Form und Funktion der Verhandlung von Liminalität in Pat Barkers "Border Crossing"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013

22 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. (Ritual)theoretische Ansätze zur Liminalität
2.1 Grundlegende Definitionen
2.2 Arnold van Genneps Übergangsriten
2.3 Victor Turners Ansatz zur Liminalität

3. Liminalität in Pat Barkers Border Crossing
3.1 Liminale Charaktere im Roman – Danny Miller alias Ian Wilkinson
3.2 Long Garth – Ein Schwellenraum
3.3 Kinder als Schwellenwesen in der Gesellschaft

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ein Kind begeht einen Mord – eine Vorstellung, welche in unserer Gesellschaft mit einem Bruch sämtlicher kultureller Erwartungen verbunden ist. Kinder überschreiten eine unsichtbare Grenze und prägen hierdurch ihren weiteren Lebensweg. Doch was verleitet Kinder dazu einen Mord zu begehen? Was geschieht mit ihnen, nachdem sie gemordet haben? Werden sie jemals wieder ein völlig normales Leben führen können, in jener Gesellschaft, die sie einst verstoßen hat? Pat Barkers Roman Border Crossing befasst sich inhaltlich mit genau solchen Fragen. Es geht um Kinder, die in unserer Gesellschaft Schwellen überschreiten, aus der selbigen ausgeschlossen und wiedereingegliedert werden. Insbesondere geht es um Danny Miller, welcher im Alter von zehn Jahren eine alte Frau ermordet haben soll. Er wird verurteilt, inhaftiert und letztlich mit neuer Identität wieder zurück in die Gesellschaft entlassen. In der vorliegenden Arbeit soll die Form und Funktion der Verhandlung von Liminalität in Pat Barkers Border Crossing untersucht werden. Damit eine fundierte Analyse hinsichtlich der Fragestellung realisiert werden kann, ist es zunächst unerlässlich, einige Grundlagen aus der Ethnologie bzw. aus der Ritualforschung vorzustellen. Einführend werden im ersten Teil dieser Arbeit grundlegende Definitionen zur Liminalität angeführt. Im Anschluss daran werden ritualtheoretische Ansätze von Arnold van Gennep (Übergangsriten) und Victor Turner (Das Ritual) vorgestellt. Im textanalytischen dritten Teil wird später allerdings primär von Victor Turners Liminalität die Rede sein, da der Begriff im eigentlichen Sinne von diesem geprägt wurde. Die Vorstellung der Übergangsriten ist allerdings dennoch von Relevanz, da van Genneps Schwellenphase den Ausgangspunkt von Turners Überlegungen bildete. Der textanalytische dritte Teil dieser Arbeit wird sich dann mit dem Roman Border Crossing befassen. Es erfolgt eine Analyse der Romans, hinsichtlich der Form und Funktion der Verhandlung von Liminalität. Die zuvor vorgestellten Grundlagen werden auf ausgewählte Inhalte des Romans angewendet. Dieser Teil soll verdeutlichen, inwieweit sich der Inhalt des Romans mit den Ausführungen Turners deckt, bzw. welche Parallelen diesbezüglich erkennbar sind. Das Fazit soll die relevantesten Aspekte abschließend noch einmal zusammenfassen und versuchen, auf die Ausgangsfragestellung Bezug zu nehmen.

2. (Ritual)theoretische Ansätze zur Liminalität

Um den Roman Border Crossing von Pat Barker hinreichend auf die Form und Funktion der Verhandlung von Liminalität analysieren zu können, ist es notwendig, im Vorfeld einige theoretische Grundlagen aus der Ritualforschung aufzuzeigen. Im Folgenden werden zunächst die Begriffe Liminalität, Transgression und Emergenz kurz erläutert, um im Anschluss daran zwei der bedeutendsten ritualtheoretischen Ansätze vorzustellen. Die Rede ist hier von Arnold van Genneps Übergangsriten und Victor Turners Ausführungen zur Liminalität.

2.1 Grundlegende Definitionen

Liminalität : Ursula Wiest-Kellner (2008: 423) erklärt einführend, dass der Begriff der Liminalität vom lateinischen Wort limen (= Schwelle) stammt. Die Liminalität beschreibt die der Angliederungsphase folgende Schwellenphase in Arnold van Genneps beschriebenen Übergangsriten. Van Gennep, so Wiest-Kellner (2008: 423), hat die Übergangsrituale in einem drei-Phasen Modell zusammengefasst, da sozialer Wandel und andere Veränderungen in verschiedenen Kulturen auch als eine Art räumlicher Grenzüberschreitung betrachtet werden. Van Gennep bezeichnet die Phasen als Trennung, Übergang und Angliederung. Auf die Übergangsriten wird in einem späteren Abschnitt noch genauer eingegangen. Der schottische Ethnologe Victor Turner griff van Genneps Theorie in den 1960er Jahren auf und formulierte hieraus eine „komplexe Theorie sozialer Veränderungsprozesse.“ (Wiest-Kellner 2008: 423).

Transgression : Guido Isekenmeier (2008: 725) beschreibt, dass das Wort Transgression aus dem Lateinischen (= transgressio) stammt und ins Deutsche mit „Überschreiten“ oder „Übergang“ zu übersetzen ist. Als „transgressiv“ sind Praktiken der Performanz zu bezeichnen, durch welche kulturelle Grenzen überschritten werden (Isekenmeier 2008: 725). Eine Grenzüberschreitung, so Isekenmeier (2008: 725), kann sowohl horizontal als auch vertikal erfolgen. Als vertikale Grenzüberschreitungen sind hier bspw. Normenverstöße „die das Verhältnis von Oben und Unten im Inneren einer sozialen Ordnung regeln“ zu bezeichnen, während hingegen horizontale Grenzüberschreitungen „die Differenz von Innen und Außen prozessieren.“ (Isekenmeier 2008: 725). Die Beschäftigung mit Transgressionen spielt gerade bei der Überschreitung gesellschaftlicher Grenzen im Ritual eine wichtige Rolle und ist somit für den weiteren Verlauf dieser Arbeit relevant.

Emergenz : Günter Küppers (2008: 158) erklärt, dass der Begriff Emergenz aus dem Lateinischen (= emergere) stammt und zu Deutsch mit „auftauchen“ übersetzt werden kann. Mit dem Begriff Emergenz „bezeichnet man [...] das Erscheinen neuer Qualitäten, die sich nicht aus den Gesetzmäßigkeiten einer bestimmten Ebene der Evolution erklären lassen.“ (Küppers 2008: 158). Mit anderen Worten: Der Begriff der Emergenz beschreibt „die Nichtvorhersagbarkeit des Resultats“ (Stritzke 2011: 54).

