Kindskönig in Aquitanien. Persönliches Umfeld und Bildungskanon Ludwigs des Frommen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenüberblick: Thegan und Astronomus

3. Persönliches Umfeld in Aquitanien
3.1 Einrichtung des Unterkönigtums Aquitanien
3.2 Persönliches Umfeld und mögliche Erzieher

4. Bildungskanon eines Königs

5. Resümee

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Kindheit stellt für jeden Menschen eine grundlegende Phase des Lebens dar. Innerhalb dieser wird das Fundament gelegt, das für die spätere Entwicklung von Bedeutung ist. Die Personen, die diesen Lebensabschnitt begleiten, fungieren hinsichtlich ihres Verhaltens und Bildungsstandes als wichtige Instanzen für ein Kind – auch für ein Königskind. Ludwig der Fromme (d. F.) ist ein solches, der Sohn des ersten Karolingerkaisers Karl des Großen. Aber nicht nur dies, er ist darüber hinaus als Kind zum König geworden, zum König von Aquitanien und das mit knapp drei Jahren. Seine Kinder- und Jugendzeit und insgesamt gesehen mehr als die Hälfte seines Lebens - er wurde etwa 61 Jahre alt - verbrachte er dort als Regent. Bis zu seiner Alleinherrschaft als Kaiser ab 814 umfasst der aquitanische Zeitraum damit rund 33 Lebensjahre Ludwigs. Es könnte angenommen werden, dass aufgrund dieser großen Zeitspanne eine Menge Informationen über Ludwigs aquitanische Herrschaft vorliegen, vor allem, da über ihn gleich zwei Zeitgenossen ein biografisches Werk verfasst haben. Doch augenscheinlich sehen beide Biografen die aquitanische Zeit als eher unwichtig an, der eine, Thegan, unterschlägt sie gänzlich, der andere, der sogenannte Astronomus, behandelt sie in verhältnismäßig wenigen Kapiteln. Aufgrund der oben dargelegten Wichtigkeit der Kindheit, soll sich in dieser Arbeit mit dem persönlichen Umfeld Ludwigs in Aquitanien beschäftigt werden. Wer war für seine königliche Erziehung verantwortlich? Welche Personen können in seine direkte Umgebung verortet werden, beispielsweise als Angehörige seines Hofstaates oder gar als seine Erzieher?

Für die Bearbeitung dieser Fragen werden die beiden Ludwigsbiografien zu Rate gezogen, aber ebenfalls die Zeugenliste der ersten Urkunde Ludwigs, die aus aquitanischer Zeit erhalten ist. Diese stellt gleichzeitig eine der wenigen Diplome aus der Zeit dar. Aus der erhaltenen Urkunde wird sich eine Identifizierung und Verortung einiger Personen erhofft.

Des Weiteren ist zu klären, welche Fähig- und Fertigkeiten einem König zu der Zeit vermittelt wurden? Im Speziellen wird herbei nach dem tatsächlichen Bildungskanon Ludwigs gefragt. Hierzu wird zuerst der Standpunkt Karls des Großen bezüglich der Erziehung und Bildung seiner Kinder dargelegt, wie er aus der Vita Einhards bekannt ist. Daran anschließend werden jene Erziehungsziele anhand der beiden Ludwigsviten geprüft und vorgestellt. Abschließend soll damit die Frage beantwortet werden, welche Anforderungen an den königlichen Spross gestellt wurden.

Um oben aufgeworfene Fragen dementsprechend kontextualisieren und bearbeiten zu können, soll den Betrachtungen zunächst ein Überblick zur Quellenlage vorangestellt werden.

2. Quellenüberblick: Thegan und Astronomus

Für eine Auseinandersetzung mit Fragen zu Kaiser Ludwig d. F. ist es unabdingbar, die wichtigsten Quellen seiner Zeit zu kennen und deren inhaltliche Tendenz kritisch zu betrachten. In diesem Zusammenhang sind natürlich die Annales regni Francorum[1] zu nennen, die einen chronologischen Überblick vom Tode Karl Martells 741 bis zum Jahr 829 geben. Doch um sich tiefgreifender mit der mittelalterlichen Historie um den zweiten Karolingerkaiser zu beschäftigen, reichen die Annalen nicht aus. Bezüglich der Thematik dieser Arbeit ist ein Blick in die Herrscherbiografie seines Vaters, Kaiser Karl des Großen, von Einhard[2] nützlich, um eventuelle Erziehungsvorstellungen Karls herausarbeiten zu können. Doch für eine Bearbeitung hinsichtlich Ludwig d.F. stellen sich zwei andere Autoren in das Blickfeld der Historiker, die Geschichtsschreiber Thegan und der sogenannte Astronomus.

