Die Metatheorie des Charles Taylor

Gibt es Politik ohne Werte? Warum die Politologie auf die Ideengeschichte angewiesen ist


Essay, 2005
6 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Metatheorien

Gibt es Politik ohne Werte? Warum die Politologie auf die Ideengeschichte angewiesen ist

„Die politische Philosophie tot – zumindest im Augenblick“, sagt Peter Laslett (Rosa,1999:447). In der Tat steht es mit der politischen Ideengeschichte nicht gerade zum Besten. Es hat den Anschein, als käme die reale Politik mittlerweile ohne normative Theorien aus und auch die Politikwissenschaft war in langen Phasen von einem regelrechten „Neutralitätskult“ (Taylor,1975:49) dominiert.

Anhand u.a. der selbstreflexiven Überlegungen Charles Taylors, der u.a. an der McGill University in Montréal lehrt und die Idee des Kommunitarismus entwarf („wie viel Gemeinschaft braucht eine Demokratie?“), kam wieder Bewegung in die Diskussion. U.a. ist dabei die Frage relevant wie sich Sein und Sollen zueinander verhalten und wie politische Theorie und politische Praxis harmonieren können.

Im Nachfolgenden soll diskutiert werden, ob eine rein auf Empirie reduzierte politische Wissenschaft überhaupt bestehen kann oder dies schlichtweg eine Illusion ist. Außerdem soll versucht werden zu klären, inwieweit es noch eine Zukunft für die politische Philosophie im politischen Alltagsgeschäft gibt und wie man trotz oder gerade wegen subjektiver Ideen neutral in der Politikwissenschaft argumentieren kann.

Nicht-messbare Ideen: Das Dilemma der Politikwissenschaft

Es existiert die weit verbreitete Ansicht, dass eine Wissenschaft sich lediglich „mit dem befasst, was war oder sein wird, ohne Rücksicht auf das, was in der jeweiligen Situation ,sein sollte’“ (Taylor,1975:15). Normative Werte sind somit von vorne herein ausgeschlossen. Es gilt: Nur das Messbare und Empirisch-Analytische ist überprüf- und nachvollziehbar – ja, das irgendwie gemeinhin Feststellbare gilt als zumindest halbwegs seriös. Genauso wird seit jeher auch in Wissenschaften wie der Medizin oder Elektrotechnik verfahren. Schließlich müssen die Ergebnisse dort exakt sein und können nicht subjektiven „Launen“ unterliegen.

Bei der politischen Wissenschaft hingegen liegen die Dinge anders. Sie beruht eben nicht nur auf Fakten, legt also kein gänzlich positivistisches Verständnis an den Tag, sondern ist in wesentlichen Teilen von Ideen solch berühmter Philosophen wie Platon oder Rousseau durchdrungen. Jene zunächst nicht immer ganz trennscharfe, greif- oder fassbaren Ideen, insbesondere zu so essentiellen Menschheitsfragen was „wahr“ oder „gut“ ist und generell wie etwas sein soll, haben ihren Ursprung in emotionalen Reaktionen. Sie lassen sich zwar durch Lebenserfahrung begründen – nicht aber durch gesellschaftliche Fakten (vgl. Taylor,1975:16).

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Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Die Metatheorie des Charles Taylor
Untertitel
Gibt es Politik ohne Werte? Warum die Politologie auf die Ideengeschichte angewiesen ist
Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
6
Katalognummer
V214211
ISBN (eBook)
9783656426431
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
metatheorie, charles, taylor, gibt, politik, werte, warum, politologie, ideengeschichte
Arbeit zitieren
Christian Minaty (Autor), 2005, Die Metatheorie des Charles Taylor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214211

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