Commodity Investments

Eignen sich Rohstoffanlagen zur Diversifikation von Portfolios?


Hausarbeit, 2013

38 Seiten, Note: 1,8


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anhangsverzeichnis

1 Einleitende Problembetrachtung
1.1 Hinführung zur Problematik
1.2 Ziele, Aufbau und Abgrenzung der Arbeit

2 Grundzüge der Modernen Portfoliotheorie
2.1 Operationalisierung zentraler Begrifflichkeiten
2.1.1 Rendite
2.1.2 Risiko
2.2 Die Bildung effizienter Portfolios
2.2.1 Portfoliorendite
2.2.2 Portfoliorisiko
2.2.3 Der Diversifikationseffekt
2.2.4 Effizienzkurve

3 Eignen sich Rohstoffanlagen zur Diversifikation von Portfolios?
3.1 Korrelationsanalyse auf Basis der Modernen Portfoliotheorie
3.2 Allgemeine Korrelationsstudie
3.2.1 Abgrenzung der untersuchten Assetklassen
3.2.2 Historische Korrelationen
3.2.3 Interpretation des Korrelationsgefüges
3.3 Korrelationen im Zeitablauf
3.3.1 Extremsituationen und „neutrale“ Marktphasen
3.3.2 Korrelationen in den verschiedenen Marktphasen
3.3.3 Trends im Korrelationsgefüge
3.3.4 Kurzanalyse des Strukturbruches

4 Zusammenfassende Erkenntnisse

5 Fazit

Anhangsverzeichnis

Quellenverzeichnis

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Rendite/Risiko-Profil: S&P 500 – S&P GSCI

Abbildung 2: Rendite/Risiko-Übersicht: Portfolio vs. Einzelanlage

Abbildung 3: Effizienzkurve im 2-Anlagen-Fall

Abbildung 4: Aktien- und Rentenindex

Abbildung 5: Rohstoffindizes

Abbildung 6: Korrelationsmatrix 2000 - 2013

Abbildung 7: Standardabweichungen der Assetklassen

Abbildung 8: Abgrenzung von Extremsituationen

Abbildung 9: Abgrenzung der untersuchten Marktphasen

Abbildung 10: Korrelationen in den verschiedenen Marktphasen

Abbildung 11: Korrelationen in Extremsituationen

Abbildung 12: Korrelationstrend Rohstoffe gegenüber Aktien

Abbildung 13: Korrelationstrend Rohstoffe gegenüber Renten

Abbildung 14: Korrelationstrend Aktien gegenüber Renten

Abbildung 15: Steigendes Engagement von Investoren in Rohstofffutures

ANHANGSVERZEICHNIS

Anhang 1: Portfoliogewichtungen zur Erstellung der Effizienzkurve

Anhang 2: Korrelationsmatrizen in den verschiedenen Marktphasen

1 Einleitende Problembetrachtung

1.1 Hinführung zur Problematik

Das Modell der Modernen Portfoliotheorie nach Harry M. Markowitz[1] verspricht durch die Diversifikation in nicht vollständig korrelierte Einzeltitel eine Senkung des Portfoliorisikos unter das gewichtete arithmetische Mittel der Einzelrisiken.[2] Zentrale Voraussetzung für die Konstanz dieses Risikominderungseffektes ist die Stabilität der Korrelationen[3] zwischen den einzelnen Portfoliokomponenten.

Im Rahmen der Portfoliotheorie werden die Korrelationskoeffizienten grundsätzlich als konstant angenommen.[4] Kritiker befürchten allerdings, dass Korrelationen im Zeitablauf nicht stabil sind und insbesondere in Krisenphasen bzw. Extremsituationen stark ansteigen, sodass „die diversifizierten Portfolios [genau] dann nicht funktionieren wenn die Investoren sie wirklich bräuchten“.[5]

Um potenziellen Gleichläufen zwischen den „traditionellen“ Assetklassen - Aktien und Renten - in Krisenphasen entgegenzuwirken, könnte eine Diversifizierung in den Rohstoffmarkt auf ein Portfolio stabilisierend wirken. Diese Annahme basiert auf der Tatsache, dass Rohstoffe fundamental grundsätzlich anderen Einflussfaktoren als Aktien und Renten unterliegen.[6] Zusätzlich verspricht die hohe Heterogenität[7] des Rohstoffsektors an sich geringere Abhängigkeiten von der Wertentwicklung der Aktien- und Rentenmärkte. Commodity[8] Investments sollten also ein Portfolio selbst in Extremsituationen durch Diversifikationseffekte stabilisieren und vor übermäßigen Wertverlusten schützen.

