Methodisch-didaktisches Handbuch zur Förderung der Kreativität im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit


Studienarbeit, 2012

46 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Rezeption der Vorlesungen
2.1. Medienpädagogik, Medium, Medien
2.2. Medienkompetenz
2.3. Ästhetik und Kommunikation
2.4. Pädagogik der Sinne
2.5. Ästhetische Medien am Beispiel Bildende Kunst

3. Vertiefung
3.1. Begriffsklärung „Kreativität“
3.2. Nutzen der Kreativität
3.3. Vier Phasen der Kreativität

4. Methoden zur Förderung der Kreativität
4.1. Methoden nach Betty Edwards
4.1.1. Vasen-Gesichter
4.1.2. Überkopf Zeichnen
4.2. Methoden hinsichtlich der Persönlichkeitsmerkmale
4.2.1. Sensibilität
4.2.2. Assoziationsfähigkeit
4.2.3. Flexibilität
4.2.4. Originalität
4.2.5. Mut und Bedürfnis sich zu äußern
4.2.6. Sich etwas anders vorstellen können
4.2.7. Spontanität
4.2.8. Analyse und Synthese
4.3. Methoden aus dem Blockseminar „Kreatives Gestalten“
4.3.1. Opener
4.3.2. Grafische Methoden
4.3.3. Malerische Methoden
4.3.4. Plastische Methoden
4.3.5. Weitere Methoden
4.3.6. Impressionen aus dem Blockseminar

5. Abbildungsverzeichnis

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Dieses Portfolio soll dazu dienen die Bedeutung von Kreativität zu klären und als methodisch-didaktisches Handbuch zur Förderung von Kreativität fungieren. Wie im weiteren Verlauf beschrieben ist Kreativität für unsere Gesellschaft unabdingbar. Doch viel zu selten steht diese Eigenschaft in unserem Bildungssystem im Mittelpunkt. Meine persönliche Motivation bildete sich außerdem aus meiner bisherigen praktischen Erfahrung. Einmal jährlich betreue ich eine Gruppe von Behinderten und Nicht-Behinderten Kindern auf einer Integrationsreise. Dabei werden oftmals auch eine Menge kreative Projekte durchgeführt. Für diese und andere Tätigkeitsbereiche soll dieses Portfolio eine Grundlage für die kreative Arbeit mit Kindern und Jugendlichen schaffen und praktische Ideenanreize bieten.

Um ein Fundament zu den Begrifflichkeiten der Medienpädagogik zu schaffen, rezeptiere ich im ersten Teil über einige Aspekte der beiden Vorlesungsteile. Thematischer Schwerpunkt bildet hierbei der erste Vorlesungsteil bei Prof. Dr. sc. Saretz. Als Einstieg in mein vertiefendes Thema gebe ich eine Definition über die Kreativität und komme darauffolgend auf den Nutzen der Kreativität in unserer Gesellschaft zu sprechen. Im weiteren Verlauf spreche ich über die vier Phasen in einem kreativen Prozess. Da aber in erster Linie methodisch-didaktische Aspekte zur Förderung der Kreativität aufgeführt werden sollen, spreche ich im Anschluss daran über praktische Methoden nach Betty Edwards. Es folgen Methoden der Kreativitätsförderungen nach Persönlichkeitsmerkmalen sowie Methoden aus dem besuchten Blockseminar „kreatives Gestalten“ durch Frau Meißner. Den Abschluss bildet die Reflexion des Moduls Grundlagen der Medienpädagogik.

2. Rezeption der Vorlesungen

2.1. Medienpädagogik, Medium, Medien

Um eine Grundlage zu schaffen, sollen zunächst die wichtigsten Begrifflichkeiten bestimmt werden. Die „Medienpädagogik umfasst alle Fragen der pädagogischen Bedeutung von Medien und den Nutzungsbereichen Freizeit, Bildung und Beruf. Dort wo Medien als Mittel der Information, Beeinflussung, Unterhaltung, Unterrichtung und Alltagsorganisation Relevanz für die Sozialisation des Menschen erlangen, werden sie zum Gegenstand der Medienpädagogik.“ (Hüther/ Schorb 2005, S. 265).

