Examenslehrstunde Geschichte GK 11 am Gymnasium. Nahostkonflikt und Flüchtlingsproblematik


Unterrichtsentwurf, 2009

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

1. Einordnung der Stunde in die Unterrichtsreihe

1.1 Thema der Unterrichtsreihe

Vergeltung oder Ausgleich? – Konfliktlösung als immer wiederkehrendes Problem der Menschheitsgeschichte am Beispiel des Nahostkonflikts.

1.2 Intention der Unterrichtsreihe

Die SuS zeigen die historischen Rahmenbedingungen des Nahostkonflikts auf, weisen ein Verständnis für die israelische und palästinensische Perspektive nach und entwickeln Möglichkeiten einer erfolgreichen Konfliktbearbeitung und Friedenslösung.

1.3 Einbindung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtsreihe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Zur Unterrichtsstunde

2.1 Thema der Unterrichtsstunde

Wohin mit den palästinensischen Flüchtlingen? – Entwicklung und diskursive Darstellung aktueller Argumente zur Lösung des palästinensischen Flüchtlingsproblems im Nahostkonflikt im Rahmen einer Podiumsdiskussion.

2.2 Intention der Unterrichtsstunde

Die SuS stellen zum palästinensischen Flüchtlingsproblem innerhalb ihrer ihnen zugelosten Position Standpunkte dar, vertreten diese argumentativ während einer Podiumsdiskussion, nehmen dazu in der Reflexion kritisch Stellung und beurteilen die Flüchtlingsproblematik als zu überwindendes Hindernis im Friedensprozess.

2.3 Konkretisierung der Ziele

- Die SuS skizzieren einen vertiefenden Einblick in verschiedene Sichtweisen der Flüchtlingsproblematik. (Multiperspektivität)
- Die SuS entwickeln zu einer bestimmten Position Argumente, auch wenn sie konträr zu ihrer eigenen Meinung sind, vertreten diese in einer Diskussion und halten Gegenargumenten stand. (Handlungsorientierung)
- Die SuS diskutieren anhand der von ihnen erarbeiteten Argumente die verhärteten Positionen bezüglich der Flüchtlingsproblematik. (Kontroversität)
- Die SuS vergleichen die von unterschiedlichen Perspektiven eingebrachten Forderungen und setzen sich mit der Notwendigkeit einer Kompromissfindung auseinander. (Zukunftsorientierung)

3. Hausaufgabe zur Unterrichtsstunde

Formulierung eines Eingangsstatements, das in einem Satz die ‚eigene‘ Position zu der Leitfrage deutlich macht.

4. Geplanter Unterrichtsverlauf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5. Geplantes Tafelbild

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6. Anhang

6.1 Material

6.1.1 Folie 1 – Einstiegsfolie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

6.1.2 Quellen (aus vorheriger Stunde)

Gruppe 1: Wohin mit den palästinensischen Flüchtlingen?

Die Position radikaler Israelis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Q1: Golda Meir, 1969-1974 Premierministerin Israels, beschreibt aus der Sicht der Haganah, der jüdischen Untergrundarmee, die Ereignisse der Stadt Haifa:

„Mir kocht das Blut, wenn ich irgendwo lese, wir seien brutal mit den Arabern umgegangen. Im April 1948 stand ich in Haifa am Strand, um stundenlang auf arabische Bürger einzureden und sie zu bewegen, die Stadt nicht zu verlassen. […] Die Haganah hatte gerade Haifa erobert, die Araber begannen zu flüchten. Ihre politische Führung hatte ihnen eingeredet, die Flucht sei das Klügste, was sie tun könnten. […] Die Haganah schickte Lautsprecherwagen durch die Stadt und verteilte überall in den arabischen Vierteln Flugblätter, in denen die Araber zum Bleiben aufgefordert wurden.“

Golda Meir. Mein Leben. Hamburg 1975, S.286f. In: Geschichte lernen, Heft 83 (2001), S. 59.

Q2: Das „Recht“ auf Rückkehr - Hintergrundinformationen

(Mitteilung der Botschaft des Staates Israel)

Von: Andrea Übelhack (10.01.2001)

Da von arabischer Seite immer wieder ein "Recht auf Rückkehr" für palästinensische Flüchtlinge ins israelische Kernland gefordert wird, möchten wir ein paar Fakten dieser komplexen Angelegenheit in Erinnerung bringen.

