Anwendung der Rawlsschen Theorie. Eine leere Theorie?


Hausarbeit, 2012
17 Seiten, Note: 2,3
Inga Bliermann (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

1.Einführung in die Theorie der Gerechtigkeit
1.1 Der Urzustand
1.2. Prinzipien der Gerechtigkeit

2. Praktische Anwendung des Theorie
2.1 Rawls zur Praxisanwendung
2.2 Anwendbarkeit der Theorie in der Praxis
2.2.1 Bundesverfassungsgericht und der Schleier des Nichtwissens
2.2.2 Gesundheitsleistungen als Grundgut
2.2.3 Politik und der Schleier des Nichtwissens
2.3 Kritiken zur Anwendbarkeit

Schlussbetrachtung

Literatur

Einleitung

"Gibt es Gerechtigkeit auf Erden?"[1] Eine Frage die sich viele fast täglich stellen. Was ist Gerechtigkeit, wie kann sie hergestellt werden und warum ist manches Handeln so ungerecht. Das sind Fragen, die geklärt werden wollen. Viele Philosophen[2] haben sich genau diesen Fragen angenommen und den Versuch unternommen Theorien dazu aufzustellen und mögliche Antworten gegeben. Philosophie selbst ist aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt: Liebe zur Weisheit, das heißt es werden Erklärungsversuche unternommen um die Welt und die Fragen die sich zu ihr stellen zu charakterisieren als auch zu deuten.[3]

Im Seminar Rechtstheorie wurden verschiedene Philosophen behandelt, die sich dem Thema Gerechtigkeit gewidmet haben und solche Erklärungsversuche in Form von Theorien aufgestellt haben oder weiterentwickelt haben.

Einer der Philosophen war John Rawls und seine Theorie der Gerechtigkeit. In der vorliegenden Hausarbeit soll es nicht um die Einzelheiten seiner Theorie gehen. Sondern viel mehr um den praktischen Teil der Theorie. Es stellt sich die Frage, in wie weit sich seine Theorie anwenden oder eben nicht anwenden lässt. Ist es eine Theorie, die sich ohne Wenn und Aber anwenden lässt? Oder ist es eine leere Theorie, die nur einen Gedanken zur Gerechtigkeit wieder gibt? Sofern es eine anwendbare Theorie ist, wo kann oder wird sie angewandt? Diese Fragen werden in dieser Hausarbeit erörtert.

Rawls ist einer der größten Philosophen des zwanzigsten Jahrhunderts. Seine Theorie wurde oftmals zitiert in Zeitungen, Aufsätzen als auch Büchern. Gleichwohl gibt es viele Kritiker die seine Theorie kritisieren. Nicht zuletzt wird dort häufig die Anwendung seiner Theorie beanstandet. Hierzu im späteren Verlauf mehr.

Um zum Thema hinzuführen folgt als erstes ein kurzer Überblick zum Einstieg in die Rawlssche Theorie. Im Grunde wird hier die Theorie mit ihren wichtigsten Anteilen dargestellt. Hierbei wird auf den Urzustand mit dem dortigen möglichen Entscheidungskriterium Maximin-Regel eingegangen. Danach folgt eine Beschreibung der Prinzipien der Gerechtigkeit.

Im weiterem Verlauf wird der Frage nachgegangen, was John Rawls selbst zu seiner Theorie sagt und ob sie nach ihm auch in der Praxis anwendbar ist. Daran angeknüpft erfolgt eine Übersicht über mögliche beispielhafte Anwendungsgebiete wie Politik, Recht und Gesundheit und deren möglichen Probleme. Schließlich werden in der Schlussbetrachtung die zuvor gestellten Fragen beantwortet. Dem schließt sich ein Zukunftsausblick an.

1.Einführung in die Theorie der Gerechtigkeit

Die Theorie der Gerechtigkeit von Rawls ist ein Versuch, ein Konzept zu entwickeln, dass das abwechslungsreiche Verständnis von Gerechtigkeit systematisiert. Dabei gestaltet er ideale Voraussetzungen, um Gerechtigkeit herstellen zu können. Diese Konzeption müsste so charakterisiert sein, dass sich die Beteiligten auf die Regeln einigen würden und zuvor ein Regelwerk festlegen aus denen sich unter anderem auch Pflichten ergeben.[4]

Das Gedankenexperiment beginnt mit dem Urzustand, daraus entstehen die Prinzipien der Gerechtigkeit und diese werden durch die Vorrangregeln spezialisiert. Im folgenden Gliederungspunkt werden diese drei Teile näher beleuchtet, um einen Überblick zugeben. Dabei konzentrieren sich diese Ausführungen auf die für die Ausarbeitung wesentlichen Themen.

1.1 Der Urzustand

Der Urzustand ist eine angenommene Situation. In diesem Ausgangszustand werden die Gerechtigkeitsgrundsätze bestimmt. Hierbei handelt es sich um eine "nicht reale Vereinigung" von Menschen, die nachfolgendes akzeptieren.[5]

Rawls hat Bedingungen aufgestellt um diesen Urzustand herzustellen. Eine dieser Bedingungen ist der Schleier des Nichtwissens. Die Menschen wissen nichts über sich. Das heißt weder Stand, Status, Körperkraft, Intelligenz sowie die Vorstellung vom Guten sind bekannt. Dennoch kennen sie allgemeine Tatsachen wie Alltagsverstand, Grundfragen der Gesellschaft, Organisationen und Gesetze. Im Grunde alle allgemeinen Tatsachen, welche für die Festsetzung von Gerechtigkeitsgrundsätzen von Bedeutung sind.[6]

Eine weitere Bedingung ist, dass die Grundsätze verbindlich eingehalten werden. Hier meint Rawls, dass sobald die Grundsätze bekannt werden, sie auch für alle Teilnehmenden verbindlich sind und zwingend eingehalten werden. Jeder kann sich somit auf die Grundsätze berufen, sich auf sie verlassen als auch darauf vertrauen, dass alle sie einhalten.[7]

[...]


[1] Burisch, Das Burnout-Syndrom, S. 188.

[2] In der vorliegenden Ausarbeitung wird ausschließlich die männliche Form verwendet, dies ist nicht Geschlechterspezifisch zu sehen, sondern dient der besseren Lesbarkeit.

[3] Ferber, Philosophische Grundbegriffe, S.13.

[4] Koller , Neue Theorien des Sozialkontrakts, S. 31.

[5] Rawls , Theorie der Gerechtigkeit, S. 29.

[6] Rawls , Theorie der Gerechtigkeit, S. 159f.

[7] Rawls , Theorie der Gerechtigkeit, S. 169.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Anwendung der Rawlsschen Theorie. Eine leere Theorie?
Hochschule
Universität Kassel
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V207797
ISBN (eBook)
9783656350903
ISBN (Buch)
9783656351726
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
anwendung, rawlsschen, theorie
Arbeit zitieren
Inga Bliermann (Autor), 2012, Anwendung der Rawlsschen Theorie. Eine leere Theorie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/207797

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