Devadasis in Indien: Von heiligen Tempeltänzerinnen zu kommerziellen Prostituierten


Hausarbeit, 2013

29 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Devadasis
2.1 Wer sind die Devadasis?
2.2 Devadasis im Kontext des Pilgerns

3. Blick in die Geschichte der Devadasis
3.1 Wann und wie entstand der Gedanke, Frauen Gottheiten zu widmen?
3.2 Die Entwicklung der Stellung der Frau von der vedischen bis zur klassischen Zeit
3.2 Die Entstehung der Devadasi Institution
3.3 Die Blütezeit der Devadasis
3.4 Der Zerfall des Devadasi Systems
3.5 Die Weiterentwicklung des Devadasi Systems nach der postkolonialen Zeit

4. Wege und Gründe eine Devadasi zu werden
4.1 Gründe, eine Tochter als Devadasi zu weihen
4.2 Die Weihezeremonien
4.2.1 Pottukattu – die Widmung im präpubertären Alter
4.2.2 Sadanku – die „Hochzeit“ im pubertären Alter
4.2.3 Prayoyanam – die Vollendung der Widmung

5. Das soziale Leben der Devadasis
5.1 Soziale Stellung innerhalb der Gesellschaft
5.2 Die „Familie“ der Devadasi
5.3 Die Rolle der Mutter der Devadasi
5.4 Besondere Privilegien der Devadasi

6. Ökonomische Tätigkeiten und Funktionen der Devadasis
6.1 Aufgaben und Pflichten am Tempel
6.2 Die Ausbildung in den verschiedenen Künsten
6.3 Religiöse, soziale und politische Funktionen der Devadasis

7. Gibt es Devadasis noch heute?

8.1 Soziale Stellung der Devadasi im 21. Jahrhundert
8.2 Lebenserwerb heute - Prostitution als einzige Einnahmequelle?

8. Schluss

9. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Devadasis – auf einer Reise durch Indien mögen sie dem ein oder anderen an heiligen Pilgerorten schon begegnet sein, obwohl sie heute nicht mehr so häufig in Tempeln leben wie zu vergangenen Zeiten.

Diese wunderschönen „Jungfrauen“ sind die Ehefrauen von Gottheiten, die nie zu Wittwen werden können und früher darum als „glücksverheißend“ betrachtet und verehrt wurden.

Heute kann man diese außergewöhnlichen Frauen, die einst als Dienerinnen der Gottheiten und später als Liebhaberinnen und Sexobjekte für die „Repräsentanten Gottes auf Erden“, den Königen, Priestern und Noblen, fungierten, von anderen Prostituierten Indiens kaum noch unterscheiden.

Im zunehmend modernisierten und westernisierten Indien werden sie von der Mehrheit meist nur noch als beschämendes Überbleibsel veralteter Traditionen und Bräuche betrachtet und verachtet.

Im Rahmen meiner Hausarbeit befasse ich mich mit der Identität der Devadasis, ihrer Geschichte, ihrem Leben und den ihnen eigenen kulturellen Besonderheiten. Ich möchte ein allgemeines Bild der Devadasis aufzeichnen und ihr Dasein, sowie ihre Lebensform in der indischen Gesellschaft zugänglicher machen.

Im Verlauf meiner Arbeit gehe ich zunächst auf die Fragen ein, wer die Devadasis sind und in welchem Zusammenhang sie mit dem Pilgern stehen.

Ein kleiner Einblick in die Geschichte soll folglich verdeutlichen, inwiefern sich das Devadasi System und dessen Institutionen etablierten, ausbreiteten, entwickelten und schließlich bekämpft, verboten und dennoch illegal weiter praktiziert wurden.

Daraufhin beleuchte ich die Wege und Gründe, eine Devadasi zu werden, wobei ich die wichtigsten Merkmale und Abläufe der Weihezeremonien der „Hochzeit“ mit einer Gottheit skizziere.

Einen weiteren Teil meiner Recherche nimmt das soziale Leben der Devadasis ein: traditionell hielten die Devadasis einen wichtigen Stellenwert in der Gesellschaft, wurden hoch angesehen und erfuhren als Frauen besondere Privilegien. Ihre „Familie“ bestand aus Musikern, Tanzlehrern, Verwandten und Adoptivkindern. Besonders die Mutter einer Devadasi spielte eine wichtige Rolle in ihrem Leben.

Anschließend erläutere ich die verschiedenen Aktivitäten, mit denen die Devadasis sich ihren Lebensunterhalt verdienten. Sie waren in zahlreichen Künsten ausgebildet und Expertinnen auf vielen Gebieten. Sie wurden nicht nur aufgrund ihrer vielen Talente, Fertigkeiten und ihres Wissens hoch geschätzt, sondern nahmen auch wichtige religiöse, soziale und politische Funktionen innerhalb der Gesellschaft ein, die ich näher beschreiben werde.

Zum Abschluss gewähre ich einen Blick auf die Situation der Devadasis heute.

Viele von ihnen wissen heute nicht mehr, dass Devadasis früher in der Gesellschaft hoch angesehen wurden, zahlreiche Künste beherrschten, sowie von Tempeln und Königen finanziert und beschützt wurden. Sind diese Frauen im 21. Jahrhundert zur Prostitution gezwungen, um sich und ihre Familien zu ernähren? Welche Wahl haben sie und was für Hilfestellungen gibt es in Indien, um ihre Situation zu verbessern und ihren Lebenswünschen nachzukommen?

2. Devadasis

2.1 Wer sind die Devadasis?

Der Begriff „Devadasi“ ist ein Wort aus dem Sanskrit, das sich aus „Deva“, „die Göttliche“ und „Dasi“, „Dienerin“, zusammensetzt und zusammen übersetzt „Dienerin Gottes“ bedeutet (Gupta 2007: 138).

„Devadasi“ bezeichnet eine Frau, die als Dienerin einer männlichen oder weiblichen Gottheit oder einem heiligen Objekt geweiht ist. Diese Bezeichnung ist die weibliche Form von „Devadasu“, einem Mann der als Sklave einer Gottheit dient. In der Sanskritliteratur werden Devadasis auch als „Ganika“ oder „Veishya“ bezeichnet. Die Persona der verehrten Gottheit veränderte sich mit der Zeit. Zunächst diente eine Devadasi der Gottheit des Tempels, später dem König, dem göttliche Rechte zugeschrieben wurden (Gupta 2007: 290, 291).

Auf lokaler Ebene sind die Devadasis unter vielen unterschiedlichen Namen bekannt. In Goa waren sie als „Bhavinis“, in Marwar als „Bhagtan“ oder „Bhagtani“; in Kerala als „Maharis“, in Assam als „Natis“, in Maharasthra als „Murali“, in Andhra Pradesh als „Basavi“ oder „Devlis“, und in Karnataka als „Jogatis“ oder „Basavis“ bekannt (Kakolee 2000: 23). Diese unterschiedlichen Bezeichnungen varriieren von Region zu Region und sind aus den verschiedenen Sprachen, Dialekten und Traditionen entstanden (Gupta 2007: 291). Die koloniale Regierung bezeichnete mit „Devadasi“ einfach jede Frau, die einer Gottheit gewidmet war (Jordan 2003: 2).

Alle diese Bezeichnungen beziehen sich auf die Tempeltänzerinnen[1], jedoch verraten die Inschriften, dass es verschiedene Stufen von ihnen gab. Ihre Unterschiede lagen in ihrem Lohn und den Arten von Aufgaben und Funktionen, die sie je nach ihrer Stufe zu erledigen hatten (Gupta 2007: 440).

In der englischen Literatur wurde die Devadasi meist als „Kurtisane“ bezeichnet, in der indischen Literatur gab man den Tempeltänzerinnen in jedem Zeitalter neue Namen in Sanskrit, Tamil und anderen Sprachen, denn ihre Rolle wurde stets von der Gesellschaft redefiniert. Immer jedoch spielte sie eine wichtige Rolle am Tempel, am königlichen Hof und in der altertümlichen Stadt (Vishwanathan 2008: 12).

Die älteste Erwähnung einer Kurtisane stammt wohl aus der heiligen Literatur der altertümlichen Hindus, der Rig Veta, in der die Gottheit der Abenddämmerung Ushas mit einem Tanzmädchen reich gekleidet in bestickte Gewänder verglichen wird (Vishwanathan 2008: 13).

Die Devadasis gehörten zur kulturellen Tradition des Hinduismus, in welchem sie bestimmte künstlerische und soziale Funktionen erfüllten. Im Glauben des Hinduismus war es das höchste Ziel des Menschen, Sklave des Göttlichen zu sein. So hielten die Devadasis einen besonderen Platz in der Gesellschaft ein, bis die Zeiten sich änderten und sie von ihrer traditionellen Position verdrängt wurden.

(Vishwanathan 2008: 3).

Die Tempeltänzerinnen kamen meist von niederen Kasten und nicht-brahmanischen Familien, wobei auch Fälle bekannt sind, in denen brahmanische Frauen zu Tempeltänzerinnen wurden, um zum Beispiel einer Witwenschaft zu entgehen (Gupta 2007: 3,4).

Alle Frauen, die mit einer Gottheit verheiratet wurden, gab man den Namen „nitya sumangali“, was „glücksverheißende Frau“ bedeutet, da sie nie zu einer Wittwe werden konnte (Jordan 2003: 1).

Die Devadasis sind eine besondere, ungewöhnliche Gruppe von Frauen mit ihren eigenen Traditionen und Bräuchen, Vorschriften und Privilegien, jedoch stellen sie keine eigene Kaste dar. Man wird nicht durch Geburt zu einer Devadasi, sondern durch die Weihezeremonien, die Vermählung mit der Gottheit und durch die Ausbildung zur Sängerin und Tänzerin, sowie der Ausbildung in vielen weiteren Fertigkeiten und Künsten (Jordan 2003: 1).

Früher waren die Devadasis die einzigen Frauen, die an Ritualen und Festen der Gottheit als religiöse Spezialistinnen teilnehmen durften (Gupta 2007: 135).

Als die einzigen „gebildeten“ Frauen der mittelalterlichen indischen Gesellschaft waren sie ein wertvoller Edelstein der königlichen Krone. Der Stolz einer Devadasi lag weniger in ihren Leistungen, sondern in ihrer Sinnlichkeit. Sie war sowohl Expertin in Tanz und Musik, als auch in Kunst und Erotik. Mit Gott und dem König als ihre Patronen wuchs sie als Frau von hohem Status in einer männer-dominierten Gesellschaft auf (Vishwanathan 2008: 1,6).

Weitere Charakteristiken der Devadasis, die sie von gewöhnlichen Ehe- und Hausfrauen unterschieden, waren ihr Besitz von Eigentum und Land, ihr Recht, Kinder adoptieren zu dürfen und matrilokale Erbbräuche; bevorzugt mit Verwandten, die dem Tempeldienst gewidmet waren (Jordan 2003: 2).

Die Devadasis lebten in drei Hauptströmen der Gesellschaft. Zum einen als Teil des Königsgefolge, in dem sie dienten und ein künstlerisches Repertoire darboten. Zum anderen als rituelle Tänzerinnen in einem Tempel und zudem als „kutcheri dasi“, die weder König noch Tempel diente, aber ein noch größeres Tanz- und Musikrepertoire beherrschte (Vishwanathan 2008: 8).

Viele sind der Ansicht, eine Devadasi sei weder Prostituierte, noch Nonne, sondern „a profesional artist who did not suppress or deny her feminine skills. Devadasi women kept classical dance forms, like Bharatnatyam and Odisee alive for centuries” (Biswas 2009: 51).

Einserseits wurden die Devadasis als „unrein“ bezeichnet, da sie Kurtisanen waren, andererseits als „glücksverheißend“, da sie nie zu Wittwen werden konnten (Jordan 2003: 5).

