Der Stand und die Fortbewegung in der Rückenschule: Aufbau und Inhalte einer Kursstunde


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beschreibung der Kursgruppe

3. Realistische Einordnung in das Gesamtkonzept des Rückenschulkurses

4. Detaillierte Beschreibung der Inhalte und des Aufbaus der Kursstunde
4.1 Begrüßung der Teilnehmer und Einstieg
4.2 Reflexion der Hausaufgabe
4.3 Aufwärmen und Aktivierung der Teilnehmer
4.4 Der Stand als Thema in der Rückenschule
4.5 Die Fortbewegung als Thema in der Rückenschule
4.6 Entspannung
4.7 Abschluss

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Bei der vorliegenden Ausarbeitung handelt es sich um eine Kursstunde im Rahmen eines präventiven Rückenschulkurses. Konzeptionell ist dieser Kurs als Grundkurs einzustufen, an welchem Personen teilnehmen, die noch keine Erfahrungen im Bereich der Rückenschule gesammelt haben. Die Schwerpunkte der heutigen Kursstunde bilden die Themenbereiche Stand und Fortbewegung im Hinblick auf eine rückenfreundliche Haltung und zur Vermeidung von dauerhaften Fehlbelastungen. Des weiteren liegt die Betonung des präventiven Aspektes der heutigen Kursstunde in der Ausführung funktionaler Kräftigungsübungen sowie dem Walking als Mittel zur universellen Verbesserung körperlicher Leistungsfähigkeit.

Zunächst folgt eine Beschreibung der Teilnehmergruppe bevor anschließend die Einordnung der Kursstunde in das Gesamtkonzept der Rückenschule vorgenommen wird. Ferner werden die übergeordneten Ziele und Inhalte der Kursstunde dargestellt.

Zudem folgt ein Rückblick auf den bisherigen Kursverlauf und die damit verbundenen bisher erworbenen Vorkenntnisse für diese Kursstunde. Anschließend soll erläutert werden, warum gerade diese Schwerpunktbildung einen besonderen Stellenwert einnimmt. Außerdem folgt danach die detaillierte Beschreibung der Kursstunde mit den Zielen, Materialien, Zeitvorgaben und Organisationsformen und dem didaktisch-methodischen Vorgehen.

2. Beschreibung der Teilnehmergruppe

Bei dieser gemischtgeschlechtlichen Gruppe sind die Teilnehmer hinsichtlich ihres Alters, das zwischen 30 und 50 Jahren liegt, und ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit als eine heterogene Gruppe einzustufen. Der Altersdurchschnitt der Gruppe beträgt etwa 45 Jahre.

Die Gruppengröße beträgt 15 Personen, wobei sich überwiegend Männer an der Rückenschule beteiligen. Die Teilnehmer kannten sich aus unterschiedlichen Gründen mehrheitlich bereits vor diesem Kurs untereinander. Die Durchführung der Rückenschule liegt bei einem Verein und findet in dessen Sporthalle statt.

Die anatomisch-physiologischen Vorkenntnisse über den Rücken und das Wissen über die damit verbundenen Probleme sind in etwa gleichem Maße bei den Teilnehmern vorhanden. Pathologische Veränderungen liegen bei keinem. Es handelt sich bei den Teilnehmern um Personen, die mehrheitlich noch keine Probleme mit dem Rücken haben oder hatten. Lediglich bestehen bei einigen Teilnehmern muskulären Dysbalancen aufgrund z. B. der sitzenden Berufstätigkeit. Weitere physio-pathologische Einschränkungen gibt es nicht. Die Motive der Gruppenmitglieder diesen Kurs zu besuchen sind primärpräventiv ausgerichtet. Dazu zählen u. a. auch die krankmachenden

Einflüsse aus der Umwelt oder bedingt durch ihr eigenes Fehlverhalten auf Dauer zu erkennen und zu beseitigen.

Das ausgewählte Übungsgut ist so auf die Gruppe abgestimmt, dass die körperliche Leistungsfähigkeit aller Teilnehmer ausreicht, um die Anforderungen zu erfüllen. Somit sollte jeder Teilnehmer nach dem Grundkurs aufgrund biologischer Adaptationsvorgänge Verbesserungen hinsichtlich seiner Vitalität und damit einhergehend auch des psychosozialen Wohlbefindens ausmachen können.

