Taekwondo. Eine Einführung mit persönlichen Erfahrungen


Seminararbeit, 2014

8 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte des Taekwondos

3. Die Disziplinen des Taekwondos
3.1 Grundschule und Poomsae
3.2 Wettkampf
3.3 Selbstverteidigung

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ich betreibe seit etwa zehn Jahren die Kampfsportart Taekwondo und möchte in dieser Ausarbeitung diese Sportart erläutern und meine pers nlichen Erfahrungen einbeziehen.

Als ich zwölf Jahre alt war, bin ich mit meiner Familie nach Deutschland gezogen. Für meine Eltern war es wichtig, dass wir Kinder (mein kleiner Bruder und ich) ein erfolgreiches Leben haben. So gehörten auch neben dem streng, unter Aufsicht gehaltenen, schulischen Werdegang, sportliche Aktivitäten dazu. Besonders für meinen Vater war es wichtig, dass wir nicht zu Hause vor der Spielkonsole sitzen, sondern körperlich aktiv werden. Die Wahl der Sportart hat mein Vater getroffen, denn er wollte, dass wir uns in einer Notsituation verteidigen können und unter anderem einen Zuwachs von Respekt und Disziplin bekommen. Taekwondo ist eine Kampfsportart, die sehr vielfältig ist und deshalb viele Bereiche des Lebens abdeckt. Neben der zentralen Lehre, das Erlernen der Technik, spielen auch soziale Kompetenzen, wie die Disziplin, der Respekt, die Höflichkeit aber auch die Geduld, das Erkennen der eigenen Stärken und Schwächen und das Durchhaltevermögen, eine entscheidende Rolle. Wird Taekwondo richtig gelehrt, so kann man sagen, dass diese Sportart eine Art Charakterschule ist.1

2. Die Geschichte des Taekwondos

Im Folgenden möchte ich auf die Geschichte und die Entstehung vom Taekwondo eingehen. Taekwondo ist eine uralte koreanische und waffenlose Kampfkunst, deren Ursprung in dem menschlichen Selbstver- teidigungstrieb gesehen wird. Diese Kampfkunst hat sich über viele Jahrhunderte entwickelt und noch heute findet man in der Literatur und auf Wandmalereien alter Gräber Hinweise auf eine Vorform von Taekwondo. Vor etwa 1300 Jahren war das heutige Korea in drei Königreiche aufgestellt: Goguryeo (flä- chenmäßig das größte Königreich im Norden), Baekje (das Königreich im Südwesten) und Silla (das kleinste Königreich im Südosten).

Geschichtlich gesehen war das Königreich Goguryeo, bedingt durch seine geografische Lage im Norden, frühzeitig gezwungen gewesen, kämpferisch aktiv zu werden, um seine Grenzen gegen einfallende Chi- nesen zu verteidigen. Sie waren das aggressivste Volk als die benachbarten Königreiche Baekje und Silla und hatten ein eigenes militärisches System. Die Krieger genossen das hohe Ansehen und wer die waffenlosen Künste beherrschte, hatte die Möglichkeit auf eine höhere Position in der Armee oder im Staat, unabhängig von seinem Geburtsrang.2 Da das Königreich Goguryeo solch eine hohe Macht hatte, überfiel es des Öfteren die kleineren Königreiche und entnahm denen die wichtigsten Rohstoffe zum Überleben. Baekje war jedoch etwas größer und stärker als Silla und holte sich das Entnommene wiede- rum bei Silla.

Das kleinste Königreich Silla litt also unter ständigen Überfällen und Belästigungen von Seiten der beiden Nachbarn. So bildeten, unter der Herrschaft vom damaligen König, junge Adlige und Angehörige der Kriegerklasse eine Elitegruppe, welche sich nicht nur in den üblichen Waffenstielen, sondern auch in geistiger und körperlicher Disziplin und verschiedenen Arten des Hand- und Fußkampfes bten. Diese Kombinationen wurde als Hwa-Rang-Do bezeichnet.3 Sie nahmen ein brutales Training auf sich und ver- wendeten fünf Verhaltensregeln von einem damals buddhistischen Mönch und Gelehrten des Landes. Dieser buddhistische Einfluss machte sich im Bereich der Kampfkünste bemerkbar, denn es galt:

