Wissensmanagement - Ein kurzer Überblick


Referat (Ausarbeitung), 2010
11 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissen als Ressource

3. Das Wissensmanagement
3.1 Begriffliche Einordnung
3.2 Wissensbilanzierung
3.3 Maßnahmen des Wissensmanagements vor dem demographischen Hintergrund

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis

6. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Die Wissensbasis in Unternehmen stellt in der heutigen Gesellschaft einen maßgeblichen Erfolgsfaktor dar. Der Stellenwert von Wissensbeständen wird insbesondere vor dem Hintergrund der Entwicklung hin zu einer wissensorientierten Informationsgesellschaft, in welcher Wissensvorsprünge in vielen Bereichen entscheidende Wettbewerbsvorteile darstellen, deutlich. Auf der mikroökonomischen Ebene spielt das Management des intellektuellen Kapitals somit eine immer größere Rolle und Organisationen sind bestrebt auch die nicht-greifbaren Produktionsfaktoren zu identifizieren, zu entwickeln und nutzenbringend einzusetzen.

Vorerst wird im Rahmen dieser Ausarbeitung thematisiert, inwiefern Wissen als Ressource anzusehen ist, welche Arten von Wissen unterschieden werden können und wann Betriebe mit Wissensverlusten zu rechnen haben. Anschließend wird anhand eines Wissensbilanzmodells aufgezeigt, wie sich weiche Produktionsfaktoren und Wissensbestände erfassen und darstellen lassen und Unternehmen eine Bestandsaufnahme ermöglichen. Darauf aufbauend, werden explizite Maßnahmen des Wissensmanagements zum Erhalt und Transfer von kritischen Wissensbeständen aufgeführt.

2. Wissen als Ressource

Wissen kann aus ökonomischer Perspektive als Ressource begriffen werden, da es zum Einen in immaterieller Form als Produkt auf dem Markt angeboten wird. Zum Anderen stellt Wissen einen wesentlichen Faktor in der Wertschöpfungskette dar. Es ist somit maßgeblich an der wissensbasierten Wertsteigerung einer Organisation beteiligt. Porschen (2008) fügt in diesem Zusammenhang jedoch an, dass unter dem Wissensbegriff nicht ausschließlich Informationen und Daten verstanden werden dürfen, sondern dass der Anwendung von Informationen und der Erzeugung von neuem Wissen eine zentrale Bedeutung zukommt.1

Weiterhin ergeben sich aus der Immaterialität von Wissen Problematiken der Quantifizierbarkeit und Vergleichbarkeit. Vergleichsweise lassen sich klassische und materielle Produktionsfaktoren wie Boden und Kapital mit Hilfe von Einheiten messen und quantifizieren und weisen somit eine hohe Vergleichbarkeit auf. Wissen ist im Gegensatz dazu nur schwer greifbar und kann oftmals nicht klar bewertet werden.2 Methoden und Möglichkeiten der Wissensbewertung und -Messung werden im Rahmen dieser Ausarbeitung jedoch zu einem späteren Zeitpunkt thematisiert.

Im Hinblick auf die Knappheit von Ressourcen muss festgehalten werden, dass klassische Produktionsfaktoren nur begrenzt verfügbar sind, während Wissen theoretisch unbegrenzt verfügbar ist. So kann Wissen als immaterielles Gut ortsunabhängig bei unbeschränkt vielen Individuen vorliegen. Außerdem kann Wissen nur geteilt und nicht übergeben werden. Dies bedeutet, dass der Wissensproduzent bzw. -verkäufer in Tauschprozessen nicht an Verfügungsgewalt verliert. Vor dem Hintergrund eines Wettbewerbsmarktes muss jedoch angemerkt werden, dass sich Wissen auch als knappe Ressource betrachten lässt. Wissensbasierte Wettbewerbsvorteile verdeutlichen das Anliegen seitens der Unternehmen relevantes Wissen nicht wahllos mit Konkurrenten zu teilen. Der unbeschränkte Produktionsfaktor wird somit beschränkt. Porschen (2008) verweist in diesem Zusammenhang erneut darauf, dass Unternehmen jedoch nicht an einer Anhäufung von Wissen interessiert sind, sondern an der richtigen Interpretation vorhandener Daten und Fakten. Im Fokus sollte demnach die Frage stehen, welcher Nutzen aus einer Informationsflut für die Handlungsstrategie des Unternehmens gezogen werden kann.3

