Partnerschaften zwischen Non-Profit Organisationen und Unternehmen

Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Non-Profit-Organisationen als Innovationsquelle


Bachelorarbeit, 2014
94 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.2 MOTIVATION
1.3 RELEVANZ DES THEMAS
1.4 BESCHREIBUNG DES GEGENSTANDES DER ABSCHLUSSARBEIT
1.5 AUFBAU DER ARBEIT

2 Teil B: Theoretische Hintergründe
2.1 Grundlagen
2.1.1 NON-PROFIT-ORGANISATION
2.1.2 EINFÜHRUNG IN DIE CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY UND CORPORATE CITIZENSHIP UNTER DEM GESICHTSPUNKT DER EINORDNUNG DER INTERSEKTORALEN PARTNERSCHAFTEN IN EINEN WISSENSCHAFTLICHEN ZUSAMMENHANG
2.1.3 DAS VERSTÄNDNIS VON INNOVATION ZUM THEMA DER ARBEIT
2.2 Relevanz des Themas und „Stand der Forschung“
2.3 Gesellschaftpolitische Relevanz
2.3.1 DAS „WIN-WIN“-VERHALTEN IN DEN INTERSEKTORALEN PARTNERSCHAFTEN
2.4 Untersuchungsbedarf
2.5 Ausarbeitung der wissenschaftlichen These
2.5.1 „HIGHTECH OBSESSION“
2.5.2 „SUSTAINBILITY SWEET SPOT“

3 Teil B: Forschungsdesign
3.1 ZIELSETZUNG DER ARBEIT
3.1.1 STAND DER FORSCHUNG UND UNTERSUCHUNGSBEDARF
3.1.2 KONKRETE FRAGESTELLUNG
3.1.3 FOKUSSIERUNG DER FRAGESTELLUNG
3.2 EINSATZ DER METHODE
3.2.1 DIE SAMPLEAUSWAHL
3.2.2 FALLANALYSE
3.2.3 DIE EXPERTENINTERVIEWS
3.2.4 DIE PERSÖNLICHE BEFRAGUNG
3.2.5 FELDZUGANG
3.2.6 DIE KRITISCHE WÜRDIGUNG DES METHODENEINSATZES
3.2.7 ENTWICKLUNG DES INTERVIEW-LEITFADENS
3.3 DIE METHODISCHE HERANGEHENSWEISE
3.3.1 TRANSKRIPTIONSVERFAHREN
3.3.2 AUSWERTUNGSMETHODE: QUALITATIVE INHALTSANALYSE
3.4 ZEITLICHE, PERSONELLE UND MATERIELLE RESSOURCEN

4 TEIL C: Empirische Ergebnisse
4.1 BESCHREIBUNG DER KONTEXTE
4.1.1 DIE PORTRÄTS DER BEFRAGTEN PERSONEN
4.1.2 „GRÜNUM“
4.2 METHODISCHE LOGIK DER COMPUTERGESTÜTZTEN DATENAUSWERTUNG DER KATEGORIEN
4.2.1 DARSTELLUNG DES CODESYSTEMS
4.3 DIE ANALYSE DES KATEGORIENSYSTEMS
4.3.1 PERSPEKTIVE DES ENTSTEHUNGSPROZESSES
4.3.2 PERSPEKTIVE RESSOURCEN
4.3.3 PERSPEKTIVE „KOLLEKTIVER LERNPROZESS“
4.3.4 PERSPEKTIVE STRATEGIE
4.3.5 PERSPEKTIVE STRUKTUREN
4.4 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE
4.4.1 „GRÜNUM“
4.4.2 DIE ENTDECKTEN TRENDS
4.5 BEANTWORTUNG DER FRAGESTELLUNG UND DISKUSSION DER ERGEBNISSE
4.5.1 DIE KRITIK

5 Teil D: Fazit
5.1 ZUSAMMENFASSUNG UND ABGLEICH MIT DER ZIELSETZUNG
5.2 KRITISCHE WÜRDIGUNG UND AUSBLICK
5.3 EMPFEHLUNGEN UND WEITERER FORSCHUNGSBEDARF

Literaturverzeichnis

Anhang

Abstract

Meine Abschlussarbeit beschäftigt sich mit intersektoralen Partnerschaften, die zwischen Wirtschaftsunternehmen und dem Non-Profit-Sektor bestehen. Sie betrachtet diese Zusammenarbeit unter dem Aspekt eines Innovationsprozess, der eine Brücke zwischen Corporate Social Responsibility und sozialer Innovationsforschung schlägt.

Nach der Beschreibung des Standes der Forschung und der theoretischen Ausarbeitung, wird eine These zum „kollektiven Lernen“1 aufgestellt, die die Untersuchung in einen bestimmten Rahmen eingrenzt und zur Beantwortung der gestellten Frage führt.

Die Fragestellung der Untersuchung lautet: Wie kommt „eine intensive Zu- sammenarbeit“ zwischen Unternehmen und NPOs zustande, und wie ent- steht eine geeignete Atmosphäre für ein „kollektives Lernen“? Um diese Fra- gestellung zu beantworten, habe ich mich für ein bestimmtes qualitatives Forschungsdesign entschieden. Es wurden sechs Personen/Experten von verschiedenen Non-Profit-Organisationen, Unternehmen und Beratungs- Agenturen anhand eines Leitfadens befragt. Dabei hat sich die Untersuchung auf ein Beispiel-Projekt als Innovationsprozess aus der Praxis konzentriert. Das Sample der Untersuchung sind die Menschen, die in einem NPO- Unternehmen an Partnerschaften teilgenommen haben oder teilnehmen, bei denen Innovationen stattgefunden haben. Die Existenz einer Innovati- on/Erneuerung ist wichtig, damit man diese Art der Kooperation als Innovati- onsprozess betrachten kann. Die Befragten habe ich in persönlichen Ge- sprächen anhand eines Leitfadens interviewt. Der Leitfaden der Interviews wurde aus theoretischen Vorüberlegungen abgeleitet.