Der die Devadasis umgebende Rahmen und ihre Tätigkeiten haben sich im Laufe der Jahre immer wieder geändert und der zeitlichen Entwicklung angepasst. Heutzutage kann sie nur noch bedingt als „Sklavin der Götter“ bezeichnet werden, vielmehr ist sie Sklavin der Umstände und menschlichen Bergierden geworden (Svejda-Hirsch 1991: 48).

2.2 Devadasis im Kontext des Pilgerns

Die Devadasis zählen zu einen der Akteure, die im Zusammenhang mit dem Pilgern in Indien stehen.

In früheren Zeiten waren sie ein Seitenaspekt des Pilgerns, da sie häufig an heiligen Orten wie Tempel – und Pilgerstätten tätig waren. Tempel waren ein beliebter Aufenthaltsort für Reisende und Pilger. Es war leicht möglich für jene, sich dort die Gesellschaft von Devadasis einzurichten. Der Tempel war nicht nur ein Ort zur Verehrung des Göttlichen, sondern auch ein Ort der Unterhaltung, an dem Menschen sich mit Devadasis amüsieren konnten (Gupta 2007: 102, 103).

Die Lieder und Tanzperformanzen der Devadasis im Tempel stellten eine Art Attraktion dar, nicht nur für die Verehrer der Devadasis, sondern auch für die Pilger, die so mehr Gewinn in Form von Spenden und Zuschüssen für den Tempel einbrachten (Gupta 2007: 6).

Die Tempel- und Pilgerstätten sollen vermehrt aufgrund der Devadasis anstatt des Gottesdienstes und der Gottesverehrung wegen besucht worden sein (Svejda-Hirsch 1991: 110). Doch die Devadasis unterhielten die Pilger nicht auf sexuelle Weise; sie schliefen nicht mit ihnen. Die Devadasis kamen immer nur in Gruppen zu den Pilgern, nicht alleine, um das Treffen asexuell zu halten. Die Pilger verehrten die Devadasis[2]. Sie boten ihnen einen Platz zum Sitzen an, trugen Sandelholzöl auf ihre Stirn, gaben ihnen Blumen und andere Geschenke. Sie wuschen die Füße der Devadasis in einer Blechschale und nahmen anschließend ein paar Schlücke des Wassers zu sich, den Rest behielten sie und benutzten es als „Pilgerplatzwasser“. Die Devadasis wurden anschließend gebeten, Lieder zu singen. Bei den Pilgern sangen sie nur fromme Lieder. Bevor die Pilger gingen, gaben sie den Devadasis Kleider und Geld, welche die Devadasis gerecht untereinander verteilten.

Eine Devadasi zu sehen, so sagten die Priester zu den Pilgern, bedeutete das Gleiche, wie Jagannatha, eine Form Visnus, zu sehen. Jedoch wurde nur der König selbst als pure Verkörperung Jagannathas gesehen (Marglin 1985: 112).

Am Ende einer Tanzvorführung nahmen einige Pilger den Staub von den Füßen der Devadasis, andere rollten sich mit ihrem Körper an der Stelle, wo sie getanzt hatten, um sich den Staub ihrer Füße an den ganzen Körper zu reiben. Die Pilger legten vor die Devadasis Geschenke wie Fußfärbemittel, Schmuck, Saris oder Geld (Marglin 1985: 109, 110).

Die Verehrung der Devadasis von den Pilgern ist eine bemerkenswerte Tatsache. Gesten wie den Staub von den Füßen zu nehmen, diese zu waschen und das Waschwasser zu schlürfen, drücken die Überlegenheit der Person, der man diese Gesten zukommen lässt, aus. Die Verehrung der Devadasis ist ungewöhnlich, denn sie ist unabhängig von ihrem Status. Es lag nicht an ihrem religiösen Status, sondern daran, dass sie unverheiratete Frauen waren, symbolische Jungfrauen sozusagen, die als glücksverheißend galten und keiner bestimmten Kaste zugeordnet werden konnten (Marglin 1985: 111).

Die Devadasis stellten also einen großen, attraktiven Anziehungspunkt an den Tempeln dar und lockten Besucher und Pilger an, die wiederrum den Tempeln gutes Geld einbrachten.

Heute gehören die Devadasis nicht mehr klassisch zum Pilgern dazu und es gibt sie an Tempeln eher selten.

3. Blick in die Geschichte der Devadasis

3.1 Wie und wann entstand der Gedanke, Frauen Gottheiten zu widmen?

Die Idee, dem Göttlichen etwas zu widmen, um seinen guten Willen; seine Gnade zu erlangen und Böses fernzuhalten, ist eine Jahrhunderte alte Praxis (Gupta 2007: 300).

Der Anthropologe James Frazer verband mit dem Ursprung, Frauen Gottheiten zu widmen, mit dem uralten Brauch, Mutter Erde, bzw. die Muttergottheit mit männlichen Gemahlen zu verehren. Die Absicht der Widmung von Menschen bestand darin, die Fruchtbarkeit der Felder und Bäume, aber auch von Menschen und Tieren zu sichern. Der Kult des Paares bzw. der Heirat zwischen Mensch und Gottheit wird in unterschiedlichen Formen in ganz Indien gefunden (Gupta 2007: 299). Der Kult der Muttergottheit ist so alt wie die Zivilisation der Indus Valley, die den Ursprung der indischen kulturellen Geschichte darstellt (Vishwanathan 2008: 67).

Der Brauch der Devadasis erschien in Indien in der post-vedischen Zeit. Nachdem ein Herrscher des Landes einen wunderschönen Tempel errichtete, spendete er schöne junge Mädchen an den Tempel für religiöse Dienste. Obwohl der Brauch der Devadasis in allen Gesellschaften bekannt ist, ist nicht bekannt, warum und wie genau er entstand. Frazers Muttergottheit-Theorie ist nur eine von vielen Entstehungstheorien dieses Brauches (Gupta 2007: 427).

Im Staat Karnataka in Südindien wurde das Devadasi System über zehn Jahrhunderte weitergegeben. Im Zentrum steht der Kult um die Göttin Yellamma. Yellamma bedeutet „Mutter aller“ (Kakolee 2000: 27).

Der Geschichte zufolge sollen Devadasis von Brahmanenfrauen stammen, die von ihren Eheämmern aus den Häusern geworfen wurden. Die Anhänger Yellammas sind meistens arm und in schweren Zeiten widmeten sie sich selbst, ihre Männer oder Kinder der Göttin Yellamma.

Um Yellammas Gunst und Schutz zu erlangen, müssen die Anhänger sich mit den Armen identifizieren und der Gesellschaft dienen. Mindestens zweimal im Jahr bei Vollmond müssen sie die Yellammaschreine besuchen und ihre Verehrung ausdrücken. Dabei müssen sie möglichst nackt sein, oder sich zumindest mit Niembaumblättern oder knappen Kleidern bedecken. Solche Rituale sind besonders im letzten Jahrzehnt ein bekanntes und beliebtes Event für Jugendliche und Touristen geworden, die sich um die Pilgerzentren versammeln, um einen Blick auf die nackten, beziehungsweise halbnackten Menschen zu werfen (Biswas 2009: 48).

3.2 Die Entwicklung der Stellung der Frau von der vedischen bis zur klassischen Zeit

In der frühvedischen Zeit genossen Frauen in Indien in allen kulturellen und ökonomischen Belangen eine relative Integrierung. Zwar keine Gleichberechtigkung, aber eine Komplementarität der Geschlechter wurde anerkannt (Young 1987:101 in Svejda-Hirsch 1991: 23). In den folgenden Epochen verschlechterte sich die Position der Frauen.

In den letzten Jahrhunderten v.Chr. wurde die upanayana-Zeremonie für Frauen mit der Heirat gleichgesetzt, wonach der Ehemann das einzige Ziel weiblicher Verehrung sein sollte. Die Rolle der Frauen wurde zunehmend passiv, auf der anderen Seite wurden besonders Mütter zum höchsten Ideal erhoben und als Glück bringend betrachtet (Svejda-Hirsch 1991: 24).

Ab etwa 500 v.Chr. etablierte sich die Kinderheirat bei den Brahmanen. Eltern verheirateten ihre Töchter so früh wie möglich, um der Sorge von Verantwortung und Keuschheit los zu sein. Beim Erreichen der Pupertät des Mädchens wurde die Hochzeit vollzogen.

Frauen galten als Besitztum und durften sich selbst kein Besitztum aneignen. Je höher die Kaste einer Frau war, desto niedriger ihr Status und beschränkter ihre Bewegungs- und Handlungsfreiheit (Svejda-Hirsch 1991: 25). Im Laufe der Zeit sank der Status der Frauen auf den der shudra-Männer[3], der niedersten Kaste in der hinduistischen Hierarchie, denn beide galten als gleich ungebildet. Wie den shudras war den Frauen jegliche Teilnahme an religiösen Handlungen in der Öffentlichkeit untersagt (Svejda-Hirsch 1991: 26).

Bis in die nachvedische Zeit war es üblich, dass Frauen die schönen Künste, vor allem Musik, Tanz und Malen erlernten und weitergaben. Vermutlich handelte es sich dabei jedoch nur noch um Töchter der Oberschicht, da die künstlerische Erziehung sehr teuer war. Nach Altekar (1987: 181) wurde diese Art der Bildung mit dem Aufkommen der Kinderheirat zunichte gemacht, da schlichtwegs keine Zeit mehr dafür blieb. Die Kurtisanen, Tanzmädchen und Devadasis waren die Einzigen, die diese Künste weiterhin erlernten und ausübten, was ihnen zusätzliches Prestige einbrachte (Svejda-Hirsch 1991: 27).

3.3 Die Entstehung der Devadasi-Institution

Rituelles Tanzen als Teil religiösen Dienens in einem Tempel hat eine lange Geschichte. In Indien entstand und entwickelte es sich im Laufe des frühen Mittelalters; in Ländern wie Mesoptamien, Ägypten und Griechenland schon einige tausend Jahre zuvor (Gupta 2007: 1).

Es ist nicht klar wann genau und mit welchen Absichten das System der Devadasis entstand, wurde es u.a. von religiösen Repräsentanten und reichen Leuten kreiert, um ihre sexuellen Begierden legitim ausleben zu können: „The Devadasi, is after all, married to the Lord and never be otherwise. In the end, it´s all about safe sex“ (Kakolee 2000: 13).

Archäologische Funde zeugen als erste von der Existenz der Devadasis bereits im 3. Jahrhundert. Genauere Zeugnisse sind uns durch Inschriften aus dem 7. und 8. Jahrhundert überliefert, die parallel mit den ersten Zeugenberichten von ausländischen Indienreisenden auftauchten. Der chinesische Pilger Hsüan-tsang erwähnte im 7. Jahrhunder beispielsweise, dass er Zeuge von Frauen war, die Musik machten, Lichter anzündeten und Blumen und Duftessenzen zu Ehren der Gottheit darboten (Sevjda-Hirsch 1991: 34).

Auch die bhakti-Dichter des 7. und 9. Jahrhunderts erwähnen Devadasis, die damals einen festen Bestandteil der Tempelgottesdienste bildeten. Verschiedene Inschriften aus dem 11. und 12. Jahrhundert belegen ebenfalls die Devadasis. Dem Tempel von Somnath in Gujarat sollen damals 500 „dancing girls“ angehören. Auch in den weiteren Jahrhunderten zeugen viele Inschriften und Reiseberichte von den Devadasis (Sevjda-Hirsch 1991: 35,36).

Manche Wissenschaftler sind der Meinung, dass das Widmen der Mädchen an die Tempel im 6. Jahrhundert bekannt wurde, da aus dieser Zeit die meisten Berichte stammen. Ab dem 6. Jahrhundert wurden vermehrt Tempel erbaut, damit verbunden etablierte sich auch die Institution der Devadasis.

