Weiblichkeit und Heldentum in Schillers Jungfrau von Orleans


Referat / Aufsatz (Schule), 2012

6 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Dass Schillers Werk „Die Jungfrau von Orleans“ (1801) bis heute nicht an Bedeutung verloren hat, ist uns mehr oder minder bewusst. Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage, aus welchen Motiven heraus ein so historisches Drama noch immer Menschen anspricht. Eine genaue Antwort darauf zu finden, gestaltet sich schwierig – aber nicht unmöglich.

Vielleicht war es die Erfindung von Superman im Jahre 1930, mit der unsere Faszination gegenüber mutigen Menschen ausgedrückt werden sollte, die sich der gesellschaftlichen Konformität entsagen. Neben all seinen außergewöhnlichen Eigenschaften versteht Superman das einzig erstrebenswerte Ziel der Menschheit: Frieden. Vergleicht man seine Erkenntnis mit der von Johanna d’Arc, stellt man fest, dass auch sie letztendlich auf der Suche nach Frieden ist. Ist Johanna d’Arc dementsprechend Mitspieler, also Superwoman? Um diese Frage und die Motive für ihr Handeln zu klären, ist eine nähere Analyse erforderlich, die sich auf den vierten Auftritt des Prologs stützen soll.

Zunächst bietet sich eine rein inhaltliche Betrachtung des Abschiedsmonologs der Protagonistin an, um eine Grundlage für die weitere Textarbeit zu schaffen.

In den ersten beiden Strophen (V. 383 – V. 400) nimmt Johanna Abschied von den ihr vertrauten Bergen sowie von Pflanzen und Tieren. Wehmütig denkt sie an die Zeit als Schäferin zurück, der sie nun für immer den Rücken zukehren muss, da ihr eine neue Aufgabe aufgetragen wurde. Der Abschied wird von ihr mit einer negativen Gemütsstimmung konnotiert.

Die folgenden Verse (V.401 – V. 408) zeigen die Erkenntnis, die Johanna gewinnt: Gott spricht die Aufforderung aus, sie möge Kriegskleidung anlegen, jeder Liebe durch einen Mann entsagen, keine Heirat eingehen und kein Kind zeugen.

Der fünfte Abschnitt (V. 417 – V. 424) ähnelt einer Vision, die ihre mutige Bereitschaft als französische Kämpferin gegen England polarisiert.

Johanna beendet voller Euphorie ihren Monolog (V. 425 – V. 432) mit der Einsicht, der ihr zugekommene Helm sei ein Zeichen des Himmels bzw. der Götter. Sie ist erfüllt von dem Drang, in den Krieg zu ziehen und für Frankreich zu kämpfen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Weiblichkeit und Heldentum in Schillers Jungfrau von Orleans
Note
1.0
Autor
Jahr
2012
Seiten
6
Katalognummer
V265640
ISBN (eBook)
9783656554028
ISBN (Buch)
9783656554097
Dateigröße
418 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
weiblichkeit, heldentum, schillers, jungfrau, orleans
Arbeit zitieren
Anne Udelhoven (Autor), 2012, Weiblichkeit und Heldentum in Schillers Jungfrau von Orleans, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265640

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