Der Alte Mensch - im Wandel der Zeit


Referat (Ausarbeitung), 2000
12 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Eine Zukunftsvision

2.0 Begriffsklärung „alter Mensch“

3.0 Familiale Situation seit 1600.

3.1 Mittelalter und Frühe Neuzeit

3.2 Aufklärung und Frühindustrialisierung

4.0 Alte Menschen in unserer Gesellschaft
4.1 Das Ansehen im Wandel der Zeit
4.1.1 Ehrfurcht als historischer Begriff
4.1.2 Veränderungen seit dem 20. Jahrhundert
4.2 Problemlagen durch die „Alten – Rolle“
4.3 Stigmatisierung alter Menschen

5.0 Folgerungen für die heutige Sozialarbeit
5.1 Erste Aufklärungsversuche
5.2 Aktives Handeln im Alltag

Literaturverzeichnis

Anhang

1.0 Eine Zukunftsvision

„`Im Jahre 2030´: Das Pflegeheim in Regensburg Königswiesen ist ein Glaspalast, der 50.000 Pflegefälle aus der Oberpfalz, aber auch anderen Gebieten Bayerns beherbergt. Die Anlage ist rationalisiert, die Pflege nach modernsten Maßstäben organisiert. Das ärztliche Pflegepersonal ist auf 500 Personen gesenkt worden.

Das Pflegeheim gleicht einer automatischen Fabrik: Fließbandpflege. Die Betten mit den Siechen werden durch Videokameras überwacht, jedes Bett ist eine eigene kleine Pflegemaschinerie. In das Gestell sind verschiedene Geräte eingebaut, die den Patienten überwachen; auch an einen eigenen Fütterungsautomaten wurde gedacht. Er reagiert auf Augenbewegungen des Patienten. Die Alten werden über Katheter entsorgt, kein Pfleger ist genötigt, sie zu reinigen oder zu windeln.

Im Gegensatz zu früheren Zeiten werden die Pfleglinge auch nicht mehr nur einmal in der Woche gebadet. Eine für Pflegeheime konstruierte Waschstraße erlaubt es, die Bettlägerigen ohne großen Aufwand jeden Tag zu duschen. Eine Freiaufhängung der Patienten sorgt dafür, dass es keine der gefürchteten Wunden durch liegen gibt.

Soweit sie ansprechbar sind, genießen die Alten täglich dreißig Minuten Zuwendung durch einen Psychotherapeuten, der auf gerontologische Fälle spezialisiert ist. Sterbende werden intensiver betreut. Experten betreuen die Sterbenden. Die Fachleute für `Orthothanasie´ (`richtiges Sterben´) kontrollieren und korrigieren gegebenenfalls den Sterbeverlauf. Im Lehrplan für Sterbehelfer sind Sterbestufen und entsprechende Betreuungsmaßnahmen aufgeführt. Bei Abweichung von den wissenschaftlich festgelegten Sterbestufen greifen die Sterbehelfer ein und erleichtern gesprächstherapeutisch die Übergänge.

So etwa könnte sich im Jahr 2030 die Lage für viele Alte darstellen. Ein überzeichnetes Horrorbild?“ (vgl. Liß/Lübbert 1993, 7f.).

2.0 Begriffsklärung „alter Mensch“

Den Begriff „alter Mensch“ zu definieren ist sehr problematisch, da Menschen über 60 Jahre eine, bezüglich der Lebensmerkmale Gesundheit, Einkommen und des psychophysischen Wohlergehen, höchst unterschiedliche Gruppe in unserer Gesellschaft darstellen (vgl. Ebel 1987, 39).

So kann sich beispielsweise ein 82jähriger Rentner noch sehr gesund und noch nicht alt fühlen, da er sich noch selbst versorgen und mit seinen Kindern Sport treiben kann. Hingegen eine erst 50jährige Hausfrau bekommt plötzlich das Gefühl alt zu sein, weil ihre jüngste Tochter ein Kind bekommen hat und sie nun das „älteste“ Familienmitglied ist.

Deshalb versucht man drei Altersgruppen die sich an sozialpolitischen Gegebenheiten und Kategorien psychophysischen Wohlbefindens orientiert zu differenzieren.

Es ergibt sich zum einen die Gruppe der „Jungen Alten“ (Vorruheständler) deren Alter bei 55 – 63 Jahren liegt, die zweite Gruppe bilden die „Senioren“ mit einer Altersspanne von 63 – 75 Jahren und die letzte Gruppe der ab 75jährigen, die „Alten Alten“ (Hochbetagte) (vgl. Ebel 1987, 43).