Zuerst einmal sollte man bemerken, dass das Flüchtlingsproblem nicht aus dem Nichts entstanden ist. Der eigentliche Auslöser für die Entstehung des Problems war die Weigerung der Araber 1947 die Resolution 181 der UN-Vollversammlung (Teilungsbeschluss) anzunehmen - und der daraufhin von arabischer Seite begonnene Krieg, der zu Israels Unabhängigkeit führte. Die meisten arabischen Einwohner waren aus den Kampfgebieten geflohen. Dies geschah teils in Folge arabischer Aufrufe, teils aus Angst vor den Kämpfen und teils unter direktem israelischen Druck. Trotzdem kann hier aber keinesfalls von einer gezielten Vertreibung gesprochen werden. Ganz im Gegenteil: in der Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel vom 14. Mai 1948 heißt es z.B.

"Wir wenden uns - selbst inmitten mörderischer Angriffe, denen wir seit Monaten ausgesetzt sind - an die in Israel lebenden Araber mit dem Aufruf, den Frieden zu wahren. […] Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten."

Schätzungen zufolge haben etwa 600.000 bis 650.000 Palästinenser während der Kämpfe den neuen Staat Israel verlassen. 160.000 Palästinenser blieben in ihrer Heimat und wurden israelische Staatsbürger. Heute stellen sie 18,5% der Bevölkerung Israels.

Es wird auch gerne übersehen, dass im selben Zeitraum knapp 800.000 Juden aus ihren arabischen Heimatstaaten vertrieben wurden. 586.000 dieser jüdischen Flüchtlinge wurden in Israel aufgenommen. Auf ihrer Flucht konnten sie oftmals nur die Kleider mitnehmen, die sie am Leibe trugen. Ihr Besitz wurde von den arabischen Staaten konfisziert. Die jüdischen Flüchtlinge wurden von Israel aufgenommen und in die Gesellschaft eingegliedert. Die arabischen Staaten - mit Ausnahme Jordaniens - ließen das palästinensische Flüchtlingsproblem jedoch absichtlich bestehen, um es in ihrem Kampf gegen Israel einzusetzen. Die Flüchtlinge wurden in überfüllten Lagern untergebracht, wo sie in Armut und Verzweiflung lebten. Es wurde nicht versucht, sie in die Gesellschaft des betreffenden Staates zu integrieren oder für ihr Wohlergehen zu sorgen.

Die UN-Vollversammlung nahm unterdessen die Resolution 194 an, die ihrem Wesen gemäß nicht verpflichtend ist. Zu dieser Resolution sollte folgendes angemerkt werden:

1. In Resolution 194 wird an keiner Stelle ein "Recht" auf Rückkehr sondern lediglich eine Erlaubnis erwähnt. Im Gegenteil: Die Resolution macht die Rückkehr von Flüchtlingen von einigen Vorbedingungen abhängig - dass diese Flüchtlinge an einem friedlichen Zusammenleben mit ihren Nachbarn interessiert sind, und dass die Rückkehr der Flüchtlinge zum "frühesten praktizierbaren Zeitpunkt" stattfindet. Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Gruppe nicht daran interessiert ist, mit ihren jüdischen Nachbarn in Frieden zusammen zu leben. Und dass - auf der Grundlage aktueller demographischer und geographischer Bedingungen - die Rückkehr einer solch großen Zahl von Flüchtlingen in das Gebiet nicht durchführbar ist. […]

Da Israel weder für die Schaffung des Flüchtlingsproblems noch für dessen Aufrechterhaltung direkt verantwortlich ist, kann es nicht - auch nicht als Geste - seine alleinige Verantwortung für dieses Problem erklären. Eine solche Deklaration hätte weit reichende Konsequenzen:

1. Die Rückkehr von arabischen Flüchtlingen und ihren Nachkommen. Aus den 650.000 geflohenen Palästinensern von damals (1948), sind heute (2001) 3,7 Millionen geworden. Damit meinen die Palästinenser Kinder, Enkel und Urenkel der Geflüchteten. Die Ankunft von Millionen Arabern im Staate Israel würde das Ende der unabhängigen Existenz Israels als jüdischen Staat bedeuten, zumal 18,5% seiner Staatsbürger heute schon israelische Araber sind (etwa 1,2 Millionen Menschen).

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Examenslehrstunde Geschichte GK 11 am Gymnasium. Nahostkonflikt und Flüchtlingsproblematik
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
24
Katalognummer
V209323
ISBN (eBook)
9783656484950
ISBN (Buch)
9783656486497
Dateigröße
596 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es handelt sich hierbei um eine unterrichtspraktische Prüfung im Fach Geschichte zum Thema Nahostkonflikt (GK 11 an einem G9-Gymnasium).
Schlagworte
examenslehrstunde, geschichte, nahostkonflikt, flüchtlingsproblematik
Arbeit zitieren
Dörte Marckhoff (Autor), 2009, Examenslehrstunde Geschichte GK 11 am Gymnasium. Nahostkonflikt und Flüchtlingsproblematik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/209323

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