Es wurden Erkenntnisse gewonnen, die man erwarten konnte, weil dafür ein reicher theoretischer Hintergrund vorhanden war, aber es wurden auch Erkenntnisse gewonnen, die theoretische Hintergründe ergänzen, erweitern oder sich auf einem speziellen Fall beziehen.

Die Antwort auf die gestellte Forschungsfrage lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Eine intensive oder effektive Zusammenarbeit kommt durch die kooperative Einstellung der potenziellen Kooperationsteilnehmer zustande. Sowohl bei der Kontaktaufnahme als auch im Prozess begleiten gegenseitige Offenheit, Vertrauen, Verbindlichkeit und emotionelle Bindun- gen die Innovationsprozesse. Das Klima für den kollektiven Lernprozess ent- steht durch die Lernbereitschaft der Teilnehmer in den Partnerschaften, die wiederum durch gegenseitige Neugier und durch einen Kontakt auf gleicher Augenhöhe gewährleistet wird. Ein kollektiver Lernprozess findet statt, wenn der Wissensaustausch beabsichtigt ist und entsprechend kultiviert wird. Da- bei sind Aspekte wie die richtigen Ansprechpartner für die Partnerschaft und eine finanzielle Absicherung des gemeinsamen Projektes und der Non-Profit- Organisation spezielle Bedingungen, die in den NPO-Unternehmen- Partnerschaften zu finden sind.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

1 Handlungsfelder der CSR

2 Innovationen innerhalb der Partnerschaften

3 Unterschiedliche theoretische Zugänge zur„Innovationsfähigkeit“

4 „Sustainbility Sweet Spot“ als Innovationsprozess

5 Identifizierte Forschungslücken vs. Zielsetzung der Arbeit

6 Die Ebenen des Innovationsprozesses

7 Darstellung der Kategorien/ Codes

8 Die Wirkungskette zu dem Innovationsprozess

1 Einleitung

Ein Manager des Dänischen Arzneimittelherstellers „ Novo Nordisk “ erklärt, der Umgang mit zivilgesellschaftlichen Akteuren sei eine Art Zeitsprung: „ I see the future of our markets, our products, and this business “ (vgl. Lang 2010, S. 29).

Wie die Unternehmensführung der „Novo Nordisk“, so haben viele schon seit langem erkannt, dass die Aktivitäten im Rahmen der Corporate Social Responsibility nicht nur gesamtwirtschaftlichen Nutzen haben, sondern dass man daraus auch wettbewerblichen Nutzen ziehen kann (vgl. Gelbmann/Baumgartner 2012, S. 285). Aus diesen und anderen Motiven su- chen die Unternehmen unterschiedliche Wege, um sich als „gute Bürger“ in die Gesellschaft zu integrieren. Eines der genutzten Instrumente ist die Cor- porate Social Responsibility unter der sich sektorenübergreifende Partner- schaften einordnen lassen (vgl. Dresewski/Hartmann 2006, S. 1).

Gleichzeitig versuchen die Non-Profit-Organisationen (NPOs), sich langfristig zu finanzieren, sich betriebswirtschaftliches Wissen anzueignen oder Netz- werke mit anderen Akteuren aufzubauen, um ihre gemeinnützigen Ziele ef- fektiver zu erreichen (vgl. Lang 2010, S. 22 f.). Somit besteht zwischen den beiden Sektoren Wirtschaftsunternehmen und Non-Profit-Organisationen eine Überlappung, die für eine Zusammenarbeit interessant ist. Fraglich ist allerdings, was an dieser Überlappung geschieht. „[…] [Sind sie] vereinzelte Irrläufer oder die Vorboten einer neuen gesellschaftlichen Arbeits- und Ve- rantwortungsverteilung?“ (Lang 2010, S. 21). Diese Frage explizit zu beant- worten, ist nicht der Gegenstand der Arbeit, aber durch die vorgenommene empirische Untersuchung sollte dem Leser klar werden, mit welchen Gege- benheiten man es während der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Non-Profit-Organisationen zu tun hat.

1.2 Motivation

Bei einer Literatur-Recherche bin ich auf einen Beitrag von Eva Grieshuber gestoßen, den ich sehr informativ fand und der meine Gedanken über die Auswirkungen der CSR auf die Innovationskraft eines Unternehmens wie- derspiegelt. In der Folge habe ich mich mit auf dem Gebiet des Design Thinking2 realisierten Projekten vertraut gemacht, aber jedoch erst mit mei- ner Beschäftigung bei Marschall, Wernecke und Andere3 habe ich Unter- nehmenskooperationen und Innovationen prozessual miteinander verbun- den. Ich schließe daraus, dass, wenn Wirtschaftsunternehmen mit Non- Profit-Organisationen kooperieren, eine ähnliche Situation wie beim Design Thinking entsteht. Die daraus resultierenden Innovationen sollten deshalb besonders durchsetzungsfähig und bedarfsorientiert ausgerichtet sein. Diese Zusammenhänge haben mein Interesse geweckt.

