Der Einfluss vom Medium Fernsehen auf die Entwicklungsprozesse von Kindern


Akademische Arbeit, 2006
17 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung... 3

2 Kognitive Entwicklung... 3

3 Emotionale Entwicklung... 7

4 Moralische Entwicklung... 8

5 Schlussfolgerung... 10

6 Literaturverzeichnis (inkl. weiterführender Literatur)... 11

1 Einleitung

Wird von Kindern und Medien gesprochen, ist die Frage interessant, wie die Entwicklung von Kindern parallel zu der Medienwelt verläuft. Medien begleiten diese Entwicklungsprozesse und haben Einflüsse darauf. Das Alter und der damit verbundene Entwicklungsstand sowie die Fähigkeit und Verarbeitung von Inhalten ist ein wichtiger Faktor im Zusammenhang mit medialen Wirkungen. (vgl. Ploetz, 1999, S. 24) Des Weiteren ist es wichtig zu wissen, dass Kinder anders fernsehen als Erwachsene. Die Wahrnehmung und Beurteilung des Gesehenen verändern sich im Laufe der kindlichen Entwicklung. (vgl. Kübler, 1995, S. 473)

Dies wird im Folgenden hauptsächlich an dem Beispiel des Fernsehkonsums erläutert. Es wird herausgearbeitet, unter welchen Bedingungen das Fernsehen überhaupt für Kinder geeignet ist und insbesondere in welchem Alter das Fernsehen Kinder entwicklungsgemäß noch überfordert. Nur wer weiß, wie Kinder einer Altersstufe Fernsehsendungen verstehen und wahrnehmen, kann je nach Alter entsprechende Gefahren einschätzen und reduzieren.

Die kindliche Entwicklung wird – wie dargestellt – auch von dem sozialen Umfeld in starkem Maße mit beeinflusst. Allgemeine Erkenntnisse aus der Entwicklungs­psychologie und Sozialforschung geben Anhaltspunkte dazu, in welchen Stadium der Entwicklung sich ein Kind befinden kann. (vgl. Theunert u.a., 1995, S. 44)

Kinder erleben Filme anders als Erwachsene, vor allem aufgrund ihrer psychischen Entwicklungsphase und ihrer Mediennutzungsstile. Daher werden im Folgenden einzelne Aspekte der kognitiven, emotionalen und moralischen Entwicklung näher betrachtet

2 Kognitive Entwicklung

Piaget beschreibt den Menschen als aktives Wesen, das im Austausch mit seiner Umwelt lebt und lernt. (vgl. Schäfer und Hille, 2000, S. 25) Entwicklung ist ein kontinuierlicher Konstruktionsprozess, der sich in der aktiven Auseinandersetzung der Person mit ihrer Lebenswelt vollzieht. Das Ergebnis eines Entwicklungs­prozesses ist nicht bloß ein Abbild der äußeren Welt und der Lebens- und Entwicklungsbedingungen. Demnach ist die These von der „Allmacht“ der Medien in der pauschalisierenden Form auch nicht haltbar. Individuelle Unterschiede müssen berücksichtigt werden. Denn auch identische Medienerfahrungen können abhängig vom Entwicklungsstand ganz verschieden interpretiert und verarbeitet werden. Abhängig ist dies u.a. auch von den kognitiven Entwicklungsvoraussetzungen. (vgl. Oerter und Montada, 2002, S. 910) Das bedeutet zugleich, dass Kinder den Medien nicht passiv ausgesetzt sind, vielmehr sind Medienerfahrungen ein integrativer Teil der aktiven Aneignung der Welt. (vgl. ebd., S. 907)

Die kognitive Entwicklung verläuft nach Piaget in mehreren Stadien, beginnend mit dem sensumotorischen Stadium im Alter von 0-2 Jahren. Das Verhalten ist reflexhaft bestimmt. Saugen, Greifen, Festhalten u.ä. wird an immer mehr Dingen ausprobiert. Die Handlungen werden so erweitert und das Kind erschließt sich mehr und mehr seine Umwelt. In diesem Alter sind die gesehenen Bilder für Kinder widersprüchlich, sie können sie sehen und hören, aber nicht anfassen. Die Nachahmung von Gesehenem ist zu beobachten. (vgl. Zipf, 1999, S. 54)

Die zweite Phase betrifft die Altersstufe 2-4 Jahre und ist vom symbolischen Denken geprägt. Kinder haben nun erste Vorstellungen von Gegenständen und Handlungsabläufen erworben, die nicht mit den Vorstellungen der Erwachsenen übereinstimmen müssen. Medienerfahrungen können in dieser Altersstufe starke Ängste hervorrufen. Es ist nicht klar erwiesen, was Kinder in dieser Entwicklungsphase in Gesehenes oder Gehörtes hineindeuten. Außerdem können Fantasie und Realität noch nicht getrennt werden. Das Fernsehen ist für Kinder dieses Alters kein bewusster Prozess, vielmehr nehmen sie am Familienleben und somit auch am Fernsehkonsum teil. Dazu kommt, dass sie noch nicht über eine ausreichende Konzentration verfügen, um sich einem Film o. Ä. länger zu widmen. (vgl. Schäfer und Hille, 2000, S. 27)

Die dritte Phase ist die des anschaulichen Denkens und umfasst die Altersstufe 4-7 Jahre. Die Phase ist geprägt vom Egozentrismus der Kinder, sie können sich nicht in andere hinein versetzen oder deren Perspektive übernehmen. Dargestellte Personen beurteilen Kinder aufgrund des Aussehens und ihrer Handlungen bzw. deren Auswirkungen und Folgen. Absichten verstehen Vorschulkinder noch nicht, Eigenschaften der Personen werden in die Kategorien gut und böse eingeordnet. (vgl. Theunert u.a., 1995, S. 52)

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Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss vom Medium Fernsehen auf die Entwicklungsprozesse von Kindern
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V280604
ISBN (eBook)
9783656738237
ISBN (Buch)
9783668137530
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einfluss, medium, fernsehen, entwicklungsprozesse, kindern
Arbeit zitieren
Inga Baumhoer (Autor), 2006, Der Einfluss vom Medium Fernsehen auf die Entwicklungsprozesse von Kindern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280604

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