Voelpel, Leibold und Früchtenicht (2007) unterscheiden in diesem Zusammenhang zwischen explizitem und implizitem Wissen. Mit explizitem Wissen sind ausdrückliche und ausführliche Informationen gemeint, welche eindeutig kodierbar, kommunizierbar und speicherbar sind. Implizites Wissen ist demgegenüber nicht verbalisierbar, objektivierbar oder formalisierbar.4 In Bezug zu Porschen würde die Anhäufung von Wissen dem expliziten Wissen entsprechen, während die richtige Anwendung von Information das implizite widerspiegeln würde.5 Implizites Wissen ist als das Können, ohne zu sagen wie, anzusehen und stellt nach Deller et. al. etwa achtzig Prozent des unternehmensrelevanten Wissens dar.6 Die Wissensbasis eines Unternehmens erfährt jedoch nicht ausschließlich aus Wettbewerbsgründen Einschränkungen, sondern es sind ebenso Wissensverluste durch Berufsaustritte, welche das organisationsgebundene Wissen einschränken bzw. mindern. Insbesondere Berufsaustritte von Personen mit langjähriger Betriebszugehörigkeit bedeuten für Unternehmen oftmals den Verlust von impliziten Wissensmengen und Erfahrungswissen. Altersstrukturanalysen ermöglichen diesbezügliche Darstellungen und Prognosen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

So geht aus dieser exemplarischen Altersstrukturanalyse und -prognose hervor, dass ein Großteil der Belegschaften im Jahr 2006 zwischen 43 und 49 Jahren alt ist und diese Kohorte somit die Hauptwissensträger der Organisation darstellt. Ist es das Bestreben einer Organisation Wissensverluste vorzubeugen, so gilt es sich vorrangig auf den Wissenstransfer und - austausch zwischen der kritischen Kohorte und jüngeren Generationen zu konzentrieren.

3. Das Wissensmanagement

3.1 Begriffliche Einordnung

Nach Amelingmeyer (2004) ist „das Wissensmanagement in einem Unternehmen darauf gerichtet, die Wissensbasis dieses Unternehmens mit Blick auf den aktuellen Unternehmenserfolg und die zukünftige Entwicklungsfähigkeit zielorientiert zu gestalten.“ Es wird deutlich, dass es einer Analyse der aktuellen Betriebs- und Wissensstruktur bedarf um darauf aufbauende Maßnahmen implementieren zu können. Die Bestandsaufnahme wird im Rahmen der Wissensbilanzierung näher erörtert. Anschließend werden explizite Maßnahmen des Wissensmanagements vor dem demographischen Hintergrund aufgezeigt.

3.2 Die Wissensbilanzierung

Um eine zielorientiere Gestaltung der Wissensbasis in einem Unternehmen durchführen zu können, bedarf es zunächst einer detaillierten Bestandsaufnahme bezüglich des organisationsrelevanten Wissens und der Kompetenzen. Die Wissensbilanzierung soll als internes Managementinstrument dazu beitragen das intellektuelle Kapital eines Unternehmens zu messen, Schwachstellen aufzuspüren und Potenziale aufzudecken. Dazu sollen vorerst erfolgskritische immaterielle Einflussfaktoren, vorhandene Stärken und Schwächen und deren Zusammenhang mit dem Geschäftserfolg erfasst werden um im Nachhinein gezielte Maßnahmen und Projekte hinsichtlich der Maximierung des Geschäftserfolges implementieren zu können.

[...]


1 Porschen (2008), S. 12.

2 Porschen (2008), S. 12f.

3 Porschen (2008), S. 33ff.

4 Voelpel, Leibold & Früchtenicht (2007), S. 133.

5 Porschen (2008), S. 33ff.

6 Deller et al. (2008), S. 182.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Wissensmanagement - Ein kurzer Überblick
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
11
Katalognummer
V206498
ISBN (eBook)
9783656338871
ISBN (Buch)
9783656340218
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wissensmanagement, überblick
Arbeit zitieren
Mani Blaum (Autor), 2010, Wissensmanagement - Ein kurzer Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/206498

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