Die Fokusgruppe als Forschungsmethode im Bereich der Arbeits- und Organisationspsychologie


Hausarbeit, 2013
6 Seiten, Note: 1

Leseprobe

I Einleitung

Bei der Forschungsmethode „Fokusgruppe“ geht es darum, dass eine eher kleine Gruppe von Teilnehmenden unter der Leitung eines Moderators ein bestimmtes Thema diskutiert. Es handelt sich somit um eine qualitative Forschungsmethode, die sehr vielseitig einsetzbar ist. Nachfolgend soll die genannte Forschungsmethode näher beleuchtet werden. Dabei wird in einem ersten Schritt auf den Einsatzbereich und die damit verbundenen Vor- und Nachteile eingegangen. In einem zweiten und dritten Schritt werden die Durchführung und die Auswertungsverfahren näher beschrieben.

II Vor- und Nachteile

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Fokusgruppen in ihrer Durchführung relativ einfach und günstig sind. Zudem ist sie sehr vielseitig einsetzbar. Insbesondere beim Testen von neuen Produkten oder System kann die Fokusgruppe mit ihrem explorativen Charakter sehr wertvoll sein.Grundsätzlich kann gesagt werden, dass sie überall dort verwendet wird, wo tiefgründige und vielseitige Meinungen von Kunden oder Konsumenten gefragt sind. Sie wird dann dazu eingesetzt, um mehr über die Motivation, Meinungen und Bedürfnisse von Kunden im Zusammenhang mit einem Produkt oder System zu erfahren. Dabei kann die Fokusgruppe sowohl zur Beantwortung einer spezifischen wie auch bei einer eher allgemeineren Forschungsfrage eingesetzt werden. Indem sich die einzelnen Teilnehmenden einer Fokusgruppe mit den Ideen, Ansichten und Meinungen der restlichen Mitglieder auseinandersetzen und ihre Meinungen begründen müssen, führen Fokusgruppen zu tiefgehenden und umfangreicheren Auseinandersetzung mit dem Thema als dies beispielsweise bei einem Einzelinterview der Fall wäre. Die Vorteile von gruppendynamischen Prozessen werden somit bewusst ausgenutzt.

Neben den genannten Vorteilen ist die Durchführung und Auswertung einer Fokusgruppe auch mit verschiedenen Problemen verbunden. Wie bei anderen qualitativen Forschungsmethoden hängt auch bei der Fokusgruppe die Interpretation der Daten von den Forschern ab. Diesbezüglich ist auch kritisch zu hinterfragen, inwiefern die durch eine Fokusgruppe gesammelten Daten als valide und allgemeingültig zu bezeichnen sind. Somit ist es für die Auftraggeber schwierig, anhand der Auswertung der Fokusgruppe auf die Gesamtheit der Kunden/Konsumenten zu schließen. Es wurde bereits gesagt, dass gruppendynamische Prozesse ein Vorteil der Fokusgruppe sind. Allerdings können diese unter gewissen Umständen auch zum Nachteil werden. Dominante Teilnehmende können beispielsweise dazu führen, dass andere Mitglieder verunsichert werden und sie so ihre eigentlichen Meinungen zurückhalten. Damit solche Problematiken die Ergebnisse der Fokusgruppe nicht negativ beeinflussen, braucht es einen kompetenten Moderator. Vieles hängt von ihm ab. Er ist ein zentrales und einflussreiches (sowohl positiv wie auch negativ) Element der Fokusgruppe.

III Durchführung

Sobald die Forschungsfrage erarbeitet wurde, geht es darum, geeignete Teilnehmer und Teilnehmerinnen für die Forschungsgruppe zu rekrutieren. Oftmals wird davon gesprochen, dass die ideale Gruppengröße zwischen sechs und zehn Teilnehmenden liegt. Wird die Gruppe grösser, so ist das mit einer Reduktion der Redezeit aller Teilnehmenden verbunden, da es nicht mehr möglich wird, längere Aussagen zuzulassen. Ebenso wird es bei zunehmenden Teilnehmerzahlen für den Moderator schwierig, alle Personen mit in die Diskussion einzubeziehen und die Fokusgruppe professionell zu moderieren. Bei zu kleinen Gruppen (beispielsweise wenn es fünf oder weniger sind) ist die Gefahr groß, dass der positive Einfluss von gruppendynamischen Prozessen nicht genügend stark ist. Dieserwäre für die Fokusgruppe allerdings elementar.

Auf die Frage, welche Personen für die Fokusgruppe rekrutiert werden sollten, kann keine einheitliche Antwort gegeben werden. Grundsätzlich bestimmt die Fragestellung die Auswahl. Es scheint sich bewährt zu haben, möglichst homogene Gruppen zu erstellen. Die Homogenität sollte sich diesbezüglich auf den Hintergrund der einzelnen Personen beziehen. Aspekte wie Alter, Ausbildung oder sozioökonomischer Status sollten somit innerhalb der Gruppenmitglieder möglichst ähnlich sein. Diese Gemeinsamkeiten dienen dazu, gruppendynamische Prozesse positiv zu beeinflussen, da mögliche Barrieren aufgrund der genannten Aspekte nicht erst überwunden werden müssen. Auch im Privatleben ist es jaoft so, dass stark unterschiedliche Personen eher weniger miteinander sprechen. Bei all der beschriebenen Homogenität ist eine gewisse Heterogenität bezüglich der Einstellung allerdings wünschenswert, damit die Meinungsvielfalt innerhalb der Gruppe für tiefgehende Diskussionen gewährleistet ist. Diese Heterogenität bezüglich der Einstellung und Meinung kann bei der Auswahl der Teilnehmenden allerdings nur schwer miteinkalkuliert werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Die Fokusgruppe als Forschungsmethode im Bereich der Arbeits- und Organisationspsychologie
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)
Note
1
Autor
Jahr
2013
Seiten
6
Katalognummer
V274688
ISBN (eBook)
9783656675969
ISBN (Buch)
9783656675952
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fokusgruppe, arbeitspsychologie, methodik
Arbeit zitieren
Student Marc Roux (Autor), 2013, Die Fokusgruppe als Forschungsmethode im Bereich der Arbeits- und Organisationspsychologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274688

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