Ethik bei Spinoza und Landauer – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Individualität und Gemeinschaft


Magisterarbeit, 2012
88 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort
1.1 Thematischer Rahmen und Interdisziplinarität
1.2 Rezeption und Forschungsstand
1.3 Die These des Vergleichs
1.4 Methodik und Form
1.5 Thematische Hinführung
1.6 Die Person Landauer und ihr gesellschaftlicher Kontext
1.7 Ganz im Sinne Spinozas

2 Die Konstituierung der Individualität
2.1 Der Begriff des Individuums im Vergleich
2.2 Der Wahrheitsbegriff im Vergleich
2.3 Ontologie bzw. Metaphysik im Vergleich
2.3.1 Parallelismus und Gott
2.3.2 Landauers Mystik
2.3.3 Mystik bei Landauer und Meister Eckhart
2.3.4 Die Philosophie hinter der Mystik
2.4 Auswertung

3 Individualität und Erkenntnistheorie
3.1 Erkenntnistheorie im Vergleich
3.1.1 Das Problem des sprachlichen Ausdrucks
3.2 Auswertung

4 Individualität und Freiheit
4.1 Anarchismus und Sozialismus
4.2 Altruismus und Egoismus
4.3 Determination des Willens im Vergleich
4.4 Affektivität im Vergleich
4.5 Freiheit und ethischer Telos im Vergleich
4.6. Auswertung

5 Individualität und Gemeinschaftliches
5.1 Erbmacht, Zwangsgemeinschaft und Utopia
5.2 Gemeinschaftideale im Vergleich
5.2.1 Zeitlichkeit, Erkenntnisart und ethische Ausgangssituation
5.2.2 Landauers anarchistische Einflüsse
5.2.3 Utopie und Macht
5.3 Auswertung

6 Nachwort
6.1 Überprüfung der Hauptthese
6.2 Zusammenfassung und Kritik

Siglen- und Abkürzungsverzeichnis

Archivalien

Literaturverzeichnis

1 Vorwort

1.1 Thematischer Rahmen und Interdisziplinarität

Wenn Sie dem Judentum Mose, Jesus, Spinoza wegnehmen, gibt es eben kein jüdisches Volk. Die Kabbala ist so echt jüdisch wie Spinoza […].[1]

Was die Relevanz eines Vergleiches zwischen der Ethik Landauers und der Ethik Spinozas für die Judaistik oder auch den Jüdischen Studien angeht, so muss zu Anfang darauf hingewiesen werden, dass dieser Vergleich in der Tat hauptsächlich in den kulturellen Bereich der wissenschaftlichen Betätigung der Judaistik/Jüdischen Studien verweist und im Speziellen dieser Ethiken, nämlich unterthematisch als Vergleich zweier Konzepte betreffend der Individualität und der Gemeinschaft, Gren­zen bewusst überschreitet. Der Anspruch an diese Arbeit bei dieser Themenformulie­rung und Personenbesetzung muss somit interdisziplinär sein. Da beide Autoren allerdings faktisch dem Judentum entsprungene Geistesgrößen wa­ren, bleibt dieser Vergleich trotz seiner Interdisziplinarität im Verantwortungsbereich der Judais­tik/Jüdischen Studien.[2] Zumindest für Spinoza gilt in der Judais­tik/Jüdischen Studien längst seine Rehabilitierung und ist als interner Gegenstand bereits weitläufig unter­sucht worden.[3] Damit stehen nicht nur die jüdischen oder wirkungsgeschichtlichen Einflüsse seiner Ethik zur Untersuchung frei, sondern auch seine Ethik für sich nach immanenten Kriterien. Dasselbe wird im Kontext dieser Vergleichsarbeit auch für Landauers Ethik gelten.[4] Für seine ursprüngliche Relevanz gilt, dass sie im sozio-kulturellen Bereich anzusiedeln ist. So bildet Landauers Ethik in dieser Arbeit thema­tisch den Hauptgegenstand, der in einem Vergleich mit dem zweiten Gegenstand, der Ethik Spinoza mündet. Was Landauer betrifft, so kon­zentriert sich dieser Ver­gleich in der Hauptsache ebenfalls auf seine Ethik für sich und hält Ausschau nach Überschneidungspunkten mit der spinozischen. Was den jüdischen als auch den wirkungsgeschichtlichen Aspekt der beiden Autoren betrifft, so ist dieser bereits weit­gehendst und umfangreich ausgeleuchtet worden.[5] Was das reine wirkungsgeschicht­li­che Bewusstsein angeht, so ist anzumerken, dass es dazu neigt Werk und Werkschaffenden innerhalb des jeweiligen kulturellen Zusammen­hangs aufzulösen. So ist der Ansatz dieser Arbeit, nämlich eine Untersuchung nach textim­manenten Kriterien, mutig gewählt, geht aber trotzdem auf einige wirkungsge­schicht­lichen Aspekte ein, wenn es die Relevanz erfordert.

