Systematische Darstellung und ökonomische Analyse von Kreditsicherheiten


Hausarbeit, 1996

18 Seiten, Note: gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Literaturverzeichnis

1 Kreditsicherung und Kreditsicherheiten
1.1 Das Risiko einer Kreditvergabe
1.2 Begriffsdefinition
1.3 Unterscheidungskriterien von Kreditsicherheiten

2 Darstellung der vertraglichen Sicherheiten
2.1 Personensicherheiten
2.1.1 Bürgschaft
2.1.2 Garantie
2.1.3 Patronatserklärung
2.2 Sachsicherheiten
2.2.1 Sachsicherheiten an Rechten
2.2.1.1 Pfandrecht
2.2.1.2 Forderungszession
2.2.2 Sachsicherheiten an Mobilien
2.2.2.1 Eigentumsvorbehalt
2.2.2.2 Pfandrecht
2.2.2.3 Sicherungsübereignung
2.2.3 Sachsicherheiten an Immobilien
2.2.3.1 Hypothek
2.2.3.2 Grundschuld

3 Einzelne ökonomische Funktionen der vertraglichen Kreditsicherheiten
3.1 Personensicherheiten
3.1.1 Bürgschaft
3.1.2 Garantie
3.1.3 Patronatserklärung
3.2 Vertragliche Sicherheiten
3.2.1 Sachsicherheiten an Rechten
3.2.2 Sachsicherheiten an Mobilien
3.2.3 Sachsicherheiten an Immobilien

4 Allgemeine ökonomische Funktionen der vertraglichen Sicherheiten

Literaturverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Einzelne Kreditsicherungen im Rahmen der Kreditsicherung erscheinen heutzutage in unzähligen Fällen und in einer Vielzahl von Ausprägungen sowie gesetzlichen Verankerungen. Dies liegt der Anpassung der jeweiligen Sicherheiten beispielsweise nach der Laufzeit des Kredites oder der Anpassung an das Kreditvolumen zugrunde.

Allgemein soll eine Kreditsicherheit einen eingeräumten Kredit (vom lat. "credere": vertrauen) den Kreditgeber über das Vertrauen auf Schuldnermoral und Bonität hin im Sinne des Wortes absichern. Da die Gewährung eines Kredites und deren Auszahlung sich zeitlich gesehen in der Gegenwart abspielt, die Rückzahlung des Kreditnehmers jedoch erst zukünftig eintritt, soll durch die Kreditsicherheit die Ungewißheit der Zukunft eingeschränkt bzw. eleminiert werden.

Aufgrund der Breite dieses Themas liegt das Hauptaugenmerk dieser Arbeit bei den Kreditsicherheiten im engeren Sinne, und dort bei den vertraglichen Sicherheiten. Damit werden z. B. Fragen der Kreditfähigkeit oder Kreditwürdigkeit und deren Prüfung nicht näher behandelt.

1 Kreditsicherung und Kreditsicherheiten

1.1 Das Risiko einer Kreditvergabe

Unabhängig von der Kreditart hat jeder Kreditvertrag zur Folge, daß der Kreditgeber vorleisten muß.[1]

Dies sei am Beispiel des Geldkredites verdeutlicht. Der Kreditgeber gibt dem Kreditnehmer einen Geldbetrag und erhält dafür das Versprechen, von jenem in der Zukunft Tilgungs- und Zinszahlungen zu erhalten.

Da sich die Vermögenslage des Kreditnehmers während der Dauer des Kredites verschlechtern kann oder der Kreditgeber im Zeitpunkt der Kreditvergabe möglicherweise nicht über ausreichende Informationen über den Kreditnehmer, seine Vermögenslage und deren Entwicklung verfügt, besteht für den Kreditgeber die Gefahr, daß die Zahlung des Kreditnehmers nicht wie vereinbart erfolgen.[2]

Mit Hilfe von Kreditsicherheiten soll also diese Gefahr einer Ausbleibenden Zahlung des Kreditnehmers ausgeschlossen werden.

1.2 Begriffsdefinition

Eine Sicherheit im Rechtssinne bedeutet eine absolute Gewähr für die ausstehende Zinszahlungen und Tilgungen des Kredites. Sie garantiert für den Fall einer künftigen Zahlungsunfähigkeit oder auch nur Zahlungsunwilligkeit des Kreditnehmers die Erfüllung der schuldnerischen Verpflichtung gegenüber dem Kreditgeber.[3]

Grundsätzlich läßt sich der Begriff "Kredit" bankbetriebswirtschaftlich und betriebswirtschaftlich unterscheiden.

Führt man den Begriff des Kredits auf seinen semantischen Ursprung zurück (lat. credere), so bedeutet "Kredit" zweifellos, daß jemand Vertrauen hat, im speziellen Fall also der Kreditgeber, eine für bestimmte Zeit in Form einer Geldsumme gewährte Kapitalnutzung vom Kreditnehmer uneingeschränkt zurückzuerhalten.[4]

Damit ist bereits der wirtschaftliche Kreditbegriff angesprochen, wonach eine Kreditbeziehung zwischen den Beteiligten dann besteht, wenn eine wirtschaftliche Leistung und die dazugehörige Gegenleistung zeitlich auseinanderfallen.[5]

Diese Auffassung bedarf in bankbetriebswirtschaftlicher Sicht einer Modifizierung insofern, als Kreditleistungen die Gesamtheit derjenigen Dienstleistungen des Bankbetriebes umfassen, deren Ergebnis in einer "Kreditgewährung" (originäre Kreditleistung) und/oder in einer "Kreditvermittlung (derivativen Kreditleistung) besteht.[6]

Neben der banktypischen Begriffsprägung (...) ist der Begriff von vielfältigen betriebswirtschaftlichen Ausprägung zu unterscheiden.[7]

Es gibt verschiedene Unterscheidungskriterien, nach denen Kreditsicherheiten geordnet werden können [8], die unter Punkt 1.3 dargestellt werden.

