Beispielsweise werden Kinder indirekt durch das Verhalten der Eltern, was sie sich aneignen und direkt durch konkrete Verbote der Eltern erzogen. Wie erzogen wird hängt vom kulturellen Kontext ab und ist folglich überall verschieden.[2]

Die „Bildung“ ist ein Prozess in dem sich die Persönlichkeit einer Person entfalten kann. Außerdem stellt sie die Bereitschaft und Fähigkeit dar, sich mit Problemstellungen auseinander zu setzen.[3]

Umgangssprachlich wird davon ausgegangen, dass „Lernen“ bewussten Wissenserwerb bedeutet. Damit ist beispielsweise konkretes auswendig lernen von Vokabeln gemeint. „Lernen“ bezeichnet jedoch eine Reaktion, in Form einer Änderung des Verhaltens eines Individuums, auf eine bestimmte Situation. Nicht nur positive Erfahrungen lösen eine solche Veränderung aus, sondern auch negative. An den Lernprozessen sind Teile des Gehirns beteiligt, denn im Frontallappen finden kognitive Verarbeitungsvorgänge statt.[4]

Das Lernen stellt folglich eine wichtige Säule für die Pädagogik dar, denn es ermöglicht eine Weiterentwicklung des Individuums. Es kann in formelles und informelles Lernen unterschieden werden, je nachdem in welchem Kontext es stattfindet. In der Schule handelt es sich beispielsweise um formelles Lernen und außerhalb um informelles.

Die Kinder- und Jugendarbeit erkennt in der heutigen Zeit insbesondere die Vorteile des informellen Lernens, wobei versucht wird dieses Konzept auf die Schule, dem formellen Lernen zu übertragen und die Vorteile beider Lernmethoden zu verbinden. In Ganztagsschulen soll diese Zusammenfügung ermöglicht werden.

Zu Beginn der Arbeit wird die Kinder- und Jugendarbeit in ihrer Begrifflichkeit erklärt. Daraufhin werden der rechtliche Rahmen und die sich daraus ergebenden Arbeitsmethoden und Ziele dargestellt. Um das Thema der Kinder- und Jugendarbeit abzuschließen, wird der Diskurs dazu aufgeführt.

Im weiteren Verlauf wird die Ganztagsschule vorgestellt. Zu Beginn soll ihr Aufbau und daraufhin der Diskurs zum Thema Ganztagsschulen beschrieben werden.

Schließlich wird das informelle Lernen definiert, was durch die Kinder- und Jugendarbeit an den Ganztagsschulen ermöglicht werden soll.

Abschließend wird erörtert was das informelle Lernen im Kontext der Ganztagsschule leisten kann, um sich in dieser Zusammenarbeit positiv zu entwickeln. Ein Ausblick zu dieser Thematik und das Fazit werden die Arbeit schließlich beenden.

2 Kinder- und Jugendarbeit

2.1 Begriffsdefinition

Es ist schwierig den Begriff „Jugendarbeit“ zu definieren, weil es sich dabei um ein sehr großes und komplexes Feld der sozialen Arbeit handelt. Die Jugendarbeit kann als ein weiterer Bereich für Bildung im informellen Bereich, also dem Freizeitbereich von Kindern und Jugendlichen gezählt werden. Sie soll die Entwicklung im Bereich außerhalb der Familie und jeglicher Institutionen fördern. Während sich der gesellschaftliche Kontext in einem stetigen Wandel befindet, soll die Jugendarbeit dabei helfen, sich darin zurechtzufinden. Dabei ist sie trotz der Einordnung in das informelle Lernen ein selbstständiger, abzugrenzender Sozialisationsbereich. Die jungen Menschen können freiwillig und aus eigenem Interesse mitmachen und die Aufmachung selbst mitgestalten. Die Angebote sind für alle Kinder und Jugendlichen, egal welchem ethischen oder sozialen Milieu sie angehören.[5]