Bei der Medienpädagogik unterscheidet man des Weiteren zwischen zwei wichtigen Begriffen, dem Medium und den Medien. Beide Wörter lassen sich aus dem lateinischen Begriff „medius“ ableiten, was so viel bedeutet wie „in der Mitte befindlich/ mittlerer/ Vermittlung“. Das Medium ist ein materieller Zeichenträger, quasi ein Vermittler zwischen zwei Komponenten. Beispiele für den Begriff des Mediums sind unter anderem Bilder, Fotografien, Spiele, Theaterstücke und Erzählungen. Medien hingegen sind Hilfs- bzw. Lehrmittel wie Folien, Tafelbilder oder PowerPointPräsentationen. Massenmedien und technische Medien lassen sich sinnbildlich zwischen den Begriffen platzieren. Sie können beide Funktionen vertreten, sowohl die des Zeichenträgers als auch die des Lehrmittels.

Medien können zum einen nach Sinneskanälen unterschieden werden. Hierbei gibt es die visuellen Medien, wie z.B. Tafelbilder und Abbildungen, die auditiven Medien wie Reden und Diskussionen und die audio-visuellen Medien wie z.B. Reden mit Bildern, Filme und Videos. Zum anderen lassen sich Medien auch nach ihrem Technikeinsatz unterscheiden. Hierbei spricht man von Primär-, Sekundär- oder Tertiärmedien. Primärmedien bezeichnen Medien ohne notwendigen Einsatz von Technik. Das Singen mit einer Gitarre wäre ein Beispiel hierfür. Die Gitarre als Medium ist zwar vorhanden, kann aber auch weggelassen werden. Auch das Sprechen oder Mimik und Gestik sind Primärmedien. Sekundärmedien bezeichnen Medien, die einen Technikeinsatz nur auf der Produktionsseite abverlangen. Passende Beispiele hierfür wären die Zeitung, Bücher und Fotos. Tertiärmedien, wie z.B. das Fernsehen und das Internet, benötigen sowohl auf der Produktions- als auch auf der Empfängerseite den Einsatz von Medien.

Die Medienpädagogik beschäftigt sich mit einer Vielzahl unterschiedlicher Medien wie Musik, Theater und Spiel, kreatives Schreiben und Literatur, Körpersprache im Bereich Bewegung und Tanz, technische Medien sowie bildende Kunst. Alle Bereiche können sich überschneiden und fördern den Erwerb wichtiger sozialer Kompetenzen. Doch der Umgang muss gelernt sein, denn Medien bürgen auch Gefahren.

2.2. Medienkompetenz

„MK“ [Medienkompetenz] „ist die Fähigkeit auf der Basis strukturierten zusammenschauenden Wissens und einer ethisch fundierten Bewertung der medialen Erscheinungsformen und Inhalte sich Medien anzueignen, mit ihnen kritisch, genussvoll und reflexiv umzugehen und sie nach eigenen inhaltlichen und ästhetischen Vorstellungen, in sozialer Verantwortung sowie in kreativem und kollektivem Handeln zu gestalten.“ (Hüther/ Schorb 2005, S. 262). Daraus lassen sich sechs Hauptziele für die Medienpädagogik und der damit zusammenhängenden Medienkompetenz zusammentragen. Als erstes Ziel ließe sich die Prävention bzw. das Bewahren nennen. Denn durch Einschränkung, Verbot, Zensur und Zurückdrängung der medialen Freizeitaktivitäten können erste Mediengefahren ausgeschaltet werden. In einer mediendurchfluteten Welt kann dieses Ziel alleine jedoch nicht ausreichend sein, zumal Verbote auch einen Reiz schaffen. Demzufolge müsste das zweite Ziel, die Informationsvermittlung, angeschlossen werden. Hierbei sollte ein Medienverständnis durch Kenntnisse über die Medien gefördert werden. Das dritte Ziel der Medienpädagogik ist das Erlernen eines sensiblen und kritischen Umganges mit Medien. Durch die Sensibilisierung solle vor Medieneinflüssen geschützt werden und vor allem die Fähigkeit zur Analyse gestärkt werden. In diesem Zusammenhang sollte über mögliche Manipulationen und Gefahren gesprochen werden. Darauf aufbauend folgt das vierte Ziel, die Aktivierung. Aus Medienkonsumenten sollen Medienproduzenten werden. Hierfür soll unter dem Begriff der aktiven Medienarbeit der eigene Medieneinsatz erprobt werden. Selbst eine Geschichte schreiben, statt eine zu lesen oder selbst einen Film drehen statt fernzusehen. Das fünfte Ziel ist eng mit dem vorherigen verknüpft. Es beschreibt die Befreiung aus der passiven Konsumentenrolle durch Kommunikation und eigene Handlungsf ä higkeit. Das letzte Ziel ist die Funktionalisierung. Hier soll geklärt werden, dass Medien wie Werbung oder politische Propaganda den Mediennutzer funktionalisieren.

