Salutogenese. Gesundheitsansatz in der Bewältigung des Pflegealltags


Hausarbeit, 2014
12 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

HAUPTTEIL

1 GESUNDHEIT: PATHOGENESE VERSUS SALUTOGENESE
1.1 Aaron Antonovsky
1.2 Das Konzept der Salutogenese
1.2.1 Stressoren
1.2.2 Koharenzgefuhl (Sense OfCoherence, SOC)
1.2.3 Widerstandsressourcen

2 GESUNDHEITSPFLEGE IN DER PRAXIS
2.1. Fallbeispiel anhand der Pflegedokumentation

3 STARKUNG DES KOHARENZGEFUHLS BEI PATIENTEN

4 KRITISCHE NACHFRAGE AN DIE SALUTOGENESE

5. FAZIT

LITERATURVERZEICHNIS

EINLEITUNG

In der Altenpflege Deutschlands verdichtet sich die Arbeitsbelastung der Pflegekrafte in den letzten Jahren zusehends. In stationaren Einrichtungen, ambulanten Pflegediensten versorgen sie die pflegebedurftigen Menschen hart am Limit physischer und psychischer Belastung.

Dementielle Entwicklung, multimorbide hochaltrige Menschen, ,,blutige Entlassungen" aus den Krankenhausern, Zunahme von multiresistenten Keimen fordern hohe fachliche Anspruche.

Anforderungen durch Angehorige, die ja nur das Beste fur ihre zu pflegenden Verwandten mochten. Anspruch der Geschaftsfuhrung auf eine sehr gute MDK Benotung.

Die schlechte Anerkennung (Bezahlung) des Pflegeberufes in der Gesellschaft, Schichtdienste, Wochenend- und Feiertagsdienste halten junge Menschen davon ab, den Pflegeberuf zu ergreifen.

Die korperlichen und psychischen Belastungen fuhren dazu, dass viele Pflegekrafte durch Krankheit ausfallen. Diejenigen, die arbeiten, mussen den Ausfall der Kollegen durch Mehrarbeit abdecken. Kaum sind die Kollegen wieder arbeitsfahig, werden sie selbst krank. Eine Spirale die fur die Gesundheit der Pflegekrafte nichts Gutes verspricht. Deswegen ist es fur die Leitungsebene wichtig, zu gucken, wie sie unter den gegebenen Umstanden die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fordern und erhalten kann, um personelle und okonomische Ausfalle zu minimieren, und um die Qualitat in der Pflege verbessern zu konnen.

Hierfur betrachten wir das Konzept der Salutogenese aus der Sicht der Leitungsebene zur Gesundheitsforderung und Gesundheitserhaltung bei Mitarbeitern.

Im ersten Schritt stellen wir das Gesundheitskonzept der Salutogenese vor.

Unter Punkt 2 und 3 werden wir anhand von Beispielen darstellen, was die Leitungsebene unternehmen kann, um das Koharenzgefuhl der Mitarbeiter zu fordern, damit diese gesund bleiben und gute Arbeitsqualitat erbringen konnen.

Anschlieftend, unter Punkt 4, betrachten wir anhand von zwei Beispielen Forschungsergebnisse zum Koharenzgefuhl und ziehen abschlieftend eine Schlussfolgerung aus unserer Arbeit.

(Verfasserin Nazife Calayir-Hannemann)

HAUPTTEIL

1 Gesundheit: Pathogenese versus Salutogenese

Es gibt die verschiedensten Definitionen fur Gesundheit und Krankheit.

Die Definition, dass Gesundheit ein Zustand vollkommenen korperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen sei (nach World Health Organization) von 1948, ist wohl die bekannteste. Dies ist eine Idealform, die allerdings nicht der Realitat entspricht (vergl. Bengel, Strittmatter, Willmann, 2001, S. 15).

Das biomedizinische Krankheitskonzept (Schulmedizin) geht seit Jahrhunderten der Frage der Krankheitsentstehung der Pathogenese (griech. Pathos = Leiden, Leid; Genese = Entstehung) nach.

