Flughäfen. Zwischen Ökonomie und Ökologie

Ist der Konflikt zwischen Ökonomie und Ökologie am größten deutschen internationalen Verkehrsflughafen Frankfurt Main lösbar?


Facharbeit (Schule), 2013
29 Seiten, Note: 15 Punkte (1+)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen eines Verkehrsflughafens
2.1. Definition und Differenzierung von Verkehrsflughäfen
2.2. Aufgaben und Funktionen eines Verkehrsflughafens
2.3. Betriebsformen und Eigentumsverhältnisse

3. Überblick Flughafen Frankfurt am Main
3.1.Fraport als Betreiber am Frankfurter Flughafen

4. Ökonomisches Bedeutung eines Flughafens

5. Ökonomische Bedeutung des Flughafens Frankfurt Main

6. Ökologische Folgen durch den Betrieb eines Flughafens
6.1. Ökologische Schäden durch Fluglärm
6.2. Folgen durch Luftschadstoffe

7. Ökologische und gesundheitliche Folgen durch den Frankfurter Flughafen

8. Schlussbetrachtung

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Anhang

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Luftverkehr hat sich von einer „Domäne des hochrangigen Personen- und Postfernverkehrs“1 zu einem selbstverständlichen und weltumfassenden Ver- kehrssystem entwickelt. Viele wirtschaftlich bedeutsamen Räume haben einen internationalen Verkehrsflughafen und sind dadurch, direkt oder mittels Um- steigmöglichkeiten an das weltweite Luftverkehrsstreckennetz angebunden.

Viele Analysen wie beispielsweise die des Bundes für Umwelt und Naturschutz haben prognostiziert, dass der Luftverkehr jährlich um 4% wächst.2 Dadurch werden immer weitere Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen an Flughäfen notwendig. Verursacht durch diese Maßnahmen wird aber auch die Ökologie beansprucht. Durch den Anstieg von Flugbewegungen steigert sich z.B. der Fluglärm und der Ausstoß von Luftschadstoffen.

Unter der Berücksichtigung der wirtschaftlichen und ökologischen Interessen stellt sich die Frage, ob eine Vereinbarung von Ökonomie und Ökologie an einem Flughafen mit ökonomisch großer Bedeutung möglich ist.

Damit der Konflikt zwischen Ökonomie und Ökologie detaillierter dargelegt werden kann wird der Konflikt am Flughafen Frankfurt Main zur Hilfe genommen. Frankfurt ist durch seinen Flughafen zu einem der bedeutendsten Dienst- und Finanzzentren in Europa geworden. Er ist besonders für international agierende Unternehmen durch seine exzellenten Fluganbindungen von großer Bedeutung. Der Flughafen zählt zu den weltweit wichtigsten Verkehrsdrehkreuzen und ist ein wichtiger Umschlagplatz für Fracht. Durch den exorbitanten Anstieg der Passa- gier- und Frachtumschlagszahlen musste der Flughafen weiter ausgebaut wer- den. In der Gesellschaft um und in Frankfurt haben sich Interessengruppierungen gebildet, die einerseits die wirtschaftlichen- und andererseits die umweltlichen Interessen vertreten. Der Konflikt hat sich durch den Bau der Landebahn 07 R und der Planung eines neuen Terminals verdichtet.

Zu diesem Zweck wird die Bedeutung von Flughäfen und dem Frankfurter Flug- hafen anhand von Beschäftigungszahlen und der primären Funktion, nämlich der Beförderung von Personen und Fracht, analysiert. Des weiteren werden die daraus resultierenden Folgen für Umwelt und Gesundheit der Bevölkerung dargelegt.

Die vorliegende Arbeit ist in sieben Kapitel unterteilt. Das der Einleitung folgende zweite Kapitel behandelt grundlegende Fragen des Betriebes von Flughäfen wie Definition und Differenzierung, Aufgaben und Funktionen von Verkehrsflughäfen. Hierdurch soll dem Leser ein grundsätzliches Verständnis der Funktion eines Verkehrsflughafens vermittelt werden. Weiterhin werden Betriebsverhältnisse und Eigentumsverhältnisse von Flughäfen beschrieben, da sie Folge struktureller Veränderungen am Flughafen sind.