2.2 Arnold van Genneps Übergangsriten

Van Gennep (2005: 15) bezeichnet den Übergang eines Individuums von einer Gruppe in eine andere bzw. den Wechsel eines Individuums von einer sozialen Position in eine andere als notwendig. Diese Notwendigkeit werde wiederum durch das Leben selbst geschaffen. Im Laufe eines Lebens durchläuft der Mensch verschiedenste Etappen, welche sich in ihren Anfangs- bzw. Endphasen sehr ähneln: „Geburt, soziale Pubertät, Elternschaft, Aufstieg in eine höhere Klasse, Tätigkeitsspezialisierung“ (van Gennep 2005: 15). Jede dieser Etappen ist verbunden mit speziellen Riten und Zeremonien, welche allesamt das gleiche Ziel verfolgen: Das Individuum soll aus einer genau definierten Situation in eine neue, ebenso klar definierte Situation überführt werden (van Gennep 2005: 15). Mit der Verfolgung dieses Ziels müssen Etappen im Leben eines Menschen überwunden und Grenzen überschritten werden. Das Ergebnis ist ein neues, verändertes Individuum.

In seinem Buch hat van Gennep (2005: 21) den Versuch unternommen, sämtliche zeremonielle Sequenzen, die das Individuum beim Übergang von einer Situation in eine andere begleiten, zusammenzufassen und in einer Theorie zu verfestigen. Aufgrund der Wichtigkeit, die van Gennep den Übergangsriten zuschreibt, untergliedert er diese in Trennungs-, Umwandlungs- und Angliederungsriten (van Gennep 2005: 21). Victor Turner greift insbesondere die Umwandlungsphase wieder auf und modifiziert sie, wie in einem späteren Kapitel noch genauer erläutert wird. Der Übergang eines Individuums von einer Situation in eine Andere verläuft nach van Gennep also wie folgt: Zunächst befindet sich das Individuum in einer Phase der Loslösung, bevor es in der anschließenden Phase der Umwandlung auf die Integrationsphase vorbereitet wird. Van Gennep (2005: 21) verdeutlicht jedoch, dass die Phasen in verschiedenen Kulturen und Gesellschaften unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Eine weitere Unterteilung der drei Phasen ist bei entsprechend ausgestalteter Schwellenphase möglich (van Gennep 2005: 21).

Um seine Vorstellung von rituellen Übergängen metaphorisch zu veranschaulichen, stellt van Gennep (2005: 25) modellhafte Bezüge zu räumlichen Übergängen her. Er bezeichnet die Grenze als „imaginäre Linie“, welche lediglich auf Landkarten zum Vorschein kommt (van Gennep 2005: 25). Van Gennep (2005: 25) geht es bei seinen Überlegungen primär um Grenzüberschreitungen „magisch-religiöser Art“. Den Übergang eines Menschen von einer sozialen Situation in eine Andere, beschreibt van Gennep (2005: 27) anhand des Systems der neutralen Zonen bei den Halbzivilisierten. In der neutralen Zone hat jeder Mensch das Recht sich aufzuhalten. Van Gennep (2005: 27) beschreibt, dass die „Relativität des Sakralen“ dazu führt, dass die beiden Räume jenseits der neutralen Zone von einer Person, welche sich in der neutralen Zone befindet, als der sakralen Sphäre zugehörig angesehen werden. Von den Personen, welche sich in den angrenzenden Räumen der neutralen Zone befinden, wird hingegen das „Niemandsland“ als sakral empfunden (van Gennep 2005: 27). Der Sphärenwechsel eines Menschen stellt somit eine ganz besondere Situation dar: „er schwebt zwischen zwei Welten“ (van Gennep 2005: 27). Diese besondere Situation im Leben eines Menschen bezeichnet van Gennep als Transitions- bzw. Schwellenphase. Van Gennep zeigt in seinem Buch auf, dass alle Zeremonien die den Menschen beim Wechsel seiner sozialen Position begleiten eine Schwellenphase beinhalten.

An dieser Stelle soll van Genneps Vorstellung von Gesellschaft aufgezeigt werden. Van Gennep (2005: 34) beschreibt, dass es innerhalb der klassischen Gesellschaft soziale Gruppen gibt, welche sich entsprechend ihres Zivilisationsgrades voneinander abgrenzen. Exemplarisch führt van Gennep ein Haus an, welches aus Fluren und Zimmern besteht. Der Wechsel von einem Zimmer in ein anderes erweist sich als unterschiedlich schwierig. Die Dicke der Wände ist abhängig von der Ähnlichkeit der Zivilisationsformen. Je ähnlicher sich zwei Zivilisationsformen sind, desto dünner sind die Wände und desto leichter ist die Kommunikation miteinander (van Gennep 2005: 34). In halbzivilisierten Gesellschaften, so van Gennep (2005: 34), erweist sich ein Raumwechsel als schwierig, da hier eine starke Isolation zwischen den Räumen vorherrscht. Ein Raumwechsel setzt hier bestimmte Zeremonien und Riten voraus. Das Modell der isolierten Räume lässt sich aber laut van Gennep (2005: 34) auch auf Individuen anwenden. Wenn es einem sozialen Wesen (durch Geburt, spezielle Fähigkeiten, etc.) nicht möglich ist, das Haus oder einzelne Räume zu betreten, dann lebt es in völliger Isolation. Diese isolierte Person ist dann stark und schwach zugleich, da sie sich zum Einen außerhalb einer bestimmten Gesellschaft befindet, zum Anderen aber auch als der sakralen Welt zugehörig angesehen wird (van Gennep 2005: 34). Diese besondere Situation führt dann dazu, dass einige Völker diese Person abstoßen (töten, misshandeln, ausrauben) würden, während hingegen andere Völker sie fürchten und als machtvoll verehren (van Gennep 2005: 35). Van Gennep (2005: 35f.) beschreibt, dass er bei seinen Studien von Zeremonien einzelner Individuen oder Gruppen von Fremden, trotz der Vielfalt, eine einheitliche Struktur hat feststellen können: „Die Ankunft zahlreicher Fremder löst stets Handlungen aus, die die soziale Kohäsion einer Lokalgruppe stärken“. Bei Ankunft Fremder, flüchten die Bewohner des Dorfes an einen bestimmten Ort und bringen sich in Sicherheit. Bevor der Fremde das Dorf betreten darf, muss er seine Intention kundtun und den ersten Kontakt zu den Dorfbewohnern suchen (van Gennep 2005: 36). Dieser erste Kontakt, so van Gennep (2005: 36), steht für die Phase der Annäherung. Im Anschluss an diese Phase kommt es zu einem Austausch von Geschenken. Die Dorfbewohner bieten dem Fremden sowohl Nahrung, als auch eine Unterkunft innerhalb der Gemeinschaft an (van Gennep 2005: 36). Der Schwellenphase folgt dann die Phase der Integration. Diese Phase ist gekennzeichnet durch bestimme Integrationsriten, welche sich in jeder Bevölkerungsgruppe bzw. Gemeinschaft unterscheiden (van Gennep 2005: 36). Van Gennep (2005: 36) beschreibt, dass die Dauer der einzelnen Phasen je nach Bevölkerungsgruppe stark variiert. Im Grunde genommen stellt sich das Prozedere aber immer gleich dar: Die Fremden „müssen stehenbleiben, warten, eine Schwellenphase durchlaufen, hineingehen und aufgenommen werden.“ (van Gennep 2005: 36).