1.2 Rezeption und Forschungsstand

Spinoza Ethik gilt als eine sehr komplexe und polarisierende Philosophie, was auch gleichzeitig der Garant für seine durchgehende und ungebrochene Popularität sowie eine umfangreiche Rezeptionsgeschichte ist. Was die Relevanz dieser Arbeit betrifft, so entstammen einige interessante und etablierte Ansätze zur Interpretation der spinozischen Philosophie der Forschungsarbeit von Etienne Balibar, Wolfgang Bar­tuschat und Gille Deleuze.[6] Was das Jüdische an Spinozas Gedankengut betrifft, so sei hier der Vollständigkeit halber besonders auf Ze’ev Levy verwiesen.[7] Aktuelle und sehr fundierte Herangehensweisen, jeweils sehr spezifisch, finden sich bei Thomas Kisser, Dittmar Dittrich und Catherine Newmark vor.[8] Betreffend der geistigen Hinterlassenschaft Landauers hat das wissenschaftliche Interesse gerade in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen. So werden nicht nur seine sehr zahlreichen Schriften wieder neu aufgelegt, sondern auch seine wir­kungsgeschichtliche Bedeutung neu bewertet, sowie das Spektrum seiner Interes­senvielfalt betont bzw. beleuchtet. Die ältesten und renommiertesten For­schungsan­sätze betreffend seiner politischen Utopie bzw. seines romantischen Sozi­alismus stammen von Ruth Link-Salinger (Hyman) und Eugene Lunn.[9] Betref­fend Landauers religiös-inspirierten Geisteskosmos sowie seines mystischen Anarchis­mus haben sich mit aktuelleren Untersuchungen besonders Torsten Hinz, Frank Pfeiffer und Joachim Willems verdient gemacht.[10] Des Weiteren decken Mi­chael Löwy, Hanna Delf und Siegbert Wolf in der aktuellen Erforschung von Landauers Lebenswerk insbesondere seine kulturellen und soziologischen Theorien sowie die wirkungsge­schichtliche Perspektive ab.[11] Was die generelle Vergleichbarkeit zwischen Landauer und Spinoza betrifft, so hat Delf (1997) zuerst sehr detailliert darauf hingewiesen, dass signifikante Parallelen zwi­schen dem Denken beider Autoren existieren. Weitergeführt, jedoch mit einer hauptsächlich literaturwissenschaftlichen Gewichtung, wurde ihre Arbeit von Elke Kerstin Dubbels (2008), die ihrerseits den Vergleich auf den ethischen Aspekt verla­gert.[12] Allerdings muss angemerkt werden, dass sie dieses im Rahmen eines Essays untersucht hat, so liegt der zusätzliche Anspruch der hier vorliegenden Arbeit ver­mehrt ins Detail zu gehen.

1.3 Die These des Vergleichs

Unter dem Aspekt – mit der bereits aus der Erforschung gewonnene Erkenntnis einer fundamentalen Anleihe der spinozischen Philosophie seitens Landauers – einen tieferen und detaillierteren Einblick in die Ethiken der beiden Autoren zu nehmen, lautet die These diese Vergleiches, dass Landauer nicht nur im Wesentlichen vom philosophischen Denken Spinoza partizipiert, sondern darüber hinaus dieses auch auf genuine Art und Weise für sein eigenes ethisches Konzept von Individualität und Gemeinschaft utilitarisiert. Die Verifizierung bzw. Falsifizierung findet zu Ende dieser Arbeit statt.

1.4 Methodik und Form

Was die spezifische Zielsetzung dieser Vergleichsarbeit betrifft, so wird der grundle­gende Versuch unternommen, das philosophische bzw. mystische Denken Landau­ers im Detail zu analysieren, um dadurch zu den relevanten Punkten seiner Ethik, als einer Ethik der Individualität und der Gemeinschaft wie sie im Allgemeinen (siehe Kapitel 1.5) verstanden wird, zu gelangen. Der Vergleich mit der spinozischen Ethik im Sinne einer Übereinstimmung oder Divergenz folgt anhand der Ergebnisse, die sich durch die Rekonstruktion der Ethik Landauers erschließen. Dies geschieht bei Landauer im Speziellen durch eine ausführliche Analyse der relevanten Quellen nach hermeneutischer bzw. textimmanenter Methode. Außerdem soll der Versuch frucht­bar gemacht werden, Landauers mystische Basis mit sprachwissenschaftlichen Mitteln zu orten. Am Rande findet auch der wirkungsgeschichtliche Rahmen und die kontextuelle Verortung Landauers im Zusammenhang mit seinen weiteren geistigen Anleihen Erwähnung, allerdings nur insofern dies der thematischen Relevanz dieser Arbeit entspricht. Was die Rekonstruktion von Landauers Ethik angeht, wird diese anhand seiner Briefwechsel mit zeitgenössischen Personen und seinen Hauptwerken bzw. einiger thematisch relevanten Schriften aus der Zeit seiner publizistischen Tä­tigkeit für den Sozialisten erfolgen.[13] Da Landauer sich in der Hauptsache auf Spino­zas Werk Ethica, ordine geometrico demonstrata (1677 posthum) bezieht, bildet diese den Vergleichsgegenstand. Anhand dieser Primärquellen, auf die sich diese Arbeit hauptsächlich stützt, bauen die Einzelanalysen sowie die Ver­gleichsanalyse und die Interpretation im Wesentlichen auf. Was die Makrostruktur dieser Arbeit betrifft, so wird innerhalb von vier Kapiteln untersucht, wie die Begriff­lichkeiten Indivi­dualität und Gemeinschaft bei Landauer und Spinoza zu verstehen sind und in wel­chem Verhältnis sie zueinander stehen. So wird zuerst die Konstituie­rung der Individualität bei beiden Autoren verglichen und dann die epistemologischen Sicht­weisen sowie das Verhältnis zwischen Determination und Freiheit. In diesem Zu­sammenhang wird auch die Relation dieses Verhältnisses zur Affektivität unter­sucht. Schließlich werden die ethischen Gemeinschaftideale Landauers und Spino­zas ne­beneinandergestellt.

