Ethik und Tourismus - Utopie oder Wirklichkeit?

Eine grundlegende Betrachtung


Bachelorarbeit, 2013
133 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Abstract

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung
1.1 Stand der Wissenschaft
1.2 Problemstellung und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit

2. Das System Ethik
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Ethik
2.1.2 Moral
2.1.3 Normen und Werte
2.2 Prinzipien der Ethik

3. Das System Tourismus
3.1 Definition Tourismus und Tourist
3.2 Prinzipien des Tourismus
3.3 Die touristische Nachfrage und das Angebot

4. Grundzüge der Ethik im Tourismus
4.1 Zusammenführung der Begriffe Ethik und Tourismus
4.2 Dimensionen der Ethik im Tourismus
4.3 Zielsetzungen der Ethik im Tourismus
4.4 Tourismusbezogene Bereichsethiken
4.4.1 Wirtschafts- und Unternehmensethik
4.4.2 Umwelt- und Tierethik
4.4.3 Ethik der sozialen Gerechtigkeit
4.4.4 Ethik der Gastfreundschaft
4.5 Ethik als Verhaltensgrundlage

5. Relevanz und Herausforderungen der Ethik im Tourismus
5.1 Ansätze ethischer Relevanz im Tourismus
5.1.1 Entwicklungsaspekte des Tourismus
5.1.2 Auswirkungen des Tourismus
5.2 Ansätze ethischer Irrelevanz im Tourismus
5.3 Ethische Herausforderung für unterschiedliche Akteure
5.3.1 Reiseveranstalter, Reisemittler, Hotellerie
5.3.2 Tourismusnachfrager
5.3.3 Übergeordnete Ebenen
5.3.4 Bereisten

6. Bewertung und Perspektiven ethischer Umsetzungsansätze
6.1 Grundlegende Umsetzungsansätze zur ethischen Problemlösung
6.2 Umsetzungsansätze nach Auswirkungsebene
6.2.1 Ökonomische Auswirkung
6.2.2 Ökologische Auswirkung
6.2.3 Sozio-Kulturelle Auswirkung
6.2.4 Übergreifende Auswirkung
6.3 Reiseethik als Umsetzungsansatz
6.4 Perspektiven „ethischer“ Reiseformen

7. Handlungsempfehlungen

8. Fazit und Ausblick
8.1 Schlussfolgerungen zur Ethik im Tourismus
8.2 Ausblick: Grundsätze einer zukunftsfähigen Ethik im Tourismus

Anhang

Literaturverzeichnis

Kurzfassung

Ethik und Tourismus. Einklang oder Dissonanz? Pflicht oder Nebensache? Utopie oder Wirklichkeit? Ein Begriffspaar, welches grundsätzliche Fragestellungen aufwirft und deren mögliches Zusammenspiel aktuelle Diskussionen im Tourismus anregt. In welchem Ausmaß Ethik und Tourismus in Wirklichkeit vorherrschen kann oder aber die Moralisierung im Tourismus tendenziell utopisch ist, ist hierbei in Frage gestellt.

Meist setzen ethische Diskussionen in der Praxis an der Einsicht an, dass die momentane Situation durch Ungerechtigkeit geprägt ist, wobei nicht selten an die Moral im Menschen zur Verbesserung der Situation appelliert wird. Oft erlangt man die Erkenntnis der Ethik als Selbstverständlichkeit und den allgemeingültigen Grundsatz in allen Lebenslagen, „Gutes zu tun“ und „Böses sein zu lassen“. Jedoch ist die Reflexion des eigenen Verhaltens oft subjektiv und die Wechselwirkungen von eigenen Entscheidungen nicht immer vollständig abschätzbar. [1] Bestimmte Problembereiche im Rahmen der angewandten Ethik zu betrachten erscheint sinnvoll, um praktische Ansätze der theoretischen Disziplin zu erarbeiten.

So auch im Tourismus. Durch die Querschnittsfunktion sind dabei vor allem Betrachtungen der tourismusbezogenen Bereichsethiken und ethische Verhaltensgrundlagen des Menschen relevant. Insbesondere mit dem drastischen Wachstum der Tourismusindustrie entstanden in der Vergangenheit zunehmend negative Effekte durch den Tourismus, die die Branche zu einem nicht mehr „unschuldigen Vergnügen“ transferierten.[2] Durch einsetzende Umdenkungsprozesse erhielt der Ethik-Begriff vermehrt Einzug in die Tourismuswirtschaft und Diskussionsrunden. Darüber hinaus erforderten neue Reiseziele und -formen ethische Betrachtungsweisen, um die Auswirkungen dessen für alle Beteiligten abschätzen zu können. Hierbei ist erkennbar, dass das zunehmende Schwinden moralischer Selbstverständlichkeiten, das Aufkommen neuer Aspekte im Tourismus und überdimensionale Wachstumstendenzen des Tourismus einer dringenden ethischen Reflexion bedürfen.

Das Zusammenspiel von Ethik und Tourismus ist unumgänglich, wobei unterschiedliche Herausforderungen für touristische Akteure entstehen, die Initiativen auf verschiedenen Ebenen bedürfen, um Ethik und Tourismus als bloßes utopisches Gedankenkonstrukt vermeiden und zu einer Symbiose gelebter Wirklichkeit modifizieren zu können.

Potenzial in der Umsetzung von Ethik und Tourismus könnte sich in erster Linie in Aufklärungsstrategien und partiellen Konsumverzicht erkennen lassen. Der Grundsatz von „Anders Reisen“ statt „Weniger Reisen“ kann Ethik als Basis in den Tourismus transformieren und somit das Reisen mit Einsicht, über ein bloßes Nischensegment, zur Grundlage aller Reiseformen überführen. Ökotourismus, alternativer Tourismus oder ethischer Tourismus werden als moralische Reisealternativen zunehmend präsenter, wobei auch diese paradoxerweise nicht frei von Kritik sind.[3] Darüber hinaus kann die Anwendung der Kybernetik, in Bezug auf Tourismus und Ethik, nach Friedl (2007) ein weiterer, zukunftsfähiger Ansatz sein.[4]

Des Weiteren ist es wichtig, besonders in Zeiten der Globalisierung, den Tourismus kontinuierlich zu hinterfragen, Auswirkungen auf alle Beteiligten abzuschätzen und ethischen Handlungsbedarf als Orientierungshilfe festzulegen. Durch das Anstoßen an erste Wachstumsgrenzen ist eine Neuorientierung in spezifischen Formen des Tourismus unumgänglich.[5]

Um eine Verbindung aus Tourismus und Ethik erreichen zu können sind weitere Lösungsansätze anzudenken: Zum einen sollte die Weiterentwicklung der Tourismusausbildung, um auch in dieser moralische Aspekte verstärkt zu berücksichtigen, angedacht werden. Zum anderen muss kontinuierliche Transparenz im Tourismus gewährleistet werden, um in erster Linie schwache Akteure zu schützen und Informationsasymmetrien auszugleichen. Dabei sollte Tourismus verstärkt in qualitativer Hinsicht gefördert werden.

Zukünftig muss sich Tourismus generell an Veränderungen ausrichten, wobei die Bewusstseinsstärkung aller touristischen Akteure zwangsläufig im Mittelpunkt steht. Dabei sollte gelebte Ethik im Tourismus über bloße Vorschriften zur moralischen Orientierung hinausgehen und konkrete Maßnahmen auf Ebene aller Beteiligten beinhalten, um auch nachfolgenden Generationen das Potenzial des Tourismus erhalten zu können.

Schlagwörter:

Umwelt- und Sozialverträglichkeit im Tourismus

Tourismus mit Einsicht

Verantwortungsvoller Tourismus

Tourismus- und Reiseethik

Moralisierung des Tourismus

Abstract

Ethics and tourism. Accordance or dissonance? Obligation or minor matter? Utopia or reality? The two terms raise basically questions around and their possible interaction stimulates discussions in tourism. To which extent ethics could really prevail in tourism or whether the moralization of tourism is a utopian target that will be questioned herewith.