Über Thegan und dessen Leben ist Dank Walahfrid Strabo diverses bekannt. Dieser überarbeitete die von ihm als Gesta Hludowici imperatoris titulierte Schrift Thegans einige Jahre nach deren Fertigstellung. Er gab der Schrift, wie schon erwähnt, einen Titel, unterteilte sie in Kapitel, die er mit Überschriften versah und verfasste einen Prolog. Aus diesem ist zu erfahren, dass Hoc opusculum in morem annalium Thegan, natione Francus, Trevirensis ecclesiae chorepiscopus […] composuit [3]. Thegan scheint um 800 geboren zu sein und starb zwischen 849 und 853[4]. Das Werk des zeitweiligen Trierer Chorbischofs entstand noch zu Lebzeiten Ludwigs „zwischen dem Sommer 835 und dem Jahr 838“[5]. Die Schrift setzt mit dem Jahr 813 ein und endet 835, damit blendet Thegan die Kinder- und Jugendzeit Ludwigs in Aquitanien vollständig aus. Als Geistlicher und dazu noch als vir nobilis et acris ingenii [6] finden sich im Werke Thegans einige provokative Äußerungen bezüglich der Standeszugehörigkeit. „Die Unterschiede zwischen Adelszugehörigkeit und niederer Geburt sah Thegan als fundamental und unüberbrückbar an“[7]. Der Höhepunkt dieser Polemik findet sich in der Beschreibung des Erzbischofs von Reims, Ebo. Diesen bezeichnet er wegen seiner Abstammung und trotz seiner hochrangigen Stellung innerhalb der Kirche als turpissimus rusticus [8]. Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass Thegan subjektiv schreibt, weder verheimlicht noch kaschiert er Sympathien und Antipathien für gewisse Personen. Vor allem der Kaiser hat es ihm angetan, aber wie Ernst Tremp betont, sollte das Werk nicht als eine einzige Huldigung Ludwig d. F. verstanden werden, denn „er scheut sich […] nicht, auch an Ludwig selber Kritik zu üben, ihn aufzufordern, aus dem Debakel die nötigen Lehren zu ziehen und eigene Fehler künftig zu vermeiden“[9]. An dieser Stelle soll daraufhin gewiesen werden, dass es sich bei Thegan um einen Zeitgenossen handelt, der damit Zeitgeschichte schreibt, d.h. er vertritt mit seinem Werk einen für diese Zeit gültigen Standpunkt. Genau darauf muss bei einer Auseinandersetzung mit dieser Quelle geachtet werden, da an solch persönlichen Stellen keine Objektivität erwartet werden kann. Ernst Tremp stellte ebenfalls fest, dass bei Passagen „wo Thegans poltische Vorstellungen oder persönliche Animositäten nicht unmittelbar berührt wurden, […] sich sein Bericht als zuverlässig [erweist; JB]“[10]. Viele Aussagen, vor allem genealogische Einschübe oder besondere Maßnahmen des Kaisers, können durch urkundliche Belege verifiziert werden[11]. Für die Fragestellung dieser Arbeit eignet sich, aufgrund der Tatsache, dass Thegan erst mit dem Jahre 813 beginnt, das opusculum nur bedingt, trotzdem können einige Aspekte von Thegan aufgegriffen werden.