Mitte des 20. Jahrhunderts wurde von Aaron Antonovsky das Konzept der Salutogenese (lat. Salus = Unverletztheit, Heil, Gluck; griech. Genese = Entstehung) entwickelt. Antonovsky stellt die Frage, was halt den Menschen gesund (vergl. Kommerell, Asmussen-Clausen, 2011, S 196).

Eine Grundthese von Aaron Antonovsky ist, dass Gesundheit nicht die Abwesendheit von Krankheit, und Krankheit nicht die Abwesendheit von Gesundheit ist (nach Enkhard, S. 2).

Aaron Antonovsky schrieb in seiner Fluss-Metapher: „ Die pahtogenesische Herangehensweise mochte Menschen mit hohem Aufwand aus einem reiRenden Fluss retten, ohne sich daruber Gedanken zu machen, wie sie da hineingeraten sind und warum sie nicht besser schwimmen konnen.“ (Antonovsky, 1997, S.92).

Die Aufgabe ist demnach also, den Menschen besser das Schwimmen beizubringen, damit sie gesund bleiben.

Lt. Antonovsky beschreibt die Pathogenese eine Homoostase (Gleichstand zwischen Organ und Organismus - Gesundheit ist die Grundordnung) als Normalfall. Das bedeutet in der obigen Fluss-Metapher, dass Menschen nur am sicheren Ufer gehen. Lt. Antonovsky ist das Leben aber anders. Das Leben ist ein reiftender Fluss, voller Strudel und Stromungen. Fur ihn ist die Heterostase (Gegenteil von Homoostase - Unordnung bis Chaos) der Normalfall (vergl. Antonovsky, 1997, S. 27).

1.1 Aaron Antonovsky

Der Medizinsoziologe und Stressforscher Aaron Antonovsky wurde 1923 in Brooklyn, New York, geboren. I960 emigrierte er nach Israel. Er entwickelte das Konzept der Salutogenese. Aaron Antonovsky beschaftigte sich intensiv mit posttraumatischer Belastung von Frauen in Israel, die die Vernichtungslager in KZs des 2. Weltkrieges uberlebt haben. Das Ergebnis war, dass etwa 30% der traumatisierten Frauen psychisch gesund waren. Aaron Antonovsky untersuchte nun, warum diese Frauen trotz ihrer furchtbaren Erlebnisse psychisch gesund blieben.

1.2 Das Konzept der Salutogenese

In der Betrachtungsweise der Pathogenese ist der Mensch entweder gesund oder krank. Hierbei wird von einer Dichotomie (Trennung, Zweiteilung) gesprochen.

Fur Antonovsky ist Gesundheit ein dynamischer Prozess. Der Mensch ist nie vollig gesund oder krank solange wir einen Atemzug Leben in uns haben, sind wir also bis zu einem gewissen Grade gesund." (nach Antonovsky, 1997, S. 23). Er spricht hierbei von einem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2.1 Stressoren

Auf den Menschen wirken standig Reize, Stress (Stimuli) ein, die im Modell der Salutogenese nicht grundsatzlich schadlich sind. Der Mensch besitzt mehr oder weniger (abhangig von dem Grad des Koharenzgefuhls, s. 1.2.2) Bewaltigungsstrategien (sog. Copings).

Ob der Stress positiv (Eu-Stress) oder negativ (Dis-Stress) auf den Organismus wirkt, entscheidet, auf welchen Pol sich der Mensch im Gesundheits-Krankheits-Kontinuum hinbewegt. (vergl. Antonovsky, 1997, S. 26ff, 43 und Aufsatz Franke, S.6)

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Salutogenese. Gesundheitsansatz in der Bewältigung des Pflegealltags
Note
1,0
Autoren
Jahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V273316
ISBN (eBook)
9783656655671
ISBN (Buch)
9783656655701
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Salutogenese, Kohärenzgefühl, Sense Of Coherence, Stressoren, Wiederstandsressourcen, Nazife Calayir-Hannemann, Mirko Boger, Uwe Küker
Arbeit zitieren
Uwe Küker (Autor)Nazife Calayir-Hannemann (Autor)Mirko Boger (Autor), 2014, Salutogenese. Gesundheitsansatz in der Bewältigung des Pflegealltags, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273316

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