In the practice ethical discussions start often with the insight, that the actual situation is characterized by injustice. In this situation one appeals not seldom to the moral of the humans in order to improve the situation. We often gain the knowledge that ethics goes without saying and it should be a universal principle linked to all circumstance in life, in order “to do good” and “to stop evil”. However the reflection of your own behavior is often subjectively influenced and the effects of interactions between own decision cannot be fully estimated.[6] Considering specific areas of concern within the applied ethics seems to be useful, in order to work out practical approaches within such a theoretical discipline.

Same in tourism. By the cross sectional function of tourism especially the consideration of tourism related applied ethics and ethical patterns of behavior of the humans seem to be relevant. In particular accompanied by the dramatically growth of the tourism industry negative effects arose on different spheres of life in the past. These effects transform to a no longer simply pleasure.[7] By the changed process in thinking, the ethic-term got increasingly access to the tourism branches and panels. Furthermore new destinations and specific forms of travelling required ethical ways of consideration, in order to estimate its effects on every actor. Hereby the growing shrinkage of moral implicitness, the emergence of new aspects in tourism and the oversized growth tendencies in tourism are evident, which require urgent ethical reflections.

The interaction of ethics and tourism is unavoidable, different challenges arise for tourism responsible actors, which need initiatives on specific levels, in order to avoid nothing but bar utopia thinking when regarding ethics and tourism. Much more to reach a symbiosis between tourism and ethics within living reality.

Potential for transforming ethics within tourism could be primarily recognized in policies of clarification and partial sacrifice. The principle of “Different travelling” instead of “Less travelling” could transfer ethics as basis of entering tourism and by this transform travelling with understanding, beyond pure part of niche, to lived reality in all branches of tourism. Ecotourism, alternative tourism or ethical tourism are more topical as alternative holiday forms than ever, whereby those ironically are also not free of criticism.[8] In addition to this the application of cybernetics, related to tourism and ethics, according to Friedl (2007), is presenting a further future-orientated approach.[9]

As well it is important, especially in the era of globalization, for continuous questioning the bottom of tourism, for estimating the effects on every concerned person and for defining ethical need for action as a kind of guidance in life. In this regard the reorientation in specific terms of travelling is unavoidable, because of encountering first limits in tourism.[10]

In order to achieve a connection between ethics and tourism, further methods of resolution should be taken into consideration: On the one hand the advancement in the tourism employee education, in order to take the moral aspects into more intensive account. On the other hand a continuous transparency in tourism should be guaranteed, in order to protect weak actors and to compensate asymmetry in information systems. Thereby tourism should be promoted in qualitative regards, in which ethics should take role as an orientation for tourism policy.

In the future tourism should challenge to changes, whereby the focus is in strengthening awareness of all tourism actors. At the same time lived ethics in tourism must exceed bare regulations related to moral orientations, but include concrete measures on different levels of all the parties concerned, in order to keep the possibilities of tourism alive for the following generations.

Keywords:

Compatibility of environment and social compatibility in tourism

Insight in Tourism

Responsible Tourism

Tourism- and Travel ethics

Moralization of Tourism

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Unterscheidung der Ethik

Abb. 2: Arten von Normen und Werte

Abb. 3: Das System Tourismus

Abb. 4: Ganzheitliches oder modulares Tourismusmodell

Abb. 5: Prinzipien des Tourismus

Abb. 6: Perspektiven der Nachhaltigkeit

Abb. 7: Wirkungsmodell Ethik im Tourismus

Abb. 8: Fragestellungen zur ethischen Reflexion nach Immanuel Kant

Abb. 9: Dimensionen der Ethik im Tourismus

Abb. 10: Zielsystem Ethik im Tourismus

Abb. 11: Modell "Ethik der Gastfreundschaft"

Abb. 12: Tourismuskritik

Abb. 13: Motivgruppierung

Abb. 14: Grundsätze der Ethik-Umsetzung nach Auswirkungsebene

Abb. 15: Transport-Energiebilanz ausgewählter Reisen in Megajoule pro Gast und Ferientag

Abb. 16: Reisekette

Abb. 17: Reisestern

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vorwort

Während eines Praktikums in einer Clubanlage in Fuerteventura (Spanien) begann ich mich erstmals mit ethischen Fragestellungen im Tourismus auseinanderzusetzen. Die geschlossene Clubanlage, die jeglichen Kontakt und Aufeinandertreffen mit der einheimischen Bevölkerung verhinderte, der hoteleigene Strand ohne Zugang von außen, das deutschsprachige Personal in Managementpositionen und Einheimische lediglich in der Anstellung als Hilfskräfte. Umstände, die meinen Zweifel am Mehrwert des Tourismus in dieser Konstellation aufkommen und die Moralität diesbezüglicher Gegebenheit hinterfragen ließen: „Kann die Bevölkerung von dieser Reiseform profitieren?“, „Kann das Erlebnis des Urlaubers in der Clubanlage authentisch sein, insofern jeglicher Kontakt zur Außenwelt ausbleibt?“, „Können die wöchentlichen Flamenco-Aufführungen durch Authentizität geprägt sein oder sich lediglich in einer Kommerzialisierung der Kultur und Tradition wiederfinden?“.

Auf der Suche nach Antworten konkretisierten sich besonders in den letzten Zügen meines Studiums die anfänglichen Gedankenanstöße und ich stellte mir vermehrt die Frage, was es heißt im Tourismus moralisch entscheiden, zu handeln und Verantwortung aus den differenzierten Sichtweisen der beteiligten Akteure zu übernehmen sowie nachhaltig sicherzustellen. Dabei wurde mir zunehmend bewusst, dass die vermeintlich richtige Entscheidung, nicht immer die beste Entscheidung für alle Beteiligten ist. Überlegungen, die dazu verleiteten mich mit allgemeinen Belangen der noch zum Teil unbeachteten Thematik auseinandersetzen und mich wiederrum über meine Seminararbeit „Die Bedeutung der Ethik im Tourismus“ zum Thema meiner Bachelorarbeit „Ethik und Tourismus - Utopie oder Wirklichkeit? Eine grundlegende Betrachtung“ führten.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei meinen Eltern und meiner Schwester bedanken, auf deren Unterstützung ich während meiner Ausbildung und meines Studiums immer zählen konnte und kann. Außerdem gilt mein Dank Prof. Dr. Zwerenz für die Betreuung meiner Bachelorarbeit.

1. Einleitung

Die Existenz des Reisens der Menschen ist fester Bestandteil unserer heutigen Gesellschaft und auch zukünftig nicht mehr auszuschließen: Der jährliche Jahresurlaub als „Flucht aus dem Alltag“ hat sich mittlerweile gesellschaftlich integriert und ist von einem Luxusgut zu einem bezahlbaren Freizeitvergnügen übergegangen.