Im Gegensatz zur Gesta des Thegans, über dessen Autorenschaft durch Strabo kein Zweifel besteht, ist die Vita Hludowici imperatoris, die zweite und durchaus ausführlichere Lebensbeschreibung Ludwigs d. F., anonym überliefert worden. Trotz vielfacher Versuche einer Identifizierung konnte dieses Werk bisher keinem mittelalterlichen Zeitgenossen endgültig zugeordnet werden. Der Anonymus wird daher weiterhin als Astronomus figuriert, nach Kapitel 58 der Vita, wo der Autor sich selbst als Hofastronom Kaiser Ludwigs d. F. darstellt[12]. Der Astronomus schreibt, dass er ab dem Zeitpunkt der Alleinherrschaft Ludwigs selbst am Hof desselben tätig war und damit bei einigen Geschehnissen als direkter Augenzeuge fungierte[13]. Im Gegensatz zur Karlsvita Einhards, die dem Astronomus bekannt war und teilweise als Vorlage auftrat[14], gestaltete der unbekannte Autor sein Werk allerdings nicht in thematischer sondern in chronologischer Ordnung. Gegenüber Thegan umfasst dies auch die unmittelbare Vorgeschichte zu Ludwigs Geburt und vor allem dessen gesamte Zeit in Aquitanien. Es ist die einzige Quelle, die sich mit der aquitanischen Zeit Ludwigs so ausführlich beschäftigt. Damit stellt die Vita Hludowici imperatoris besonders für die Kinder- und Jugendzeit Ludwig d. F. eine Quelle von großem Wert dar. Hinsichtlich der Entstehungszeit kann festgehalten werden, dass das Werk relativ kurz nach dem Tod des Kaisers zwischen 840 und 841 niedergeschrieben wurde[15]. Die Gesinnung des Autors stellt dieser selbst im Prolog des Werkes dar, er will actus vitamque […] imperatoris Hludowici [16] darstellen und dies im umfassenden Sinne. Die Kapiteleinteilung, die mit ihren 64 Abschnitten noch heute Gültigkeit besitzt, nahm 1748 Martin Bouquet vor[17]. Von einer durchweg objektiv verfassten Vita kann auch hier nicht die Rede sein, im Unterschied zu Thegan allerdings bemüht sich der Anonymus um Sachlichkeit, die an manchen Stellen, wohl bedingt durch die unmittelbare Nähe zum Kaiser und den damit verbundenen persönlichen Gefühlen, trotzdem in eine Parteinahme umschlägt. Doch auch wie Thegan scheut sich der unbekannte Autor nicht Kritik verlauten zu lassen und Niederlagen der kaiserlichen Maßnahmen zu nennen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass diese Quelle trotz einiger chronologischer Fehler ein gewichtiges historisches Werk über die Zeit Ludwigs d. F. darstellt[18].

3. Persönliches Umfeld in Aquitanien

3.1 Einrichtung des Unterkönigtums Aquitanien

Um sich der Untersuchung und Überlegung bezüglich des persönlichen Umfelds und der möglichen Erzieher Ludwigs d. F. und den, für einen jungen König obligaten, Inhalten zu widmen, ist es vonnöten zu klären, weshalb Karl der Große es für erforderlich erachtet hatte, seinen erst dreijährigen Sohn Ludwig als König von Aquitanien einzusetzen und in welcher Weise dies vonstattenging. Bereits seit 735, als die fränkische Macht unter der Führung der karolingischen Hausmeier wieder erstarkte[19], gab es erste Versuche das strategisch günstig gelegene Aquitanien zu unterwerfen. Strategisch günstig in dem Zusammenhang meint die geografische Nähe zu den Pyrenäen, den damit verbundenen Zugriff auf die iberische Halbinsel und die daraus resultierende Möglichkeit der Expansion des fränkischen Reiches. Doch eine endgültige Unterwerfung des aquitanischen Landes gelang erst Karl dem Großen selbst im Jahre 769, kurz nach dem Tod seines Vaters Pippin und der eigenen Königserhebung[20]. Nach dem Bericht des Astronomus setzte Karl 778, im Jahre der Geburt Ludwigs d. F., da der Zuverlässigkeit der Aquitanier nur bedingt zu trauen war[21], per totam Aquitaniam comites, abbatesque necnon alios plurimos, quos vasso vulgo vocant [22] ein. Diese sollten die Leitung in Aquitanien in einer Weise übernehmen, die Karl für richtig und notwendig hielt, die Grenzen des Landes bewachen und verteidigen sowie die Hofgüter verwalten[23]. Neben diesen Gründen galt natürlich auch das Ziel „das Land Aquitanien, das in Sprache, Sitte, Recht und Anschauung dem übrigen Frankenreiche fremd gegenüberstand […] durch eine straffere Organisation fester an dasselbe zu ketten und die unruhigen Aquitanier […] besser im Gehorsam zu halten“[24]. Die letzte Instanz zur Stabilisierung der fränkischen Oberherrschaft in Aquitanien nimmt die Königseinsetzung des Karlssohns Ludwig ein. Dieser wurde auf dem königlichen Hofgut Chasseneuil geboren[25], welches im aquitanischem Gebiet liegt. Diese Tatsache nutzt Astronomus in seiner Beschreibung zur Legitimation von dessen Königseinsetzung. Er schreibt nämlich, dass Karl eique [Hludouuici; JB] regnum, quod sibi nascendo dicaverat, contradidit [26] . Durchaus möglich ist es, dass diese Tatsache des Geburtsortes auch von Karl als Legitimationsgrund verwendet wurde. Dem anzufügen ist, dass dieser Königseinsetzung ein ritueller Salbungsakt des Papstes vorausging. Dies ereignete sich an Ostern des Jahres 781 in Rom. Die Annalen berichten darüber, aber auch der unbekannte Ludwigsbiograf verschweigt diese Information nicht[27]. Auf dem Rückweg dieser Romreise entsendet Karl der Große seine minderjährigen Söhne zu ihren Reichen hin, damit sie diese in symbolhafter Weise einnehmen können. Dieser Symbolcharakter wird vor allem bei der detaillierten Schilderung des Astronomus deutlich[28]. So besagt dieser, dass Ludwig d.F., immerhin erst dreijährig, bis Orléans in einer Wiege transportiert wurde und von dort aus auf einem Pferd sitzend, wahrscheinlich in irgendeiner Form festgebunden, und mit Waffen umgürtet in Aquitaniam […] transpositus [29] .