1. „Sei deinem König treu.“
2. „Gehorche deinen Eltern.“
3. „Verhalte dich deinen Freunden gegenüber ehrenhaft.“
4. „Ziehe dich im Kampf nie zurück.“
5. „Töte gerecht.“4

Für ihren Mut und ihr Kampfgeschick wurden die Hwa-Rang-Dokas in den Königreichen bekannt und erwarben den Respekt selbst ihrer bittersten Feinde. Durch ihr hartes Training und die Einhaltung der Verhaltensregeln wurde ihre Leistung zur Heldentaten und dementsprechend eine Legende für das Volk. Aufgrund dieser Heldentaten wurde das Volk von allen drei Königreichen animiert sich zu erheben und zu vereinigen. Letztlich schaffte es Silla alle drei Königreiche friedlich zu vereinigen.5 Hwa-Rang-Do wurde in der nachfolgenden Herrscherschaft systematisiert und weiter verfeinert. In der Anfangszeit war es Bestandteil der Prüfung für einen militärischen Rang und die Beherrschung der Kampfkunst reichte aus, um in der Armee Karriere machen zu können. Mit der Einführung von Schuss- waffen stagnierte das Interesse dieser Kampfkunst und wurde eher zur Belustigung auf Volksfesten prak- tiziert. So wurde das Wissen dieser Kampfkunst immer an eine sinkende Anzahl der Schüler weiter ge- geben. Im Jahre 1910 erfolgte die japanische Besatzung in Korea und ein Teil der Unterdrückung be- stand darin, alles traditionell Koreanische zu verbieten. So geriet der Sport immer mehr und mehr bei der Allgemeinheit in Vergessenheit. Erst zwischen 1950 und 1953, also nach Ende des Koreakrieges bekam die Kampfkunst von dem General Choi Do Kwan in Südkorea eine neue Bezeichnung Taekwondo, weil sie die Kampfkunst in treffender Weise beschreibt (Tae steht für die Fußtechniken, Kwon steht für die Handtechniken und Do steht für das Geistliche und Seelische) und wurde nicht nur im ganzen Land, son- dern auch auf der ganzen Welt verbreitet. Es folgte also eine Wiederbelebung durch die Befreiung von der Besatzungsmacht. Die Gründung von Taekwondo-Schulen und vieler Verbände findet statt. Eines der größten Verbände ist die „World Taekwondo Federation“, mit zur Zeit 179 Mitgliedsstaaten. Demnach konnten Wettbewerbe und Wettkämpfe organisiert werden. Seit den Olympischen Spielen im Jahre 2000 in Sydney ist es eine vollwertige olympische Disziplin. Dementsprechend wird Taekwondo als eine offizi- elle Sportart anerkannt und besitzt auch viele Anhänger in Deutschland.6

[...]


1 Vgl. Taekwondo Aulendorf e.V. (o. J.).

2 Vgl. Kulturabteilung, Botschaft der Republik Korea (o. J.), S. 8.

3 Vgl. Taekwondo Aulendorf e.V. (o. J.).

4 Vgl. Delic, M. (2011).

5 Vgl. Kulturabteilung, Botschaft der Republik Korea (o. J.), S. 9.

6 Vgl. Kulturabteilung, Botschaft der Republik Korea (o. J.), S. 10.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Taekwondo. Eine Einführung mit persönlichen Erfahrungen
Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Hagen
Veranstaltung
Rhetorik
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
8
Katalognummer
V285856
ISBN (eBook)
9783656863588
ISBN (Buch)
9783656863595
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Taekwondo, Tae Kwon Do, Kampfsport, Sport, Koreanischer Sport, Sport Korea, Korea Sport, Selbstverteidigung, Korea Olympia, olympische Sportart, Wettkampf, Geschichte Taekwondo
Arbeit zitieren
Dimitrij Begmenko (Autor), 2014, Taekwondo. Eine Einführung mit persönlichen Erfahrungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285856

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