3. Realistische Einordnung in das Gesamtkonzept des Rückenschulkurses

Bevor im weiteren Verlauf auf die Gliederung der Stunde eingegangen wird, sollen vorher noch die allgemeinen Ziele der Rückenschule aufgezeigt werden. Die Rückenschule ist ein Programm, durch das Strategien zur Senkung gesundheitlicher, potentiell pathogener Risiken (Prävention) vermittelt und gesundheitsförderliche, salutogene Ressourcen (Gesundheitsförderung) vermehrt werden sollen. Die Rückenschule ist ein Verhaltenstraining, das darauf abzielt, den Menschen, ganz im Sinne der WHO, zu einem eigenverantwortlichen, gesundheitsbewussten und Risikofaktoren vermeidenden Handeln zu führen.

Unter Gesundheitsverhalten werden alle Maßnahmen und Handlungen (auch Unterlassung von Handlungen) verstanden, die dazu beitragen, das individuelle Gesundheitspotenzial zu fördern. Darüber hinaus sollen die Teilnehmer ihr Körperbewusstsein schulen, die körperliche Fitness verbessern (z. B. Beweglichkeit, Koordination, Kraft) und sich langfristig zur Durchführung wirkungsvoller Alltagsstrategien (Life-time-Sport, Bewegung, Entspannung) motivieren (vgl. Kempf 2003, 8).

Dieser auf die Prävention von Rückenbeschwerden ausgelegte Kurs umfasst 10 Einheiten á 60 Minuten. Alle Kursstunden werden von einem Diplom-Sportwissenschaftler mit der Zusatzqualifikation DVGS-Rückenschullehrer durchgeführt. Nach § 20 SGB V sind Präventionsmaßnahmen dieser Art von den Krankenkassen bezuschussungsfähig, so dass sich die Kosten der Maßnahme anteilig die Krankenkasse und das jeweilige Mitglied bzw. der Kursteilnehmer teilen. Die Intentionen der Teilnehmer, warum sie diesen Kurs mitmachen, sind folgenden Bereichen zuzuordnen:

- Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen und Krankheiten
vorzubeugen
- Wissen erwerben
- Tipps für die Berufspraxis bekommen
- rückengerechtes Verhalten in verschiedenen Situationen erlernen
- funktionale Übungen, speziell für den Rücken, kennen lernen (Dehnen und Kräftigen)
- die Vitalität und das allgemeine Wohlbefinden steigern.

Aus den vorhergehenden Stunden haben sich die Teilnehmer bereits anatomische und physiologische Kenntnisse über Aufbau und Funktion der Wirbelsäule und Bandscheiben angeeignet. Muskuläre Dysbalancen sowie die Maßnahmen des Kräftigens und Dehnens der Muskulatur, um dem entgegenzuwirken, sind ebenfalls bekannt. Außerdem haben die Teilnehmer bereits einige funktionale Übungen kenngelernt und theoretische Kenntnisse über die Beckenkippung und das Rädchenmodell von Brügger gesammelt. Ferner wurde bereits eine Praxiseinheit zum Funktionskreis Hinsetzen-Sitzen-Aufstehen absolviert. Die fünfte Kursstunde beschäftigt sich, aufbauend auf den beiden vorgeschalteten Einheiten, mit stehenden und sitzenden Tätigkeiten des täglichen Lebens. Dabei werden im Rahmen der Verhaltens- und Verhältnisprävention ergonomische Aspekte angesprochen und rückengerechtes Verhalten erlernt. Die nächsten beiden Kursstunden haben zwei Funktionskreise zum Inhalt. Mit Heben-Tragen-Bücken sowie Hinlegen-Liegen-Aufstehen kommen zwei weitere wichtige Aspekte des täglichen Lebens hinzu, die besondere Berücksichtigung im Rahmen der Prophylaxe von Krankheiten haben sollten. Die letzten drei Termine beschäftigen sich mit der praktischen Anwendung der erlernten funktionalen Übungen. Dies soll der Verinnerlichung der Übungen dienen, damit die Teilnehmer auch nach dem Ende des Kurses in der Lage sind, selbständig funktionale Übungen auszuführen. Weitere entscheidende Punkte der letzten Kursstunden sind rückenfreundliche Sportarten, die zur allgemeinen Krankheitsvorsorge und zur Steigerung der Vitalität ausgeübt werden können und sich rückenfreundlich umsetzten lassen sowie Wahrnehmungsübungen, die das Bewusstsein für rückengerechtes Verhalten schulen.