2.3 Victor Turners Ansatz zur Liminalität

Victor Turner griff van Genneps ritualtheoretische Überlegungen in den 1960er Jahren auf und modifizierte bzw. erweiterte diese (Stritzke 2011: 53). Turner fokussierte seine Arbeit hier primär auf die Mittlere der drei Übergangsphasen – die Schwellenphase – und formulierte hieraus eine „komplexe Theorie sozialer Veränderungsprozesse“, welche wichtige Einblicke hinsichtlich Wirkung, Symbolik und Erfahrungswerten von Übergangsritualen lieferte (Vgl. Wiest-Kellner 2008: 423). Stritzke (2011: 54) beschreibt, dass Schwellenerfahrungen in der ethnologischen Ritualforschung auch als Liminalität bezeichnet werden. Die Liminalität beschreibt hier einen Vorgang der Grenzüberschreitung, durch welchen sich das Individuum im Zustand eines „betwixt and between“ befindet (Stritzke 2011: 54).

Turner erforschte die Übergangsrituale der Ndembu, welche er in seinen Werken überwiegend als Beispiel anführt. Bei seinen Beobachtungen ging es Turner, im Gegensatz zu van Gennep, nicht primär um die Struktur der Riten, sondern um deren soziale Funktion innerhalb der Gesellschaft. Turner (2005: 94) beschreibt die drei Phasen des Übergangs in einer an die Neuzeit angepassten Form. Die Phase der Trennung beschreibt Turner als die Loslösung eines Individuums oder einer Gruppe „von einem früheren fixierten Punkt der Sozialstruktur, von einer Reihe kultureller Bedingungen [...] oder von beidem gleichzeitig“. Die darauf folgende Schwellenphase, so Turner (2005: 94), ist zugleich eine Phase der Ambiguität: Das Individuum durchschreitet einen kulturellen Raum, welcher keine oder nur wenige Merkmale des früheren oder bevorstehenden Zustands aufweist. Die sich anschließende Phase der (Wieder-)Eingliederung vollendet den Übergang: Das Individuum „befindet sich wieder in einem relativ stabilen Zustand und hat demzufolge anderen gegenüber klar definierte, sozialstrukturbedingte Rechte und Pflichten.“ (Turner 2005: 94). An das (wieder-)eingegliederte Subjekt werden dann gewisse Forderungen gestellt, wie etwa ein den gesellschaftlichen Normen und ethischen Maßstäben angepasstes Verhalten (Turner 2005: 94f.). Gilead (1986: 184) beschreibt, dass das Schwellenwesen als moralischer Repräsentant seiner Gruppe gilt und somit jener sozialen Struktur dient, von welcher es einst isoliert wurde.

Die Kategorisierung von Raum und Zeit, so Bräunlein (2012: 52), ist für die Gesellschaft von elementarer Wichtigkeit, da diese ein Gefühl von Orientierung und Sicherheit vermittelt. Die Entstehung sozialer Strukturen ist hierdurch erst möglich (Bräunlein 2012: 52). Als „problematisch“ bezeichnet Bräunlein (2012: 52) allerdings die Übergänge an sich, da das bekannte und vertraute Terrain verlassen werden muss und somit alles Unbekannte und Neue bedrohlich wirkt. Als „dramatisch“ bezeichnet Bräunlein (2012: 52) Übergänge, die eine tiefergreifende Transformation des Individuums erfordern, wie bspw. die Schließung einer Ehe oder die Kindsgeburt. Hier bedarf es anerkannter gesellschaftlicher Formen, durch welche der Übergang in „richtiger“ Weise vollzogen werden kann. Bräunlein (2012: 52) spricht hier auch von „Routinen für die Bewältigung von Krisensituationen“. Dramatische Übergangsformen erfordern wirkungsstarke Rituale, welche das Verhalten eines Individuums formalisieren (Bräunlein 2012: 52). Verschiedenste Symbole und Symbolisierungsprozesse weisen auf etwas nicht Alltägliches hin und „Unordnung, Krise und Angst werden in Ordnung, Struktur und Sinn überführt.“ (Bräunlein 2012: 52).

Individuen, welche sich in einem Schwellenzustand befinden und somit entweder in eine neue oder alte Sozialstruktur überführt werden sollen, bezeichnet man als Neophyten (Vgl. Gilead 1986: 183). Diese gehören weder hier hin, noch dort hin. Sie befinden sich somit „betwixt and between the positions assigned and arrayed by law, custom, convention and ceremonial.“ (Turner 1969: 95). Die Schwellenphase findet daher notwendigerweise außerhalb des gewöhnlichen Klassifikationssystems statt (Gilead 1986: 183). Turner (1987: 9) erklärt, dass das Verhältnis zwischen Neophyten untereinander und das Verhältnis zwischen Neophyten und deren Lehrern eine hoch spezifische Form sozialer Strukturen darstellt. Dennoch ist es eine relativ einfache Struktur: Neophyten weisen zumeist ein passives und demütiges Verhalten auf und haben den Anweisungen von Lehrern und anderen autoritären Personen Folge zu leisten (Vgl. Turner 2005: 95). Die Schwellenwesen sollen so auf die neue Phase ihres Lebens vorbereitet werden und lernen, mit ihrem neuen Leben zurecht zu kommen (Turner 2005: 95). Neophyten gelten als status- und besitzlos und unterscheiden sich in Ihrem Dasein von anderen Neophyten nicht (Vgl. Turner 2005: 95). Des Weiteren sind Schwellenwesen namenlos und besitzen weder Stimme noch Geschlecht (Wiest-Kellner 2008: 423). Sie stellen praktisch ein neutrales, formbares Wesen dar, welches „unbefleckt“ in ein neues System überführt werden kann (Vgl. Turner 2005: 95). Die Neophyten bilden eine geschlossene Gruppe von Gefährten und stellen kein System hierarchisch angeordneter (sozialer) Positionen dar (Turner 1987: 6). Turner (1987: 6) beschreibt, dass das rituelle Subjekt im Grunde genommen sowohl strukturell als auch physisch unsichtbar ist. Als Mitglieder einer Gesellschaft sehen wir nach Turner (1987: 6) nämlich i.d.R. immer nur das, was wir erwarten zu sehen und was wir erwarten zu sehen ist nichts anderes als das, was uns durch kulturspezifische Definitionen und Klassifikationen gelehrt wurde. In der Schwellenphase sind die Neophyten dazu angehalten, über ihre Gesellschaft, ihren Kosmos und jene Kräfte nachzudenken, durch welche sie generiert und erhalten werden (Turner 1987: 14). Das Kommunizieren der Sakra bezeichnet Turner (1987: 11) als das „Herz“ der Liminalität. Die Sakra gliedert sich in drei Phasen: Erstens: Reduktion der Kultur auf anerkannte Komponenten, zweitens: Rekombination der Komponenten in eine fantastische oder monströse Form, drittens: Sinnvolle Rekombination der Komponenten in Hinblick auf die (Wieder-)Eingliederung und den neuen Status der Neophyten (nach Turner 1987: 14f.). Durch das Kommunizieren der Sakra, so Turner (1987: 17), lernen die Neophyten zum Einen, wie sie mit einem gewissen Grad der Abstraktion über ihr kulturelles Umfeld nachzudenken haben und zum Anderen glaubt man an eine Veränderung ihrer Natur, um sie von einem menschlichen Wesen in ein anderes zu transformieren. Die Liminalität führt hierdurch unweigerlich zu einer Erfahrung von Anti-Struktur, d.h. gesellschaftliche Strukturen werden temporär aufgebrochen (Vgl. Stritzke 2011: 54). Es erfolgt eine Loslösung von den alten Bindungen, wobei neue Bindungen erst im Prozess des Werdens entstehen. Liminalität bedeutet also auch, zeitweise ohne feste Bindungen, ohne gesellschaftliche Funktion, ohne Position, in einer völlig Fremden Umgebung jenseits von Regeln und Ordnung zu leben (Vgl. Stritzke 2011: 54). Das Ungewisse, bzw. das unvorhersehbare Ergebnis solcher Schwellenerfahrungen bezeichnet man als Emergenz (Stritzke 2011: 54).