Besonders um die Jahrtausendwende ließen sich verstärkt positive Erfolgsmeldungen der Tourismusindustrie in ihrer Hochphase verzeichnen. Die Branche boomte und es wurde immer deutlicher, dass der globale Tourismus, durch stetig neue Reiseformen und –ziele, noch lange nicht seine Grenzen erreicht hat. Aktuell ist eine minimale Sättigung des Wachstums erkennbar und die Branche stagniert auf einem relativ hohen Niveau.[1] Dennoch, nach Prognose der UNTWO[2], überstieg die Zahl der Reisen in 2012 zum ersten mal die 1-Mrd.-Grenze und bedeutete somit ein Rekordjahr für den Tourismus. In diesem Zusammenhang hat sich die Zahl der internationalen Touristen seit 1950 um das Vierzigfache erhöht. Die Tendenz zu höhren Ausgaben und häufigeren Reisen unterstreicht diese Vermutungen, trotz zukünftiger unsicherer wirtschaftlicher Bedingungen und vergangener Katastrophen in touristischen Regionen. Die Prognose der UNWTO für 2030 beläuft sich somit auf 1,8 Milliarden Touristenankünfte.[3][4] Darüber hinaus konnte besonders 2010 ein starker Aufschwung durch Export und die verstärkte Inlandsnachfrage verzeichnet werden, wodurch das deutsche Bruttoinlandsprodukt permanent anstieg. Auf den Tourismus übertragen wurde ersichtlich, dass die Wachstumsformel „Länger, öfter und weiter“ zwar das Wirtschaftswachstum erfolgreich steigert und somit unter anderem dem Tourismus zur meist bedeutensten Branche verhalf, jedoch dieser materielle Wohlstand lediglich auf Kosten von Gesellschaft, Ökologie und Ökonomie möglich war und ist. Somit ist durch das Bruttoinlandsprodukt lediglich eine quantitative Aussage über das Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft möglich, der Faktoren wie beispielsweise die Lebensqualität der bereisten Bevölkerung außer acht lässt, jedoch die beidseitige Betrachtung zunehmend unerlässlich erscheint:[5]

Einerseits kann die Branchenentwicklung als regelrechter Erfolg für alle touristischen Akteure vermerkt werden: 10 % der globalen Arbeitsplätze hängen aktuell vom Tourismus ab.[6] Andererseits muss die Bilanz und die Prognose mit Vorsicht bewertet werden.[7] Von den weltweit 100 Millionen Beschäftigten sind beispielsweise bereits 10-15 % Kinder und Jugendliche.[8] Somit birgt die vermeintlich „weiße“ Branche, unter anderem durch den rapiden Wachstum in den letzten Jahrzehnten, Schattenseiten, womit der Wirtschaftssektor mittlerweile verstärkt zu kämpfen hat. Aus der hohen Komplexität und der raschen Entwicklung der Branche sowie die Tangente mit verschiedenen gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Bereichen, resultiert starkes Konfliktpotenzial in unterschiedlichen Dimensionen. An diesem Punkt stellt sich die Frage, in welchem Ausmaß Ethik, als Wissenschaft der Verhaltensnormen und der Reflexionshilfe des Menschen von „Gut“ und „Böse“, Einfluss auf den Tourismus hat sowie generellen Eingang und Berücksichtigung in diesem Bereich findet. Ein Themenbereich, den es heißt auf Grund seiner immer wiederkehrenden Aktualität und der kontinuierlichen Misstände im Spannungsfeld Tourismus, zu erarbeiten.

1.1 Stand der Wissenschaft

Die Sichtweise auf die Disziplin der Ethik im Querschnitt zum Tourismus ist wissenschaftlich lediglich vereinzelt behandelt und wurde speziell in der philosophischen Wissenschaft bis dato eher vernachlässigt. In bedeutenden philosophischen Werken ist die Suche nach „Tourismus“ vergeblich, die Berücksichtigung negativer Auswirkungen der Tourismusindustrie und deren ethischer Bedeutung findet auch heute noch keinen vollständigen Eingang.[9]

Eine Darstellung der negativen Auswirkungen des Tourismus fand jedoch bereits in der Tourismuskritik, mit den ersten Anfängen des Tourismus, ihren Ursprung. Anfänglich wurde vor allem die ethische Sichtweise auf den Massentourismus hervorgehoben, wobei Tourismus in seiner Existenz generell hinterfragt wurde, jedoch ein realitätsnäher Ansatz nur eingeschränkt erfolgte oder ausblieb.[10]

Die Erarbeitung und Erforschung ethischer Aspekte im Tourismus ist somit lediglich bis dato begrenzt behandelt: Die Forderung nach Regeln für „good tourist[s]“[11] wurde durch den britischen Tourismuskritiker John Urry[12] laut, um kurzfristig Schadensbegrenzungen im Tourismus zu betreiben. Im angloamerikanischen Raum konfrontierten sich Akademiker erstmals in den 90er Jahren mit der angewandten Ethik im Tourismus, jedoch bis heute noch nicht im angebrachten Ausmaß der Relevanz. Im mitteleuropäischen Raum zählen zu den Vorreitern, welche ethische Komponenten im Tourismus erstmals berücksichtigten, vor allem religiöse Zusammenschlüsse, wie beispielsweise der Evangelische Arbeitskreis. Jedoch ist die Tangente der angewandten Ethik zum Tourismus aus der Sicht der Philosophie bis heute nur limitiert erkennbar.[13] So kann man in Übertragung auf den Tourismus vermuten, dass die Beibehaltung Immanuel Kants Aussage „Ethische Probleme der Praxis [sind] lediglich als Subsumption des Besonderen unter das Allgemeine [einzuordnen].“ [14] noch immer zutrifft und einer Reaktion bedarf.[15]

Blickt man heute auf den gemeinsamen Nenner von Tourismus und Ethik, stößt man im Rahmen von Recherchearbeiten kontinuierlich auf einen Namen: Der Jurist und Philosoph MMag. Dr. Harald Armin Friedl ist der Pionier der gegenwärtigen Tourismusethik. Der erstmalige Versuch Tourismus als komplexes System darzustellen, um im Rahmen der angewandten Ethik auf die praktische Problemlösung von Konflikten im Tourismus überzugehen, ist bis heute in der Wissenschaft einmalig.[16]

Die Literatur weist somit zum Themengebiet „Tourismusethik“ vor allem die Werke von Friedl auf, die teilweise verstärkt im Bereich der praktischen Umsetzung der Reiseethik vertreten sind oder sich in Bezugnahme zu spezifischen ethnologischen Völkern wiederfinden. Darüber hinaus ist die wissenschaftliche Thematisierung des Gebietes begrenzt: Werke zur Tourismuskritik, zum Ferntourismus, zum Massentourismus sowie sanften bzw. nachhaltigen Tourismus sind umfassend vertreten, jedoch weisen diese meist ein Defizit im ethischen Blickwinkel in Bezug auf verschiedene Dimensionen auf. Wohingegen wissenschaftliche Werke zur Ethik im Tourismus im angloamerikanischen Raum etwas breiter aufgestellt und vorwiegend Artikel im Internet publiziert sind. Die Inhaltsanalyse akademischer Zeitschriften von Lynn zu Ethik und Tourismus zwischen 1990 und 2008 zeigt in Anhang A) den lediglich etappenweisen Anstieg der Anzahl an Zeitungsartikeln, die als „Ethik und Tourismus“ kategorisiert werden können.[17] Daraus lässt sich die Entwicklung der Präsenz der Thematik folgern.

Die Defizite im Bereich des moralisch-ethischen Blickwinkels auf den Tourismus begründen somit unter anderem die Themenauswahl und –ausarbeitung der vorliegenden Arbeit.

1.2 Problemstellung und Zielsetzung

Geriet im stetigen Wachstum der Tourismusbranche vorrangig der Massentourist „unter Beschuss“, bekennen sich mittlerweile verschiedene touristische Akteure zur Mitverantwortung im Konfliktfeld Tourismus. „Nachhaltigkeit“ und „(Mit-) Verantwortung“ sind beispielsweise unumgängliche Bestandteile vieler Unternehmensphilosophien touristischer Konzerne. Jedoch muss hierbei zwischen „Trittbrettfahrern mit Marketingfloskeln“ und ernstgemeinten Umsetzungsstrategien unterschieden werden.