Damit gab Karl der Große den Aquitaniern offenkundig einen eigenen König, der im eigenen Lande geboren und damit zur Herrschaft durchaus legitimiert war. Auf diese Art und Weise setzte Karl der Große seinen Sohn grundherrschaftlich als Macht ausübende Gewalt in Aquitanien ein, um über Land und Leute zu verfügen. Von einer tatsächlichen Autonomie des Unterkönigs ist dabei allerdings nicht auszugehen. „Auch hier war die in der Form hergestellte größere Selbstständigkeit des Landes nur das Mittel zu dem Zweck die unruhigen Aquitanier desto sicherer in Abhängigkeit vom Reiche zu bringen“[30]. So war es der königlichen Regierung unter Ludwig durchaus gestattet einen eigenen Hofstaat zu unterhalten, Versammlungen durchzuführen, Gesandte zu empfangen, in späteren Jahren sogar einige wenige Urkunden selbstständig auszustellen. In jedem Falle geschahen alle diese Aktivitäten mit der Zustimmung Karls, der auf jede getätigten Entscheidungen rückwirkend Einfluss zu nehmen imstande war[31].

Durch die Installierung eines Unterkönigtums mit scheinbaren Zugeständnissen gegenüber der fränkischen Herrschaft „war es am ehesten möglich, die besonderen Maßregeln zur Sicherung der Ruhe im Inneren und zur Vertheidigung nach außen zu treffen“[32]. Wie es scheint, war besonders dies die Kausalität, welcher Karl der Große folgte. Doch trotz alledem hat Karl das Land vor allem durch die Tatsache an sich gebunden, dass sein eigener Sohn, dort zum König ernannt wurde. Zwar war Ludwig d. F. nun König über dieses Land, doch er war im Kleinkindalter und somit nicht in der Lage, allein Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Im Gegensatz zu minderjährigen Kindern aus dem Volk, die während ihrer Minderjährigkeit eines Vormundes bedurften, trifft diese Unmündigkeit für einen minderjährigen König nicht zu[33]. Das bedeutet, dass er trotz seines jungen Alters die volle Mündigkeit besitzt, sprich die gleiche Verfügungs- und Handlungsgewalt wie ein erwachsener König innehatte[34]. Die tatsächlich ausführende Gewalt tituliert Kölzer mit dem Begriff der faktischen Regentschaft[35], welche zwar staatsrechtlich nicht existent war, aber die lenkende Institution der Geschicke des Reiches darstellt. Bei diesen beruft sich Karl der Große auf fränkische Vertraute, die oben erwähnte Aufgaben im Sinne Karls zu erledigen gedachten und seinen Instruktionen ergeben folgten. Doch es musste auch an den Sohn gedacht werden, dem es auferlegt war, größtenteils fernab des väterlichen Hofes aufzuwachsen und vor allem zu einem König, der er laut Titel schon war, erzogen zu werden. Zu diesem Zwecke sendete Karl der Große dem minderjährigen Sohn eine Gruppe Vertrauter mit nach Aquitanien. Astronomus erwähnt nur einen wörtlich, den baiulum Arnoldum, diesem wurden unbenannte und unbekannte alios ministros[36] zur Seite gestellt.