Damit der Leser ein Überblick über den Flughafen Frankfurt Main bekommt, werden im dritten Kapitel Passagierzahlen und Frachtumschlagszahlen des Flughafens dargestellt. Des weiteren werden die wirtschaftlichen Auswirkungen des Privatisierungsprozesses dargelegt.

Kapitel vier befasst sich mit der wirtschaftlichen Bedeutung von Verkehrsflughäfen. Ausgehend von der Tatsache, dass ein Verkehrsflughafen Arbeitsplätze schafft, wird erläutert, welche Auswirkungen ein Flughafen auf Beschäftigtenzahlen hat.

Im fünften Kapitel der vorliegenden Arbeit wird die ökonomische Bedeutung des Flughafens Frankfurt Main dargestellt. Da der Flughafen Auswirkungen auf die regionale, nationale und internationale Wirtschaft hat, wird der Flughafen als Arbeitgeber und Standortfaktor beleuchtet.

Das sechste Kapitel beinhaltet die ökologischen Folgen durch den Betrieb eins Flughafens. Für die Anwohner treten Folgen wie Fluglärm und Luftschadstoffe auf.

Das anschließend siebte Kapitel listet die Folgen für die Bürger und Umwelt in Frankfurt auf. Die Problematik des immer weiter zunehmenden Luftverkehrs wird in Form von Fluglärm und der Zunahme an Luftschadstoffen dargelegt.

Die Arbeit endet mit einer Schlussbetrachtung im achten Kapitel.

2. Grundlagen eines Verkehrsflughafens

2.1. Definition und Differenzierung von Verkehrsflughäfen

Flughäfen bilden eine infrastrukturelle Einrichtung eines Landes. Es können Personen und Waren auf dem Luftweg befördert werden.

Der Name, internationaler Verkehrsflughafen, ist nicht gesetzlich definiert. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen hat eine Klassifizierung in internationale und regionale Verkehrsflughäfen sowie weitere Flughäfen, wie Militär- und Segelflugplätze aufgestellt. Nach dieser gelten fünf Kriterien für einen internationalen Verkehrsflughafen. Es sollen mehr als 500.000 Passagiere den Flughafen pro Jahr nutzen, er soll als Drehscheibe (sog. Mega-hubs oder Sekundärhubs) fungieren und es soll im kontinentalen und interkontinentalen Verkehr betrieben werden.3

Wie oben angesprochen gibt es Verkehrsflughäfen, die ein Drehkreuz darstellen. Der Begriff „Drehkreuz“ ist weder exakt wissenschaftlich definiert, noch gesetzlich festgelegt. Im folgenden werden fünf Kriterien aufgezählt, die unter Luftfahrtexperten ein „Drehkreuz“ ausmachen.

- Umsteigemöglichkeiten zwischen Flügen derselben Fluggesellschaft
- Zubringer-Funktion der Kurz- und Mittelstrecken für Mittel- und Langstrecken derselben Fluggesellschaft.
- Im Flugplan einer Airline eine Auflistung mit Verbindungen, die mit einen Flugzeugwechsel verbunden sind (z.B. München - Paris- New York) und die mit dem lat. Wort „via“ (eng. über) kenntlich gemacht werden.
- Die planmäßigen Umstiegszeiten sollen in einem Verhältnis zu der Gesamtzeit eines Direktfluges liegen
- Ziel: dauerhafte Rentabilität, sowohl planungstechnisch als auch logistisch

Man unterscheidet zwischen Drehkreuzen auf nationaler und internationaler E- bene sowie zwischen Fracht- und Passagierdrehkreuzen. In den USA, ein Land mit höchster Luftverkehrsdichte, kommen viele nationale Drehkreuze vor. Wird das Drehkreuz von einer Fluggesellschaft besonders häufig genutzt so spricht man von einem Hub-and-Spoke-Verfahren. Bei dem Hub-and-Spoke-Ver- fahren werden Passagiere und Güter von ihrem Abflugort zu einem Drehkreuz gebracht, von dem sie dann mit einem Anschlussflug zu ihrem Bestimmungsort transportiert werden. Die Vorteile sind: Der Anschluss von Regionalflughäfen an das internationale Streckennetz und die Förderung des wirtschaftlichen Betreibens großer Flugzeuge. Um so größer die Entfernung zweier Ziele ist, je größer sind die eingesetzten Flugzeuge. So ist eine nahezu vollständige Auslastung der Maschinen möglich. Man unterscheidet zwischen verschiedenen „Hubs“. MegaHub´s sind besonders bedeutende Hub´s auf einem Kontinent. In Europa sind dies: London Heathrow, Paris Charles de Gaulle und Frankfurt Main.4

2.2. Aufgaben und Funktionen eines Verkehrsflughafens

Die Aufgaben eines Verkehrsflughafens lassen sich nach der Theorie von Professor Dr. Axel Schulz in fünf Funktionen differenzieren.