1.3 Relevanz des Themas

Intersektorale Partnerschaften zwischen Unternehmen und Non-Profit- Organisationen, die man nach Grieshuber auch „Sustainbility Sweet Spot“ nennen kann (vgl. Grieshuber 2012, S. 375), sollten sowohl für die For- schungspraxis im Bereich Corporate Social Responsibility als auch für die sozialwissenschaftliche Innovationsforschung große Bedeutung erlangen. Die vorliegende Arbeit wird deshalb eine Brücke zwischen der sozialwissen- schaftlichen Innovationsforschung und der Corporate Social Responsibility (intersektorale Partnerschaften zwischen NPOs und Unternehmen als ein Handlungsfeld von CSR, siehe auch Abbildung 1: Handlungsfelder von CSR) schlagen und neue Impulse in diesem interdisziplinären Zusammen- hang geben.

1.4 Beschreibung des Gegenstandes der Abschlussarbeit

Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf Deutschland, weil Vergleiche mit den anderen Ländern in Bezug auf die Untersuchungsergebnisse zu ziehen, keine Zielsetzung der Untersuchung ist.

Der Gegenstand der Arbeit ist die Zusammenarbeit oder intersektorale Ko- operation, die ausschließlich zwischen zwei Akteuren stattfindet. Auf der ei- nen Seite ist es ein Unternehmen,4 auf der anderen Seite ist es eine Non- Profit-Organisation.5 Der Zweck der Zusammenarbeit sollte keine reine Spendenbeziehung sein, sondern sollte auch für die Projektarbeit inhaltliche Schwerpunkte haben. Zum Beispiel sollen die beiden Partner das gemein- sames Ziel haben, eine positive gesellschaftliche Auswirkung zu erzielen.

Man kann unterschiedliche Arten von intersektoraler Zusammenarbeit be- obachten. Lang und Dresewski behandeln drei unterschiedliche Arten von Kooperationen zwischen NPOs und Unternehmen. Unter ihnen beschreiben sie eine „kompetenz-orientierte soziale Kooperation“ (vgl. Lang/Dresewski 2010, S. 404). Hier geht es nicht nur um „Pro-Bono-Leistungen“ und „Know- How-Transfer“, sondern auch um kooperative Problemlösungen. Da die wichtigste Voraussetzung des Samples eine zu generierende Innovation ist, eignet sich diese Art der sozialen Kooperation am besten als Richtschnur für die vorliegende Arbeit (vgl. Lang/Dresewski 2010, S. 407 ff.).

Dementsprechend wird diese Art von intersektoraler Zusammenarbeit oder kompetenz-orientierte soziale Kooperation (nach Lang und Dresewski) in dieser Arbeit als Innovationsprozess betrachtet. An anderer Stelle wird jedoch hinterfragt, von welchen Innovationen die Rede ist.

Es handelt sich um Innovationen, die das Resultat einer intersektoralen Partnerschaft sind. Es sind jedoch keine Innovationen, die zu einer Steigerung des Wissenstandes führen, sondern wo die Innovationen in einem Umfeld angesetzt wurden (vgl. Kehrbaum 2009, S. 35). Somit lässt sich sagen, dass der Gegenstand dieser Arbeit keine Betrachtung des reinen Wissensaustausches zwischen zwei Organisation ist, sondern die Betrachtung der Innovationen, die Anwendung gefunden haben.

Meine Hauptfrage lautet deshalb: Wie kommt „eine intensive Zusammenarbeit“ zwischen Unternehmen und NPOs zustande und wie entsteht ein geeignetes Klima für „kollektives Lernen“?

1.5 Aufbau der Arbeit

Die Arbeit gliedert sich in vier Teile: Theorie, Forschungsdesign, empirische Ergebnisse und Fazit.

Der theoretische Teil befasst sich zunächst mit den Grundlagen, die dem Leser helfen, das Thema zu verstehen. In der Folge wird der Stand der For- schung aus zwei Blickwinkeln betrachtet: zum einen aus der Sicht der ge- sellschaftlichen Diskussion zur Relevanz der Abschlussarbeit für die For- schung, und zum anderen werden die Ergebnisse aktueller Studien, die sich bereits mit dem Thema beschäftigt haben, dargestellt. Vom aktuellen Stand der Forschung her werden die Forschungslücken aufgedeckt und diskutiert. Im Anschluss daran werden die Überlegungen dargestellt und analysiert, die die wissenschaftliche Grundlage der Untersuchung bilden.

Der zweite Abschnitt der Arbeit „Forschungsdesign“ beschreibt und begründet die wichtigsten Schlussfolgerungen, die für die Planung des Forschungsdesigns nötig waren.

Weiterhin werden im empirischen Teil die Ergebnisse der Auswertung der Interviews dargestellt und in Bezug auf die theoretischen Vorüberlegungen interpretiert. Dieser Abschnitt wird auch die Forschungsfrage beantworten. In dem letzten Teil der Arbeit werden sowohl theoretische Vorüberlegungen als auch die empirischen Ergebnisse noch einmal diskutiert. Außerdem wird sich dieser Teil kritisch mit der Untersuchung auseinandersetzten und wird weitere Untersuchungsmöglichkeiten in diesem Bereich aufzeigen.

2 Teil B: Theoretische Hintergründe

Im ersten Teil der Arbeit werden die theoretischen Grundlagen für die empirische Untersuchung geschaffen, dadurch, dass der Abschnitt sich mit dem Forschungsstand der Fragestellung, der Ausarbeitung der Fragestellung und Aufstellung der Arbeitsthese beschäftigt.

