Neue Wege in der Bildungswissenschaft. Pod- und Vodcasts


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

20 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Podcast
2.1 Definition Podcast
2.2 Funktionen und Motive des Einsatzes von Podcasts in der Bildungswissenschaft

3 Der Podcast „Großwerden mit virtuellen Medien“
3.1 Thema des Podcasts und Verortung in der Bildungswissenschaft
3.2 Motive und Funktionen des Podcasts
3.3 Aufbau und Design
3.4 Reflexion des Podcasts

4 Zusammenfassende Bewertung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Hauptarten von Podcasts nach Schulze et al, 2008, S

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Abbildung 2: Vorteile des Podcasteinsatzes in der Bildungswissenschaft

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Abbildung 3: Anforderungen an die Podcastproduktion

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Abbildung 4: vermuteter und tatsächlicher Zeitaufwand bei der Podcastproduktion

1 Einleitung

Mobiles Lernen ist auf Erfolgskurs. Die sich ständig ausweitende Nutzung mobiler Endgeräte mit Internetzugang, und der Möglichkeit die gängigen Audio– und Videoformate abspielen zu können, (z.B. Smartphones, Netbooks, spezielle mp3–Player) unterstützt diesen Prozess maßgeblich. Der Abruf von Daten und das Kommunizieren im Internet sind dadurch nicht mehr an feste Computerstationen im Sinne von festen Aufenthaltsorten (z.B. Schreibtische, Internetcafés) gebunden. Vielmehr sind Informationen in jedem Lebensbereich unkompliziert abruf– und verwertbar. Selbst die Kosten für einen ungeschränkten Internetzugriff sind durch Flatrates so stark gesunken, dass sie keine große Hürde für dessen Nutzung nach Lust und Laune darstellen.

Für die Bildungswissenschaft eröffnet sich dadurch ein völlig neues Spektrum der Wissensvermittlung, da ubiquitärer Wissenserwerb im „Laufschritt“ möglich wird. Zeit- und ortsunabhängiges Lernen erreicht damit eine Dimension bisher unbekannten Ausmaßes. Diese Entwicklung stellt aber auch neue Anforderungen an die Bildungswissenschaften. Zum einen gehört das Wissen um die neuen technischen Möglichkeiten der Wissensvermittlung dazu. Zum anderen sind eine fundierte Auseinandersetzung mit deren Funktionalitäten und die damit verbundenen Einsatzmöglichkeiten nötig. Der (Lehr–) Rahmen in dem die neuen Anwendungen eingesetzt werden sollen, muss zusätzlich erarbeitet, strukturiert und analysiert werden, damit für die entsprechenden Zielgruppen passgenaue Lernangebote bereitgestellt werden können.

Ein Medium, mit dessen Hilfe mobiles Lernen möglich ist, ist der Podcast. Seine Einsatzmöglichkeit im Bildungsbereich wird in dieser Arbeit dargestellt. Daneben wird der Prozess der eigenen Podcastherstellung kritisch reflektiert und die Frage erörtert, warum sich der erstellte Podcast dem Thema „Großwerden mit virtuellen Medien“ widmet und dieses in der Bildungswissenschaft verortet werden kann.

2 Podcast

Das Wort Podcast ist ein Kunstwort und setzt sich aus den Worten i Pod und Broad cast zusammen. „Die Bezeichnung „Podcast“ kann zu Missverständnissen führen, da zum Hören eines Podcasts nicht zwingend ein “iPod” benötigt wird. Podcasts lassen sich mit einer Vielzahl von Geräten wie beispielsweise handelsüblichen MP3-Playern, PDA’s auf modernen Handys oder dem Computer abspielen.“ (Schmidt, Ketterl & Morisse, 2007, S. 2).

2.1 Definition Podcast

Podcasts sind Audio und/ oder Videodateien, die über ein bestimmtes Dateiformat verfügen und für den Up– und Download im Internet geeignet sind. Ein Podcast setzt sich dabei aus mehreren Beiträgen zusammen, die Episoden genannt werden. Anders als im Hörfunk oder im Fernsehen werden die einzelnen Episoden jedoch nicht zu bestimmten Zeiten ausgestrahlt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Hauparten von Podcasts nach Schulze et al. (2008, S. 234)

Vielmehr bestimmt der User über den Zeitpunkt des Konsums, da über das einfache Abonnement über ein RSS–Feed die neuesten Episoden via Podcast–Client automatisch auf den Computer des Users übertragen werden.