Mit dem Ende des 10. Jahrhunderts war die Anzahl der Devadasis in vielen Tempeln im direkten Verhältnis zum Wohlstand und Ansehen des Tempels.

Während der mittelalterlichen Zeit wurden die Devadasis als Teil der Einrichtung am Tempel betrachtet, sie hielten ihren Rang gleich neben den Priestern. 400 Devadasis z.B. gehörten zu den Tempeln Tanjore und Travancore (Biswas 2009: 43,44).

Lokale Könige luden oft Tempeltänzerinnen ein, um sie zur Unterhaltung an ihren Höfen tanzen zu lassen. Normalerweise tanzte eine Devadasi ungesehen, um sich allein der Gottheit darzulegen, aber der Tanz bei den Königen diente rein der Unterhaltung (Biswas 2009: 44).

Die Zeit zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert markiert die Entstehung und Entwicklung der Devadasi Institution in Südindien. Zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert erreichte es seinen Höhepunkt.

Das Devadasi System war ein integrierter Teil der religiösen Dienste im Tempel und der Tempel selbst war ein essentieller Teil der frühmittelalterlichen Gesellschaft und Ökonomie. Die mittelalterlichen Tempel besaßen viel Land und waren Arbeitgeber für eine große Zahl an religiösen und nicht-religiösen Funktionaren. Zu den religiösen Funktionaren zählten Priester, Tempeltänzerinnen, Tanzlehrer, Trommler, Flöter, Sänger usw. Zu den nicht-religiösen Funktionaren gehörten Maurer, Töpfer, Girlandenhersteller, Schneider, Putzkräfte usw. (Gupta 2007: 20).

In Nordindien konnte sich das System der Devadasi nicht als Institution verbreiten, das in der Gesellschaft einen festen Platz innehielt. Hier war es nicht so bekannt und verbreitet wie in Südindien (Gupta 2007: 6). Ganz Nordindien war betroffen von blutigen Kämpfen, Sklaverei, schrecklichen Torturen und vollkommener Zerstörung von Hindutempeln und anderen öffentlichen Gebäuden (Gupta 2007: 301). Vom 8. Jahrhundert an war der Norden in den Händen von Moslems, die ihre Herrschaft ab 1200 zu festigen wussten. Während der Norden islamiert wurde, wurde der Süden zur Hochburg der Hindus. Trotz islamischer Vorstöße in den Süden Anfang des 14. Jahrhunderts konnte dieser nie in dem Maße unterworfen werden wie der Norden, in dem Hindu-Tempel vermehrt den zerstörerischen Attacken der Moslems ausgesetzt waren (Svejda-Hirsch 1991: 32).

Im Süden florierten die Institutionen der Devadasis und ihre Kooperation mit dem Staat war groß. Sie unterstützten den Staat, der von kriegerischen Auseinandersetzungen gebeutelt war, auch finanziell. Es wird behauptet, die Freudenmädchen hatten die gesamten Polizeikräfte finanziert.

Hier waren die Bräuche und Glaubensvorstellungen der Menschen in übernatürliche Kräfte und Wesen nicht so beeinflusst von nicht-hinduistischen Eindringlingen oder anderen Einflüssen von außen (Gupta 2007: 303).

Aber auch in Südindien entwickelten sich die Institutionen der Devadasis unterschiedlich und waren auf wenigen kleinen Flächen konzentriert. Weit verbreitet waren sie z.B. in Chingleput, Nord Arcot, Süd Arcot, Thanjavur, Trunelveli und im Tiruchirapalli Gebiet des modernen Tamil Nadu, Krishna, Guntur, Nellore, die Regionen von Anahra, Pradesh, Dharwar und Koler in Karnataka.

Mit der Zeit wurden die Devadasis so zahlreich in Südindien, dass sie zu einer separaten Subkaste wurden, die ihre eigenen Traditionen, Sitten und Etiquetten, sowie ihren eigenen gewählten Dorfrat besaßen, dessen Entscheidungen für alle Mitglieder verbindlich waren (Gupta 2007: 7).

3.4 Die Blütezeit der Devadasis

Die Berühmtheit der Devadasis erreichte ihren Höhepunkt im 10. und 11. Jahrhundert. Das Aufsteigen und Fallen des Status der Devadasis kann parallel mit dem Aufsteigen und Fallen der Hindu Tempel betrachtet werden (Biswas 2009: 44).

Ihre absolute Blütezeit soll die Tempelprostitution zur Zeit der Pallava und Chola Dynastien, ca. 6. bis 13. Jahrhundert erlebt haben. In diesem Zeitraum wurden auch die meisten der großen Hindu-Tempel erbaut (Svejda-Hirsch 1991: 32).

Während des Mittelalters empfanden es sowohl Könige als auch Adlige als lobenswert, Mädchen den Tempeln zu widmen. In Chola Zeiten glaubte man, dies würde für ein langes Leben der Könige, Königinnen und ihre Söhne sorgen. Man glaubte, den Göttern viele Geschenke machen zu müssen, darunter auch das „Schenken“ von Mädchen. Hauptsächlich lag das Geschenk der Mädchen darin, dass sie für den Gott sangen und tanzten. Die Menschen früher nahmen an, indem sie die Götter erfreuten, würde es mehr Regen und Gedeih geben. Die Verbindung zwischen den Devadasis und der Fruchtbarkeit war zu diesen Zeiten fest etabliert (Vishwanathan 2008: 43).

3.5 Der Zerfall des Devadasi-Systems

Wie bereits ausgeführt, wurde der Brauch der Devadasis in der Vergangenheit respektiert und von den Priestern, Königen und der Gesellschaft gefördert. Viele Jahrhundertelang wurden die Devadasis in Indien als heilige Dienerinnen der Hindu Gottheiten betrachtet und niemandem galt Schande, der an diesem Brauch beteiligt war (Gupta 2007: 316, 317, Jordan 2003: 156).

Mit den Jahren jedoch zerfiel das System aufgrund von Sanskritization, ökonomischen und politischen Unruhen. Alte und neue Traditionen vermischten sich mit den Jahren, wodurch große Verwirrung und Unordnung entstand (Gupta 2007: 317).

Im 11. Jahrhundert bereits versuchten einige Hindus den Brauch der Prostitution zu verbieten, aber konnten sich nicht gegen die Könige und königlichen Familien durchsetzen, die das Verbot des Devadasi Systems verhinderten. Auf der einen Seite stand die königliche Herrscherklasse, auf der anderen die priesterliche Klasse, beide waren trotz Unstimmigkeiten von gegenseitiger Unterstützung abhängig (Gupta 2007: 109).

Bis die britischen Richtlinien in Indien eintraten, gab es viele politische Unruhen im hinduistischen Indien. Kleinere Herrscher kämpften gegeneinander um religiöse Sekten und Ruhm und Glorie; oft waren die Tempel ihr Angriffsziel. Die Gewinner nahmen Reichtum und Frauen aus den Tempeln mit. Nachdem die Eindringlinge fort waren, wurden die Tempel neu aufgebaut und die Frauen, die geschändet wurden und noch da waren, wurden verstoßen und gegen neue, jüngere ersetzt (Gupta 2007: 318).

Am Anfang des zweiten Jahrtausends errungen Eindringlinge aus Westasien ihren ersten Sieg in Indien. Die Zerstörung der Tempel von Eindringlingen begann an den nordwestlichen Grenzen des Landes und breitete sich im ganzen Land aus. Daraufhin fiel der Status der Tempel im Norden schnell, langsamer in Südindien (Biswas 2009: 44).

Mit dem Einzug der Kolonialmächte veränderte sich das Devadasi System. Die fremden Mächte, die von christlichen Moralvorstellungen geprägt waren, verstanden die Verbindung von Religion und Sex nicht. Mit der Kolonialisierung der Briten, Portugiesen, Franzosen und anderen fremden Mächten verloren die Hindu Religion und die Institutionen ihre königliche Schirmherrschaft und ihre eigene Kontrolle. Einige koloniale Offiziere und christliche Missionare misinterpretierten die hinduistische Bräuche , betrachteten sie als teuflisch und versuchten, sie auszurotten (Gupta 2007: 292).

Zwischen 1857 und 1947 begannen die britischen Funktionäre und die aufstrebende indische westernisierte Elite die Devadasis als profane Prostituierte zu betrachten und die Tradition zu verbieten (Jordan 2003: 156).

Ab 1760 war die englische Oberherrschaft in Indien installiert, die die Mogulen praktisch ablöste.

1858 übernahm Königin Victoria von England die Macht und ließ sich 1877 zur Kaiserin von Indien krönen.

Zwischen 1772 und 1947 wurden neun Hauptgesetze zur Liberalisierung der Position der Frauen erlassen. Dazu gehörte das Verbot von sati, das Verbot von weiblichem Infantizid und der Kinderheirat, die Erhöhung des Heiratsalters, die Erlaubnis der Wittwenheirat, Verbesserung der Erbrechte und im Jahre der Unabhängigkeit das Verbot der Dedikation von Mädchen und Frauen als Devadasis. Alle diese Gesetze wurden von den indischen Reformen unterstützt. Dass aber nicht alle dem Wohle der Zielgruppen dienten, zeigt das Beispiel der Devadasis deutlich (Svejda-Hirsch 1991: 47).

Als die koloniale Justiz 1861 den „Penal Code“ und „Code of Criminal Procedure“ einführte, wurde der legale Status der Devadasis problematisch. Personen, die ein Mädchen zur Devadasi Adoption gaben oder eines annahmen, mussten dafür Strafe zahlen (Jordan 2003: 159). Der „Penal Code“ trug jedoch nur wenig dazu bei, der Praxis ein Ende zu setzen (Gupta 2007: 109).

Am 9. November 1892 wurde die „Madras Hindu Social Reform Association“ gegründet. Eine Bedingung zur Mitgliedschaft war, „not to invite a nautch-woman or other fallen woman for singing, dancing or other purposes” (Marglin 1985: 6). Es wurde kein Unterschied gemacht zwischen Tanzmädchen, Nautch[4]-Frauen und Devadasis. Sie alle wurden als Prostituierte bezeichnet und als sittenlos betrachtet (Marglin 1985: 6).

Die erste anti-nautch Bewegung fand 1882 statt. Das Hauptziel bestand darin, das System abzuschaffen. Hauptsächlich Missionare, Doktoren, Journalisten und Sozialarbeiter waren Teil dieser Bewegung. Sie trieben die Abschaffung jeglicher Art von Zeremonien und Prozeduren an, in denen junge Mädchen als Devadasis den Hinduschreine gewidmet wurden. Sie organisierten Seminare und Konferenzen, um den Fall an die Öffentlichkeit zu bringen (Biswas 2009: 48).

1899 richtete sich die Bewegung eher darauf, die Widmungen zu stoppen. Die „anti-nautch Bewegung“ entwickelte sich in eine „Anti-Dedication-Bewegung“. Viele prominente soziale Denker stellten die Praxis des Devadasi Systems in Frage und plädierten für dessen Abschaffung (Biswas 2009: 49,50).

1924 wurden neue Gesetze verabschiedet, wie ein Zusatzartikel zum Penal Code, welcher die Dedikation von Minderjährigen zum Vergehen machte und der „Madras Act“ von 1929, welcher die Landnutzungsrechte der Devadasis für nichtig erklärte. 1930 schließlich wurde der Gesetzentwurf der indischen Ärztin Muthulakshmi Reddy verabschiedet, welcher die Praxis der Tempel-Weihungen verbot (Svejda-Hirsch 1991: 49).

Die erste gesetzliche Initiative, das Devadasi System zu verbieten, wurde mit dem „Bombay Devadasi Protection Act“ 1934 vollzogen. Dieser Akt erklärte die Weihung von Frauen als illegal. Die Hochzeit einer Devadasi sollte gesetzmäßig und rechtsgültig ausgeführt werden und sie sollte eheliche Kinder haben. Jegliche Personen, die in eine Weihung miteinbezogen waren, außer der Frau selbst, sollten mit Freiheitsentzug bestraft werden. Außerdem wurden Gesetze festgelegt, die die Interessen der Devadasi beschützen sollten, z.B. wenn es um ihr Eigentum oder ihren Landbesitz ging (Biswas 2009: 51).