Die vorliegende Arbeit mit dem Titel „Ethik und Tourismus – Utopie oder Wirklichkeit? Eine grundlegende Betrachtung“ setzt an differenzierten Fragestellungen an: Spielt Ethik im Tourismus eine Rolle? Ist im Tourismus „Platz“ für moralische Entscheidungen? Was ist „richtig“ oder „falsch“ im Tourismus? Wer kann über „richtig“ und „falsch“ entscheiden? Ist Massentourismus „falsch“ und Ökotourismus „richtig“[18] ? Ob und in welchem Ausmaß ethische Ansätze im Tourismus Einzug erhielten und in welcher Hinsicht theoretische Ethikansätze auf die Freizeitwirtschaft übertragen werden können, werden durch den systematischen Aufbau der Arbeit und die Argumentation aus verschiedenen Sichtweisen erarbeitet. Darüber hinaus wird die Möglichkeit des Bestehens einer Utopie in Hinblick auf Tourismus und Ethik im Einklang beleuchtet. Dabei ist der Utopie-Begriff auf ein Konstrukt bezogen, welches von der Realität abweicht oder gänzlich nicht vorhanden ist.[19]

Zielsetzung der Arbeit ist die Erarbeitung eines möglichen Stellenwertes der Ethik im Tourismus in den unterschiedlichen Facetten und Blickwinkel der Akteure. Durch die Bewertung von aktuellen ethischen Ansätzen im Tourismus werden mögliche zukünftige Perspektiven ausgelotet und potenzielle Maßnahmen beleuchtet. In diesem Zusammenhang kann die Frage „Kann Tourismus ethisch sein?“ abschließend beantwortet werden.

Dabei sollte die Themenstellung nicht mit „Tourismusethik“ im engeren Sinne gleichgesetzt werden, wobei es sich um eine im Tourismus angewandte Bereichsethik handelt. Ebenso bezieht sich die vorliegende Arbeit nicht auf Ethik-Tourismus, welcher eine spezielle Reiseform des Nischentourismus bezeichnet, die eine erhöhte Moralität im Reisen gewährleisten soll. In vorliegender Arbeit soll eine grundlegende Beleuchtung von Ethik und Tourismus im Zusammenspiel erarbeitet werden.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Arbeit ist anhand der zentralen Fragen einer ethischen Reflexion aufgebaut, die einzelne Punkte wie die Auswirkungen und Folgen des Tourismus, entstehende Rahmenbedingungen und Handlungspläne durch Berücksichtigung ethischer Aspekte miteinbeziehen.

Um den Einstieg zur Themenstellung zu ermöglichen, werden in Kapitel 2 Grundlagen der Ethik und philosophische Zusammenhänge im Allgemeinen erarbeitet. Durch die Schaffung der theoretischen Grundlage und der Systematisierung des Aufbaus, ist der Zugang zur ethischen Relevanz im Tourismus in späteren Kapiteln erleichtert.

Anschließend wird das System Tourismus, mit den verschiedenen Facetten und Querschnittsbereichen, durch eine Definition sowie der Aufbereitung des touristischen Angebots und Nachfrage in Kapitel 3 beleuchtet. Dabei werden die einzelnen Akteure des Tourismus dargestellt und somit das Involvement möglicher Betroffener erarbeitet. Um den Bezug des Tourismus zur Ethik zu ermöglichen, werden im nächsten Schritt erste Berührungspunkte hervorgehoben.

In Kapitel 4 erfolgt die Darstellung allgemeiner Grundlagen zur Ethik im Tourismus, deren Zielsetzung sowie Einordnung in verschiedenen tourismusbezogene Bereichsethiken. In diesem Zusammenhang kann die Differenziertheit der Themenstellung herausgearbeitet werden. Die anschließende Abrundung des Kapitels mit der Ethik als Verhaltensgrundlage können Handlungen durch den Menschen im Tourismus begründet werden.

Um in Kapitel 5 auf die Relevanz und Herausforderungen der Ethik im Tourismus eingehen zu können, ist die Erarbeitung der Entwicklung und Auswirkung des globalen Tourismus wichtige Voraussetzung. Ebenso wird hierbei die Existenz einer möglichen ethischen Irrelevanz beleuchtet. Darüber hinaus werden einzelne Herausforderungen für unterschiedliche Akteure des Tourismus dargestellt.

Abschließend können in Kapitel 6 aktuelle Umsetzungsansätze sowie deren Perspektiven dargestellt und hinsichtlich ihres positiven Beitrags zum Tourismus in ethischer Hinsicht bewertet werden. Besonderheit ist hierbei, dass die einzelnen Maßnahmen nach den jeweiligen Auswirkungsebenen unterteilt wurden. Mittels der Erarbeitung der möglichen Perspektiven „ethischer“ Reiseformen, wird das Kapitel abgerundet.

Die vorliegende Arbeit schließt mit konkreten Handlungsempfehlungen in Kapitel 7, einzelnen Schlussfolgerungen zum Thema sowie einen Ausblick in die Grundsätze einer zukunftsfähigen Ethik im Tourismus in Kapitel 8.

2. Das System Ethik

Durch die Definition relevanter ethischer Begriffe sowie die Prinzipien der Ethik, kann das System Ethik näher beleuchtet werden und den Einstieg in die Thematik erleichtern.

2.1 Begriffsdefinitionen

Im ethischen System herrschen zahlreiche Begriffe vor, die die Grundpfeiler der Wissenschaft bilden. Im Folgenden werden die Begriffe Ethik, Moral, Normen sowie Werte näher definiert und erste Bezüge zur Themenstellung abgeleitet.

2.1.1 Ethik

Die Definition der Ethik als „das sittliche (Verständnis)“ beruht auf dem Altgriechischen ἠθική (ἐπιστήμη) ē thik ē (epist ē m ē ). Aus dem gleichen Wortstamm ist das Wort Ethos , griechisch ἦθος ēthos, begründet, welches für „Charakter, Sinnesart“ steht und somit eine moralische Grundeinstellung eines Individuum oder einer Gesellschaft wiederspiegelt. Dem gegenüber entspringt das Wort griechisch ἔθος, das sich mit „Gewohnheit, Sitte, Brauch“ übersetzen lässt.[20] Die Disziplin der Ethik ist dem Gebiet der Philosophie unterzuordnen und findet seine ersten Ursprünge im Zeitalter Aristoteles[21], der sich erstmalig mit ethischen Zusammenhängen konfrontierte und ein sophistisches Problem[22], wie bereits von Platon[23] und Sokrates[24] thematisiert, aufgreift.[25][26]

Ethik, als Teilbereich der praktischen Philosophie, befasst sich in erster Linie mit dem Grundlagen des menschlichen Verhaltens. Das ethische Handeln des Menschen wird in gute oder schlechte Auswirkungen unterteilt, wobei das Gute und Böse hierbei definiert und erstmals objektiviert wird. Somit legt die Ethik eine Verhaltensnorm für das alltägliche Handeln und darüber hinaus gewisse Entscheidungen sowie die Abschätzung deren Auswirkungen fest. Die Fragestellung, in welchem Ausmaß Egoismus in Bezug auf eigene Entscheidungen zulässig ist, insofern bei deren Auswirkungen Dritte involviert sind, ist ebenso zentrale Beschäftigung der Wissenschaft.