Oftmals wird die eigene Medienkompetenz nicht hinterfragt. Viel zu wichtig scheinen die Funktionen der Medien. Sie dienen zur Unterhaltung, zur Kommunikation sowie zur Bildung und Informationsbeschaffung. Auch wenn keine lebensbedrohliche Abhängigkeit zu den Medien besteht, können sich die wenigsten ein Leben ohne vorstellen. Die Medienkompetenz hinkt hierbei immer ein Stück hinterher. Zu schnelllebig sind die neuen Medien. Oberflächlich erscheint die Medienkompetenz als generationsabhängig, doch auch die jüngere Generation ist sich häufig nicht sicher im Umgang mit Medien. Man ist kompetent im Bezug auf das eigene Handeln, nicht aber über die Folgen. Viele sind beispielsweise bei technischen Problemen auf Hilfe angewiesen und auch beim Umgang mit sozialen Netzwerken gibt es häufig Probleme. Sei es, dass die Nutzer nicht wissen, was mit ihren Daten geschieht oder wer tatsächlich Zugriff auf Fotos und Beiträge hat.

2.3. Ästhetik und Kommunikation

Ästhetik und Kommunikation sind zwei Begriffe, die im Zusammenhang der Medienpädagogik auftauchen.

Ästhetik stammt aus dem griechischen Wort aisthesis und beschreibt eine sinnliche Wahrnehmung. Heute wird mit Ästhetik die Wahrnehmungs- und Erkenntnislehre bezeichnet. Die Ästhetik beschäftigt sich also mit sinnlichen Erfahrungen und wird häufig als Synonym für schön, geschmackvoll, kunstvoll und harmonisch bezeichnet.

In der Ästhetik unterscheidet man zwischen vier Formen. Die normative Ästhetik beschreibt inwieweit gewisse Normen erfüllt sind. Beispielsweise ist eine Kanne dann ästhetisch, wenn ihre Norm als Kanne erfüllt ist. Sie darf nicht kleckern, sie sollte einen Henkel besitzen, sie sollte zu befüllen sein etc. Hier geht es also praktisch um die Urteilskriterien. Bei der Produktions- und Rezeptions ä sthetik werden Entstehungs- und Wirkungsformen betrachtet. In dem Zusammenhang bezeichnet die Produktionsästhetik die Kommunikation, warum etwas als schön bezeichnet wird und die Rezeptionsästhetik die Aufnahme und Wertung eines Gegenstandes oder eines Gebildes ohne zu wissen, warum es schön ist. Bei der funktionalen Ästhetik wird die Funktion für die Psyche des Menschen betrachtet. Beispielsweise wenn es um die Möblierung beim Amt geht. Hierbei wird unter anderem darauf geachtet, dass der Tisch zum Klienten gerichtet ist, damit dieser sich unterbewusst angenommen fühlt und ihm Interesse vermittelt wird. Auch die Lehre des Feng-Shui wäre ein Beispiel für die funktionale Ästhetik, da diese sich damit beschäftigt die Räume so einzurichten, dass sie mehr Wohlfühl-Atmosphäre bieten. Die Waren ä sthetik hingegen bildet eine Überschneidung von Kunst und Gebrauchsgegenständen. Um den Verkauf von Produkten anzukurbeln, wird eine Ästhetik geschaffen, die den Verbraucher anspricht. Hier steht der Schein statt des Seins im Vordergrund. (Behrouz 2010, S. 16)

Ziel der Ästhetik ist es die Wahrnehmung für ästhetische Phänomene zu sensibilisieren, die Bedeutung und Funktion zu analysieren sowie Urteilskriterien und Urteilsfähigkeit zu ermöglichen. Dabei ist erneut die aktive Komponente von besonderer Wichtigkeit (siehe Aktivierung 2.2. Medienkompetenz).

2.4. Die Pädagogik der Sinne

Umweltfaktoren jeglicher Art werden über bestimmte Sinnesorgane wahrgenommen. Wir Menschen besitzt fünf Sinne, den optischen Sinn durch unsere Augen, den akustischen Sinn durch unser Gehör, den olfaktorischen Sinn durch unsere Nase, den haptischen Sinn durch unsere Haut und unsere Hände sowie den gustativen Sinn durch unsere Zunge.