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es in der Kinder- und Jugendarbeit um einen breites und spannendes pädagogisches Feld geht. Ziel ist die professionelle Fähigkeit der Selbstreflexion den Klienten zugänglich zu machen. Selbstreflexives Wissen bedeutet, dass ein Weg die Strukturmerkmale und Spannungsbögen im pädagogischen Handeln miteinander verbindet. Die sich daraus ergebende Professionalität und Qualität muss auf viele Aspekte Rücksicht nehmen, um eine Ebene für die Zusammenarbeit mit den Kindern und Jugendlichen in ihren Lebenswelten zu finden. Für die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, dass die gemeinsamen Fortschritte und Erlebnisse als positiv in Erinnerung bleiben.[6]

2.2 Rechtliche Grundlagen und Angebote

Ausgehend von dem Kinder- und Jugendhilfegesetz, dem KJGH, handelt es sich bei der Jugendarbeit um Angebote der außerschulischen Bildung, vertreten durch Jugendzentren, Abenteuerspielplätzen und Ähnlichem. Hier sollen sich die jungen Menschen austauschen und unbefangen und ungezwungen über für sie wichtige Themen sprechen können. Der Fokus liegt folglich auf der Gruppenarbeit, weil davon alle Mitglieder profitieren. Allerdings zählen auch Projekte zu diversen Themen und Bildungsveranstaltungen dazu. Es wird also deutlich, dass es nicht ausschließlich um Freizeitgestaltung geht, sondern auch um politische und kulturelle Bildung und die individuellen Bedürfnisse der jungen Menschen.

Das KJGH ist ein Teil der Sozialgesetzgebung, welche im Sozialgesetzbuch, dem SGB VIII verfasst ist. Während das KJHG den Rahmen für die Jugendarbeit vorgibt, können ihn die Länder mit ihren Landesjugendplänen, Förderprogrammen und Bildungsgesetzen ergänzen.[7]

2.3 Ziele und Arbeit

Als primäres Ziel kann festgehalten werden, dass die Kinder- und Jugendarbeit auf das weitere Leben und dessen Bewältigung vorbereiten soll. Die Aneignung von Verantwortung und Selbstständigkeit steht dabei im Fokus. Daraus soll sich eine selbstbewusste Persönlichkeit entwickeln.

Während sich diese Arbeit mit der individuellen Entwicklung beschäftigt, wirkt sie auch präventiv, indem sie Kindern und Jugendlichen auf Krisen vorbereitet und den Umgang mit solchen dadurch erleichtert.

[...]


[1]S. 21, „Allgemeine Pädagogik“, Margit Stein, Ernst Reinhardt GmbH und Co. KG Verlag, München, 2009

[2]S. 39, „Allgemeine Pädagogik“, Margit Stein, Ernst Reinhardt GmbH und Co. KG Verlag, München, 2009

[3]S. 61, „Allgemeine Pädagogik“, Margit Stein, Ernst Reinhardt GmbH und Co. KG Verlag, München, 2009

[4]S. 82, „Allgemeine Pädagogik“, Margit Stein, Ernst Reinhardt GmbH und Co. KG Verlag, München, 2009

[5]S 29, „Jugendarbeit und Ganztagsschule: Grundlagen und Wege zu einer Kooperation“, Doris Ellermann, Diplomica Verlag, Hamburg, 2008

[6]http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/jugendhilfe.html#definition

[7]S. 19, „Jugendarbeit und Ganztagsschule: Grundlagen und Wege zu einer Kooperation“, Doris Ellermann, Diplomica Verlag, Hamburg, 2008

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Informelles Lernen als neuer Aspekt der Ganztagsschule
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Note
2,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V206064
ISBN (eBook)
9783656329732
ISBN (Buch)
9783656333074
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
informelles, lernen, aspekt, ganztagsschule
Arbeit zitieren
Rieka Keunecke (Autor), 2012, Informelles Lernen als neuer Aspekt der Ganztagsschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206064

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