Das Kurskonzept dieses Grundkurses der Rückenschule ist an den Rahmenplan der Karlsruher Rückenschule angelehnt und beträgt zehn Stunden á 60 Minuten.

Folgende Themengebiete sind enthalten:

1. Organisatorisches, Ablauf des Kurses, gegebenenfalls finden Themenwünsche der Teilnehmer im Kurs Berücksichtigung, Muskelfunktionstest, Körperwahrnehmungsübung
2. Aufbau und Funktion der Wirbelsäule und der Bandscheiben, Dehnung und Kräftigung, Entspannung
3. Muskuläre Dysbalancen, Beckenkippung, Rädchenmodell von Brügger, Funktionskreis Hinsetzen-Sitzen-Aufstehen, verschiedene Sitzmöbel, Körperwahrnehmungsübung
4. Der Stand und die Fortbewegung, Einführung in das Walking, Entspannung
5. Stehende und sitzende Tätigkeiten des täglichen Lebens, ergonomische Aspekte Arbeitsplatz (Büro, Haushalt), Dehnübungen
6. Heben-Tragen-Bücken, Entspannung
7. Hinlegen-Liegen-Aufstehen, Körperwahrnehmungsübung
8. Rücken und Sport, Entspannung
9. Rückentipps, Rückenparcours, Körperwahrnehmungsübung
10. Funktionale Übungen zur Kräftigung und Dehnung, Zusammenfassung der behandelten Themen, Muskelfunktionstest, Entspannung

(vgl. Kempf 2003, 65).

Der Schwerpunkt der ausgearbeiteten 4. Stunde dieses Gesamtkonzeptes liegt darin, den Teilnehmern eine physiologische Haltung im Stand bewusst zu machen, damit sie eigenständig, auch außerhalb des Kurses, in der Lage sind rückenfreundlich zu stehen. Weiteres Ziel der heutigen Kurstunde ist, die Aufmerksamkeit der Gruppe auf die physiologisch korrekte Haltung beim Gehens zu lenken, um die Teilnehmer für die eigene Weise des Gehens zu sensibilisieren und gegebenenfalls auf Dauer schädliche Körperhaltungen zu vermeiden. Die Aspekte des Stehens und des Gehens sind deshalb so bedeutsam, weil sie ständig, mehrmals täglich, dauerhaft und bis ins hohe Alter ausgeübt werden.

Außerdem sollen die Teilnehmer mit der Sportart Walking eine Möglichkeit kennen lernen die Gesundheit umfassend zu stärken und zugleich etwas für den Rücken tun zu können. Die Berechtigung der Kursstunde an dieser Stelle im Gesamtkurs ergibt sich aus den Inhalten der vorherigen Stunde und der nachfolgenden, die themenübergreifend miteinander verknüpft sind und als Einheit im Rückenschulkurs gesehen werden können.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Der Stand und die Fortbewegung in der Rückenschule: Aufbau und Inhalte einer Kursstunde
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Rückenschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
19
Katalognummer
V21951
ISBN (eBook)
9783638254328
ISBN (Buch)
9783638776288
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit &quot,Der Stand und die Fortbewegung als Themen in der Rückenschule: Aufbau und Inhalte einer Kursstunde&quot, befasst sich mit der Konzeption eines zehn Einheiten umfassenden Grundkurses in der Rückenschule. Innerhalb dieser Konzeption ist die o. g. Thematik eine 60 minütige Kurstunde, die methodisch, didaktisch und trainingswissenschaftlich beleuchtet wird. Die Note der Arbeit findet zu 7,5 % Berücksichtigung in der Diplom-Endnote.
Schlagworte
Stand, Fortbewegung, Rückenschule, Aufbau, Inhalte, Kursstunde
Arbeit zitieren
Oliver Heckmann (Autor), 2004, Der Stand und die Fortbewegung in der Rückenschule: Aufbau und Inhalte einer Kursstunde, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21951

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