Dabei können die verschiedenen Sinnesempfindungen unter anderem durch Genusstraining in ihrer Wahrnehmung stimuliert und sensibilisiert werden. Der Sehsinn kann durch die Betrachtung von Farben, Strukturen, Bewegungsabläufe und Bildern intensiviert werden.

Das Gehör kann durch achtsames Hören stimuliert werden. Das genaue Hinhören von Vogelgezwitscher, das Plätschern von Wasser, das Eingießen von Mineralwasser in ein Glas oder das Laufen auf frischem Schnee kann zu einer neuen Sinneserfahrung führen. Hierbei würden sich auch Klanghütten eignen, in denen man die verschiedensten Geräusche erzeugen kann.

Gerüche können durch Riechspiele intensiver wahrgenommen werden oder auch durch einen Spaziergang in der Natur.

Durch das Ertasten von Gegenständen unterschiedlicher Form und Struktur kann die haptische Wahrnehmung intensiviert werden. Sand kann durch die Finger gerieselt werden, der Unterschied zwischen Öl und Wasser ertastet werden sowie unterschiedliche Temperaturen, Konsistenzen und Oberflächen berührt werden. Der Geschmack kann durch Blindes essen erprobt werden oder auch durch Probieren von Nahrung unterschiedlicher Konsistenzen und Geschmacksrichtungen. Eine intensive Sinneserfahrung, führt zu einer intensiven Körpererfahrung.

2.5. Ästhetische Medien am Beispiel Bildende Kunst

Jedes Medium hat Gestaltungsbereiche. Anhand der bildenden Kunst sollen hierfür typische Bereiche benannt werden. Grundsätzliche zählt die bildende Kunst acht Bereiche. Den Bildgegenstand, die Bildform, die Bildfarbe, die Bildkomposition, die Bildeinheit, die Bildspannung, die Bildbewegung sowie den Bildraum. Der Bildgegenstand ist im Grunde das Thema eines Bildes und bezeichnet, was auf einem Bild dargestellt wird und wie diese Erscheinungen im Zusammenhang stehen. In der Abbildung Abb. 01 könnte man den Bildgegenstand mit einem geschlossenen Kreis bezeichnen sowie mit relativ exakten Strichen. Weiter ließe sich hier interpretieren, was diese Symbole bedeuten könnten. Da es eine altersbezogene Malentwicklung gibt, lässt sich aus dem Bildgegenstand außerdem erkennen, ob ein Förderbedarf besteht, beispielsweise wenn sich ein fünfjähriges Kind noch immer in der Kritzelphase befindet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 01 Bildgegenstand- Kreis mit Strichen

Die Bildform bezeichnet das äußere Erscheinungsbild der gemalten Objekte sowie des Bildformates. Hierbei wird das Objekt vereinfacht betrachtet. In der Abbildung Abb. 02 ist der Bildgegenstand ein Pinsel. Die Bildform ist geschlossen auf sehr länglichem Format. In diesem Bild hat der Bildgegenstand eine große Bedeutung, da er das Bild voll einnimmt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 02 Bildform- Pinsel

Bei dem Gestaltungsbereich der Bildfarbe spielt die Farbdeutung eine große Rolle. Denn jede Farbe vermittelt eine andere Stimmung. Gelb und orange wirken gemeinhin sonnig und freundlich. Rot ist die Farbe für Gefahr oder auch für die Liebe, während Blau kalt und abweisend wirkt.

Die Bildkomposition bezeichnet die Anordnung aller Bildelemente. Hierbei ist das Format des Blattes entscheidend für die Gesamtwirkung des Bildes. Längliche Querformate haben eine demütige, behagliche Wirkung (siehe Abb. 03). Querformate, die dem Format eines A4-Blattes gleichen, wirken behaglich, unkreativ und eher langweilig (siehe Abb. 04). Nahezu quadratische Formate hingegen haben eine harmonische und feste Wirkung (siehe Abb. 05).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 03 Bildkomposition

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Abb. 04 Bildkomposition

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Abb. 05 Bildkomposition

Hochformate mit den Maßen eines A4-Blattes haben einen starken und stolzen Effekt (siehe Abb. 06). Durch länglichere Formate kann dies noch verstärkt werden.