2.1 Grundlagen

Der Abschnitt „theoretische Hintergründe“ stellt die theoretischen und empiri- schen Hintergründe dar, die während der Formulierung der Untersuchungs- frage beleuchtet wurden. Das folgende Kapitel ist insofern wichtig, weil es grundliegende Informationen zum Gegenstand dieser Arbeit liefert, z. B. eine Einführung in den Non-Profit-Sektor, eine Einordnung intersektoraler Part- nerschaften in einen wissenschaftlichen Bezug. Das Kapitel setzt sich mit dem Begriff „Innovation“ in Bezug auf die Arbeit auseinander.

2.1.1 Non-Profit-Organisation

„Einer sehr breiten Definition folgend versteht man unter Non-Profit- Organisationen (NPO) alle diejenigen Organisationen, die weder erwerbs- wirtschaftliche Firmen noch öffentliche Behörden der unmittelbaren Staats- und Kommunalverwaltung sind. NPOs sind ferner jene Organisationen, die einem gesellschaftlich als sinnvoll und notwendig anerkannten Leistungsauf- trag folgen und dabei nicht in erster Linie vom Ziel der Gewinngenerierung geleitet werden“6 (Springer Gabler Verlag o. J.) - definiert ein Wirtschaftsle- xikon diese Organisationsform. Non-Profit-Organisationen sind nicht gewinn- orientiert, wie ihr Name bereits andeutet. Sie sind nicht auf wirtschaftliche Maximierung ausgerichtet. Selbstverständlich brauchen diese Organisatio- nen auch Instrumente, um sich finanziell abzusichern, z. B. Sponsoring, Spenden von Unternehmen oder von öffentlicher Hand, usw. (vgl. Schober et all. 2011, S. 20).

2.1.2 Einführung in die Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship unter dem Gesichtspunkt der Einordnung der intersektoralen Partnerschaften in einen wissenschaftlichen Zusammenhang

Eine Auseinandersetzung mit der intersektoralen Kooperation zwischen Non- Profit-Organisationen und Unternehmen verlangt es, zuerst das Fundament der Betrachtung zu schildern: die Corporate Citizenship und die Corporate Social Responsibility als Instrumente zu definieren und das Ziel Corporate Sustainbility mit den beiden Instrumenten zu erklären (vgl. Prinzhorn 2010, S. 318 ff.).

Corporate Social Responsibility (Social Responsibility) wird nach ISO7 fol- gendermaßen definiert: „Verantwortung einer Organisation für die Auswir- kungen ihrer Entscheidungen und Tätigkeiten auf die Gesellschaft und Um- welt durch transparentes und ethisches Verhalten das zur nachhaltigen Ent- wicklung, - Gesundheit und Gemeinwohl eingeschlossen - , beiträgt; die Er- wartungen der Anspruchsgruppen berücksichtigt, einschlägiges Recht einhält und mit internationalen Verhaltensstandards übereinstimmt; und in die ge- samte Organisation integriert ist und in ihren Beziehungen gelebt wird.“ (Schneider 2012, S. 23).

Nach dieser Definition lässt sich analysieren, dass einerseits NPOs für Un- ternehmen Anspruchsgruppen sind, aber sie andererseits im Rahmen von CSR zusammen agieren, weshalb ihr Wert doppelseitig ist, also einerseits als eine Anspruchsgruppe und andererseits als Konsument und als Mitagierende, also als Akteure. Diese Zweiseitigkeit verleiht der Zusammenarbeit noch mehr Nutzen, weil Innovationen dadurch nach dem Bedarf der Gesellschaft generiert werden können.

Die Teilaspekte der CSR lassen sich aus Abbildung 1 (Handlungsfelder von CSR) ablesen, als vierter Punkt wird das Handlungsfeld Gemeinwesen dar- gestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Handlungsfelder von CSR Quelle: CSR Baden-Württemberg o. J.

Im Weiteren wird die Corporate Citizenship definiert, um Unklarheiten der Einordung des Themas dieser Arbeit zu vermeiden. Corporate Citizenship, das Prinzhorn als Fundament der Corporate Sustainbility betrachtet, ist ein Teilaspekt der CSR und beschreibt das gesellschaftlich externe, meist „das lokale Engagement der Unternehmen und bezieht seine Berechtigung aus der Verantwortung von ´Corporate Citizens´, gewonnen durch die Weiterga- be von gesellschaftspolitischen Rechten durch den Staat, in einer marktlibe- ralen Gesellschaftsordnung“. (Prinzhorn 2010, S. 319). Nach dieser Definiti- on überlappt sich das vierte Handlungsfeld der CSR (Abbildung 1) mit dem Inhalt dieser Definition, was zu folgender Schlussfolgerung führt: der Teilas- pekt Corporate Citizenship lässt sich unter den Handlungsfeldern der CSR beim letzten Punkt einordnen (vgl. CSR Baden-Württemberg o. J.).

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass intersektorale Kooperationen zwischen NPOs und Unternehmen sich in der wissenschaftlichen Debatte unter Corporate Social Responsibility einordnen lassen, noch genauer unter Corporate Citizenship, aber unter der letzten Bezeichnung nur in dem Fall, in dem die Philanthropie im Mittelpunkt steht und Partnerschaften mit NPOs nicht im Kerngeschäft des Unternehmens verankert sind.