1.5 Thematische Hinführung

Die Frage nach dem Individuum und seinem Eingebettetseins innerhalb eines gesell­schaftlichen Gefüges ist in ihrem historisch-reflektierenden Diskurs an Brisanz und Bedeutung kaum zu überbieten. Eine erhebliche Pluralität von definitorischen und weiterführenden Ansätzen, die sich im Einzelnen notwendigerweise dem perio­di­schen Wandel und der interdisziplinären Komplexität dieser Thematik beugen müssen, zeugen von der Diversität und Inklusion dieses schwierigen Verhältnisses, nicht nur – aber hauptsächlich – im geistes- und kulturwissenschaftlichen Kontext. Als Forschungsgegenstand per se sind der Beziehung zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft ein Impetus zum kontinuierlichen Redefinieren bzw. Aktualisieren als auch eine natürliche Neigung zur Extensivität inhärent. Das liegt nicht zuletzt daran, dass jenes komplexe und umfassende Verhältnis ein zutiefst lebendiges und dynamisches ist, welches im humangeschichtlichen Topos immer wieder mit kri­ti­scher Absicht hinterfragt werden muss. Explizit gemeint sind gerade die vielschichtigen Prozesse der Tradierung und Konventionalisierung moralischer Ge­halte und deren ethisch-intentionales Umgestalten, ausgelöst durch das epistemisch-orientierte Wahrnehmen ihrer Historisierungen und Transformationen innerhalb des gesamtgesellschaftlichen Pluralogs. So steht die Ethik durch ihre Verzahnung und Zirkulation applikativer und normativer Momente als Ingress par excellence für philo­sophische Diskussionen ausgeschrieben. Neben ihrer offensichtlichen Zielsetzung, dem gesellschaftlichen Management, schafft sie durch ihr deontisches Regulativ die notwendigen Limitierungen bzw. Rahmenbedingungen für die Selbstentfaltung des Individuums innerhalb seines jeweiligen gesellschaftlichen Nexus. Dass die ihr inhä­renten Tendenzen zur Theoretisierung, sowie ihre konkrete Umsetzungen durch die Legislative von Staatsapparaten sowie Dogmen und Gebote in religiösen Systemen oder auch als locker bis strikt gefasste Richtlinien der Sittlichkeit bzw. Handlungsma­ximen, einen asynchronen Versatz zu den realpragmatischen Gegebenheiten produ­zieren, liegt unter anderen an den natürlichen subversiven Elementen, die durch progressives oder auch regressives Entwicklungspotential den gesamtge­sellschaft­lichen Schauplatz kontrastieren und ihr entweder ein dynamisches oder mechani­sches Äußeres verleihen. Gemeint sind Individuen sowie deren Gruppierung zu Interessengemeinschaften, die in ihrem Wirkungs- und Gestaltungsdrang Reibung erzeugen, was wiederum Kopplung sowie Resonanz und letztendlich Assimilation und Annektion im Sozialgefüge generiert. Die Selbst- und Fremdreflexion der Indivi­duen auf ihr zeitliches, räumliches und relationales Sein, öffnet nicht nur Tür und Tor für metaphysische und theologische Spekulationen, sondern entwirft auch gesell­schaft­liche und historische Typologien sowie Ideologien. Das dazugehörige Korrelat einer kritisch-analytischen Durchdringung realweltlicher Gesellschaftsstruk­turen, besteht eben aus einem Erkennen der Machtverhältnisse und deren Dispositionen mit allen ihren problematischen Erscheinungsformen. Dass dieses und das sich dahinter verbergende zur Lösung determinierte Konfliktpotential obligato­risch kontro­verse und zum Teil populistische Persönlichkeiten mit besonderem Sendungsbe­wusstsein auf den Plan rufen, scheint in der Natur der Sache zu liegen. Einer dieser schillernden Figuren – Gustav Landauer – sticht im Fin de siècle bis hin zu den kata­strophalen historischen Begebenheiten der darauffolgenden Jahre nicht nur durch seine rege und kritische Beteiligung an den gesellschaftlichen und kultu­rellen De­batten seiner Zeit, sondern auch durch ein weites Spektrum sowie eine hohe Quantität an literarischen Produktionen, immer wieder hervor.