1.2 Ziele, Aufbau und Abgrenzung der Arbeit

Ziel dieser Projektarbeit ist es herauszuarbeiten, ob Rohstoffe als alternative Assetklasse, Portfolios aus Aktien bzw. Renten diversifizieren und damit letztlich krisenfester machen. Im Fokus der Analyse steht deshalb die Beständigkeit bzw. die Stabilität der Korrelationen und damit der Diversifikationseffekte auf lange Sicht und in Extremsituationen.

Das zweite Kapitel gibt einen Überblick über die Grundzüge der Modernen Portfoliotheorie nach Harry M. Markowitz, die den mathematischen Beweis für die Vorteilhaftigkeit von Diversifikation und die Grundlagen der Portfoliobildung auf Basis des Korrelationskoeffizienten liefert.[9]

Die grundsätzliche Diversifikationseigenschaft von Commodity Investments gegenüber Aktien und Renten wird auf Basis des klassischen Markowitz-Ansatzes, anhand des Korrelationskoeffizienten in Kapitel 3 analysiert. Der Schwerpunkt dieses Kapitels liegt dabei auf den Korrelationen in Extremsituationen und der Entwicklung des Korrelationskoeffizienten im Zeitablauf.

In Kapitel 4 werden auf Basis der Analyseergebnisse die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.

Ein Fazit mit Ausblick auf die zukünftige Rolle von Rohstoffinvestments im Rahmen einer Portfoliobildung schließt die Projektarbeit ab.

2 Grundzüge der Modernen Portfoliotheorie

2.1 Operationalisierung zentraler Begrifflichkeiten

In der Modernen Portfoliotheorie wird davon ausgegangen, dass ein Investor bei der Strukturierung seines Portfolios von einer zweidimensionalen Zielfunktion mit den Parametern Rendite und Risiko ausgeht. Es wird unterstellt, dass der Investor sich rational und risikoavers verhält, sodass er nur dann höhere Risiken in Kauf nimmt, wenn dafür die Renditeerwartung überproportional zunimmt.[10]

2.1.1 Rendite

Die zukünftige Rendite einer Investition ist jedoch grundsätzlich ungewiss und kann nur prognostiziert werden. Eine Möglichkeit besteht darin von einer stationären Renditeverteilung[11] auszugehen. Dazu wird der arithmetische Mittelwert historischer Renditen, als Erwartungswert µ für zukünftig erzielbare Renditen verwendet:[12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.2 Risiko

Das Risiko einer Kapitalanlage besteht letztlich darin, dass die tatsächlich erzielte Rendite einer Investition vom prognostizierten Erwartungswert abweicht.[13] In der Portfoliotheorie wird das Risiko einer Anlage durch die Varianz σ2 bzw. die Standardabweichung σ quantifiziert.[14] Dabei handelt es sich um Streuungsparameter.[15] Die Varianz bzw. die Standardabweichung gibt also an, wie stark die einzelnen historischen Renditen einer Anlage um ihren Mittelwert (den Erwartungswert) streuen. Eine hohe Varianz impliziert folglich eine hohe Streuung der historischen Renditen um ihren Mittelwert. Je höher also die Varianz, desto weniger aussagekräftig ist der verwendete Mittelwert und desto höher das Risiko einer Abweichung.

Zentrale Prämisse bei dieser Betrachtungsweise ist die Annahme einer Normalverteilung der Renditen.[16] Dadurch ist gewährleistet, dass sich die Verteilung der Renditen anhand der Parameter - Erwartungswert und Standardabweichung - vollständig beschreiben lässt.[17]

Die Varianz σ2 wird wie folgt berechnet:[18]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Standardabweichung σ ergibt sich dann aus der Wurzel der Varianz:[19]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Quantifizierung des Risikos durch die Standardabweichung ist nicht unumstritten[20], so erfasst die Standardabweichung nicht nur negative (Risiko), sondern auch positive Abweichungen vom Erwartungswert, also Chancen. Im Bewusstsein dieser Problematik wird die Standardabweichung im Folgenden trotzdem als Risikomaß verwendet.