Im Mittelpunkt der Ethik stehen die Motive und die Folgen von menschlichem Verhalten und Handeln sowie die Bewertung der Moralität der Handlung.[27] Dieses Handeln kann verschiedene Effekte hervorrufen. In diesem Zusammenhang soll die Ethik eine Art Orientierungshilfe für den Handelnden sein.[28] Finden sich diese grundlegenden Überlegungen vor allem in der allgemeinen Ethik wieder, gehen ethische Fragestellungen in Bezug auf verschiedene Bereiche in die angewandte Ethik ein.[29]

Die Unterscheidung der Ethik erfolgt grob in eine normative, deskriptive und Metaethik, wiederrum in folgender Abbildung grafisch dargestellt. Hierbei beruht die normative Ethik auf einem Sollen und entwickelt Grundsätze der moralischen Beurteilung von Einstellungen und Entscheidungen. Diese differenziert sich wiederum in eine allgemeine und angewandte Ethik. Die deskriptive Ethik erarbeitet empirisch Einstellungen, begründet diese und stellt Einflussfaktoren zueinander fest. Die Metaethik übernimmt hingegen die allgemeine Beschreibung der Bestandteile des ethischen Systems und legt somit ethische Grundsätze für die Disziplin Ethik fest.[30]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Unterscheidung der Ethik

Quelle: Eigene Darstellung

Ethische Diskussionen werden in unserer Gesellschaft regelmäßig laut. Der Verstoß gegen die Auflage unseres alltäglichen Tun und Handelns entsteht meist durch egoistische Entscheidungen und dem fehlenden Abschätzen der Auswirkungen auf Dritte. Im engeren Sinn bedeutet dies wohl unsere eigenen Einstellungen gegenüber „Richtig“ und „Falsch“. Meist basieren die Anschauungen in erster Linie auf gesellschaftlichen Aspekten sowie übernommenen Traditionen und Meinungen.[31] Kritischer Bereich ist hierbei, dass das geradlinige Verfolgen von ethischen Normen und Werten nicht immer positive Effekte für alle Beteiligten involviert. Somit kann die vermeintlich „gute Entscheidung“ negative Auswirkungen in sich bergen.[32] Darüber hinaus ist Ethik keine Verhaltensweise, die die Menschheit für sich wählen kann oder nicht, vielmehr bezieht sich die Ethik auf die natürliche Grundlage des menschlichen Seins.[33] Ehrlich (2000) erarbeitete dabei drei Prinzipien des ethischen Verhaltens des Menschen, da wir zum einen die Fähigkeit besitzen (1) Konsequenzen unserer Entscheidungen abzuschätzen, zum anderen (2) Werturteile zu bilden und (3) zwischen verschiedenen Handlungsabläufen zu wählen.[34] Dabei ist es in Bezug zur Themenstellung wichtig hinzuzufügen, dass ethische Grundsätze sich global von Kultur zu Kultur stark unterscheiden können und auf differenzierten Werten basieren.[35]

Zusammenfassend befasst sich die heutige Ethik mit Orientierungshilfen für das tägliche Handeln des Menschen und unterstützt das Treffen von Entscheidungen. Hierbei soll das eigene Verhalten kontinuierlich hinterfragt werden.[36]

2.1.2 Moral

Hauptsächlich lässt sich der Begriff auf das lateinische Wort Moralis, „die Sitten betreffend“ oder lat. Mos, „Sitte“ zurückführen.[37] Die Moral bezieht sich auf ein System von Grundsätzen, Normen und Werten, welche der Gesellschaft überwiegend bekannt sind sowie das zwischenmenschliche Zusammenleben regeln. Somit ist die Moral ein zentraler Gegenstand der Ethik, da sich diese mit „Richtig“ und „Falsch“ in einer sozialen Umgebung beschäftigt. Meist lässt sich der Begriff „Moral“ als Synonym für geltende Verhaltensnormen und Regeln verwenden. In der gebräuchlichen, alltäglichen Verwendung wurde die Moral nicht selten mit Verboten gleichgestellt, die unserer Gesellschaft durch ein System von Regeln und Geboten auferlegt wurden, wie schon Singer (1989) überspitzt bemerkte, „das hauptsächlich dazu bestimmt ist, zu unterbinden, dass Menschen ihr Vergnügen haben.“[38] Hier ist es wichtig, dass Selbstverständliches in unserer Gesellschaft kontinuierlich in Frage gestellt wird.

Die Unterscheidung der Moral zur Ethik ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Moral stark kultur- und gesellschaftsbezogen ist und oft eine emotionale Basis aufweist sowie nach Normen handelt. Darüber hinaus ist die Moral einer ständigen Entwicklung unterworfen, die eine unflexible Komponente aufweist, wohingegen Ethik das eigene Verhalten reflektiert.[39][40]

Zusammenfassend bezieht sich die Moral meist auf das Handeln in Situationen, die zwei oder mehrere Wege in Aussicht stellen. Meist stehen eigene Interessen den Interessen von beteiligten Akteuren gegenüber. Allgemeingültiges Ziel ist es hierbei einen Zustand zu erreichen, mit diesem sich die Gesellschaft zukünftig, gegenüber der gegenwärtigen Situation, verbessert. Im Mittelpunkt von moralischen Handlungen stehen die Fähigkeiten des Menschen zu kommunizieren, zu reflektieren und interagieren. Durch die Berücksichtigung von Prinzipien Dritter, kann der Mensch zur Einsicht geleitet werden, dass teilweise eine Kooperation höheren Nutzen stiftet, als durch Egoismus geprägtes Verhalten.[41]

2.1.3 Normen und Werte

Weitere Gegenstände der Ethik beziehen sich auf Werte und Normen, die das eigentliche Grundgerüst des ethischen Systems bilden. Im engeren Sinn sind die Begriffe „Normen und Werte“ eine Weiterführung der Begriffe „Gesetze und Gebote“.[42]

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts ging der Begriff Normen (Normativ = wertend, urteilend) von einem geltenden Längenmaß zu einer Regelvorschrift oder einem Maßstab über. Somit sind Normen die Inhalte von Gesetzen und geben somit eine bestimmte Handlungsanweisung vor. Auch Normen sind stark kultur- und gesellschaftsbezogen.[43]

Ebenso im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Wertebegriff von einem gegenständlichen Tausch- oder Gebrauchswert zu einem Philosophie-Begriff. Einzelne Werte bilden ein Gerüst unserer Gesellschaft, wodurch das „Richtig“ und „Falsch“ in unserer Umgebung erkennbar und das Zusammenleben reguliert wird.[44] Dabei basiert das Verhalten des Menschen auf dem Werteverständnis des Menschen in individueller und gesellschaftlicher Hinsicht und bildet somit die Motivation für ein gewisses Handeln des Menschen.[45] Dabei beziehen sich Werte auf drei Paradigmen, die durch Hodgkinson (1983) definiert wurden: (1) Das Werteverständnis ist eine Abstraktion, (2) Werte sind meist im Sozialsystem allgemein akzeptiert und (3) motivieren uns zu einer bestimmten Handlung.[46] In folgender Abbildung sind die unterschiedlichen Arten von Werte und Normen dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Arten von Normen und Werte

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Zwerenz, 2012, S. 9; Honecker, 1990, S. 213

Können Normen in erster Linie erkenntnis-kritisch, logisch, juristisch, ästhetisch oder ethisch sein, bilden sich Werte aus der individuellen Moral, der zugehörigen Religion, der Politik, der eigenen Ästhetik-Wahrnehmung oder materiellen Aspekten.

2.2 Prinzipien der Ethik

Durch verschiedene Definitionen der normativen Ethik lassen sich differenzierte Systeme und Grundprinzipien ableiten. Utilitarismus (lateinisch utilis: nützlich) legt der ethischen Sichtweise auf, dass vor allem das Gut ist, was für uns selbst auch nützlich ist. Somit sollte dieses Prinzip der Nützlichkeit angewandt werden, wenn sich ein positiver Effekt bei allen Beteiligten ergibt.[47] Wohingegen der Hedonismus das Gute insofern hervorhebt, soweit dieses Genuss, Freude und Spaß bereitet, dabei handelt das Prinzip der Freude nach den Urinstinkten des Menschen: Bei der Suche nach Lust und der Beseitigung von Unlust (Lustprinzip) kritisierte Freud[48] den Realitätsbezug des Prinzips.[49] Ähnlich stellt sich der Eudämonismus dar, welcher das Gute durch Glücklich sein rechtfertigt und Glück als höchstes Prinzip der Menschlichkeit hervorhebt.[50] In besonderer Ausprägung stehen die beiden letzten Prinzipien im Bezug zum Tourismus, wobei das Reisemotiv nicht selten auf hedonistischen oder eudämonistischen Inhalten beruht.