Dieser so genannte Podcatcher ermöglicht damit das Beziehen verschiedener Podcasts und den Download der jeweils aktuellen Episoden auf die Endgeräte (Schulze, Ketterl, Gruber & Hamburg, 2008, S.234). Allerdings können Podcasts auch ohne Podcatcher bezogen und mit Hilfe von Multimedialgeräten abgespielt werden (e–teaching.org.).

2.2 Funktionen und Motive des Einsatzes von Podcasts in der Bildungswissenschaft

Podcasts sind einfach zu handhabende audiovisuelle Medien. Ihre gute Zugänglichkeit über Abonnements, ihre gängigen Dateiformate und die Möglichkeit ihrer Anreicherung mit Bildern, Tönen, Links, pdf–Dokumenten und Videosequenzen (s. Abb.1) bieten gute Einsatzmöglichkeiten im Lehr–Lern–Bereich (Wichelhaus, Schüler, Morisse, Ramm & Möller, 2008, S. 209). So werden im Bereich der (Hochschul)Lehre immer öfter Lerninhalte oder ganze Vorlesungen als Podcasts angeboten (Bastiaens, 2009, S. 94). In diesem Sinn fungieren Podcasts als Learning Objects. „Learning objects can be defined as small […] instructional components that can be reused a number of times in different learning contexts” (Schneider, 2009, S.81). Schneider bringt damit wesentliche Vorteile des Podcastseinsatzes in der Lehre auf den Punkt: Der Einsatz eines erstellten Podcasts kann situativ angepasst werden und dadurch in verschiedenen Lehrkontexten erfolgen.

Weitere Vorteile sehen Wichelhaus et al. (2008, S. 217) für Studierende in der Orts– und Zeitflexibilität des Einsatzes und in der Wiederholbarkeit, aber auch in der Möglichkeit der selbstgesteuerten Unterbrechung des Lernprozesses. „Diese Aspekte bieten den Lernenden eine Individualisierung seiner Lernorganisation.“ (ebd).

Erwähnenswert ist in diesem Kontext ebenfalls, dass der Einsatz von Enhanced Podcasts (z.B. ergänzende Folien) von den Lernenden als Erleichterung des Lernprozesses empfunden, der nicht selten mit dessen Vertiefung verbunden ist (ebd.), denn „Eine Untersuchung über die Effektivität von „mobile learning“ (m-learning) mit Podcasts hat gezeigt, dass die Studierenden der Auffassung sind, dass Podcasts ein effektiveres Wiederholen des Lernstoffes ermöglichen als Lehrbücher und das Lernen besser unterstützen als ihre eigenen Notizen“ (Evans, 2008 zitiert in Fietze & Matiaske, 2009, S. 18).

Auch auf Seiten der Lehrenden lassen sich -neben dem flexiblen Einsatz der Podcasts- Vorteile finden. Ein entscheidendes Kriterium für den Einsatz in der Lehre dürften die Kosten der Podcastherstellung sein. Sie können niedrig gehalten werden, da jeder handelsübliche Computer mittlerweile die Grundausstattung zur Erstellung besitzt. Monetäre Kosten fallen lediglich für ein Mikrofon oder eine externe Video- oder Webcam an, da geeignete Software zur Herstellung als Freeware im Internet bezogen werden kann (vgl. Bastiaens, 2009, S. 89f). Ein weiterer Vorteil ist in der Möglichkeit der Anreicherung der Podcasts mit anderen Dateiformaten zu sehen. Lehrende haben dadurch die Möglichkeit Zusatzliteratur oder vertiefende Ergänzungen unkompliziert an der richtigen Stelle im Podcast einfügen. Zudem sind Podcasts durch die Produktion der Lehrenden personalisiert und können damit genau auf die Person abgestimmt werden. Die Auswahl der zum Einsatz kommenden Töne, Musik und Anreicherungen unterstreichen damit das konkrete Lehrziel und die individuelle Art der Wissensvermittlung.

Aus lerntheoretischer Sicht bietet der Einsatz von Podcasts ebenfalls Vorteile. Die kognitive Theorie multimedialen Lernens nach Mayer (2001, zitiert in Niegemann, Domagk, Hessel, Hein, Hupfer & Zobel, 2008, S. 53) geht davon aus, dass Lernprozesse verbessert werden, wenn mehrere Sinneskanäle beim Lernen über das sensorische Gedächtnis angesprochen werden: Das Arbeitsgedächtnis wird im Verarbeitungsprozess auf verschiedenen Ebenen angesprochen und kann bessere Transferleistungen zum Langzeitgedächtnis erbringen. Der Einsatz von enhanced oder videobasierten Podcasts spricht den auditiven und den visuellen Sinneskanal an. Eine Verbesserung der Lernprozesse kann damit erreicht werden.