Bräunlein (2012: 159) beschreibt zusammenfassend, dass die „Liminalität [...] Räume des Wünschenswerten, des utopisch möglichen [und] der gesellschaftlichen Alternativen [hervorbringt]“. Turner selbst, so Bräunlein (2012: 155), glaubt an die Existenz von Subjekten, welche sich durch Kreativität und Genialität auszeichnen und zudem die Fähigkeit besitzen, gesellschaftliche Strukturen zu verändern. Menschlichkeit und Moral ersetzen das soziale Individuum: „Das Individuum wird zum moralischen Erneuerer, fordert Autonomie ein und zerstört hergebrachte Sitten.“ (Bräunlein 2012: 155). Turners Ausführungen bzgl. Schwellenräumen und Schwellenerfahrungen sind auch in der heutigen Zeit nach wie vor aktuell. Den Begriff Liminalität bezeichnet Bräunlein (2012: 148) als einen zeitgemäßen „geflügelten Begriff“, welcher heute in zahlreichen Disziplinen verwendet wird. Die Liminalität taucht heute allerdings weniger in ritualtheoretischen Kontexten auf, sondern findet zunehmend Anwendung in sog. „New Age-Ritualen“, bei Katholiken oder Ravern (Vgl. Bräunlein 2012: 149). Bereits Turner selbst war der Auffassung, dass die ritualtheoretischen Ausführungen zur Liminalität auch auf nicht-rituelle Situationen angewendet werden können (Stritzke 2011: 55). Stritzke (2011: 55) betrachtet die Schwellenerfahrung aus einer „performativitätstheoretischen Perspektive“ und beschreibt diese somit als einen festen Bestandteil performativer Akte. Emergente Momente sind in performativen Akten vorzufinden, da Bedeutungen erst geäußert und anschließend (neu) verhandelt werden müssen (Stritzke 2011: 55). Es ist davon auszugehen, dass die Unvorhersagbarkeit des Resultats zu einer „prinzipiellen Dynamik“ führt, welche für performativitätstheoretische Betrachtungen von großer Bedeutung ist (Stritzke 2011: 55). Stritzke (2011: 55) verdeutlicht, dass gerade diese Dynamik mit Hilfe von Emergenz und Liminalität beschreibbar ist, als „Zustand möglichen Wandels und multipler Gestaltungsoptionen“. Diese Erkenntnis zeigt, dass das Wirkungspotential der Transformation erst in der Emergenz seine Wirkung zeigt (Stritzke 2011: 55). Dies wiederum erklärt, warum das Ergebnis von Handlungen intentional agierender Subjekte nicht vorhersehbar ist – eben weil man nicht mit ausreichender Sicherheit voraussagen kann, „was aus einer liminalen Erfahrung als persönliches und soziokulturelles Ereignis hervorgehen wird.“ (Stritzke 2011: 55).

Turners Interpretation zufolge sind die wichtigsten Eigenschaften der Liminalität „Paradoxie, Mehrdeutigkeit, Unbestimmtheit, Inversion, Reflexivität und Kreativität“ (Schomburg-Scherff 2005: 204). Das Konzept der sozialen Anti-Struktur erachtet Turner als theoretisch notwendig, um die Dramatik und Dynamik des Gesellschaftssystems verstehen zu können und um über „das System binärer Gegensätze [...] hinaus[zugelangen].“ (Schomburg-Scherff 2005: 204). Eugene Rochberg-Halton (1989: 202) fasst Turners Ausführungen zu Liminalität in der Gesellschaft wie folgt zusammen:

[Turner] versuchte, das im Grunde unfassbare Element der Veränderung im menschlichen Leben zu erfassen, das dann zum Vorschein kommt, wenn die normale Sozialstruktur und normale Verhaltensweisen vorrübergehend außer Kraft gesetzt sind. Liminalität war das, was die Sozialstruktur zerlegte, um sie zu transformieren und neu zusammenzufassen.

3. Liminalität in Pat Barkers Border Crossing

Im Folgenden sollen die aufgezeigten theoretischen Grundlagen auf ausgewählte Inhalte des Romans Border Crossing angewendet werden. Die ausgewählten Textstellen sollen zum Einen verdeutlichen, in welcher Form die Liminalität im Roman verhandelt wird und zum Anderen soll die Funktion der betreffenden Stellen verdeutlicht werden.

Bereits das erste Kapitel lässt vermuten, dass es im Roman um die „Wiedergeburt“ eines Individuums geht:

Black and glistening, he lay there, a creature formed, apparantly, of mud. [...] The boy looked like a baby: purple face, wet hair, that drowned look of the newborn, cast up on to its mother´s suddenly creased and spongy belly. [...] The mud on the boy´s face had begun to dry and crack like a ritual mask [...]. (Barker 2012: 7ff.).