Die „Jungen Alten“ kommen meist mit ihrer „Alten – Rolle“ noch nicht zu recht, sie fühlen sich in der Regel noch jung und aktiv, doch aufgrund ihrer meist frühzeitigen Pensionierung gehören sie nun mal nicht mehr zur erwerbstätigen Bevölkerungsschicht, sind andererseits noch zu jung für den Altenclub.

Die Senioren hingegen haben sich mit ihrem Ruhestand schon arrangiert und zeigen mehr Vitalität und Aktivität. Das Freizeitangebot für diese Altersgruppe ist auch höher als bei den „Jungen Alten“.

Die Gruppe der „Alten Alten“ hat in den letzten 40 Jahren enorm zugenommen und ist vor allem durch einen verschlechterten Gesundheitszustand gekennzeichnet (vgl. Ebel 1987, 44ff.).

Im Allgemeinen kann man davon sprechen, dass sich der Anteil der alten Bevölkerung seit 1871 bis heute verdreifacht hat. Dadurch dass die Zahl der Gesamtbevölkerung abnimmt, wird im Jahre 2020 der Anteil der über 60 Jährigen bei ca. 30 % liegen (vgl. Braun 1992, 9 f.).(Siehe dazu auch Anhang, Folie 1)

3.0 Familiale Situation seit 1600

3.1 Mittelalter und Frühe Neuzeit

Im Mittelalter herrschte die Mehrgenerationenfamilie vor, da der größte Teil der Bevölkerung dem Bauerntum angehörte und es dort aus praktischen, bzw. produktiven Gründen üblich war in einer Großfamilie zu leben. Diese bestand aber nicht nur aus miteinander Verwandten Personen, sondern auch aus Hilfsarbeitern, dem sogenannten Gesinde.

Das Leben damals in einer Familie[1] war nicht derart rosig wie man es sich heute vorstellt. Sogar die Kinder wurden sehr streng zum arbeiten erzogen und wurden in der Familie dem Gesinde gleichgestellt. Dies war nicht nur bei Bauern sondern auch bei Handwerkern zu beobachten. Im allgemeinen kann man von keiner guten Eltern – Kind – Bindung sprechen, was sich natürlich auch auf die Emotionen der älteren Generation gegenüber auswirkte.

Obwohl damals nur sehr wenige ein hohes Alter erreichen konnten, gab es keine Garantie für sie eine liebevolle und qualitativ hochwertige Betreuung zu erhalten. Dies war ein Grund für viele bürgerliche aber hauptsächlich adelige Menschen sich in ein Kloster oder Spital[2] einzukaufen. Das Bauerntum konnte sich diese „Altenheime“ nicht leisten und so wurde bei der Hofübergabe zwischen Alt – und Jungbauer die Versorgung der Alten geregelt (z.B. wer welchen Eingang benutzt). Dadurch konnten die Alten zwar in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, aber wenn sie Pflegebedürftig waren, dann wurde dies vom Gesinde übernommen (vgl. Liß/Lübbert 1993, 54ff.).

3.2 Aufklärung und Frühindustrialisierung

Die Familiäre Situation auf dem Land änderte sich als die Hilfsarbeiter in die Städte zogen. Dort nahm die außerhäusliche Betreuung, bzw. Versorgung älterer Menschen zu. So war es beispielsweise davon abhängig ob sie durch eigenes Verschulden verarmt und vereinsamt alt wurden oder nicht, je nach dem fiel die Unterstützung aus, die hauptsächlich von Kirchen geleistet wurde.

[...]


[1] Der Begriff „Familie“ ist erst seit dem 18. Jhdt. in der deutschen Sprache, er kommt aus dem lateinischen und bedeutet „Haus“, was mit den gesamten Bauersleuten und ihrem Gesinde die alle unter einem Dach lebten zu verbinden ist

[2] Klöster oder Spitäler waren sozusagen die Altenheime der vorindustriellen Zeit\

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der Alte Mensch - im Wandel der Zeit
Hochschule
Fachhochschule Regensburg  (Sozialwesen)
Veranstaltung
Kultursoziologie
Note
1,0
Autor
Jahr
2000
Seiten
12
Katalognummer
V23797
ISBN (eBook)
9783638268417
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alte, Mensch, Wandel, Zeit, Kultursoziologie
Arbeit zitieren
Iris Hackermeier (Autor), 2000, Der Alte Mensch - im Wandel der Zeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23797

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