Beobachtung, Befragung, psychologisches Experiment

Eine kritische Auseinandersetzung mit ausgewählten psychologischen Forschungsmethoden


Hausarbeit, 2010

7 Seiten, Note: 1,0

Laura Kaufmann (Autor)


Leseprobe

Aufgabe:

Beschreiben und diskutieren Sie kritisch folgende Methoden der psychologischen Forschung: Beobachtung, Befragung, Experiment.

1. Beobachtung

Die wissenschaftliche Beobachtung, auch systematische Beobachtung genannt, wird nach Hobmair folgendermaßen definiert:

„Beobachtung als wissenschaftliche Methode meint die geplante, gezielte und systematische Wahrnehmung eines bestimmten Teilbereichs der Wirklichkeit mit dem Ziel, diesen Bereich möglichst genau zu erfassen und festzuhalten“ (HOBMAIR 2002, S. 26).

In der Psychologie lassen sich verschiedene Arten von Beobachtungen unterscheiden. Im Folgenden werden einige Arten der Verhaltensbeobachtung wie etwa die wissentliche und die verdeckte Beobachtung, die teilnehmende und die nicht-teilnehmende Beobachtung sowie die Beobachtung in künstlichen und in natürlichen Situationen (vgl. HEIDENREICH / LACHER 1998, S. 10 ff.) zunächst vorgestellt und anschließend kritisch diskutiert:

Offene (wissentliche) und verdeckte (unwissentliche) Beobachtung

Bei einer wissentlichen Beobachtung weiß die Versuchsperson dass sie beobachtet wird. Aufgrund der Tatsache, dass der Beobachtete über den Beobachtungsvorgang in Kenntnis gesetzt wurde, besteht allerdings die Möglichkeit, dass sich die Versuchsperson nicht real verhält, was wiederum zu Datenverzerrungen führen kann (ebd., S. 11). Im Gegensatz zur offenen Beobachtung hat die verdeckte Beobachtung, bei der die Versuchsperson über die Beobachtung nicht in Kenntnis gesetzt wurde, den Vorteil, dass sie ohne Wissen des Probanden erfolgen kann. Daher ist diese Art der Verhaltensbeobachtung aus zeitlicher Hinsicht ökonomischer, da keinerlei Einverständniserklärung der Versuchsperson erforderlich ist (ebd.).

Teilnehmende und nicht-teilnehmende Beobachtung Eine teilnehmende Beobachtung lässt sich dadurch auszeichnen, dass der Beobachter selbst Interaktionspartner der beobachteten Person ist; der Beobachter ist Mitglied eines Systems in dem die Beobachtung stattfindet. Beispielsweise lebt er mit als scheinbarer Mithäftling in einer JVA. Ein möglicher Vorteil dieser Beobachtungsart besteht darin, dass der Beobachter genauere Informationen gewinnen kann als beispielsweise bei einer offenen Beobachtung. Allerdings werden bei der teilnehmenden Beobachtung die gewonnenen Informationen erst zeitlich verzögert dokumentiert, wodurch die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Beobachterfehlern und Verzerrungen zunehmen kann (ebd., S. 11 f.).

Bei einer nicht-teilnehmenden Beobachtung ist die Aufgabe des Beobachters während der Beobachtung lediglich auf das Protokollieren ablaufender Handlungen beschränkt, wodurch die Gefahr von Verzerrungen reduziert werden kann. Ein möglicher Nachteil, der mit dieser Beobachtungsart einhergeht ist jedoch, dass die beobachtete Personen die Anwesenheit des Beobachters möglicherweise als störend empfindet und/ oder sich nicht real verhält, wodurch wiederum Verzerrungen erzeugt werden können (ebd.).

Beobachtung in künstlichen Situationen und in natürlichen Situationen

Eine Beobachtung in natürlichen Beobachtungssituationen wird in der Fachliteratur auch als Feldbeobachtung bezeichnet. Eine Feldbeobachtung liegt vor, wenn die Interaktion und die Verhaltensweisen der zu beobachteten Person in ihrer natürlichen Entstehungssituation beobachtet werden. Im Gegensatz dazu, wird bei einer Beobachtung in einer künstlichen Situation das Verhalten beispielsweise in einem Labor beobachtet. Ein wesentlicher Vorteil der Beobachtung in künstlichen Situationen ist, dass diese unter genau definierten, für alle Versuchspersonen einheitlichen Bedingungen (=standardisierte Bedingungen) stattfindet und somit mögliche Störvariablen wie etwa Straßenlärm reduziert werden können (ebd., S. 12).

In den vorherigen Ausführungen wurden einige Vor- und Nachteile der verschiedenen Beobachtungsarten bereits beschrieben. Darüber hinaus können bei einer Beobachtung ebenso eine Reihe von Fehlern, die die Qualität einer jeden Beobachtung erheblich beeinflussen können, auftreten. Daher sollte jeder Beobachter über mögliche Beobachterfehler aufgeklärt sein und versuchen diese möglichst gering zu halten. Im Folgenden sind einige Beobachterfehler aufgeführt:

[...]

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Beobachtung, Befragung, psychologisches Experiment
Untertitel
Eine kritische Auseinandersetzung mit ausgewählten psychologischen Forschungsmethoden
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
7
Katalognummer
V266867
ISBN (eBook)
9783656572411
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
beobachtung, befragung, experiment, eine, auseinandersetzung, forschungsmethoden
Arbeit zitieren
Laura Kaufmann (Autor), 2010, Beobachtung, Befragung, psychologisches Experiment, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266867

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