1.6 Die Person Landauer und ihr gesellschaftlicher Kontext

Landauer, seines Zeichens Anarchist, gilt als einer der wichtigsten und einfluss­reichsten Gesellschaftstheoretiker seiner Zeit. Seine innerjüdische Bedeutung sowie die Respektabilität seines kultur- und gesellschaftstheoretischen Schaffens fielen insbe­sondere innerhalb der Kibbuzim-Bewegung, trotz seiner durchweg kritischen Sicht­weise hinsichtlich der Zielsetzung des Zionismus, auf fruchtbaren Boden. Be­kannte Größen des jüdischen Geisteslebens wie Martin Buber oder auch Gershom Scholem betonten die Relevanz von Landauers kommunal-orientierter Siedlungsuto­pie gerade im Zusammenhang mit seinem sozialistisch-anarchistischen Gedankengut für die Kibbuzim-Bewegung.[14] Als Kind einer jüdisch-bourgeoisen Kaufmannsfamilie, leitet sich sein Selbstver­ständnis nicht nur aus einem stark säkularisierten Judentum, sondern zum größten Teil aus einem intellektuellen Weltbürgertum mit einem nationalen Verantwortungs­gefühl ab. Dass ganz allgemein diese beiden identitätsstiftenden Momente im gesamtjü­dischen Gesellschaftszusammen­hang dieser Zeit bereits stark ineinander verflochten waren, ist bereits von Löwy geäußert worden. Dies, so folgert er, manifestierte sich im Gesellschaftstypus der „jüdischen Paria-Intelligenz“[15]. Er wiederum stützt sich bei dieser Namengebung auf eine soziologische Typologie von Max Weber. Gleichzeitig vollzieht sich, ausgelöst durch die stark fortgeschrittene kulturelle Assimilation inner­halb des deutschen Ju­dentums, ein Trend zur „kulturellen Anamnese, eine[r] religi­öse[n] Anakulturation“[16]. Dieser Prozess der Rückführung beinhaltet die Wieder­entdeckung verschiedenster jüdisch-religiöser Traditionen, wird aber erneut stark mit den bereits schon fixierten Elementen der Umweltkultur vermischt und kann als „(…) eine fremdartige Spirituali­tät, erzeugt durch das Licht der jüdischen Tradition, dass durch ein Prisma deutscher Romantik gefiltert wurde.“[17], definiert werden.[18] In der Tat stimmt dieses sich im Wandel befindende jüdische Bewusstsein zu einem gewissen Teil auch mit Landau­ers Biographie überein. Allerdings findet es erst im späteren Verlauf seines Lebensweges Aktivierung, initiiert durch die Freundschaft zu Martin Buber und des­sen Schriften zur jüdischen Mystik. Auswirkungen auf seine Kultur- und Gesellschaftsphilosophie sucht man jedoch vergebens, will Landauer doch nichts von der Exklusivität des Judentums wissen. Seiner anfänglich negativen Einstellung gegenüber der jüdischen Religionslehre, weicht später einem Hochhalten des jüdi­schen Bundesgedanken im Angesicht der Diaspora, so wie es Landauer glaubt wahrzunehmen und seinem Menschheitsideal zum Vorbild macht.[19] Sein eigenes Judentum sieht er generell gleichrangig mit anderen Identifizierungen:

(…) die Schickungen nehme und bin ich, wie sie sind, und mein Deutschtum und Judentum tun einander nichts zuleid und vieles zulieb.[20]

Was das allgemeine Wiederaufleben des romantischen Ideals zu jener Zeit betrifft, so resultierte dieses aus einem Gefühl der Entwurzelung, hervorgerufen durch die erstarrten Gesellschaftsstrukturen des wilhelminischen Zeitalters.[21] Landauers lebens­längliche Geringschätzung des Letzteren, lässt sich durch folgendes Zitat aus Vor Fünfundzwanzig Jahren (1913) – einer erheiternden Reminiszenz an seine Gymnasialzeit – sehr gut skizzieren:

(…) im Zeichen Fichtes hielt ich denn eine Rede über Friedrich Barbarossa, in der ich im schwarzrotgoldenen Geiste und unter feierlicher Anrufung des bei allen Schulmännern ver­pöntesten aller Dichter, Heinrich Heines nämlich, Vaterland, Einheit des Reiches und Revolu­tion in eine überaus pathetische Gemeinschaft mit dem alten Staufenkaiser brachte. Ich be­kam denn auch im schnödesten Tone vor versammeltem Publikum eine scharfe Zu­recht­weisung von seiten des Direktors (…).[22]