2.1.3 Das Verständnis von Innovation zum Thema der Arbeit

Als nächstes sollte man zum Begriff „Innovation“ Stellung beziehen, denn „Kaum ein Begriff prägt die gegenwärtigen Diskussion um Strukturwandel in Deutschland und die langfristige Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland so sehr wie der der `Innovation´.“ (Kehrbaum 2009, S. 22). In der mannigfaltigen Literatur kann man folgende Bücher, die Entwicklung des Verständnisses des Begriffs „Innovationen“ betreffend, hervorheben, die für die Ausarbeitung der Fragestellung der Untersuchung wichtig waren: „So- ziale Innovation“ von Howaldt und Jacobsen (Hrsg.) und „Innovation als so- zialer Prozess“ von Kehrbaum.8 Die Art der Diskussionen in beiden Büchern hat das spezifische Verständnis für die Innovationen in meiner Bachelorar- beit beeinflusst.

„Von einer Innovation kann man erst dann reden, wenn sie in ihrem jeweili- gen unternehmensinternen oder -externen Umfeld angesetzt wird und nicht, wenn der Wissenstand der Sozialsystems gestiegen ist“ (ebd. S. 35) - be- hauptet Tom Kehrbaum. Dieser Definition sollte man besondere Aufmerk- samkeit in Bezug auf intersektorale Partnerschaften schenken, weil es in diesem Fall nicht bedeutend ist, ob der Wissenstand des Sozialsystems ge- stiegen ist, sondern ob jeweilige Erneuerungen, also Ergebnisse der Zu- sammenarbeit der teilnehmenden Organisationen, auf interne oder externe Felder angewendet wurden. Hier ist zu erwähnen, dass die Beispielauswahl (Fallbeispiel) der Arbeit diesem Verständnis folgt, d. h. die Voraussetzung für die Beispielauswahl ist nicht Wissensstandsvergrößerung, sondern sind „funktionsfähige“ Innovationen, die in oder nach einer Zusammenarbeit zwi- schen einem Unternehmen und einer Non-Profit-Organisation entstanden sind.

In seinem Beitrag zitiert Kehrbaum nach Ulrich Klotz: „Innovation ist kein Gegenstand, sondern ein Prozess. Innovation bedeutet Veränderung“. (Kehrbaum 2009, S. 44, zit. nach Klotz 2006, o. J.). Dieser prozessualen Sichtweise wird die vorliegende Arbeit folgen.

Weiter bezieht sich die Arbeit auf „Charakter von Innovationen“ von Hirsch- Kreinsen, was unten im Kapitel 2.5 (Ausarbeitung der wissenschaftlichen These) auch dargestellt wird (vgl. Hirsch-Kreinsen 2010, S. 72 ff.). Nach sei- ner Auffassung, werden die Innovationen als sozialer Prozess9 verstanden, mithin können auch innovationsfördernde oder -hemmende Aspekte identifi- ziert werden.

Nach Hirsch-Kreinsen, Klotz und Kehrbaum lassen sich die Innovationsprozesse also als intersektorale Zusammenarbeit durch ihre Eigenschaft als sozialer Prozess wahrnehmen. Aus diesen Gründen kann man auch den Schluss ziehen, dass durch die Untersuchung hemmende und fördernde Aspekte der Innovationsfähigkeit herauskristallisiert werden können.

2.2 Relevanz des Themas und „Stand der Forschung“

Im Folgenden werden Ergebnisse der Veröffentlichungen vorgestellt, die be- reits der Frage nachgegangen sind, ob die CSR Einfluss auf die Innovations- stärke des Unternehmens hat, oder noch konkreter, ob durch Kooperationen Innovationen entstehen. Außerdem werden der aktuelle Stand und die Per- spektiven zu intersektoralen Partnerschaften in Deutschland in quantitativer Hinsicht dargestellt.

Zu den unten angeführten wissenschaftlichen Studien werden auch Forschungsgegenstand und Datengrundlage in den Fußnoten genannt, damit man einen Überblick über den Rahmen der jeweiligen Untersuchung und eine Vorstellung bekommt.

Die Studie von Hesse et al. sollte man mit Rücksicht auf den Schwerpunkt des Kapitels zuerst behandeln, weil sie die aktuelle Situation von Partner- schaften zwischen Unternehmen und NGOs aus Sicht der beteiligten Akteure beschreibt . 10

Nach der Studie gehen 95% der Befragten NGOs11 davon aus, dass die Zahl der Partnerschaften in Zukunft weiter zunehmen wird. Folglich wünschen sich 26,9% der befragten NGOs und 24% der befragten Unternehmen noch mehr inhaltliche Zusammenarbeit (vgl. Hesse et al. 2010, S. 26), die sich für diese Arbeit auch als intensive Zusammenarbeit interpretieren lässt.12 Diese Zahlen lassen prognostizieren, dass das Interesse für intensivere Zusam- menarbeit besteht, und weitere Anstrengungen in diese Richtung gemacht werden. Das kann mehr Aufmerksamkeit für weitere Untersuchungen erwe- cken, um intersektorale Partnerschaften unter mehreren Aspekten vor allem unter dem Blickwinkel der Innovationsforschung zu untersuchen. Im Hinblick auf das Untersuchungsziel sind diese Ergebnisse wichtig. Übereinstimmend meinen die beiden Seiten, dass sie am Anfang eines Projektes bestehende Erwartungen und Ziele in Einklang bringen sollten (ebd. S. 33). In Bezug auf das Untersuchungsziel heißt das, dass unausgesprochene Ziele und Erwar- tungen einer Partnerschaft so sehr schaden können, dass in ihr keine Atmo- sphäre für „gemeinsames Lernen“ und mithin auch keine Innovationen ent- stehen können (noch mehr dazu im Kapitel 2.5 Ausarbeitung der wissen- schaftlichen These).