[...]


[1] Genutzte Edition: Annales regni Francorum inde a. 741 usque ad 829, qui dicuntur Annales Laurissenses maiores et Einhardi, ed. G.Pertz in: MGH SS rer. Germ. VI, Hannover 1895.

[2] Genutzte Edition: Einhardus, Vita Karoli Magni, edd. G.Waitz – O. Holder-Egger in: MGH SS rer. Germ., XXV, Hannover6 1911.

[3] Thegan, Gesta Hludowici imperatoris, ed. E.Tremp, in: MGH SS rer. Germ. LXIV, Hannover 1995, S.168.

[4] Eine nähere Erläuterung seiner Lebensdaten bei E. Tremp, Thegan und Astronomus, die beiden Geschichtsschreiber Ludwigs des Frommen, in: Charlemagne´s Heir, P. Godman & R. Collings (Hrsg.) Oxford 1990, S. 692.

[5] E.Tremp., Einleitung, in: MGH SS rer. Germ. LXIV, Hannover 1995, S.7, folgend eine genauere Bestimmung des Terminus ante quam.

[6] Ebd.

[7] A. Weihs, Pietas und Herrschaft, Münster 2004, S. 30.

[8] Thegan, Gesta c.56 (S.252). Vor allem aber in Kapitel 44 (S.232 -239) der Gesta findet sich harsche Polemik bezüglich des niederen Standes, in diesem Kapitel wendet sich Thegan auch spezifisch an Ebo von Reims.

[9] E. Tremp, Thegan und Astronomus, S.693.

[10] E. Tremp, Einleitung, S.19.

[11] Vgl. E. Tremp, Einleitung, S.19, Anm. 65.

[12] Vgl. E.Tremp, Einleitung, S.53-55.

[13] Astr., Vita Hludowicus imperatoris, ed. E. Tremp in: MGH SS rer. Germ. LXIV, Hannover 1995, Prol. S.284: posteriora autem, quia ego rebus interfui palatinis, que vidi et comperire potui, stilo contradidi. Ebenfalls kann über ihn gesagt werden, dass er dem Stand des Klerus angehörte und damit ein Mitglied der Hofkapelle Ludwigs d. F. darstellte. Zweifellos kann dem Autor eine hohe Bildung zugestanden werden. Nicht nur im Gebiet der Astronomie zeigt sich dieser als äußerst geschult, sondern auch im Bereich der Medizin sowie im weltlichen und kirchlichen Recht war er bewandert, wie es sich an einigen Stellen des Werkes bezeugen lässt. Vgl. Astr., Vita, c.28, 56, 62 (bezgl. Medizin), c.13, 49, 60 (bezgl. Recht).

[14] Weitere Quellen vgl. E. Tremp, Einleitung, S.69-98.

[15] A. Weihs, Pietas und Herrschaft, S.27: „Der in der Vita noch berichtete Tod Ludwigs des Frommen ist im Juni 840 als terminus post quem, die Schlacht von Fontenoy im Juni 841 als terminus ante quem anzusehen.“

[16] Astr., Vita, Prol., S.280.

[17] Vgl. E. Tremp, Einleitung, S.103.

[18] Vgl. E.Tremp, Thegan und Astronomus, S.697.

[19] Vgl. D. Claude, Art.: Aquitanien, in: Lexikon des Mittelalters, Bd.1, München 1980, Sp.830.

[20] Die Annales regni Francorum berichten von der Niederschlagung des aquitanischen Aufstandes durch Karl den Großen, der schon unter König Pippin währte: Ann. Regni Francorum ad a. 769, S. 28: Domnus Carolus gloriosus rex iter peragens partibus Aquitaniae, eo quod Hunaldus voluit rebellare totam Wasconiam etiam et Aquitaniam, et cum paucis Francis auxiliante Domino dissipata iniqua consilia supradicti Hunaldi. oder wie auch der Astronomus weiß über die Unterwerfung Aquitaniens als direkte Vorgeschichte zu Ludwigs Geburt zu berichten. Vgl. Astr., Vita, c.1, S.286.