Hieran ist gut zu erkennen, was Landauer von der damaligen im Verfall begriffenen Oberflächenkultur und ihrer patriotisch-pathetischen Mentalität hielt. Dieses steht auch gleichzeitig programmatisch für seine Selbsterwählung zum kritischen Volkspä­da­gogen. Dass aber sein in die Tiefe zielender Leitgedanke ein genuin romantischer ist und kein idyllisiertes neuromantisches Derivat eines sich um die Jahrhundert­wende ausbreitenden Kulturgeschehens will Landauer genauso verstan­den wissen.[23] Allerdings findet man dieses bei ihm nicht, wie es sonst in der Neoromantik üblich war, als Surrogat für die realen kultursozialen Konstellationen vor, sondern es fusio­niert mit einem lebenspraktischen naturalistischen Bezug, wel­cher sich noch in der Bewegung der Neuen Gemeinschaft rund um die monistisch zentrierten Brüder Julius und Heinrich Hart, dessen anfänglicher Mitgestalter Lan­dauer war, manifestiert.[24] Das secundum naturam vivere wird als Credo in seiner zweifachen Semantik gelebt und mit kulturellen und sozialen Ausgestaltungen ge­ziert. Dass diese Gemeinschaft – auch als Friedrichshagener Dichterkreis synonym – nicht nur ein alternatives Ge­meinschaftsideal modellieren wollte, sondern auch kri­tische und kulturrevolutionäre Intentionen transportierte, spiegelt sich in dem zu dieser Zeit entstandenen und avantgardistischen Werk Landauers literarischen Schaffens Durch Absonderung zur Gemeinschaft (1900) wieder. Für Landauer gilt, dass diese Institution auch zum Ideenaustausch bzw. als Distributionsorgan sowie Begegnungsstätte diente. Gleich­wohl nahm der Beginn des freundschaftlichen Ver­hältnisses zu Erich Mühsam und Martin Buber hier seinen Anfang.

1.7 Ganz im Sinne Spinozas

Dass der romantisierten mystischen Naturphilosophie, die innerhalb der Neuen Ge­meinschaft gepredigt wurde, ein monistisch-esoterischer Unterbau durch die Brüder Hart integriert wurde, sorgte letztendlich für Landauers Absage an dieses Projekt. Diese Entscheidung Landauers vollzog sich aus einer Ablehnung heraus gegenüber jenem als naiv empfundenen geistigen Destillat, zu Gunsten des von ihm vehement vertretenden spinozischen Parallelismus.[25] Zwei Äußerungen aus Skepsis und Mys­tik seinem wohl philosophischsten und innovativsten Werk stehen stellvertretend:

Spinoza hat es schon gesagt, wenn es auch durch die stumpf geschliffenen Brillen der Spino­zisten [hier explizit gemeint: Monisten] meistens nicht durchgegangen ist: die Welt kann phy­sisch vollkommen ausreichend erklärt werden und braucht das Psychische gar nicht erst zu bemühen (…).[26]

Sowie:

Nur muß man dann alles materiell auffassen und vom Psychischen ganz abgesehen; denn eine Vermischung der beiden Bereiche geht nicht an; insofern man niemals die Entstehung des Psychischen aus der Materie wird begreiflich machen können. Das hat schon Spinoza gewußt.[27]

Die Observation des Tatbestandes, dass Spinoza im Denken Landauers einen wei­ten Raum einnahm, ist, wie bereits zu Beginn dieser Arbeit expliziert, in der Pionier­studie In die größte Nähe zu Spinozas Ethik von Delf erstmals im größer an­gelegtem Format vorgenommen worden. Sie führt auch den Beweis an, dass Landauers Inte­resse an der spinozischen Philosophie schon in jungen Jahren durch sein jüdisches Kindheitsmilieu im schwäbischen Buttenhausen rund um den sozialis­tischen Spino­zaforscher Jakob Stern initiiert wurde.[28] Aufgrund Landauers autodidaktischer Beschäftigung mit der Geschichte der Philo­sophie als auch des späteren obgleich nicht abgeschlossenem Studium der Philoso­phie, ist davon auszugehen, dass er auch andere Spinoza-Rezeptionen kannte. Dazu gehö­ren besonders die Überlieferung und Interpretation durch den Romanti­zismus und vor allem den Klassizismus. Besonders evident sticht dieses in der Spinoza-Lektüre Goethes hervor, als des­sen profunder Kenner sich Landauer auszeichnete.[29] Beim Blick auf den biographi­schen Kontext Landauers und seinen philosophischen Imprägnierungen exponiert außerdem sein ausgedehn­tes Interesse an den Theorien Nietzsches und Schopen­hauers, die ihrerseits, was Landauer sicherlich nicht unbekannt war, Spinoza in genuiner Weise rezipiert haben. Für Landauer und seiner lebenslangen Beschäfti­gung mit Spinoza müsste sich in Anbetracht dessen eine gewisse Omniprä­senz des spinozischen Phänomens offen­bart haben, was deutlichen Niederschlag in seinen Schriften als auch in seinen Briefwechsel mit zeitgenössischen Persönlich­keiten findet. Exemplarisch für seine Versiertheit steht, dass es Landauer ist, der an der Korrektur des Spinoza-Büchlein seines Freundes Fritz Mauthner maßgeblich mit­wirkt.[30] Delf observiert hierzu anekdo­tisch:

Angesichts seiner Kenntnis der Quellen und Abbildungen nennt sich Mauthner bescheiden ei­nen „Botokuden“ (…).[31]

Auch erteilte Landauer der Schriftstellerin Auguste Hauschner, der Cousine Fritz Mauthners Privatunterricht, der als Grundlage Spinoza zur Lektüre hatte, wie aus einem Briefwechsel mit dieser vom 29.03.1900 hervorgeht.[32] Festzuhalten ist, Spinoza bleibt für Landauer bis zum Lebensende ein imaginärer Weggefährte, Leh­rer und ähnlich wie bei Goethe der Inbegriff des sprichwörtlichen Fels in der Bran­dung.

