Erneuerbare Energien. Wirtschaftsfaktor in wirtschaftsschwachen, peripheren Räumen

Beschäftigungseffekte erneuerbarer Energien


Essay, 2012

11 Seiten


Leseprobe

Erneuerbare Energien – Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagbar?

Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima und dem darauf folgenden Beschluss der Bundesregierung bis zum Jahr 2022 alle Kernkraftwerke in Deutschland schrittweise abzuschalten und sich in diesem Zuge als erste Industrienation der Welt endgültig von der Atomkraft zu verabschieden, gewinnen erneuerbare Energien immer mehr an Bedeutung.

Auch andere konventionelle Energieträger wie die fossilen Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas) sollen unter anderem aufgrund deren sich bereits heute abzeichnenden Erschöpfung, bis 2050 sukzessive durch erneuerbare Energien ersetzt werden, wodurch diese ebenfalls an Bedeutung zunehmen und in den Fokus der Betrachtung rücken.[1]

Durch die damit einhergehenden Veränderungen bezüglich der Beschäftigung im Energiesektor, insbesondere der Beschäftigungswegfall in der konventionellen Energiebranche, ist es naheliegend, einen Blick auf die durch erneuerbare Energien implizierten Beschäftigungseffekte, oder auch Arbeitsplatzeffekte genannt, zu werfen.

Zentrale Fragen sind dabei, inwieweit erneuerbare Energieträger konventionelle Energiequellen bezüglich deren Beschäftigtenzahlen substituieren können beziehungsweise ob und inwieweit deren Arbeitsplatzeffekte positiv ausfallen um insbesondere in wirtschaftsschwachen, peripheren Räumen[2] mit hoher Arbeitslosigkeit einen lokalen, nachhaltigen Wirtschaftsfaktor zu bilden und somit nicht ,,nur’’ gut für die Umwelt in Sachen Umwelt- und Klimaschutz sind sondern zugleich auch für Wohlstand sorgen indem sie sich positiv auf den deutschen Arbeitsmarkt auswirken, Arbeitsplätze schaffen und somit folglich auch 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Um mögliche Antworten auf diese Fragen zu finden und um deren Relevanz bezüglich der Beschäftigung im Energiesektor einschätzen und beurteilen zu können bedarf es im Vorfeld einer grundlegenden Vorstellung und Kenntnis darüber, was erneuerbare Energien eigentlich sind, aus welchen Quellen sie gewonnen werden, mit welchen Vor- und Nachteilen ihre Nutzung einhergeht und wie viel Potenzial beziehungsweise Effizienz in ihnen steckt.

Erneuerbare oder auch regenerative Energien werden, anders als fossile Energieträger, zumindest nach menschlichem Ermessen als unerschöpflich und umweltfreundlich angesehen, da sie entweder aus sich kurzfristig von selbst erneuernden Quellen oder solchen, deren Nutzung nicht zur völligen Erschöpfung der Quelle selbst beiträgt, gewonnen werden und somit nachhaltig zur Verfügung stehen. Dies erfolgt durch die laufende Speisung aus Solarenergie, geothermischer Energie und Gezeitenenergie sowie durch die Energiegewinnung aus Biomasse. Die auf Sonneneinstrahlung basierende Energie ist für vielzählige, weitere erneuerbare Energien wie beispielsweise Windenergie oder Wasserkraft verantwortlich.[3]

Eines der wesentlichsten Vorteile von besonders hoher Relevanz, den die Nutzung von erneuerbaren Energien mit sich bringt ist der Klimaschutz, wobei die Art wie Wärme gewonnen wird eine konstitutive Rolle spielt. Deutschlandweit macht allein die Wärmeversorgung von Gebäuden 40 Prozent der energiebedingten CO2-Emmissionen aus, welche spürbar gesenkt werden könnten, wenn ein Teil der Heizenergie von fossilen Brennstoffen auf Solarwärme, Biomasse, Erd- und Umweltwärme umgestellt werden würde.[4] Laut dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung soll ,,(d)er Einsatz erneuerbarer Energien .. maßgeblich dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 und bis 2050 um mindestens 80 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.’’[5] Dies wäre nicht ,,nur’’ gut für das Klima, sondern auch für die Zukunft der gesamten Menschheit auf Erden. Ein weiterer nennenswerter Vorteil ist die enorme Kosteneinsparung, da regenerative Energien teilweise unentgeltlich verfügbar oder vergleichsweise günstig sind indem beispielsweise Solarenergie sowie Erd- und Umweltwärme nicht käuflich erworben werden müssen oder Biomasse präferiert aus Holz- oder Pflanzenresten stammt. Ein Kostenfaktor dabei sind lediglich die Anschaffungskosten der zur Energienutzung notwendigen Anlagen welche jedoch durch die geringen Betriebskosten der Anlagennutzung kompensiert werden und anfänglichen Investitionen beispielsweise geringe Heizkosten gegenüberstehen. Zudem bietet die Bundesregierung ein umfangreiches Maß an vielfältigen Förderangeboten, um dem Kostenfaktor entgegenzuwirken. Vorteilhaft gestaltet sich auch das Vorkommen erneuerbarer Energien in heimischen Regionen, da sich sowohl Solarenergie, als auch Erd- und Umweltwärme in diesen effizient nutzen lassen und Biomasse größtenteils aus regionalem Anbau stammt, wodurch bezüglich der Energieversorgung eine stückweite Unabhängigkeit von Energieimporten erreicht wird und die Reduzierung der Importe somit auch der Wirtschaft mehr Planungssicherheit gibt. Auch die Standortsicherung ist durch die Nutzung erneuerbarer Energien vorteilhaftig betroffen. Die global zunehmende, durch den Klimawandel hervorgerufene, kritische Einstellung zur Klimaproblematik erhöht die weltweite Nachfrage nach modernsten, technischen Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien, welche größtenteils in Deutschland hergestellt werden. Das erhöht die Exportchancen und impliziert nicht ,,nur’’ eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland, sondern auch eine Innovationsförderung und lässt zukunftssichere Arbeitsplätze entstehen.[6]

[...]


[1] Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (2011).

[2] Überwiegend ländliche Räume mit hoher Arbeitslosigkeit und vergleichsweise geringem Pro-Kopf-Einkommen (PKE), die nur einen geringen Anteil zum gesamten Bruttoinlandsprodukt (BIP) beitragen.

[3] Kaltschmitt, Streicher, Wiese (2005), S. 4.

[4] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2009).

[5] Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (2011).

[6] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (2009).

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Erneuerbare Energien. Wirtschaftsfaktor in wirtschaftsschwachen, peripheren Räumen
Untertitel
Beschäftigungseffekte erneuerbarer Energien
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Öffentliche Finanzen und Public Management)
Autor
Jahr
2012
Seiten
11
Katalognummer
V229967
ISBN (eBook)
9783656457947
ISBN (Buch)
9783656458487
Dateigröße
940 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erneuerbare Energien, EEG, Wertschöpfungseffekte, Beschäftigungseffekte
Arbeit zitieren
Oliver Niessen (Autor), 2012, Erneuerbare Energien. Wirtschaftsfaktor in wirtschaftsschwachen, peripheren Räumen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229967

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