Diese Textstellen verdeutlichen sowohl die Bezüge zur Geburt eines Menschen, als auch zum Ritual selbst. Die Geburt eines Kindes steht hier symbolisch für die gesellschaftliche Wiedereingliederung eines Individuums, welche mit bestimmten Ritualen einhergeht. Ein wiedereinzugliederndes Individuum ist, sobald es die Schwellenphase verlässt, i.d.R. genauso neutral und somit formbar wie ein Neugeborenes. Im weiteren Verlauf des Romans stellt sich heraus, dass es sich bei der betreffenden Person um Danny Miller handelt, welcher im Alter von zehn Jahren einen Mord an einer alten Frau begangen hat und nun, dreizehn Jahre später, wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden soll. Auf den Charakter Danny Miller und auf die Wiedereingliederung selbst wird in den folgenden Kapiteln noch genauer eingegangen.

3.1 Liminale Charaktere im Roman: Die Figur Danny Miller alias Ian Wilkinson

In Border Crossing geht es primär um das Leben des Danny Miller, welcher nach dem Mord an Lizzie Parks verurteilt und in ein Jugendgefängnis gebracht wird. Nachdem er dort dreizehn Jahre seines Lebens verbracht hat wird er, samt neuer Identität, entlassen. Der Roman beschreibt die Geschichte eines Kindes, welches sämtliche kulturellen Erwartungen bricht, in eine Anstalt gebracht und erzogen wird und nach dreizehn Jahren der Isolation wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden soll. Danny Miller stellt daher ein liminales und somit rituelles Subjekt dar – Ein Schwellenwesen. Im Laufe des Romans wird deutlich, dass gerade die Wiedereingliederung von Kindern häufig mit großen Problemen und Gefahren verbunden ist. Hierauf wird zu einem späteren Zeitpunkt noch genauer eingegangen.

Nachdem Danny Miller aus der Haft entlassen wurde, nimmt er eine neue Identität an. Diese sollte eine möglichst reibungslose Wiedereingliederung ermöglichen. Er sollte von nun an Ian Wilkinson heißen und sein Leben als solcher führen: „Ian was the governor´s second name. Wilkinson was the chaplain mother´s maiden name.“ (Barker 2012: 21). Obwohl Tom Seymour damals als Gutachter im Prozess gegen Danny aussagte und sich somit intensiv mit ihm beschäftigte, erkennt er diesen bei seinem Besuch im Krankenhaus nicht auf anhieb. Erst nach einer Aufklärung durch Danny erinnert Tom sich zurück. Die Tatsache, dass Danny ihm erzählt, dass er kürzlich flüchtete und zurück zum Gefängnis ging, lässt ihn zu folgendem Schluss kommen: „[...] a young man, whose face and personality seemed to contain, untouched, the child he had once been.“ (Barker 2012: 24). Er sieht in Danny nach wie vor ein Kind, gefangen im Körper eines erwachsenen Mannes. Tom erinnert sich an seine erste Sitzung mit Danny, in welcher er die emotionale und moralische Reife von ihm untersuchte. Hier stellte sich bereits heraus, dass Danny ein „ungewöhnliches“ Kind war: „[T:] Is it wrong to kill somebody? – [D:] Not always. – [T:] When is it alright? – [D:] If you´re a soldier. [...] [T:] When people, or animals, die, do they stay dead? [...] – [D:] ´Course they do. You wring a chicken´s neck, you don´t expect to find it running round the yard the next morning, do you?“ (Barker 2012: 41ff.). Neben seiner Angst davor, dass er während des Prozesses von allen angesehen wird, tritt an dieser Stelle des Gesprächs eine für ein Kind sehr erstaunliche Kühle zum Vorschein. An dieser Stelle stellt sich die Frage, welche Kräfte ein Kind wie Danny dazu treiben, ein solches Verbrechen zu begehen bzw. eine solche Schwelle zu überschreiten. Es wird im Rahmen dieses ersten Gesprächs schnell deutlich, dass Danny, trotz erdrückender forensischer Beweise, nicht die Wahrheit erzählt. Tom fragt sich nun zwei ganz grundlegende Dinge: „Could Danny distinguish between fantasy and reality? Did he understand that killing was wrong? Did he understand that death is a permanent state?“ (Barker 2012: 48). Im Laufe weiterer Gespräche wird deutlich, wie schwierig die Zeit nach der Haft für Danny ist und wie schwierig die Wiedereingliederung in die Gesellschaft wirklich ist. Danny spricht von seinem Traumberuf des Lehrers, welchen er, wie man ihm sagte, niemals ausführen darf (Barker 2012: 67). Er spricht auch von Beziehungen zu Mädchen, die er aufgegeben hat, da er Angst hatte, der Bewährungshelfer würde ihnen davon erzählen (Barker 2012: 65). Auf der Beerdigung seiner Mutter stand er mit Handschellen am Grab (Barker 2012: 67). Im Gefängnis hingegen sei alles anders gewesen. Dort hätte er eine Funktion gehabt: I´d got a job in the library, I was doing a degree. [...] And I could work with people.“ (Barker 2012: 70). Dannys Flucht zurück ins Gefängnis ist wie eine Flucht zurück in die Schwellenphase zu deuten. Eine Phase, in welcher das Schwellenwesen eine Funktion hat und sich von allen anderen Individuen kaum unterscheidet. Ganz im Gegensatz zu seinem neuen Leben. Durch die Erzählungen seiner Bewährungshelferin Martha wird Dannys Charakter sehr deutlich beschrieben. Den Erzählungen nach kann Danny mit Menschen gut umgehen und ist dabei sehr einfühlsam. Gleichzeitig bezeichnet sie ihn aber auch als anstrengend (Barker 2012: 81). Sie sieht etwas Unheimliches in ihm: „At times it´s almost uncanny. You think, how the hell could he know that?“ (Barker 2012: 81). Martha verdeutlicht, dass Danny sich eher in der Opferrolle sieht als in der Täterrolle. Er verurteilt das vorherrschende Gesellschaftssystem: “He hates the system, he hates what it did to him.“ (Barker 2012: 82). Das System war es, welches letztlich dazu geführt hat, dass er nun mit einer neuen Identität leben muss und in vielen Bereichen seines Lebens stark eingeschränkt wird. Wenn es darum geht Dannys früheste Kindheitserinnerungen hervorzurufen, so blockt er ab: „Ian hasn´t got any memories.“ (Barker 2012: 67). Danny verhält sich hier zunächst wie ein typisches Schwellenwesen, welches sämtliche Erinnerungen, Eigenschaften und Habseligkeiten aus seinem alten Leben zurückgelassen hat und durch die Schwellenphase zu einem völlig neuen, neutralen Individuum geworden ist. Tom Seymour war es, welcher damals im Prozess als Gutachter fungierte, Dannys moralische und emotionale Reife untersuchte und infolgedessen empfahl, Danny wie einen Erwachsenen zu bestrafen. Umso erstaunlicher ist es, dass Danny gerade zu jener Person zurückkehrt, die ihm sein altes Leben zerstört hatte. Die Geschworenen glaubten nämlich damals an die Unschuld des Kindes (Barker 2012: 109).