Schon Aristoteles begründete die ethische Beurteilung von bestimmten Situationen damit, dass man wissen muss, was „Gut“ ist. Das Problem war hierbei, wie bereits im Rahmen des Eudämonismus und Hedonismus aufgeführt, dass damit alles Gute auch Vergnügen bereiten sollte. Jedoch kam man schnell zur Erkenntnis, dass dies in der Praxis meist nicht bestätigt wird, was an folgendem Fallbeispiel aus der Medizin ersichtlich wird: Ein Arzt tut in erster Linie Gutes, weil es ihm Vergnügen bereitet einen Menschen zu umsorgen. Dieses Verhalten beinhaltet automatisch ethisches Verhalten. Dieser Grundsatz muss im Tourismus jedoch nicht zutreffen: Bereitet es dem Reisenden Vergnügen Stierkämpfe im Urlaub zu verfolgen, heißt es nicht, dass dies ethisches Verhalten impliziert. Somit wird ersichtlich, dass Vergnügen einen Doppelcharakter hat: Einerseits kann es Gutes sicherstellen, jedoch auch eine gegenteilige Wirkung erzielen.[51]

Die Prinzipienethik begründet mittels bestimmter Definitionen, dass etwas gut ist und hebt Grundsätze hervor, auf diese sich die theoretische Ethik stützen kann. Diese lässt sich in die heteronome Ethik, wobei die Prinzipien von außen fremdbestimmt sind, und autonome Ethik, wobei man sich selbst Prinzipien durch eigene Überlegungen auferlegt, unterscheiden.[52]

3. Das System Tourismus

Um die eingangs aufgestellten Fragen beantworten zu können, muss das Gesamtsystem Tourismus mit seinen Grundleistungen näher beleuchtet werden.[53] Dies erfolgt mittels einer Definition, die Darstellung der Prinzipien sowie der Angebots- und Nachfragestruktur des Tourismus, um auf den Aspekt Ethik und Tourismus weiter eingehen zu können.

3.1 Definition Tourismus und Tourist

Der relativ moderne Begriff „Tourismus“ lässt sich auf „tourism“ (engl.), „tourisme“ (französisch) und „turismo“ (italienisch, spanisch) zurückführen und lehnt an das Wort „Tour“ oder „Rundreise“ an, wobei man mittels der Bezeichnung auf einen begrenzten Aufenthalt an einem anderen Ort inklusive Rückreise schließen kann.[54] Die Definition der UNWTO: „[the] activities of persons travelling to and staying in places outside their usual environment for not more than consecutive year for leisure, business and other purposes not related to the exercise of an activity remunerated from within the place visited.“[55] hebt vor allem internationale Tourismusaktivitäten hervor. Auf Grund der vielfältigen Ausprägung von Tourismus ist eine einheitliche Definition des Begriffs jedoch erschwert, eine Verallgemeinerung sollte vielmehr vermieden werden.[56] Im Bezug zur Themenstellung ist vor allem die Unterteilung des Tourismus nach dem Verantwortungsgrad des Touristen und diesbezüglichen Auswirkungen der Reisformen interessant, wobei sich Tourismus nach Massentourismus, Alternativtourismus und Sanfter Tourismus gruppieren lässt.[57]

Darüber hinaus basiert Tourismus auf einem hedonistischen Prinzip und beinhaltet somit den Grundsatz der ständigen Suche nach Freude, wie bereits in Kapitel 2.2 ausgeführt.[58] Dabei spielen die wahrnehmbare Freiheit, aber auch die intrinsische Motivation im Tourismus- und Freizeitverhalten eine große Rolle und bilden somit die Grundlage der Definition von Tourismus.[59]

Die Tourismusbranche als Querschnittsbereich berührt wirtschaftliche, gesellschaftliche, technologische, ökologische und politische Aspekte auf verschiedenen Ebenen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Das System Tourismus

Quelle: Bieger, 2004, S. 67f

An vorangegangener Abbildung werden die einzelnen Dimensionen und Wechselwirkungen des Systems ersichtlich: Die Teilsysteme Verkehr, Nachfrage, Reisemittler und Destination stehen in Beziehung zu den Schnittpunkten Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Ökologie und Technologie im System Tourismus, wodurch sich die spätere ethische Betrachtung auf verschiedene Ebenen verteilt.[60]

Auf Grund der hohen Komplexität und zahlreichen Wechselwirkungen des Tourismus wurde schon relativ früh versucht, die touristischen Zusammenhänge in Systeme zu abstrahieren. Mittels der modellhaften Darstellung des Tourismus in folgender Abbildung kann darüber hinaus die mögliche Bandbreite der ethischen Relevanz im Tourismus in Bezug zur vorliegenden Themenstellung hervorgehoben werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Ganzheitliches oder modulares Tourismusmodell

Quelle: Freyer, 2009, S. 46

Das Modell unterstreicht die verschiedenen Bestandteile der Tourismuswirtschaft, wobei die Module ebenso auf die Relevanz von ethischen Fragestellungen im Tourismus übertragen werden können. Deutlich wird hierbei, dass (1) das Gesellschafts-Modul Werte der Gesellschaft, moralische Belange und das Zusammenspiel in Gesellschaftsordnungen und zwischen verschiedenen Kulturen hinterfragt. Des Weiteren ist der (2) Umweltgedanke ein stark gewichteter Aspekt im Tourismus. Touristische Aktivitäten müssen an der natürlichen Umwelt ausgerichtet werden und sich im Idealfall unterordnen. Auch das (3) Freizeitmodul ist aktuellen Werten und moralischen Handlungsorientierungen der Gesellschaft unterworfen und befindet sich in einem kontinuierlichen Wandlungsprozess. Das (4) Individual-Modul äußert sich in Handlungen und Verhalten sowie Einstellungen der Gesellschaft. Ein verstärkter Wertewandel oder veränderte Bedürfnisse der touristischen Akteure wirken dabei stark ein. (5) Mittels politischer Handlungsmaßstäbe werden dem Tourismus Rahmenbedingungen vorgegeben, wobei im Mittelpunkt des Modells der Tourismus mit seinen unterschiedlichen Facetten steht.[61]

Nach Darstellung des Tourismus mittels der aufgezeigten Modelle lässt sich erkennen, dass sich Ethik im Tourismus nach den beteiligten Akteuren des Tourismus richten kann und auf unterschiedlichen Ebenen Anwendung findet. Durch die Komplexität der Querschnittsdisziplin Tourismus wird die Relevanz und Interdependenz der Ethik für differenzierte Akteure ersichtlich.[62]

Der Begriff „Tourist“ steht dabei in engem Zusammenhang mit „Tourismus“, wovon man ableiten kann, dass es sich um eine Person „on tour“ handelt, die sich für einen begrenzten Zeitraum an einem bestimmten Ort aufhält. Laut UNWTO-Definition bezieht sich dies auf „Personen, die sich mindestens 24 Stunden außerhalb ihres Wohnortes aufhalten zu beruflichen, vergnüglichen oder anderen Zwecken (außer Arbeit, Studium und Daueraufenthalt)“.[63] Heute unterscheidet die Literatur, oft in Bezug auf nachhaltigen Tourismus, den Begriff Tourist vom Begriff Reisenden. Setzt der „Homo touristicus“ seinen gewohnten Lebensstil im Urlaubsort ohne Rücksicht auf lokale Begebenheiten fort, bemüht sich der Reisende sich auf Land und Leute der Destination einzulassen.[64] Die Unterscheidung ist jedoch stark stereotypisch geprägt und mit Vorsicht zu bewerten. Trotz der Nutzung touristischer Infrastruktur möchte sich manch einer, lediglich auf Grund dessen, nicht als „Tourist“ bezeichnen und viel mehr als „Reisender“, fernab der Masse, Land und Leute erkunden.[65] (Anmerkung: In vorliegender Bachelorarbeit werden beide Begriffe synonym verwendet).