Des Weiteren muss man auch dem Ansatz von Eva Grieshuber und Sawitz und Weber (2006, S. 21 ff.) Beachtung schenken. Der Ansatz ist zwar sehr allgemein bzw. er umfasst nur CSR-Aktivitäten eines Unternehmens und sagt nichts zu intersektoralen Kooperationen, aber als Innovationsmodell sollte man ihn im Zusammenhang mit der Arbeit beachten (vgl. Grieshuber 2012, S. 375). Eva Grieshuber stellt in ihrem Beitrag fest: „Nachhaltigkeit und CSR sind vom Grundprinzip her entwicklungs-, lern- und innovationsorien- tierte Ansätze.“ (ebd. S. 375).

Der Ansatz von Sawitz/Weber und Grieshuber ist insofern für das Untersu- chungsziel wichtig, da er wertvolle Informationen liefert, indem er aufzeigt, dass in den CSR-orientierten Kreisen diese neue Art der Betrachtung zu ei- ner Überlappung von Unternehmens- und Stakeholder-Interessen13 führt. Zum anderen ist der Ansatz eine theoretische Grundlage für eine Arbeitsthe- se, die im Unterkapitel 2.5.2 („Sustainbility Sweet Spot“) behandelt wird.

Eine wissenschaftliche Studie zu CSR und Innovation, die Literaturstudie und Befragung von Jens Clausen und Thomas Loew, untersucht die Bedeutung von CSR für Innovationen, ebenso untersucht sie das als integrativen Mana- gementansatz.14

Auf die Frage nach der Definition des Nutzens des Stakeholder-Dialogs stimmte die Mehrheit (ca. 24) der Befragten „als wichtige Quelle guter Ideen“ zu (vgl. Clausen/Loew 2009, S. 74). Diese Aussage wird durch eine Fallstu- die am Beispiel der Osram-Lampe (eine transportable Leuchte mit Akku) verstärkt. Die Osram-Lampe ersetzt in diesem Fall den Problemträger Kero- sin, indem die Beleuchtung auf Battarieladestationen mit Solarpaneelen um- gestellt wurde. Dadurch wurde einerseits der CO2-Ausstoß reduziert und wurden andererseits Mikrokredite zum Erwerb der Osram-Lampen frei (ebd. S. 80).

Für das Untersuchungsziel sind die Ergebnisse der Studie insofern wichtig, da sie Erkenntnisse über Optimierung der internen Innovationsprozesse bie- ten, bei dem die CSR-Experten die Abläufe im Innovationsmanagement op- timieren können. Zugleich macht die Studie die Bedeutung der Zusammen- arbeit zwischen Unternehmen und NPOs für die Innovationen sichtbar: „Der Dialog, der mit den externen Stakeholdern, - Kunden, Wissenschaft, NGOs etc. - im Rahmen von CSR-Prozessen in vielen Unternehmen geführt wird, bietet damit vielfältige Impulse für Innovationen.“ (Clausen/Loew 2009, S. 84). Das ist das Résumé am Ende der Studie. Des Weiteren wird Offenheit für ökologische und soziale Fragestellungen und daher für den Stakeholder- Dialog als Grundlage des Innovationsprozesses angesehen (ebd. S. 82).

Wenn man diese Ergebnisse ansieht, stellt man fest, dass das Kontextwissen für das Untersuchungsziel Schritt für Schritt auf dem aktuellen Stand der Forschung aufgebaut ist.

Der wichtigste Aspekt, der bis jetzt in Deutschland wissenschaftlich kontro- vers diskutiert wurde, ist die „Hightech-Obsession“ (Phänomen benannt durch Hirsch-Kreinsen), die besagt, dass Innovation nicht nur in einem for- schungsintensiven Umfeld entstehen, sondern auch in den kooperativen Be- ziehungen, in denen „kollektives Wissen“ generiert wird, das schließlich als Basis für Innovationen angesehen werden kann (vgl. Hirsch-Kreinsen 2010, S. 77 f.).

Die intersektorale Zusammenarbeit zwischen NPOs und Unternehmen findet nicht auf forschungsintensiven Feldern im Hinblick auf Innovationen statt, weshalb sich auf diese Art der Partnerschaft auch die Hypothese der „Hightech-Obsession“ anwenden lässt. Dadurch werden grundlegende Voraussetzungen für die aufgestellte These geschaffen, die in dem Kapitel 2.5 (Ausarbeitung der wissenschaftlichen These) dargestellt wird.

Die wissenschaftliche Studie von Limken et al., die vom Wuppertaler Institut für Umwelt, Klima, Energie GmbH herausgegeben wurde, ist eine informative Studie für die Fragestellung dieser Arbeit, weil der Untersuchungsgegenstand Innovationen sind, die durch Kooperationen zwischen Unternehmen und NPOs generiert wurden.15

In der Studie werden theoretische Grundlagen benutzt, bei denen sich die Innovationsfähigkeit direkt auf den Lerneffekt bezieht. Daher werden strate- gische Allianzen als Lernfelder gemeinsam mit Win-Win-Charakter16 als sehr bedeutsam bewertet, da sie wiederum wechselseitige Lernprozesse zwischen Unternehmen, Staat und Zivilgesellschaft ermöglichen (vgl. Lemken et al. 2010, S. 6). Des Weiteren wird die Interaktion zwischen Akteuren aus Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft als Katalysator für nachhaltigkeitsorientierte Innovationen angesehen (ebd. S. 7).