3.6 Die Weiterentwicklung des Devadasi-System nach der postkolonialen Zeit

Nach einem politischen Bewusstwerdungsprozess, der für Männer und Frauen in der Ghandi-Bewegung gipfelte, erlangte Indien schließlich 1947 seine Unabhängigkeit zurück.

In diesem Jahr wurde von der Regierung des Staates Madras, einer der Provinzen, die unabhängig geworden waren, eine Gesetzgebung festgelegt, die „Madras Prevention of Dedication of Devadasis Act“ genannt wurde und die Institution als illegal erklärte. Obwohl dieses Gesetz nur die Provinz Madras betraf, beeinflusste es auch viele andere Regionen (Marglin 1985: 8).

Die indische Verfassung, die 1950 in Kraft trat, führte Maßnahmen ein, um in Bildung, Politik und Wirtschaft Fortschritte zu erreichen, was zu vermehrtem rationalen Denken führte. Traditionelle Glaubensvorstellungen, Bräuche und Praktiken sollten ein Ende gesetzt werden. Der Brauch der Devadasis, der einst in der Gesellschaft angesehen wurde und eine Bereicherung und Unterstützung darstellte, hatte nun seinen Wert und seine Attraktivität verloren (Gupta 2007: 320).

Das Ende der königlichen Schirmherrschaft trat mit 1958 mit dem Tod von Ramacandra Dev, dem Großvater des damals herrschenden Königs, ein. Danach brach die Tradition zusammen und die Devadasis verheirateten ihre Töchter, da diese nicht mehr von den Tempeln und Patronen unterstützt wurden. Der Staat übernahm die Verwaltung der Tempel. So verloren die Devadasis ihre Einkommensquelle und auch zur gleichen Zeit geschah es, dass die Pilger aufhörten, ihnen Beachtung zu schenken. Die Devadasis verloren sowohl ihr Einkommen, als auch ihr Ansehen (Marglin 1985: 87).

Auch durch die Industrialisierung entstand großer Wandel in der Gesellschaft. Es entstanden urbane Zentren. Heimatlosigkeit, Arbeitslosigkeit waren Folgen, die wiederrum zu großer Nachfrage an Prostitution unter jungen Menschen führten.

Die neue Regierung schaffte den Brauch der Devadasis ab und förderte die Rehabilitierung der Devadasis, in dem z.B. Massenhochzeiten gesponsert wurden (Gupta 2007: 320).Viele Devadasis wurden in ein Leben von Armut, Elend und in vielen Fällen von Prostitution gezwungen (Biswas 2009: 44).

Mit dem gesellschaftlichen Untergang der Devadasis bereits vor 1947, wurde der Weg frei für die Entstehung einer neuen Gruppierung von Tänzerinnen: den höheren Töchtern aus guter Gesellschaft. Sie erlernten die Tänze, die einst die Devadasis tanzten und wurden die neuen Amateur-Tänzerinnen. Die „Wiedergeburt des Tanzes“ fand somit in der „besseren“ Gesellschaft statt.

Es sind letztlich nur die Devadasis selbst, die von der Reformbewegung zugrundegerichtet wurden. Weder Tanz, noch Prostitution als solche wurden angeprangert oder verboten (Svejda-Hirsch 1991: 52).

Die Devadasi Reformgesetze spiegeln die Entwicklung von einer traditionellen zu einer modernen Weltsicht (Jordan 2003: 156). So glaubte die indische westernisierte Elte, britische Funktionäre, Missionare und die britische Öffentlichkeit, dass die Eliminierung der Devadasiweihung den Status der Hindufrauen verbessern würde. Die westlich Elite empfand es gegenüber anderen Nationen als äußerst peinlich, dass in Indien Religion mit Prostituiton assoziiert werden würde (Jordan 2003: 160).

1980 äußerte sich der Unionsminister, Mr. B. Sankaranand bezüglich des Devadasi Systems: „it´s a matter of shame that such a system was still prevalent in the country“ (Gupta 2007: 115).

Die Praxis der Devadasis wurde 1982 von der Regierung von Karnataka und 1988 von der Regierung von Andhra Padesh als illegal erklärt. Trotzdem ist die Praxis noch immer geläufig in ca. zehn Distrikten von Nord Karnataka und 14 Distrikten in Andhra Pradesh (Biswas 2009: 43).

Die Zeit der Reformen brachte neue Gesetze und Gepflogenheiten, die auch zum Positiven für die Frauen waren mit sich, aber auf dem Land, wo die Mehrheit der indischen Bevölkerung lebt, blieben die alten Strukturen nahezu unverändert intakt. So existiert die Institution der Devadasis trotz aller offiziellen Verbote bis heute inoffiziell weiter (Svejda-Hirsch 1991: 41). Die Tempeltänzerinnen verloren ihren Status und ihre Unabhängigkeit, sowie ihr Eigentum, ihr Erbe und ihr Recht auf Adoption. Die Gesetzgebungen hatten geringe Auswirkung auf die verarmten niederen Kasten, die weiterhin ihre Töchter den Göttern weihen (Jordan 2003: 162).

4. Wege und Gründe eine Devadasi zu werden

4.1 Beweggründe, eine Tochter als Devadasi zu weihen

Dass Familien eine Tochter als Devadasi widmen, hat viele unterschiedliche religiöse, soziale und ökonomische Faktoren, die miteinander verbunden sind. Kinderlosigkeit oder Krankheit wurden auf ein schlechtes Verhältnis zur Gottheit der Familie zurückgeführt und nur durch das Geben eines Mädchens konnte der Zorn der Gottheit besänftigt werden (Gupta 2007: 111).

Kinderlose Eltern versprachen z.B. im Falle einer Schwangerschaft, ihr erstes Kind zu widmen, sollte es ein Mädchen werden. Wenn es keine Söhne in der Familie gab, widmete man ein Mädchen, das so zum „Sohn“, wurde, in dem es mit seinen Diensten als Devadasi das Geld für die Familie einbrachte.

Wenn die Familie des Mädchens etwas Eigentum besaß, stellte die Familie zudem sicher, dass es in der Familie blieb, indem sie es dem Tempel widmeten (Biswas 2009: 53).

In Zeiten der Hungersnot und Armut wurden Devadasis auch zu Tempeln gegeben, um ihr Leben zu sichern. In manchen Fällen widmeten sich Devadasis auch selbst den Tempeln als Zeichen ihrer intensiven Liebe zum Göttlichen. Es gab keine Kastenunterschiede oder soziale Abwägungen bei solch einer Widmung (Vishwanathan 2008: 43).

Das Heiratssystem Indiens begünstigt die Widmung der Töchter, denn arme Familien mit vielen Töchtern können nicht alle an wohlhabende Männer verheiraten, da sie nicht genügend Geld für eine Mitgift haben (Raghuramaiah 1991: 14).

In manchen Familien gehörte das Weihen einer Tochter an den Tempel zur Tradition; innerhalb jeder Generation wurde ein Mädchen der Gottheit gewidmet. Manche Eltern ohne Söhne widmeten eine Tochter auch aus dem Grund, dass sie ihre Eltern im Alter versorgen würde, da die Töchter, die mit Männern verheiratet waren, zur Familie des Ehemanns gehörten und die Eltern keinen Anspruch mehr auf ihre Dienste hatten (Kakolee 2000: 16).

Während des Mittelalters empfanden es sowohl Könige als auch Adlige als lobenswert, Mädchen den Tempeln zu widmen. In Chola Zeiten glaubte man dies würde für ein langes Leben der Könige, Königinnen und ihre Söhne sorgen. Man glaubte den Göttern viele Geschenke machen zu müssen, darunter auch das „Schenken“ von Mädchen. Hauptsächlich lag das Geschenk der Mädchen darin, dass sie für den Gott sangen und tanzten. Die Menschen früher glaubten, dass, indem sie die Götter erfreuten, es mehr Regen und Gedeih geben würde. Die Verbindung zwischen den Devadasis und der Fruchtbarkeit war fest etabliert (Vishwanathan 2008: 43).

Meist hat eine Devadasi keine Wahl zu entscheiden, ob sie dies werden will oder nicht. Viele Mädchen träumen von einem Leben als verheiratete Frau mit Kindern oder sind abgeschreckt vom Schicksal anderer Devadasis. Manche müssen sich für das Wohl ihrer Geschwister opfern, damit die Familie überlebt. Die Bordelle heutzutage versichern zum Wohle ihres eigenen Geschäftes, regelmäßig zu zahlen und versprechen die Rückkehr der Devadasi zu ihrer Familie, wenn sie alt und krank ist (Gupta 2007: 418, 419).

4.2 Die Weihungszeremonien

Die Initation eines Mädchens zu einer Devadasi begann mit einem Schwur, der oft abgelegt wurde, wenn das Mädchen noch sehr jung war, oder noch bevor sie geboren war. Durch den Schwur wurde das Mädchen zum Geschenk für die Gottheit und somit zum Eigentum des Tempels (Kakolee 2000: 28).

Die Widmung der Devadasis fand vor der Pupertät zwischen 5 und 9 Jahren statt. Gewöhnlich nannte eine ältere Devadasi oder die Mutter des Mädchens den Namen des Mädches den Tempelauthoritäten. Die Tempelauthoriäten suchten einen glücksverheißeden Tag für die Zeremonie aus, an dem alle Beschäftigte am Tempel mitanwesend waren. Der Priester legte das tali oder ein gelbes Garn mit einem goldenen Talisman, der vorher noch zu den Füßen der Gottheit lag, um den Hals des Mädchens (Vishwanathan 2008: 57,58).

Die Initationsriten variierten von Region zu Region. Nach einem alten Brauch musste die Devadasi mit einer Bettelschale herumgehen und um Almosen bitten. Sie musste dabei vollkommen nackt gehen, lediglich ihre Intimzonen durfte sie mit Niembaumblättern verdecken (Kakolee 2000: 29).

Der rituelle Kreis von Initiation (pottukattu), Vereinigung (sadanku) und Vollendung (prayojanan) war die Parallele zur brahmanischen Hochzeitszeremonie. Die Hochzeit einer Devadasi kennzeichnet nicht nur den Übergang des biologischen und soziologischen Lebenskreislaufes, sondern auch ihre Entwicklung in der Erwerbung ihrer professionellen Fertigkeiten (Vishwanathan 2008: 58).

4.2.1 Pottukattu – die Widmung im präpubertären Alter

Die erste Initationsweihe in den Tempel wurde durchgeführt, als das Mädchen zwischen 5 und 7 Jahren alt war. Der Gottheit wurden hierbei Kleider als Opfer gegeben. Während der Zeremonie wurden Blumen, Kokosnüsse, Bananen, Betelnusspalmen, Gelbwurz, Weihrauch etc. und das Pottu[5]zu Füßen der Gottheit gelegt. Der Priester selbst oder eine ältere Devadasi trug das Pottu auf die Stirn des Mädchens auf. Danach wurde das Mädchen nach Hause geschickt, wo ein Fest veranstaltet wurde. Das Pottu wurde abgenommen und geschützt aufbewahrt, um es vor der Unreinheit des Mädchens, während es seine erste Menstruation bekam, zu schützen. Von nun an lernte das Mädchen zu tanzen. Die ersten Schritte des Tanzes wurden als „Adavus“ bezeichnet. Nach zwei Jahren Training erhielt die Devadasi ein Fußkettchen mit Glöckchen, welches ihre erste Stufe von Professionalität anzeigte. Der Guru band ihr das Fußkettchen um ihre Fußgelenke und anschließend performte sie vor vielen Gästen. Danach wurde allen Essen gereicht und zum Abschied Betelpalmenblätter und Nüsse mitgegeben (Vishwanathan 2008: 60,61).