Die Moderne Portfoliotheorie differenziert zudem zwischen systematischen und unsystematischen Risiken.[21] Das unsystematische Risiko umfasst dabei jene Risiken, die in direktem Zusammenhang mit den einzelnen Anlageobjekten stehen, wie z.B. die individuelle Kapitalstruktur eines Unternehmens.[22] Unsystematische Risiken lassen sich durch Diversifikation innerhalb der Assetklasse weitgehend eliminieren.[23]

Das systematische Risiko betrifft dagegen die Gesamtheit einer bestimmten Anlageklasse. So haben extreme Ereignisse, wie z.B. Terroranschläge auf den gesamten Aktienmarkt negative Auswirkungen. Systematische Risiken lassen sich nur durch Diversifikation in komplett andere Anlageklassen reduzieren.[24]

2.2 Die Bildung effizienter Portfolios

Um das Ziel eines unter Rendite- und Risikogesichtspunkten optimierten Portfolios zu erreichen, werden verschiedene Einzelanlagen miteinander kombiniert. Zur Bewertung der Rendite und des Risikos des Portfolioverbundes werden die erwartete Portfoliorendite und das Portfoliorisiko herangezogen.[25]

2.2.1 Portfoliorendite

Die erwartete Portfoliorendite µp ergibt sich aus der Summe der gewichteten Erwartungswerte µider einzelnen Portfoliokomponenten:[26]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Da in der klassischen Form der Portfoliotheorie Leerverkäufe ausgeschlossen sind, muss die Summe der Anteile einzelner Assets am Portfolio immer 100% sein. Gewichtungen können also nicht negativ werden:[27]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2.2 Portfoliorisiko

Um das Portfoliorisiko zu quantifizieren gilt es das Ausmaß des Gleichlaufes bzw. die Abhängigkeiten zwischen den Renditen der einzelnen Assets zu beachten.[28] Der „Renditegleichlauf“ wird auch als Kovarianz – im Sinne von gemeinsam variieren – bezeichnet.[29] Die Kovarianz COVij zwischen zwei Einzeltiteln i und j ist wie folgt definiert:[30]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine positive Kovarianz bedeutet, dass sich beide Assets in gewisser Weise homogen entwickeln. Bei einer Kovarianz von null ist die Renditeentwicklung der Anlagobjekte voneinander unabhängig. Negative Kovarianzen implizieren eine tendenziell gegenläufige Entwicklung der Renditen.[31] Die Kovarianz ist eine absolute Kennzahl, wodurch Vergleiche zwischen Kovarianzen kaum aussagefähig sind.[32] Um das Ausmaß des Renditegleichlaufes zwischen Assets zu vergleichen wird daher der Korrelationskoeffizienten kijherangezogen, der den linearen Gleichlauf zwischen den Assets bestimmt.[33] Der Korrelationskoeffizient ist dabei auf den Wertebereich zwischen +1 und -1 standardisiert, womit die relative Vergleichbarkeit gegeben ist. Bei einem Korrelationskoeffizienten von +1 entwickeln sich die Anlagetitel komplett homogen, bei einer Korrelation von

[...]


[1] Vgl. Markowitz (1952) bzw. (1991)

[2] Vgl. Garz/Günther/Moriabadi (2006), S. 34

[3] Vgl. Auckenthaler/Skaanes (2003), S. 1-2

[4] Vgl. Garz/Günther/Moriabadi (2006), S. 29, 34-35

[5] o.V. portfolio INTERNATIONAL (2010), S. 1; Vgl. Stocker (2008), S. 2

[6] Vgl. Geman (2005), S. 333-336; Krämer (2002), S. 6-7

[7] Vgl. Krämer (2002), S. 6

[8] engl. Rohstoff

[9] Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 9-13

[10] Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 7-8

[11] Vgl. Garz/Günther/Moriabadi (2006), S. 29

[12] Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 56

[13] Vgl. Garz/Günther/Moriabadi (2006), S. 27

[14] Vgl. Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 7

[15] Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 56

[16] Vgl. Spremann (2003), S. 186

[17] Vgl. Spremann (2003), S. 129 – 133, 186

[18] Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 56

[19] Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 57

[20] Vgl. z.B. Keppler (1990)

[21] Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 53

[22] Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 53

[23] Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 53-54

[24] Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 54-55

[25] Vgl. Garz/Günther/Moriabadi (2006), S. 31-37

[26] Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 7

[27] Vgl. Reuse (2011), S. 18

[28] Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 7-8

[29] Vgl. Markowitz (1991), S. 84

[30] Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 8

[31] Vgl. Markowitz (1991), S. 84

[32] Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 10

[33] Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 10

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Commodity Investments
Untertitel
Eignen sich Rohstoffanlagen zur Diversifikation von Portfolios?
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim, früher: Berufsakademie Heidenheim
Note
1,8
Autor
Jahr
2013
Seiten
38
Katalognummer
V269544
ISBN (eBook)
9783656607533
ISBN (Buch)
9783656607519
Dateigröße
857 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
commodity, investments, eignen, rohstoffanlagen, diversifikation, portfolios
Arbeit zitieren
Simon Bergstein (Autor:in), 2013, Commodity Investments, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269544

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