Eine der aktuellsten wissenschaftliche Studien zu intersektoralen Partner- schaften zwischen Unternehmen und NPOs ist „Zwischen Konfrontation und Kooperation“, die vom Institut für Handel & internationales Marketing (H. I. Ma.) der Universität des Saarlandes herausgegeben wurde.17 Die Studie liefert gute Grundlagen zur Geschichte und zu den Erscheinungs- formen der NGOs. Dabei unterscheidet die Studie anhand ihren Handlungs- aktivitäten zwischen konfrontativ ausgerichteten, eingeschränkt konfrontati- ven, eingeschränkt kooperativen und kooperativ ausgerichteten NGOs (vgl. Zentes/Kolb/Fechter 2012, S.11). Diese Unterschiede unterstreichen noch einmal die Relevanz der Offenheit des Dialoges in der intersektoralen Zu- sammenarbeit, die die wichtigste Voraussetzung für gelungene Partnerschaf- ten zu sein scheint (das sieht man auch am WWF-Krombacher-Beispiel Ka- pitel 2.3 Gesellschaftpolitischer Relevanz). Die Definition ist auch insofern interessant, weil nur die NGOs, die kooperativ ausgerichtet sind, Sample dieser Arbeit werden können.

Für die erfolgreiche Projektarbeit, - und insbesondere während Partnerschaf- ten zwischen Unternehmen und NPOs -, spielt die Beherrschung einer „ge- meinsamen Sprache“ in der Kommunikation eine herausragende Rolle (vgl. Franken 2010, S. 133). In Bezug auf diese Feststellung sind die Zahlen inte- ressant. 59% der beteiligten Unternehmen haben im Unternehmen spezifi- sche Ansprechpartner für NGO-Kontakte (vgl. Zentes/Kolb/Fechter 2012, S.47). Dieser Prozentsatz zeigt die Bereitschaft zum Versuch für ein „Finden der gemeinsamen Sprache“ und dadurch zu einer Professionalisierung des Dialogs auf der Seite der Wirtschaftsakteure. Die Existenz von definierten Ansprechpartnern für die NGO-Kontakte kann sich nur positiv auf die Kommunikation, mithin auf das Finden „der gemeinsamen Sprache“, und der Zusammenarbeit beider Seiten auswirken und damit den Innovationsprozess in dieser Hinsicht reibungsloser gestalten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich aus der wissenschaftlichen Beobachtung des Forschungsstandes die wichtigsten Schwerpunkte heraus- kristallisiert haben. Viele NPOs und legen nicht nur viel Wert auf Spenden- beziehungen, sondern sie wünschen sich immer mehr eine inhaltliche Zu- sammenarbeit untereinander, was sich als positiv in Bezug auf die Schaffung von Innovationen in den Partnerschaften beobachten lässt. Dabei wird der Stakeholder-Dialog sehr oft als „Quelle guter Ideen“ betrachtet; dies führt auch zu überwiegend inhaltlicher Arbeit zwischen Wirtschaft und Zivilgesell- schaft. Weiter sollte ein Win-Win-Charakter die Partnerschaften begleiten und sie während der Lernprozesse positiv beeinflussen.

Weiter scheint ein Finden einer gemeinsamen Sprache ein wichtiger Faktor während des zwischen diesen Sektoren geführten Dialogs zu sein. Dabei wird die gemeinsame Sprache durch die richtigen Ansprechpartner in den jeweiligen Organisationen gewährleistet. Die kooperative Ausrichtung der NPOs scheint eine relevante Voraussetzung für den Stakeholder-Dialog zu sein.

2.3 Gesellschaftpolitische Relevanz

Das folgende Kapitel stellt einen Exkurs in die Praxis der aktuellen Entwicklung der intersektoralen Partnerschaften zwischen Unternehmen und NPOs dar. Dieses Kapitel ist deshalb wichtig, weil es für die Darstellung des Hintergrundwissens dieser Arbeit einen besonderen Beitrag gemeinsam mit dem Stand der Forschung liefert und dazu ein vollständiges Bild der heutigen Situation in Deutschland wiedergibt.

Die Formen der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und NPOs ändern sich. Laut Guido Palazzo ist die Spendenbeziehung „die einfachster Form“ der Partnerschaft, die in letzter Zeit zunehmend an Bedeutung verliert. Des

Weiteren verschieben sich die Aktivitäten im Rahmen von CSR-Aktivitäten in Richtung strategischer Projekte. Beispielsweise hat IKEA kontinuierlich den Anteil an zertifiziertem Holz erhöht, ebenso hat Starbucks die Verdoppelung der produzierten Menge des Fair-Trade-Kaffees angekündigt (vgl. Hesse et al. 2010, S. 6 ff.). Mithin zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass die Phi- lanthropie als CSR-Instrument durch intersektorale Partnerschaften ersetzt wird. Diese Entwicklungen können nur durch eine Dialog-Bereitschaft entste- hen. Die Akteure werden offener, und die Offenheit führt die Akteure zu einer Innovationsaufgeschlossenheit.

Jedoch werden Unternehmenskooperationen in deutschen Corporate-Social- Responsibility-Kreisen häufig kritisch betrachtet. Beispielsweise wurde der NABU - Naturschutzbund Deutschland e.V. schon mehrfach beschuldigt, dass die Organisation über einen reinen Dialog mit den Unternehmen hinaus Finanzmittel bekommen hätte, wodurch sie käuflich würde und damit nicht mehr unabhängig sei (vgl. Halfmann 2013, S. 22-23).