Das Hauptmotiv des Einsatzes von Podcasts in der Bildungswissenschaft dürfte damit in ihrer Produktions- und Nutzerfreundlichkeit zu sehen sein, die die Vorteile des mobilen Lernens mit den Vorteilen der Herstellung vereint. Die Hauptfunktion der Verwendung in der Bildungswissenschaft sollte in der Vertiefung der individuellen Lernprozesse liegen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Vorteile des Podcastseinsatzes in der Bildungswissenschaft

3 Der Podcast „Großwerden mit virtuellen Medien“

3.1 Thema des Podcasts und Verortung in der Bildungswissenschaft

Der Podcast „Großwerden mit virtuellen Medien“ beschäftigt sich mit der Vermittlung von medienpädagogischen Inhalten im Kontext des Webs 2.0, da virtuelle Medien in unserem Alltag durch unzählige synchrone, asynchrone und bilaterale Nutzungsmöglichkeiten eine bedeutende Rolle spielen. Neben dem Fernseher ist auch der Computer in all seinen Variationen -vom klassischen Tower über das IPad bis hin zu Smartphones- fester Bestand des Lebens in unserer Gesellschaft geworden. Besonders bei Kindern und Jugendlichen sind die Nutzung und der Zugang zu virtuellen Medien selbstverständlich und Teil ihrer Identität(sfindung), da „interaktive und digitale Medien, kurzlebige Medieninhalte und künstliche Stars sowie Kunstprodukte der Pop–Kultur […] wesentliche Bestandteile der kindlichen und jugendlichen Lebenswelt.“ sind (Dittler & Hoyer, 2008, S.7). Dieser Fakt führt bei Eltern, Erziehern und Lehrern oft zu großen Unsicherheiten im Umgang mit dem Medienkonsumverhalten der Schutzbefohlenen. Um diesen aktiv zu begegnen, bzw. um diese auszuräumen, bedarf es eines bewussten und souveränen Umgangs mit virtuellen Medien im pädagogischen Kontext, denn „Nur wenn Eltern den Medienumgang, das Medienerleben und die Medienkompetenz der Kinder verstehen, können sie sich selbst ein Urteil […] bilden und auf dieser Basis Konsequenzen für ihre eigenen Kinder ziehen.“ (Kloos, 2010, S.40). Dieses Wissen muss im Rahmen der Medienbildung so vermittelt werden, dass Eltern bei der Medienerziehung Hilfe ohne Bevormundung bekommen (ebd.). Die eigene Fähigkeit „Medien in ihrer Vielfalt und Funktion zu kennen und ihre Wirkung zu beurteilen“ (Schriever, 2008, S.116) ist dafür unbedingte Voraussetzung. Um diese Fähigkeit zu erlangen, sind eine Vielzahl von Informationen und die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema virtuelle Medien nötig. Daher wurde das Thema des selbst erstellten Podcast auch relativ offen gewählt, weil dies die Herstellung einer Podcastserie ermöglicht. Zur Wahrung der Übersichtlichkeit bietet sich die Gliederung in die Bereiche „Computerspiele“, „Web 2.0“ und „FSK & Co“ an. Innerhalb dieser Einteilung können verschiedene Podcast mit Unterthemen erstellt und zugeordnet werden. Begonnen wurde zielgerichtet mit dem Thema „FSK & Co“. Darin werden die bestehenden Informationsmöglichkeiten zu Inhalten und Freigaben von PC–Games für Eltern, Erzieher und Lehrer vorgestellt, um eine erste und sichere Orientierung zu diesem brisanten Thema zu ermöglichen und Unsicherheiten reduzieren zu können. Der Zielgruppe soll über diese Lerneinheit zu einem schnellen ersten Erfolgserlebnis verholfen werden, das als Motivation zur weiteren und vertieften Beschäftigung mit dem Thema dienen soll. Motivation und Erfolgserlebnisse sind beim Wissenserwerb von größter Bedeutung, da Lernen nicht erzwungen werden kann und dem entsprechend Lernprozesse nur vom Lerner selbst ausgehen können (Kammerl, 2008, S. 17).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Neue Wege in der Bildungswissenschaft. Pod- und Vodcasts
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V215093
ISBN (eBook)
9783656428107
ISBN (Buch)
9783656437512
Dateigröße
1500 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Podcast Vodcast Bildungswissenschaft audacity Lernen
Arbeit zitieren
Grit Hradetzky (Autor), 2011, Neue Wege in der Bildungswissenschaft. Pod- und Vodcasts , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215093

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