Crossover von Klassik und Rock/ Pop/ Jazz

Untersuchung eines Crossover – Projektes und Analyse einer „Verbindung“ verschiedener Epochen anhand von konkreten musikalischen Merkmalen


Facharbeit (Schule), 2011

17 Seiten, Note: 15 Pkt


Leseprobe

Gliederung:

1. Einleitung

2. Crossover
2.1 Entstehung und Entwicklung von Crossover
2.2 David Garretts „Encore“ - ein Crossover –Violonist
2.3 „Encore“ - das Crossover-Projekt zwischen
Klassik und Rock/ Pop
2.3.1 Air“ aus der 3. Suite für Orchester D-Dur
– J. S. Bach
2.3.2 „Clair de lune“ – Claude Debussy (1862-1918)
2.3.3 “Summertime” – George Gershwin (1898-1937)
2.3.4 “Who wants to live forever?” – Brian May, Queen
2.4 Abschliessendes zu “Encore”

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

5. Bildverzeichnis

1. Einleitung

Die Welt ist globalisiert – die Musik auch. Es ist heute keine Besonderheit mehr, dass sich Künstler aus verschiedenen Kulturen und Ländern zu gemeinsamen kreativen Projekten zusammenfinden. Auch die .musikalischen Genregrenzen bilden kein unüberwindbares Hindernis, um gemeinsam zu musizieren. Sparten wie Ethnische Musik, Jazz, Klassik oder Rock/ Pop durchmischen sich immer zwangloser und vollkommener. Ist ein sogenannter Genrebegriff wie das Kon-strukt „Crossover“ überhaupt noch angebracht? [1]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ich möchte mit meiner Hausarbeit eine kleine Reise entlang verschiedener musikalischer Schnittstellen unternehmen. Anhand des neuen musikalischen Arrangement „Encore“ von David Garrett und Orchester kann man sehr deutlich den Spagat zwischen klassischer Musik und Rock/ Pop hören, fühlen und auch teilweise gut erklären. In seinen neuen künstlerischen Werken interpretiert er Bachs „Air“, Vivaldis „Summer“, aber auch M. Jacksons „Smooth Criminal“ und Filmmusik zu „Fluch der Karibik“. Auf der Bühne bzw. im Studio sind seine Begleiter ein Philharmonisches Orchester und eine Band mit Schlagzeug, E-Gitarre, Drums und Klavier. Genau wegen dieser eigenwilligen Kombination stürmen die Fans zu seinen Konzerten und kaufen bzw. hören seine Musik.

Das könnte es sein, was die Faszination von David Garrett ausmacht. Geigengott, Rockstar, Sexsymbol – Garrett zieren zahlreiche Titel. Er ist einer der erfolgreichsten, aber auch umstrittensten Klassikkünstler unserer Zeit.[2] Der zweimalige Echogewinner interpretiert alte Werke (klassische Musik), aber auch Rockmusik neu, gibt ihnen einen „Hauch Klassik und eine große Prise Moderne“ (Zitat von Carola Kögel im DLF) mit und schreckt dabei vor nichts zurück. So heißt einer seiner vielzitierten Songs z.B. „Vivaldi meets Vertigo“ – eine Mischung aus Antonio Vivaldis Schaffen und U2. [3] Ist das das Geheimnis von „Crossover“?

2. Crossover

2.1. Entstehung und Entwicklung von Crossover

Die Bezeichnung Crossover kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Überschneidung oder Kreuzung. Als Crossover in der Musik bezeichnet man oft die Verschmelzung verschiedener Musikgenres. Der Begriff wurde vor allem Mitte bis Ende der 90er Jahre viel verwendet, als Fusionen zwischen Rock und anderen Genres entstanden und man nicht sicher war, wo die Ergebnisse einzuordnen waren. Es gibt verschiedene Varianten von Crossover:

1.) die Verschmelzung verschiedener Genres der Rock- und Popmusik;
2.) die Verknüpfung sehr unterschiedlicher Musikkategorien, wie z.B. Klassische Musik und Rock;
3.) den Erfolg eines Musikers außerhalb des von ihm üblicherweise praktizierten Stils bzw. über seine Zielgruppe hinaus;
4.) die Vermischung von Jazz und Rock (auch oft als Fusion bezeichnet);

Ihren Beginn hat die Crossover-Geschichte in den USA. Hier wurden in den Hitparaden der vierziger Jahre schwarzer Rhythm and Blues von weißem Country & Western deutlich getrennt. Zunächst verblieben die jeweiligen Genres auch in den zugehörigen Charts. Neben dieser Trennung gab es aber auch eine Konsummäßige, denn weiße Käufer bevorzugten "weiße" Country- und Popmusik sowohl beim Kauf als auch bei der Auswahl der Radiostationen. In zunehmendem Maße wurde diese Trennung überwunden. Platten der Mills Brothers oder Louis Jordan, eigentlich für den "schwarzen" Konsum gedacht, wurden immer stärker auch von Weißen gehört und gekauft. Damit waren sie faktisch schon zu „Crossover-Interpreten“ geworden. [4]

Während der 1980er Jahre gab es eine weitere Entwicklung hin zur Verschmelzung verschiedener Genres. In der nordamerikanischen Hardcore-Punk-Szene suchte man nach neuen Ausdrucksformen, wobei aufgrund der engen Verwandtschaft vielfach Metal -Elemente zum Einsatz kamen. Grundsätzlich wurde aber mehrheitlich die Öffnung des begrenzten Punk-Schemas gegenüber nahezu allen Bereichen populärer Musik angestrebt und stand damit lange Zeit als Synonym für künstlerische Freiheit.