Die Kritik an Unternehmenskooperationen ist nur die eine Seite des Dialogs zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Immer mehr Non-Profit- Organisationen erkennen die wachsende Priorität der Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsektor. Abgesehen von der Kritik in Corporate-Social- Responsibility-Kreisen argumentiert der WWF18 -Präsident Carl-Albrecht von Treuenfels die Positionierung des WWF zum Stakeholder-Dialog wie folgt: „Es ist selbstverständlich, sich als Naturschutzorganisation nicht nur mit dem Staat an einen Tisch zu setzen, sondern gerade auch mit Unternehmen. Im übrigen sind Wirtschaft und Umwelt für den WWF keine grundsätzlichen Ge- gensätze. Deshalb arbeitet der WWF in vielfältiger Weise mit Unternehmen zusammen.“ (Buchner/Friedrich/Kunkel 2006, S. 33). Mit dieser Argumentati- on wird ein weltweiter Einfluss der Privatwirtschaft gegenüber dem Staat an- gesprochen und betont, dass die Umwelt heute in „den Händen“ der Wirt- schaft ist. Deshalb ist auch die Zeit gekommen, eine gemeinsame Sprache mit dem Wirtschaftssektor zu finden.

[...]


1 Noch mehr zum “kollektiven Lernen” siehe im Kapitel 2.5 Ausarbeiten der wissenschaftlichen These.

2 “Design thinking is a human-centered approach to innovation that draws from the designers toolkit to integrate the needs of people, the possibilities of technology, and the requirements for business success.” - Tim Brown, president and CEO (IDEO o. J.).

3 Marschall, Wernecke und Andere ist eine Strategieberatung in München, die auf die Partnerschaften zwischen Non-Profit-Organisationen und Unternehmen spezialisiert ist. Home Page siehe unter: www.marschallwernecke.com

4 Unternehmen umschließt multinationale und klein- und mittelständische Unternehmen.

5 Wird im Kapitel 2.1.1 Non-Profit-Organisation definiert.

6 noch mehr zu der rechtlichen Form einer Non-Profit-Organisation siehe hier http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/4696/nonprofit-organisation-npo-v12.html

7 ISO 26000 2010 provides guidance rather than requirements, so it cannot be certified to unlike some other well-known ISO standards. Instead, it helps clarify what social responsibility is, helps businesses and organizations translate principles into effective actions and shares best practices relating to social responsibility, globally. It is aimed at all types of organizations regardless of their activity, size or location (International Organization for Standardization o. J.).

8 Genauere Angaben zu den Büchern siehe im Literaturverzeichnis.

9 „Sozialer Prozess“ ist ein Begriff aus der Soziologie. Er bezeichnet die Veränderung von sozialen Beziehungen und Interaktionen von zwei oder mehr Menschen (vgl. Kehrbaum 2009, S. 50).

10 Die Ergebnisse der Untersuchung basierten auf einer Befragung von knapp 80

Mitarbeitern von Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren mit dem Sitz in Deutschland.

11 Für den Untersuchungsgegenstand spielt es keine Rolle ob man die Studien zu den NGOs (Non governemental organizations) mit den NPOs (Non-Profit-Organisationen) gleichstellt, weil beide non-profit, also nicht gewinnorientierte Formen der Organisationen sind. Zum Unterschied zwischen beiden Anwendungen siehe hier: http://www.partizipation.at/736.html

12 Die Definition stammt aus dem Arbeitsumfeld von Marschall, Wernecke und Andere, in

dem ich als Werkstudentin beschäftig war. Der Ausdruck lehnt sich an die Definition von Guiodo Palazzo‘s „Effiziente Partnerschaften“ an (Siehe im Kapitel 2.3 Gesellschaftspolitische Relevanz).

13 Die Definition von Stakeholder siehe im Kapitel 2.5.2 „Sustainbility sweet Spot“.

14 Die Datengrundlage basiert auf der schriftlichen Befragung von 47 Unternehmen aus Deutschland. Zur weiteren Vertiefung wurden aber zwölf Fallstudien in Deutschland und USA erstellt. Das verleiht der Studie einen qualitativen Charakter .

15 Die Datengrundlage basiert auf den Fallanalysen einschließlich der Experteninterviews, Strukturen und Systemfaktoren. Ebenso werden Antriebe und Hemmnisse für erfolgreiche, innovations- und nachhaltigkeitsorientierte strategische Allianzen analysiert.

16 „Wenn die an einer Verhandlung beteiligten Parteien ein Ergebnis vereinbaren, durch das sie mehr Nutzen erzielen, als wenn sie keine Übereinkunft getroffen hätten, dann spricht man von einer ‚Win-Win-Situation‘.“ (Angermeier o.J.).

17 Als Datengrundlage der Studie diente die explorative Befragung, an der hochrangige Vertreter von Unternehmen und NGOs aus Deutschland, Österreich und Schweiz teilgenommen haben .

18 Die Abkürzung WWF steht für "World Wide Fund For Nature", auf Deutsch "Welt- Naturstiftung". Die Stiftung ist als gemeinnützig anerkannt.

Ende der Leseprobe aus 94 Seiten

Details

Titel
Partnerschaften zwischen Non-Profit Organisationen und Unternehmen
Untertitel
Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Non-Profit-Organisationen als Innovationsquelle
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften München
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
94
Katalognummer
V279156
ISBN (eBook)
9783656721598
ISBN (Buch)
9783656722878
Dateigröße
6035 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
NGO NPO Innovationsmanagement Corporate Social Responsibility Zusammenarbeit Partnerschaft Innovation Corporate Citizenship
Schlagworte
partnerschaften, non-profit, organisationen, unternehmen, zusammenarbeit, non-profit-organisationen, innovationsquelle
Arbeit zitieren
Tamar Beruchashvili (Autor), 2014, Partnerschaften zwischen Non-Profit Organisationen und Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279156

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