Die Frage danach, was ein Kind wie Danny dazu bewegt einen Mord zu begehen, wird im Roman mit Hilfe einer Analyse seines familiären Umfeldes versucht zu beantworten. Demnach nimmt das familiäre Umfeld einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes. Danny wurde schon sehr früh mit Gewalt und Tod konfrontiert. Mit seinem Vater schaute er Kriegs- und Horrorfilme und begleitete ihn auf die Kaninchenjagd (Barker 2012: 121f.). Durch seinen Vater spürte er am eigenen Leib, wie es sich anfühlt, Schmerz zugefügt zu bekommen (Barker 2012: 123). Erstaunlich ist jedoch, dass er die Grenzüberschreitung seines eigenen Vaters nicht als etwas Verwerfliches oder gar Grausames betrachtet, sondern: „I´m determined I´m not going to say‚ ‚I was abused, therefore...’ [...] he was trying to be a good father, and... I hero-worshipped him.“ (Barker 2012: 124). Grenzüberschreitungen waren in Dannys Kindheit also etwas Alltägliches. Ihm wurde somit nie wirklich gelehrt was es bedeutet, eine solche Grenze zu überschreiten bzw. welche Konsequenzen es haben kann, anderen Menschen Leid zuzufügen. Danny zieht die Gewalttätigkeit seines Vaters zu keiner Zeit als mögliche Erklärung für sein eigenes Verhalten in Betracht. Vielmehr spricht er von „moral circles“ (Barker 2012: 124). Demnach gibt es Menschen und Tiere innerhalb eines geschützten Kreises, welche man nicht töten darf. Individuen außerhalb dieses Kreises besitzen hingegen nicht eine solche Immunität (Barker 2012: 124).

Danny wird als intelligenter und in vielerlei Hinsicht wunderbarer junger Mann beschrieben (Barker 2012: 158). Während Mr. Greene nur das Gute und Beispielhafte in Danny benennt, beleuchtet seine Frau auch die Schattenseiten seiner Persönlichkeit. Danny wird ihrerseits als eine Person beschrieben, die damals Hilfe suchte und „gefüllt“ werden wollte. Die Menschen um Danny herum wollten ihm immer mehr geben und taten dies bis zur völligen Erschöpfung. Mrs. Greene bezeichnet diese Vorgänge sogar als hypnotisierend (Barker 2012: 164f.). Des Weiteren konnte Danny den Menschen in seinem Umfeld sehr gut das Gefühl geben, ihm zu helfen (Barker 2012: 165). Niemand wollte Danny enttäuschen, doch ihn nicht zu enttäuschen war unmöglich (Barker 2012: 171). Hier kommt der emotional-manipulative Charakter des Schwellenwesens zum Vorschein, welcher im Roman als gefährlich bezeichnet wird. Eine weitere im Roman aufgeführte Eigenschaft ist die des Parodierens: „He... [...] Borrowed other people´s lives. He... it was almost as if he had no shape of his own, so he wrapped himself round other people [...]“ (Barker 2012: 171). Danny wird an dieser Stelle als „sort of composite person“ (Barker 2012: 171) beschrieben. Jemanden zu parodieren bedeutet im eigentlichen Sinne auch jemanden zu verehren. So, wie Danny bspw. seinen Vater und seinen Englischlehrer Angus McDonald verehrte. An dieser Stelle stellt sich die Frage, warum ein Schwellenwesen eine solche parodierende Eigenschaft aufweist. Es ist zu vermuten, dass Danny bereits während der Schwellenphase nach einer neuen, selbst erschaffenen Identität suchte. Er wollte sich nicht von fremder Hand „formen“ oder in eine neue Identität drängen lassen, sondern er wollte selbst herausfinden, welche Identität zu ihm passt. Im weiteren Verlauf des Romans wird deutlich, dass Danny bereits in seiner Kindheit eine gewisse kriminelle Energie aufwies und damals bereits ständig Schwellen überschritt. Danny zündelte in seinem Kinderzimmer, brannte eine Scheune nieder und brach in die Häuser fremder Leute ein. Auch seine Mutter schlug und misshandelte er (Barker 2012: 180ff.). Als immer mehr darauf hinweist, dass die Presse von Dannys Identität als Ian Wilkinson erfahren hat, verspürt Danny das Bedürfnis, sich mit Tom über den Mord an Lizzie Parks zu unterhalten – Er gesteht. Es wirkt fast, als wolle er mit seinem alten Leben nun völlig abschließen, um endlich nach vorn blicken zu können. Er erzählt detailliert wie es zu dem Mord kam und weist während des Gesprächs in einem Trance-ähnlichen Zustand markante Verhaltensweisen auf: „Under his normal voice, a child´s piping treble was faintly audible, growing clearer by the minute [...] [Danny] seemed to be unaware that he was doing it.“ (Barker 2012: 235). Neben seiner Stimme verändert sich zudem seine Gestik: „Danny´s thumb moved up to his mouth and [...] he sucked.“ (Barker 2012: 238). Es scheint, als hätte sich Ian Wilkinson für einen kurzen Moment wieder in das Kind Danny Miller verwandelt. In jene Person, deren Leben er vor seiner Zeit im Gefängnis gelebt hat. Diese Stelle des Romans verdeutlicht, dass Erinnerungen an das alte Leben weder durch die Schwellenerfahrung, noch durch die neue Identität ausgelöscht werden. Die Erinnerung wird lediglich verdrängt. Es scheint, als würde ein Teil von Danny Miller in Ian Wilkinson immer fortbestehen.

Aufgrund der Tatsache, dass die Medien Danny finden und seine Identität als Ian Wilkinson gefährdet ist, kann die gesellschaftliche Wiedereingliederung des Jungen als „gescheitert“ bezeichnet werden. Danny wird letzten Endes an seine nächste beaufsichtigende Person übergeben, welche ihn in der nächsten Phase seines Lebens mit neuer Identität begleitet (Barker 2012: 270). Zu einem späteren Zeitpunkt trifft Tom erneut auf Danny und erfährt von ihm auf Nachfrage, dass er sein neues Leben soweit im Griff hat. Er wird sein Studium bald abschließen und hat erneut Kontakt zu Angus McDonald aufgenommen. Bemerkenswert ist aber Dannys Erkenntnis: „If it happens again, I won´t run. There has to be a time when you say: No, I´m just not running anymore.“ (Barker 2012: 280).