3.2 Prinzipien des Tourismus

Prinzipien beziehen sich in erster Linie auf die Basis oder bilden Grundpfeiler einer bestimmten Thematik. Die Prinzipien des Tourismus bilden die wesentlichen Aspekte der Branche und weisen darüber hinaus eine gewisse Kontinuität auf. Nach Netto (2009) lassen sich diese in grundsätzliche und wünschenswerte Prinzipien unterscheiden, wie in folgender Abbildung dargestellt. Im darauffolgenden Abschnitt wird der Schwerpunkt der Ausführung auf die wünschenswerten Prinzipien, auf Grund der Relevanz für die vorliegende Themenstellung, gelegt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Prinzipien des Tourismus

Eigene Darstellung in Anlehnung an Netto, 2009, S. 56ff

(1) Das Prinzip der Nachhaltigkeit im Tourismus ist von zunehmender Relevanz geprägt. Dabei stehen drei Grundpfeiler im Mittelpunkt, die je nach Schwerpunkt der Reiseform, unterschiedlich stark ausgeprägt sind:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Perspektiven der Nachhaltigkeit

Quelle: Vgl. Bieger, 2009

Im Nachhaltigkeitsansatz sollte Tourismus ökologisch verträglich sein sowie einen schonenden Umgang vorhandener Ressourcen und eine wirtschaftlich langfristige Ausrichtung gewährleisten. Dabei sollte die psychologische und politische Nachhaltigkeit nicht vernachlässigt werden, wobei im Normalfall davon ausgegangen werden kann, dass diese unter Umständen bereits in den drei Dimensionen eingeschlossen sind.[66] In erster Linie sollten die touristischen Aktivitäten im Einklang mit der Gesellschaft stehen und Entscheidungen im Hinblick auf nachfolgende Generationen getroffen werden.[67] (2) Das Prinzip der Gleichberechtigung ist darüber hinaus eine weitere Grundlage des Tourismus. Menschen müssen unabhängig ihrer Zugehörigkeit, Religion, Hautfarbe gleich behandelt werden und dürfen in der touristischen sowie allgemeingültigen Gesetzgebung nicht unterschieden werden. (3) Das Prinzip der Überlegenheit von öffentlicher und privater Macht hebt die Berücksichtigung aller Interessen hervor und stellt das Wohl der Gruppe über das Wohl des Einzelnen. (4) Das Prinzip der Andersartigkeit unterstreicht den Respekt vor Unterschieden und ist besonders bei interkulturellen Begegnungen von Bedeutung. (5) Der für die Themenstellung darüber hinaus besonders relevante Aspekt ist das Prinzip der Ethik und somit die Wissenschaft von „richtigen Handeln und Entscheidungen“ aller Akteure im Tourismus.[68]

Die Darstellung der Prinzipien initiiert teilweise Kontroverse, darüber hinaus sind einige weitere Prinzipien in der Ausführung vernachlässigt. Die aufgezeigten Prinzipien sind jedoch lediglich wünschenswerte Prinzipien, die im Gegensatz zu den grundsätzlichen Prinzipien, nicht immer zwangsläufig im Tourismus erfüllt werden. Ein Umstand, der oft durch Ungerechtigkeit oder Egoismus geprägt ist und den Bedarf an Ethik im Tourismus hervorruft.[69]

3.3 Die touristische Nachfrage und das Angebot

In ökonomischer Betrachtungsweise kann darüber hinaus das System Tourismus aus Sicht des touristischen Angebots und der Nachfrage beleuchtet werden. Beide Aspekte werden im vorliegenden Kapitel jedoch nur in Grundzügen aufgeführt, um die Bandbreite der möglichen ethischen Relevanz im Tourismus ansatzweise zu unterstreichen.

Erst durch die Betrachtung der Nachfrage kann in touristischer Hinsicht das Angebot zielgruppenspezifisch bestimmt werden. In erster Linie definiert sich die Tourismusbranche über das Ausmaß der Nachfrage, anschließend wird das Angebot determiniert.[70] Die Nachfrage entsteht durch den Eintausch touristischer Güter gegen bestimmte Geldmengen und ist durch verschiedene Einflussfaktoren geprägt.[71] Neben den staatlichen, angebotsseitigen, individuellen, ökonomischen und gesellschaftlichen Einflüssen sind ökologische Faktoren besonders in den letzten Jahren immer bedeutender geworden. Jedoch können Schwankungen auf Anbieterseite oder staatliche Mechanismen zu einem veränderten Reiseverhalten beitragen.[72]

Im Laufe der Entwicklung des ersten Freizeitverhaltens bis hin zur Tourismuswirtschaft als eigenständige Branche differenzierte sich zunehmend das touristische Angebot. Zentraler Bestandteil des Angebots sind hierbei die Produzenten von Reiseleistungen, die teilweise durch Vertreiber und Intermediäre von Reiseleistungen die Reisen am Markt vertreiben. Durch Verkehrsträgerunternehmen sind dabei der Transport und die Mobilität des Reisenden vor Ort sichergestellt. Mittels gastwirtschaftlichen Betriebe in der Destination wird dem Reisenden Unterkunft gewährt. Auch das Kernangebot von Destinationen zählt zum touristischen Angebot sowie touristische und selbstständige Dienstleistungen, wie beispielsweise das Angebot von Reise- und Stadtführern oder sonstige Freizeitangebote in der Destination. Ein abgeleitetes touristisches Angebot wird im Handel ersichtlich, was sich unter anderem als volkswirtschaftlicher Effekt der Wertschöpfung in der Destination äußern kann. Auch auf das touristische Angebot wirken Einflussfaktoren ein, die analog zur touristischen Nachfrage aufgeführt werden können.[73][74]

4. Grundzüge der Ethik im Tourismus

In den vorangegangen Kapiteln wurde auf beide Begriffe „Ethik“ und „Tourismus“ der Themenstellung grundlegend eingegangen und erste relevante Aspekte von Ethik und Tourismus erkannt. In Kapitel 4 wird der Themenbereich Ethik im Tourismus in die Disziplin der angewandten Ethik eingeordnet, wobei im Rahmen der Bereichsethik bestimmte Problemfelder des Tourismus gezielt hinterfragt werden. Besondere Anwendung findet dabei Ethik und Tourismus in Dilemmazuständen, in diesen der Egoismus des Einzelnen dem erzielten Mehrwert der Gemeinschaft gegenübersteht.[75]

4.1 Zusammenführung der Begriffe Ethik und Tourismus

Ethik und Tourismus. Einerseits eine Disziplin, die ihren Ursprung mit den ersten Philosophen fand. Andererseits das Reisen mit touristischer Ausrichtung, welches Anfänge im griechischen Altertum aufweist.[76] Die Präsenz des Begriffspaares im Zusammenspiel lässt sich unter anderem auf drei Entstehungsursachen zurückführen: (1) Einerseits der Trend zu alternativen und nachhaltigen Tourismus, (2) andererseits globale Auswirkungen wie beispielsweise der Klimawandel und diesbezüglich initiierte Konferenzen wie RIO[77] und AIEST[78], (3) aber auch die Entwicklung von Ethik-Kodizes in anderen Branchen in den 90er Jahren, wodurch deren Bedarf ebenso in der Tourismusbranche ersichtlich wurde.[79]

Besonders durch das Wachstum der Tourismusbranche lassen sich vermehrt negative Effekte und Auswirkungen, initiiert durch Folgen der Verhaltensweisen verschiedener Akteure, in verschiedenen Bereichen feststellen: Durch die touristische Querschnittsfunktion nimmt der Tourismus eine Sonderstellung ein und zahlreiche Interdependenzen mit den Bereichen Natur, Kultur, Politik, Staat und Wirtschaft sind erkennbar.[80] Die Folgen der Entscheidungen und Handlungsweisen der beteiligten Akteure des Tourismus können sich gegen sich selbst, Dritte oder die natürliche Umwelt richten.[81] Die touristische Betrachtung der Ethik zielt unter anderem auch auf die Frage „Wie weit können wir noch gehen?“ ab, ohne vorhandene Ressourcen oder das sozio-kulturelle Umfeld der Destination zu gefährden. Durch den moralisch-ethischen Blickwinkel können dabei Auswirkungen abgeschätzt werden.[82] In folgender Grafik wurde das potenzielle Wirkungsfeld der Ethik im Tourismus in einem Modell abstrahiert:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: Wirkungsmodell Ethik im Tourismus