1.3 Unterscheidungskriterien von Kreditsicherheiten

1. akzessorische und fiduziarische Sicherheiten:

Akzessorische Sicherheiten sind unmittelbar mit der gesicherten Forderung verbunden; beispielsweise geht mit dem Untergang der Forderung auch die Sicherheit unter. Hierunter fallen Bürgschaft, Patronatserklärung, Pfandrecht und Hypothek. Fiduziarische Sicherheiten sind von einer Forderung losgelöst; sie gehen deshalb mit dem Untergang einer zugrundeliegenden Forderung nicht unter sondern können selbständig bestehen. Hierunter fallen Sicherungsübereignung, Sicherungsabtretung, Garantie und Grundschuld.[9]

2. Personen- und Realsicherheiten:

Kennzeichnend für eine Personensicherheit ist, daß zusätzlich zum Kreditnehmer eine dritte Person für den Kredit einsteht, während das Charakteristische einer Realsicherheit (= Sachsicherheit) darin liegt, daß der Kreditgeber Rechte an Vermögensteilen erhält, die er notfalls liquidieren kann.[10]

3. gesetzliche und vertragliche Sicherheiten:

Hier unterscheidet man zwischen geborenen (= gesetzlichen) Sicherheiten, welche der Gesetzgeber im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) als Rechte zu Sicherungszwecken gestaltet hat (z.B. Hypothek, Bürgschaft, Pfandrechte) und gekorene Sicherheiten. Dies sind Rechte, die ihrem ursprünglichen Wesen und rechtlichen Gehalt nach nicht zur Sicherung von Forderungen bestimmt waren (z.B. Sicherungsübereignung, Sicherungsabtretung), jedoch durch langjährige Rechtssprechung ausgestaltet worden sind.[11]

Eine weitere übergreifende Unterteilung wird zwischen Kreditsicherheiten im weiteren und engeren Sinne gemacht.

Unter dem Begriff der Kreditsicherung im weiten Sinne sind grundsätzlich sämtliche Maßnahmen des Kreditgebers einzuordnen, die darauf abzielen, das Risiko eines teilweisen oder gänzlichen Ausfalls der einzelnen Kreditforderungen zu minimieren.[12]

Die Kreditsicherung im engeren Sinne wird in die oben angeführten gesetzlichen Sicherheiten und vertraglichen Sicherheiten unterschieden. Unter den vertraglichen Sicherheiten wird nochmals zwischen Personensicherheiten und Sachsicherheiten an Rechten, beweglichen und unbeweglichen Sachen unterschieden.[13]

Im weiteren Verlaufe dieser Arbeit wird nur auf die vertraglichen Sicherheiten eingegangen.

[...]


[1] Adams, M.; Ökonomische Analyse der Sicherungsrechte (1980), S. 104

[2] Adams, M.; Ökonomische Analyse der Sicherungsrechte (1980), S. 47

[3] Jährig, A.; Handbuch des Kreditgeschäftes (1973), S. 202

[4] Wittgen, R.; Moderner Kreditverkehr (1970), S. 16 f.

[5] Eilenberger, G.; Bankbetriebswirtschaftslehre (1986), S. 109

[6] Eilenberger, G.; Bankbetriebslehre (1986), S. 109

[7] Rudolph, B.; Kreditsicherheiten (1984), S. 18

[8] Jährig, A.: Handbuch des Kreditgeschäftes (1973), S. 212

[9] Obst, G./Hintner, O.; Geld-, Bank- und Börsemwesen (1988), S. 328-332

[10] Perridon, L./Steiner, M.; Finanzwirtschaft der Unternehmung (1988), S. 221

[11] Jährig, A.; Handbuch des Kreditgeschäftes (1973), S. 204-205

[12] Obst, G./Hintner, O.; Geld-, Bank- und Börsenwesen (1988), S. 327

[13] Entnommen aus: Drukarczyk, J.; Finanzierung (1989), S. 320-321

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Systematische Darstellung und ökonomische Analyse von Kreditsicherheiten
Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Bochum gGmbH  (Betriebswirtschaftslehre)
Veranstaltung
Finanzierungslehre
Note
gut
Autor
Jahr
1996
Seiten
18
Katalognummer
V23183
ISBN (eBook)
9783638263542
ISBN (Buch)
9783638759762
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit ist als Einführung in die Kreditsicherheiten zu sehen und soll einen systematischen Überblick über Kreditsicherheiten geben.
Schlagworte
Systematische, Darstellung, Analyse, Kreditsicherheiten, Finanzierungslehre
Arbeit zitieren
Mathias Bellinghausen (Autor), 1996, Systematische Darstellung und ökonomische Analyse von Kreditsicherheiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23183

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