Die Bezeichnung als Crossover wurde dabei auf Bands angewandt, die eine Mischung aus Hardcore und Thrash Metal spielten.

Die Bezeichnung „Crossover“ etablierte sich vor dem Hintergrund einer zweiten Welle von Crossover-Bands, die vom Massenpublikum bereits nicht mehr mit Hardcore in Verbindung gebracht wurden. Zwischen 1994 und 1998 war diese Art von Crossover der Trend schlechthin in der Alternative- und Metalszene. Bands wie Rage Against The Machine, Body Count oder Dog Eat Dog verkauften ihre Alben hundertausendfach. Da die Bedeutung des Begriffs „Fusion“ bereits für Verschmelzung von Jazz und Rock stand und „Crossover“ sich für die Kennzeichnung dieser Bands eignete, setzte er sich in dieser Zeit vor allem im deutschen Sprachraum für den Stil derartiger Formationen durch.

Heute werden nur noch wenige Bands explizit dem Crossover zugerechnet. Dies liegt zum einen daran, dass Crossover nie eine bestimmte Stilrichtung bezeichnete, sondern die Vermischung verschiedener Stilistiken meinte. Zum anderen gilt es heute fast als selbstverständlich, dass sich Bands von verschiedenen musikalischen Einflüssen inspirieren lassen. Nur noch in wenigen Musikrichtungen - wie beispielsweise beim True Metal - wird die Übernahme „verwässernder Elemente“ anderer Stile abgelehnt. [5,6]

Nicht ganz so cool und freimütig sowohl vorurteilsfrei und kreativ betrachtet die Klassikszene ein Crossover zwischen Klassischer Musik und Rock bzw. Pop.

Weshalb diese Skepsis gegenüber Experimenten zwischen klassischer und nicht-klassischer Musik? Schließlich gehören Mischungen zwischen Jazz, Funk, Rock und Pop schon lange zum guten und kreativen Ton. Dort gilt oft sogar: je mehr kombiniert, desto innovativer und unterm Strich kommt sogar noch etwas Neues heraus.

Doch Klassik hat sich schon immer abgegrenzt und wird als Sonderfall aus-geklammert. Für die einen ist sie etwas „Besonderes, Altes, zum Teil auch Elitäres, das man nicht anfassen darf, und in welchem man als Nicht-Kenner auch nicht willkommen ist“. Die anderen wiederum sehen in den immer gleich klingenden „Drei-Akkorde-Boom-Boom-Hits“ einen „trampelnden Vierbeiner, der mit seiner plumpen Art eine Gefahr für die fein arrangierten Kunstwerke darstellt“ (Zitat aus Klassikradio in einer Diskussionsrunde).

Was für ein gewagter Versuch von Garrett also, sich auf eine solche Zusammenführung einzulassen! Die meisten bisherigen Versuche hatten zum Ziel, nicht nur sich selbst, sondern auch das Publikum um eine Erfahrung zu bereichern, und vielleicht die Tür zu einer neuen musikalischen Welt zu öffnen. Künstler, Fans und Kritiker glauben, dieses Ziel hat Garrett erreicht: Er führt ein junges Publikum an die klassische Musik heran. Auch wenn nicht jeder Garrett-Fan deswegen zum Liebhaber klassischer Musik wird, so hilft er doch, das Image dieser für viele verstaubten Musikrichtung aufzuwerten.

Grundsätzlich kann man Crossover-Produktionen in zwei Kategorien einteilen: In der ersten versucht der Künstler, zwei Musikrichtungen zu verflechten, und im Idealfall etwas Neuartiges zu erschaffen z.B. David Garrett. Die zweite bezeichnet jene Interpreten, die nicht zwei Stile kombinieren, sondern sich in einem komplett anderen Fach versuchen. [7]

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Crossover von Klassik und Rock/ Pop/ Jazz
Untertitel
Untersuchung eines Crossover – Projektes und Analyse einer „Verbindung“ verschiedener Epochen anhand von konkreten musikalischen Merkmalen
Note
15 Pkt
Autor
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V208331
ISBN (eBook)
9783656356967
ISBN (Buch)
9783656358602
Dateigröße
2273 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
crossover, klassik, rock/, pop/, jazz, untersuchung, projektes, analyse, verbindung, epochen, merkmalen
Arbeit zitieren
Eric Paul Oehme (Autor), 2011, Crossover von Klassik und Rock/ Pop/ Jazz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/208331

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