Die Brandmalzeremonie (Muttirai), die nur in einigen Tempeln durchgeführt wurde, war ein Teil der Initationsprozedur der Devadasis in den Tempel. In Shivatempeln wurde ein Dreizack gebrandmarkt, das mit Shiva assoziiert wurde, in Vishnu Tempeln eine Muschel, die mit Vishnu assoziiert wurde.

Vermutlich war es ein kleines Symbol aus Silber. Das heiße Siegel wurde ihr auf den Oberarm gedrückt. Heilende Kräuter wurden zur Linderung und Heilung der Haut angewendet. Die Brandmalzeremonie war eine rein feudale Praxis, das den Besitz an einen Tempel anzeigte. Das Brandmal machte sie zur Sklavin Gottes (Vishwanathan 2008: 41,42).

4.2.2 Sadanku – die „Hochzeit“ im pubertären Alter

Beim Erreichen der Pubertät wurde eine zweite Zeremonie (sadanku) abgehalten. In dieser fungierte ein vom Tempel ausgeliehenes Emblem der Gottheit als Bräutigam. Das Ritual selbst muss demnach außerhalb des Tempels stattgefunden haben. Diese zweite, bestätigende Zeremonie ist dem Vollzug einer brahmanischen Kinderheirat gleichzusetzen (Svejda-Hirsch 1991: 130).

Diese Zeremonie performte den Beginn der Pubertät, den Wendepunkt in öffentlichen Leben der Devadasi. Es war die zentrale Zeremonie, in deren Fokus ihr Älterwerden stand. Von einer Frau zu einer gelernten Tänzerin und schließlich zur Tempeldienerin. Frauen in der Karnataka Region wurden mit einer männlichen oder weiblichen Gottheit oder einem heiligen Gegenstand wie einem Laternenmast, einem Fahnenmast oder einer Gottheit in Tiergestalt verheiratet. Sie wurden festlich gekleidet, von Musik und Familie begleitet zum Tempel gebracht. Der Tempelpriester der Gottheit legte der Braut eine heilige Kette um den Hals, als Symbol der Heirat mit der Gottheit. Allerdings wird der Ritus, der bei einer normalen Hochzeit stattfindet, in dem die Frau von ihrem Clan getrennt wird, nicht performt (Gupta 2007: S. 297)

Die Feste dauerten zwischen zehn und zwanzig Tagen. Sie kennzeichneten den neuen sozialen Status der Devadasi. Geld und Kleiderspenden wurden der Gottheit geboten. Der Priester symbolisierte die Gottheit mit einem Messer oder einem Speer, das er der Familie präsentierte. Das Schwert oder der Speer wurde anschließend in einen Raum der Familie gebracht und als Gottheit platziert.

Das Mädchen wurde angezogen im Haus gebadet, dabei wurde sie durch ein Sieb geduscht, das wie Regenwasser auf sie fiel. Gelbwurzpaste wurde über das Gesicht des Mädchens, sowie heilige Asche auf ihre Stirn aufgetragen. Im Haus bekam sie neue Kleider (Vishwanathan 2008: 61).

In der Zwischenzeit performte der Guru ein rituelles Gebet zu den neun Planeten um den Ort der Performanz zu segnen. Hier performte die Devadasi das erste Mal, um den Guru zu ehren. Das Mädchen betrat die Halle als verheiratete Frau und performte ihre jungfräuliche Tanzvotrag. Sie warf sich vor dem Guru nieder, berührte seine Füße und legte ihre Handflächen auf ihre Augen, nachdem sie ihn mit Girlanden geschmückt hatte. Sie musste ihr gesamtes Tanzrepertoire aufführen. Die Gästeliste beinhaltete reiche Landherren, Künstler und Verwandte. Anschließend folgte ein Fest.

Am Abend musste sie im Tempel tanzen, was ihre formale Zugehörigkeit zu diesem bestimmten Tempel signalisierte. Danach wurde sie von den Tempelmusikern nach Hause begleitet. Dort wurde das Schwert genommen und auf ein Blumenbeschmücktes Bett gelegt. Der Brahmin Priester führte weitere Fruchtbarkeitsriten aus und sang glücksverheißende Schlaflieder vor dem „Paar“ (Mädchen und Schwert). Danach wurde das Mädchen alleine gelassen. Am nächsten Morgen wurde das Schwert von einer älteren Frau zurück an seinen Platz gebracht. Das Mädchen durfte aufhören zu fasten und bekam einen neun Meter langen Sari zum Tragen. Am Abend wurde mit älteren Devadasis gefeiert, die Hochzeitslieder sangen. Anschließend brachten die Braut und die Frau des Hauses das Schwert zurück zum Tempel. Das Mädchen performte einen besonderen Tanz und kehrte nach Hause zurück. Zehn bis zwölf Tage von Festritualen folgten (Vishwanathan 2008: 63). Zur Pubertätszeremonie sagte eine Devadasi: „The puperty ceremony is a very big feast, just like wedding is for others, so this is like that for us. At my puberty ceremony about two hundred and fifty people came and were fed” (Marglin 1985: 72).

Bei den Festen hatte die Dorfelite Gelegenheit, die neue Devadasi zu betrachten. Das Fest diente im Wesentlichen dem Kennenlernen der frischgeweihten Devadasi, in der Hoffnung, dass ein reicher Patron an ihr Gefallen findet und sich ihrer annimmt (Svejda-Hirsch 1991: 130).

Jeden Abend wurde das Mädchen in schöne Kleider, die eine andere Gottheit verkörperten, gekleidet. So wurde das Mädchen psychologisch für die Eingehung zur Beziehung zu ihrem Patron vorbereitet, während sie sich gleichzeitig darüber bewusst war, formell mit Gott verheiratet zu sein (Vishwanathan 2008: 63).

4.2.3 Prayoyanam – Vollendung der Widmung

Das Annehmen eines sexuellen Partners kennzeichnete die Vollendung der Weihung einer Devadasi. Die Prayoyanam war eine stille Angelegenheit, keine festliche. Eine Auswahl an potentiellen Männern wurde eingeladen und ihre Geschenke entgegen genommen. Die Familie der Devadasis suchte den männlichen Partner für die Braut aus, aber das Mädchen hatte bei der Wahl mitzubestimmen. Oft waren es reiche Männer aus höheren Kasten, die unverheiratet oder mit Kindern verheiratet waren. Diese Männer besuchten die Devadasis lediglich nachts, um mit ihnen zu schlafen, hatten aber keine exklusiven Rechte über sie. Die Kinder, die sie von ihm bekam, wuchsen bei der Mutter auf, und bekamen Namen und Kompanie des Vaters normalerweise nicht mitgeteilt, durften ihn auch nicht als „Vater“ bezeichnen. Er unterstützte sie rein finanziell (Gupta 2007: 297).

Die Devadasis suchten sich ihre Liebhaber sorgfältig aus. Wenn die ausgewählten Männer zu Besuch kamen, brachten sie ihnen Betelpalmenblätter, Parfume und Blumengirlanden und beteiligten sich in Diskussionen über intellektuelle Themen wie Gedichte oder Musik. Um den Männern zu gefallen nahmen sie auch an Sportarten wie Wachtel-, Hahn- und Bockkämpfen teil (Vishwanathan 2008: 22,23).

Ein Vetrag zwischen dem Mann und der Familie der Devadasis regelte den Betrag, den er zahlen musste und wie lange die Beziehung gehen sollte (Vishwanathan 2008: 63).

Der Patron, der das Recht hatte, die erste Nacht mit der Devadasi zu verbringen, konnte auch gewisse Beträge zahlen, um sie längerfristig beanspruchen zu dürfen. Aber eine permanente Bindung mit einem Patron verbot der Devadasi nicht, andere Kunden zu bedienen. Wenn das Mädchen gerade andere Männer unterhielt, mussten diese jedoch das Haus des Mädchens verlassen, falls ihr Patron kam (Biswas 2009: 55).

Nachdem das Geschäftliche geregelt war, teilte man der Öffentlichkeit den Namen des Patrons mit und daraufhin wurde die Devadasi zur „sumangali“, der glücksverheißenden Frau.

Mit ihrem neuen Status als Devadasi, einer glücksverheißenden Frau, die einen Patron hatte, konnte sie nun auf Hochzeiten, Geburtstagen etc. performen. Sie war eine äußerst wichtige Verbindung zwischen ihren Verehrern und der Gottheit.

Patrone des Tempel, die auch Patrone der Devadasi waren, betrachteten sich als doppelt gesegnet (Vishwanathan 2008: 64).

5. Das soziale Leben der Devadasis

5.1 Die soziale Stellung innerhalb der Gesellschaft

Ursprünglich wurden die Devadasis und ihre Kinder nicht als Schande in der Gesellschaft betrachtet. Die Kinder der Devadasis genossen legalen Status und die Devadasis selbst waren äußerlich nicht zu unterscheiden von verheirateten Frauen der eigenen Gemeinde (Biswas 2009: 55).

Im traditionellen Hinduglauben symbolisierte die Devadasi Shakti, die Gottheit selbst. Als Symbol der Gottheit hielt die Devadasi eine wichtige Rolle, ähnlich wie die Muttergottheit oder Amman.

Sie wurde mit allen guten Dingen im Leben assoziiert wie Wohlstand und Fruchtbarkeit. Wie die Gottheit hatte sie die Macht zu beschützen, Hindernisse zu beseitigen, schenkte Wohltaten und reinigte die Welt um sich herum von allem Bösen (Vishwanathan 2008: 64).

Je nach Aufgabe, die sie erfüllten, wurden sie in ihrem Status als höher oder niedriger betrachtet. Die bevorzugten Devadasis der Tempelautoritäten genossen den höchsten Status, sie traten in der Öffentlichkeit nur zu zeremoniellen Anlässen auf (Gupta 2007: 65).

Die Devadasi war ein willkommener Gast auf Hochzeiten und wurde als Bringer eines guten Omens betrachtet. Die Anwesenheit einer Devadasi zu allen religiösen Anlässen wurde als heilig angesehen und sie wurde mit hohem Respekt behandelt und mit Geschenken geehrt (Biswas 2009: 55,56). Devadasis waren die einzigen Frauen, die an Ritualen und Festen der Gottheit als religiöse Spezialistinnen teilnehmen durften (Gupta 2007: 135). Die Devadasis wurden respektiert, gepriesen und genährt, da sie ihr gesamtes Leben der Erfüllung der künstlerischen Exzellenz widmeten. Viele von ihnen wurden mit Gold geduscht als Zeichen königlicher Wertschätzung. Als Frauen, die priviligiert waren, gebildet zu sein, waren sie die Vorläuferinnen der modernen Frau. Sie waren unanbhängig, intelligent und menschlich. Sie waren Teil der Zivilisation, die sowohl Spiritualität, als auch Schönheit einen hohen Rang einräumte. Die Devadasis verbanden in ihrer Person sowohl Sensibilität als auch Sinnlichkeit (Vishwanathan 2008: 199).

Eine Devadasi besaß zudem Großmut. Wenn sie reich geworden war, ließ sie z.B. Tempel, Brunnen, Gärten, Brücken oder Gebetshallen für die Öffentlichkeit bauen. Dies gewährleistete ihr ein permanentes Ansehen in jedem Alter (Vishwanathan 2008: 25).

Devadasis wurden des Weiteren zur Zierde des Tempels und des Hofes eingesetzt. Sie dienten ihren Meistern auf zahlreiche Weise. Sie waren nicht nur heilige Tänzerinnen; Bringerinnen des Glückes, die mit Gott verheiratet waren, sondern auch Hohepriesterinnen, ausgestattet mit Mächten, alles zu weihen, was sie berührten. Sie waren stolze Frauen (Vishwanathan 2008: 34).