Die Kernaufgabe eines Flughafens besteht in der Wegsicherungsfunktion. Diese besteht in der Regel aus der Ermöglichung von Starts und Landungen sowie des Verkehrsablaufs auf den Betriebsflächen eines Flughafens. Es werden Startund Landebahnen, Rollwege usw. vorgegeben. Im welchen Umfang dieses geschehen soll ist von der Größe des Flughafens abhängig.

Des weiteren gibt es die Abfertigungsfunktion. Es muss die Sicherheit für Passagiere, Flugzeuge und Fracht gewährleistet werden. Außerdem muss durch bestimmte Gebäude (z.B. Terminals) gesichert sein, dass ein reibungsloser Ablauf der Abfertigung (Be- und Endladen) von Fracht und Passagieren gegeben ist.

Die Transitfunktion von Flughäfen ergibt sich aus der Abfertigungsfunktion. Unter der Transitfunktion versteht man regionale Zubringer- und Verteilerdienste, für Personen, Fracht und Post. Dabei besteht eine enge Verknüpfung mit der Bildung eines Hubs, d. h. einer Bündelung von ankommenden und abfliegenden Passagierströmen und einer Weiterverteilung über die Drehscheibe.

Eine weitere Aufgabe, die durch sinkende Einnahmen im Aviation-Bereich5 immer wichtiger wird ist die sog. Bedürfnisbefriedigung. Zu dieser zählt z.B. Hotellerie und Gastronomie.

Neben den primären Funktionen hat ein Flughafen noch Hilfsfunktionen wahr- zunehmen, von welchen man für einen Betrieb eines Flughafens nicht absehen kann. Es müssen Flächen für die Flugsicherungskontrollen, für staatliche Stellen wie Zoll und Sicherheitsdienst sowie Verwaltungs- und Wartungsgebäude für Fluggesellschaften zu Verfügung stehen.6

2.3. Betriebsformen und Eigentumsverhältnisse

Durch die steigenden Passagierzahlen und Flugbewegungen stoßen Flughäfen immer mehr auf Kapazitätsengpässe. Es ist daher notwendig die Flughäfen weiter auszubauen. Da durch die kritische Wirtschaftslage von Bund und Länder erforderliche Erweiterungsinventionen an Flughäfen nicht möglich sind, muss in Zukunft immer mehr durch private Investoren aufgefangen werden. Um die gute Stellung der Flughäfen in Europa und der Welt beibehalten zu können, gibt es private Anteilseigner, die die Investitionen ermöglichen.

Hinzu kommt, dass durch durch die Liberalisierung der Bodenabfertigungsdienste Einnahmequellen zur Selbstfinanzierung der Flughäfen fehlen.7 Des weiteren ist zu erwarten, dass durch den Druck privater Investoren das Flughafenmanagement ein höheres Anstrengungsniveau anstrebt. Dies würde zu einer Steigerung einer Bilanzstruktur beitragen.8

Bei einer Privatisierung von Flughäfen differenziert man zwischen einer dauer- haften und zeitlich begrenzten Übertragung von Verfügungsrechten. Bei der dauerhaften Privatisierung handelt es sich primär um einen Börsengang. Dieser empfiehlt sich jedoch erst ab einem Passagiervolumen von ca. 5-8 Mio., da sonst die Transaktionskosten (Kosten für Leistungen der emissionsbegleitenden Banken, Marketingmaßnahmen im Vorfeld des Börsengangs etc.), die durch den Börsengang entstehen, zu hoch sind.9 Die Vorteile eine Vollprivatisierung sind z.B. weniger Interessenkonflikte, da es nur eine Geschäftsführung gibt.

