Legal Highs. Rechtliche Einordnung der neuen Droge


Referat (Ausarbeitung), 2013

6 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsübersicht

1. Einleitung

2. Arten von Legal Highs

3. Konsumformen

4. Wirkungsweisen

5. Gefahren

6. Strafbarkeit

1. Einleitung

Seit rund einem Jahrzehnt verfestigte sich in Deutschland ein aus der USA stammender Konsum von synthetischen Drogen, die als „Legal Highs“ oder „Research Chemicals“ bekannt wurden.

„Dabei handelt es sich überwiegend um Substanzen aus der pharmazeutischen Forschung. So gibt es mittlerweile eine Vielzahl von synthetischen Cannabinoiden, die nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.“[1] Die Wirkungen dieser Substanzen ähneln der von illegalen Drogen wie Gras und Haschisch.

Ebenso gibt es weitere Legal Highs mit ähnlich aufputschenden Wirkungen wie Kokain, Amphetamin oder Ecstasy, diese pulverförmigen „synthetischen Cathinone“ werden geschnupft. Sie werden oft als Badezusätze oder Badesalze und Pflanzennahrung in Umlauf gebracht, aber auch als Öle, Kristalle und Harze.

Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) warnt vor diesen synthetischen Drogen, da viele Konsumenten die Wirkungsweisen und Gefahren von den oft „poetischen, mitunter esoterischen Namen“[2], wie „Spice Gold, Spice Silver, Spice Diamond, Yucatan Fire, Sence, Chill X, Smoke, Genie, Algerian Blend“[3], geblendet werden, was zu einer Verharmlosung führt. Im Folgenden soll auf Händler und Konsumenten, wie auch auf Gesetzgebungen und staatliche Maßnahmen eingegangen werden.

2. Arten von Legal Highs

Legal Highs gelten als „neue psychoaktive, synthetische Stoffe, die gelegentlich auch als Designerdrogen oder Research Chemicals bezeichnet werden“[4]. Andere medialere Begriffe für diese Stoffe sind auch „Herbal Highs oder Badesalzdrogen“[5]. Angeboten werden diese Substanzen im Internetversandhandel oder in sogenannten „Herbalshops“ meistens als „Räuchermischung, Kräutermischung, Energizer, Badezusatz oder Räucherharz“[6].

Die synthetischen Drogen sind im Drogenprofil der EBDD aufgenommen worden und wurden in drei Stoffgruppen eingeteilt: Die synthetischen Cathinone, synthetische Kokain-Derivate und synthetische Cannabinoide. (Anmerkung: „Als Derivat wird in der Chemie ein abgeleiteter Stoff ähnlicher Struktur zu einer entsprechenden Grundsubstanz (Stammverbindung) bezeichnet.“[7])

Synthetischen Cathinone ähneln chemisch der psychoaktiven Droge Khat (daher der Name). „Die häufigsten Cathinone, die bis 2010 auf dem Markt erhältlich sind, scheinen Mephedron und Methylon zu sein.“[8] „Mephedron ist ein psychoaktives Amphetamin-Derivat, es wird geschnupft oder geschluckt und ist in der Szene unter den Namen „Meph“ oder „Magic“ bekannt.[9]

„Methylon ist ebenfalls ein psychoaktives Amphetamin-Derivat, welches pernasal (=über die Nase) oder oral konsumiert wird. Szenenamen hierfür sind „Mina“, „Ease“, „Explosion“ und „Neocor“.“[10]

„Synthetische Kokain-Derivate enthalten vor allem zwei potenzielle Missbrauchsstoffe; 3-(p -Fluorbenzoyloxy)tropan (p FBT) und Dimethocain. Die Struktur von p FBT ist eng mit der von Kokain verwandt, Dimethocain hingegen fehlt ein Tropanring und dessen Struktur ähnelt eher der Struktur von Procain, einem Lokalanästhetikum ohne psychoaktive Eigenschaften.“[11] Beide Stoffe kommen als weiße Pulver vor. „Für p FBT scheint es keine besonderen Straßen- oder Benutzernamen zu geben. In Irland wird Dimethocain in „Head Shops“ in Produkten wie Mind Melt, Amplified und Mint Mania verkauft.“[12]