Dass sie die Partnerinnen von königlichen Männern waren, gab ihnen einen einzigartigen Platz der Frauen in der Gesellschaft (Vishwanathan 2008: 42, 43).

Während den Familienfrauen als ideale Eigenschaften Keuschheit, Sittsamkeit und Abhängigkeit zugeordnet wurden, und jene verantwortlich dafür waren, männliche Nachkommen zu gebären, die später erben konnten, standen die Devadasis hingegen für Schönheit, verwegenen Sex und Talent für öffentliche Musik und Tanzperformanzen. Sie konnten Eigentum besitzen und waren unabhängig. Sie galten als klug und kokett. Es lag nicht in ihrer Verantwortung ein Kind auszutragen, doch wenn sie eines bekamen, wurde ein Mädchen bevorzugt, denn ein Sohn in einem Devadasi Haushalt wurde schnell zur Last (Vishwanathan 2008: 80,81).

Die Tempelfrauen waren neben den Priestern die wichtigsten Personen in der Tempelorganisation. Die Beziehungen zu ihrem Patron basierten auf einem Austausch von Werten. Der reiche und in der Gesellschaft integrierte Patron demonstrierte mit der Beziehung zu einer Devadasi seinen Erfolg im gesellschaftlichen Leben und die Devadasis mitsamt ihren Tempeln profitierten auf materieller Ebene von diesen Beziehungen. Prestige wurde also gegen materielle Werte eingetauscht, wobei es sich um eine Dreierbeziehung zwischen Devadasi, Patron und Tempel handelte (Svejda-Hirsch 1991: 48).

Während im hinduistischen Indien Devadasis noch einen göttlichen Status innehatten und mit der Muttergottheit personifiziert wurden, wurden sie später auf den Status von rituellen Funktionären degradiert. Unter nicht-hinduistischen Herrschern wurden sie aus ihrer rituellen Sphere entrissen und zu Unterhalterinnen an königlichen Höfen. Mit der Zeit wurden ihre Aufgaben immer profaner. Unter der britischen Regierung wurden sie auf einen noch geringeren Status reduziert, nämlich als kommerzielle Prostituierte in Rotlichtmilleus (Kakolee 2000: 30, 31).

5.2.1 Die „Familie“ einer Devadasi

Die Gemeinschaft der Devadasis, ihre Familie sozusagen, bestand aus Musikern, Tanzlehrern, Verwandten und Adoptivkindern. Die Dominanz auf materieller wie künstlerischer Ebene lag klar bei den Frauen und ihre Haushalte waren matriarchalisch organisiert. Ihr Beruf und ihre Stellung samt der dazugehörigen Vorteile wie Landnutzungsrechte, waren erblich und an ihre Funktion gebunden. Das heißt, eine Sippe verlor ihre Vorrechte, wenn ihr keine praktizierende Devadasi mehr angehörte. Die Frauen waren also die Trägerinnen von Erbeigentum wie auch vom verdienbarem Besitz. Ihre Dominanz in der Gemeinschaft basierte auf ihrer ökonomischen Überlegenheit (Svejda-Hirsch 1991: 48).

Wenn die Frau mit einer Gottheit verheiratet war, war es ihr legitim, Kinder zu haben. Die Kinder gehörten zum Clan der Mutter, die Residenz von ihr und ihren Kindern war entweder matrilokal oder neolokal, aber nie patrilokal. Der Erzeuger der Kinder unterstützte sie finanziell aus moralischen und emotionalen Gründen, es war aber nicht vorgeschrieben, dass er das tun muss (Gupta 2007: 432, 433). Die Frau fasste ihn nicht als einen Ehemann auf, da sie ihren religiösen Verpflichtungen gegenüber der Gottheit und dem Tempel nachgehen musste. Wenn sie starb, übernahmen ihre Brüder und deren Kinder die Bestattungsrituale, nicht ihr sexueller Partner (Gupta 2007: 434).

5.2.2 Die Rolle der Mutter der Devadasi

Mütter spielten eine Schlüsselrolle im Leben der Devadasis. Das System war matriarchal und die gesamte Kultur der Devadasi hing von ererbten Traditionen ab. Die Mutter brachte ihrer Tochter die Kunst des Flirtens bei. Wenn ein Mann ihre Tochter begehrte, erhöhte sie den Preis. Sie überzeugte ihre Tochter, sich nur einem Mann von Wohlstand und hohem Ansehen zu übergeben. Die Kurtisane sollte ihre Bereitschaft zeigen, aber keine Hingabe zu ihrem Liebhaber, und sie musste ihrer Mutter stets gehorsam sein (Vishwanathan 2008: 74,75).

Die Mütter der Devadasis waren gewandte Begleiterinnen, Mitarbeiterinnen, Beschützerinnen und Geschäftsfrauen. Wenn sie gute Sängerinnen waren, sangen sie während der Performanzen ihrer Töchter. Die wichtigste Rolle, die sie spielten, war es, die Talente und Fähigkeiten ihrer Töchter auszubilden und ihnen Ziele zu setzen (Vishwanathan 2008: 75).

5.3 Besondere Privilegien der Devadasis

Zu den besonderen Privilegien einer Devadasi gehörte zum Beispiel das Schwingen des „chamaram“ (Schwanz eines Yaks) vor der Gottheit während eines festlichen Umzuges. Als Zeichen der Anerkennung schützten Könige und Adlige sie und verliehen ihnen Titel und besondere Namen. Einer dieser Namen war „Nakkan“, ein Synonym für Shiva in seiner asketischen Form. Manche Devadasis wurden nach Heiligen benannt, während andere als „Talaikkoli“ betitelt wurden, um anzuzeigen, dass sie Expertinnen im Tanzen waren. Manche Könige waren so bezaubert von dem Tanzgeschick der Devadasis, dass sie ganze Dörfer nach ihnen benannten. Das größte Privileg, das eine Devadasi genoss, war allerdings die Einladung, dem königlichen Haushalt beizutreten (Vishwanathan 2008: 89).

Devadasis besaßen im Gegensatz zu den anderen Frauen der Gesellschaft Eigentum. Neben Geld war Land ihre Haupteinnahmequelle. Außerdem bekammen sie Verpflegung für ihre täglichen Dienste am Tempel, sowie freie Unterkunft (Gupta 2007: 73).

Nach dem Tod einer Devadasi übernahm ihre Tochter oder andere weibliche Verwandte ihre Arbeit und erbte ihren Besitz (Gupta 2007: 89). Waren die Verwandten nicht qualifiziert oder vorhanden, konnten die Devadasis des Tempels eine geeignete Nachfolgerin aussuchen (Gupta 2007: 90).

Es gehörte schließlich zum Privileg der Devadasis als einzige Frauen unter dem hinduistischen Gesetz legal Kinder adoptieren zu dürfen. Die Gründe, warum Eltern ihre Tochter einer Devadasi gaben, waren dieselben, die schon in4.1 Gründe, eine Tochter als Devadasi zu weihen,genannt wurden.

Arme Familien bekamen Geld von der Devadasi, dafür, dass sie ihre Tochter nahm. Es gab kein Adoptionsritual; das Kind kam zu der Devadasi und lebte von nun an in ihrem Haus. Früher nahmen die Devadasis nur Mädchen, keine Jungen, da diese die Devadasi Tradition nicht weiterführen können. Da heute aber die meisten diesem traditionellen Weg nicht mehr folgen, wurden auch Jungen adoptiert, um Unterstützung zu erlangen, wenn sie alt sind. Jedes Mädchen, das die Tochter vom Bruder einer Devadasi war, wurde von der Tante adoptiert und wurde zu einer Devadasi. Wenn der Vater seine Tochter lieber verheiraten wollte, musste er den König um besondere Erlaubnis fragen (Marglin 1985: 79).

6. Ökonomische Tätigkeiten und Funktionen der Devadasis

6.1 Aufgaben und Pflichten am Tempel

Die Devadasis hatten zahlreiche Aufgaben und Verpflichtungen zu erfüllen und waren bei öffentlichen Anlässen immer mit dabei. Meist begannen sie bereits im Alter von acht Jahren zu dienen (Gupta 2007: 55).

Die Hauptaufgaben der Devadasis waren das Singen und Tanzen zur Verehrung der Gottheit morgens und abends, sowie in öffentlichen Zeremonien. Als Bezahlung bekamen sie Land und Geld, das aus den reichen Tempelkassen bezahlt wurde (Kakolee 2000: 30).

Sie wurden zu Festen und an Empfängen geladen, begleiteten Jagdgesellschaften und fuhren sogar mit dem Heer auf das Schlachtfeld. Sie wurden benutzt wie Ornamente, um Städte, Plätze und verschiedene Anlässe zu verschönern (Svejda-Hirsch 1991: 31).

In den Mauryan Periode waren sie Teil der Prozession, selbst solange der König auf Jagd war. In späteren Zeiten wie der Chola Periode mussten sie anwesend sein und tanzen, z.B. auf Geburtstagen des Königs oder Hochzeiten (Vishwanathan 2008: 20). Die Devadasis sangen in Hochzeitszeremonien und tanzten auf den Straßen vor Braut und Bräutigam. Sie machten außerdem der Braut die Haare zurecht und sorgten für deren schönes Aussehen (Raghuramaiah 1991: 10,11).

Die Dienste der Devadasis standen im Einklang des Tageskreislaufs eines Tages. Die meisten Tempel hatten vier rituelle Sitzungen des Dienstes: in der Abenddämmerung, mittags, morgens und nachts. Früher nahmen die Devadasis an jeder Sitzung teil. Die Morgenzeremonie war die ausführlichste. Die Devadasis weckten die Gottheiten mit verschiedenen Arten von Lampen. Dazu wurden Glocken geschlagen, getrommelt und die Devadasis tanzten mit den Lampen in der Hand. Neben den täglichen Diensten hatte jeder Wochentag spezielle Rituale (Vishwanathan 2008: 39).

Andere typische Aufgaben einer Devadasi waren z.B. das Halten des Bildes einer Gottheit, bzw. vor ihm zu singen und zu tanzen, um sie zu ehren, räuchern, Reis und Gelbwurz stampfen, parfürmiertes Puder herstellen, nach den Lichtern sehen, den Hof fegen und zweimal wöchentlich mit Wasser wischen, die Brahmanen bewirten, Blumen und Reis erneuern, die Plätze sauber halten, frisches Wasser für die Puja holen, Gold- und Silberteller waschen, Besuch während seines gesamten Aufenthaltes begleiten u.v.m. (Gupta 2007: 84-88).

Fast jeden Monat fanden Feste am Tempel statt und die Devadasis mussten ihren Rollen in jedem Event nachgehen: singen, tanzen, Lampen halten.

Diese Feste gibt es auch heute noch, nur ohne Devadasis (Vishwanathan 2008: 41).

Neben allen aufgezählten Aufgaben der Devadasis, wurden sie schließlich auch zu Sexobjekten für die „Repräsentanten Gottes auf Erden“, den Königen, Priestern, Noblen und später auch anderen Männern (Gupta 2007: 297).

6.2 Die Ausbildung in den verschiedensten Künsten

Die Devadasis wurden von Kindheit an in den unterschiedlichsten Künsten unterrichtet.

In der klassischen Literatur werden 64 Künste (kalas) erwähnt, die eine Kurtisane beherrschte. Innerhalb der Jahrzehnte erweiterten sich diese Künste in immer neuen Formen. Diese erlernten Künste beinhalteten Tanzen mit einem großem Repertoir an Gesten, Bewegungen und Ausdrücken, sowie Gesang, Sprachen und das Spielen unterschiedlicher Instrumente.

Die Tanzlehrer spielten eine wichtige Rolle für die Tempel, denn sie unterrichteten die Devadasis und sorgten dafür, dass sie in Kondition blieben. Ihr Einkommen war ungefähr doppelt so hoch wie das einer Devadasi. Im Gegensatz zu anderen Tempelarbeitern war das Einkommen der Devadasi hoch (Gupta 2007: 75).