Bei einer zeitlich begrenzten Privatisierung wird meist ein so genanntes Betreiber- und Kooperationsmodell erarbeitet. Dabei wird ein Betreibervertrag aufge- stellt, der dann bestimmte zeitlich begrenzte Leistungen eines Unternehmen be- inhaltet. Die Vorteile einer Teilprivatisierung sind eine, durch den Verkauf einzelner Anteile am Flughafen entstandene, finanzielle Entlastung der öffentlichen Hand und die Integration von privaten Know-How in das Flughafenunternehmen ohne den Einfluss zur öffentlichen Interessenwahrung zu verlieren.10,11

3. Überblick Flughafen Frankfurt am Main

Der Flughafen erstreckt sich über eine Fläche von 2160 ha. (inkl. der Start- und Landebahn 07L/25R). Bis zum jetzigen Zeitpunkt besitzt der Flughafen zwei Ter- minals wobei der dritte im Bau ist. 56,44 Mio. Passagiere besuchten im Jahr 2011 den Flughafen. 2,17 t. Luftfracht wurden „umgeschlagen“. Damit ist er der Flughafen mit dem größten Frachtaufkommen in Deutschland und der siebt größ- te der Welt. Es fanden 487,162 (Stand: 2011) Flugbewegungen statt.

Quelle: Eigene Überarbeitung, basierend auf http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a0/Frankfurt-Main_Airport_Map_DE.png, aufge- rufen am 15.02.2013

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Übersicht über den Aufbau der Start- und Landebahnen

Die Starts und Landungen werden durch vier Bahnen, die in Abbildung eins vermerkt sind, geregelt

[...]


1 Pagnia, Alexander (1992): Die Bedeutung von Verkehrsflughäfen für Unternehmungen: eine exemplarische Untersuchung der Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn für NordreinWestfalen. Köln, S. 1

2 Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (2013) (Hrsg.): Klimakiller Luftver- kehr. http://www.bund.net/themen_und_projekte/verkehr/luftverkehr/, aufgerufen am 24.02.2013

3 vgl. Meyer, Christian (o.J.): Relative wirtschaftliche Performance ausgewählter deutscher Regionalflughäfen. Bachelor-Thesis, Hochschule Bremen, S. 9-11

4 vgl. Sterzberger, Rüdiger / Conrad, Roland und Fichert, Frank (2009): Luftverkehr - Betriebswirtschaftliches Lehr- und Handbuch. 4. Auflage. Oldenburg Verlag

5 engl.: Luftfahrt-Bereich: Alle Leistungen und Bereiche, die mit Luftverkehr in Verbindung stehen. Gegenteil ist der Non-Aviation Bereich: Alle Leitungen und Bereichen, die nicht direkt mit dem Luftverkehr in Verbindung stehen. (z.B. Duty-Free Läden)

6 vgl. Schulz, Axel (2013): Management von Verkehrsträgern und Informationsmanage- ment. http://www.flughafen-management.de/grundlagen/funktionen, aufgerufen am 31.01.2013

7 vgl. Dummann, Frank (2005): Privatisierungsentwicklung im deutschen Flughafensektor. In: German Airport Performance (Hrsg.): S. 2-3

8 vgl. Reiche, Dirk (1999): Privatisierung der internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland-Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner. Wiesbaden. Bd.15, S. 58-69

9 vgl. Prof. Dr. Ottmar (o.J.): Privatisierung deutscher Verkehrsflughäfen-Ziele, Eigentumsstrukturen und Kennzahlen

10 vgl. Janßen, Markus (2007): Privatisierung von Flughäfen im internationalen Vergleich. London Heathrow, Frankfurt/Main und Los Angeles. In: VDM Verlag Dr. Müller (Hrsg.), Saarbrücken, S. 40-42

11 s. Organisationsformen von Flughäfen: Anhang 3

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Flughäfen. Zwischen Ökonomie und Ökologie
Untertitel
Ist der Konflikt zwischen Ökonomie und Ökologie am größten deutschen internationalen Verkehrsflughafen Frankfurt Main lösbar?
Note
15 Punkte (1+)
Autor
Jahr
2013
Seiten
29
Katalognummer
V213032
ISBN (eBook)
9783656410836
ISBN (Buch)
9783656411826
Dateigröße
1363 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
flughäfen, zwischen, ökonomie, ökologie, konflikt, verkehrsflughafen, frankfurt, main
Arbeit zitieren
Fabian Kreft (Autor), 2013, Flughäfen. Zwischen Ökonomie und Ökologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213032

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