Das Bild wirkt hochtrabend und übermütig. Besonders bei Plakaten werden diese Formate genutzt, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen (siehe Abb. 07).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 06 Bildkomposition

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Abb. 07 Bildkomposition

Auch die Betrachtung des Ausschnittes wird bei der Bildkomposition beachtet. Denn eine unterschiedliche Darstellung einer Personengruppe löst auch eine unterschiedliche Wirkung aus. Werden Menschen überall auf dem Blatt verteilt, hat dies den Effekt, als wären besonders viele Menschen zu sehen (siehe Abb. 08). Wird dieselbe Anzahl der Menschen jedoch klein in einer Bildecke aufgezeigt, wirkt dies auf den Betrachter wie eine kleine Menschengruppe. Auch die Bedeutung der Personen rückt hierbei in den Hintergrund.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 08 Bildkomposition Menschenmasse

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Abb. 09 Bildkomposition Kleine Menschengruppe

Die Bildeinheit beschreibt, ob das Bild in sich geschlossen ist. Hierbei beschränkt sich die Konzentration in erster Linie auf das Notwendige.

Die Bildspannung wiederum beschäftigt sich damit inwieweit das Bild interessant wirkt. Eine Bildspannung kann durch Kontraste wie groß- klein, hell- dunkel, nah- fern etc. hervorgerufen werden.

Der Gestaltungsbereich der Bildbewegung beschreibt ob das Bild bewegt oder starr wirkt.

Der Bildraum betrachtet die Räumlichkeit und die Perspektive eines Bildes. Hierbei wird eine Entfernung durch eine Verkleinerung des Gegenstandes vermittelt (siehe Abb. 10). Durch eine Bildüberlappung können Bilder näher bzw. entfernter dargestellt werden (siehe Abb. 11). Durch den Einsatz von Schrägen (siehe Abb. 12) bzw. durch die Verkürzung von Linien und Flächen (siehe Abb. 13) kann eine Perspektive vorgetäuscht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 10 Entfernung durch Verkleinerung

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Abb. 11 Entfernung durch Überlappung

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Abb. 12 Perspektive durch Schrägen

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Abb. 13 Perspektive durch Verkürzung

3. Vertiefung

3.1. Begriffsklärung „Kreativität“

Bevor der Nutzen der Kreativität sowie praktische Methoden zur Förderung aufgeführt werden, gilt es zunächst die Schlüsselbegriffe zu klären. Denn was bedeutet Kreativität überhaupt? "Eine Idee wird von der jeweiligen sozialen Umwelt als kreativ akzeptiert, wenn sie neu ist oder neuartige Elemente enthält und wenn in der Idee ein angemessener Beitrag zur Lösung eines äußeren Problems oder einer inneren Spannung gesehen wird." (Fachlexikon der sozialen Arbeit 1997, S. 590) Anders ausgedrückt: kreativ ist ein Mensch, der es schafft neue Denkinhalte hervorzubringen. Hierbei wird unterschieden zwischen der subjektiven und der objektiven Kreativität. Subjektiv ist die Kreativität wenn die entsprechenden Denkinhalte für das produzierende Individuum neu sind. Ein Kleinkind, welches zum ersten Mal eine Sonne malt besitzt also eine subjektive Kreativität. Als objektive Kreativität bezeichnet man Denkinhalte, die für die Gesellschaft und die Umwelt neu sind. Die Erfindung der Glühbirne durch Thomes A. Edison oder des ersten Flugzeuges durch Otto Lilienthal bezeichnet man dementsprechend als objektive Kreativität.

3.2. Nutzen der Kreativität

„ Mit akademischer Intelligenz ist man auf das Durcheinander- und die Chancen-, die die Wechself ä lle des Lebens mit sich bringen, praktisch ü berhaupt nicht vorbereitet. Doch obwohl ein hoher IQ keine Garantie f ü r Wohlstand, Ansehen oder Gl ü ck im Leben ist, fixieren sich unsere Schulen und unsere Kultur auf akademische F ä higkeiten und ignorieren die emotionale Intelligenz “ [und auch die kreative Intelligenz]. (Goleman 1997, S. 56).

[...]

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten

Details

Titel
Methodisch-didaktisches Handbuch zur Förderung der Kreativität im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit
Hochschule
Fachhochschule Lausitz in Cottbus
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
46
Katalognummer
V231574
ISBN (eBook)
9783656484486
ISBN (Buch)
9783656484509
Dateigröße
1117 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienpädagogik, Kunst, Kreativität, Kreativitätsförderung, Phantasie, Medium, Medien, Medienkompetenz, Ästhetik, Sensibilität, Assoziationsfähigkeit, Kreatives Gestalten
Arbeit zitieren
Virginia Mazur (Autor), 2012, Methodisch-didaktisches Handbuch zur Förderung der Kreativität im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231574

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