Außerdem wurden sie in verschiedenen Arten des Malens unterrichtet. Das Bemalen der Stirn oder Muster auf dem Tempelboden mit buntem Puder zu streuen, gehörte zu ihren Künsten. Zudem stellten sie Blumengirlanden her und verzierten die langen Kleider der Frauen. Das Bettmachen, es mit Rosenwasser bespränkeln und Blütenblätter auslegen und auch die Toilette der Kurtisane, das Einshamponieren, das Färben ihrer Zähne, zählten als Künste. Das Tragen von Schmuck war eine weitere Kunst. Auch beherrschte sie die Kunst des Kochens, weniger die des Pflanzens und Gärtners. Weben, Rästel und Quizze zu lösen, Poesie lesen und Papageien sprechen zu lehren, gehörten auch zu denkalas(Vishwanathan 2008: 25).

Sie wurden auch darin trainiert, Schönheiten zu sein und nach den Bedürfnissen des Königs zu schauen. „Shampooing and fashioning hair, drawing beauty marks on the face and forehead, tracing patterns on the palm with crushed leaves, concocting aphrodisiacs and decorating the bondoir were part of the duties of the royal courtesan” (Vishwanathan 2008: 20).

Natürlich musste die Kurtisane auch alle möglichen Künste des Sexes beherrschen. Sie war eine Expertin im Liebesakt. Sie benutzte außerdem aphrosdisierende Gewürze für Speisen, die sie ihren Gästen anbot (Vishwanathan 2008: 26).

6.3 Religiöse, soziale und politische Funktionen der Devadasis

Devadasis nahmen eine große religiöse Funktion ein, da sie an den Tempeln eine große Zahl an rituellen und religiösen Aufgaben erledigten. Sie fungierten vor allem für niedrigere Kasten häufig als Priesterinnen, denen es sonst nicht erlaubt war, eigene Priester zu haben.

Sozial gesehen fungierten die Devadasis, die hauptsächlich selbst niederen Kasten angehörten, als Sexobjekte für die höheren Kasten. Sie halfen außerdem, die moralische Ordnung in der Gesellschaft zu erhalten. Männer, die außerehelichen Sex wollten, aufgrund eines persönlichen oder familiären Problems, konnten durch die Devadasis Sex haben, ohne ihrer Familie Schande zu bringen. Kinder, die von Devadasis geboren wurden, hatten keinen Anspruch auf das Erbe des Vaters und verursachten so keine strukturellen Probleme für die Männer und die Kinder seiner Ehefrau.

Das System der Devadasi schützte die Frauen und ihre Kinder vor dem Brandmal der Illegität, der unehelichen Geburt. Schließlich half es auch den Unfruchtbaren und Kastraten, ein annehmliches Leben zu führen, indem sie sich mit den Devadasis vergnügen konnten.

Politisch gesehen fungierten die Devadasis als Spioninnen, kulturelle Stellvertreterinnen oder als Gegenstand für Konflikte zwischen zwei Herrschern.

Schließlich trugen die Devadasis auch dazu bei, die Menschheit aufrecht zu erhalten, indem sie mit Männern schliefen, die keine Ehefrau oder Kinder haben konnten, da sie in ständigen Kriegen beschäftigt waren.

All diese Funktionen, die die Devadasis erfüllten gingen mit den religiösen, moralischen und rituellen Vorstellungen der Menschen in Indien einher (Gupta 2007: 315,316).

8. Gibt es Devadasis noch heute?

8.1 Soziale Stellung der Devadasi im 21. Jahrhundert

Während früher der Begriff „Devadasi“ eine Klasse von Frauen bezeichnete, die ihr Leben der Religion und Einfachheit widmeten, steht er heute mehr oder weniger für die Frauen, die sich im Namen der Religion prostituieren, zumindest von außen gesehen (Svejda-Hirsch 1991: 66). Die Prostitution hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem sozialen Übel zu einem organisierten und kommerzialisierten Verbrechen entwickelt. Gründe wie Analphabetismus, Armut und Hunger spielen in Indien eine große Rolle; der Frauen- und Kinderhandel blüht ungestört (Svejda-Hirsch 1991: 61).

Eine Devadasi im 21. Jahrhundert muss sich überwiegend Sorgen machen, wie sie ihre Kinder ernähren und für ein Dach über dem Kopf sorgen soll.

Nur wenige profitierten wirklich von den Reformen, die versuchten, das Leben der Devadasis zu verbessern. Der einzige Weg die Frauen zu rehabilitieren, ist es, ihnen Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen, wenn sie es am Meisten brauchen. Die meisten wollen ihren Beruf nicht aufgeben, aber alle wollen, dass ihre Töchter nicht auch zu Prostituierten werden müssen. Hier können Individuen und Organisationen helfen (Raghuramaiah 1991: 60,70).

8.2 Lebenserwerb heute – Prostitution als einzige Einnahmequelle?

Die durchschnittliche „Karriere“ einer Prostituierten dauert ca. zehn bis 20 Jahre, danach muss sie sich nach einer anderen Beschäftigung umsehen. Nur 40 Prozent des Geldes, das eine Prostituierte verdient, behält sie für sich, die restlichen 60 Prozent fließen in den Haushalt der Familie, für die sie sich prostituiert, mit ein (Raghuramaiah 1991: 116). Fast alle Prostituierten kommen aus ländlichen Gebieten. Hindu-Frauen dominieren das religiöse Bild mit 89,5 Prozent. Meistens handelt es sich um Frauen aus niederen Kasten. Lesen und Schreiben können die wenigstens von ihnen. Eine Prostitituierte aus der Brahmanenkaste gilt selbst im Bordell als ranghöher als ihre Berufsgenossinnen. Unter den gewöhnlichen Prostituierten sind die Devadasis zu 95 Prozent schrift- und lesekundig (Svejda-Hirsch 1991: 65,66). Viele wählen freiwillig das Leben einer Prostituierten. Sie empfinden dies als eine Lebensweise, die ihnen mehr Leichtigkeit, Freiheit und Vorteile einbringt als eine andere Beschäftigung. Der Wunsch, einfach Geld zu machen, steht häufig im Vordergrund (Raghuramaiah 1991: 19). Andere wiederrum wurden so früh als Devadasi geweiht, dass sie sich nicht einmal mehr daran erinnern können oder wollen.

Chinmayee Manjunath hat 2004 eine Gruppe von Devadasis in Kotkal interviewt[6].

Ein Lieblingssatz, den eine junge Frau namens Durma immer wiederholte, ist: „Ich habe es mir nicht ausgesucht, eine Devadasi zu sein“. Dieser Aussage stimmten alle anderen Frauen bei.

Heute ist das einzige Zeichen ihres gemeinsamen Schicksals die grünen Armreife um ihre Hände. Die jüngeren schmücken ihre Haare mit Rosen und Jasmin. Niemand von ihnen ist verheiratet und die meisten haben Kinder, die aus sexuellen Begegnungen mit Männern entstanden, mit denen sie schliefen, um ihren Hunger zu stillen. „Ich weiß nicht mehr, wie ich zu einer Devadasi gemacht wurde. Ich war noch zu jung“, sagte eine andere namens Devi. Die anderen nickten zustimmend. Die Riten der Initation, die das Anlegen einer Perlenkette in einer zeremoniellen Prozession einschließen, sind im Nebel der Erinnerungen verschwunden. Kariamma, Devis älteste Schwester, sagte: “Als ich jung war, hatte ich eine Menge, auf das ich zurückgreifen konnte, das mich auffing. Meine Eltern lebten, sie konnten mich stützen. Bei Devi ist das anders. Sie muss für sich selbst sorgen.“

Kariamma ist eine gelernte Sängerin, die auf Hochzeiten und Dorffesten auftritt. „Nur Volkslieder”, sagte sie. Die anderen haben nichts weiter zu bieten als ihre Körper. „Wo bleibt Zeit zum Singen“, zuckte Basamma, eine dunkelhäutige Frau, mit den Schultern, „ich habe einen Sohn der erwachsen ist und eine Arbeit finden muss. Ihn aufzuziehen war ein Kampf. Doch ihn jetzt herumkrebsen zu sehen ist noch schlimmer.“ Devi fügte hinzu: „Unsere Kinder machen harte Zeiten durch. Ihre Väter sind unbekannt, deswegen nennt man sie Bastards. Die anderen Kinder machen sich über sie lustig und nennen uns Prostituierte. Wie soll man so etwas einem achtjährigen Kind erklären?“ Sie hatte Tränen in den Augen. Durga hat eine 14jährige Tochter und kämpfte hart dafür, dass sie nicht zu einer Devadasi gemacht wurde. „Ich kann nicht zulassen, dass sie das durchleidet, was ich durchstehen musste. Eine in der Familie ist genug. Wittwen bekommen eine Rente, aber was bekommen wir? Ist ein Ehemann der einzige Maßstab, der Hilfe verschaffen kann?“ Durga fügte hinzu: „Wir verkaufen unsere Körper, aber sind wir deshalb schlechte Menschen?“

Eine große Anzahl von Devadasis wurde rehabilitiert. Zahlreiche Organisationen haben geholfen, ihre Kinder in Schulen zu schicken und sie selbst in verschiedenen Fertigkeiten auszubilden. Aber für diese Frauen in Kotkal, einer kleiner Ortschaft, sind solche Chancen nicht gegeben. Wenn die Regierung ihnen nur eine monatliche Unterstützung geben würde, sagten sie. Aber sie wissen nicht, an wen sie sich mit ihrer Bitte wenden sollen. „Selbst das Panchayat ignoriert uns“, sagte Durga. “Manchmal denke ich, wir existieren nicht wirklich für die anderen. Früher arbeitete ich in den Feldern, aber jetzt regnet es und meine Arbeit ist weg. Für die nächsten drei Monate muss ich mir um die Versorgung meiner Kinder große Sorgen machen“, sagte Bharti, die eine 6jährige Tochter hat, die zur Schule geht. Sie ist fest entschlossen, dass nichts die Ausbildung ihrer Tochter gefährden kann, obwohl sie bitterarm ist.

Über ihre Vergangenheit, der Geschichte von den Devadasis, die früher in der Gesellschaft akzeptiert wurden, von ihren hohen Tanzkünsten und davon, dass ihre Kinder Eigentum von Wohltätern erhielten, wissen und von den Zeiten, als sie heilige Kurtisanen waren, die in einem positiven Austausch mit Priestern und wohlhabenden Patronen standen, wissen die heutigen Devadasis oft nichts.

„Wir wussten nicht, dass Devadasis auch nur respektiert wurden“, sagte Rajeshwari. „Die Menschen in unserem Dorf reden nicht einmal mit uns. Von den sechs Frauen ist Kariamma die einzige die Randi Poornima besucht. „Es gibt keinen Grund dort hinzugehen“, erklärte Devi. „Uns wurde nichts beigebracht und das bisschen, das wir können, ist dort nicht gefragt.“ Sie umarmte ihre Tochter und sagte: „Was wirklich zählt, ist dafür zu sorgen, dass sie ein gutes Leben hat.“

In Tornagette wohnt Shoba, die in den 40ern ist. Sie und ihre Mutter Yallama sind beide Devadasis. Shoba und vierzehn andere Devadasis sind zusammen eine kleine Gemeinschaft von Devadasis in dem Dorf. Sie nennen sich „Durga Devi Mahila Sangha“. „Wir beschlossen dass diese Praxis mit uns aufhören muss. Unsere Töchter und andere Mädchen sollten nicht mehr zu Devadasis gemacht werden.“ Yallama ist stolz auf ihre Tochter. „Sie ist sehr schlau“; sagte sie. Die meisten Eltern wurden durch Armut gezwungen, ihre Töchter zu Devadasis zu machen. „Es gab kein Geld für eine Mitgift und es war ihre einzige Wahl“, erinnerte sie sich. Die Devadasis von Tornagette sind geschäftig. „Wir müssen nach vorne schauen und dürfen nicht klagen. Die Frauen in Kotkal hören nicht auf uns. Sie tun nichts und beschweren sich nur“, sagt Durgamma. „Lass die Menschen doch sagen was sie wollen. Was mich glücklich macht, ist, dass meine vier Söhne studieren und ihre Leben besser gestalten können“, sagt Shoba.