Die dritte Form der Legal Highs sind synthetische Cannabinoide. Sie ähneln in ihrer Wirkung dem Wirkstoff von Cannabis, THC (Δ9-Tetrahydrocannabinol). Für Aufsehen erregte die Kräutermischung Spice Ende 2008, da sie weder Cannabis noch Tabak enthalten und als Raumlufterfrischer deklariert wurden, jedoch beim Rauchen dieselbe Wirkung erzeugt wie Cannabis. Ihre genaue Bezeichnung ist Cannabinoid-Rezeptor-Agonisten, dass heißt, dass die Stoffe sich im Gehirn und anderen Organen an denselben Rezeptoren binden wie THC und dadurch ähnliche Wirkungen hervorrufen, jedoch einen völlig anderen chemischen Aufbau haben, wie Cannabis und THC.

3. Konsumformen

Synthetische Cathinone: „Einige Konsumenten insufflieren (schnupfen) Mephedron, doch die meisten Cathinone werden geschluckt. Da sie wasserlöslich sind, können diese Substanzen auch gespritzt werden. Aufgrund ihrer Instabilität wären die freien Basen wahrscheinlich nicht zum Rauchen geeignet.“[13] Obwohl die Käufer diese Produkte grundsätzlich zu Rauschzwecken konsumieren, versuchen die meisten Internetportale durch Anmerkungen, wie z.B. „Unsere Clean Highs Räuchermischungen sind Räucherwerk zum Verräuchern bzw. zur rituellen Räucherung und somit nicht für den Verzehr/Konsum bestimmt“[14] oder „Wir werden niemals wissentlich Legal Highs verkaufen, die den Namen nicht verdient haben, also illegal sind“[15], ein legales Erscheinungsbild hervorzurufen.

Synthetische Kokain-Derivate: „Genau wie Kokain müssen beide Stoffe insuffliert (geschnupft) werden, da sie nach Aufnahme über den Nahrungstrakt durch Esterasen im Verdauungssystem hydrolysiert würden.“[16]

Synthetische Cannabinoide: „Ebenso wie Cannabis werden die cannabinoidhaltigen Kräutermischungen meist geraucht. Einige Berichte von Konsumenten lassen jedoch vermuten, dass „Spice“ auch gespritzt werden kann.“[17]

[...]


[1] http://www.legal-high-inhaltsstoffe.de/

[2] http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/legal-highs-auf-dem-horrortrip-durch-badesalz-a-741097.html

[3] http://www.emcdda.europa.eu/publications/drug-profiles/synthetic-cannabinoids/de, Absatz „Andere Namen“

[4] Vgl. http://www.drogenbeauftragte.de/drogen-und-sucht/illegale-drogen/heroin-und-andere-drogen/legal-highs.html

[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Legal_Highs

[6] http://www.räuchermischungkaufen.de/

[7] http://de.wikipedia.org/wiki/Derivat_%28Chemie%29?g_q=derivat

[8] http://www.emcdda.europa.eu/publications/drug-profiles/synthetic-cathinones/de

[9] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Mephedron

[10]Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Methylon

[11]Vgl. http://www.emcdda.europa.eu/publications/drug-profiles/synthetic-cocaine-derivatives/de

[12]ebd.

[13]http://www.emcdda.europa.eu/publications/drug-profiles/synthetic-cathinones/de

[14]http://herbal-highs-shop.com/

[15]http://räuchermischungkaufen.de/

[16]http://www.emcdda.europa.eu/publications/drug-profiles/synthetic-cocaine-derivatives/de#use

[17]http://www.emcdda.europa.eu/publications/drug-profiles/synthetic-cannabinoids/de#use

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Details

Titel
Legal Highs. Rechtliche Einordnung der neuen Droge
Hochschule
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen; Gelsenkirchen
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
6
Katalognummer
V269045
ISBN (eBook)
9783656601241
ISBN (Buch)
9783656601227
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Legal Highs, Legal, Highs, Drogen, Kriminalistik, Polizei, Recht, Drogenpolitik
Arbeit zitieren
Daniel Wessendorf (Autor), 2013, Legal Highs. Rechtliche Einordnung der neuen Droge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269045

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