Machiavelli: Die Politik der harten Hand – zum Wohle des Volkes?


Essay, 2005

5 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Machiavelli

Die Politik der harten Hand – zum Wohle des Volkes?

Niccolò Machiavelli gilt als einer der umstrittensten politischen Denker der Renaissance. Er entwickelt seine politischen Theorien unter dem Eindruck großer Instabilität im Italien des ausgehenden 15. Jahrhunderts. Das Land ist in zahlreiche untereinander verfeindete Kleinstaaten zersplittert und wird von ausländischen Mächten bedroht.

Mit absoluter Macht für Ordnung sorgen

Machiavellis hehrer Anspruch ist es, theoretische Grundlagen für einen starken Staat zu legen, um dem Chaos ein Ende zu bereiten. Dies funktioniere seiner Meinung nach nur mit einem starken Fürsten an der Spitze des Staates. Hier setzt Machiavellis berühmtes Werk „Il principe“ an.

Das dort formulierte Staatsziel will die bisherige Politik des Mittelalters mit seiner inneren Zerrissenheit und den sich selbst paralysierenden Partikularinteressen der vielen Fürstentümer überwinden. Demnach sollen alle Interessen der Gemeinschaft hinter die des sich neu abzeichnenden Staates rücken – wohlgemerkt: im Interesse aller.

Um die gute Ordnung, sprich Sicherheit, herzustellen, bedarf es einer willensstarken Führungspersönlichkeit. Der Fürst soll so regieren, dass allein sein Wort gilt und eine Struktur geschaffen wird, in der alle seine Entscheidungen strikt umgesetzt werden: „Das vermag nur die Hand eines Königs, die der übermäßigen Herrschsucht und der Verderbnis der Mächtigen mit unumschränkter Gewalt entgegentritt.“ (Hoerster, S.99).

Das kommt einer deutlichen Kampfansage an die bis dahin mächtigen und zerstrittenen Aristokraten gleich, die sich nun dem Alleinherrscher, dem Monarchen, genauso wie alle anderen Untertanen nicht-adeligen Standes unterordnen sollen. Das einzige Gesetz, was demnach Bestand hat, ist das Gesetz der Macht. Der Monarch kann Gesetze erlassen – selbst beachten muss er sie im Gegensatz zu seinen Untertanen aber nicht.

Machiavelli gilt damit als einer der Vordenker des europäischen Absolutismus und gesellt sich damit in eine Reihe mit Jean Bodin und Thomas Hobbes, die beide Souveränität des Staates nach außen und innen für essentiell für das Überleben betrachteten, ja sogar den Staat erst zu dem weiterdachten, was er heute ist: eine künstliche Person, der Leviathan, idealerweise konfessionell neutral und mit mächtigen Institutionen ausgestattet. „Der Staat bin ich“, wird später der absolutistisch regierende Ludwig XIV. in Frankreich sagen und er dürfte sich mit dem Machiavellismus am besten arrangiert haben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Machiavelli: Die Politik der harten Hand – zum Wohle des Volkes?
Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
5
Katalognummer
V214209
ISBN (eBook)
9783656426455
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
machiavelli, politik, hand, wohle, volkes
Arbeit zitieren
Christian Minaty (Autor), 2005, Machiavelli: Die Politik der harten Hand – zum Wohle des Volkes?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214209

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