Nach Recherchen leben ca. 25.000 Devadasis im Staat, hauptsächlich in den nördlichen Teilen. In Belgaum trafen sich 2004 3408 Devadasis, von denen 2118 verheiratet waren. Rund 150 Devadasis hatten Beziehungen mit zwei Ehemännern und der Rest mit mehr als drei Männern. Ungefähr tausend Devadasis sind Prostituierte. Karnataka ist nicht der einzige Staat wo das System herrscht, es wurde auch in Orissa, Andhra Pradesh, Gujarat, Kashmir und Maharashtra nachgewiesen.

In Karnataka versuchen zahlreiche Organisationen den Devadasis und ihren Kindern zu helfen. Eine von ihnen, die „Vimochana Devadasi Punarvasati Sangh“, die ihren Sitz in Athani hat, ist sehr aktiv. Sie konzentriert sich auf die Bildung der Devadasi Kinder und rehabiliert die Frauen in anderen Arbeitsbereichen. In Ghataprabha und auch Belgaum, bietet die „Rajya Mahila Abhivudrudhi Nigama“ Selbsthilfe-Programme unter den Devadasis. Neben diesen gibt es viele weitere kleinere Gruppen.

Viele soziale Reformisten und Aktivisten interessieren sich für das Wohl der Devadasis, aber die meisten schauen in die Peripherie und nicht in die Ursache, aus dem das Übel entspringt. Es sind nicht die sozialen Organisationen alleine, die nach dem Problem sehen, sondern auch von der Regierung aus werden Bemühungen unternommen. 1986 startete die „Maharashtra Development Corporation“ ein Projekt, um Devadasis zu emanzipieren. Neben dem Beibringen von Lesen und Schreiben, wurde Gesundheitsbewusstsein, Ernährung usw. gelehrt. Solange den Devadasis aber nicht von der Regierung geholfen wird, ökonimisch unabhängig zu sein, wird das Devadasi System weiter existieren (Kakolee 2000: 51, 52).

Man kann nicht alle Prostituierten in die gleiche Kategorie einteilen. Nicht alle tun es nur des Geldes wegen, aus der Armut heraus, sondern auch, da sie nach Macht, nach Positionen und Wohlstand streben. Auch Frauen aus höherem Status prostituieren sich. Manche tun es für Geld, andere um Einfluss zu erlangen, und andere ohne bestimmte Absichten oder Gründe, sie tun es einfach so (Raghuramaiah 1991: 121).

Prostitution wird also nicht nur des Geldes wegen ausgeführt und es ist unmöglich, Prostitution zu kontrollieren.

Diejenigen, die Prostituierte sind, wollen ihren „Beruf“ aus zahlreichen Gründen nicht aufgeben. Und wenn sie es tun möchten, erweist sich dies meistens als sehr schwierig (Raghuramaiah 1991: 122).

In heutigen Zeiten sind die Devadasis nicht in der Lage, ihre aktuelle Position zu verstehen, noch sind weitere Handlungsmächte in der Lage, ihnen klares Verständnis über die Krankheit des Systems und die degradierte Position der Devadasis zu geben (Kakolee 2000: 31).

8. Schluss

Bei einem Streifzug durch die Geschichte der Devadasis fiel ihre besondere Stellung auf, die sie stets inne hatten. In mehreren Epochen konnten sie zu hohem Ansehen gelangen, bis ihre rechtliche und gesellschaftliche Lage sich verwandelten und bis heute zum Teil noch katastrophal sind.

Devadasis gibt es auch heute noch, wenn auch ihre Weihungen offiziell verboten sind und im Geheimen stattfinden. Sie unterscheiden sich heute aber kaum noch von kommerziellen Prostituierten, was ihre Arbeit und ihre Lebensweise anbelangt. Es gibt keine Tempel und Lehrer mehr, die sie in hohen Künsten ausbilden, sie finanzieren und schützen. Heute sind diese außergewöhnlichen Frauen auf sich alleine gestellt. Die einst so wichtigen religiösen, ökonomischen, sozialen und politischen Positionen und Funktionen, die sie auf zahlreichen Ebenen einnahmen und erfüllten, werden heute von der zunehmend modernisierten, rationalisierten Gesellschaft und Regierung nicht mehr gefragt.

Die meisten schämen sich, Devadasis zu sein und die Tatsache, dass sie früher stolze Frauen waren, die in der Gesellschaft hoch anerkannt und verehrt wurden, hilft ihnen in ihrer aktuellen Situation nicht weiter.

Viele Eltern haben kein Geld für eine Mitgift ihrer Tochter und sehen sich aus Gründen der Armut gezwungen, diese als Devadasi zu weihen. Einige wurden so früh geweiht, dass sie keine andere Wahl hatten, während andere freiwillig das Leben einer Prostituierten vorziehen, da sie damit leichter an Geld kommen als mit anderen Tätigkeiten oder aus andere persönlichen Motiven.

Die indischen Frauen gehen individuelle Wege und unterschiedlich mit ihren Schicksalen um. Einige beklagen sich über ihr Leid, einige ertragen ihr Schicksal stillschweigend, andere versuchen sich zu gruppieren und gemeinsam um Verbesserung ihrer Lebenssituation zu kämpfen. Sie alle sehnen sich jedoch nach Normalität, Akzeptanz und Integrität.

Wurde aus einem alten Brauch, der angeblich mit guten Intentionen begann, ein frauenausbeutendes System, das es zu vernichten gilt? Oder entwickelte sich nur durch den schlechten Ruf und die Zerstörung des Devadasi Brauches etwas Schlimmes für die Frauen daraus? Ich denke, das lässt sich nicht klar beantworten. Manche Devadasis waren mit Sicherheit früher glücklich darüber, in einem Tempel zu leben, Wohlstand und Ansehen zu genießen, stolz darauf, viele Künste zu beherrschen. Jene, die dazu gezwungen wurden, fügten sich wohl eher ihrem für sie unglücklichen Schicksal. Heute scheinen jedoch die meisten unglücklich darüber zu sein, eine Devadasi zu sein, da sich ihre soziale Stellung so sehr zum Negativen verändert und ihre Lebensweise sich so verschlechtert hat.

Heute gilt es daher, meiner Meinung nach, den Frauen in Indien, gleich ob Devadasi oder nicht, zu helfen, Bildung und Fähigkeiten zu erlangen, sodass sie ein selbstständiges Leben nach ihren Wünschen führen können, unabhängig von einem Ehemann; und sich ebenfalls ein Bild über ihre Geschichte, ihre aktuelle Situation und ihre Rechte machen zu können, sodass sie selbst entscheiden und handeln können.

Selbst wenn viele es vorziehen, ihren Unterhalt mit Prostitution zu verdienen, ist diese Tätigkeit zeitlich begrenzt, da sie ab einem gewissen Alter zu alt sind und auf die Hilfe ihrer Kinder angewiesen sind, weshalb die Förderung, Ausbildung und ein stabiles soziales Umfeld der jungen Generation die höchste Priorität hat.

Denn solange den Devadasis und ihren Kindern nicht von der Regierung geholfen wird, ökonomisch unabhängig zu sein, wird das Devadasi System weiter existieren und mit ihm alle seine Schattenseiten.

9. Literaturverzeichnis

Biswas, Deepika 2009. Classical Dances of India. Jaipur: ABD Publ. .

Chakraborthy, Kakolee 2000. Women as Devadasis. Origin and growth of the Devadasi profession. New Delhi: Deep & Deep.

Gupta, R.K. 2007. Changing status of devadasis in India. Delhi: Sumit Enterprises.

Jordan, Kay K. 2003. Sacred Servant to Profane Prostitute. A history of the changing legal status of the Devadasis in India, 1857 – 1947.New Delhi: Manohar.

Manjunath, Chinmayee 2004. Reluctant inheritors of a tainted legacy?http://archive.tehelka.com/story_main4.asp?filename=Ne071704Reluctant.asp&id=1 (Zugriff am 04.08.13).

Marglin, Frédérique Apffel 1985. Wifesof the God-King. The Rituals of the Devadasis of Puri.Delhi u.a.: Oxford University Press.

Raghuramaiah, K. Lakshmi 1991. Night Birds. Indian prostitutes from devadasis to call girls.Delhi: Chanakya Publ. .

Svejda-Hirsch, Lenka 1991. Die indischen Devadasis im Wandel der Zeit. „Ehefrauen“ der Götter, Tempeltänzerinnen und Prostituierte. Bern u.a.: Lang.

Vishwanathan, Lakshmi 2008. Women of Pride. The Devadasi Heritage. New Delhi: Roli Books.

[...]


[1]Ich verwende in dieser Arbeit den Begriff „Devadasi“ zur Vereinfachung synonym zu den Begriffen „Tempeltänzerin“ und „Kurtisane“.

[2]Die folgenden beschriebenen Formen der Verehrung der Pilger der Devadasis beziehen sich auf die Devadasis und die Pilger am Jaganatha Tempel in Puri, Orissa. Siehe Marglin 1985: 112 ff.

[3]Die Kastenhierarchie besteht aus den zuoberst stehenden Brahmanen (Priester), die die religiösen Ämter innehaben, den ksatriyas (Krieger, Adlige), den vaishyas (Händler, Bauern) und den shudras (Handwerker), die zum Bedienen der anderen drei auf der Welt sind. Wesentlich ist, dass die Kasten die arichstämmige Bevölkerung gliedern, während die dasyu (Ureinwohner), als Nicht-Arier und Unberührbare, außerhalb dieses Systems stehen. Vgl Svejda-Hirsch 1991: 26.

[4]Das Wort „nautch“ ist die angilisierte Version von zahlreichen indischen Umganswörtern für Tanz, die alle abgeleitet werden von dem Sanskritwort „nac“. Zu den Nautch Frauen zählten Devadasis und andere singende und tanzende Frauen. Siehe Marglin 1985: 8.

[5]Das „Pottu“ oder auch „Bindi“ bedeutet aus dem Sanskritwort „bindu“ wörtlich übersetzt „Punkt“ oder „Tropfen“. Es wird mitten auf der Stirn zwischen den Augenbrauen als roter Punkt aufgemalt oder als Schmuckstück aufgeklebt als Zeichen der verheirateten Frau, das sie und ihren Gatten schützen soll. Zudem symbolisiert es das dritte Auge. Siehe http://www.indien-discover.de/infocenter/landesinformationen/tika-bindi/list/ind_tilaka-bindi/ (02.07.2013).

[6]Die folgenden Informationen und Zitate sind entnommen aus Manjunath, Chinmayee 2004. Reluctant inheritors of a tainted legacy?http://archive.tehelka.com/story_main4.asp?filename=Ne071704Reluctant.asp&id=1 (Zugriff am 04.08.2013).

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Devadasis in Indien: Von heiligen Tempeltänzerinnen zu kommerziellen Prostituierten
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
29
Katalognummer
V267292
ISBN (eBook)
9783656579144
ISBN (Buch)
9783656579137
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
devadasis, indien, tempeltänzerinnen, prostituierten
Arbeit zitieren
Dorothea Sutor (Autor), 2013, Devadasis in Indien: Von heiligen Tempeltänzerinnen zu kommerziellen Prostituierten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267292

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Devadasis in Indien: Von heiligen Tempeltänzerinnen zu kommerziellen Prostituierten



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden