Der 1. Weltkrieg und die Stimmen der Verlierer: Warum unterzeichnete Deutschland die eigene "Vernichtung"?

Stundenentwurf im Fach Geschichte für eine 9. Klasse


Unterrichtsentwurf, 2010
8 Seiten
Frida Bliesweiler (Autor)

Leseprobe

1) Planungszusammenhang der Unterrichtseinheit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2) Angestrebte Kompetenzen und Standards

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten 1 2 3

3) Fachlicher Schwerpunkt

Nach dem Ersten Weltkrieg, der länger dauerte und grausamer war, als alle Beteiligten anfangs erahnt hatten, lagen weite Teile Europas in Schutt und Asche. Über 10 Millionen Menschen waren im Krieg gefallen. Deutschland war besiegt.

Im Januar 1919 kamen im Pariser Vorort Versailles die Siegermächte des Ersten Weltkrieges zusammen, um über Friedensbedingungen zu beraten.4 Deutschland war als besiegtes Land nicht zu den Verhandlungen zugelassen und auch lehnten die Siegermächte fast alle deutschen Einwände und Forderungen ab. Am 7. Mai 1919 wurde der deutschen Delegation der Vertragstext vorgelegt: Die umfangreichen Gebietsverluste, die Souveränitätsbeschränkungen und die immensen Reparationsforderungen lösten in ganz Deutschland einen Entrüstungssturm aus.5 Besondere Empörung rief die Zuweisung der Alleinschuld am Krieg hervor, da der Krieg von den Deutschen als ein aufgezwungener Verteidigungskrieg verstanden wurde.6

In der Nationalversammlung wurde über die Annahme / Ablehnung des Vertrages heftig gestritten. Schließ- lich setzten die Alliierten ein Ultimatum und drohten damit, den Krieg wieder aufzunehmen und Deutschland militä- risch zu besetzen, wenn der Vertrag nicht binnen der gesetzten Frist unterschrieben werde. Da Deutschland zu diesem Zeitpunkt den Alliierten entwaffnet und wehrlos gegenübergestanden hätte,7 sahen die Vertreter der jungen deutschen Republik keine andere Möglichkeit, als das „Friedensdiktat“ notgedrungen (am 23. Juni 1919) zu unterschreiben.8

4) Konkretisierung der Lehr- und Lernprozesse

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5) Begründung der Lehr- und Lernprozesse

Rahmenlehrplan- Sowohl der Unterrichtsinhalt als auch das methodische Vorgehen sowie die Materialauswahl sind in Anleh- nung an die Rahmenlehrplanvorgaben ausgewählt worden:

- Zum Unterrichtsinhalt heißt es, dass sich die SuS im Themenfeld „Demokratie und Diktatur“ v. a. mit der deut- schen Geschichte auseinandersetzen sollen: Die SuS „erwerben Kenntnisse über wichtige Entwicklungen […] der

[...]


1 Zitiert nach: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Berlin (Hg.): Rahmenlehrplan für die Berliner Schule. Geschichte. Sekundarstufe I, 1. Auflage, Berlin 2006, S. 19.

2 Zitiert nach: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Berlin (Hg.): 2006, S. 21.

3 Hinweis: Die Vorgabe des Hauptsatzes in der Tabelle („Der Vertrag sollte angenommen/abgelehnt werden, weil …“ ist eine bewusste Hilfestellung für diesen Standard, da viele SuS mit diesem Standard noch Probleme haben und die ausgewählten Quellen teilweise Informationen enthalten, die von der Aufgabenstellung ablenken können. Die Vorgabe des Hauptsatzes leitet die SuS immer wieder an, die aufgabenimmanente Fragestellung zu beachten.

4 Vgl. Gutjahr, Hans-Joachim (Hg.): Duden. Geschichte Basiswissen Schule, Berlin [u. a.] 2007, S. 357.

5 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Weimarer Republik (Informationen zur politischen Bildung), überarb. Neuauflage 2003, S. 18f.

6 Vgl. Berger, Thomas (Hg.): Geschichte entdecken und Verstehen 9/10, 1. Auflage, Berlin 2007, S. 39, 78f.

7 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): 2003, S. 18.

8 Vgl.: Müller, Helmut M., u.a.: Deutsche Geschichte in Schlaglichtern, 3. aktualisierte Auflage, Leipzig [u. a.] 2007, S. 237.

9 In der Aufgabenstellung wird die „Rotationstechnik“ benannt. Darunter ist Folgendes zu verstehen: Die Klasse wird in drei möglichst gleichgroße Gruppen geteilt. Jede Gruppe erhält einen Stapel mit Quellen zugeteilt, der für alle zugänglich im Klassenraum auf einem sog. „Quellenplatz“ ausliegt. Die Stapel enthalten alle dieselben Quellen. In dieser Stunde handelt es sich um 12 verschiedene Quellen je Stapel. Jedes Zweierteam bearbeitet gemeinsam eine Quelle unter Beachtung der Aufgabenstellung. Es bleiben dann stets - je nachdem, wie viele SuS an diesem Tag da sind - fünf/sechs Quellen auf dem „Quellenplatz“ liegen, sodass sichergestellt ist, dass jedes Team Zugriff zu ungelesenen Quellen hat. Wenn die Quelle von einem Team nämlich erschöpfend genutzt wurde, nimmt sich das jeweilige Team eine neue Quelle vom Stapel. Dadurch, dass sich auch die anderen immer neue Quellen vom Stapel holen, hat jedes Team kontinuierlich Zugriff zu neuen Quellen.

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Details

Titel
Der 1. Weltkrieg und die Stimmen der Verlierer: Warum unterzeichnete Deutschland die eigene "Vernichtung"?
Untertitel
Stundenentwurf im Fach Geschichte für eine 9. Klasse
Autor
Jahr
2010
Seiten
8
Katalognummer
V278344
ISBN (eBook)
9783656721017
ISBN (Buch)
9783656722182
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Schule, Zweites Staatsexamen, Weltkrieg, Versailler Vertrag, Schuld, Verlierer, Argumente, Quellenarbeit, Partnerarbeit, Unterrichtsentwurf
Arbeit zitieren
Frida Bliesweiler (Autor), 2010, Der 1. Weltkrieg und die Stimmen der Verlierer: Warum unterzeichnete Deutschland die eigene "Vernichtung"?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278344

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