[...]


[1] Brief von Gustav Landauer an Rafael Seligmann vom 17.09.1910, Hermsdorf b. Berlin, in: Briefe I/II, Gustav Landauer, Sein Lebensgang in Briefen, Buber, M. / Britschgi-Schimmer, I. (Hrsg.), Bd. 1, Frankfurt a. M. 1929, S. 324 ff., Original in GLAA 144.

[2] Auf die Schwierigkeit der thematischen Eingrenzung bzw. Interdisziplinarität der Judaistik/Jüdische Studien als Forschungsbereich wurde bereits vom Verband der Judaisten in Deutschlands e.V. hin­gewiesen, vgl. URL: http://judaistik.eu/index.php?id=3 (08.04.2012); Dasselbe gilt für „Judaismus“ als Forschungsgegenstand der Judaistik/Jüdische Studien und auf dessen terminologische Verschwommen­heit, besonders in Bezug auf Spinoza, bereits Levy aufmerksam machte, vgl. Levy, Ze’ev: Baruch or Benedict. On some Jewish Aspects of Spinoza’s Philosophy, Frankfurt a. M. 1989, S. 10.; Diese terminologische Schwierigkeit gilt ebenso für den Begriff „Jüdische Philosophie“, vgl. Zank, Michael : Einige Vorüberlegungen zur jüdischen Philosophie am Ende des 20. Jahrhunderts. Entwurf einer Antrittsvorlesung zur Martin Buber Stiftungs-Gastprofessur für jüdische Religionsphilosophie, Johann Wolfgang Goethe Universität, Frankfurt 3. Mai 1999, URL: http://kwicfinder.com/KWiCFinder_Queries/01-108-18-Apr-S003.D0016-JuedischePhil.html (08.04.2012).

[3] Vgl. Levy, Ze’ev: Baruch or Benedict, S. 11.

[4] „An sich“ und „für sich“ werden im Laufe dieser Arbeit im allgemeinsprachlichen Sinn verwand. Sollte dies an einigen Stellen nicht der Fall sein, wird darauf explizit hingewiesen.

[5] Vgl. Levy, Ze’ev: Baruch or Benedict, Kapitel 1.2.

[6] Balibars Verdienst liegt besonders im Ergründen der politischen Philosophie Spinozas. Für diese Arbeit ist bsd. sein Werk von 1985 interessant, da er darin auf die politischen und gesellschaftlichen Kategorisierungen, wie sie aus der spinozischen Ethik hervorgehen, eingeht. Vgl. Balibar, Etienne: Spinoza and Politics, London 2008; Obwohl etwas älter sind zwei Werke Deleuzes über Spinoza Klassiker innerhalb der Spinoza-Rezeption, Vgl. Deleuze, Gilles (1968): Spinoza und das Problem des Ausdrucks in der Philosophie, München 1992 u. Deleuze, Gilles (1981): Spinoza. Praktische Philoso­phie, Berlin 1988; Hier gemeint ist bsd. sein 1995 erschienenes Werk. Vgl. Bartuschat, Wolfgang: Spinozas Theorie des Menschen, Hamburg 1995.

[7] Bsd. das bereits oben im Verweis genannte Werk von 1989: Levy, Ze’ev: Baruch or Benedict.

[8] Der Ansatz Kisser (1993; Diss.) betont den wirkungsgeschichtlichen Hintergrund Spinozas innerhalb der Philosophie als auch sein relationales Konzept der sich selbst bewussten Individualität. Vgl. Kisser, Thomas: Selbstbewußtsein und Interaktion. Spinozas Theorie der Individualität, Würzburg 1998; Dieser Ansatz von Dittrich (2003; Diss.) überprüft den Determinismus der spinozischen Ethik in Hinblick auf die ebenfalls darin vorhandenen indeterminierten Momente. Vgl. Dittrich, Dittmar: Zur Kompatibilität von Freiheit und Determinismus in Spinozas Ethica, Hamburg 2003; Newmark be­leuchtet in ihrem Werk von 2007 (Diss.) das Phänomen der Affektivität in Spinozas Ethik als auch den wirkungsgeschichtlichen Zusammenhang innerhalb der traditionellen Philosophiestränge. Vgl. Newmark, Catherine: Passion – Affekt – Gefühl, Philosophische Theorien der Emotionen zwischen Aristoteles und Kant, Hamburg 2008.

[9] Bsd. Link-Salingers (Hyman) Werk von 1977, Vgl. Link-Salinger (Hyman), Ruth: Philosopher of Utopia, Indianapolis 1977; Hier bsd. zu beachten ist das 1973 erschienene Werk von Lynn, Vgl. Lunn, Eugene: Prophet of community. The romantic socialism of Gustav Landauer, Berkeley 1973.