[21] Vgl. S. Abel, Jahrbücher des fränkischen Reiches unter Karl dem Großen, Bd.1 (768-788), Berlin 1866.

, S.250.

[22] Astr., Vita, c.3, S.290.

[23] Eine Liste der entsprechenden Vasallen liefert der Anonymus gleich mit. Astr.,Vita, c.3, S.290/292: Et Biturige civitati primo Umbertum, Paulo post Sturbium praefecit comitem, porro Pictauis Abbonem, Petragoricis autem Uuidbodem, ssed at Aruernis Iterium, necnon Uallagiae Bullum, sed et Tolose Chorsonem, Burdegalis Siguuinum, Albigensibus vero aiHHaimonem, porro Lemouicis Hrotgarium.

[24] G. Eiten, Das Unterkönigtum im Reiche der Merowinger und Karolinger, Heidelberg 1907, S.36.

[25] Vgl. Astr., Vita, c.2: in villa regia, cuius vocabulum est Cassinogilus[…].

[26] Astr., Vita, c.3, S.290.

[27] Ann.regni Francorum ad a. 781, S.57 : Unxit etiam et Hludowicum fratrem eius; quibus et coronam imposuit. Quorum maior, id est Pippinus, in Langobardis, minor vero, id est Hludowicus, in Aquitania rex constitutus est. und bei Astr., Vita, c.4, S.292/294 ibidemque Hlodouuicus eius filius,cunarum adhuc utens gestatorio, benedictione regnaturo congrua et regali insignitus est diademate per manus Adriani venerandi antititis. Ein weiterführender Kommentar zu dieser Königssalbung bei S. Abel, Jahrbücher Bd.1, S.313f.

[28] Von der Wichtigkeit dieses symbolischen Aktes zeugt allein die Tatsache, dass dieser vom Astronom detailreich beschrieben wird.

[29] Astr., Vita, c.4, S.294: Qui usque Aurelianam urbem cunali est vectus gestamine, sed ibi congruentibus eius evo armis accinctus, equo impositus et in Aquitaniam est Deo annuente transpositus.

[30] Vgl. S. Abel, Jahrbücher, Bd.1,S.329:

[31] Dies gilt zum Beispiel für die von der aquitanische Regierung veranlasste eher milde Bestrafung des Basken Adelrich, der vorher den Herzog von Toulouse in eine Falle lockte. Karl der Große war mit der Aburteilung nicht zufrieden und berief wenig später seinen jungen Sohn, besagtes Beispiel fand in den Jahren 787-789 statt, und den Basken zu sich nach Worms. Dieser wurde von Karl, aber im Namen beider Könige (ante reg es), wie Astronomus betont, verbannt und auch der Herzog von Toulouse wurde wegen seiner fahrlässigen Handlung abgesetzt. Vgl. Astr., Vita, c.5, S.296-300.

[32] S. Abel, Jahrbücher, Bd.1, S.329.

[33] Vgl. zum Rechtsstatus des minderjährigen Königs: T. Offergeld, Reges pueri, Hannover 2001, S.34-43. Allgemein zu diesem Thema minderjährige Könige, T. Kölzer, Das Königtum Minderjähriger im fränkisch-deutschen Mittelalter, in: HZ 251 (1990), S.291-323.

[34] T. Kölzer, Das Königtum Minderjähriger im fränkisch-deutschen Mittelalter. Eine Skizze, in: HZ 251 (1990), S.309.

[35] Vgl. ebd. S.312.

[36] Astr., Vita, c.4, S.294.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Kindskönig in Aquitanien. Persönliches Umfeld und Bildungskanon Ludwigs des Frommen
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
28
Katalognummer
V283026
ISBN (eBook)
9783656823353
ISBN (Buch)
9783656822929
Dateigröße
572 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ludwig der Fromme, Karl der Große, Kindskönig, Aquitanien, Karolinger, Bildungskanon
Arbeit zitieren
Julia Bathge (Autor), 2013, Kindskönig in Aquitanien. Persönliches Umfeld und Bildungskanon Ludwigs des Frommen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283026

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