3.2 Long Garth – Ein Schwellenraum

Die Jugendhaftanstalt Long Garth kann durchaus als Schwellenraum bezeichnet werden. Kriminelle Jugendliche werden verurteilt, kommen an diesen völlig isolierten Ort und verlassen ihn nach erfolgreich abgesessener Haft, i.d.R. mit einer neuen Identität. Long Garth wird im Roman nicht als gewöhnliches Gefängnis beschrieben, sondern als ein Ort, an welchem die Jugendlichen Hilfe erhalten, um mit ihrem neuen Leben zurück in den Alltag zu finden: „Fashions change: the extreme isolation of the setting was now thought unsuitable for the rehabilitation of young offenders [...].“ (Barker 2012: 154f.). Mr. Greene hielt im Fall von Danny professionelle Hilfe für erfolgsversprechender als ein bloßes Wegsperren, obgleich psychotherapeutische Behandlungen in Long Garth nicht vorgesehen waren (Barker 2012: 155). Dem Grundsatz von Long Garth entspricht es, nicht zu hinterfragen was die Jugendlichen getan haben. Vielmehr ist von Interesse, wie sich die Jugendlichen während der Inhaftierung benehmen und entwickeln: „This is the first day of he rest of your life. [...] The moment you walk through that gate you start living forwards.“ (Barker 2012: 159f.).

Im Roman wird sehr deutlich, dass das plötzliche Umsiedeln eines Individuums von einem Schwellenraum in einen anderen all das zerstört, was das liminale Wesen bis dato erlernt hat. Bereits erworbene Eigenschaften verfallen urplötzlich: „And I´ve no doubt it took them six months to undo all the good we´d done in seven years.“ (Barker 2012: 158). Die Rede ist hier von Dannys Umsiedlung in ein Erwachsenengefängnis. In Long Garth sollen alle Jungen möglichst gleich behandelt werden und somit niemand eine Vorzugsbehandlung erhalten. Während der Zeit der Inhaftierung sind alle Jugendlichen als gleichwertige und gleichartige Individuen anzusehen. Dennoch wird im Roman schnell deutlich, dass für Danny einige Sonderregelungen getroffen wurden. Hier kommt eine weitere Eigenschaft von Danny zum Vorschein. Die Eigenschaft, scheinbar etablierte Systeme zu manipulieren, ohne das es jemand tatsächlich wahrnimmt: „The whole school was reorganized round him.“ (Barker 2012: 166). Aufgrund seiner hohen Intelligenz, welche ihn von den übrigen Jugendlichen unterschied, erhielt er Einzelunterricht. Er nannte das Lehrpersonal beim Vornamen und hielt sich mit seinem Englischlehrer bei geschlossener Türe in einem der Räume auf. Danny vertraute sich ihm an und gab ihm das Gefühl, ihm zu helfen. All diese Aspekte entsprechen üblicherweise nicht den Regeln von Long Garth. Das Erstaunliche ist, dass nicht Danny selbst die Regeln gebrochen hat, sondern die Menschen in seinem Umfeld. Im Roman wird diese Eigenschaft wie folgt beschrieben: „He was very, very good at getting people to step across that invisible border.“ (Barker 2012: 168). Danny schafft es, das gesamte System zu manipulieren und Menschen in seinem Umfeld zu Taten zu bewegen, die sie eigentlich nicht ausführen wollen. Ein liminales Wesen schafft es auf eine emotional-manipulative Art und Weise, die Regeln innerhalb des Schwellenraums zu brechen bzw. brechen zu lassen. Es scheint, als könne Danny indirekt selbst beeinflussen, was in dieser Schwellenphase mit ihm passiert, bzw. als welche Persönlichkeit er diese eines Tages verlassen wird. An dieser Stelle kann nun keine Rede mehr davon sein, dass in Long Garth alle Jugendlichen gleich sind, bzw. gleich behandelt werden. Danny lehnt sich indirekt gegen das System auf und sticht aus der Gruppe der Schwellenwesen signifikant hervor.

Im Gegensatz zu Danny der bei seinen Eltern aufwuchs, wuchsen die meisten Jugendlichen in fragmentierten Familienverhältnissen auf. Dies geht aus Erzählungen des Englischlehrers Angus McDonald hervor, welcher Danny unterrichtete, sich ihm annahm und sich letztlich in ihn verliebte. Angus wurde damals entlassen, da Danny Mr. Greene erzählte, er habe ihn sexuell belästigt. Die geschlossenen Türen und die starke emotionale Bindung zu Danny wurden ihm hier zum Verhängnis. Der von Danny äußerst authentisch beschriebene Sex hat allerdings nur in seiner Vorstellung stattgefunden und fand somit nie im realen Leben statt. An dieser Stelle stellt sich nun die Frage, ob Danny dazu in der Lage gewesen war, zwischen Realität und Phantasie zu unterscheiden. Wollte er Angus nur loswerden oder war er wirklich davon überzeugt, dass ein sexueller Kontakt stattgefunden hat?

3.3 Kinder als Schwellenwesen in unserer Gesellschaft

Im Laufe des Romans werden neben dem Verbrechen von Danny auch immer wieder Geschichten anderer, grenzüberschreitender Kinder angeführt. Der Charakter des Psychologen Tom Seymour erfüllt im Roman u.a. eine vermittelnde Funktion. Durch ihn werden die Verbrechen der Kinder aus der Sicht eines Erwachsenen Menschen betrachtet. Er versucht sich in die Lage der handelnden Subjekte hineinzuversetzen, um so Aufschluss hinsichtlich der Gründe zu erhalten, die ein Kind dazu bewegen, solche Verbrechen zu begehen. Er versucht deren Handeln nachzuvollziehen, indem er sich u.a. an seine eigene Kindheit erinnert: „Cruelty to animals, deliberate unkindness, bullying smaller children: these were major crimes. (...) What interested him was, how little sense of responsability he felt now.“ (Barker 2012: 63). Für die handelnde Person damals, fühlt sich sein heutiges Ich nicht mehr verantwortlich.