Quelle: Eigene Darstellung

Im Quellgebiet treffen Leistungsträger und Reisende ihre Entscheidungen, wodurch sich deren Folgen im Zielgebiet auf verschiedene Bereiche auswirken können. Die Wissenschaft der Ethik sollte im touristischen Zusammenhang dazu anhalten, Entscheidungen und deren Konsequenzen kontinuierlich zu reflektieren und Auswirkungen auf das unmittelbare Umfeld im Entscheidungsprozess mit zu berücksichtigen. Der Versuch eine Symbiose aus Ethik und Tourismus zu konstruieren und touristische Problemstellungen durch den reflektierten Umgang der Beteiligten zu lösen wirft einige Fragestellungen auf: Ist das System Ethik in der Tourismusbranche überhaupt relevant? Wenn ja, in welchem Ausmaß können theoretische Verhaltensnormen der Ethik auf den Tourismus übertragen werden? Gibt es die eine, richtige Entscheidung im Tourismus mit verträglichen Konsequenzen für alle Beteiligten?

[...]


[1] Vgl. Honecker, 1990, S. 3f

[2] Vgl. Butcher, 2003, S. xi

[3] Vgl. Butcher, 2003, S. ix

[4] Vgl. Friedl, 2007b, S. 561f

[5] Vgl. Jaritz, [o. Jahr]

[6] Vgl. Honecker, 1990, S. 3f

[7] Vgl. Butcher, 2003, S. xi

[8] Vgl. Butcher, 2003, S. ix

[9] Vgl. Friedl, 2007b, S. 561f

[10] Vgl. Jaritz, [o. Datum]

[11] Vgl. Freyer, 2009, S. 17f

[12] World Tourism Organization (Sonderorganisation der Vereinten Nationen).

[13] Vgl. http://www.fur.de, [09.11.12]

[14] Vgl. BMWi, 2012, S. 1

[15] Vgl. Eberhard, 2011, S. 6ff

[16] Vgl. Fuchs et al., 2001, S. 1

[17] Vgl. Moufakkir, 2012, S. 8

[18] Vgl. Fuchs et al., 2001, S. 1

[19] Vgl. Friedl, 2009, S. 33

[20] Vgl. Friedl, 2002, S. 17

[21] Urry, 1996, zitiert in: Friedl, 2002, S. 16

[22] John Urry, *1946 in London, britischer Soziologe, Ehrendoktor, Arbeiten in der Sozial- und Kulturgeographie.

[23] Vgl. Friedl, 2002, S. 17f

[24] Friedl, 2009, S. 33

[25] Vgl. Ebenda

[26] Vgl. Friedl, 2002, S. 17f

[27] Vgl. Moufakkir, 2012, S. 14

[28] Vgl. Moufakkir, 2012, S. 8

[29] Vgl. Vossenkuhl, 1992, S. 287

[30] Vgl. http://www.wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/2794/ethik-v8.html, [03.11.12]

[31] 384-322 v. Chr.

[32] Sophistik: Philosophische „Neubewegung“ der griechischen Antike.

[33] 428/427-348/347 v. Chr.

[34] 469-399 v. Chr.

[35] Vgl. Ferrante, 1994, S. 32

[36] Vgl. Honecker, 1990, S. 3f

[37] Vgl. Zwerenz, 2012, S. 3

[38] Vgl. Ferrante, 1994, S. 32

[39] Vgl. Honecker, 1990, S. 3ff

[40] Vgl. Zwerenz, 2012, S. 4

[41] Vgl. Robinson & Garratt, 2011, S. 3ff

[42] Vgl. Wöhler, 2004, S. 334f

[43] Vgl. Fennell, 2009, S. 211f

[44] Vgl. Ehrlich, 2000; [o. Seitenzahl], zitiert in: Fennell, 2009, S. 212

[45] Vgl. Fennell, 2009, S. 212

[46] Vgl. Ferrante, 1994, S. 33

[47] Vgl. http://www.duden.de/rechtschreibung/Moral, [03.11.12]

[48] Singer, 1989, S. 9, zitiert in: Friedl, 2002, S. 155

[49] Vgl. Ferrante, 1994, S. 35

[50] Vgl. Friedl, 2008

[51] Vgl. Wöhler, 2004, S. 334ff

[52] Vgl. Honecker, 1990, S. 213

[53] Vgl. Zwerenz, 2012, S. 7

[54] Vgl. Ebenda, S. 8

[55] Vgl. Fennell, 2009, S. 212

[56] Vgl. Hodgkinson, 1983; [o. Seitenzahl], zitiert in: Fennell, 2009, S. 212

[57] Vgl. Höffe, 1992, S. 285ff

[58] *1856, + 1939; österreichischer Arzt, Psychologe und Religionskritiker

[59] Vgl. Höffe, 1992, S. 74f

[60] Vgl. Ebenda, S. 99ff

[61] Vgl. MacCannell, 2011, S. 47ff

[62] Vgl. Höffe, 1992, S. 70 ff

[63] Vgl. Kirstges, 1995, S. 14ff

[64] Vgl. Freyer, 2009, S. 7

[65] UNWTO, 1991, zitiert in: Bleifuß, 2012, S. 19

[66] Vgl. Friedl, 2007a, S. 9

[67] Vgl. Ebenda, S. 10

[68] Vgl. Höffe, 1992, S. 75

[69] Vgl. Moufakkir, 2012, S. 7f

[70] Vgl. Bieger, 2004, S. 67ff

[71] Vgl. Freyer, 2009, S. 45ff

[72] Vgl. Friedl, 2002

[73] UNWTO Defnition zitiert in: Freyer, 2009, S. 87

[74] Vgl. Almeida, 1989, S. 104f

[75] Vgl. Friedl, 2007a, S. 9

[76] Vgl. Netto, 2009, S. 56ff

[77] Vgl. Opaschowski, 2001, S. 42f

[78] Vgl. Netto, 2009, S. 56ff

[79] Vgl. Ebenda

[80] Vgl. Müller, 2002, S. 53

[81] Vgl. Freyer, 2009, S. 67

[82] Vgl. Schulz, 2010, S. 34 ff

[83] Vgl. Ebenda, S. 29 ff

[84] Vgl. Freyer, 2009, S. 121 ff

[85] Vgl. Wöhler, 2004, S. 335

[86] Vgl. Bleifuß, 2012, S. 23

[87] Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung

[88] The International Association of Scientific Expert in Tourism

[89] Vgl. Fennell et al., 2007, S. 28

[90] Vgl. Friedl H. , 2002, S. 166f

[91] Vgl. Ferrante, 1994, S. 147

[92] Vgl. Kayed, 2007, S. 90 f

Ende der Leseprobe aus 133 Seiten

Details

Titel
Ethik und Tourismus - Utopie oder Wirklichkeit?
Untertitel
Eine grundlegende Betrachtung
Hochschule
Hochschule München
Veranstaltung
Tourismusmanagement
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
133
Katalognummer
V214007
ISBN (eBook)
9783656423621
ISBN (Buch)
9783656424611
Dateigröße
3254 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Tourismusethik, Nachhaltigkeit im Tourismus, Moralisierung des Tourismus, Tourismus mit Einsicht, Verantwortungsvoller Tourismus, Tourismus- und Reiseethik, Umwelt- und Sozialverträglichkeit im Tourismus
Arbeit zitieren
Kristin Braun (Autor), 2013, Ethik und Tourismus - Utopie oder Wirklichkeit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214007

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