[10] Hinz beleuchtet in seiner Arbeit (2000; Diss.) das Verhältnis von Mystik und Anarchie bei Landauer, sowie den Einfluss Meister Eckharts auf Landauers Denken, Vgl. Hinz, Thorsten: Mystik und Anarchie. Meister Eckhart und sein Bedeutung im Denken Gustav Landauers, Kramer 2000, In diesem aktuelle­rem Werk (2005) geht Pfeiffer zwar dem politischen Wirken und der wirkungsgeschichtlichen Einbettung Landauers nach, hat aber auch einige richtungsgebende Argumente bezüglich der religiö­sen Konnotation innerhalb Landauers Denkens, Vgl. Pfeiffer, Frank : „Mir leben die Toten…“. Gustav Landauers Programm des libertären Sozialismus. Hamburg 2005; Willems beleuchtet in seiner Arbeit (2001) zu Landauer den religiösen Eklektizismus bzw. in diesem Zusammenhang Synkretismus, Vgl. Willems, Joachim: Religiöser Gehalt des Anarchismus und anarchistischer Gehalt der Religion. Die jüdisch-christlich-atheistische Mystik Gustav Landauers zwischen Meister Eckhart und Martin Buber, Albeck bei Ulm 2001.

[11] Bei Löwy bsd. ein Essay zum romantischen Messianismus (1997), Vgl. Löwy, Michaël: Der romanti­sche Messianismus Gustav Landauers, in: Gustav Landauer im Gespräch. Symposium zum 125. Geburtstag, Delf, H./Mattenklott, G. (Hrsg.), Tübingen 1997; Delf und Mattenklott (verst.) haben dazu beigetragen, dass viele von Landauers Schriften nach diversen thematischen Aspekten gesammelt und neu veröffentlicht wurden. Dasselbe gilt für Sammelbände mit Essays über Landauer. Vgl. auch das Literaturverzeichnis dieser Arbeit. Eine neue Komplettauflage aller Schriften Landauers nach bestimmten Kategorien ist von Wolf in Arbeit. Seine Arbeit besticht des Weiteren durch eine Biblio- sowie Biographie Landauers, Vgl. Wolf, Siegbert: Gustav Landauer Bibliographie, Grafenau 1992 u. Wolf, Siegbert: Gustav Landauer zur Einführung, 1988 Hamburg.

[12] Vgl. Delf, Hanna: “In die größte Nähe zu Spinozas Ethik“. Zu Gustav Landauer Spinoza-Lektüre, in: Gustav Landauer im Gespräch. Symposium zum 125. Geburtstag, Delf, H./Mattenklott, G. (Hrsg.), Tübingen 1997, S. 69-90; Dubbels, Elke Kerstin: Sprachkritik und Ethik. Landauer im Vergleich mit Spinoza, in: An den Rändern der Moral. Studien zur literarischen Ethik, Kinzel, U. (Hrsg.),Würzburg 2008.

[13] Der gesamte Briefwechsel aus Gustav Landauers Leben ist auf die Gustav Landauer Collection im International Institute of Social History in Amsterdam (GLAA) und The Jewish National and University Library in Jerusalem (GLAJ) verteilt. Im Zuge der Publikation und des Reprints ist der Briefwechsel in Briefe I/II, Briefe LM, Briefe, franz. und BuBri I-III eingeteilt (vgl. das Siglen- und Abkürzungsverzeich­nis dieser Arbeit). Eine kritische Edition der Sammlung aller Briefwechsel von 1900 bis 1919 ist im Rahmen eines DFG-Projektes in Arbeit, aber noch nicht zugänglich. Freundlicherweise wurden mir von Dr. Jürgen Stenzel, unter dem Vorbehalt als Quellenangabe ausschließlich die Originalveröffentli­chung zu verwenden, die notwendigen brieflichen Erwähnungen Spinozas in Landauers Korrespondenzen zur Verfügung gestellt. Es befinden sich darin 26 Spinoza-Erwähnungen mit unter­schiedlicher Länge, die je nach thematischer Relevanz für diese Arbeit herangezogen werden sollen. Betreffend der Hauptwerke werden bsd. Skepsis und Mystik (1903), Die Revolution (1907) und der verschriftlichte Vortrag Durch Absonderung zur Gemeinschaft (1900) zu Rate gezogen. Aus seiner Redaktionstätigkeit für die Zeitschrift Der Sozialist (Organ des Sozialistischen Bundes) sind für die vorliegende Arbeit bsd. die Schriften Zur Entwicklungsgeschichte des Individuums (1896), Individua­lismus (1911) und Anarchismus – Sozialismus (1895) relevant.

[14] Zum Begriff der Siedlungsutopie bei Landauer sowie seine Relevanz für die Kibbuzim-Bewegung, vgl. Pfeiffer, Frank: „Mir leben die Toten…“. Gustav Landauers Programm des libertären Sozialismus. Hamburg 2005, S. 73-93.

[15] Löwy, Michaël: Der romantische Messianismus Gustav Landauers, in: Gustav Landauer im Ge­spräch. Symposium zum 125. Geburtstag, Delf, H./Mattenklott, G. (Hrsg.), Tübingen 1997, S. 92.

[16] Ebd., S. 93.

[17] Ebd.

[18] Vgl. ebd., S. 92 f.