Im Roman wird an einigen Stellen deutlich, welche Konsequenzen es für ein Kind haben kann, wenn es innerhalb der Gesellschaft Grenzen überschreitet. Es wird verdeutlicht, dass neben der elterlichen Erziehung auch das lokale Umfeld für das Ausmaß der gesellschaftlichen Hysterie entscheidend ist. Es gibt Viertel, in denen grausame Verbrechen von Kindern zum Alltag gehören. Diese Kinder werden dann lediglich als „them“ (Barker 2012: 150) bezeichnet und niemand interessiert sich wirklich für sie. Begeht allerdings ein Kind, welches aus gutbürgerlichen Gegenden kommt ein solches Verbrechen, dann ist die Hysterie der Presse groß und die Jagd auf das Kind beginnt (Barker 2012: 150). Selbst Kinder mit neuer Identität sind hiervor häufig nicht geschützt: „They know everything, Tom.“ (Barker 2012: 150). Dannys größte Angst besteht darin, dass seine Kindheitserinnerungen wieder aufgewühlt werden (Barker 2012: 215). Genau dies passiert jedoch als publik wird, dass zwei Jungen im Alter von elf und zwölf Jahren wegen Mordes an einer alten Frau angeklagt werden. Da noch keine wirklichen Informationen zu dem Fall vorliegen, illustrieren die Medien den Fall unter Bezugnahme auf Dannys Anklage (Barker 2012: 213f.). Alle schlimmen Erinnerungen von damals werden wieder hervorgerufen: „[...] fists beating on the sides of a police van, shouted threats, the blaze of publicity, nowhere to run, nowhere to hide.“ (Barker 2012: 213). Danny wirkt regelrecht traumatisiert von den damaligen Erlebnissen. Hierfür spricht zum Einen, dass er gelernt hat, sämtliche Geräusche um sich herum auszublenden und zum Anderen, dass er es hasst, von Menschen angestarrt zu werden. Es wird deutlich, dass Danny sich auch mit neuer Identität unsicher fühlt. Er glaubt, dass gewisse Menschen immer noch hinter ihm her sind und ist davon überzeugt, dass es Menschen gibt, die sich an Stimmen erinnern können und Gesichter nicht vergessen. Die Gesellschaft, in die er wieder eingegliedert werden soll, stellt nun eine ernstzunehmende Bedrohung für ihn dar. Selbst Tom wird verfolgt und man vermutet, dass er etwas über Dannys Identität weiß. Er selbst zweifelt an der Sinnhaftigkeit einer falschen Identität, wenn sie doch so leicht aufzudecken ist und ist sich der Tatsache bewusst, dass die Presse im Grunde genommen jeden finden kann. (Barker 2012: 225f.). Im Laufe der immer stärker werdenden medialen Hysterie wird auch Tom erstmalig bewusst was es bedeutet gehetzt zu werden. Die Medien können einem Kind das Leben zur Hölle machen und in kürzester Zeit all das zerstören, was in Jahren der Inhaftierung aufgebaut wurde. Alle mühevollen Vorbereitungen zur gesellschaftlichen Wiedereingliederung eines Kindes werden verworfen. An dieser Stelle stellt sich nun die Frage, ob diese Kinder in unserer Gesellschaft ausreichend geschützt werden. Im Fall von Danny Miller ist diese Frage sicherlich mit „Nein“ zu beantworten.

4. Fazit

In dieser Arbeit wurde die Form und Funktion der Verhandlung von Liminalität in Pat Barkers Border Crossing untersucht. Die ersten beiden Kapitel dienten als theoretischer Input für den textanalytischen dritten Teil dieser Arbeit. Hier war es notwendig, ritualtheoretische Konzepte mit einzubeziehen. Es erfolgte zunächst eine Darstellung von Arnold van Genneps Übergangsriten, um im sich anschließenden Teil grundlegend auf Victor Turner und seine Überlegungen zur Liminalität einzugehen. Eine grundlegende Einführung in die beiden Konzepte war essenziell für den weiteren Verlauf dieser Arbeit. Der sich anschließende textanalytische Teil baute dann auf den zuvor vorgestellten Grundlagen auf. Hier wurde zunächst die Person Danny Miller genauer vorgestellt und analysiert. Es wurde schnell deutlich, dass dieser Charakter als Schwellenwesen bezeichnet werden kann. Es handelt sich um einen intelligenten jungen Mann, welcher als Kind einen Mord begangen hat, verurteilt wird, in ein Gefängnis kommt und mit neuer Identität wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden soll. Die Abfolge: Loslösung, Schwelle, Eingliederung war hier deutlich zu erkennen. Zahlreiche Aspekte deuteten darauf hin, dass Danny Miller jedoch kein gewöhnliches Schwellenwesen ist, sondern sich in vielerlei Hinsicht von den anderen inhaftierten Jugendlichen unterscheidet. Nicht zuletzt aufgrund seiner emotional-manipulativen Eigenschaft und seiner Fähigkeit, andere Menschen unsichtbare Grenzen überschreiten zu lassen. Seine gesellschaftliche Wiedereingliederung ist letzten Endes als „missglückt“ zu bezeichnen. Im Anschluss daran wurde das Gefängnis Long Garth hinsichtlich seiner Funktion als Schwellenraum untersucht. Es stellte sich heraus, dass Long Garth den Jugendlichen einen isolierten Raum bietet, in dem sie sich frei entfalten können und jede Hilfe erhalten, die sie brauchen. Es ist nicht von Interesse, was die Jugendlichen getan haben oder woher sie kommen, es zählt lediglich die Gegenwart und die Zukunft. Nach der Haft wird dann der Versuch unternommen, die Jugendlichen wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Dies geschieht i.d.R. mit Hilfe einer neuen Identität, welche sich von ihrem vorherigen Leben deutlich unterscheidet. Long Garth weist also in vielerlei Hinsicht die Eigenschaften des von Turner beschriebenen Schwellenraums auf. Im abschließenden Teil wurde auf die Frage Bezug genommen, was mit Kindern in unserer Gesellschaft geschieht, wenn durch sie kulturelle Erwartungen gebrochen werden. Im Roman werden die Konsequenzen die ein kriminelles Kind im Laufe seines Lebens zu ertragen hat sehr deutlich. Die Geschichte von Danny Miller hat gezeigt, dass selbst nach einem Zeitraum von über dreizehn Jahren eine völlig neue Identität nicht vor gesellschaftlicher und medialer Hysterie schützt. Trotz neuer Identität haben diese Menschen in den wenigsten Fällen die Möglichkeit, ein sorgenfreies und selbstbestimmtes Leben zu führen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Roman Border Crossing sehr gut mit Victor Turners Ausführungen zur Liminalität verbinden lässt. Die Hausarbeit hat gezeigt, dass Aspekte der Liminalität in vielen Teilen des Romans eine entscheidende Rolle spielen. Sei es bezogen auf die Charaktere, auf die Schauplätze oder auf das kriminelle Handeln von Kindern selbst. Die Analyse hat verdeutlicht, dass all diese Aspekte in einem bestimmten Zusammenhang stehen und letztlich unter dem Aspekt der Liminalität sinnhaftig interpretiert werden können.

Literaturverzeichnis

Primärliteratur:

Barker, Pat. 2012. Border Crossing. New Ed. Penguine UK.

Sekundärliteratur:

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[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Form und Funktion der Verhandlung von Liminalität in Pat Barkers "Border Crossing"
Hochschule
Universität zu Köln  (Englisches Seminar I)
Veranstaltung
Crisis, Contigency, and (Dis-/Re-)Orientation in Anglophone Literature
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
22
Katalognummer
V262068
ISBN (eBook)
9783656510093
ISBN (Buch)
9783656510338
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
form, funktion, verhandlung, liminalität, barkers, border, crossing
Arbeit zitieren
Alexander Haas (Autor), 2013, Form und Funktion der Verhandlung von Liminalität in Pat Barkers "Border Crossing", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262068

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