[19] Vgl. Landauer, Gustav: Sind das Ketzergedanken? in: Gustav Landauer. Auch die Vergangenheit ist Zukunft. Essays zum Anarchismus, Wolf, S. (Hrsg.), Frankfurt a. M. 1989, S. 199 u. Landauer, Gustav: Zur Entwicklungsgeschichte des Individuums, in: Signatur: g.l., Gustav Landauer im „Sozialist“. Auf­sätze über Kultur, Politik und Utopie (1892-1899), Link-Salinger (Hyman), R. (Hrsg.), Frankfurt a. M. 1986.

[20] Landauer: Sind das Ketzergedanken?, S.212.

[21] Zum Phänomen des Romantizismus, vgl. Löwy, Michael/Sayre, Robert: Figures of Romantic Anti-Capitalism, in : New German Critique, Nr. 32, o.O. 1984, S. 42-92.

[22] Landauer, Gustav: Vor fünfundzwanzig Jahren (1913), in: Gustav Landauer. Auch die Vergangen­heit ist Zukunft. Essays zum Anarchismus, Wolf, S. (Hrsg.), Frankfurt a. M. 1989, S. 199.

[23] Vgl. Kauffeldt, Ralf: Anarchie und Romantik, in: Gustav Landauer im Gespräch. Symposium zum 125. Geburtstag, Delf, H./Mattenklott, G. (Hrsg.), Tübingen 1997, S. 47.

[24] Vgl. Fink, Monika: Sinnenwelt und Weltseele. Der psychophysische Monismus in der Literatur der Jahrhundertwende, Tübingen 1993; oder vgl. auch Kauffeldt, Rolf: Die Idee eines „Neuen Bundes“ (Gustav Landauer), in: Frank, Manfred (Hrsg.): Gott im Exil. Vorlesungen über die neue Mythologie, Bd. 2, Frankfurt a. M. 1988, S. 131-179.; Für eine ausführliche Darstellung der Neuen Gemeinschaft und dessen wirkungs- und ideengeschichtlichen Hintergrunds vgl. auch Flohr, Paul R./Susser, B.: “Alte und neue Gemeinschaft“: An unpublished Buber Manuscript, in: AJS Review, Vol.1 (1975), S. 41-56; oder vgl. auch Cepl-Kaufmann, Gertrude/Kauffeldt, Rolf: Berlin-Friedrichshagen. Literaturhauptstadt um die Jahrhundertwende. Der Friedrichhagener Dichterkreis, o.O. 1994.

[25] Vgl. Delf, Hanna: “In die größte Nähe zu Spinozas Ethik“. Zu Gustav Landauer Spinoza-Lektüre, in: Gustav Landauer im Gespräch. Symposium zum 125. Geburtstag, Delf, H./Mattenklott, G. (Hrsg.), Tübingen 1997, S. 80 f.; Dieses innerhalb der Philosophiegeschichte bekannte Phänomen des spino­zischen Parallelismus bezieht sich auf den folgenden Lehrsatz in Spinoza: Ethik, Teil III, Lehrsatz 2, Beweis u. Anmerkung.

[26] Landauer, Gustav: Skepsis und Mystik. Versuche im Anschluss an Mauthners Sprachkritik, Müns­ter/Wetzler 1978, S. 50.

[27] Ebd., S. 11.

[28] Vgl. dazu seine Äußerung in: Landauer: Vor fünfundzwanzig Jahren, S.201; sowie die Ausführun­gen von Delf mit dem Verweis in Delf: “In die größte Nähe zu Spinozas Ethik“, S. 71.

[29] Vgl. Mattenklott , Gert: Landauers Goethe-Lektüre, in: Gustav Landauer im Gespräch. Symposium zum 125. Geburtstag, Delf, H./Mattenklott, G. (Hrsg.), Tübingen 1997, S. 55-68.

[30] Vgl. Delf: “In die größte Nähe zu Spinozas Ethik“, S. 82.; zu Mauthners Spinoza-Rezeption vgl. auch: Mauthner, Fritz: Spinoza, von Fritz Mauthner, Leipzig 1906.

[31] Delf: “In die größte Nähe zu Spinozas Ethik“, S. 82.

[32] Vgl. ebd., Delf wies bereits darauf. Sie bezieht sich dabei auf einem Brief vom 29.3.1900, in: Beradt, Martin/Bloch-Zavrel, Lotte (Hrsg.): Briefe an Auguste Hauschner, Berlin 1929, S.51.

Ende der Leseprobe aus 88 Seiten

Details

Titel
Ethik bei Spinoza und Landauer – Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Untertitel
Individualität und Gemeinschaft
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Judaistik)
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
88
Katalognummer
V212576
ISBN (eBook)
9783656402374
ISBN (Buch)
9783656402824
Dateigröße
900 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Judaistik, Gustav Landauer, Baruch de Spinoza, Individualität, Gemeinschaft, Anarchismus, Sozialismus, Utopie, Ethik, Philosophie, Fin de siecle, Jüdisches Denken, Jüdische Philosophie
Arbeit zitieren
Daniel Reiter (Autor), 2012, Ethik bei Spinoza und Landauer – Unterschiede und Gemeinsamkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/212576

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